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Franke & Bornberg Research GmbH

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Franke und Bornberg beleuchtet erstmals Pflegetagegeldtarife

Im Rahmen eines neuen Ratings hat das Analysehaus Franke und Bornberg Pflegetagegeldversicherungen unter die Lupe genommen. 130 Tarife von 33 Gesellschaften standen auf dem Prüfstand. Wie das Rating zeigt, sind Spitzenbewertungen für Pflegetagegeld selten. Zudem wurde das Rating Pflegerente aktualisiert.

Zum ersten Mal hat Franke und Bornberg Pflegetagegeldversicherungen bewertet und die Ergebnisse des neuen Ratings nun vorgestellt. Mit über drei Millionen Verträgen ist das Pflegetagegeld die häufigste Form der privaten Pflegevorsorge. Für jeden Tag der Pflegebedürftigkeit gibt es einen festen Betrag. Bei ambulanter Pflege erhöht sich das Tagegeld meist mit dem Pflegegrad. Seit dem Jahr 2017 zahlen Heimbewohner unabhängig vom Pflegegrad denselben einrichtungseinheitlichen Eigenanteil. Darauf haben Versicherer laut Franke und Bornberg reagiert: Viele Tarife sehen ab Pflegegrad 2 einen konstanten Betrag im Heim vor. Bei einigen Tarifen lässt sich die Leistung auch je Pflegegrad frei wählen.

Trends bei Pflegetageldtarifen: Monatsgelder

Den Analysten zufolge erhalten Versicherte bei neueren Tarifen bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit oft einmalig einen Betrag von 1.000 bis 15.000 Euro oder aber ein Vielfaches des Tagessatzes. Einzelne Anbieter würden das Tagegeld durch eine Monatsleistung ersetzen. „Monatsgelder sind unter dem Strich zwar gleich hoch, aber sie nähern sich sprachlich Produkten wie der Pflegerente oder der BU-Rente an, die ebenfalls auf Monatsbasis abgeschlossen werden. Das erleichtert den Vergleich unterschiedlicher Produktkonzepte“, erklärt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.

130 Tarife von 33 Versicherern auf dem Prüfstand

Das neue Rating Pflegetagegeld von Franke und Bornberg bewertet Tarife anhand von 61 Kriterien und vergibt maximal 3.610 Punkte. Besonders stark gewichtet haben die Analysten Assistance-Leistungen, Dynamik und eine kundenfreundliche Staffelung nach Pflegegraden. Auch die Finanzstärke des Anbieters – bewertet auf Grundlage des map-reports – hat Franke und Bornberg bei der Bewertung berücksichtigt.

Auf Grundlage der Gesamtpunktzahl wurden die Tarife einer von sieben Klassen zugeordnet – von FFF+ (hervorragend) bis F- (ungenügend). Dem Analysehaus zufolge sind für die Bestwertung FFF+ 85% der möglichen Punkte notwendig. Ab der Note F+ (ausreichend) gelten zudem Mindeststandards, die mit jeder Klasse anspruchsvoller werden. Um zur Spitzengruppe zu gehören, muss zum Beispiel bei einem Tarif ein Pflegeplatz innerhalb von 24 Stunden vermittelt werden und Beitragsfreiheit für Versicherte mit Pflegegrad 5 gewährleistet sein.

Spitzenbewertungen für Pflegetagegeld sind rar

Wie die Ergebnisse des Ratings zeigen, ist die Spitzengruppe recht überschaubar. Lediglich für acht Produkte gibt es die Höchstnote „hervorragend“ (FFF+). Dies entspricht einem Anteil von 6,2% aller beleuchteten Tarife. 33 Tarifen bzw. 25,4% bescheinigen die Analysten die Note „sehr gut“ (FFF). Sechs Tarife bzw. 4,6% erhalten die Note „gut“ (FF+). Fast die Hälfte der Tarife kommt hingegen nicht über ein „ausreichend“ oder eine schlechtere Bewertung hinaus.

 

Franke und Bornberg beleuchtet erstmals Pflegetagegeldtarife

 

Wie Franke und Bornberg erläutert, zeichnen sich Spitzenprodukte mit Leistungen ab Pflegegrad 1 aus, einer 100%-Leistung bei stationärer Pflege ab Pflegegrad 2, Dynamik, Nachversicherungsgarantie und Assistance-Leistungen. Schwächere Tarife würden meist an denselben Aspekten scheitern.

Sieben Versicherer mit Bestnote für mindestens einen Tarif

Die Höchstwertung „hervorragend“ (FFF+) erreichen für einen oder mehrere Tarife die folgenden Unternehmen (in alphabetischer Reihenfolge):

Allianz Private Krankenversicherung, Concordia, HUK-COBURG, IDEAL, INTER, NÜRNBERGER und Versicherer im Raum der Kirchen.

Aktualisiertes Rating Pflegerente

Parallel zum neuen Rating Pflegetagegeld hat Franke und Bornberg auch ein Update des bestehenden Ratings Pflegerente vorgelegt. Mit rund 240.000 Verträgen (Bestand Ende 2024) bleibt die Pflegerente nach wie vor in einer Nebenrolle. Die Versicherer bieten den Schutz in der Regel in zwei oder drei Varianten an. In den Basisvarianten gibt es Leistungen erst ab Pflegegrad 4 oder 5 – sie wenden sich insbesondere an preissensible Kunden.

Angebot und Qualität bei Pflegerente-Tarifen unverändert

Den Analysten zufolge sind Angebot und Qualität unverändert. Derzeit haben sechs Lebensversicherer insgesamt 53 Tarife im Angebot, denen Franke und Bornberg eine überwiegend mittlere Qualität bescheinigt. Knapp zwei Drittel schneiden mit der Note „gut“ (FF+) ab. Es handelt sich dabei um Offerten von IDEAL, Swiss Life und Zurich.

 

Franke und Bornberg beleuchtet erstmals Pflegetagegeldtarife

 

„Pflegerenten sind schon seit 30 Jahren auf dem Markt, aber sie haben nie richtig Fuß gefasst“, sagt Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg. Die Ursache hierfür sieht der Experte vor allem beim Preis. „Pflegerenten werden als Produkt der Lebensversicherung oft mit einer bis zum Alter 65 oder 67 befristeten Beitragszahlung angeboten. Das lässt die Prämien gegenüber Krankentarifen deutlich teurer erscheinen – dabei werden letztere meist lebenslang bezahlt“, so Monke weiter.

Fazit: Pflegeparadoxon bleibt

Spitzenbewertungen für Pflegetagegeld sind selten, doch viele Tarife liegen dicht dahinter und bieten solide Leistungen, so das Resümee der Analysten. Pflegerenten hingegen fristen weiterhin ein Nischendasein und sind von überwiegend mittlerer Qualität.

Je höher die Eigenanteile für stationäre Pflege steigen, desto relevanter wird private Vorsorge. Doch das Pflegeparadox bleibe, so Franke und Bornberg: Für junge Menschen sei Pflegeschutz günstig, aber uninteressant. Ältere würden den Bedarf erkennen, könnten sich ihn aber häufig nicht mehr leisten.

Weitere Informationen zum neuen Rating Pflegetagegeldversicherung gibt es auf der Website von Franke und Bornberg ebenso wie die Ergebnisse des aktuellen Ratings Pflegerentenversicherung. (tik)

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map-report: Die stabilsten BU-Versicherer

Franke und Bornberg hat das aktuelle map-report BU-Stabilitätsrating veröffentlicht. Dieses Jahr können wieder mehr Versicherer die Höchstbewertung erhalten als im Vorjahr. Der ungebrochene Preiswettbewerb trifft auf eine laxere Risikoprüfung – und das kann langfristig Spuren im Bereich der Stabilität hinterlassen.

