CSU-Finanzexperte fordert EU-TÜV für Finanzprodukte
(ac) Markus Ferber, Berichterstatter für die Finanzmarktrichtlinie MiFID und Finanzmarktverordnung MiFIR, will hochspekulative Finanzprodukte so regulieren, dass sie bei zu hohem Risiko gar nicht erst auf dem Markt zugelassen werden. „Wir brauchen einen EU-TÜV für Finanzprodukte, angesiedelt bei der Europäischen Wertpapierbehörde (ESMA). So sollen Verbraucher künftig besser vor riskanten Finanzprodukten geschützt werden.“ Ferber plädiert für eine Vorabverbotsmöglichkeit von unlauteren und schädlichen Finanzprodukten und geht damit einen großen Schritt weiter als die Kommission in ihrem Vorschlag. „Es muss möglich sein, dass Produkte die gefährlich werden könnten, schon vorab geprüft und gar nicht erst auf den Markt kommen können.“ Auch Produkte, die bereits auf dem Markt sind, sollen nach Vorstellungen Ferbers durch die ESMA durchleuchtet werden und gegebenenfalls vom Markt genommen werden können.
Unterscheidung in Kategorie Kleinanleger und professionelle Anleger
Der CSU-Finanzexperte betonte weiter, dass vor der Zulassung eines neuen Finanzprodukts auch festgelegt werden müsse, ob es für Kleinanleger oder professionelle Anleger entwickelt wurde. „Der Verbraucher muss künftig besser vor gefährlichen und zu risikobehafteten Finanzprodukten geschützt werden. Deswegen muss sichergestellt sein, dass die Risikoklasse eines Produkts ein angemessenes Verhältnis zu den Bedürfnissen und der Risikobereitschaft des Kunden hat“, so der Europaabgeordnete. Die Beratungen im Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments beginnen im April. Nach dem Ausschussvotum wird mit den Mitgliedstaaten über den endgültigen Text der Richtlinie und Verordnung verhandelt.
Leserkommentare
05.04.12 Bernd Bilbao
Vollkommen richtig !!!!
05.04.12 Bernhard Fox
Man muss nix regulieren. Macht ein Provisionsverbot auf solche Produkte und Sie sind so gut wie weg vom Markt. Soll doch der Vermittler vom Kunden seine Provision als Honorar holen. Dann wirds eng! Eine Bevormundung über Anlagemöglichkeiten ob risikoreich oder -arm brauchen wir nicht. Und wir brauchen wieder Anstand - auch vom Anleger, der Produkte zeichnet, sehr wohl darüber aufgeklärt wird und wenn es schief geht zu seiner Entscheidung steht und nicht vor Gericht zum sabbernden nichtskapierenden Elend mutiert, das vom Vermittler über den Tisch gezogen worden ist, und lügt, dass sich die Balken biegen, nur um seine eigene Entscheidung verlustfrei zu halten.
05.04.12 Gottfried Rudolf
Die Überprüfung sollte so erfolgen, dass dem Vertrieb, also dem Vermittler nur Falschberatung vorgeworfen werden kann, wenn die Risikoklassen, welche für die Produkte festgelegt werden, vom Vermittler, entgegen dem Kundenwunsch und dessen Vorstellungen zu Rendite und Verfügbarkeit der Produkte beurteilt werden.
05.04.12 Frank L. Braun www.mwsbraun.de
Top-Idee, wenn auch EU-weit nicht getrickst werden kann. Nur zum Vorteil der Verbraucher und insbesondere für den Vertrieb, der dann sauber bleiben kann. Es sind ja leider nicht nur die Verbraucher, die Geld verlieren... das kumuliert sich ja beim Vermittler, der diese Tricksereien NIE zuvor erkennen/durchschauen kann und damit meistens hinterher hoffnungslos (mit samt der Familie) verloren geht! Also Glück Auf zu dieser Idee aus Bonn.
Frank L. Braun
N.S. Jeder, der länger im Markt ist, hat das schon mehrfach erlebt. Deshalb habe ich einen Leitfaden zur Beratung gegen Honorar geschrieben, damit FinanzExperten ihr Fachwissen auch ohne Produktvermittlung verkaufen können.
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