AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement https://www.asscompact.de/ AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement de Tue, 26 May 2026 09:19:33 +0200 Qualitypool mit neuem Vergleichsrechner http://www.asscompact.de/node/171569

Ab sofort können die angebundenen Vertriebspartner von Qualitypool die neue Vergleichstechnologie von Smart InsurTech nutzen. Der Vollsortiment-Rechner Smart Compare wurde umfassend überarbeitet und in das bestehende technologische Angebot des Lübecker Maklerpools eingebunden.

171569 26. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Der Lübecker Maklerpool Qualitypool hat die neue Vergleichstechnologie aus dem Hause Smart InsurTech in sein Angebot integriert. Mit der neuen Smart Compare-Generation steht angebundenen Vertriebspartnern von Qualitypool nun ein Vollsortiment-Rechner zur Verfügung, der alle privaten Versicherungsarten ohne Systembruch in einem Workflow zusammenfügt. Laut Andrea Föllmer, Geschäftsführerin der Qualitypool Versicherungsmakler Service GmbH, seien über 300 angebundene Versicherungen und rund 80.000 Tarife für die Makler abschließbar.

Der neue Smart Compare-Rechner trennt klar zwischen Berechnung und Antragsprozess. Zu Beginn ist nur die Eingabe der Daten notwendig, die für die tatsächliche Berechnung erforderlich sind. Somit verringert sich der Aufwand für die Datenerfassung deutlich. Zudem wurde die Weboberfläche neu bzw. noch nutzerfreundlicher gestaltet, wie Qualitypool mitteilt.

Der überarbeitete Vergleichsrechner wurde von der Smart InsurTech AG entwickelt und steht für angebundene Vermittler ab sofort im Live-Modus bereit. Der Rechner soll kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Im November 2025 hat Qualitypool seine Geschäftsbereiche in zwei spezialisierte Gesellschaften aufgeteilt, wie AssCompact berichtete: Die Qualitypool GmbH umfasst den Finanzierungsmaklerpool, während die Qualitypool Versicherungsmakler Service GmbH den Versicherungsmaklerpool verantwortet. Die Qualitypool Versicherungsmakler Service GmbH besteht aus den bisherigen Einheiten Qualitypool Versicherung und der 2022 vollständig übernommenen AMEXPool AG. Die Smart InsurTech AG zählt wie die Qualitypool Versicherungsmakler Service GmbH zum Unternehmensnetzwerk der Hypoport SE. (tik)

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„Die DKM ist der Kompass im Umbruch des Maklermarkts“ http://www.asscompact.de/node/171566

Der Maklermarkt verändert sich spürbar. Konsolidierung, Professionalisierung und steigende Anforderungen an Vermittler prägen die Branche. Die DKM 2026 greift diesen Wandel auf und zeigt, warum sie für Makler heute mehr ist als eine klassische Kontaktmesse.

171566 25. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Interview mit Lisa Knörrer, Geschäftsführerin, und Tobias Knörrer, Geschäftsführer der bbg Betriebsberatungs GmbH (DKM-Messeveranstalter)
Frau Knörrer, was ist heute der zentrale Mehrwert der DKM für Vermittler – jenseits von Networking und Sichtbarkeit?

Lisa Knörrer Die DKM gibt Orientierung in einem Markt, der komplexer und dynamischer geworden ist. Es geht nicht nur darum, Kontakte zu pflegen oder Präsenz zu zeigen. Entscheidend ist, Entwicklungen einzuordnen, relevante Marktteilnehmer an einem Ort zu erleben und die eigene Position im Markt besser bestimmen zu können. Die DKM ist damit ein Ort, an dem Vermittler fundierte Entscheidungen für ihr Geschäft ableiten können.

Herr Knörrer, viele Branchenveranstaltungen setzen auf Austausch. Was unterscheidet die DKM konkret, damit Besucher nach der Messe bessere Entscheidungen treffen können als davor?