Der bereits seit Jahren zu beobachtende Preiswettbewerb in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist noch nicht ausgefochten, ganz im Gegenteil. Versicherer kalkulieren aggressiver denn je, Durchschnittsprämien werden teils um mehr als 40% unterschritten, erklärt das Analysehaus Franke und Bornberg. Gleichzeitig reduzieren immer mehr Versicherer die Abfragezeiträume in der Risikoprüfung. Welche BU-Versicherer sind angesichts dieser Entwicklungen am stabilsten aufgestellt? Dieser Frage geht die neunte Auflage des map-reports BU-Stabilitätsrating nach.

Bewertungsverfahren nachgeschärft

Im diesjährigen map-report haben die Experten vier Bereiche analysiert: Prämie, kalkulatorische Risiken, Stabilität und Finanzstärke. Im Fokus steht dabei nicht der aktuelle Preis, sondern ob Annahmeregeln, Tarifpolitik, Überschüsse und Unternehmenskennzahlen das Leistungsversprechen dauerhaft tragen, erklärt Franke und Bornberg.

Zudem hat das Analysehaus mehrere Punkte im Bewertungsverfahren geschärft. Zum einen sind für das aktuelle Rating erweiterte Parameter für kalkulatorische Risiken in die Bewertung eingeflossen, beispielsweise im Bereich Nachversicherungsgarantien, Umorganisation und Verweisung. Zum anderen nutzen die Experten nun einen mehrjährigen Prämienvergleich als neuen Maßstab: Die Versicherer, die ihre Prämien im Zeitverlauf übermäßig unter dem Marktmittel gesenkt haben, werden abgewertet, laut Franke und Bornberg ein Korrektiv für kurzfristiges Preisdumping.

Fünf Versicherer mit Bestnote im map-report

Insgesamt sind die Ergebnisse von 53 Versicherern aufgeführt. Vier der Teilnehmer haben sich dem noch umfangreicheren BU-Unternehmensrating gestellt, das interne Kennzahlen und Prozesse mit in die Bewertung einbezieht. 15 der Unternehmen erhalten aufgrund der verfügbaren Daten nur eine Teilbewertung (siehe Grafik).

Unter den Anbietern mit map-Bewertung erhalten fünf Anbieter die höchste Bewertung von mmm+. Im Vorjahr waren es drei. Es sind die folgenden:

  • Continentale (85,5%)
  • LV 1871 (83,4%)
  • Allianz (82,2%)
  • HUK-Coburg (81,4%)
  • Debeka (80,9%)

Hinter der Spitzengruppe folgt ein dichtes Mittelfeld. Insgesamt tummeln sich 23 Versicherer, darunter Provinzial, AXA, Württembergische, Swiss Life und R+V, in der Gruppe der Unternehmen, die in der Gesamtbewertung zwischen 79,9% und 71,1% erhalten haben. Hier entscheiden oft wenige Punkte in einem Teilbereich über mehrere Plätze.

 

map-report: Die stabilsten BU-Versicherer

 

Für die Bestnote mmm+ („hervorragend“) müssen Unternehmen mindestens 80% der Gesamtbewertung mit Mindestbestandgröße erreichen. Für die zweitbeste Bewertung mmm („sehr gut“) sind es 75%, die Bewertung mm („gut“) gibt es ab einer Gesamtbewertung von 65%.

Von den vier Anbietern, die sich auf dem BU-Unternehmensrating gestellt haben, erreichen drei die Bestbewertung FFF+ („hervorragend“):

  • Nürnberger
  • HDI
  • Ergo Vorsorge

Mit der Stuttgarter und der Generali erhalten zwei weitere die Bewertung FFF („sehr gut“). Die Generali hatte letztes Jahr noch die Bestbewertung erhalten, die Stuttgarter war im Vorjahr nicht im BU-Unternehmensrating gerankt worden.

Zunehmende Differenzierung bei der Prämienkalkulation

Die Prämienanalyse, die Franke und Bornberg auf Basis von zehn Musterfällen jeweils für Brutto- und Nettobeiträge durchführt, zeigt, dass sich an der Grunddynamik in der vergangenen Dekade trotz mehrfacher Absenkung des Rechnungszinses wenig geändert hat. So betrugen die durchschnittlichen Bruttoprämien im Jahr 2015 für einen Bankkaufmann 107,99 Euro, für einen Maschinenbauingenieur 103,34 Euro und für einen Tischler 228,94 Euro. 2026 lagen die Werte bei 111,84 Euro (Bankkaufmann), 81,67 Euro (Ingenieur) und 217,75 Euro (Tischler).

Besonders auffällig ist laut den Analysten die zunehmende Differenzierung der Berufsgruppen, vor allem bei vermeintlich risikoarmen Tätigkeiten. Diese Feinsteuerung stützt laut Meinung der Analysten den Trend zur Unterkalkulation.

„Wer bei der Prämienkalkulation zu weit geht, erkauft sich Neugeschäft auf Kosten der Stabilität – und das zahlen am Ende die Versicherten“, warnt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. „Gut ist wichtiger als günstig – das gilt in der BU mehr als in jedem anderen Produkt.“

Insgesamt erreichen zehn Gesellschaften in der Kategorie Stabilität die volle Punktzahl: Allianz, Continentale, Cosmos, Debeka, Ergo Vorsorge, Generali, HDI, LV 1871, NÜRNBERGER und Stuttgarter.

Fehler in der Kalkulation werden oft erst viel später sichtbar

Im Bereich kalkulatorische Risiken werden laut den Analysten kalkulatorische Risiken sichtbar gemacht, die im Produktvergleich leicht untergehen. „Hohe Dynamiksätze, weit gefasste Nachversicherungen oder zu schlanke Gesundheitsfragen können im Vertrieb attraktiv wirken“, sagt Reinhard Klages, Analyst des map-report. In der Summe seien es allerdings genau diese Details, die darüber entscheiden, ob ein Tarif für künftige Anpassungen anfällig ist.

Langfristige Stabilität ist wichtiger als ein günstiger Einstiegspreis, resümieren die Experten. Das gehe aber im täglichen Neugeschäft leicht unter. Zudem zeigen sich Fehler in der Kalkulation oft erst Jahre später.

Für die nahe Zukunft sehen die Analysten erst einmal keine Entspannung. Der Wettbewerb um gute Risiken dürfte anhalten, ebenso wie der Druck, Prämien niedrig zu halten und Tarifmerkmale vertrieblich weiter zu öffnen. Da viele der Schwächen in tariflichen Details bzw. der Antragslogik liegen, seien Verbesserungen jedoch grundsätzlich kurzfristig möglich. (js)

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Elementarpflichtversicherung: So hoch könnten Prämien steigen

Eine verpflichtende Elementarversicherung ist immer noch auf der politischen Agenda. Nun hat eine Studie ausgerechnet, wie hoch die Mehrkosten über alle 36 deutschen Risikozonen hinweg sein können. Um es kurz zu machen: Für Menschen, die in Zonen mit höherem Risiko wohnen, könnte es teuer werden.

Derzeit sind etwa 57% der deutschen Wohngebäude gegen Elementarschäden abgesichert. Wenn es nach der Politik ginge, wäre diese Zahl deutlich höher. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde daher festgehalten, dass man sich auf die Einführung einer verpflichtenden Elementarversicherung verständigt hat. Ob und wann eine solche Pflichtabsicherung kommen könnte, ist noch nicht sicher. Ähnlich unsicher sind die Details – etwa ob eine Opt-out-Lösung im Bestand integriert werden soll, bei der Versicherungsnehmer dem Schutz aktiv widersprechen müssen.

Studie ermittelt reale Zusatzkosten für Elementarschutz

Vor dem Hintergrund der politischen Debatte hat ein Team von Wissenschaftlern ausgerechnet, wie hoch die Zusatzkosten einer verpflichtenden Elementarabsicherung tatsächlich sein könnten. Die Studie wurde von Prof. Dr. h.c. Hartmut Nickel-Waninger von der Goethe-Universität in Frankfurt initiiert und von der fb research GmbH durchgeführt.

