Versicherungswirtschaft geht neue Wege im Ausbildungsmanagement
(ac) Bereits zum achten Mal befragten der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) und das Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) e.V. ihre Mitgliedsunternehmen zu ihrem Ausbildungsengagement. Den Ergebnissen zu Folge ist die Ausbildungsquote bei den teilnehmenden Unternehmen gegenüber dem Vorjahr wiederum gestiegen: Sie lag 2010 bei 6,9%. Weiterhin gingen durchschnittlich 14,8 Bewerbungen pro Ausbildungsplatz in der Versicherungswirtschaft ein. Die meisten Azubis lassen sich zu Kaufleuten für Versicherungen und Finanzen ausbilden, wobei die Fachrichtung Versicherungen rund 97% wählen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg laut der Umfraeg auch der Anteil derer, die sich für ein ausbildungsintegriertes bzw. duales Studium entschieden von 6,9 auf 7,8%.
Social Media wird mangels Erfahrung noch wenig genutzt
Bei der Gewinnung neuer Auszubildender nutzen Versicherungsunternehmen immer stärker das Internet. Unternehmenswebsite und Internet-Stellenbörsen liegen bei der Rekrutierung vor den Printmedien. Darüber hinaus zählt nach wie vor der persönliche Kontakt: Empfehlungen, Praktika und das weite Feld der Börsen und Messen werden nach wie vor bei der Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs in Anspruch genommen. Zurückhaltung herrscht derzeit laut der Umfrage noch bei der Nutzung von Social Media Kanälen. Nur 12% der befragten Unternehmen nutzen Facebook, Twitter & Co. Allerdings sind 97% der Meinung, dass diese innerhalb der nächsten fünf Jahre wichtig oder sehr wichtig für das Ausbildungsmarketing werden. 38% planen auch bereits, Social Media in diesem Rahmen stärker einzubinden. Bisher geben die meisten jedoch an, dass mangelnde Ressourcen und fehlende Erfahrung sie von einer intensiven Nutzung abhält.
E-Recruiting spart Zeit und Kosten
Auch beim Bewerbungsverfahren machen die Versicherungsunternehmen zunehmend vom Internet Gebrauch: 84 % nutzen E-Recruiting bei der Auswahl ihrer Auszubildenden. Am häufigsten bieten diese Unternehmen die Möglichkeit der Bewerbung per E-Mail an (89 %). Allerdings wird nur bei 8% der gesamte Bewerbungsprozess über ein Online-Bewerbungstool abgewickelt. Viele Bewerber nutzen die Möglichkeit einer elektronischen Bewerbung. Für den Ausbildungsbeginn 2011 erhielten die Versicherungsunternehmen geschätzte 42 % der Bewerbungen in elektronischer Form, 58 % der Bewerbungen gingen jedoch in der klassischen Papierform ein. Die größten Vorteile von E-Recruiting werden von den Umfrageteilnehmern in einer Zeit- und Kostenersparnis gesehen.
Insgesamt gestaltet sich die Suche nach geeigneten Auszubildenden für die Unternehmen weiterhin schwierig. Die meistgenannten Gründe hierfür liegen in der unzureichenden Qualität der Bewerber und der regional schlechten Bewerbungssituation. Nicht zuletzt deshalb wurden sowohl im Innendienst als auch im angestellten Außendienst anteilig mehr Ausgebildete in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen als noch im Jahr 2009. Von den Ausgebildeten, die das Unternehmen verlassen haben, wagte rund ein Drittel den Schritt in den selbständigen Außendienst.
Suche nach Fachkräften wird schwieriger
Die Einsatzfähigkeit der auf dem externen Arbeitsmarkt verfügbaren Kaufleute für Versicherungen und Finanzen wird als befriedigend eingeschätzt. In den kommenden Jahren rechnen die Unternehmen mit einer Verschlechterung der Situation. Die Suche nach geeigneten Fachkräften gestaltet sich ebenfalls immer schwieriger: Während 2007 rd. 74 % der teilnehmenden Unternehmen angaben, ihren Bedarf an Kaufleuten für Versicherungen und Finanzen decken zu können, sind es heute lediglich 66 %. Ebenso erhöhte sich der Anteil derjenigen Unternehmen, die ihren Bedarf an Fachkräften nicht decken können: Rund 9 % der Befragten sind davon betroffen. 2007 waren es 6,4 %. Mehr Details finden sich in der Publikation. Sie steht zum Download auf der Homepage zur Verfügung unter www.bwv.de.
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