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Betriebsrente wichtiger als Zuschuss zum Handyvertrag
08. November 2018

Betriebsrente wichtiger als Zuschuss zum Handyvertrag

Die Betriebsrente steht bei Arbeitnehmern höher im Kurs als andere Vergünstigungen des Arbeitgebers. Die zeigen Umfragen der SIGNAL IDUNA. Geht es nach den Beschäftigten, sollte mehr Geld in die bAV fließen. Informationen über die Förderung für Geringverdiener sind aber noch nicht bei allen Mitarbeitern angekommen.


Geht es nach dem Willen von Arbeitnehmern, sollte mehr Geld in die betriebliche Altersversorgung (bAV) fließen. Wie aus zwei Online-Umfragen von YouGov im Auftrag der SIGNAL IDUNA hervorgeht, ist die Betriebsrente Beschäftigten wichtiger als andere geldwerte Vergünstigungen des Arbeitgebers. Demnach würden sich 55% der befragten Arbeitnehmer für eine Betriebsrente entscheiden, nur 28% dagegen einen Zuschuss zum Fahrgeld, zum Handyvertrag oder vergleichbare Leistungen bevorzugen. 17% haben sich nicht entschieden. Die Ergebnisse unterscheiden sich laut SIGNAL IDUNA in Abhängigkeit vom Einkommen und Alter. Bei einem persönlichen Monatseinkommen zwischen 2.500 und 3.500 Euro favorisieren tendenziell mehr Befragte eine Betriebsrente (80%) als im Durchschnitt. Auch bei den 35- bis 44-Jährigen sprechen sich deutlich mehr (61%) für eine Betriebsrente aus.

Noch nicht alle über Förderung für Geringverdiener informiert

Die Information der Mitarbeiter über die neuen Fördermöglichkeiten für Geringverdiener läuft in den Betrieben an, ist aber noch nicht bei allen angekommen. Gut zehn Monate nach Inkrafttreten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) ist fast jeder vierte Arbeitnehmer in seinem Betrieb über die neue Förderung für Geringverdiener in Kenntnis gesetzt worden. In der Einkommensgruppe zwischen 1.500 und 2.500 Euro sind es sogar 30%. In Firmen mit weniger als 20 Beschäftigten beträgt der Anteil dagegen erst 12%. Hier ist also rund jeder zehnte Mitarbeiter informiert. In Betrieben mit mehr als 1.000 Beschäftigten ist die Information bei etwa vier von 10 Befragten (38%) angekommen. Demgegenüber geben 41% der Unternehmensentscheider an, ihre Mitarbeiter über die Geringverdienerförderung informiert zu haben.

Clemens Vatter, Konzernvorstand der SIGNAL IDUNA und zuständig für die Lebensversicherung, betont: „Dieses Ergebnis zeigt, dass die Information der Arbeitgeber noch nicht bei allen Mitarbeitern angekommen ist.“ Die Arbeitgeber hätten einen hohen Informationsaufwand, um mehr Mitarbeitern zu einer Betriebsrente zu verhelfen.

Kleine Firmen bei Mitarbeiter-Information mehr unterstützen

Vor allem Kleinbetriebe bräuchten mehr Hilfe bei der Information ihrer Beschäftigten. „Hier sollte die Politik mit einer breit angelegten Kampagne eine Grundlage schaffen. Seitens der SIGNAL IDUNA setzen wir künftig neben der Beratung durch unsere Außendienstpartner verstärkt auf digitale Informationsmöglichkeiten für Arbeitnehmer, um Basisinformationen zu geben und Interesse zu wecken“, erklärt Vatter.

Chefs sehen sich selbst nicht ausreichend informiert

Knapp jeder fünfte Unternehmensentscheider, der seine Mitarbeiter noch nicht über die neuen Fördermöglichkeiten für Geringverdiener informiert hat, fühlt sich selbst unzureichend in Kenntnis gesetzt. In kleinen Firmen bis zu 19 Mitarbeitern ist das tendenziell fast jeder dritte befragte Chef. Als weiteres Hemmnis nennen 16% der befragten Entscheider den hohen Verwaltungsaufwand. Dieser stellt in Firmen von 20 bis 49 Mitarbeitern einen tendenziell gewichtigeren Hinderungsgrund dar als in Großbetrieben.

Jeweils 15% der befragten Unternehmensentscheider haben ihre Belegschaft nicht über die Geringverdienerförderung in Kenntnis gesetzt, da sie der Meinung sind, die Investition lohne sich nicht für die Firma oder der Betrieb gebe ohnehin schon sehr viel für seine Mitarbeiter aus. Dieses Argument führen eher Unternehmen über 1.000 Beschäftigten an. „Mit dem Schreckgespenst des hohen Verwaltungsaufwandes sollten wir zügig aufräumen,“ unterstreicht Vatter. Mithilfe der Digitalisierung sei eine schlanke Verwaltung möglich. (tk)





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