Für die Studie wurde ein einheitliches Musterhaus im Wert von ca. 500.000 Euro definiert und auf über 1.000 reale Adressen übertragen, die über alle 36 deutschen Risikozonen hinweg liegen. Die Risikozonen ergeben sich aus den vier Hochwassergefährdungsklassen (auch ZÜRS-Zonen genannt), drei Starkregen-Gefährdungsklassen und drei Erdbebenzonen. Als besonders gefährdet gilt dabei die ZÜRS-Zone 4 insgesamt und auch die ZÜRS-Zone 3, insbesondere wenn das Gebäude zusätzlich in der Starkregenzone 3 liegt.

Für jede dieser Adressen wurden systematisch über mehrere Anbieter Prämien mit und ohne Elementarkosten berechnet, um die tatsächlichen Zusatzkosten zu ermitteln. Der Selbsthalt lag im Musterbeispiel bei 500 Euro.

Differenz zwischen den Zonen „erheblich“

Bei jeder der insgesamt 1.094 Adressen hat die fb research GmbH die 39 günstigsten Angebote ausgewiesen. Über alle Adressen hinweg finden sich insgesamt 13 Anbieter, darunter sowohl größere als auch kleinere Unternehmen und ein Assekuradeur. Regional tätige Versicherer waren nicht vertreten, heißt es in der Studie. Insgesamt haben die Wissenschaftler über 80.000 bereinigte Angebote verarbeitet.

Auffällig sei zunächst die „erhebliche Differenz“ der Elementarschadenbeiträge zwischen den Zonen 1 nach 2 und dann insbesondere zwischen 2 und 3, so die Studie. Während der Elementaranteil in der Risikozone 1 am Gesamtbeitrag mit Elementarschutz zwischen 20% und 30% ausmacht, beträgt er in der Zone 2 bereits rund 50%. In der Zone 3 macht er sogar rund 75% des Gesamtbeitrages aus.

Zusatzkosten je nach Zone zwischen 19 und 3.000 Euro

Was bedeutet das in Zahlen? Die Ergebnisse zeigen, dass der durchschnittliche Elementaraufschlag, je nach Risikozone, von etwa 100 Euro pro Jahr in der niedrigsten Risikozone bis über 1.300 Euro jährlich in höheren Risikozonen reicht. In einzelnen Tarifen reicht die Spannbreite sogar von 19 Euro bis über 3.000 Euro im Jahr.

Was angemerkt werden sollte: Die überwiegende Mehrheit aller Wohngebäude in Deutschland – nämlich 92,4% – liegen in der ZÜRS-Zone 1. Somit wären die allermeisten Eigentümer nicht von übermäßig hohen Beiträgen betroffen. In den „teuren“ Zonen 3 und 4 liegen 1,1% bzw. 0,4% der Wohngebäude.

Angebote in ZÜRS-Zone 4 wohl nur selten aktiv nachgefragt

Als „bemerkenswert“ stuft die Studie die breite Streuung der Beiträge ein, ebenso wie die Tatsache, dass der durchschnittliche Beitrag nicht in allen Fällen proportional zur Risikoklasse ansteige. Das sei insbesondere in der ZÜRS-Zone 4 der Fall. Die Studienautoren schließen daraus, dass es für diesen Markt nur eine geringe Transparenz über das Angebot auf der Nachfrageseite gibt. Die Studienautoren vermuten, dass Angebote mit Elementarschadenversicherung in diesen Regionen nur selten aktiv nachgefragt werden.

Die Studienautoren haben nur Angebote von vier Unternehmen für Adressen in der ZÜRS-Zone 4 erhalten, und nicht immer waren diese höher als in Zone 3. Nach Auskunft der Studienautoren sei für Elementarschutz in der Zone 4 in aller Regel eine Direktionsanfrage zu stellen. Standardisierte, direktabschlussfähige Prämien existieren offenbar normalerweise nicht.

Leistungsinhalte sollten stärker in den Fokus gerückt werden

Ein weiteres Ergebnis der Studie rückt neben der Kostentransparenz durch die Analyse der Aspekt der Vergleichbarkeit der Leistungsinhalte in den Fokus. Denn auch innerhalb der gleichen Zone seien die Beitragsdifferenzen so groß, das sich ein Beitragsvergleich lohnt. Diese Debatte werde aktuell zu wenig berücksichtigt, vor allem angesichts einer potenziellen Versicherungspflicht. „Wenn über verpflichtende Modelle nachgedacht wird, stellt sich – ähnlich wie bei den bereits bestehenden Pflichtabsicherungen in der Krankenvoll- und Kfz-Haftpflichtversicherung – die Fragen, welches Leistungspacket verbindlich enthalten sein soll“, so Jennifer Hansen, Leitung des fb research-Analyseteams im Kompositbereich. „Nur so lassen sich Beitrage sachgerecht bewerten und vergleichen.“

Deutsche offen für verpflichtende Absicherung

Im Allgemeinen sind viele Deutsche offen für eine Elementarpflichtversicherung. Eine Studie des ifo-Instituts aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass 39% der Befragten einer Versicherungspflicht positiv gegenüberstehen. 34% sind neutral. Zudem stieg die Zustimmung weiter an, wenn die Befragten spezifische Informationen über die reale Höhe staatlicher Hilfen erhielten. (js)

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Franke und Bornberg beleuchtet Risikolebensversicherungen

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat eine neue Auflage des Ratings für Risikolebensversicherungen präsentiert – mit angepassten Gewichtungen und überarbeiteter Bewertungssystematik. Insgesamt standen 248 Tarifkombinationen von 55 Versicherern auf dem Prüfstand.

Franke und Bornberg hat abermals die Tariflandschaft im Bereich der Risikolebensversicherung unter die die Lupe genommen. Für die aktuelle Ausgabe des Ratings haben die Analysten die Gewichtungen sowie die Bewertungssystematik einzelner Kriterien einem Marktcheck unterzogen. So wurde etwa das Kriterium zum Verzicht auf Leistungsausschlüsse bei Terrorakten sowie ABC-Waffen und ABC-Stoffen inhaltlich überarbeitet. Die bisherige Bewertungssystematik habe die veränderte Risikolage und aktuelle Marktentwicklungen nicht mehr angemessen widergespiegelt, wie Franke und Bornberg mitteilt. Zudem wurden die Gewichtungen verschiedener Kriterien neu kalibriert, um das Profil einzelner Kriterien zu schärfen.

„Kriterien, die heute bei nahezu allen Tarifen gut abschneiden, sagen wenig darüber aus, was einen Tarif wirklich besser macht. Indem wir solche Kriterien niedriger gewichten, rücken wir die Unterschiede in den Vordergrund, auf die es für Vermittler und Kunden tatsächlich ankommt“, erklärt Philipp Wedekind, Leiter Ratings Vorsorge und Nachhaltigkeit bei Franke und Bornberg.

Mehr als ein Drittel der Tarife sehr gut oder hervorragend

Insgesamt haben die Analysten 248 Tarifkombinationen von 55 Versicherern anhand von 36 Kriterien überprüft. Die Höchstnote FFF+ (hervorragend) können 46 Tarife von 15 Versicherern einheimsen, was einem Anteil von 18,5% der untersuchten Angebote entspricht. Für 48 Tarife (19,4%) gibt es die Bewertung FFF (sehr gut). Somit erhalten mehr als ein Drittel aller untersuchten Tarifkombinationen mindestens die Note sehr gut. Die Analysten sehen dies als Zeichen für das hohe Qualitätsniveau in der Breite des Marktes. Eine gute Note (FF+) bescheinigt Franke und Bornberg 95 Tarifkombinationen (38,3%). 32 Tarife (12,9%) schneiden mit der Bewertung FF ab (befriedigend), 24 Tarife (9,7%) mit F+ (ausreichend). 3 Tarife (1,2%) kommen über die Note F (mangelhaft) nicht hinaus.

