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GKV-Versicherte berappen pro Jahr 448 Euro an Zuzahlungen
08. September 2017

GKV-Versicherte berappen pro Jahr 448 Euro an Zuzahlungen

Im Schnitt 448 Euro geben gesetzlich Krankenversicherte pro Jahr zusätzlich zu ihrem Versicherungsbeitrag für Gesundheitsleistungen aus. Damit sind die Zuzahlungen seit 2012 um 30% gestiegen, wie eine Studie der Continentale zeigt. Die Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung war aber zugleich noch nie so hoch.


Im Rahmen einer Befragung hat die Continentale Krankenversicherung beleuchtet, wie viel Versicherte pro Jahr an Zu- oder Selbstzahlungen für medizinische Behandlungen ausgeben. Wie die die Ergebnisse zeigen, zahlen gesetzlich Krankenversicherte pro Jahr durchschnittlich 448 Euro zusätzlich zu ihrem Versicherungsbeitrag aus eigener Tasche für Gesundheitsleistungen. Damit sind die Zuzahlungen binnen fünf Jahren um 30% gestiegen - im Jahr 2012 waren es noch durchschnittlich 344 Euro. Nach Angaben der Continentale macht sich der Anstieg der Kosten bei den Zuzahlungen bemerkbar: Rund ein Drittel der gesetzlich Krankenversicherten habe im vergangenen Jahr Behandlungen wegen der Kosten nicht durchführen lassen oder verschoben.

Zuzahlungen betreffen vor allem Altersgruppe ab 60 Jahren

Besonders ältere Menschen ab 60 Jahren sind von Selbst- und Zuzahlungen betroffen, denn sie bezahlen durchschnittlich sogar 577 Euro aus eigener Tasche. Insgesamt leisten neun von zehn gesetzlich Versicherten Zu- oder Selbstzahlungen.

Besonders Apotheken- und Zahnarztbesuche schlagen zu Buche

Laut Umfrage zahlen die GKV-Versicherten am häufigsten in der Apotheke selbst: 75% der gesetzlich Versicherten kommen hier selbst für die anfallenden Kosten auf und geben im Schnitt jährlich 153 Euro aus eigener Tasche aus. Bei Zahnärzten zahlen 59% der Versicherten selbst etwas dazu, hier fallen im Schnitt sogar 390 Euro an. Beim Heilpraktiker haben gesetzlich Versicherte in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt 290 Euro selbst bezahlt, für Physiotherapie 144 Euro, im Krankenhaus 139 Euro und beim Haus- oder Facharzt 126 Euro.

In den allgemeinen Durchschnittswert der Zuzahlungen wurden in der Studie die Zahlungen für Brillen und andere Sehhilfen nicht eingerechnet. Dazu erklärt die Continentale, dass es nicht möglich sei, eindeutig zwischen medizinisch notwendigen Ausgaben und denjenigen Kosten zu differenzieren, die eher einen kosmetischen oder modischen Charakter hätten.

Zufriedenheit mit Gesundheitswesen hoch wie nie

Wie die Befragung außerdem ergeben hat, waren die Menschen noch nie zufriedener mit dem Gesundheitswesen. 76% der GKV-Versicherten sind mit der Leistung, 66% mit dem Preis zufrieden. 89% halten die medizinische Versorgung in Deutschland für gut oder sehr gut. 95% würden sich im Krankheitsfall nicht nur aus persönlichen, sondern auch aus rein medizinischen Gründen am liebsten in Deutschland behandeln lassen. (tk)





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