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So unterschiedlich finanzieren die Deutschen ihre Immobilien
18. Oktober 2017

So unterschiedlich finanzieren die Deutschen ihre Immobilien

Dank der niedrigen Zinsen sind Baufinanzierungen in Deutschland so gefragt wie nie. Allerdings gibt es vor allem regional deutliche Unterschiede im Finanzierungsverhalten. Das zeigt die aktuelle Bundesländer-Analyse des Finanzdienstleisters Dr. Klein.


Hamburger nehmen für die Finanzierung ihrer Immobilie im Durchschnitt einen Kredit in Höhe von 341.000 Euro auf. Damit sind sie deutschlandweit der klare Spitzenreiter in der Bundesländer-Analyse 2016 des Finanzdienstleisters Dr. Klein. Die höchsten Kredite leisten sich in Hamburg Freiberufler. Sie liegen bei durchschnittlich 391.000 Euro. Arbeiter und Angestellte nutzen mit 275.000 Euro deutlich weniger Fremdkapital. In Sachsen-Anhalt nehmen Wohnungskäufer und Hausbauer mit 173.000 Euro hingegen im Schnitt nur etwa halb sie viel auf wie in Hamburg. Zusammen mit Thüringen (148.000 Euro) ist Sachsen-Anhalt zudem das einzige Bundesland, in dem die Kreditsumme unter der Marke von 200.000 Euro liegt.

So unterschiedlich finanzieren die Deutschen ihre Immobilien
Gefälle zwischen Ost und West

Auch ein Gefälle zwischen Ost und West ist weiterhin erkennbar. Verglichen mit den östlichen Bundesländern nimmt der Westdeutsche unterm Strich wesentlich mehr Fremdkapital in die Hand, um seine Immobilie zu finanzieren. Im Osten Deutschlands liegt die Kreditsumme im Schnitt bei 228.000 Euro, im Westen sind es 266.000 Euro. Bayern durchbricht wie Hamburg sogar die Marke von 300.000 Euro. In Baden-Württemberg liegt sie mit 294.000 Euro nur knapp darunter. Westdeutscher Ausreißer nach unten ist das Saarland mit einer durchschnittlichen Finanzierungssumme von 206.000 Euro. In dem ländlichen Bundesland gibt es laut Dr. Klein zudem die bundesweit höchste Eigentumsquote.

Deutlich mehr Eigennutzung als Vermietung

Die Daten von Dr. Klein belegen darüber hinaus, dass die Deutschen in allen Bundesländern ihre eigenen vier Wände überwiegend selber nutzen. Nur für knapp jeden Fünften dient die Immobilie als Geldanlage. Je nach Bundesland gibt es allerdings auch hier große Abweichungen. So vermietet in Berlin fast jeder Dritte die finanzierte Immobilie, in Brandenburg hingegen weniger als jeder Achte.

Mehr Bauherren im Osten

Die Bundesländer-Analyse von Dr. Klein zeigt zudem, dass deutschlandweit mehr Immobilien gekauft als gebaut werden. Die Bauherren-Quote liegt flächendeckend bei gut 25%. Allerdings liegt sie in allen westlichen Bundesländern darunter. Spitzenreiter in Sachen Neubau sind hingegen die Brandenburger mit einem Anteil von 36%. „Zu DDR-Zeiten war es schwierig, eine Finanzierung für den Hausbau zu erhalten“, erläutert Gerda-Maria Kliche, Spezialistin für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Neuruppin, diese Zahlen. „Es gibt daher im Osten deutlich weniger Bestandsimmobilien als in den alten Bundesländern. Wer sich für Wohneigentum interessiert, muss mangels Alternativen oft selbst bauen.“

Knappes Bauland in Stadtstaaten

Wenig überraschend ist, dass in den Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin deutlich mehr Immobilien gekauft als gebaut werden. In den Metropolen steht schließlich weniger Bauland zur Verfügung als in den Flächenländern. Am oberen Ende der Liste steht Bremen: In der Hansestadt nutzt weniger als jeder Zehnte Einwohner einen Kredit, um die eigenen vier Wände selbst zu bauen. Auch in Berlin und Hamburg liegt der Anteil der Immobilienkäufer bei fast 90%.

Hausbauer brauchen mehr Geld

Insgesamt greifen Bauherren tiefer in die Tasche als Käufer. Sie leihen sich unterm Strich fast 50.000 Euro mehr bei ihrer Bank. Die Brandenburger Hausbauer nehmen 268.000 Euro für ihren Neubau auf, für die gekaufte Immobilie sind es mit 208.000 Euro sogar 60.000 Euro weniger. Zudem sind Bauherren im Schnitt deutlich jünger als Käufer, zumeist um etwa eineinhalb Jahre. Besonders groß ist der Unterschied in Sachsen, hier liegen zwischen einem Neubauvorhaben (37,5 Jahre) und dem Kauf einer Immobilie (40 Jahre) fast drei Jahre. (mh)





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