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So vereinfachen Vergleichsprogramme das Gewerbekundengeschäft
26. Juli 2017

So vereinfachen Vergleichsprogramme das Gewerbekundengeschäft

Gewerbeversicherung24 versteht sich als gesamthafte Gewerbeplattform für Makler, sagt Gründer und Geschäftsführer Florian Brokamp. Er erläutert, wie sich die Arbeitsprozesse im Maklerbüro durch die Nutzung von Vergleichsportalen im Bereich der Gewerbeversicherung vereinfachen lassen.


Gewerbeversicherung24 versteht sich als gesamthafte Gewerbeplattform für Makler, sagt Gründer und Geschäftsführer Florian Brokamp. Er erläutert, wie sich die Arbeitsprozesse im Maklerbüro durch die Nutzung von Vergleichsportalen im Bereich der Gewerbeversicherung vereinfachen lassen.


So vereinfachen Vergleichsprogramme das Gewerbekundengeschäft

Herr Brokamp, im Gewerbegeschäft gibt es die langjährigen „Profi-Makler“, aber in den vergangenen Jahren auch immer mehr Einsteiger. Macht es die Digitalisierung für Makler einfacher, sich diesen Bereich zu erschließen?

 

Auf jeden Fall. Dem Einsteiger bietet die Digitalisierung Tools, mit denen die Einarbeitung überschaubar ist, um seine Kunden vollumfänglich zu bedienen. Dem Profi-Makler werden viele aufwendige Prozesse abgenommen, sodass er mehr Zeit für Beratung und Kundenakquise hat. Fakt ist: Der Gewerbebereich wird mit jedem Tag attraktiver für alle Maklergruppen.

Vergleichsportale wie das Ihrige sind Wettbewerber und digitale Maklerhelfer gleichermaßen. Welche Vorteile sehen Sie für Makler bei der Nutzung von Vergleichsprogrammen im Gewerbegeschäft?

 

Durch Vergleichsportale wird der ganze Angebotsprozess vereinfacht und deutlich beschleunigt. Das ist richtig und wichtig. Aus unserer Sicht muss der Service aber noch deutlich weiter gehen. So verstehen wir uns von Gewerbeversicherung24 vielmehr als gesamthafte Gewerbeplattform für Makler. Wir übernehmen die komplette Risikoerfassung, Bedarfsanalyse, sowie Angebots- und Antrags­erstellung – egal ob über den Vergleichsrechner oder unsere Ausschreibungsplattform. Damit spart sich der Makler die Frage, ob das Risiko jetzt „in den Rechner passt oder nicht“. Wichtig ist uns vor allem, dass wir eine Plattform bieten, die jedes Risiko digital begleiten kann. So kann die ganze übliche Prozesskette, die Makler wie Versicherer unnötig Geld und Zeit kostet, signifikant verkürzt werden.

Experten sehen Makler bei der Nutzung von Vergleichsprogrammen schnell in die Haftungsfalle geraten, ohne es zu wissen. Wie lässt sich hier für mehr Transparenz sorgen?

 

Durch einen möglichst engen und vertrauensvollen Austausch mit Versicherern und Experten. Dadurch konnten viele Fallstricke schon im Vorfeld entfernt werden, und wir können unser Produkt ständig verbessern. Wichtig sind dabei auch das Feedback und die Zusammenarbeit mit unseren Kunden, die viel Erfahrung einbringen. Unser Slogan ist ja „Ihr Partner für Gewerbeversicherungen“ – und genau so meinen wir das auch.

Außerdem haben wir uns genau aus diesem Grund auf den Markt als Serviceprovider für Versicherungsmakler fokussiert. Wir sind nämlich überzeugt, dass Software die fachkundige Beratung durch einen Experten nicht ersetzen kann. Wir wollen diese „lediglich“ begleiten und vereinfachen.

Seit 2016 können Makler die Vergleichsrechner von Gewerbeversicherung24 nutzen. Wie ist die Resonanz und wie hoch ist der Geschäftsanteil?

Die Resonanz ist überwältigend. Wir konnten in den letzten Monaten nochmals mehrere große Kunden gewinnen und erreichen damit bereits die Mehrheit der unabhängigen Versicherungsmakler in Deutschland. Das ist nicht nur gut für uns, sondern auch für die Versicherer und die Kunden. Wir vernetzen alle Beteiligten auf einer Plattform, das steigert die Effizienz und setzt neue Marktpotenziale frei.

Dabei bin ich unheimlich stolz auf unser Team, das es ständig schafft, sowohl mich als auch unsere Kunden mit Geschwindigkeit und Leistung zu überraschen. Aber auch unsere Partner tragen dazu bei, dass wir uns ständig weiterentwickeln können. Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung. Der Erfolg zeigt: Das Thema Digitalisierung in der Versicherungsbranche ist ein echter Wachstumstreiber.

Blicken wir auf die Produktseite. Sie kritisieren, dass Versicherer nicht die richtigen Produkte bauen. Nicht die richtigen Produkte für IT-Programme oder nicht die richtigen Produkte für Kunden?

 

In erster Linie für die Kunden. Da wird noch einiges an Potenzial im Bereich Risikoeinschätzung und bei der Modularisierung der Produkte verschenkt. Man muss allerdings fair sein: Die Versicherungswelt und deren Produkte sind komplex, und die bisherigen Möglichkeiten im Markt, solche Produkte zu entwickeln oder zu vertreiben, waren schlichtweg nicht da. Daher verstehe ich unseren Vorstoß weniger als Kritik, sondern vielmehr als den nächsten logischen Schritt in der Digitalisierung.

Das Verständnis im Allgemeinen ist ja aber folgendes: Versicherungsschutz, der online abgeschlossen wird, ist weitgehend standardisiert. Komplexe Risiken werden eher individuell und – sagen wir mal – ohne Zuhilfenahme von Software konzipiert. Ist das zu analog gedacht?

 

Sagen wir mal „stark vereinfacht“. Natürlich startet die Digitalisierung immer mit den einfachen Prozessen und verschiebt dann nach und nach die Grenzen hin zu den komplexeren. Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass auch ungewöhnliche Risiken immer transparenter werden, je mehr Erfahrungswerte wir sammeln. Wenn man ein Risiko – egal welcher Komplexität – nur oft genug gesehen hat, kann man die Tarifierung auch standardisieren. Daher ermöglicht unser Plattformkonzept, alle Risiken als erste Anlaufstelle zu erfassen und für einen wachsenden Anteil direkt Ergebnisse anzuzeigen. Alles darüber hinaus ist mindestens teildigitalisiert.

Was genau muss sich denn Ihrer Ansicht nach ändern?

 

Die Risikoerfassung muss deutlich genauer und digitaler werden. Wir müssen ganz genau verstehen, wie die Gewerbetreibenden wirklich ticken. Mangels Daten wurden Kunden oft in ein grobes Raster gepackt und ein Mittelwert über die Schadenquote gelegt. Mit mehr Informationen wird unsere Risikoeinschätzung viel besser.

Zusätzlich könnten wir andere Datenpunkte einfließen lassen. Beispielsweise greift die Frage „Welche Tätigkeit bestimmt maßgeblich das Risiko?“ womöglich etwas zu kurz. Denn ebenso entscheidend ist die Frage „Wie wird die Tätigkeit ausgeführt?“. Hierfür könnten digitale Quellen angezapft werden wie beispielsweise Kunden- oder Mitarbeiterbewertungen auf Online-Portalen.

Können Sie uns ein Beispiel nennen, konkret an einer Gewerbesparte?

 

Nehmen wir beispielsweise einen klassischen Handwerksbetrieb. Bislang wird für die Einschätzung, ob es sich um einen „ordentlichen Betrieb“ handelt, der wenige Schäden verursachen wird, nach einer bestandenen Meisterprüfung des Geschäftsführers gefragt. Aber wie aussagekräftig dieses Merkmal wirklich ist, bleibt dahingestellt. Ist die Zufriedenheit der Mitarbeiter und Kunden möglicherweise nicht viel aussagekräftiger für die Qualität der Arbeit dieses Betriebs?

Sie haben angekündigt, dass Gewerbeversicherung24 die Dienstleistungen für Versicherer erweitern und Makler, Versicherer und Versicherte besser miteinander vernetzen will. Wie sehen Ihre konkreten Pläne aus?

 

Konkret wollen wir weiterhin möglichst viele Marktteilnehmer auf unserer Plattform zusammenbringen, um die Netzwerkeffekte für alle Seiten zu verbessern. Dazu erweitern wir ständig unser Produktportfolio sowie unsere Angebotsplattform und die Beratungsfunktionen, die unsere Kunden im täglichen Geschäft brauchen. Außerdem arbeiten wir stark an der technischen Integration in jede Richtung, damit wir möglichst alle Ineffizienzen in den Prozessen rausnehmen und die Kosten für den Vertrieb senken können.

Ihr Ziel für die Gewerbeversicherung24 war, bis Mitte 2017 alle als relevant identifizierten Versicherungsprodukte zu digitalisieren. Wie ist hier der Stand?

 

Sehr gut! Grundsätzlich kann unsere Gewerbeplattform mittlerweile alle relevanten Versicherungsprodukte digital unterstützen. Wir arbeiten allerdings ständig daran, den Grad der Digitalisierung jedes Produktes zu erhöhen. Insgesamt liegt sowohl vor uns als auch vor dem Rest der Branche noch einiges an Arbeit. Ich freue mich aber, Vorreiter dieser Digitalisierungswelle zu sein.

Das Interview lesen Sie auch in AssCompact 07/2017, Seite 110 f.


Florian Brokamp Florian Brokamp




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