Deutsche Anleger zögern bei internationalen Investitionen
(ac) Unsicherheit und Unkenntnis überwiegen bei internationalen Kapitalanlagen. Dies hat das Investmentbarometer von Schroders ergeben. Die Studie hat im dritten Jahr 1.040 Haushalte befragt. Zwar sehen rund die Hälfte (47%) der Befragten China als die ökonomische Supermacht von morgen und fast jeder Zweite (41%) hält es für sinnvoll, dort in den nächsten 24 Monaten zu investieren. Aber nur 7% wollen diese Ansicht auch in die Tat umsetzen. Als Grund für die Nichtberücksichtigung internationaler Kapitalanlagen nennen 54% der Anleger ein zu hohes Risiko. 51% geben an, sich zu wenig auszukennen. Anleger vertrauen indes eher auf den Heimatmarkt: 79% der Befragten waren 2010 überwiegend in Deutschland investiert, 30% in Europa. Als Anlageziel spielen China mit einem Anteil von 3%, Indien (2%), das übrige Asien (3%) sowie Lateinamerika und Russland mit einem Anteil von jeweils 1% nach wie vor eine untergeordnete Rolle.
Angst vor Rezension und Inflation hält an
Wie die Studie festgestellt hat, haben viele Anleger Angst vor einer globalen Rezession und vor inflationsbedingten Wertverlusten. Darin sieht jeweils ein Drittel der Befragten die derzeit größten Risiken. Schroders kommentiert dazu, dass dadurch nicht nur Renditechancen, sondern auch die Risikostreuung in einem breit aufgestellten Portfolio verloren ginge. Überraschend ist, dass dennoch 20% der Anleger das drohende Auseinanderbrechen der Eurozone als derzeit größtes Risiko für Kapitalanlagen betrachten. Schroders liest aus diesem Ergebnis, dass Anleger offenbar Gefahren erkennen, aber nicht entsprechend handeln. Sogar die günstigen Bewertungen in den USA nutzten Anleger nicht. Der Anteil der überwiegend in den USA investierten Anleger ging 2010 von 9% auf 6% zurück. Der Anteil „absolut sicherheitsorientierter“ Privatanleger ist im Jahr 2010 von 70% (2008) auf 79% gestiegen. Der wachsende Wunsch nach Sicherheit spiegelt sich auch in der Produktpräferenz wider: 44% der Befragten investieren über 60% ihres Anlagevermögens in Fest- oder Tagesgeldkonten. Achim Küssner, Geschäftsführer von Schroderts resümiert aus den Ergebnissen des Investmentbarometers, dass die Anleger auf fundierte Beratung und hohe Produktqualität angewiesen sind. Hier liegen die Chancen für unabhängige Vermittler gleichermaßen wie für Produktanbieter.




