AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement https://www.asscompact.de/ de Wed, 16 Jun 2021 12:00:15 +0200 Wed, 16 Jun 2021 11:43:26 +0200 Mieterhöhung: Wann ist Stichtag für eine Vergleichsmiete? https://www.asscompact.de/nachrichten/mieterh%C3%B6hung-wann-ist-stichtag-f%C3%BCr-eine-vergleichsmiete

<p>Zur Orientierung, wie hoch eine Mieterhöhung ausfallen darf, kann unter anderem auf einen einfachen Mietspiegel zurückgegriffen werden. Ob ein Gericht in so einem Fall zusätzlich noch ein Sachverständigengutachten zur Bestimmung der ortsüblichen Vergleichsmiete einholen darf, musste nun der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden. Die Bundesrichter klärten in ihrer Urteilsbegründung auch, für welchen Zeitpunkt die ortsübliche Vergleichsmiete bestimmt werden muss. </p><h5>Miete soll steigen</h5><p>Bei den Beklagten handelt es sich um die Mieter einer 80 m² großen Vierzimmerwohnung in Berlin. Mit Schreiben vom 20.07.2017 forderte die Vermieterin die Mieter auf, einer Erhöhung der Nettokaltmiete ab dem 01.10.2017 zuzustimmen. Die Miete sollte von 588 Euro auf 655 Euro steigen und somit nach Mieterhöhung ungefähr 8,10 Euro pro Quadratmeter betragen. Für das Mieterhöhungsverlangen bezog sich die Vermieterin auf den Berliner Mietspiegel. 2017. </p><h5>Mieter stimmen der Mieterhöhung nicht zu</h5><p>Die Einordnung der Wohnung nach Alter, Wohnlage, Ausstattung und Wohnfläche, ergab eine mögliche Nettokaltmietenspanne von 5,52 bis 9,20 Euro pro Quadratmeter. Obwohl die erhöhte Miete immer noch von der Spanne umfasst gewesen wäre, stimmten die Mieter der Mieterhöhung nicht zu. Die Vermieterin wollte die Mieterhöhung jedoch weiterhin durchsetzen und zog vor Gericht. </p><h5>Prozessverlauf</h5><p>Das Amtsgericht hatte die Klage erstinstanzlich abgewiesen. Anhand der „Orientierungshilfe für die Spanneneinordnung“ für den Berliner Mietspiegel 2017 gelangte es zu dem Ergebnis, die ortsübliche Vergleichsmiete liege unterhalb der bereits entrichteten Nettokaltmiete. Gegen diese Entscheidung legte die Vermieterin Berufung ein. Im Berufungsverfahren holte das Landgericht Berlin ein zusätzliches Sachverständigengutachten über die ortsübliche Vergleichsmiete ein und entschied zugunsten der Vermieterin. Dagegen wiederum zogen die Mieter im Revisionsverfahren vor den BGH.</p><h5>Gericht darf Gutachten einholen</h5><p>Gegen die Einholung eines zusätzlichen Sachverständigengutachtens hatte der BGH nichts einzuwenden. Ein Gutachten einzuholen, sei auch dann zulässig, wenn ein Mietspiegel inklusive Mietspannenangabe und Orientierungshilfe für die Spanneneinordnung der Wohnung vorliege. </p><h5>Stichtag ist der Tag der Zustellung</h5><p>Das Berufungsgericht habe aber den maßgeblichen Stichtag für die ortsübliche Vergleichsmiete rechtsfehlerhaft bestimmt. Das Gericht hat in seiner Urteilsbegründung auf den 01.10.2017 abgestellt – den Zeitpunkt, ab dem die erhöhte Miete gegebenenfalls fällig wäre. Der Stichtag wäre nach Überzeugung der Bundesrichter aber der Tag der Zustellung des Mieterhöhungsverlangens gewesen (20.07.2017). Dementsprechend wird das Verfahren an das Landgericht zur erneuten Verhandlung zurückverwiesen. (tku)</p><p>BGH, Urteil vom 28.04.2021 – VIII ZR 22/20</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Wellnhofer Designs – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/62806145-CCAE-45FE-9444-99746C4A3AFD"></div>

152184 Wed, 16 Jun 2021 11:43:26 +0200 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement
Fonds Finanz-Tochter gründet Bancassurance-Plattform https://www.asscompact.de/nachrichten/fonds-finanz-tochter-gr%C3%BCndet-bancassurance-plattform

<p>Die VorFina GmbH, Tochterfirma der Fonds Finanz Maklerservice GmbH, gründet mit der Geno-Insure GmbH eine digitale Versicherungsplattform für genossenschaftliche Kreditinstitute. Zum Geschäftsführer bestellt wurden Dr. Peter Lender und Philip Offergeld. </p><p>Das neue Tochterunternehmen ermöglicht genossenschaftlichen Banken die Erweiterung ihres Geschäftsmodells im Versicherungsbereich. Über die digitale Versicherungsplattform bietet Geno-Insure den entsprechenden Bankunden via Smartphone-App oder Webseite Zugang zu einem umfassenden Portfolio von über 500 Versicherungsanbietern sowie über tausend Tarifoptionen. Das Kreditinstitut tritt dabei selbst als Makler auf. </p><p>Mit einer Geno-Insure-Kooperation über die Fonds Finanz-Tochtergesellschaft VorFina erhalten Banken ganzheitlichen Zugang zu allen Produkten der Fonds Finanz sowie kostenfreie Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen. Die Fonds Finanz stellt die komplette Vergleichssoftware zur Verfügung und wickelt alle Prozesse der Bestandsverwaltung im Hintergrund ab. (bh)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Birgit Reitz-Hofmann – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/206558E1-5C5C-4528-8E32-0E2033EEA2CC"></div>

