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Management & Wissen 06. Februar 2012

Mittelstand startet zuversichtlich ins Jahr 2012

(ac) Der deutsche Mittelstand blickt zu Jahresbeginn wieder optimistischer in die Zukunft. Das mittelständische Geschäftsklima kletterte im Januar und verzeichnete damit das dritte Vormonatsplus in Folge – normalerweise ein Signal für eine Wende zum konjunkturell Besseren. So lautet die zentrale Botschaft des aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometers. Der Klimaanstieg resultiert aus den im Januar deutlich zuversichtlicheren Geschäftserwartungen der kleinen und mittleren Unternehmen. Trotz der noch immer ungelösten Schuldenkrise und Warnungen vor einer globalen Flaute verbesserten sie sich gegenüber Dezember um 4,9 Zähler und notieren mit +4,6 Saldenpunkten nun wieder im positiven Bereich, nachdem sie zwischen September und Dezember leicht unter die Nulllinie gefallen waren, die für den langfristigen Durchschnitt steht. Die Erwartungsverbesserung fiel sogar so kräftig aus, dass sie die zu Jahresbeginn zurückgegangenen Urteile zur aktuellen Geschäftslage mehr als ausgleichen konnte. Die Verschlechterung der Lageurteile sollte jedoch nicht überbewertet werden, denn sie vollzieht sich auf einem im historischen Vergleich weiterhin außerordentlich hohen Niveau und kommt vor dem Hintergrund der über weite Teile des vergangenen Jahres sinkenden Erwartungen nicht überraschend.

Exportierende Großindustrie berichtet von deutlicher Stimmungsaufhellung

Die Großunternehmen, die in den letzten Monaten 2011 die globale Abkühlung verstärkt gespürt hatten, zeigten sich im Januar wieder deutlich besser gestimmt. Im Unterschied zu den Mittelständlern haben sie nicht nur ihre Erwartungen sondern auch ihre Lageurteile ungewöhnlich stark nach oben korrigiert. Im Ergebnis konnten sie damit beim Geschäftsklima fast wieder zu dem Niveau im Mittelstand aufschließen, nachdem sie in den vier Monaten davor sichtbar abgefallen waren. Besonders die auf die Exportmärkte fokussierte Großindustrie berichtete von einer sehr deutlichen Stimmungsaufhellung.

Abrupte Vertrauensverluste jedoch jederzeit möglich

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, zeigte sich erfreut über die Januar-Ergebnisse der KfW-ifo-Mittelstandsbarometers: „Die Zuversicht im Mittelstand zu Jahresbeginn ist aus konjunktureller Sicht ermutigend und bestätigt uns in unserer im Vergleich zu anderen Instituten merklich optimistischeren Konjunkturprognose für 2012: Wir halten einen kalenderbereinigten BIP-Zuwachs von 1% in diesem Jahr weiterhin für wahrscheinlich.“ Die KfW erwarte, dass es nach einem relativ schwachen Winterhalbjahr zu einer deutlichen Erholung ab dem Frühjahr kommt. „Die kräftige Stimmungsverbesserung in der exportorientierten Industrie ist zudem ein klares Indiz, dass auch die Weltwirtschaft in diesem Jahr nicht ins Bodenlose fallen wird, sondern die Schwächephase möglicherweise sogar bereits zu überwinden beginnt. Auf Seiten der Realwirtschaft sind die Voraussetzungen dafür jedenfalls gut“, so Irsch. Für eine umfassende Entwarnung sei es aber zu früh. „Solange die Schuldenkrise und die damit verbundenen Unsicherheiten nicht überzeugend eingedämmt sind, sind abrupte Vertrauensverluste, weitere Verwerfungen an den Finanz- und Kreditmärkten und damit auch herbe konjunkturelle Rückschläge jederzeit möglich. Aus diesem Grunde müssen die nationale wie die europäische Wirtschaftspolitik weiter hart daran arbeiten, dass die angekündigten Maßnahmen und Reformen beschlossen und vor allem auch umgesetzt werden.“

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