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Management & Wissen 31. August 2010

DIA: Fortschritte der ökonomischen Emanzipation

(ac) Noch ist die Benachteiligung von Frauen bei Einkommen und Renten groß. Doch das wird sich ändern, so eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Die Untersuchung beschreibt die sich dynamisch verändernde Rolle der Frau in Wirtschaft und Gesellschaft. Danach werden die ökonomischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Zukunft deutlich schwinden. Die immer bessere Ausbildung und Teilnahme am Arbeitsleben der jüngeren Frauen werden zusammen mit der demografisch bedingten Verknappung von Arbeitskräften zu einem signifikant höheren Einkommen führen. Öffentliche Kinderbetreuung, zurückgehenden Erziehungspausen im Beruf und die damit zunehmende Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden die Gleichheit von Einkommen und Renten zwischen den Geschlechtern stark erhöhen.

Rentenlücke zwischen Männern und Frauen

Derzeit sieht die Wirklichkeit noch anders aus. Europaweit verdienen Frauen 17,4% weniger als Männer, in Deutschland beträgt die Differenz sogar 23%. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Ost und West: In den Neuen Bundesländern beträgt der Einkommensabstand nur 6%, in den alten Bundesländern dagegen 24%. Bei der gesetzlichen Rente setzt sich die bisherige Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern fort, auch hier mit großen Unterschieden zwischen Ost und West. Rentnerinnen aus dem Osten Deutschlands haben meist Vollzeit gearbeitet und damit höhere Rentenanwartschaften erworben. Hier beträgt die durchschnittliche Rentenlücke zwischen den Geschlechtern nur 16%, im Westen dagegen 35%. Auf die gesamte Rentenbezugsdauer macht das bei einer einzelnen Frau aus dem Westen 77.000 Euro aus. Damit summiert sich die geschlechterspezifische Rentenlücke in Deutschland zur Zeit auf 1 Bill. Euro zu Lasten der Frauen. Sie wird in Zukunft deutlich abnehmen.

Frauen aktiv bei Altersvorsorge und Geldanlage

Die repräsentative Befragung des DIA von 1.035 Frauen zwischen 18 und über 70 Jahren im Rahmen der Studie zeigt, dass 80% selbst Verantwortung für ihre Alterssicherung übernehmen: Fast zwei Drittel zahlen Beiträge für die Gesetzliche Rentenversicherung, mehr als die Hälfte spart im Rahmen der privaten Altersvorsorge und mehr als ein Viertel innerhalb der betrieblichen Variante. Auch über die Altersvorsorge hinaus sparen heute fast drei Viertel der Frauen. Sie nutzen dafür Sparkonten oder Versicherungsprodukte (insgesamt 43%) oder legen ihr Geld in Wertpapieren bzw. Fonds oder Immobilien (jeweils 14%) an. Ziele ihrer Spartätigkeit sind zu jeweils 60% finanzielle Unabhängigkeit und die Sicherung des Lebensstandards.

70 bis 80% der Frauen der nächsten Generation werden materiell im Wesentlichen genauso gut gestellt sein wie Männer, so das Resümee von DIA-Sprecher Bernd Katzenstein. Bei Frauen bis 40 sichern eine gute Ausbildung und die fast vollständige Erwerbsorientierung eigene Alterseinkünfte. Wirtschaft und Politik werden Organisationsprozesse, Infrastrukturen, die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen und die sozialen Sicherungssysteme auf diese jüngere Generation von erwerbstätigen Frauen ausrichten müssen, um diese wichtige Ressource für den Arbeitsmarkt nachhaltig nutzen zu können.

Die aktuelle DIA-Studie „Frauen und ihre Altersvorsorge“ kann unter www.dia-vorsorge.de angefordert werden.

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