152173 Wed, 16 Jun 2021 10:00:00 +0200 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement
KAB mit Ruhestandslösung für Versicherungsmakler https://www.asscompact.de/nachrichten/kab-mit-ruhestandsl%C3%B6sung-f%C3%BCr-versicherungsmakler

<p>Die KAB Maklerservice GmbH hat ihren Service für ihre Maklerpartner mit der Ruhestandslösung KAB-Lebenswerk erweitert. Diese richtet sich an Makler, die ihren Blick auf den Ruhestand richten, und an Makler, die bei Krankheit oder Tod ihre Angehörigen und Hinterbliebenen abgesichert wissen wollen. </p><p>Das KAB-Lebenswerk bietet zwei Modelle: Eine Hinterbliebenenleistung bis zehn Jahre mit einer lebenslangen laufenden Courtage bis zu 100% oder alternativ bis 20 Jahre Hinterbliebenenleistung mit bis zu 90% laufende Courtage lebenslang. Die Basis bietet dabei die jeweils zur Verfügung stehende Bestandscourtage. Bei beiden Modellen verspricht KAB eine professionelle persönliche Betreuung. Auch die Mitarbeit des Maklerpartners in der Übergangsphase ist möglich, so der Maklerpool. </p><p>Wie KAB mitteilt, werden Empfehlungen und Neugeschäft gewertet. Eine Servicegebühr nicht erhoben. Über den KAB Schnellrechner kann der Maklerpartner den Wert seines Bestandes vorab ermitteln. Wie Volker Kropp Geschäftsführer erklärt, „möchten wir mit dem KAB-Lebenswerk unserer Fürsorgeverantwortung unseren KAB-Maklerpartnern/innen gegenüber gerecht werden und unseren Service intensivieren. Vertrauensvolle Gespräche und Diskretion auf Geschäftsführerebene bilden die Basis.“(bh)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © insta_photos – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/35369B93-1E73-4AAF-95F3-57F3A82FEAC1"></div>

152170 Wed, 16 Jun 2021 09:00:00 +0200 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement
Versorgung von GGF: Neue Perspektiven kennenlernen https://www.asscompact.de/nachrichten/versorgung-von-ggf-neue-perspektiven-kennenlernen

<h5>Ein Beitrag von Hubertus Harenberg, Bereichsleiter Vertrieb Firmenkunden und Konsortien, Swiss Life Deutschland</h5><p>In Zeiten von Pandemie und Niedrigzins sind insbesondere Unternehmer gefordert, für sich und ihre Unternehmen Sicherheit und Stabilität bei der finanziellen Vorsorge zu erreichen. Zwar hat diese Kundengruppe nicht erst seit heute einen hohen Beratungsbedarf, doch die aktuelle Lage bringt besondere Herausforderungen bei der Aufstellung einer nachhaltigen und strategischen Vorsorgeplanung mit sich. Denn aufgrund ihrer tendenziell höheren Einkommen haben Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) und Führungskräfte zwangsläufig einen weitaus höheren Vorsorge- und Absicherungsbedarf.</p><p>Swiss Life bietet ein extra für die Zielgruppe Unternehmer erstelltes Strategiekonzept an, das auf diesen speziellen Bedarf eingeht und zielgerichtete Vorsorgelösungen anbietet. Die Swiss Life Unterstützungskasse beispielsweise ermöglicht passende Rahmenbedingungen, um eine zusätzliche und flexible Vorsorge aufzubauen. Dabei bezieht das Zielgruppenkonzept von Swiss Life auch die mitarbeitenden Angehörigen der GGF mit ein. Diese erhalten durch eine Unterstützungskassenversorgung oder eine Direktversicherung einen zusätzlichen Baustein zu ihrer Altersversorgung. </p><h5>Gründe für die Unterstützungskasse aus Sicht des Unternehmens</h5><p>Interessant ist das Angebot auch aus Unternehmensperspektive: Im Durchführungsweg Unterstützungskasse können für Gesellschafter-Geschäftsführer sowie für Führungskräfte Versorgungen mit nahezu unbegrenztem Dotierungsrahmen aufgebaut werden – ganz nach dem individuellen Bedarf, steuerfrei sowie ohne Bilanzberührung. Laufende, gleichbleibende oder steigende Beitragszahlungen bieten eine planmäßige und kalkulierbare Versorgung, die zudem mit einem geringen Verwaltungsaufwand für das Unternehmen eingerichtet werden kann. Für die vollständige Ausfinanzierung sorgt eine zur Versorgungszusage der Unterstützungskasse deckungsgleiche Finanzierung über eine Rückdeckungsversicherung. Die administrativen Tätigkeiten können auf die Unterstützungskasse übertragen werden, womit der Aufwand auf Unternehmensseite überschaubar bleibt.</p><p>Neben den steuerlichen Vorteilen bietet die Swiss Life Unterstützungskasse flexible und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Neben einer Rentenzusage mit Kapitaloption steht zum Beispiel auch eine Kapitalzusage mit Rentenoption zur Verfügung. Ebenso ist es möglich, das Risiko einer Berufsunfähigkeit abzusichern oder die Hinterbliebenen im Todesfall abzusichern.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Weitere Vorteile durch den gehaltsdynamischen Leistungsplan--><h5>Weitere Vorteile durch den gehaltsdynamischen Leistungsplan</h5><p>Mit dem optionalen gehaltsdynamischen Leistungsplan koppelt Swiss Life die Höhe des Beitragsaufwands an die Entwicklung des pensionsfähigen Gehalts des Versorgungsberechtigten. Somit wird der Beitrag fester Bestandteil des Gehalts und orientiert sich damit ganz lebensnah am Versorgungsbedarf: steigendes Einkommen = erhöhter Versorgungsbedarf + wachsende Vorsorge. </p><p>Der Beitrag an die Unterstützungskasse ist dabei fester Bestandteil der Gehaltssumme und steigt nur dann, wenn das Gehalt ebenfalls steigt. Für GGF hat die gehaltsdynamische Anpassung einen weiteren Vorteil. Hier kann der Beitrag selbst bis unmittelbar vor Rentenbeginn angehoben werden, ohne dass eine Erdienbarkeitsfrist einzuhalten ist – denn die gehaltsabhängige Erhöhung wurde ja bereits bei Einrichtung der Versorgung festgelegt. </p><h5>Mit passenden Lösungen zu einer attraktiven Altersrente</h5><p>Besonders geeignet für GGF und Führungskräfte ist der Rückdeckungstarif Swiss Life Maximo, der Sicherheit und Renditechancen miteinander verbindet. Bereits seit April 2019 steht die renditeorientierte Variante mit geringfügig reduzierter Garantie auch in der Unterstützungskasse zur Verfügung. Swiss Life ermöglicht es, mit abgesenkten Garantien bereits ab Vertragsbeginn renditeorientiert am Kapitalmarkt zu investieren.</p><p>Die börsentäglich gemanagte Kapitalanlage sorgt zudem dafür, dass auf Schwankungen an den Kapitalmärkten flexibel reagiert wird. Wer die langfristige Entwicklung der Aktienmärkte verfolgt hat, weiß, dass diese in der Vergangenheit tatsächlich nicht nur krisenbeständig, sondern auch sehr positiv verlaufen ist.</p><h5>AssCompact Forum betriebliche Versorgung</h5><p>Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der AssCompact Wissen Veranstaltung Forum betriebliche Versorgung, das am 29. und 30. Juni in digitalem Format stattfindet. Auch Swiss Life ist als Partner beim Forum vertreten und bietet mehr Informationen zum Thema in einem virtuellen Workshop. Details zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie unter <a target="_blank" href="http://asscompact.de/forum-betriebliche-versorgung&quot; target="_blank" >asscompact.de/forum-betriebliche-versorgung</a>.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © bnenin – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/2375157C-94D2-4A66-9D45-10FEAF4F371C"></div>

