Autohändler bevorzugen „Captives“
(ac) Deutschlands Autohändler sind mit den Leistungen der Versicherungsgesellschaften, die einer Automobilherstellermarke angegliedert sind (Captives), zufriedener als mit übrigen Anbietern (Non-Captives). Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie „Finanzvertrieb im Automobilhandel 2010“ des Marktforschungsinstituts YouGovPsychonomics. Befragt wurden mehr als 500 Finanzproduktentscheider von Autohäusern.
Laut der Studie werden inzwischen vier von fünf Neuwagenkäufern passende Kfz-Versicherungsangebote unterbreitet (Vorjahr: 71%). Von rund einem Drittel (28%) der Käufer werden sie angenommen. Auch unter den Gebrauchtwagenkäufern stieg die Angebotsquote von 63 auf 70 %. Ein Fünftel dieser Käufer schließt eine Versicherung ab.
Drei Viertel aller Händler vertrauen auf die Empfehlung
Bei der Auswahl der Versicherer übernehmen drei Viertel aller Händler die Versicherungsprodukte des hauseigenen Versicherungsanbieters. Für die übrigen Händler spielt der Preis für den Endkunden, eine einfache Abwicklung sowie die Betreuung durch das Autohaus eine Rolle. Daher suchen sich die Autohändler einen Zweitanbieter aus den Reihen der Non-Captives. Den Studienergebnissen zufolge wird auch der Versicherungsabsatz über die Autohändler zunehmen. Von den markengebundenen Autohändlern erwarten 26 %, dass die Anzahl der vermittelten Versicherungen zunehmen wird. Von einer Steigerung bei den Non-Captive-Versicherern gehen die Händler am ehesten bei der ERGO, AXA und der Allianz aus.
Captives: Überdurchschnittliche Gesamtzufriedenheit der Händler
Durch die spezifische Ausrichtung auf ihre Händler erzielen Captives insgesamt höhere Gesamtbeurteilungen von ihren Vertriebspartnern. Während 48 % der Händler von der Leistung der Captives insgesamt begeistert sind, erreichen die Non-Captive-Versicherer einen Wert von lediglich 39 %. Dies begründet sich laut der Studie mit den größeren Qualitätsunterschieden bei den freien Versicherungsanbietern aus Händlersicht. “Hier wird deutlich, dass für mache Versicherungsgesellschaften der Automobilhandel immer noch ein reines Mitnahmegeschäft ist, jedoch nicht zu einer strategischen Vertriebspartnerschaft ausgebaut wird”, so Studienleiterin Jennifer Crynen.
Auch in einer Vielzahl einzeln abgefragter Leistungsbereiche überzeugen die Captives stärker als Non-Captive-Anbieter: beispielsweise die Ford Bank, die Banque PSA Finance und HDI / HDI Gerling*. Unter den Non-Captives schneiden diesbezüglich die Anbieter ERGO, AXA und Nürnberger/Garanta am besten ab. Ansprechende Verkaufsmaterialien attestieren die Händler vor allem den Captive-Versicherern Volkswagen Financial Services, Aioi/Toyota Financial Services und der Banque PSA Finance. Unter den Non-Captives werden die Versicherer ERGO und Allianz am besten bewertet.
Was die übergreifende Gesamtzufriedenheit der Händler betrifft, brillieren die Captive-Versicherer (in alphabetischer Reihenfolge) Aioi / Toyota Financial Services, Banque PSA Finance und HDI / HDI Gerling. Unter den Non Captives stechen die Anbieter AXA, ERGO und HUK-Coburg heraus.
*Das Unternehmen HDI / HDI Gerling wurde im Rahmen der Studie mehrheitlich als Partner der Mercedes-Benz Bank bewertet und wird daher in der Pressemitteilung als Captive-Versicherer bezeichnet.