Tobias Knörrer Entscheidend ist die Verbindung aus Austausch, Weiterbildung und Einordnung. Die DKM bündelt in sehr kurzer Zeit viele Perspektiven, Einschätzungen und Informationen. Besucher sprechen dort mit Versicherern, Dienstleistern, Verbänden und Vermittlern, die den Markt aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Daraus entsteht mehr als ein Stimmungsbild. Es entsteht eine belastbarere Grundlage für Entscheidungen. Die DKM ist der Kompass im Umbruch des Maklermarkts.

Inwiefern entwickelt sich die DKM von einer klassischen Messe zu einer Plattform für Marktbeobachtung?

LK Diese Entwicklung ist längst sichtbar. Die DKM ist heute nicht mehr nur Ausstellerfläche und Kontaktbörse. Sie bündelt Weiterbildung, Marktbeobachtung und strategische Einordnung. Das zeigt sich im Kongressprogramm, in den Themenparks, in Diskussionsformaten und in den Studien, die im Umfeld der Messe eine wichtige Rolle spielen. Für Vermittler ist damit nicht nur relevant, was heute verkauft wird. Entscheidend ist auch, wie sich ihr Geschäft in den kommenden Jahren verändert und welche Schlüsse sie daraus für ihre Positionierung und ihr Geschäftsmodell ziehen müssen.

Wie wichtig sind belastbare Zahlen, Daten und Studien für Vermittler geworden?

TK Ihre Bedeutung ist deutlich gestiegen. In einem volatilen Marktumfeld müssen Entscheidungen schneller fallen. Gleichzeitig müssen sie belastbar sein. Die klassische Bauchentscheidung reicht dafür immer seltener aus. Studien und Daten sind deshalb kein Beiwerk, sondern ein Instrument zur Orientierung. Die DKM versteht sich als Plattform für diese faktenbasierte Orientierung. Dazu gehören eigene Studien wie die aktualisierte AssCompact Poolstudie 2026 oder die im Sommer erscheinende Studie „Maklermarkt 2030+“. Sie sollen Maklern, Versicherern und Dienstleistern helfen, den Markt nicht nur zu beobachten, sondern ihn besser zu verstehen.

Welche Themen treiben den Maklermarkt derzeit am stärksten, und wie spiegeln sich diese Entwicklungen im Programm der DKM wider?

LK Ein zentrales Thema ist die Konsolidierung. Das betrifft Maklerhäuser, Pools und Versicherer gleichermaßen. Dazu kommen wachsende regulatorische Anforderungen – etwa die intensivere Wohlverhaltensaufsicht der BaFin oder die jüngst beschlossene Reform der geförderten privaten Altersvorsorge. Außerdem gewinnen Gewerbe- und Industrierisiken weiter an Gewicht. Im Programm spiegelt sich das unter anderem in der Diskussionsrunde mit großen Maklerhäusern in der Speaker’s Corner sowie in spezialisierten Kongressformaten. Und all das verändert sich schneller als früher. Das erhöht den Bedarf an Einordnung.

Wie hat sich das Publikum der DKM in den vergangenen Jahren verändert – und welche Zielgruppen gewinnen künftig an Bedeutung?

TK Das Publikum ist breiter und vielfältiger geworden. Zur DKM kommen heute sowohl kleinere Vermittlerbetriebe als auch große Einheiten. Gleichzeitig ist der Markt professioneller geworden. Professionalisierung bedeutet dabei heute nicht nur fachliche Spezialisierung. Sie meint auch unternehmerische Klarheit: belastbare Prozesse, strategische Positionierung und die Fähigkeit, aus dem Erfahrungsaustausch anderer Marktteilnehmer zu lernen. Diese Entwicklung wirkt sich auf Themen, Formate und Erwartungen aus. An Bedeutung gewinnen aus unserer Sicht vor allem junge Makler sowie Frauen im Versicherungsvertrieb. Beide Gruppen sprechen wir gezielt über unsere Communitys „Jungmakler“ und „FemSurance“ an.

Was erwartet unterschiedliche Besuchertypen konkret – vom Erstbesucher über den etablierten Makler bis hin zu großen Maklerhäusern?