152120 Wed, 16 Jun 2021 08:22:49 +0200 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement
PKV zwischen Beitragsanpassungen, Rekordwachstum und Budgettarifen https://www.asscompact.de/nachrichten/pkv-zwischen-beitragsanpassungen-rekordwachstum-und-budgettarifen

<p>Der Niedrigzins hat die private Krankenversicherung (PKV) auch 2021 fest im Griff und schlägt mit hohen Beitragsanpassungen in der Voll- und Pflegeversicherung durch. Dies teilte die Rating-Agentur Assekurata auf ihrer Audio-Web-Pressekonferenz „Marktausblick zur privaten Krankenversicherung“ am 15.06.2021 mit und wies auch darauf hin, dass die Branche die Corona-Pandemie 2020 wirtschaftlich gut überstanden habe, wozu auch ein pandemiebedingt vergleichsweise moderater Leistungsausgabenanstieg in der Vollversicherung beigetragen habe. </p><h5>Moderater Anstieg bei Leistungsausgaben in der Vollversicherung</h5><p>Die pandemiebedingt geringere Zahl an Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten hätten die Leistungsausgaben in der Vollversicherung 2020 mit voraussichtlich 2,9% deutlich moderater ansteigen lassen als in den beiden Vorjahren, in denen die Kostensteigerungen über 4% lagen. Zusätzlich hätten insbesondere die Beitragsanpassungen in der Pflegepflichtversicherung dazu beigetragen, dass die PKV im Geschäftsjahr 2020 ihr versicherungsgeschäftliches Ergebnis deutlich von 4,9 Mrd. Euro auf rund 5,7 Mrd. Euro habe steigern können, fasst Gerhard Reichl, Fachkoordinator Krankenversicherung der ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH, die Ergebnisse zusammen.</p><p>Das Kapitalanlageergebnis ging allerdings von 9,5 Mrd. Euro auf ca. 8,7 Mrd. Euro zurück, was einer Nettoverzinsung von knapp 2,9% entspricht. Dieser Rückgang ließ sich laut Assekurata auch nicht durch den Gewinnanstieg im Versicherungsgeschäft kompensieren, wodurch insgesamt auch das Rohergebnis nach Steuern marktweit um 0,3 Mrd. Euro auf rund 5,7 Mrd. Euro sank.</p><h5>Mehr als drei Viertel der Vollversicherten entfallen auf „Big 10“</h5><p>Beim Personenwachstum in der Vollversicherung hat sich der Trend leichter Bestandsverluste fortgesetzt (2020: – 0,1%). Mehr als drei Viertel der vollversicherten Personen entfallen laut Assekurata auf die „Big 10“, Debeka (knapp 30%), AXA, DKV, SIGNAL IDUNA, Allianz Private Kranken, HUK-COBURG, Continentale, Bayerische Beamten KK, Generali Deutschland und Barmenia. Beitragsseitig verzeichnete die Branche ähnlich wie 2010 und 2017 zwar einen Rekordzuwachs von rund 1,8 Mrd. Euro, der jedoch wiederum zu einem Großteil auf Beitragsanpassungen – diesmal vor allem in der besonders zinssensitiven Pflegeversicherung – beruht.</p><p>Da der Rechnungszins im Zuge der durchgeführten Beitragsanpassungen im Branchenschnitt mittlerweile nur noch bei 2,66% liegt, betrug die Zinsanforderung 2020 lediglich 7,5 Mrd. Euro. Ohne Absenkung, also bei einem Rechnungszins von 3,50%, hätte sie bei 9,8 Mrd. Euro gelegen. „Dies verdeutlicht die entlastende Wirkung des aktuariellen Unternehmenszinses auf die Unternehmen, für die dadurch eine Fortsetzung der Niedrigzinsphase zumindest ökonomisch kein Problem darstellen dürfte“, erläutert Reichl. Ein Indiz hierfür sind auch die Solvenzquoten, die in der PKV ohne Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassung mit durchschnittlich 397% deutlich höher ausfallen als in der Lebensversicherungssparte mit durchschnittlich gut 200%. Die Kehrseite der Medaille sind jedoch die damit einhergehenden Beitragssteigerungen in der Voll- und Pflegeversicherung, die bei Kunden und Vermittlern für Verunsicherung sorgen und unternehmensseitig das Neugeschäft bzw. das Bestandswachstum negativ tangieren.</p><h5>Stagnation in der Pflegezusatzversicherung</h5><p>Besonders deutlich wird dies aktuell in der Pflegezusatzversicherung, die im Geschäftsjahr 2020 netto nach Verträgen aller Voraussicht nach stagnierte. Ursächlich dafür: Ein Neugeschäftsrückgang von rund 30% und ein Stornoanstieg von 70%, jeweils gemessen in Monatssollbeiträgen. Die Verteuerung der Beiträge aufgrund des PSG II hat die Zahl der Leistungsempfänger in der sozialen und privaten Pflegepflichtversicherung von 2016 bis 2019 um knapp 45% und die Leistungsausgaben um rund 41% von 29,95 Mrd. Euro auf 42,27 Mrd. Euro ansteigen lassen. Aus diesem Grund werden die Unternehmen die Beiträge in der privaten Pflegepflichtversicherung für Beamte zum 01.07.2021 erneut anheben.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Transformation vom Kostenerstatter zum Gesundheitsdienstleister--><h5>Transformation vom Kostenerstatter zum Gesundheitsdienstleister</h5><p>Aber: Die Versicherer arbeiten laut Assekurata auch weiterhin stark daran, sich vom reinen Kostenerstatter zum Gesundheitsdienstleister zu transformieren. Dieser Entwicklung sei natürlich auch der durch Corona ausgelöste Digitalisierungsschub förderlich gewesen. Deutliche Luft nach oben gibt es diesbezüglich laut Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will aber noch in der Bekanntmachung der einzelnen Services unter den Kunden. Die PKV müsse auf diesem Feld Mitinitiator und Innovator sein, so Will, der als aktuelles Beispiel ein Impfzertifikat nannte, das nun in einer App hinterlegt werden könne, sodass jeder den Nachweis seiner Corona-Impfung immer griffbereit dabeihabe. Anhand solcher Beispiele könne die Branche die Massenaufmerksamkeit für ihre Gesundheitsdienstleistungen vonseiten ihrer Versicherten bekommen.</p><p>Des Weiteren hat Assekurata untersucht, dass der Tarifwechsel in der PKV kein Massenphänomen ist und die Honorarberatung hier kaum eine Rolle spielt. Der Anteil der Vollversicherten, die bereits den Tarif oder Selbstbehalt gewechselt haben, hat sich seit 2016 im Assekurata-Durchschnitt kaum verändert – knapp zwei Drittel der Tarifwechsel werden über den Vermittler durchgeführt, lediglich 6% über externe Honorarberater. Hier zeige sich, dass persönliche Ansprechpartner eine hohe Bedeutung hätten, dass die persönliche Betreuung und Beratung einen wesentlichen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit ausübe. Kunden, die einen Tarifwechsel über Honorarberater vornähmen, zeigten auch eine höhere Bereitschaft zur (theoretischen) Rückkehr in die GKV, so Assekurata. </p><h5>Ausblick: Beitragsanpassungsdruck und Budgettarife</h5><p>Und wie steht es um den Blick in die Zukunft? „Bereits zu Beginn des Jahres hatten die Gesellschaften die Beträge in der Vollversicherung marktweit so stark angepasst wie seit 2010 nicht mehr“, erklärt Gerhard Reichl. Im Durchschnitt der von Assekurata gerateten Krankenversicherer erhöhten sich die Bestandsbeiträge im Beihilfesegment um 5,7% und im Nicht-Beihilfebereich um 7,7%. „Nachhaltige Ruhe an der Beitragsfront ist vorerst nicht in Sicht, schon allein aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase, die auch in den kommenden Jahren durch weitere Rechnungszinsabsenkungen für Beitragsanpassungen sorgen dürfte“, mahnt Dr. Reiner Will. Für 2021 erwartet Assekurata in der Vollversicherung keine wesentlichen Veränderungen beim Personenwachstum, geht aufgrund der durchgeführten Beitragsanpassungen jedoch von einem erneuten Rekordbeitragszuwachs von erstmals über 2 Mrd. Euro aus. Auch ertragsseitig dürfte 2021 deshalb ein positives Jahr für die Branche werden. Wachstumspotenzial sieht Assekurata auch in den Budgettarifen der betrieblichen Krankenversicherung, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Die ersten Budgettarife hatte die ALH Gruppe im August 2018 auf den Markt gebracht, gut ein Jahr später gefolgt von der Gothaer (September 2019), der Continentale im November 2020 sowie der Allianz und der Barmenia, die kurz nacheinander im April und Mai 2021 ihre Budgettarife präsentierten. Jüngstes Mitglied im Kreis der Budgettarifanbieter ist die SDK, die ihre Budgettarife im Juli 2021 ganz frisch dem Markt vorstellt.</p><p>Interessenten können den Bericht für die Krankenversicherung nebst einer begleitenden Videopräsentation auf der Internetseite <a href="https://www.assekurata.de&quot; target="_blank" >www.assekurata.de</a&gt; erwerben. (ad)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Marco2811 – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/3ABD6BBE-6F8B-4F06-9942-9E98FF8133CF"></div>

