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Die zweite InsurTech-Welle rollt an – Finanzierungskrise droht
12. Dezember 2017

Die zweite InsurTech-Welle rollt an – Finanzierungskrise droht

Die InsurTech-Gründungswelle ist ungebrochen: Insgesamt 110 neue InsurTechs sind in Deutschland zu verzeichnen. Eine Umfrage unter den Gründern zeigt jedoch, dass es oft Engpässe in der Anschlussfinanzierung gibt. Dies sind die Ergebnisse des InsurTech-Radars 2017 von Oliver Wyman und Policen Direkt.


Mit ihrem zweiten InsurTech-Radar Deutschland 2017 beleuchten Oliver Wyman und Policen Direkt die Entwicklungen des deutschen InsurTech-Markts. Das Ergebnis: Die deutsche InsurTech-Szene wächst und reift. Trotzdem sind echte Innovationen rar gesät und vielen Gründern drohen Finanzierungsklemmen. Insgesamt 110 Geschäftsmodelle von Start-ups der InsurTechs wurden in der Studie untersucht.

Echte Disruption die Ausnahme

Der Blick auf die Verteilung der InsurTechs entlang der Wertschöpfungskette zeigt: Vertriebsmodelle (2017: 40%; 2016: 63%) überwiegen noch immer, doch die Aktivitäten in den Bereichen Betrieb (2017: 38%; 2016: 21%) und Angebot (2017: 22%; 2016: 16%) nehmen zu. Einige attraktive, jedoch komplexe Geschäftsmodelle würden laut Studie von vielen InsurTechs jedoch nicht beachtet werden. Echte Disruption bleibe noch die Ausnahme: So würden volldigitale Versicherungsunternehmen – sogenannte digitale „Full-Stack-Carrier“ – eher stagnieren.

Finanzierungsengpässe

Bei den InsurTechs hat es laut Studie bereits erste Marktaustritte gegeben – die Studienautoren sehen damit Indizien für einen beginnenden Shake-out. Eine flankierende Umfrage unter den deutschen InsurTech-Gründern zeigt einen der Faktoren für diese Entwicklung auf: Es gibt häufig finanzielle Engpässe. So seien größere Anschlussfinanzierungen zunehmend schwieriger, wobei Geld aus den Händen von Primärversicherern bei den meisten Jungunternehmern eher verpönt sei. Rückversicherer dagegen seien als Investoren willkommen. Das Potenzial der aktuellen Investorenlandschaft genüge nicht, so die Studienautoren. Auch von staatlicher Seite gebe es verglichen mit anderen Ländern derzeit noch zu wenig Unterstützung. Rund 70% der Gründer halten laut Umfrage die staatliche Förderung in Deutschland für nicht ausreichend. Sie fürchten, Deutschland könne so vor allem im Vergleich zu den USA den Anschluss verlieren. (sg)





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