TK Erstbesucher sollen sich möglichst schnell orientieren können. Dafür gibt es mit der DKM Connect eine eigene Anlaufstelle, die Einstieg und Vernetzung erleichtern soll. Etablierte Vermittler profitieren vor allem vom erweiterten Weiterbildungs- und Kongressangebot. Für kleinere Maklerbetriebe ist zudem wichtig, in kurzer Zeit verdichtete Momentaufnahmen zu erhalten und mit Experten direkt ins Gespräch zu kommen. Das kann helfen, die eigene Position im Markt besser einzuschätzen. Für größere Gewerbemaklerhäuser bauen wir zudem die Zusammenarbeit mit den Vermittlerverbänden BDVM und BVK weiter aus.

Welchen konkreten Nutzen haben Aussteller heute von einer Teilnahme – und wie hat sich deren Erwartung an die Messe verändert?

LK Die Gespräche auf der DKM sind anspruchsvoller geworden. Besucher kommen besser informiert. Darauf reagieren die Aussteller mit intensiverer Vorbereitung und spezialisierterem Fachpersonal am Stand. Der Nutzen liegt deshalb nicht nur in Reichweite oder Neukundengewinnung. Gerade in einem Geschäft, das stark von Vertrauen lebt, bleibt die persönliche Begegnung zentral. Die Messe schafft einen Rahmen, in dem belastbare Beziehungen entstehen oder vertieft werden können und zugleich ein genaueres Verständnis dafür wächst, was Vermittler aktuell bewegt.

Ein Makler ist noch unentschlossen: Was ist das stärkste Argument, Ende Oktober zur DKM zu kommen?

TK Das stärkste Argument ist, dass Vermittler auf der DKM in sehr kurzer Zeit ein Maß an Marktüberblick, Einordnung und Gesprächsdichte bekommen, das sich im Alltag kaum abbilden lässt. Wer die Messe gut vorbereitet besucht, kann in zwei Tagen sehr viele Gespräche, Einschätzungen und Marktsignale bündeln, für die sonst zahlreiche Einzeltermine nötig wären.

LK Hinzu kommt, dass das gesamtwirtschaftliche und politische Umfeld für die Versicherungsbranche an Bedeutung gewinnt. Auch hier setzt die DKM Impulse, die über das klassische Messegeschehen hinausgehen. Ein Beispiel ist der Auftritt von Carlo Masala, einem renommierten Experten in puncto Sicherheitspolitik, der die geopolitische und wirtschaftliche Lage einordnet. Solche Perspektiven helfen, Marktentwicklungen besser zu verstehen.

„Die DKM ist der Kompass im Umbruch des Maklermarkts“
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Franke und Bornberg kürt erstmals beste Fahrradversicherungen http://www.asscompact.de/node/171579

Franke und Bornberg hat im Rahmen eines neuen Produktratings zum ersten Mal Fahrradversicherungen unter die Lupe genommen. 83 Tarife von 36 Versicherern waren auf dem Prüfstand. Nur für sieben Tarife gab es die Bestnote. Laut den Analysten trennt sich beim Diebstahl die Spreu vom Weizen.

171579 25. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Laut aktuellen Zahlen des GDV ist die Zahl der versicherten Fahrraddiebstähle im Jahr 2025 zwar insgesamt zurückgegangen, doch der durchschnittliche Schaden je gestohlenem Bike erreichte mit 1.270 Euro einen neuen Höchststand. Wie die Auswertung der Versicherer weiter zeigt, hatten es Langfinger auch im Jahr 2025 vor allem auf hochwertige Fahrräder abgesehen. So standen teure Rennräder, E-Bikes oder Mountainbikes bei Dieben hoch im Kurs. Seit 2005 hat sich der Schadendurchschnitt je gestohlenem Fahrrad mehr als verdreifacht.