152175 Wed, 16 Jun 2021 01:35:10 +0200 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement
„Baufinanzierungskunden bleiben in Deutschland auf der vorsichtigen Seite“ https://www.asscompact.de/nachrichten/%E2%80%9Ebaufinanzierungskunden-bleiben-deutschland-auf-der-vorsichtigen-seite%E2%80%9C

<h5>Herr Rompf, Sie haben eine Studie zum deutschen Markt für Wohn­immobilien erstellt. Wie ist denn die Lage dort?</h5><p>Der Immobilienmarkt präsentiert sich sehr robust. Als wir letztes Jahr im März mit der Corona-Pandemie konfrontiert wurden, war die Frage, was passiert jetzt? Kaufen die Leute auch im Home-Office Immobilien oder haben sie andere Sorgen und Themen? Es gab große Bedenken, dass der Markt ins Stocken geraten könnte, zumal wir zuvor seit über zehn Jahren eine Immobilienhausse erlebten, in der sich die Preise vor allem in den Metropolen mindestens verdoppelt hatten. </p><p>Parallel dazu hat sich das durchschnittliche Darlehensvolumen ebenfalls mehr als verdoppelt. Es gab daher im Frühjahr 2020 Bedenken, dass diese Hausse endet. Nach wenigen Monaten haben wir aber bereits gemerkt, dass sie weitergehen wird. Wir haben im vergangenen Jahr 10% mehr Geschäft gemacht als 2019. </p><h5>Und wie ging es in diesem Jahr weiter?</h5><p>Noch dynamischer. Wir haben Quartalszuwächse von weiteren 25%, und das bei über 30 Filialen in ganz Deutschland. Der Boom ist also nicht nur auf einzelne Städte begrenzt. Die Leute kaufen Immobilien, obwohl die Preise bereits sehr hoch sind. In Frankfurt finden Sie keinen Neubau mehr unter 8.000 Euro pro m<sup>2</sup>, in München müssen Sie sogar mit 10.000 Euro rechnen. 100 m<sup>2</sup> kosten dann bereits 1 Mio. Euro.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Sind das noch Summen, die man sinnvoll finanzieren kann?--><h5>Sind das noch Summen, die man sinnvoll finanzieren kann?</h5><p>In den Metropolen können sich häufig nur noch gut und doppelt verdienende Haushalte eine Immobilie finanzieren. Die durchschnittlichen Einkommen der Kunden, die bei uns finanzieren, gehen immer weiter nach oben. Im Schnitt lag die Darlehenssumme bei 543.000 Euro. Das ist allein innerhalb eines Jahres ein Plus von rund 50.000 Euro bzw. 12%. Parallel dazu steigen die Einkommen, die diese Summen finanzieren. Im vergangenen Jahr lag das durchschnittliche Haushaltseinkommen bei 5.700 Euro netto. Jetzt sind es bereits 5.900 Euro.</p><h5>Offenbar gibt es aber immer noch genügend Menschen, die solche Einkommen haben, wenn die Nachfrage so groß ist, dass die Preise weiter anziehen …</h5><p>Das ist so. In den Metropolen beschränken sich die Wohnwünsche mittlerweile aber ausschließlich auf Wohnungen. Häuser gibt es dort nicht mehr. Das ist nicht mehr leistbar. Dass wir 2020 trotzdem mehr Häuser finanziert haben, zeigt, dass Familien wieder stärker auf das Umland setzen, wo ein Häuschen noch eher realistisch ist. Dazu hat auch die Pandemie beigetragen. Früher wollten alle in die Stadt. Das geht bei diesen Preisen nicht mehr. Durch das vermehrte Home-Office können sich zudem mehr Leute vorstellen, etwas weiter außerhalb der Metropolen zu wohnen, weil sie nicht jeden Tag ins Büro fahren müssen.</p><h5>Wie gehen die Banken mit dieser Gesamtsituation um. Sind sie angesichts der Preisrallye vorsichtiger geworden?</h5><p>Die Banken werden in der Tat etwas vorsichtiger. Sie wollen nicht in irgendeine Blase hinein zu 100% finanzieren. Sie sind aber ohnehin durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie zu einer ordentlichen Prüfung verpflichtet. Unter dem Strich ist die Immobilienfinanzierung aber fast das einzige Geschäft, an dem sie überhaupt noch etwas verdienen. Entsprechend wird es ein Kerngeschäft der Banken bleiben. </p><h5>Sind die Kunden ähnlich umsichtig wie die Banken oder sind sie aufgrund der historisch niedrigen Zinsen fahrlässiger geworden?