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Tarife, für die es nicht zu Höchstnoten reicht, mangelt es oft an denselben Punkten. Laut Franke und Bornberg sind fehlende Verlängerungsoptionen der häufigste Grund, aber auch Lücken bei Zusatzleistungen – etwa Kinder-Bonus, Sofortleistung sowie erhöhte Leistungen bei Unfalltod oder Tod im Ausland.

16 Versicherer mit Bestnote für mindestens einen Tarif

Die Höchstwertung FFF+ erreichen für einen oder mehrere Tarife die folgenden Unternehmen (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Allianz
  • Baloise
  • Bund der Versicherten Mitgliederservice
  • Continentale
  • Cosmos
  • Delta Direkt
  • Dialog
  • ERGO Vorsorge
  • EUROPA
  • Hannoversche
  • HUK24
  • HUK-Coburg
  • IDEAL
  • LV 1871
  • Versicherer im Raum der Kirchen
  • VPV
Fazit: „Luft an der Spitze bleibt dünn“

Die Mehrheit der Anbieter würde „solide Arbeit“ leisten, die Luft an der Spitze bleibe dünn, so die Analysten in ihrem Fazit zum Rating. Für die Bestnote gilt es in allen relevanten Kriterien zu punkten, nicht nur bei Standardkriterien. „Das Qualitätsniveau in der Risikolebensversicherung ist insgesamt erfreulich. Aber gute Bedingungen sind kein Selbstläufer – sie entstehen dort, wo Versicherer den Hinterbliebenenschutz konsequent zu Ende denken und nicht bei der marktüblichen Mindestlösung stehenbleiben“, betont Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.

Auf der Website von Franke und Bornberg gibt es das vollständige RLV-Rating sowie die Bewertungsrichtlinien. (tik)

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Rating Krankenzusatz: Angebot groß, doch Unterschiede „erheblich“

Franke und Bornberg hat die aktuellen Ratingergebnisse für den Bereich Krankenzusatz vorgelegt. Wie bereits in den Vorjahren sind die Unterschiede zwischen den am Markt erhältlichen Tarifen „erheblich“. Nur ein Versicherer kann in allen fünf Teilbereichen die Bestnote erreichen.

Die Nachfrage nach Krankenzusatztarifen bleibt ungebrochen hoch. Über 24 Millionen Versicherte hierzulande verfügen über einen Zusatzschutz, um den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufzustocken. Innerhalb der letzten zehn Jahre sind die Beitragseinnahmen in der privaten Krankenzusatzversicherung um rund 40% auf 7,4 Mrd. Euro gestiegen, heißt es in der Pressemitteilung des Ratinghauses Franke und Bornberg anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Ratingjahrgangs.

Ein Blick auf die Tariflandschaft zeigt: Das Angebot ist groß, die Unterschiede zwischen den Tarifen „erheblich“. Das Rating bewertet die Tarife in fünf Teilkategorien: Zahn, Stationär, Sehhilfen, Naturheilverfahren und Vorsorge. Nur ein Versicherer schafft es, in allen fünf Produktbereichen mindestens einmal die Bestnote FFF+ („hervorragend“) zu erreichen.

Die meisten Anbieter decken alle Bereiche ab, doch manche Versicherer bieten auch eigenständige Tarife oder Bausteine an, so Franke und Bornberg.

Mehrheit der Zahnzusatztarife im Mittelfeld

Das bei Weitem größte Segment der Krankenzusatzversicherung ist die Zahnzusatzversicherung. Über 20 Millionen Versicherte haben einen Vertrag.

 

Rating Krankenzusatz: Angebot groß, doch Unterschiede sind „erheblich“

 

Für den aktuellen Jahrgang bewertet das Analysehaus ganze 265 Tarife. Davon erreichen 17% bzw. 46 Tarife – und damit drei mehr als im Vorjahr – die Bestnote FFF+ („hervorragend“). Die große Mehrheit bewegt sich im soliden Mittelfeld (siehe Grafik), jedoch sind auch 10% der Tarife laut Franke und Bornberg „mangelhaft“ und sogar 12% schlichtweg „ungenügend“.

Allerdings benötigt gar nicht jeder Versicherte einen Spitzentarif, erklären die Experten, bzw. möchte sich einen solchen leisten. Das breit gestaffelte Angebot bietet aufgrund dessen eine gute Basis, den passenden Schutz für jeden Geldbeutel zu finden.

Stationäre Zusatztarife weisen höchstes Niveau unter Zusatzsparten auf

Das höchste Qualitätsniveau unter den Zusatzsparten bietet die stationäre Krankenzusatzversicherung. Fast ein Viertel der 126 untersuchten Tarife erhalten die Note FFF+ („hervorragend"), und knapp jeder fünfte wird mit „sehr gut“ (FFF) bewertet. Auch hier findet sich ein starkes Mittelfeld, während die Anzahl der mit „mangelhaft“ bewerteten Tarife mit zwei auf Vorjahresniveau liegt und die Anzahl der „ungenügenden“ Angebote von neun auf sechs zurückgegangen ist.

Die stationäre Zusatzversicherung bietet Leistungen wie den Aufenthalt im Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarzt- bzw. Privatarztbehandlung sowie freie Krankenhauswahl.

Sehhilfe: 13% der Tarife mit Bestbewertung

Bei ambulanten Zusatztarifen bewertet Franke und Bornberg drei getrennte Teilbereiche. Das ist vor allem dem geschuldet, dass das Rating an Aussagekraft verlieren würde, wenn diese Teilbereiche zusammengefasst würden. Denn dann würden nur wenige Tarife übrig bleiben, die in allen Teilbereichen top bewertet werden, doch nicht alle Versicherte haben die gleichen Prioritäten: „Einige Menschen legen vor allem Wert auf Naturheilverfahren wie Akupunktur und TCM, andere auf erweiterten Vorsorgeschutz und Impfungen“, so Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.

Im Ratingbereich „Sehhilfen“ erreichen 13% der Tarife die Bestnote, gefolgt von 11% mit der zweitbesten Bewertung FFF („sehr gut“). Die meisten Tarife (31%) tummeln sich, wie bereits in anderen Kategorien, mit der Bewertung FF+ („gut“) im Mittelfeld. Tarife, die keine Leistungen für den jeweiligen Teilbereich für ambulante Leistungen enthalten, werden in der betreffenden Kategorie mit F- („ungenügend“) bewertet.

Nicht viel Bewegung bei Naturheilverfahren- und Vorsorgetarifen

Im Teilbereich Naturheilverfahren hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum etwas verändert, mit nur 9% der Tarife, die als „hervorragend“ bewertet werden. 28% erhalten die Bewertung „sehr gut“.

Das PKV-Zusatzrating Vorsorge untersucht, welche Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen über das gesetzliche Maß hinaus erstattet werden. Auch hier ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum Änderungen: 15% der Tarife erhalten die Bestnote, 7% eine „sehr gute“ Bewertung. Ein Viertel der Tarife erhalten die Note FF+ („gut).

Die Versicherer mit den meisten Topbewertungen

 

Rating Krankenzusatz: Angebot groß, doch Unterschiede sind „erheblich“

 

Wie in den Vorjahren kann nur ein einziger Versicherer in allen fünf Bereichen mindestens einmal die Bestnote FFF+ erreichen, und zwar die SDK (siehe Grafik)

Drei weitere Versicherer folgen mit jeweils vier Topbewertungen: Barmenia, DKV und Münchener Verein. Sieben Versicherer erreichen drei Mal ein FFF+. In alphabetischer Reihenfolge sind das ARAG, Concordia, DFV, INTER, SIGNAL IDUNA, VKB/UKB und Württembergische.