Wohl dem, der sein teures Rad ausreichend abgesichert hat. Während Hausrattarife häufig nur Diebstahl abdecken, bieten spezialisierte Fahrradversicherungen weitergehende Absicherung. Das Analysehaus Franke und Bornberg hat diese Produkte nun erstmals in einem eigenständigen Produktrating näher beleuchtet.

Fahrrad in der Hausrat: Kaskoschäden häufig außen vor

Viele Versicherungskunden sind der Ansicht, ihr Bike sei über die Hausratversicherung rundum geschützt. Das stimmt nur bedingt, so die Analysten von Franke und Bornberg. Hausrattarife schließen Fahrräder zwar häufig gegen Diebstahl ein, decken aber keine Kaskoschäden ab – also Schäden durch Sturz, Kollision oder Vandalismus – und bieten keine Schutzbriefleistungen wie Pannenhilfe oder Transportkostenerstattung. Wer sich umfassenden Schutz sucht, ist mit einer eigenständigen Fahrradpolice auf der sicheren Seite.

Erhebliche Qualitätsunterschiede bei den Policen

„Fahrräder, insbesondere E-Bikes und hochwertige Räder, sind heute Wertgegenstände, die eine ernsthafte Absicherung verdienen. Unser Erstrating zeigt: Die Qualitätsunterschiede sind erheblich – von hervorragend bis mangelhaft ist alles vertreten. Wer nicht genau hinschaut, riskiert einen Tarif mit echten Deckungslücken“, erläutert Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.

83 Tarife von 36 Versicherern haben die Analysten im Erstrating zur Fahrradversicherung untersucht. Die Resultate zeigen wie so oft Licht und Schatten: Lediglich sieben Tarife, also rund 8% des untersuchten Angebots, können die Bestnote FFF+ (hervorragend) ergattern. Darunter zählen Policen von Adam Riese, ADCURI, Barmenia und HÄGER. 28 Tarife und damit fast 34% der analysierten Produkt erreichen die Wertung FFF (sehr gut). Für 25 Tarife (etwa 30%) gibt es ein FF+ (gut). 13 Tarife oder etwa 16% des Angebots erhalten die Note FF (befriedigend). Zehn Tarife – also rund 12% – schneiden hingegen mit der Note F+ oder schlechter ab und bieten damit aus Sicht der Analysten unzureichenden oder mangelhaften Schutz.

 

Franke und Bornberg kürt erstmals beste Fahrradversicherungen

 

Was macht einen Toptarif aus?

Für das Rating wurden die Tarife anhand von 63 Detailkriterien in zwölf Kategorien beleuchtet. Die gewichtigste Kategorie bildet Diebstahl mit 16 Kriterien, gefolgt von versicherten Schäden und versicherten Sachen. Daneben haben die Analysten Schutzbrief, grobe Fahrlässigkeit, Entschädigungsberechnung, Radsport, Obliegenheiten sowie weitere Aspekte in die Bewertung einbezogen.

Für die Topnote FFF+ hat Franke und Bornberg spezifische Mindeststandards festgelegt. Um die Höchstwertung zu erhalten, muss ein Tarif unter anderem Carbonfahrräder versichern, grobe Fahrlässigkeit ohne Einschränkung einschließen, Fahrradanhänger mit mindestens 500 Euro Deckung für Kinderanhänger absichern, eine Neuwerterstattung von mindestens drei Jahren vorsehen und beim Schloss lediglich ein verkehrsübliches Schloss ohne weitere Vorgaben fordern. Für die Note FFF ist der Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit ebenfalls Pflicht.

Die Kategorie Diebstahl trennt Spreu vom Weizen

„Beim Diebstahl trennt sich die Spreu vom Weizen: Viele Tarife stellen überzogene Anforderungen an das verwendete Schloss oder decken Anhänger, Gepäck oder Zubehör gar nicht oder nur unzureichend ab“, erklärt Christian Monke, Leiter Ratings Private Risiken bei Franke und Bornberg.