</h5><p>Auch die Kunden bleiben in Deutschland auf der vorsichtigen Seite. Die Tilgungsmentalität ist weiter gut. Die Tilgung liegt im Schnitt weiter bei etwa 3%. Der Beleihungsauslauf ist ebenfalls relativ stabil. Er liegt weiterhin bei unter 90%. Auch das spricht nicht dafür, dass Kunden die Baufinanzierung auf die leichte Schulter nehmen. Oft werden zudem Ersatz­sicherheiten wie etwa das Haus der Eltern zur Verfügung gestellt. Die Politik muss also keine Angst haben, dass sich die Immobilieninteressenten zu hoch verschulden. Die Verschuldung ist immer noch in einem vertretbaren, gesunden Rahmen. </p><p>Kunden sichern sich die Zinsen zudem für längere Zeiträume als früher. Waren früher zehnjährige Zinsbindungen besonders beliebt, sind es heute 15-jährige. Über 40% unserer Finanzierungen haben heute 15-jährige Zinsbindungen. Weitere 14% unserer Kunden schließen sogar 20-jährige Zinsbindungen ab. Es gibt aber natürlich auch kürzere Zinsbindungen, weil der Aufpreis nicht immer leistbar ist oder weil Kunden davon ausgehen, dass die Zinsen dauerhaft auf niedrigem Niveau verbleiben werden.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Die Bauzinsen sind zuletzt aber leicht gestiegen. Was das eher ein kleines Aufflackern oder der Beginn einer größeren Zinswende?--><h5>Die Bauzinsen sind zuletzt aber leicht gestiegen. Was das eher ein kleines Aufflackern oder der Beginn einer größeren Zinswende?</h5><p>Das dürfte eher ein kleines Aufflackern sein. Eine starke Steigerung der Baufinanzierungszinsen gibt das Umfeld nicht her. Die Verschuldung der Staaten ist durch die Pandemie nicht niedriger, sondern deutlich höher geworden. Natürlich werden aktuell ein paar Inflationsängste kolportiert. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir tatsächlich eine größere Inflation bekommen.</p><h5>Sie unterscheiden in ihrer aktuellen Baufinanzierungsstudie zwischen Anlegern und Eigennutzern. Wie unterscheiden sich beide denn bei der Finanzierung?</h5><p>Der Kapitalanleger orientiert sich primär an der Rendite. Ob diese in den Metropolen noch auskömmlich ist, ist fraglich. Die Renditeaussichten sind mit etwa 1 bis 2% oft schlicht zu gering. Daher investieren Anleger vermehrt in die Rand­lagen, wo zumindest noch Renditen von 3% erzielt werden können. Der Kapitalanleger will zudem möglichst wenig Eigenkapital einbringen und kauft nur Eigentumswohnungen und keine Häuser. Im Schnitt verdienen Anleger wesentlich mehr. Da sind wir bei Haushaltseinkommen von rund 9.000 Euro. Bei diesen Einkommen und den entsprechenden Vermögen könnte auch die Vermeidung von Negativzinsen bereits eine Rolle spielen.</p><h5>Eine größere Rolle spielen seit Corona auch digitale Wege der Beratung. Welche Auswirkungen hatte das bei Hüttig & Rompf?</h5><p>Die Beratungen werden auch bei uns derzeit überwiegend mit digitalen Kommunikationsmitteln wie Teams geführt. Ab und zu kommt auch mal ein Kunde in die Filialen, aber der Großteil nutzt die Video­beratung – und das, obwohl wir stark von der persönlichen Beratung leben. Andererseits profitieren Berater wie wir auch davon, dass der Kunde weniger die Beratung in einer lokalen Bankfiliale in Anspruch nimmt. Er informiert sich über das Internet und findet dort Experten wie Hüttig & Rompf oder andere unabhängige Baufinanzierungsvermittler. </p><h5>Bleibt persönliche Beratung in der Baufinanzierungsberatung trotz digitaler Möglichkeiten wichtig?</h5><p>Definitiv. Im Gegensatz zu einigen großen Konkurrenten machen wir ausschließlich persönliche Beratung und fahren auf Wunsch auch zum Kunden. Eine Baufinanzierungsberatung braucht Zeit, denn es ist in vielen Fällen eine der wichtigsten Finanzentscheidungen des Lebens. Entsprechend gut muss die Finanzierung zur jeweiligen Lebensphilosophie des Kunden passen. Und diese findet man nur im persönlichen Gespräch heraus – ob jetzt über Video oder in normalen Zeiten beim Kunden zu Hause oder in einer unserer Filialen. Wir werden nie ein Telefon­berater werden. Wichtig ist auch, den Kunden nach dem Abschluss zu begleiten, sodass zum Beispiel die Auszahlungen an Bauträger oder Haushersteller klappen. Die haben oft strikte Vorgaben. Ansonsten kann es zu ärgerlichen Verzögerungen kommen.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Alva Steury – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/A196DD2E-0AE2-4666-B452-177D8597BD44"></div>