Franke und Bornberg wertet es zunächst als gutes Signal, dass Angebot und Qualität auf Vorjahresniveau bleiben. Solange leistungsstarke Tarife in allen Bereichen zu finden seien, sei das eine gute Nachricht. Mehr Bewegung in der Zusatzversicherung erwartet das Ratinghaus, wenn die Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) verabschiedet ist. (js)

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Nachhaltigkeitsberichterstattung der Versicherer weist Lücken auf

Die Versicherungsbranche macht laut Franke und Bornberg Fortschritte bei der Nachhaltigkeit, vor allem in den Bereichen Emissionen und Kapitalanlage. Doch nicht nur bei der Berichterstattung sieht das Analysehaus Lücken – auch bei der Umsetzung ist noch viel Luft nach oben.

Die Versicherungsbranche macht Fortschritte beim Thema Nachhaltigkeit – doch neue Berichtspflichten führen zu Transparenzlücken. Das zeigt der fünfte Nachhaltigkeitsreport des Analysehauses Franke und Bornberg. Der Report nimmt die Nachhaltigkeitsaktivitäten von 48 Versicherungskonzernen unter die Lupe, hinter denen 214 Erstversicherer stehen.

Nachhaltigkeit bleibt relevant

Während eines digitalen Pressegesprächs erläuterte das Analysehaus die Methodik des Reports, die Ergebnisse und ging auf die Relevanz der Nachhaltigkeit für die Gesellschaft im Allgemeinen und die Versicherungsbranche im Spezifischen ein. Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg, wies während des Termins darauf hin, dass Nachhaltigkeit nicht nur für Verbraucher ein tägliches Thema sei: So zeige beispielsweise der Global Risk Report 2025 des World Economic Forum, dass sieben der langfristigen Top-10-Risiken direkt mit Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht werden können, darunter Extremwetter, der Verlust von biologischer Vielfalt und die Verknappung natürlicher Ressourcen. Im Jahr 2024 allein mussten Versicherer Schäden durch Naturkatastrophen in Höhe von 329 Mrd. US-Dollar auszahlen – die Relevanz liegt also auf der Hand. Allerdings würden viele Unternehmen heutzutage eher auf den Ansatz „tue Gutes und schweige“ setzen, um sich nicht öffentlich angreifbar zu machen.

Lücken in Berichterstattung führen zu weniger Transparenz

Für den Report selbst hat das Analysehaus 265 Kriterien beleuchtet und insgesamt 12.000 Datenpunkte analysiert. Dabei sei festzustellen, dass die Berichtsformen der einzelnen Versicherer wenig einheitlich seien – insbesondere die neuen Berichtspflichten im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) führen zu neuen Lücken in der Berichterstattung. „Tatsächlich entstehen durch die Wesentlichkeitsanalyse neue Lücken“, so Franke. „Versicherer berichten nur noch zu Themen, die sie als wesentlich einstufen. Gerade bei Verbräuchen wie Papier, Wasser oder Abfall fehlen dadurch wichtige Daten – obwohl diese Themen für die Nachhaltigkeit nach wie vor relevant sind.“

Kapitalanlagen als Hebel beim Ausstoß von Emissionen

Eine positive Entwicklung verzeichnen die Analysten bei den Emissionen im eigenen Betrieb (Scope 1 und 2). Hier verzeichnen die SV Sachsen, Zurich und HanseMerkur die niedrigsten Emissionen pro Mitarbeiter. Im Allgemeinen sei die Versicherungsbranche im operativen Betrieb kein „Klimazerstörer“, so die Analysten, vor allem im Vergleich mit anderen Branchen wie etwa Technologieunternehmen.

 

Nachhaltigkeits-Berichterstattung der Versicherer weist Lücken auf

 

Den größten Hebel beim CO2-Fußabdruck er Versicherer seien daher die Emissionen aus den Kapitalanlagen – hier sei die Spanne der einzelnen Versicherer deutlich breiter als bei den operativen Emissionen (siehe Grafik). Allerdings sei es aufgrund von Datenlücken sowie unterschiedlichen Berechnungsmethoden schwer, die Ergebnisse zu vergleichen. Die Studie zeigt, dass über 90% der Versicherer hier auf Positivkriterien bzw. auf Ausschlüsse setzen – die am häufigsten genannten Ausschlüsse sind dabei Kohle und Menschenrechtsverletzungen.

Allerdings gibt es noch viel Luft nach oben, sowohl beim Handeln als auch bei der Transparenz, erklären die Experten. Ein Beispiel: Beim Anteil der nachhaltigen Antriebe im Fuhrpark der Versicherer gibt es eine große Bandbreite. So liegt der Anteil der Fahrzeuge mit nachhaltigen Antriebsformen bei der SV Sachsen bei über 80% – bei der Allianz dagegen nicht einmal bei 20%. Zudem haben 38 von 48 Versicherern gar keine Angaben gemacht.

Luft nach oben im Bereich „Soziales“

Im Bereich Soziales analysiert der Report unter anderem die Geschlechterverteilung im Vorstand, Aufsichtsrat sowie das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle, die sogenannte Gender Pay Gap. Hier könnte die Branche noch deutlich aufholen, so die Experten. So erreichen nur 40% der analysierten Versicherer den gesetzlich vorgeschriebenen Anteil von mindestens 30% Frauen, im Vorstand liegt der Mittelwert beim Frauenanteil nur bei 19% – mehrere Versicherer haben sogar gar keine Frauen im Vorstand.

 

Nachhaltigkeits-Berichterstattung der Versicherer weist Lücken auf

 

Einen Rückgang in der Berichterstattung vermerken die Analysten beim gesellschaftlichen Engagement, „vermutlich, weil das Thema nicht zu den Pflichtangaben“ gehört. Die höchsten Spendenquote in Relation zu den Beitragseinnahmen weisen die VGH mit 0,2% sowie die SV Sparkassenversicherung mit 0,5% auf. Hier würden sich die Analysten mehr Transparenz wünschen. „Über Spendenhöhe und Spendencontrolling wird zu wenig berichtet“, so Franke. „Dabei stammen die Mittel aus Kundenbeiträgen – Transparenz über deren Verwendung ist eine Frage der Verantwortung.“

Nachhaltigkeit auch im Produktbereich

Im Produktbereich gibt es zwar einiges an Bewegung, wenn es um Nachhaltigkeit geht, aber auch hier könne man noch mehr tun, so die Experten. In der Sachversicherung gebe es einige praktische Ansätze wie etwa Mehrleistungen für nachhaltige Renovierungen oder Reparaturen, in der Lebens- und Krankenversicherung fokussiere sich dabei viel auf die Kapitalanlage. Aber auch die Abkehr vom reinen Leistungsbringer und der zunehmende Fokus auf Prävention sei wichtig im Bereich Nachhaltigkeit.

Für die Produkt- bzw. Unternehmensratings von Franke und Bornberg gewinnt der Aspekt der Nachhaltigkeit ebenfalls zunehmend an Bedeutung. Ziel sei, dass perspektivisch nur noch Unternehmen Spitzenbewertungen bekommen, die auch Nachhaltigkeit in den Fokus stellen. (js)

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Alte Leipziger BU-Update löst Branchendiskussion aus

Zu Jahresbeginn hat die Alte Leipziger ein befristetes Anerkenntnis in ihrer BU eingeführt – und damit eine Diskussion in der Branche über die Vor- und Nachteile der Klausel ausgelöst. AssCompact hat bei dem Versicherer sowie bei der infinma nachgefragt, was es mit der Änderung auf sich hat und wie sie einzuordnen ist.

