Welche Risiken übernimmt eine Wohngebäudeversicherung?
(ac) Die unabhängige Agentur für Versicherungsanalysen Franke und Bornberg hat ihr Rating zur Wohngebäudeversicherung veröffentlicht. Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen darauf, ob die Produkte auf die Bedürfnisse der Versicherten zugeschnitten sind. Insgesamt haben die Experten 267 aktuell am Markt platzierte Tarife eingehend analysiert und dabei große Unterschiede in der Produktqualität und Eignung festgestellt. Der Bau oder Kauf von Wohneigentum ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebens- und Vermögensplanung. Sie verbinden damit eine sichere Geldanlage, einen Teil ihrer Altersvorsorge und den Wunsch, sich eigene Werte zu schaffen. Um dieses Eigentum zu schützen, gehört für jeden Hausbesitzer eine Wohngebäudeversicherun zu den existenziell wichtigen Versicherungen. Doch die Auswahl der richtigen Versicherungspolice wird dadurch erschwert, dass die Leistungsunterschiede in den angebotenen Tarifen beträchtlich sind. Und bei der Wahl der falschen Versicherung gehen Hausbesitzer im Schadenfall existenzbedrohende Risiken ein.
Welche Risiken übernimmt eine gute Wohngebäudeversicherung?
Die meisten Schäden an Wohneigentum entstehen durch Feuer, Leitungswasser oder Sturm und Hagel. Die gute Nachricht: Eine Absicherung dieser Schadensereignisse wird von allen Versicherern angeboten. Andere Schadenarten kommen zwar seltener vor, ihre Auswirkungen können jedoch Hausbesitzer ebenfalls in den finanziellen Ruin treiben. Schäden durch Fahrzeuganprall, Kontamination des Erdreichs oder Rohrbrüche auf dem Grundstück sind längst nicht in jedem Vertrag eingeschlossen. Diese Risiken und Folgekosten sind nicht so präsent und werden daher oft unterschätzt. Und fast niemand schaut genau in die Versicherungsbedingungen, um zu prüfen, welche Gefahren in seiner Versicherung abgesichert sind. Dadurch haben die Anbieter von Wohngebäudeversicherungen leichtes Spiel, Produktschwächen zu verbergen. Diese Schwächen entdeckt nur, wer detailliert das Kleingedruckte analysiert.
Beispiel Dekontamination von Erdreich
Ein Brand beschädigt oder zerstört oft nicht nur das Gebäude. Wenn beim Hausbau spezielle Lackierungen oder beschichtete Baumaterialien verwendet wurden, ist im schlimmsten Fall das Erdreich auf dem Grundstück durch den Brand mit Schadstoffen verunreinigt. Die Hausbesitzer sind dann dazu verpflichtet, den ursprünglichen Zustand des Versicherungsgrundstücks wieder herzustellen, wenn sie eine entsprechende behördliche Auflage erhalten. Die Durchführung einer Dekontamination kann letztlich deutlich teurer werden als der Wiederaufbau des Hauses. Unterschiede im Versicherungsschutz gibt es im Bereich „Dekontamination“ nicht nur in den Entschädigungsgrenzen. Auch die Zeiträume, in denen der Behördenerlass erfolgt sein muss, und die Meldefristen sind in den Versicherungsbedingungen geregelt.Kurze Fristen können dazu führen, dass der Versicherungsnehmer für die anfallenden Kosten keine Versicherungsleistung erhält.
Beispiel Rohrbruch
Eine Versicherungslücke kann entstehen, wenn sich bei der Absicherung der Zu- und Ableitungen auf dem Grundstück die örtliche Wassersatzung und die Versicherungsbedingungen nicht gut ergänzen. Denn in der Wassersatzung ist geregelt, ab welchem Ort die Hauseigentümer bei Schäden verantwortlich sind. Das kann die Grundstücksgrenze sein, aber auch bereits die Abzweigung vom Hauptkanal. In den Versicherungsbedingunge muss analog dazu geregelt sein, dass auch Schäden an Zu-und Ableitungen auf dem Grundstück oder auch außerhalb des Grundstücks versichert sind. Anderenfalls drohen den Versicherten im Falle eines Rohrbruchs erhebliche Kosten, wenn sie die Reparatur aus eigener Tasche bezahlen müssen. In vielen Fällen ziehen Schäden auch weitere Kosten nach sich: Sachverständigenkosten, Aufräumungs- und Abbruchkosten oder auch Hotelkosten, wenn die Immobilie unbewohnbar geworden ist. Auch in den Regelungen, welche dieser Kosten die Versicherung unter welchen Voraussetzungen übernimmt, gibt es viele Unterschiede in den Versicherungsbedingungen der einzelnen Anbieter. Und diese Folgekosten können sich zu hohen Summen aufbauen, die Hausbesitzer mit dem richtigen Versicherungsschutz nicht allein tragen müssen. Erst die genaue Analyse offenbart also die größten Unterschiede in den untersuchten Tarifen zur Wohngebäudeversicherung. Insgesamt haben die Experten von Franke und Bornberg für ihre umfassende Analyse alle Tarife auf 73 verschiedene Leistungsdetails hin untersucht und bewertet. Für alle, die eine neue Wohngebäudeversicherung abschließen wollen, geben die Experten folgende Tipps, worauf man beim Vertragsabschluss achten sollte
Versicherungssumme
Die Versicherungssumme muss so festgelegt sein, dass auch der komplett Wiederaufbau des Hauses – zum Beispiel nach einem Brand – abgesichert ist. Ermittelt der Versicherer die Versicherungssumme, ist der Versicherungsnehmer damit vor Unterversicherung geschützt. Ermittelt er die Summe jedoch selbst mit einem sogenannten „Wertermittlungsbogen“, ist er verantwortlich dafür, dass die Versicherungssumme korrekt berechnet wird. Im Fall einer Unterversicherung – d.h. die Versicherungssumme ist geringer als der tatsächliche Wert der Immobilie–wird bei jedem Schaden die Zahlung der Versicherung anteilig gekürzt. Nebengebäude, Carports oder andere Grundstücksbestandteile sind in der Wohngebäudeversicherung nur dann mit abgesichert, wenn sie auf dem Versicherungsschein aufgeführt sind.
Elementarschäden
Schäden durch Naturgewalten nehmen in Deutschland stark zu. Daru sollte jeder ernsthaft in Erwägung ziehen, zusätzlich eine Elementarschädenversicherung abzuschließen. Denn Schäden, die durch Erdbeben, Erdrutsch oder –senkung, Lawinen, Rückstau, Schneedruck, Überschwemmung und Vulkanausbruch entstehen, sind nicht grundsätzlich Bestandteil einer Wohngebäudeversicherung.
Das komplette Wohngebäuderating und die ausführlichen Bewertungsrichtlinien sind auf der Website von Franke und Bornberg veröffentlicht: www.franke-bornberg.de/ratings/
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