152178 Tue, 15 Jun 2021 22:39:13 +0200 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement
Pflegereform hat 7 Mrd. Euro für die GKV im Gepäck https://www.asscompact.de/nachrichten/pflegereform-hat-7-mrd-euro-f%C3%BCr-die-gkv-im-gep%C3%A4ck

Mit den Stimmen der Großen Koalition hat der Bundestag am vergangenen Freitag, dem 11.06.2021, das sogenannte Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung verabschiedet. Das Bundeskabinett hatte sich erst Ende Mai auf die Eckpunkte für eine umfassende Pflegereform verständigt (AssCompact berichtete).

Orientierung an flächendeckenden Tarifen verhindert

Kernstück des Gesetzes ist die flächendeckende Durchsetzung von Tariflöhnen in der Pflege. Ab dem 01.08.2022 werden dementsprechend nur noch Pflegeeinrichtungen zur Versorgung zugelassen, die ihre Pflege- sowie Betreuungskräfte mindestens in Höhe eines Tarifvertrags oder einer kirchenarbeitsrechtlichen Regelung entlohnen. Kritiker wenden ein, dass diese Regelung durch sogenannte Gefälligkeitstarifverträge von Kleinstgewerkschaften mit Pflegeanbietern unterlaufen werden können. Eine Orientierung an flächendeckenden Tarifverträgen war am Widerstand der Arbeitgeber gescheitert. Jetzt sollen sich die Pflegeanbieter zumindest an ortsüblichen Tarifen orientieren.