Eine Änderung in den Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) der Alte Leipziger hat gleich zu Jahresbeginn eine Diskussion in der Branche ausgelöst. Konkret geht es darum, dass der Versicherer in Neuverträgen eine Regelung zur befristeten Anerkennung eingeführt hat. Sollte ein „sachlicher Grund“ vorliegen, kann der Versicherer die BU-Leistung einmalig auf maximal zwölf Monate befristen.

Für den Versicherungsmakler Matthias Helberg kam diese Entwicklung laut eines Blogposts auf seiner eigenen Website „überraschend“. Seine Begeisterung für diese Klausel halte sich demnach in Grenzen, schreibt Helberg, weil ein rechtswirksam befristetes Anerkenntnis in der BU dem Versicherer „deutlich mehr Vorteile als dem Versicherten“ bringe. Gleichzeitig, räumt Helberg ein, sollte die Klausel nicht überbewertet werden. Die Vor- und Nachteile einer befristeten Anerkennung diskutiert Helberg in einem separaten Post. Darunter sind unter anderem die Notwendigkeit geringerer Rückstellungen, eine verbesserte Solvenzquote, die Vermeidung der Beweislastumkehr sowie ein geringerer Kosten- und Verwaltungsaufwand.

Ratinghaus bewertet Befristung als positiv

Laut Helberg dürfte die aktuelle Entwicklung bei der Alte Leipziger wohl vorwiegend damit zusammenhängen, dass „die Ratingagentur Franke und Bornberg eine Regelung der Befristung in den Versicherungsbedingungen als positiv einstuft, während die Konkurrenz von MORGEN & MORGEN sie ambivalent, also zwiespältig, sieht.“ Für einen BU-Anbieter sei es in Bezug auf diese beiden Ratinghäuser also unkritischer, die Befristung zu verwenden, als ausdrücklich auf sie zu verzichten.

infinma: Befristete Anerkennung ist Marktstandard

 

Alte Leipziger BU-Update löst Branchendiskussion aus

 

AssCompact hat bei der infinma Institut für Finanz-Markt-Analyse GmbH nach einer Einordnung gefragt. Das Analyse- und Beratungshaus untersucht anhand regelmäßiger Analysen die Marktstandards in der Versicherungslandschaft, darunter auch in der BU. Demnach sei es „üblich“, dass ein zeitlich befristetes Anerkenntnis in Ausnahmefällen möglich ist. Es ist also der derzeitige Marktstandard. Im Jahr 2025 nutzten 187 der 385 von der infinma untersuchten Tarife diese Klausel (siehe Grafik).

infinma bewertet sie derzeit als „neutral“ (Marktstandard erfüllt). „Der Verzicht auf ein befristetes Anerkenntnis wird hingegen bei infinma positiv bewertet“, erklärt Dr. Jörg Schulz, geschäftsführender Gesellschafter und Mitbegründer der infinma.

Die infinma sieht die Beweggründe des Versicherers ähnlich wie Helberg: „Wenn jetzt Versicherer dazu übergehen, ein befristetes Anerkenntnis einzuführen, dann ist es – zumindest derzeit – aus unserer Sicht schlicht und ergreifend die Reaktion darauf, dass es Ratingagenturen gibt, die ein befristetes Anerkenntnis positiv bewerten.“

Mit Blick auf die Argumente lasse sich die Diskussion daher relativ einfach zusammenfassen, erklärt Schulz: Auch die infinma sieht den Vorteil einer befristeten Anerkenntnis eindeutig auf der Seite des Versicherers. „Ein befristetes Anerkenntnis bietet dem Versicherer deutlich mehr Vorteile als dem Kunden: bis hin zu den bisher wenig thematisierten bilanziellen und finanziellen Implikationen für den Versicherer.“

Franke und Bornberg: Vertragliche Regelung schafft Transparenz

Sollten Ratinghäuser die positive Bewertung des befristeten Anerkenntnisses also überdenken? In einem eigenen Blogbeitrag hat Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg, die Haltung des Ratinghauses zu dem Thema eingeordnet: Ein Verzicht auf Befristung bedeute nicht automatisch, dass Versicherer solche Befristungen nicht mithilfe von Individualvereinbarungen trotzdem nutzen, was für Verbraucher intransparent ist. „Niemand kann vor Vertragsschluss erkennen, wie ein Versicherer im Leistungsfall mit Befristungen umgehen wird, wenn die Bedingungen dazu schweigen – oder sogar einen Verzicht suggerieren,“ schreibt Franke.

Eine vertragliche Regelung schaffe dagegen Transparenz, erklärt Franke weiter, und schütze damit Verbraucher vor undurchsichtigen Sonderlösungen. „Ein bloßer Verzicht auf die Befristungsklausel – bei gleichzeitiger Möglichkeit von Individualvereinbarungen – wäre aus Verbrauchersicht kein Fortschritt. Im Gegenteil: Er würde die Praxis lediglich in einen unregulierten Bereich verschieben.“

Auch hält Franke es nicht für zielführend auf beides zu verzichten, also auf die Befristungsklausel und auf die Individualvereinbarungen, wie Helberg es vorschlägt. Individualvereinbarungen können auch zugunsten des Versicherten wirken – beispielsweise wenn ein Versicherer bei unsicherer Prognose eine befristete Lösung anbietet statt abzulehnen. „Ein pauschaler Verzicht auf Individualvereinbarungen könnte solche pragmatischen Lösungen verhindern und im Zweifel zu Ablehnungen führen“, so Franke.

Optimale Lösung noch nicht gefunden

Die Frage, wie eine optimale Regelung aussehen könne, bleibe weiterhin offen, betont das Analysehaus Franke und Bornberg.

Laut der infinma könnte es aus Sicht der Versicherten eine günstige Regelung sein, wenn sie selbst entscheiden können, ob sie eine befristete Anerkenntnis in Anspruch nehmen möchten oder eben nicht. Auch sollten Versicherte nach Ablauf der Befristung nicht wieder einen vollständig neuen BU-Antrag stellen müssen. „Zudem wäre es natürlich wünschenswert, wenn die Versicherer den Zeitraum verkürzen könnten, der für die Leistungsprüfung in Anspruch genommen wird. Je geringer diese Zeitspanne wird, umso weniger notwendig ist aus Kundensicht das befristete Anerkenntnis“, erklärt Schulz.

Die Ansichten bezüglich der Befristung sind am Markt also durchaus unterschiedlich, das gibt auch die Alte Leipziger zu. Und resümiert gleichzeitig: „Unser Anspruch, berechtigte Leistungsanmeldungen unbefristet anzuerkennen, bleibt selbstverständlich bestehen.“

Unabhängig des Bedingungsupdates hat die Assekurata Solutions GmbH der Alte Leipziger Lebensversicherung gerade zum sechsten Mal in Folge das Fairness-Siegel für ihre „kundenorientierte, transparente und kompetente Leistungsregulierung in der Berufsunfähigkeit“ verliehen. (js)

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„Wir machen den Preiswettbewerb bewusst nicht mit“
 

map-report PKV: Beiträge steigen so stark wie nie

Franke und Bornberg hat mit dem aktuellen map-report sein aktuelles PKV-Rating veröffentlicht – und die Zahlen sprechen wohl für sich. Der Report zeigt die kräftigsten Beitragsanpassungen seit einem Vierteljahrhundert. Weiterhin erreichen nur zwei Versicherer die Höchstwertung „mmm+“, während die Branche mit „explodierenden Schadenaufwendungen“ kämpft.

Der Markt für private Krankenversicherung bleibt für Vermittler wie Kunden schwer durchschaubar, schreibt Franke und Bornberg in seiner Mitteilung zum aktuellen map-report PKV. Die Intransparenz der Tarife erhöhe das Risiko von Fehlentscheidungen mit langfristigen Folgen für den Geldbeutel und die eigene Gesundheit.

