Mehrheit fühlt sich zu Pflegethemen schlecht informiert | AssCompact - Nachrichten
AssCompact - Facebook AssCompact - Google+ AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Mehrheit fühlt sich zu Pflegethemen schlecht informiert
30. September 2015

Mehrheit fühlt sich zu Pflegethemen schlecht informiert

Obwohl die meisten Menschen in ihrem Bekannten- oder Familienkreis mit dem Thema Pflegebedürftigkeit konfrontiert sind, würden sie es einer DKV-Pflegestudie zufolge am liebsten verdrängen. Folglich haben wenige für den Fall der eigenen Pflegebedürftigkeit vorgesorgt. Wohl auch, weil sich viele zu Pflegethemen schlecht informiert fühlen.


Für die meisten Menschen ist Pflegebedürftigkeit eine Bedrohung, vor der sie die Augen verschließen. Fast zwei Drittel sagen, dass sie Themen wie schwere Krankheit und Pflege am liebsten verdrängen. Das zeigen Daten aus der Pflegestudie der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Besonders jüngere Menschen geben demnach zu, dass sie sich mit der Pflege nicht gerne beschäftigen. Fast drei Viertel der 30- bis 39-Jährigen verdrängen nach eigenen Äußerungen dieses Thema. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die man schon in jüngeren Jahren in Sachen Pflege regeln kann. Dazu gehört die Vorsorge für den Fall, dass man sich nicht mehr selbst äußern kann: mit Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Viele Menschen kennen diese Dokumente und ihre Bedeutung. „93% der Befragten finden es wichtig, diese Papiere für sich anzufertigen“, sagt Alexander Winkler, Pflegeexperte der DKV, „aber nur zwischen 20 und 25% haben das auch wirklich schon getan.“

Große Ängste – kleines Wissen

Dennoch beschäftigen sich viele Menschen in ihrem Alltag und gedanklich mit dem Thema: Zwei Drittel aller Befragten haben bereits Erfahrungen mit Pflegebedürftigkeit in der Familie oder bei Bekannten gemacht, fast ein Fünftel hat aktuell einen Pflegefall im eigenen Umfeld, 6% pflegen einen Angehörigen.

Außerdem haben nahezu drei Viertel der Frauen und zwei Drittel der befragten Männer Angst, dass ein naher Angehöriger pflegebedürftig werden könnte. Etwas weniger verbreitet ist der Umfrage zufolge die Befürchtung, selbst eine schwere Krankheit zu bekommen oder ein Pflegefall zu werden.

Was die Einschätzung des eigenen Wissens angeht, trauen sich die Befragten der DKV-Pflegestudie erstaunlich wenig zu. Etwa zwei Drittel sind der Meinung, sie hätten nur geringe oder gar keine Kenntnisse in Sachen Pflegeversicherung. Die große Mehrheit fühlt sich zu Pflegethemen nur mittelmäßig bis gar nicht informiert. (ad)

Über die Studie

Für die Pflegestudie der DKV Deutsche Krankenversicherung hat das Marktforschungsinstitut Heute und Morgen 2.000 Menschen repräsentativ befragt.

Siehe zum Thema auch


Kommentare

von Heinrich Bockholt am 01.10.2015 um 08:58 Uhr
Mit der Pflegeversicherung und der Pflege selbst beschäftigt man sich erst zu spät, weil man sie, wie richtig festgestellt wurde, verdrängt. Dann wird es leider sehr teuer.
Spätestens ab dem 60. Lebensjahr sollte man eine Rechtsschutzversicherung mit dem Gebiet Sozialgerichtsbarkeit besitzen, um seine Ansprüche gegen Krankenkassen, medizinischen Dienst usw. auch durchsetzen zu können. Sonst ist man arm dran im wahrsten Sinn der Wortes.
MfG Prof. H. Bockholt, Koblenz



AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.