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„Mehr die Interessen des Anderen vertreten“

Bei den Green Life Versicherungsmaklern wird Nachhaligkeit groß geschrieben. Doch was bedeutet das konkret?Hans-Jürgen Stepbach erklärt es im Interview.


Welchen Ansatz haben Sie, Ihre Ideale in der Branche zu verbreiten?

Wir werden durch unsere Kunden zum Sprachrohr. Zudem legen wir den Fokus darauf, im Unternehmen nachhaltig und generationenübergreifend zu wachsen. Um wirklich durchgreifende Reformen zu erreichen, müsste man an anderen Ecken anfangen, zum Beispiel in der Politik. Ein Veränderungsprozess ist nur wirklich nachhaltig, wenn man sein eigenes Verhalten und sich selbst ändert. Man kann Kunden sensibilisieren, entsprechend Produkte auswählen und letztendlich darüber von innen heraus eine Veränderung auch für eine größere Masse initiieren. Das gilt auch für die Versicherer. Hier wünschen wir uns mehr Ehrlichkeit und Transparenz.

Braucht es für die Vermittlung von nachhaltigen Finanz- und Versicherungsprodukten eine spezielle Ausbildung?

Ich glaube schon. Zum Einen muss man wissen, wie man unterscheidet, welche Produkte wirklich ökologisch nachhaltig sind und welche Kriterien zu Grunde gelegt sind. Zum Anderen muss man wissen, dass verschiedene Produkte ein unterschiedliches Produktdesign haben auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit.
Oftmals ist mit der Vermittlung solcher Produkte eine gewisse Philosophie verbunden, mit der man sich identifizieren muss, will man diese Produkte sinnvoll und nachhaltig vermitteln und den Kunden entsprechend gut beraten. Eine Möglichkeit wäre auch, sich die Kenntnisse über ein Selbststudium anzueignen. Eine Möglichkeit wäre auch die Ausbildung zum Eco-Anlageberater Hier verinnerlicht man vielleicht eher auch die Philosophie nachhaltiger Beratung, sozusagen den „Code of Conduct“, wie man fair und ehrlich berät. . Auch das WWF bietet ein Weiterbildungsprogramm an, das unter dem Titel „Leaders for Sustainable Finance“ einen Schwerpunkt auf faire und nachhaltige Beratung legt. In der berufsschulischen Ausbildung wird der Aspekt nachhaltige Finanz – und Versicherungsprodukte noch gar nicht behandelt.

Ist es denn überhaupt möglich in der Finanzbranche sozial, ethisch und ökologisch nachhaltig zu sein?

Ich glaube, man kann eine Kombination hinbekommen. Dies ist eine Frage der Lebenseinstellung jedes Einzelnen. Ich denke, dass ein funktionierendes Finanz- und Wirtschaftssystem nötig ist für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Wenn jeder ein Stück mehr die Interessen des Anderen, sei es des Kunden oder allgemein seines Gegenübers vertritt und in der Beratung umsetzt, wenn jeder sagen wir 10% seiner Aktivität darauf ausrichtet, dann wird es insgesamt dazu führen, dass wir einen Markt haben, der nicht so sehr in die Schlagzeilen gerät, weil Vermittler provisionsorientiert arbeiten und Versicherer intransparent sind. Dann wird es der Branche insgesamt besser gehen. Imageverbesserung muss beim Makler anfangen. Die Kommunikation muss in der Branche klarer werden. Ansonsten ist unser Markt der schönste, den man sich vorstellen kann.

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