Datenbasis und Methodik für das PKV-Rating

Das Rating untersucht Anbieter von Krankheitskostenvollversicherungen in den Bereichen Bilanz, Service und Vertrag. Elf Gesellschaften mit rund 42% Marktanteil lieferten die erforderlichen Daten, bei 19 Unternehmen greift der map-report auf öffentlich zugängliche Quellen zurück.

Das Bewertungsgerüst umfasst zwölf Bilanzkennzahlen, fünf Servicequoten sowie umfangreiche Analysen des Gesundheitsmanagements, der Transparenz und der Beitragsentwicklung. Die Serviceleistungen wurden in diesem Jahr höher gewichtet: Das Gesundheitsmanagement erreicht mit bis zu 200 Punkten nun 18,2% der Gesamtpunktzahl und damit doppelt so viel wie bisher.

LVM behauptet sich an der Spitze

Die LVM Krankenversicherungs-AG sichert sich erneut den 1. Platz im PKV-Rating. Mit 90,32% erhält das Unternehmen die Höchstbewertung „mmm+“, für die mindestens 85,0% erforderlich sind.

Ebenfalls hervorragend schneidet die SIGNAL IDUNA ab: Rang 4 in der Bilanzwertung, Platz 6 im Service und Gold bei den Vertragsdaten ergeben 88,18% und den 2. Platz. Die Debeka verpasst hingegen erstmals die höchste Bewertungsklasse, führt aber mit „mmm“ das Feld der sehr guten Versicherer an. Seit 2021 liefern sich diese drei Unternehmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Sehr gute Bewertungen erreichten zudem Allianz (82,45%), Alte Oldenburger (81,36%), R+V (81,04%), SDK (77,86%) und VGH Provinzial (75,85%).

Die HanseMerkur führt mit 70,18% das Feld der guten Bewertungen an, hat aber erneut Potenzial für eine bessere Bewertung verschenkt. Fehlende Daten zur Prozessquote und BaFin-Nachweisung 230 kosten erheblich Punkte, so Franke und Bornberg.

Rekordbeitragsanpassungen zum Jahreswechsel

Die elf Teilnehmer des PKV-Ratings, die alle Daten zur Verfügung stellen, haben zum Jahresbeginn 2025 deutlich stärker an der Beitragsschraube gedreht als je zuvor. In der Beispielrechnung für Angestellte stieg der Beitrag im Schnitt um 10,6% – nach 4,8% im Vorjahr die kräftigste Anpassung im gesamten 25-Jahresvergleich. Die Spanne: Zwei Versicherer verzichteten auf Anpassungen, andere erhöhten um bis zu 20%.

 

map-report PKV: Beiträge steigen so stark wie nie

 

Bei Beamten kletterten die Beiträge durchschnittlich um 7,8% (Vorjahr: 5,9%), mit einer Bandbreite von 2,0% bis 31,2%.

Ein anderes Bild zeigt die stationäre Zusatzversicherung: Über 25 Jahre stiegen die Beiträge im Schnitt nur 0,01%. Zum Jahresauftakt 2025 sanken sie sogar um durchschnittlich 1,8%.

Kostentreiber Systemversagen

„Deutschland gehört zu den Ländern mit den höchsten Arzneimittelausgaben pro Kopf. Hersteller nutzen ihre Marktmacht oft aus – Krebsmedikamente kommen zu Preisen auf den Markt, die pro Patient über 100.000 Euro im Jahr erreichen“, erklärt Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg sowie Herausgeber des map-report. „Seit Jahren wird über manipulierte Diagnosen, mehrfach abgerechnete Leistungen und nie erbrachte Personalstunden berichtet. Der Schaden geht in die Milliarden – Geld, das in der Versorgung fehlt und die Beiträge hochtreibt.“

Debeka dominiert im Service

Im Servicebereich, der Beschwerden, Prozesse, Storno, Transparenz und Gesundheitsmanagement umfasst, hat sich bei den Teilnehmern einiges getan. Besonders Allianz, LVM, Debeka, HanseMerkur und SDK bauten ihre Angebote im Gesundheitsmanagement aus. Die Debeka sichert sich wie in den Vorjahren die Serviceführerschaft mit 388 von 400 möglichen Punkten.

Ausblick: PKV-Branche unter Druck

Die privaten Krankenversicherer stehen vor erheblichen Herausforderungen. In den vergangenen fünf Jahren sind die Leistungsausgaben der Branche um 30% auf 39,8 Mrd. Euro gestiegen. Psychische Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Allergien und Herzleiden sind weiter auf dem Vormarsch, verstärkt durch den ungesunden Lebensstil vieler Menschen, der oft bereits im Kindesalter beginnt, so Franke und Bornberg.

Die steigenden Gesundheitskosten entwickeln sich zum erheblichen Risiko für die Beitragsstabilität. Die Versicherer müssen laut dem Rating-Haus ihre Ausgaben wirksam kontrollieren und zugleich ein hochwertiges Leistungsniveau sichern. (mki)

Über den map-report

Der map-report liefert seit 1990 Kennzahlenratings und gilt als Pionier auf diesem Gebiet. Sein Portfolio umfasst – je nach Heft und Thema – Unternehmensratings sowie Bilanz- und Solvabilitätsanalysen von Lebens- und Krankenversicherungsunternehmen. Die verschiedenen Kennzahlen werden zusammengeführt. Sie zeigen die Stärken und Schwächen der betrachteten Unternehmen transparent im Marktvergleich auf. Seit 2019 erscheint der map-report in der Verantwortung von Franke und Bornberg.

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BU-Leistungspraxisrating: Regulierung dauert immer länger

Franke und Bornberg hat im Rahmen seines aktuellen BU-Leistungspraxisratings veröffentlicht, welche Versicherer wie kundenorientiert und effizient regulieren. Eine große Herausforderung für Unternehmen stellt die Regulierungsdauer dar. Künstliche Intelligenz kann hier nur bedingt unterstützen.

Wie kundenorientiert und effizient Berufsunfähigkeitsversicherer regulieren, untersucht das Ratinghaus Franke und Bornberg in seinem BU-Leistungspraxisrating. Denn wenn Kunden Leistungen aus ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) beantragen, zählt nur die gelebte Praxis. Daher richtet das Rating den Fokus auf reale Abläufe und Entscheidungen. Die teilnehmenden Versicherer legen im Rahmen der Stichprobe 125 Fallakten offen. Zudem untersucht Franke und Bornberg die Abläufe der Versicherer vor Ort.

Fachkräftemangel als große Herausforderung in BU-Regulierung

Die Qualität der Leistungsregulierung kann sich bei den teilnehmenden Unternehmen sehen lassen, resümiert Franke und Bornberg die Ergebnisse des aktuellen Ratings. Allerdings bereiten lange Bearbeitungszeiten den Versicherern Sorgen. Ein Hauptgrund dafür ist insbesondere der Fachkräftemangel. Qualifizierte Leistungsregulierer sind am Markt knapp, die Gewinnung gestaltet sich als schwierig. „Der Markt an erfahrenen Leistungsregulierern ist klein. Ausbildung und stringente Prozesse sind deshalb die zentralen Hebel“, erklärt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg.

Erwartungen an KI nicht zu hoch schrauben

Digitalisierung kann helfen, Durchlaufzeiten zu verkürzen und die Bearbeitung für Kunden transparenter zu gestalten. Daher investieren viele Versicherer derzeit verstärkt in technische Innovationen, wie moderne Leistungsregulierungsplattformen. Diese sollen Prozesse vereinfachen, Unterlagen-Nachforderungen strukturieren und Medienbrüche reduzieren.