Fahrrad-Kasko und Schutzbrief machen den Unterschied

Laut der Analysten ergeben sich bei der eigenständigen Fahrradversicherung gegenüber dem Fahrrad-Einschluss in der Hausrat strukturelle Vorteile: So deckt eine eigene Fahrradpolice neben Diebstahl auch Beschädigungen durch Unfälle, Sturz oder Vandalismus ab und bietet Schutzbriefleistungen wie Pannenhilfe oder Abschleppkosten. Auch Anhänger, Gepäck, Teile und Zubehör sind in guten Tarifen eingeschlossen. Gerade bei hochwertigen Rädern und E-Bikes für mehrere Tausend Euro könne die Wahl des richtigen Tarifs entscheidend sein, heißt es von Franke und Bornberg. Die Spreizung im Rating belege, dass sorgfältige Tarifauswahl – und damit qualifizierte Beratung – sich auszahle.

Auf der Homepage von Franke und Bornberg finden sich alle Ergebnisse sowie die aktuellen Ratingkriterien zur Fahrradversicherung. (tik)

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KI im Maklervertrieb: Interaktion zwischen Mensch und KI stärken http://www.asscompact.de/node/171571

Im Maklervertrieb hält künstliche Intelligenz Einzug. Welche Mehrwerte auf der einen und Risiken auf der anderen Seite ergeben sich dadurch? Ersetzt die neue Technologie mittelfristig Teile der Beratung und schwächt somit perspektivisch die Rolle des Vermittlers?

171571 25. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Interview mit Prof. Dr. Heiko Beier, Gründer des KI-Unternehmens moresophy, und Dr. Thomas Wolf, Managing Director von twinBAIT
Herr Dr. Wolf, wie steht es aus Ihrer Sicht derzeit um den Einsatz von KI?

Dr. Thomas Wolf Das strategische Potenzial von KI nutzbar zu machen und in ein klares Zielbild sowie eine konkrete Umsetzungsagenda zu überführen, ist aktuell das Megathema, das jede Versicherungsgesellschaft nahezu täglich beschäftigt. Allerdings befinden wir uns noch in einer Phase, in der viele Unternehmen bei der Umsetzung lediglich an der Oberfläche kratzen. Anwendungen wie Chatbots, Dashboards oder KI-gestützte Insights sind zwar gut gemeint, werden aber häufig eingesetzt, ohne zuvor die kontextbezogenen Daten tiefgehend zu analysieren und zu strukturieren. Das ist wenig zielführend. Gleichzeitig steigt der Kostendruck auf Versicherer in mehrfacher Hinsicht: Sie müssen den quantitativen und qualitativen Anforderungen aus Solvency II gerecht werden und zusätzlich aufwendige regulatorische Themen wie DSGVO, DORA, FiDA sowie indirekt Cybersicherheitserweiterungen aus NIS-2 bewältigen. Diese schlagen direkt auf die laufenden Betriebskosten durch, etwa durch höhere Personalkosten infolge zusätzlicher Reporting-, Dokumentations- und Auditpflichten in den Risiko-, Compliance- und Berichtsfunktionen.

Regulatorische Reporting-Plattformen mit KI setzen genau hier an: Sie automatisieren die Erstellung von Berichten wie SFCR, QRTs oder ORSA und verknüpfen dabei Daten, Berechnungen und narrative Texte. Dadurch kann der Aufwand um 40 bis 50% reduziert werden. Gleichzeitig können Dokumentationen automatisiert ergänzt, Vorgaben kontinuierlich mit aktuellen Regelwerken abgeglichen und erklärbare Zusammenhänge zwischen Regelwerken und Prozessen hergestellt werden, was zu weiteren Entlastungen auf der Kostenseite führt.

Letzteres gilt stellvertretend auch für zahlreiche weitere Funktionsbereiche in Unternehmen, etwa im Schaden, im operativen Betrieb oder in der Unternehmenssteuerung bzw. im Controlling.

Herr Prof. Dr. Beier, wo entsteht im Maklervertrieb heute messbarer wirtschaftlicher Nutzen?

