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Jeder zweite Deutsche hält die Börse für ein Spielcasino
30. November 2017

Jeder zweite Deutsche hält die Börse für ein Spielcasino

Ist die Börse so riskant wie ein Spielcasino? Dieser Meinung ist laut einer aktuellen Umfrage im Rahmen des AXA Deutschlandreport 2017 die Mehrheit der Deutschen. Statt nach Renditen sehnen sich die Bundesbürger nach wie vor lieber nach Garantien.


Vier von zehn erwachsenen Bundesbürgern würden gern Geld an der Börse anlegen, klagen aber über fehlendes Wissen. 58% der Deutschen glauben zudem, dass sie mit einer Geldanlage an der Börse unkontrollierbare Risiken eingehen. Fast die Hälfte ist sogar der Meinung, dass Geldanlage an der Börse genauso riskant ist wie ins Spielcasino zu gehen. Fast die Hälfte aller Bundesbürger schätzt die Wahrscheinlichkeit auf mindestens 50%, dass man mit Aktien an der Börse auch nach 20 Jahren Anlagedauer weniger bekommt, als investiert wurde.

Fakten vs. Mythen

„Mythen statt Fakten dominieren die Vorstellung von der Börse, weshalb sich die Deutschen viele Chancen verbauen“, kommentiert Dr. Patrick Dahmen, verantwortlich für das Lebensversicherungsgeschäft im Vorstand der AXA Konzern AG, diese Ergebnisse der neuen Fokusbefragung im Rahmen des AXA Deutschlandreport 2017.

Sehnsucht nach Garantien

Mit der Realität hat diese Einschätzung wenig zu tun. Analysen des Deutschen Aktieninstituts zufolge hat es seit 1965 noch nie einen einzigen 20-Jahres-Zeitraum mit einem Verlust für ein Portfolio aus Dax-Aktien gegeben. Vielmehr waren in der Regel Renditen deutlich über der Inflationsrate und sogar oft zweistellig möglich. Wie groß trotz solcher Fakten die Furcht vor Verlusten ist, zeigt ein weiteres Ergebnis der AXA Fokusbefragung. Demnach wären 54% aller Deutschen dazu bereit, an der Börse zu investieren, wenn es eine Garantie für das eingesetzte Kapital gibt. Jeder Dritte ist aber nicht bereit, für eine solche Garantie etwas zu bezahlen.

Große Unterschiede

Die Befragung offenbart große Unterschiede zwischen Altersgruppen, Geschlechtern und Regionen. Der Aussage „Geld an der Börse anzulegen, lehne ich aus Prinzip ab“ stimmen immer noch bundesweit drei von zehn Erwachsenen zu. Während es aber in Hamburg und Bayern nur 21% sind, sind es in Thüringen 44%. Zwar will kaum jemand die Börse als unseriös bezeichnen. Mit nur 14% wird diese Meinung bundesweit nur sehr selten vertreten. Stark dominiert dagegen das Gefühl, dass „Geldanlage an der Börse nur etwas für Experten ist.“ Sechs von zehn Befragten sind dieser Meinung, in Thüringen sogar sieben von zehn. Frauen schließen sich dieser Meinung mit 64% deutlich häufiger als Männer an (55%). Gleiches gilt für die über 55-Jährigen (68%) im Vergleich zu den unter 55-Jährigen (54%).

Ältere vertrauen stärker Glück

Als wichtigstes Kriterium für gute Anlageergebnisse nennen die Deutschen ein gutes Anlageprodukt. 85% halten das für wichtig oder gar sehr wichtig. An zweiter Stelle steht Geduld (83%). Schlicht an Glück glauben bundesweit 61%. Dabei vertrauen die Älteren jedoch intensiver auf ihr Glück bei der Geldanlage als die Jüngeren. Fast jeder dritte der über 55-Jährigen stuft Glück sogar als sehr wichtig für gute Anlageergebnisse ein. Unter den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren teilen nur halb so viele diese Einschätzung. (mh)





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