Zudem testen viele Unternehmen den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Antrags- und Leistungsbearbeitung. Man solle die Erwartungen an KI jedoch nicht zu hoch schrauben, warnt Franke. „Hilfreich ist der Einsatz, um beispielsweise Ordnung in unstrukturierte Informationen zu bringen und Arbeitsprozesse vorzubereiten. Qualifiziertes Personal lässt sich damit aber nur bedingt einsparen.“

Dauer der Leistungsregulierung vor allem von externen Faktoren beeinflusst

Die Gesamtdauer der Leistungsdauer wird aber maßgeblich von Faktoren außerhalb des Unternehmens bestimmt, etwa von den Reaktionszeiten von Versicherten und/oder behandelnden Ärzten sowie der Vollständigkeit der Unterlagen. „Moderne Plattformen und KI-Unterstützung können Teilprozesse beschleunigen und Nachforderungen transparenter machen. Für schnelle Entscheidungen bleibt jedoch entscheidend, wie vollständig und zeitnah Unterlagen von Kunden und Ärzten eingehen“, so Philipp Wedekind, Leiter Ratings Vorsorge und Nachhaltigkeit.

Diese Versicherer regulieren „hervorragend“

Welche Versicherer können also in der BU-Leistungspraxis positiv hervorstechen? Im Rating erhalten zwei Versicherer die Note FFF+ („hervorragend“). Es sind die Allianz und SIGNAL IDUNA.

Die Bewertung FFF („sehr gut“) geht an die Alte Leipziger, Dialog, Gothaer und Zurich. Eine „gute“ Gesamtbewertung und damit die Note FF+ erreichen die AXA, Continentale, DBV Deutsche Beamtenversicherung, Deutsche Ärzteversicherung sowie der Münchener Verein.

In der Pressemitteilung werden zusätzlich noch die Ergebnisse der fünf Gesellschaften angegeben, die sich dem BU-Unternehmensrating von Franke und Bornberg gestellt haben. Hier erhalten ERGO, HDI sowie die NÜRNBERGER die Bestnote FFF+, Stuttgarter, Generali können sich die zweitbeste Bewertung FFF sichern. (js)

Die Ergebnisse des Ratings zur BU-Leistungspraxis können auf der Website von Franke und Bornberg eingesehen werden.

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Privatrenten im Rating: Die besten Tarife laut Franke und Bornberg

Das Altersvorsorge-Rating von Franke und Bornberg nimmt 922 Tarife und Tarifkombinationen aus allen drei Schichten der kapitalgedeckten Altersvorsorge unter die Lupe. Besonders Fonds- und Hybridtarife können im aktuellen Rating überzeugen.

Private Altersvorsorge bleibt nicht nur wichtig, sondern wird angesichts der aktuellen Diskussionen um die gesetzliche Rentenversicherung immer wichtiger – das erkennt auch das Rating-Haus Franke und Bornberg im aktuellen Altersvorsorge-Rating 2025, welches insgesamt 922 Tarife und Tarifkombinationen aus allen drei Schichten der kapitalgedeckten Altersvorsorge untersucht.

Rein zahlentechnisch geht es dem Altersvorsorge-Geschäft nur bedingt gut, zumindest im Vergleich zu früher. Strenge Kapitalanforderungen und ein enges Anlagekorsett hätten echte Garantien faktisch ausgetrocknet, während Informations- und Governancepflichten Komplexität und Kosten erhöhen, ohne den Kundennutzen im gleichen Maß zu steigern, so Franke und Bornberg. Im Ergebnis biete der Markt heute somit „Garantie-light“-Produkte mit mehr Risiko bei Kunden und weniger Rendite als möglich wäre. Lebens- und Rentenversicherungen waren jahrzehntelang die maßgebliche Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Dieser Status bröckele heute – gegenüber 2005, seit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes, habe sich das Neugeschäft halbiert, sagt Franke-und-Bornberg Geschäftsführer Michael Franke.

Drei Schichten im Überblick

Mit dem Altersvorsorge-Rating sollen Vermittler und Verbraucher bei der Auswahl eines leistungsfähigen Produktes in allen drei Schichten unterstützt werden. Basisrenten (Schicht 1) blieben 2024 unter ihren Möglichkeiten, mit lediglich 132.000 Verträgen. Die Riester-Rente (Schicht 2) ist laut Franke und Bornberg ebenso geschwächt. 2024 kamen nur 30.000 Neuverträge hinzu. Aktuell bedienen zehn Versicherer dieses Geschäftsfeld. Die 3. Schicht wiederum verzeichnet mit über 1 Million die meisten Abschlüsse.

Neuerungen beim AV-Rating 2025

Im neuen Rating hat Franke und Bornberg dem Kriterium der Flexibilität eine höhere Rolle gewährt als noch vorher. Denn erst diese sorge dafür, dass sich die Altersvorsorge an unterschiedliche Lebensläufe anpasst. Neu sind u. a. Prüfungspunkte zur Anpassung der garantierten Rechnungsgrundlagen bei einem fondsgebundenen Rentenbezug sowie Voraussetzungen für den Wechsel in eine temporäre Rente. Standardlösungen bei Zahlungsschwierigkeiten streicht Franke und Bornberg aus dem Kriterienkatalog, da sie sich zwischen den Anbietern kaum noch unterscheiden, so das Rating-Haus. Die Kategorien „Klassik“ und „Neue Klassik“ werden zudem in der einheitlichen Kategorie „Klassische Rentenversicherung“ zusammengeführt.

Weiterhin erhält der Aspekt der Nachhaltigkeit ein höheres Gewicht. Bislang wurden darunter nur die Kapitalanlagen bewertet. Jetzt wird erstmals geprüft, wie nachhaltig Versicherer ihren Geschäftsbetrieb und die Produkte ausrichten. Dieses Verfahren zeige klar, ob Nachhaltigkeit tatsächlich im Geschäftsmodell verankert ist, erläutert Philipp Wedekind, Leiter Ratings Vorsorge und Nachhaltigkeit.

Die besten Altersvorsorgeversicherungen

 

Privatrenten im Rating: Die besten Tarife laut Franke und Bornberg

 

2025 bewertet das AV-Rating über alle drei Schichten 922 Tarife und Tarifkombinationen von 53 Anbietern. Mit 552 Tarifkombinationen ist das Angebot in der 3. Schicht am größten. Untersucht werden die Kategorien Klassische Rentenversicherung, Index, Beitragsorientierte Hybride, Garantieorientierte Hybride und Fonds. Fondsrenten bilden mit 42,6% aller Produkte die stärkste Gruppe. Garantieorientierte Hybride folgen mit 19,6%. Bei der Qualität führen Index- und Fondsrenten; klassische Tarife liegen meist dahinter.

Die besten in Schicht 3

16 Produktanbieter erhielten im Rating die Höchstnote FFF+. Diese Anbieter lauten wie folgt:

  • Allianz
  • AXA (inkl. DBV)
  • Continentale Lebensversicherung
  • ERGO
  • Europa
  • Gothaer
  • HDI
  • LV 1871
  • Neue Leben
  • Provinzial
  • SIGNAL IDUNA
  • Stuttgarter
  • Targo
  • VPV
  • WWK
Fazit und Ausblick

Insgesamt bieten Fonds- und Hybridtarife derzeit die größte Flexibilität und vielfach die kundenfreundlichsten Lösungen. Gleichzeitig eröffnen sie in der Regel höhere Renditechancen. Klassiktarife hingegen geraten zunehmend ins Abseits. Der gestiegene Höchstrechnungszins hat dem Geschäft bislang kaum neuen Schwung verliehen, so Franke und Bornberg.

Die lang erwartete Reform der Riester-Rente („Altersvorsorgedepot“) könnte noch in diesem Jahr das Kabinett passieren. Damit verbinde sich die Hoffnung auf schlankere Tarife, mehr Transparenz und weniger obligatorische Garantien.

Alle Ratings und die einzelnen Bewertungen der Produkte in den drei Schichten finden sich auf der Rating-Seite von Franke und Bornberg.

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