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ETF-Anleger verschenken Millionen durch die falsche Produktauswahl
09. November 2018

ETF-Anleger verschenken Millionen durch die falsche Produktauswahl

ETFs auf ein und demselben Index unterscheiden sich nur durch die unterschiedlichen Kosten und durch die physische oder synthetische Nachbildung. So lautet die landläufige Meinung. Die Quirin Privatbank widerspricht nun. Demnach gibt es noch deutlich mehr Einflussfaktoren auf die Performance von ETFs.


Über 20 Mrd. Euro haben Privatanleger in Deutschland in ETFs investiert. Allein im vergangenen Jahr hat das Volumen um mehr als ein Drittel zugelegt. Damit hält der Boom dieser kostengünstigen passiven Investments an. „Doch bei der Auswahl der besonders beliebten ETF-Aktienfonds machen Anleger regelmäßig Fehler“, erklärt Kai Hattwich, Portfolio Manager und ETF-Experte der Quirin Privatbank:

Kostenquote ist nicht alles

„Die Anleger verschenken auf diese Weise jährlich Erträge in Millionenhöhe“, meint Hattwich. So gehen viele bei der ETF-Auswahl laut Hattwich davon aus, dass bei mehreren Angeboten für den gleichen Aktien-Index derjenige ETF mit der günstigsten Kostenquote, kurz TER, am lukrativsten ist. Das gehe aber längst nicht weit genug. „Die TER-Kostenquote bildet nur etwa ein Drittel der Kriterien ab, welche für die Höhe der ETF-Renditen entscheidend sind“, so Hattwich- Die TER habe auf die Wertentwicklung von Aktien-ETFs nur einen Einfluss von rund 50%.

Transaktionskosten nicht berücksichtigt

Tatsächlich erfasse die TER nicht alle Kostenfaktoren eines ETFs. „Nur die Vergütung für die Depotbank sowie Verwaltungsgebühren sind bei diesem Wert berücksichtigt, nicht aber die ebenfalls wichtigen Transaktionskosten im ETF“, erläutert Hattwich. Die Rendite eines ETF wird außerdem stark beeinflusst durch die Erträge aus Tauschgeschäften (Swaps) sowie aus der Verleihung von Wertpapieren, die ETFs häufig mit ihrem Aktienbestand praktizieren. Ebenso sei zu berücksichtigen, ob es Maßnahmen des ETF zur Optimierung der Dividenden gibt und wie erfolgreich diese sind.

Langfristiges Sparpotenzial

Um all diese Einflussfaktoren zu erfassen, ermittelt die Quirin Privatbank bei der Auswahl von ETFs regelmäßig die Renditedifferenz, die sie gegenüber ihrem jeweiligen Index haben. Sie offenbart, wie gut oder schlecht ein ETF im Verhältnis zu seinem Referenzindex läuft. Bei Dax-ETFs ergaben sich in den vergangenen zehn Jahren zum Beispiel Renditeunterschiede von 6,6 Prozentpunkten zwischen dem besten und dem schlechtesten ETF. Bei einer Anlage von 50.000 Euro mach das 3.300 Euro aus. Bei ETFs auf den EURO STOXX 50 liegt die Differenz der Anlegerrendite zwischen dem besten und dem schlechtesten ETF immerhin noch bei 2.300 Euro in zehn Jahren. (mh)





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