Die Versicherer kämpfen nach wie vor mit der Bearbeitungszeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung – das zeigt die neue BU-Leistungspraxisstudie des Ratinghauses Franke und Bornberg. Die Studie untersucht, wie Versicherer in der BU im Leistungsfall agieren, u. a.: Wie schnell ist die Schadenbearbeitung? Wie viele Anträge auf BU-Leistung werden anerkannt, wie viele abgelehnt und warum?
Für die BU-Leistungspraxisstudie 2026 ist die Leistungspraxis der Versicherer im Jahr 2024 maßgeblich. Und die Studie stellt fest: Trotz des anhaltenden Preisdrucks im BU-Markt zahlen die untersuchten Versicherer. Die Anerkennungsquote liegt unabhängig von der Rentenhöhe stabil bei knapp 80%. Doch der Druck in der Branche mache sich bemerkbar, denn die durchschnittliche Regulierungsdauer ist erneut gestiegen, von 189 auf 201 Tage. Laut Franke und Bornberg ist dies ein Befund, der Verbrauchern, Beratern und der Versicherungswirtschaft gleichermaßen zu denken geben sollte.
Wichtig ist hierbei der Kontext. Laut dem map-report von Franke und Bornberg unterschreiten einzelne Versicherer die Marktdurchschnittsprämie um 40% und mehr. Gleichzeitig jedoch wachsen Leistungsversprechen: Nachversicherungsgarantien, AU-Bausteine, Günstigerprüfungen und Umtauschoptionen setzen die Preisgestaltung zusätzlich unter Druck. Hier liege die Frage nahe, so das Ratinghaus: Zahlen die Versicherer wirklich, und wie verlässlich?
Umfang und Methodik
Die BU-Leistungspraxisstudie 2026 analysierte 36.128 Leistungsfälle aus dem Jahr 2024, das entspricht mehr als 60% aller BU-Leistungsfälle am deutschen Markt. Die 16 teilnehmenden Versicherer repräsentieren einen Gesamtbestand von 9,31 Millionen BU-Versicherten. Insgesamt wurden im BU-Markt 2024 ca. 58.000 Leistungsfälle registriert. Die Daten wurden per Stichprobe überprüft.
Anerkennungsquoten stabil
Die gute Nachricht: Die Anerkennungsquoten in der BU-Leistungspraxis blieben 2024 stabil, nämlich unabhängig von der Rentenhöhe bei knapp 80%. Berechtigte Ansprüche werden also in der Mehrheit der Fälle anerkannt, so Franke und Bornberg. Fast 60% der Ablehnungen erfolgen aus medizinischen Gründen – der BU-Grad wurde nicht erreicht.
Besonders bemerkenswert sei hier laut Franke und Bornberg der Befund zu Verweisungen und Umorganisation: Konkrete und abstrakte Verweisungen sowie Umorganisationen kommen zusammen auf einen Anteil von lediglich 0,87%. In der Leistungspraxis spielen solche Ablehnungsgründe also eine untergeordnete Rolle.
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