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Assekuranz 27. Oktober 2010

Union Investment: Riester-Sparer verschenkten 2007 knapp eine Milliarde Euro

(ac) Die Zulagenförderung ist neben dem Steuerstundungseffekt der zentrale Baustein der Riester-Rente und wird von der Mehrheit der Riester-Sparer genutzt. Allerdings könnten 56% aller Sparer noch deutlich mehr Geld vom Staat bekommen. Allein im Beitragsjahr 2007 verschenkten die Riester-Sparer rund 977 Mio. Euro an Zulagen. Das entspricht einem Anteil von rund 40% an den maximal erhältlichen Zulagen.

Dies ist ein Ergebnis des diesjährigen „Vorsorgeatlas Deutschland“, der vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg im Auftrag von Union Investment erstellt wurde. In der Studie wird sowohl die Zulagenbeantragung als auch die Zulagenausschöpfung der Riester-Sparer untersucht. Der größte Teil der entgangenen Förderung ist der Untersuchung zufolge darauf zurückzuführen, dass Riester-Sparer den erforderlichen Zulagenantrag erst gar nicht stellten. Für das Jahr 2007 betraf dies im Bundesdurchschnitt rund ein Viertel der Sparer, also knapp drei Millionen Menschen. Dadurch verzichteten sie auf Grund- und Kinderzulagen in Höhe von 664 Mio. Euro. Weitere 313 Mio. Euro an Zulagen wurden aufgrund der mangelnden Ausschöpfung nicht abgerufen. Im Bundesdurchschnitt wurden etwa 40% der beantragten Zulagen nur in gekürzter Form gewährt, da die Sparer nicht den erforderlichen Mindesteigenbeitrag einzahlten. Dieser lag für das Jahr 2007 bei drei Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens des Vorjahres, maximal 1.575 Euro. Im Schnitt erhielten die von der Kürzung betroffenen Riester-Sparer mit 56% gerade einmal etwas mehr als die Hälfte der maximal möglichen Förderung.

Bei der geschlechtsspezifischen Betrachtung zeigt sich, dass Männer mit einer durchschnittlichen Beantragungsquote von 72,1% im Jahr 2008 deutlich häufiger auf Zulagen verzichteten als Frauen. Deren Quote lag mit 76% knapp vier Prozentpunkte höher. Die Aufteilung der Riester-Sparer nach Altersklassen offenbart eine klare Zweiteilung. Während die unter 35-Jährigen häufiger keinen Antrag auf Zulagenförderung stellten, wiesen ältere Vertragsinhaber überdurchschnittliche Beantragungsquoten auf. Auch bei der Ausschöpfung der beantragten Zulagen fallen die jungen Altersklassen vermehrt durch unterdurchschnittliche Quoten auf. Insbesondere die 25– bis 34-Jährigen wiesen im Beitragsjahr 2007 nur sehr geringe Fördersätze auf und verzichteten dadurch auf finanzielle Unterstützung.

Leserkommentare

28.10.10 Hartmut Joerger

Bleibt die Frage, ob mit Einführung der Riester Rente das so mit eingeplant war, dass rund die Hälfte ihre Zulagen nicht abholen.

Riester würde nur dann Sinn machen, wenn sie eine Pflichtversicherung geworden wäre und wenn dieses Produkt ohne Formularien laufen würde.

Das wäre gezeigte Transparenz, Plausibilität, Glaubwürdigkeit und kaufmännisches Gebaren. Aber so, wie die Handhabung ausgestaltet ist, erscheint es mir eher ein Ganovenstück der teilhabenden Nutznießer zu sein.

Don´t worry - be Riesterlos!

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