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Schuldenbarometer 2015: Privatinsolvenzen sinken um 6,4%
04. März 2016

Schuldenbarometer 2015: Privatinsolvenzen sinken um 6,4%

Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland sinkt weiter. 2015 mussten 107.919 Bundesbürger eine private Insolvenz anmelden. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dieser Wert einem Rückgang um 6,4%. So lauten die zentralen Ergebnisse aus der Studie „Schuldenbarometer 2015“ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.


Laut Ergebnissen der Studie „Schuldenbarometer 2015“ der Hamburger Bürgel GmbH mussten 2015 insgesamt 107.919 Privatpersonen und ehemals Selbstständige Privatinsolvenz anmelden. Damit seien private Insolvenzen das fünfte Jahr in Folge rückläufig und hätten den niedrigsten Stand seit 2005 erreicht, als knapp 100.000 Privatinsolvenzen angemeldet wurden. Die Wirtschaftsauskunftei Bürgel geht für das Jahr 2016 von weiter sinkenden Zahlen bei den Privatinsolvenzen aus und rechnet zum Jahresende mit rund 100.000 Insolvenzen.

Drei Faktoren für niedrige Privatinsolvenzen verantwortlich

Es gibt in Deutschland drei Faktoren, die für den niedrigen Stand bei den Privatinsolvenzen verantwortlich sind. Hauptursache für den erneuten Rückgang bei den Privatinsolvenzen ist die weiterhin niedrige Arbeitslosenquote, die als Hauptauslöser Nummer eins für eine Privatinsolvenz gilt. Zudem gibt es zwei begleitende Effekte, die sich positiv für die Privatpersonen auswirken. Zum einen hat sich die Einkommenssituation der Bürger – auch durch relativ hohe Tarifabschlüsse – verbessert. Zum anderen wird die Inflation, die 2015 bei 0,3% lag, auf einem niedrigen Niveau bleiben. Folglich werden die Bundesbürger auch real spürbar mehr in ihren Geldbörsen haben.

Privatinsolvenzen bei Senioren gestiegen

Die Altersgruppe der Bundesbürger „61 Jahre und älter“ wird zunehmend von dem Trend sinkender Zahlen bei den Privatinsolvenzen ausgeklammert. 2015 sind die Privatinsolvenzen bei den Senioren das 4. Mal in Folge angestiegen. Nach den starken Anstiegen in den letzten Jahren (2012: +1,2%, 2013: +8,4%, 2014: +13,9%) nahmen die Fallzahlen in der Altersgruppe „61 Jahre und älter“ um 0,6% zu (10.751 Fälle). Der Grund für die steigende Anzahl von Privatinsolvenzen in der Gruppe der Senioren liegt häufig im unzureichenden Einkommen. Folglich gerät diese Altersgruppe zunehmend in finanzielle Notlagen. Viele dieser Bürger sind auf eine Grundsicherung angewiesen. Um finanziellen Engpässen und Schulden zu begegnen, haben in den letzten Jahren zudem Senioren vermehrt Minijobs angenommen. Helfen diese Maßnahmen nicht und wird die finanzielle Notlage zu groß, mündet die Situation oftmals in eine Privatinsolvenz. Die Ursachen für Altersarmut und Privatinsolvenzen der Gruppe „61 Jahre und älter“ liegen auch im sinkenden Rentenniveau und steigender Besteuerung begründet.

Mehr Männer als Frauen insolvent

Wie schon in den letzten Jahren ist der Anteil von Männern an der Privatinsolvenzstatistik höher als der von Frauen. Dies bezieht sich sowohl auf die absoluten als auch auf die relativen Zahlen. Während der relative Wert im Bundesdurchschnitt 133 Fälle je 100.000 Einwohner ausmacht, verantworteten männliche Bundesbürger im Jahr 2015 159 Privatpleiten je 100.000 Einwohner (absolut: 63.273 Fälle). Dem gegenüber stehen 44.646 Frauen, die eine private Insolvenz anmelden mussten. Anders ausgedrückt wurden im vergangenen Jahr – weit unter dem Bundesdurchschnitt – 108 Frauen unter 100.000 Bürgern zahlungsunfähig.

„Big Six“ Ursachen für Privatinsolvenzen

Es gibt sechs Hauptursachen („Big Six“), die immer wieder Erwähnung finden, wenn es um die Ursachen oder die Gründe von Privatinsolvenzen geht. Zu den Gründen gehören Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstständigkeit, ein zum Einkommen unpassendes Konsumverhalten, Veränderungen in der familiären Situation wie Scheidung bzw. Trennung und Krankheit. Der überwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz steht vor allem bei Kreditinstituten, Versandhändlern, Versicherungen, Behörden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften in der Kreide. (sg)





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