Prof. Dr. Heiko Beier Der größte Nutzen entsteht dort, wo hohe Volumina auf komplexe Datenstrukturen treffen. Ein konkreter Return on Investment (ROI) lässt sich derzeit vor allem durch die Automatisierung von Routineaufgaben erzielen. Ein einfaches Rechenbeispiel: Wenn ein Versicherer im Maklerkanal jährlich etwa 50.000 Vorgänge bearbeitet, die jeweils zehn Minuten Recherche erfordern, kann eine hybride KI-Lösung bei einer Automatisierungsquote von 30 bis 50% zwischen 2.500 und 4.200 Arbeitsstunden pro Jahr einsparen. Das entspricht fast zwei Vollzeitstellen. Mitarbeitende können sich dadurch auf komplexere und lukrativere Fälle konzentrieren.

Wie können Makler KI möglichst effizient einsetzen?

HB Im Maklergeschäft lohnt es sich, klar zwischen Massengeschäft und hochkomplexen Individualrisiken zu unterscheiden.

Im Komposit- und B2C-Geschäft liegt der größte Hebel zunächst in der Effizienz an der Kundenschnittstelle: KI kann Prozesse von der Lead-Qualifizierung über die Antragsprüfung bis hin zur Schadenbetreuung deutlich beschleunigen. Das erhöht nicht nur den Durchsatz, sondern verbessert auch die Servicequalität, die Kundenzufriedenheit und die Kundenbindung. Besonders wirksam sind hybride Lösungen, die unstrukturierte Kommunikation wie E-Mails, Notizen oder Dokumente mit strukturierten Bestands- und Vertriebsdaten verbinden. Denn klassische Business Intelligence beantwortet meist nur das „Was“, während reine LLMs oft nur das „Warum“ in Textform liefern.

Der hybride Ansatz verbindet beides und macht daraus operativ nutzbare Entscheidungsgrundlagen. So lassen sich Fragen wie „Warum verlieren wir Deals?“ oder „Welche Angebote vereinen Kundenakzeptanz und Rentabilität?“ kontinuierlich fundiert beantworten.

Bei komplexen Risiken, etwa im Industriegeschäft, ist der Wert spezialisierter Daten noch höher, da individuelle Risikosituationen bewertet werden müssen. Voraussetzung ist hier zunächst die effiziente Erfassung und Auswertung aller relevanten Unterlagen – von Antragsdokumenten bis hin zu externen Umfelddaten wie Karten- oder Luftbildinformationen. Darauf aufbauend kann KI Entscheidungen durch den Abgleich mit Prüfhistorien, Vergleichsfällen und weiteren Risikodaten deutlich besser absichern.

Im Ergebnis profitieren Makler auf mehreren Ebenen zugleich: durch Zeit- und Kosteneinsparungen, eine höhere Prozessqualität, eine bessere Bestandsstabilität und eine insgesamt ertragsstärkere Risikoselektion.

Wie lässt sich aus den Daten ein konkreter Mehrwert ziehen?

TW Versicherungen sind im Kern ein Datengeschäft. Ein Mehrwert entsteht also dann, wenn im Vertrieb die vorhandenen Daten über Kunden, Geschäftspartner, Zielgruppen, Absatzkanäle und Produktsegmente konsequent gehoben werden. Der eigentliche Mehrwert verschiebt sich mittels KI aber von der Insight-Generierung zur Fähigkeit, aus diesen Erkenntnissen eine Kompetenzerhöhung für skalierbare Geschäftsmodelle zu ermöglichen. KI wird zum Enabler für Wachstum und Transformation.

Eine „One size fits all“-Lösung wird dabei nicht funktionieren. Vielmehr werden Versicherer erst durch die gezielte Kuratierung ihrer eigenen Daten sowie deren Anreicherung mit Marktdaten oder soziodemografischen Merkmalen in die Lage versetzt, beispielsweise präzise Personas abzubilden und darauf aufbauend passende Customer Journeys zu entwickeln.

