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Vermittler: So viel Zeit und Geld kostet die Regulierung
29. Oktober 2019

Vermittler: So viel Zeit und Geld kostet die Regulierung

Vermittler können sich nach der Regulierungswelle nicht mehr auf ihre Kernkompetenz, die Kundenberatung, konzentrieren und erleiden dadurch auch spürbare finanzielle Einbußen. Weniger kritisch sehen sie hingegen die Digitalisierung. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie.


Vermittler können sich nach der Regulierungswelle nicht mehr auf ihre Kernkompetenz, die Kundenberatung, konzentrieren und erleiden dadurch auch spürbare finanzielle Einbußen. Weniger kritisch sehen sie hingegen die Digitalisierung. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie.


Vermittler: So viel Zeit und Geld kostet die Regulierung

Vor der Regulierungswelle mit MiFID I und EU-Vermittlerrichtlinie ist es der Mehrheit der Vermittler noch gelungen, mehr als drei Viertel ihrer Arbeitszeit für die Kundenberatung aufzuwenden. Heute bleibt ihnen weniger als die Hälft der Zeit für diese Kerntätigkeit. Das hat eine Trendstudie der Swiss-Life-Tochter Swiss Compare in Kooperation mit Cash.Online ergeben.

Vermittlern bleibt also immer weniger Raum für ihre Beratungs- und Vermittlungstätigkeit. Hätten sie die Zeit, würden nahezu drei Viertel der Befragten sich lieber vollumfänglich um die umfassende Kundenberatung kümmern, fast ein Fünftel würde sich gern vermehrt dem Recruiting widmen und neue Mitarbeiter gewinnen. Mehr Zeit für die eigene Weiterbildung wünscht sich mehr als jeder Zehnte befragte Vermittler.

Finanzieller Verlust wird auf bis zu 30% geschätzt

Der Swiss-Compare-Trendstudie zufolge geht der Zeitmangel in Bezug auf das Kerngeschäft für die Vermittler auch mit wirtschaftlichen Einbußen einher: Die große Mehrheit der Befragten schätzt den finanziellen Verlust ihres Betriebes durch die vergangenen Regulierungsmaßnahmen auf bis zu 30%, knapp jeder Fünfte verzeichnet sogar einen höheren Ausfall. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Vermittler immens. Auch die Chancen des Marktes werden kritisch gesehen. Über die Hälfte der Vermittler bewertet diese der Trendstudie zufolge schlechter oder viel schlechter als noch vor zwölf Jahren. Etwa die Hälfte der Befragten fürchtet durch die geplante Einführung eines Provisionsdeckels oder der BaFin-Aufsicht zusätzliche finanzielle Einbußen zu erleiden. Über drei Viertel prophezeien einen leichten bis starken Rückgang der Vermittlerzahlen in den nächsten fünf Jahren.

Alternativen: Erweiterung von Produktportfolio und Geschäftsmodell, Partnerschaften

Bei diesen Aussichten und all dem Druck wundert es nicht, dass sich die meisten Vermittler auf die Suche nach Alternativen machen. Laut Swiss Compare gibt ein knappes Viertel der Befragten an, im kommenden Jahr das eigene Produktportfolio erweitern zu wollen, ein gutes Fünftel plant eine Erweiterung des Geschäftsfeldes. Das Eingehen einer strategischen Partnerschaft kommt für ein knappes Fünftel der Vermittler infrage. Einen Marktaustritt befürchten 6,5%.

Digitale Tools ersetzen den Vermittler nicht

Während die Regulierung als Belastung wahrgenommen wird, steht der Großteil der Befragten laut Swiss-Compare-Trendstudie der Digitalisierung positiv gegenüber. Über drei Viertel sind der Meinung, dass digitale Tools den persönlichen Berater gut ergänzen können. Ersetzen werden sie ihn nicht, das steht für über 90% der Studienteilnehmer fest. (ad)

Über die Studie

An der Online-Umfrage von Swiss Compare, einer Vertriebsserviceplattform aus der Swiss Life Gruppe, und dem Magazin Cash.Online, haben 244 Vermittler im Zeitraum zwischen dem 10.09.2019 und dem 25.09.2019 teilgenommen.

Bild: © BillionPhotos.com – stock.adobe.com




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