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15. Dezember 2021
Getrübte Stimmung bei Immobilienfinanzierern

Getrübte Stimmung bei Immobilienfinanzierern

Laut aktuellem BF.Quartalsbarometer hat sich die Stimmung deutscher Immobilienfinanzierer im vierten Quartal 2021 erstmals wieder leicht verschlechtert. Deutlich mehr Marktteilnehmer beobachten restriktivere Finanzierungsbedingungen. Insgesamt zeigt sich die Lage aber besser als vor einem Jahr.

BF.direkt hat eine neue Ausgabe des BF.Quartalsbarometers vorgelegt. Nach fünf Quartalen Anstieg in Folge hat sich die Stimmung deutscher Immobilienfinanzierer im vierten Quartal 2021 erstmals wieder leicht verschlechtert. Das aktuelle BF.Quartalsbarometer befindet sich im negativen Bereich von –0,31 Zählern. Allerdings liegt der aktuelle Indexstand deutlich über den negativen Werten aus dem vergangenen Jahr, als im zweiten Quartal 2020 mit –15,24 Zählern ein Tiefststand erreicht worden war.

„Die stark gestiegenen Corona-Inzidenzen dürften den aktuellen Barometerwert negativ beeinflusst haben, zumal zum Zeitpunkt der Erhebung die neue Omikron-Variante schon bekannt war. Allerdings kommt die aktuelle Krise weniger überraschend als die vorherigen. Insgesamt hat sich die Stimmung unter den Finanzierern zuletzt zwar etwas eingetrübt, aber die Lage stellt sich deutlich besser dar als vor einem Jahr, als die Finanzierungsbedingungen noch erheblich restriktiver eingeschätzt wurden und das Neugeschäft wesentlich geringer ausfiel“, erklärt Prof. Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalsbarometers.

Restriktivere Finanzierungsbedingungen werden wahrgenommen

Dämpfend auf die Stimmung wirkt laut BF.direkt im Wesentlichen der Umstand, dass mit 18,2% deutlich mehr Marktteilnehmer restriktivere Finanzierungsbedingungen wahrnehmen. Das sind 5,3 Prozentpunkte mehr als im dritten Quartal. Dagegen beobachten 15,2% progressivere Bedingungen, was einer Steigerung von 2,2 Prozentpunkten entspricht.

Die verschlechterte Stimmung zeigt sich auch im Neugeschäft: So berichten 53,1% und damit nur noch gut die Hälfte der Teilnehmer von einem steigendem Volumen. Das entspricht einem Rückgang von 8,2 Prozentpunkten. Dagegen stagniert bei 40,6% das Neugeschäft.

Bei der Frage, welche Bestandsimmobilientypen derzeit finanziert werden, lagen Büro- und Wohnobjekte mit jeweils 22,3% am Kreditbestand nahezu unverändert vorn. Die deutlichste Änderung hat es mit einem Plus von 4,1 Prozentpunkten auf 12,9% bei den Shopping-Centern und anderen Einzelhandelsimmobilien gegeben. Bei den Neufinanzierungen verzeichnet dieses Segment ebenfalls mit + 2,2 Prozentpunkten den größten Zuwachs.

Höhere Margen und geringere Beleihungsausläufe

„Von den leichten Schwankungen in den letzten Quartalen abgesehen setzt sich insgesamt der Trend zu höheren Margen und geringeren Beleihungsausläufen im Vergleich zu der Zeit vor der Corona-Pandemie fort. Bei den Projektentwicklungen haben die Margen sogar den höchsten Stand seit 2013 erreicht. Das Risiko muss wieder bezahlt werden“, sagt Manuel Köppel, CFO der BF.direkt AG. (tk)

Bild: © Grand Warszawski – stock.adobe.com