Ich betone das bewusst, weil ich davon überzeugt bin, dass in einer Welt zunehmend austauschbarer Produkte die Customer Experience den entscheidenden vertrieblichen Vorteil liefert, um sich positiv vom Wettbewerb abzuheben. Agentic AI übernimmt dabei einen Teil der komplexen Hintergrundarbeit, indem sie Lösungen autonom vorbereitet.

HB Ganz genau. Um diesen Mehrwert zu realisieren, müssen aber zunächst Datenmuster über alle Touchpoints hinweg erfasst, verknüpft und analysiert werden, also sowohl qualitative Texte als auch quantitative Kennzahlen.

Im Maklervertrieb wirken kontinuierlich unstrukturierte Informationen wie E-Mails oder Gesprächsnotizen mit harten KPIs wie Storno- oder Schadenquoten zusammen. Eine hybride KI, die qualitative und quantitative Daten miteinander verbindet, kann beispielsweise Fragen beantworten wie: „Welche Maklerbestände zeigen steigende Stornoquoten und aus welchen Gründen?“

Durch das Aufbrechen von Datensilos wird das gesamte Unternehmenswissen zentral nutzbar gemacht und direkt in „Next Best Actions“, also konkrete Handlungsempfehlungen für den Vertrieb, übersetzt.

Welche Risiken ergeben sich durch generative KI im Maklerumfeld – etwa im Hinblick auf Haftung? Anders gefragt: Wo sehen Sie wiederum Grenzen?

TW Halluzinationen sind ein massives Risiko. LLMs neigen dazu, bei Unsicherheit eher zu raten, als Unwissen zuzugeben. Solche syntaktisch korrekten, aber faktisch falschen Aussagen sind oft schwer zu erkennen, können aber in der Beratung fatale Folgen haben.

HB Hinzu kommen regulatorische Grenzen. Artikel 22 der DSGVO stellt extrem hohe Anforderungen an die Erklärbarkeit und Reproduzierbarkeit automatisierter Entscheidungen, insbesondere dann, wenn diese rechtliche Wirkung entfalten. Da LLMs rein statistisch arbeiten, können sie oft nicht kausal erklären, warum eine bestimmte Antwort generiert wurde. Versicherer sollten deshalb auf „Trusted AI“ setzen, die im Zweifelsfall lieber transparent zugibt, dass keine verlässliche Antwort möglich ist, anstatt zu halluzinieren.

Ersetzt KI mittelfristig Teile der Maklerberatung an der Schnittstelle zum Kunden?

HB Aus meiner Sicht geht es weniger um einen vollständigen Ersatz der Beratung, sondern um die Automatisierung volumenstarker und dokumentenintensiver Routineprozesse. Maklerprozesse sind oft heterogen und zeitaufwendig. Hier können hybride KI-Agenten die Arbeit massiv streamlinen und so eine gute Balance zwischen technischem Fortschritt und menschlicher Interaktion schaffen.

TW KI ist leistungsstark, keine Frage. Sie kann Erkenntnisse beschleunigen, Prozesse automatisieren und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Aber sie funktioniert nur im Zusammenspiel mit dem Menschen. Die persönliche Expertise an der Schnittstelle zum Kunden bleibt ein zentraler Bestandteil des Maklergeschäfts. KI ist ein Hilfsmittel zur Unterstützung, aber kein Ersatz für die menschliche Interaktion. Wenn Fingerspitzengefühl, Empathie und Intuition gefragt sind, ist und bleibt der Mensch unschlagbar!

Unterstützendes Change-Management ist insofern nicht verhandelbar: Alle Beteiligten müssen in diesen Veränderungsprozess eingebunden werden, um Ängste – etwa vor Arbeitsplatzverlust durch KI – abzubauen. Es braucht Klarheit darüber, dass KI die komplexe Hintergrundarbeit übernimmt, damit der Mensch an der Kundenschnittstelle seine Stärken voll ausspielen kann. So entsteht eine Win-win-Situation zwischen Mensch und Maschine und wird zum Gamechanger.

Schwächt oder stärkt die neue Technologie perspektivisch die Rolle des Vermittlers?

