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Finanzausschuss beschließt Home-Office-Pauschale und viel mehr
10. Dezember 2020

Finanzausschuss beschließt Home-Office-Pauschale und viel mehr

Das Jahressteuergesetz umfasst neben der angekündigten Home-Office-Pauschale noch viele weitere steuerliche Änderungen und schlägt sogar den Bogen bis zum Cum-Ex-Skandal. Lange feilte die Große Koalition an den Details, nun hat der Gesetzesentwuf den Finanzausschuss passiert.


Das Jahressteuergesetz umfasst neben der angekündigten Home-Office-Pauschale noch viele weitere steuerliche Änderungen und schlägt sogar den Bogen bis zum Cum-Ex-Skandal. Lange feilte die Große Koalition an den Details, nun hat der Gesetzesentwuf den Finanzausschuss passiert.


Finanzausschuss beschließt Home-Office-Pauschale und viel mehr

Der Finanzausschuss des Bundestages hat das Jahressteuergesetz in seiner Sitzung am 09.12.2020 mit den Stimmen der Großen Koalition beschlossen. Das Gesetz umfasst die sogenannte Home-Office-Pauschale für die Jahre 2020 und 2021. Das Gesetz soll diejenigen steuerlich entlasten, die während der Corona-Pandemie von Zuhause aus arbeiten.

Maximal 600 Euro pro Jahr absetzbar

Der Gesetzesentwurf wird am 16.12.2020 dem Bundestag zur Abstimmung vorgelegt. Der Entwurf sieht vor, dass Steuerpflichtige für jeden Kalendertag, an dem sie ausschließlich im Home-Office arbeiten, einen Beitrag von 5 Euro geltend machen können. Die Pauschale ist auf einen Höchstbetrag von 600 Euro im Jahr begrenzt und wird mit dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag verrechnet. (AssCompact berichtete)

Entlastung auch für beengte Heimarbeit

Ziel dieser Pauschale ist es, auch für diejenigen Steuerzahler eine Entlastung zu bieten, die nicht auf ein separates Arbeitszimmer zurückgreifen können, aber dennoch wegen Corona von Zuhause aus arbeiten.

Doch das Gesetz enthält noch zahlreiche weitere Änderungen
  • Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld bleiben bis Ende 2021 steuerfrei.
  • Wohnraum besonders günstig zu vermieten, wird attraktiver gemacht.
  • Vereine und Ehrenamtliche werden durch höhere Pauschalen steuerlich bessergestellt.
  • Für Spenden bis 300 Euro wird der Spendennachweis vereinfacht.
  • Gemeinnützig können zukünftig auch Organisationen sein, die sich für Klimaschutz, Freifunk oder Ortsverschönerungen einsetzen.
  • Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von 4.008 Euro wird entfristet und gilt damit auch über 2022 hinaus.
  • Die steuerfreie Sachbezugsgrenze wird für alle Beschäftigten ab 2022 von 44 auf 50 Euro erhöht.
  • Der einmalig vom Arbeitgeber steuerfrei gewährbare Corona-Bonus von 1.500 Euro muss nicht bis Ende des Jahres gezahlt werden. Der Zeitraum wurde bis zum 30.06.2021 verlängert.
  • Die Verrechnungsbeschränkung für Verluste aus Termingeschäften wird von 10.000 auf 20.000 Euro angehoben.
  • Und für besonders schwere Steuerhinterziehung wird die Verjährungsfrist von 10 auf 15 Jahre verlängert. Cum-Ex lässt grüßen (tku)

Bild: © pixelkorn – stock.adobe.com

Textänderung: In einer früheren Fassung des Textes hieß es, anstatt des Finanzausschusses des Bundestages, der Bundestag selbst habe das Gesetz bereits beschlossen. 

Lesen Sie zum Thema Jahressteuergesetz auch: Große Koalition einigt sich auf Home-Office-Pauschale




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