Kreditversicherung – Makler müssen Firmenkunden auf Zahlungsrisiko hinweisen
(ac) Wer als Makler versäumt, seinen Kunden auf Zahlungsrisiken hinzuweisen, macht sich möglicherweise haftbar. Tritt der Forderungsausfall nämlich ein, drohen Schadenersatzansprüche. Dabei bietet das Betätigungsfeld Kreditversicherung gerade jetzt lukrative Geschäftschancen. Ein Bericht von Andrea Köhnen, Atradius Kreditversicherung
Fast jedes Unternehmen hat eine Feuerversicherung. Aber werden Rechnungen nicht bezahlt, weil es beim Kunden buchstäblich an allen Ecken brennt, stehen mehr als 80% der kleinen und mittelständischen Unternehmen ohne Schutz da. So das Ergebnis einer aktuellen Studie. Ein enormes Potenzial für den Abschluss einer Kreditversicherung. Denn: Auch wenn es mit der Wirtschaft zunehmend wieder bergauf geht, bleiben die Insolvenzzahlen und damit das Risiko von Forderungsausfällen hoch. Wem dies als Makler nicht bewusst ist, geht selbst hohe Risiken ein, und zwar in Bezug auf die Haftung. Denn zum ganzheitlichen Maklermandat bei Firmenkunden gehört auch die Beratung im Hinblick auf Zahlungsrisiken. Wer sich hingegen schlau macht, kann gleich in mehrfacher Hinsicht punkten. Das Kreditversicherungsangebot wird immer vielfältiger. Makler, die diesen Beratungsbedarf beim Kunden erkennen und kompetent beraten, sichern sich Kundenzufriedenheit und neue Einnahmefelder.
Zwischen der Warenlieferung oder der Dienstleistung und ihrer Bezahlung vergehen in der Regel mindestens 30 Tage – im Ausland dauert es häufig noch deutlich länger. Diese Lieferantenkredite sind für Einkäufer von Waren oder Dienstleistungen nach wie vor eine der wichtigsten Kreditformen überhaupt und oft eine kostengünstige Alternative zum Bankkredit. Der Lieferant hingegen hat dabei gerade jetzt oft das Nachsehen. Die Erfahrung zeigt, dass sich das Insolvenzrisiko von Unternehmen im Aufschwung noch einmal erhöht, weil steigende Umsätze nicht finanziert werden können. Die Folge: Abnehmer von Warenlieferungen und Dienstleistungen lassen sich mit der Bezahlung ihrer Rechnungen immer mehr Zeit.
Dass kleine wie große Unternehmen Forderungsausfälle nicht einfach wegstecken, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel. Schon um einen Forderungsverlust von 10.000 Euro zu kompensieren, muss ein Unternehmen mit einer Umsatzrendite von 2,5% einen Mehrumsatz von 400.000 Euro erwirtschaften. Fällt ein großer Kunde komplett aus, ist nicht selten auch die Existenz des Lieferanten ernsthaft gefährdet. Jede vierte Insolvenz in Deutschland ist eine solche Folgeinsolvenz – Tendenz steigend. 2009 erhöhte sich die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen auf rund 33.000 Fälle. Für 2010 und 2011 rechnet der Kreditversicherer Atradius jeweils mit einem weiteren Anstieg von etwa 5%.
Eine Kreditversicherung minimiert das Risiko, dass die Zahlungsunfähigkeit eines Kunden zu Ertragseinbußen oder gar der Folgeinsolvenz des Lieferanten führt. Denn sie erstattet 80 bis 90% der ausstehenden Forderung im Insolvenzfall. Zudem wirkt die Kreditversicherung als Schutzmaßnahme im Vorfeld, denn der Kreditversicherer prüft die Kunden der Versicherten regelmäßig auf ihre derzeitige und künftige Bonität. Die Kreditversicherung meldet also sinnbildlich schon vor dem Brand, wo es brenzlig wird, und spart dem Versicherten damit viel Zeit und Geld. Weitere Informationen zur Funktionsweise der Kreditversicherung gibt es in einer 2-minütigen Video-Animation auf www.atradius.de.




