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Pensionsverpflichtungen deutscher Unternehmen stark angestiegen
19. Februar 2015

Pensionsverpflichtungen deutscher Unternehmen stark angestiegen

Die niedrigen Zinsen setzen nicht nur Kleinsparern, sondern auch den Pensionsverpflichtungen deutscher Unternehmen zu. Diese sind unter anderem aufgrund des gesunkenen Rechnungszinses 2014 deutlich angestiegen. Zudem hat sich die Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen verschlechtert.


Die niedrigen Zinsen setzen nicht nur Kleinsparern, sondern auch den Pensionsverpflichtungen deutscher Unternehmen zu. Diese sind unter anderem aufgrund des gesunkenen Rechnungszinses 2014 deutlich angestiegen. Zudem hat sich die Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen verschlechtert.


Pensionsverpflichtungen deutscher Unternehmen stark angestiegen

Laut der Modellberechnung „German Pension Finance Watch“ des Beratungsunternehmens Towers Watson sind die Pensionsverpflichtungen der Dax-Konzerne 2014 um knapp ein Drittel auf 392 Mrd. Euro gestiegen. Die Pensionsverpflichtungen der im MDax gelisteten Unternehmen erhöhten sich ähnlich stark von 50,4 auf 65,2 Mrd. Euro. Als Grund für den starken Anstieg nennt Towers Watson vor allem den Verfall des Rechnungszinses. Dieser hat schließlich zentrale Bedeutung für die Pensionsverpflichtungen, denn er dient als Berechnungsbasis der Pensionsverpflichtungen aus den zukünftig erwarteten Auszahlungen an die Betriebsrentner.

Rechungszinsverfall setzt Pensionen zu

Insgesamt fiel der Rechnungszins im Jahresverlauf 2014 um 155 Basispunkte auf 2,10%. Ende 2013 lag der Wert noch bei 3,65%. Im vierten Quartal 2014 hat sich die Abwärtsdynamik zudem verschärft. Allein in den letzten drei Monaten des Kalenderjahres fiel der Rechnungszins um 59 Basispunkte, nach einem Minus von 38 Zählen im Vorquartal. Die Pensionsverpflichtungen der 30 Dax-Konzerne legten im Schlussquartal 2014 genauso wie die der MDax-Konzerne um 9,5% zu. Allein im Vergleich zum dritten Quartal 2014 stellte Towers Watson einen Anstieg um jeweils rund 3,2 Prozentpunkte fest.

Sinkende Ausfinanzierungsgrade

Die niedrigen Zinsen haben zudem sinkende Ausfinanzierungsgrade der Planvermögen zur Folge. Das Verhältnis zwischen Pensionsverpflichtungen und den zurückgestellten Finanzmitteln hat sich 2014 verschlechtert. Ende des Kalenderjahres wiesen die Dax-Unternehmen einen Ausfinanzierungsgrad von 55% auf, und damit 11 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Das Planvermögen der MDax-Mitgliedsunternehmen fiel im gleichen Zeitraum um 8 Prozentpunkte auf 43%.

Robustes Wachstum der Planvermögen

Ihre Planvermögen haben die 80 wichtigsten deutschen Börsenunternehmen aber auch im bestehenden Niedrigzinsumfeld weiter erhöht. So stiegen die Pensionsrückstellungen der Dax-Konzern im Verlauf des Kalenderjahres um 8% auf 213,5 Mrd. Euro. Das Planvermögen MDax-Mitglieder stieg ebenfalls um 8% auf nunmehr 28,0 Mrd. Euro. Laut Towers Watson ist zudem davon auszugehen, dass die Planvermögen über die hochgerechneten Werte hinaus erheblich zulegen konnten. Grund seien unter anderem hohe Renditen, die die Unternehmen für ihre Pensionsvermögen erzielen konnten. So betrug die Rendite auf das Planvermögen bei den MDax-Unternehmen der Untersuchung zufolge knapp 10%, bei den Dax-Mitgliedern sogar etwas mehr als 10%. (mh)




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