Entlastung beim Pflegeeigenanteil

Das Gesetz sieht außerdem vor, dass Pflegebedürftige vor einer Überforderung durch steigende Pflegekosten geschützt werden sollen. Um das zu gewährleisten, zahlt die Pflegeversicherung bei der Versorgung im Pflegeheim zukünftig neben dem Leistungsbeitrag (nach Pflegegrad) einen Zuschlag, der mit der Dauer der Pflege steigt. Der Zuschlag beträgt im ersten Jahr 5% des pflegebedingten Eigenanteils, im zweiten Jahr 25% und ab dem dritten Jahr 75%.

Weitere Maßnahmen

Außerdem werden die Sachleistungsbeträge in der ambulanten Pflege um 5% erhöht. Die Entscheidungsbefugnisse der Pflegekräfte bezogen auf die Auswahl von geeigneten Pflegehilfsmitteln werden gesteigert. Der Gesetzgeber schafft Anreize für einen Ausbau der Kurzzeitpflege und bringt auch hier finanzielle Erleichterungen für Pflegebedürftige, die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Des Weiteren wird ein Anspruch auf bis zu zehntägige Übergangspflege im Krankenhaus eingeführt, für den Fall, dass die Versorgung nach einem Krankenhausaufenthalt nicht unmittelbar gewährleistet werden kann.

Finanzierung

Finanziert wird das Reformpaket durch Bundeszuschüsse in Höhe von 1 Mrd. Euro pro Jahr ab 2022. Das wird aber nicht ausreichen, da Bundesgesundheitsminister Spahn die Kosten der Reform mit 3 Mrd. Euro beziffert hatte. Außerdem steigt der Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte.

Bundeszuschuss für die gesetzlichen Krankenkassen

Verbunden mit der Pflegereform wurde auch gleich der Bundeszuschuss in Höhe von 7 Mrd. Euro für die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2022 durchgewunken. Dieser Zuschuss ist nötig, um den Zusatzbeitragssatz zur GKV weiterhin stabil bei 1,3% zu halten und so den Sozialversicherungsbeitragssatz nicht über 40% hinaus steigen zu lassen. (tku)

Bild: © iwstock – stock.adobe.com

152174 Tue, 15 Jun 2021 16:59:45 +0200 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement
Alternative Finanzierungsformen gefragt wie nie https://www.asscompact.de/nachrichten/alternative-finanzierungsformen-gefragt-wie-nie
Von Marc-Oliver Knobloch, Leiter Firmenkunden der creditshelf AG

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden nach wie vor den Grundpfeiler unserer Wirtschaft. Das belegen auch die aktuellen Ergebnisse des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung. Sie zeigen: 99,5% aller Unternehmen in Deutschland sind KMU. Man kann also behaupten, ohne Mittelstand geht in der deutschen Wirtschaft nicht viel.

Unterstützung dringend nötig

Umso wichtiger ist es, die KMUs auch in ihren unterschiedlichen Finanzierungssituationen ausreichend zu unterstützen. Denn der deutsche Mittelstand hat sich vielen Widrigkeiten zu stellen, und das nicht erst seit der Corona-Krise. Es gilt, sich für die Zukunft zu rüsten und die Unternehmensdigitalisierung weiter voranzutreiben. Doch die Finanzierung notwendiger Investitionen wird für die KMU immer schwieriger.

Klassische Finanzierungen reichen nicht mehr aus

Der Grund für den schlechten Kreditzugang für KMU liegt vor allem in der strengeren Banken­regulierung als Folge der Finanzmarktkrise 2008. Die damit ver­bundene reguliertere Kreditvergabe erschwert besonders den kleinen Unternehmen den Kreditzugang. In einer Befragung der KfW aus dem Jahr 2020 schätzte knapp ein Viertel der Unternehmen mit bis zu 1 Mio. Euro Jahresumsatz den Kreditzugang als „schwierig“ ein. Im Vergleich zu großen Unternehmen berichten kleine Unternehmen damit rund drei- bis viermal häufiger von Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe als große.

Höheres Risiko für externe Geldgeber

Die Schwierigkeiten kleinerer Unternehmen haben folgenden Grund: Ähnlich wie junge Unternehmen sind auch kleine Betriebe aufgrund ihres geringeren Potenzials für Besicherungen ein höheres Risiko für externe Geldgeber. Auch die eher geringen Finanzierungs­volumina sind für den Finanzierer oft weniger attraktiv, sodass der Kreditzugang für kleine Unternehmen deutlich erschwert wird. Und da deutsche Unternehmen bei der externen Finanzierung traditionell bankenorientiert sind, trifft es den Mittelstand zuerst, wenn sich die Hausbank bei der Kreditvergabe restriktiv verhält.

Investitionsfinanzierungen haben gerade in der Pandemie oberste Priorität

Dabei haben vor allem in schwierigen Zeiten wie der Corona-Pandemie Investitionsfinanzierungen oberste Priorität. Die Krise zeigt, dass viele mittelständische Unternehmen sich hinsichtlich des Zeitfaktors nicht mehr ausschließlich auf Banken und Sparkassen verlassen können. Denn es muss schnell gehen. Auch hinsichtlich der Kapazitäten können traditio­nelle Banken nicht mehr alles von sich aus stemmen. Allein schon bei den Überbrückungsfinanzierungen zur Sicherung des täglichen Geschäfts kommen viele Banken nicht mehr mit. Es wird klar: Finanzierungs­alternativen müssen her.

