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Arbeiten in der Versicherungswelt von morgen
03. März 2017

Arbeiten in der Versicherungswelt von morgen

Wie beeinflussen Megatrends wie Digitalisierung und Automatisierung die Versicherungswirtschaft? Welche Kompetenzen brauchen die Mitarbeiter in der Assekuranz der Zukunft und werden die Azubis von heute adäquat darauf vorbereitet? Diesen und weiteren Fragen hat sich ein Projekt des BWV e. V. seit April 2016 gewidmet. Nun ist die dazugehörige Studie erschienen.


Wie beeinflussen Megatrends wie Digitalisierung und Automatisierung die Versicherungswirtschaft? Welche Kompetenzen brauchen die Mitarbeiter in der Assekuranz der Zukunft und werden die Azubis von heute adäquat darauf vorbereitet? Diesen und weiteren Fragen hat sich ein Projekt des BWV e. V. seit April 2016 gewidmet. Nun ist die dazugehörige Studie erschienen.


Arbeiten in der Versicherungswelt von morgen

Im Rahmen des Projekts „Kompetenzlabor 2016 – Welche Kompetenzen benötigt die Versicherungswirtschaft künftig?“ hat sich das Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) e. V. gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) eingehend mit den Veränderungsszenarien innerhalb der Versicherungswirtschaft befasst. Die dazugehörige Studie, die nun vorliegt, kommt zu dem Schluss, dass die Big-Data-Analytik und das „Internet der Dinge“ in Zukunft sowohl die größten Herausforderungen als auch die Bereiche mit dem größten Potenzial darstellen.

Versicherungsprodukte werden zu „Erlebniswelten“

Die Produkte der Zukunft zeichnen sich der Studie zufolge durch hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit aus, denn die Entwicklung geht weg von den Versicherungsprodukten hin zu „Erlebniswelten“ für den Kunden. Diese „Erlebniswelten“ werden digital mithilfe von verschiedenen Plattformen angeboten und entwickeln sich thematisch rund um verschiedene versicherungsrelevante Bereiche, wie Mobilität, Gesundheit, Altersvorsorge oder Smart Home. Die „Erlebniswelten“ könnten zukünftig sowohl von Playern aus der Versicherungswirtschaft, aber auch von Wettbewerbern aus anderen Branchen (zum Beispiel IT-Plattformanbietern wie Amazon, Google, Facebook und Co.) angeboten werden. Die künftige Vertriebsform hängt laut Studie maßgeblich von den zukünftig etablierten Geschäftsmodellen ab. Wenn die Wettbewerber aus anderen Branchen zu Hauptanbietern der „Erlebniswelten“ werden, bliebe den Versicherungsunternehmen die Rolle des „Zulieferers von Versicherungsleistungen“.

Unabhängig davon konstatiert die Studie für die Zukunft eine Entwicklung hin zur ganzheitlichen Kundenbetreuung, in der insbesondere Multikanalfähigkeit und schnelle Reaktionszeit an Bedeutung gewinnen werden. Dementsprechend nehmen die Anforderungen an technisches Wissen sowie an Kommunikationsfähigkeit und Flexibilität hinsichtlich der Kundenwünsche zu. Was bedeutet dies für die Arbeit von Beschäftigten in der Versicherungsbranche? Laut Studie wird ihr Fokus zukünftig weniger auf Wissens- und Routinearbeit liegen, stärker werden umfassende Problemlösungskompetenzen gefragt sein. Die wenig greifbare digitale Vernetzung der Zukunft verlangt ein großes Hintergrundwissen, um die Prozesse durchdringen und so selbstständig steuern und gestalten zu können.

Persönliche Beratung stirbt nicht aus

Viele Versicherungsdienstleistungen, die beispielsweise den Kfz-Bereich oder situative Versicherungen abdecken, bedürfen weitgehend keiner Beratung. Allerdings werden beim eher abstrakten Versicherungsschutz, wie beispielsweise bei Altersvorsorge oder Berufsunfähigkeit, weiterhin persönliche Beratungsleistungen benötigt. Die Beratung der Zukunft sollte der Studie zufolge vor allem ganzheitlich und medial gesteuert sein. Und im Rahmen der Beratung sollen die Kunden – in Zukunft genauso wie in der Versicherungswelt von heute – motiviert werden, Vorsorge zu treffen. Zur Unterstützung des persönlichen Beratungsprozesses könnten Assistenzsysteme oder Beratungsroboter an Bedeutung gewinnen.

Werden die künftigen Auszubildenden adäquat auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet? Diesen Fragen widmete sich die Studie ebenfalls, indem detaillierte Mitarbeiterprofile und Kompetenzanforderungen der Zukunft erstellt wurden und die aktuelle Ausbildungsordnung zum Kaufmann für Versicherungen (KFV) damit abgeglichen wurde. Das Ergebnis: Von den in der Studie ermittelten 48 zukünftig notwendigen Teilkompetenzen sind 42 in der aktuellen Ausbildungsordnung berücksichtigt. Die bisher nicht berücksichtigten Kompetenzen betreffen hauptsächlich spezifische IT-Kenntnisse.

Über die Studie

In die Studie zum seit April 2016 laufenden Projekt „Kompetenzlabor 2016 – Welche Kompetenzen benötigt die Versicherungswirtschaft künftig?“ sind neben umfangreicher Literaturrecherche auch die Ergebnisse von Experten-Interviews und -Workshops rund um die Thematik eingeflossen. (ad)





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