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Frauen bleiben im Vertrieb unterrepräsentiert
20. Juni 2014

Frauen bleiben im Vertrieb unterrepräsentiert

Luiza T. Savu-Bürger leitet seit kurzem den Vertrieb der AXA Assistance Deutschland GmbH. Damit bekleidet sie, die vorher bereits die Ressorts Marketing und Kundenkommunikation führte, als eine von wenigen Frauen in der Branche eine Position der 1. Führungsebene. Insgesamt sind in der Geschäftsleitung des Unternehmens gleich vier Frauen vertreten, während ihr Anteil in den Vorständen/Geschäftsführungen aller Versicherer nach aktuellen Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) nur 8,6% beträgt. Über 50% der Unternehmen hatten 2013 immer noch keine einzige Frau im Vorstand.


Luiza T. Savu-Bürger leitet seit kurzem den Vertrieb der AXA Assistance Deutschland GmbH. Damit bekleidet sie, die vorher bereits die Ressorts Marketing und Kundenkommunikation führte, als eine von wenigen Frauen in der Branche eine Position der 1. Führungsebene. Insgesamt sind in der Geschäftsleitung des Unternehmens gleich vier Frauen vertreten, während ihr Anteil in den Vorständen/Geschäftsführungen aller Versicherer nach aktuellen Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) nur 8,6% beträgt. Über 50% der Unternehmen hatten 2013 immer noch keine einzige Frau im Vorstand.


Frauen bleiben im Vertrieb unterrepräsentiert

Mit „Frauen in Führung“ beschäftigt sich regelmäßig auch der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland e.V. (AGV). Die Ergebnisse einer im letzten Jahr durchgeführten Erhebung sowie eines Workshops von Vorständen, Führungskräften und Selbstständigen wurden nun in einer 20-seitigen Broschüre veröffentlicht. Die Broschüre kann auf www.agv-vers.de heruntergeladen werden. Weitere Inhalte sind die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ sowie „Frauen im Vertrieb“. Hier ist der Status quo immer noch ernüchternd: 20,8% der im Außendienst Beschäftigten sind nach aktuellen AGV-Angaben weiblich, gegenüber ca. 55% im Innendienst. Bei den leitenden Vertriebsangestellten sinkt ihr Anteil sogar auf 4,1%.

Als größte Hemmnisse, die einer Vertriebstätigkeit in der Versicherungsbranche entgegenstehen, wurden identifiziert:

  • die unstetigen Arbeitszeiten (Abendstunden in Verbindung mit hohem Reiseaufkommen)
  • die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • die männlich geprägte Wettkampfkultur
  • das Image des Berufsbildes und
  • die erfolgsabhängige Vergütung.

Die Broschüre stellt einige in der Unternehmenspraxis gewonnene Erfahrungen vor: Gerade Beruf und Familie könnten in einer Vertriebstätigkeit ohne feste Arbeitszeiten gut vereinbart werden. Auch Teilzeitmodelle seien umsetzbar. So ergab ein Testfeld bei der Allianz Deutschland AG, dass für Leitende der Ebene 2 ein Jobsharing auf Basis 70/70 praktikabel ist. Auf Spezialistenebene sei eine Teilzeittätigkeit mit zwei bis drei vollen Arbeitstagen gut möglich.

Weiterhin werden Ansätze aufgezeigt, Frauen für vakante Positionen zu gewinnen, denn durch eine frauenspezifische Bewerberansprache Rollenvorbilder zu installieren, sei der langfristig erfolgversprechendste Ansatz. Netzwerke und Mentoringprogramme zu installieren, könnten ebenfalls empfohlen werden, um den Frauenanteil im Vertrieb zu erhöhen. Unabhängig von der Ebene immer eine Frau im Kandidatenpool zu haben, würde die Situation auch kurzfristig positiv verändern.

Denn neben der demografischen Notwendigkeit, mehr Frauen zu rekrutieren, brächten sie mit ihrer Kompetenz, Kommunikationsstärke, Kundenorientierung und Zuverlässigkeit Erfolgsfaktoren mit, auf die der Vertrieb nicht länger verzichten sollte. Sie könnten auch dazu beitragen, das Branchenimage zu verbessern, wie die Studie „Frauen im Versicherungsvertrieb – Was sagen die Privatkunden dazu?“ der Universität Köln zeigt.

Text: Stefanie Steible





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