Finanzierungsalternativen schließen die Lücke

Heutzutage gibt es bei der Unternehmensfinanzierung viele Alternativen zu traditionellen Banken. Vor allem für KMU gilt es bei der Finanzierung neue Wege zu gehen. Denn bei vielen Mittelständlern sind klassische Finanzierer längst nicht mehr die einzige Anlaufstelle. Es gibt aktuell viele andere Möglichkeiten, das Vorhaben über bankenunabhängige Finanzierungsalternativen zu realisieren. Als sinnvolle Ergänzung zum unternehmenseigenen Finanzierungsmix verfügen sie gegenüber klassischen Banken über maßgeschneiderte Lösungen, die sich den Bedürfnissen der Unternehmen anpassen. Und das ist genau das, was der Mittelstand jetzt braucht.

Mittelstand drängt auf Tempo

Die Ergebnisse des Finanzierungsmonitors 2020 von creditshelf zeigen: Der Mittelstand drängt auf Tempo. Denn laut der Studie wünschen sich 43% der befragten Unternehmen eine größere Unabhängigkeit von der Hausbank. Insofern interessiert sich knapp jedes zweite Unternehmen für eine Finanzierung über eine Online-Plattform, wenn das die Kreditentscheidung beschleunigen würde. Die früher traditionell enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmensleitung und Firmenkundenberater der Hausbank rückt immer weiter in den Hintergrund, da heutzutage dem Mittelstand innovative Alternativen für Finanzierungs- und Payment-Lösungen zur Verfügung stehen. So wird es für vor allem für KMU einfacher, sich nach neuen oder ergänzenden Partnern umzusehen, die besser zum jeweiligen Profil des Unternehmens und den sich verändernden Anforderungen passen.

Zunehmende Emanzipation von der Hausbank

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten erleben in diesem Umfeld eine stark steigende Nachfrage. Das liegt vor allem auch daran, dass sich die Emanzipation von der Hausbank für die Unternehmen oft vorteilhaft auf Finanzierungsverhandlungen auswirkt, weil sie selbstbewusster und offensiver auftreten können.

Waren die Unternehmen früher oft in der Rolle des Bittstellers, können sie sich heute das beste Angebot aussuchen. Zu den ergänzenden Anbietern gehören auch Online-Kreditplattformen wie creditshelf. Mit dem technologiebasierten Geschäftsmodell bieten sie insbesondere Mittelständlern und stark wachsenden Scale-up-Unternehmen einen schnellen und unbürokratischen Weg zur Unternehmens­finanzierung. Und das, ohne dass der persönliche Kontakt zum Kunden verloren geht.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 05/2021, Seite 82 f., und in unserem ePaper.

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152172 Tue, 15 Jun 2021 14:37:50 +0200 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement
Neu auf DKM365: Blutspende / JMA / KMU https://www.asscompact.de/nachrichten/neu-auf-dkm365-blutspende-jma-kmu

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152169 Tue, 15 Jun 2021 13:48:44 +0200 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement
Renditen und Ratings offener Immobilienfonds unter Druck https://www.asscompact.de/nachrichten/renditen-und-ratings-offener-immobilienfonds-unter-druck

Scope hat die Ratings von 15 offenen Immobilienfonds aktualisiert. Sechs Fonds wurden dabei herabgestuft, vor allem aufgrund gesunkener Renditen. Neun Fonds behielten ihr Rating. Relevantester Risikofaktor der Fonds ist Scope zufolge die weitere konjunkturelle Entwicklung. Während die meisten Anlageklassen im vergangenen Jahr einen harten Einbruch und anschließend eine kräftige Erholung erlebten, zeigten offene Immobilienfonds durchweg Stabilität. Die durchschnittliche Volatilität der Fonds lag unter 1%.

Anhaltend hohe Zuflüsse

Anleger belohnten die Stabilität im vergangenen Jahr mit hohen Nettomittelzuflüssen in Höhe von 7,8 Mrd. Euro. Damit kamen sie zwar nicht ganz an den Wert von 2019 von 10,4 Mrd. Euro heran. Dennoch führten die Zuflüsse weiter zu vergleichsweise hoher Liquidität von durchschnittlich 17,2% des Fondsvermögens sowie zu beträchtlichen Immobilienankäufen von insgesamt 8,3 Mrd. Euro.

Renditen im Sinkflug

Wesentlicher Treiber der aktuellen Downgrades ist laut Scope das gesunkene Renditeprofil. Während die 15 analysierten Fonds im Jahr 2019 noch eine durchschnittliche Rendite von 3,2% erzielten, waren es im Jahr 2020 nur noch 2,1%. Das Spektrum reichte dabei von – 1,0% bis zu + 5,1%. Für das gesamte Jahr 2021 erwarten die Scope-Analysten sogar nur noch eine durchschnittliche Rendite von rund 1,5%. „Das veränderte Renditeprofil der Fonds zeigt, dass sich die Risiken, die im vergangenen Jahr bereits zu Rating-Herabstufungen führten, nun materialisieren“, kommentiert Sonja Knorr, Head of Alternative Investments bei Scope Analysis. Vor allem jene Fonds mit größerem Bestand an Hotelimmobilien und Shopping-Centern mussten demnach Einnahmeeinbußen und Wertkorrekturen hinnehmen.

Im Schnitt weiter gute risikoadjustierte Renditen

Das durchschnittliche Rating der 15 Fonds liegt bei „a-AIF“. Insgesamt lasse sich aus Anlegersicht damit noch eine gute risikoadjustierte Rendite erwarten. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf die konjunkturelle Entwicklung und auf die Immobilienmärkte bleiben Scope zufolge der relevanteste Risikotreiber. Wie stark und nachhaltig die wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr vor allem in Europa und Nordamerika ausfallen wird, habe maßgeblichen Einfluss auf Vermietungsaktivitäten, mögliche Mieteinnahmenausfälle und Immobilienbewertungen der Fonds. (mh)

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152168 Tue, 15 Jun 2021 11:49:28 +0200 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement