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Unternehmen haben immer mehr Verluste durch politische Risiken
10. Oktober 2018

Unternehmen haben immer mehr Verluste durch politische Risiken

Über die Hälfte der weltweit tätigen Firmen sehen sich zunehmend politischen Risiken ausgesetzt und müssen dadurch steigende Einbußen hinnehmen. Dies geht aus einer neuen Studie von Willis Towers Watson hervor, die auch die häufigsten Gründe für die Verluste aufzeigt.


Infolge der weltweiten geopolitischen Spannungen sind im Jahr 2017 die damit verbundenen unternehmerischen Verluste deutlich gestiegen. Dies zeigt der aktuelle „Political Risk Survey“ von Willis Towers Watson in Zusammenarbeit mit Oxford Analytica. Im Rahmen der Studie wurden Führungskräfte von 40 führenden globalen Unternehmen aus verschiedenen Branchen interviewt. Zu denen am häufigsten verzeichneten Gründe für Einbußen zählen der Wechselkurstransfer (60%), gefolgt von Verlusten durch politische Gewalt (48%) und Import-/Exportembargos (40%). Rund 55% der befragten Firmen mit einem Umsatz von mehr als 1 Mrd. US-Dollar mussten durch politische Risiken im vergangenen Jahr einen Verlust von mehr als 100 Mio. US-Dollar hinnehmen. Während insgesamt in Russland und Vietnam die meisten Schadenfälle gemeldet wurden, verzeichneten Unternehmen in ganz Europa, Lateinamerika, dem Wirtschaftsraum Asien-Pazifik, Afrika und dem Nahen Osten Verluste.

Firmen fürchten US-Sanktionspolitik und Schwellenmarktkrisen

Wie die Umfrage zudem zeigt, nehmen die Unternehmen die US-Sanktionspolitik, Schwellenmarktkrisen, Handelskriege sowie Populismus und Nationalismus als stärkste geopolitischen Bedrohungen wahr. Bei politischen Risikoauswirkungen von Wirtschaftskrisen in Schwellenländern zeigt sich ein deutlicher Anstieg, was sich laut Studie in einem Aufbäumen des Marktes widerspiegelt – insbesondere in Ländern wie der Türkei und Argentinien.

Vermeidungstaktik bei größeren Firmen

Größere Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 1 Mrd. US-Dollar gaben im Rahmen der Umfrage an, auf Vermeidungsstrategien zu setzen. So verringerten 82% ihre Investitionen aufgrund von politischen Risikobedenken. 86% dieser Firmen vermeiden zukünftige Investitionen vollständig, besonders in Nigeria, Iran, Russland und Venezuela.

Politische Risikominimierung in den Blick nehmen

„Der Anstieg der politischen Risiken bedeutet für international agierende Konzerne eine wiederkehrende monetäre Aufwendung“, erklärt Mathias Pahl, Head of Corporate Risk and Broking bei Willis Towers Watson. Bei steigenden Aufwendungen geraten die Unternehmen gegenüber Aktionären unter Druck, für mehr Transparenz über die tatsächlich entstandenen Verluste zu schaffen. Laut Pahl müssen die Firmen deshalb in der Lage sein, die Risiken zu erfassen, zu quantifizieren und zu steuern, um Lösungsstrategien entwickeln. zu können. Konzerne setzen sich eher mit konjunkturellen als politischen Risiken auseinander. Mit der steigenden Verlustgefahr ist hier ein Umdenken gefragt. „Die Maßnahmen zur politischen Risikominimierung müssen Teil der exekutiven Entscheidungsfindung werden und sollten nicht mehr nur als unvermeidliche operative Kosten in einem herausfordernden Umfeld angesehen werden,“ betont Pahl. (tk)





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