TW Wenn die Technologie zielgerichtet in die Use Cases der Vermittler integriert wird, stärkt sie deren Rolle massiv. KI versetzt den Vertrieb in die Lage, anspruchsvollere, expertennahe Tätigkeiten auszuüben, während die Maschine die Routine übernimmt. Darüber hinaus ermöglichen Algorithmen eine vorausschauende Identifikation potenzieller Kundenanliegen. Auf dieser Basis entstehen konkrete Anlässe für eine proaktive Kontaktaufnahme.

HB Die Technologie wird die Rolle des Vermittlers eindeutig stärken, sofern er auf hybride KI-Ansätze setzt. Die Kombination aus analytischen Verfahren und generativen Sprachmodellen führt zu präzisen „Next Best Actions“, die direkt in den Vertriebsprozess zurückgespielt werden können.

KI-gestützte Konsistenzchecks können zudem überproportional hohe Rabatte aufdecken und Stornoquoten senken, was unmittelbar zum wirtschaftlichen Erfolg des Vermittlers beiträgt. KI fungiert somit als Werkzeug für einen echten Return on Investment und macht die Beratung insgesamt datengestützter und damit professioneller.

 

KI im Maklervertrieb: Interaktion zwischen Mensch und KI stärken

 

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Folgen der Demografie: bAV und bKV gemeinsam denken http://www.asscompact.de/node/171565

Langlebigkeit heißt länger leben mit der Folge: länger arbeiten, länger gesund bleiben, länger versorgen. Für Vermittler verschiebt sich damit die Rolle weg vom eindimensionalen Produktvertrieb hin zur strategischen Beratung.

171565 25. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Ein Artikel von Martin Fleischer, Produktvorstand, und Frank A. Werner, Vorstand im Konzern Versicherungskammer, Ressort Personenversicherung

Deutschland lebt länger und wird immer älter. Diese demografische Entwicklung ist kein Randthema, sondern ein zentraler Treiber für den künftigen Arbeitsmarkt, die Rentenfinanzierung und Unternehmensstrategien. Betriebliche Altersversorgung und betriebliche Krankenversicherung sind in diesem Umfeld nicht bloß ein „Benefit“, sondern die strategische Antwort auf Fachkräftemangel, Gesundheitsrisiken und die Schließung von Versorgungslücken.

Langlebigkeit als ökonomischer Faktor

Die Lebenserwartung steigt in Deutschland weiter. Heute neugeborene Jungen werden im Schnitt etwa 78, Mädchen über 83 Jahre alt (Destatis 2023). Dadurch verbringen die Menschen mehr Zeit im Ruhestand, derzeit rund 20 Jahre (DRV 2022/2023). Gleichzeitig wächst laut Eurostat die Zahl der Älteren im Verhältnis zu den Erwerbstätigen: Bis 2040 kommen auf 100 Erwerbstätige fast 50 über 65-Jährige. Das stellt Politik, Unternehmen und Beschäftigte vor Herausforderungen. Sie müssen die Dauer und Struktur der Erwerbstätigkeit neu denken und anpassen, um die Versorgung des Einzelnen und die Produktivität für die Wirtschaft zu sichern. Für die umlagenfinanzierte erste Säule bedeutet Langlebigkeit: Mehr Rentenjahre müssen auf relativ weniger Beitragszahler verteilt werden. Für Betriebe heißt das: längere Erwerbsbiografien und ein stärkerer Fokus auf Prävention und Mitarbeiterbindung.

Betriebliche Altersvorsorge als Chance für eine adäquate Alterssicherung

Das Rentenniveau der gesetzlichen Rente liegt aktuell bei 48% (vor Steuern) des durchschnittlichen Alterseinkommens und soll laut Rentenpaket II langfristig stabilisiert werden. International weist die OECD für Deutschland eine Nettoersatzquote aus verpflichtenden Systemen von rund 52% für Durchschnittsverdiener aus. Ergebnis: Selbst bei durchgängigen Erwerbsbiografien in mittleren Einkommen bleibt eine Lücke – bei Unterbrechungen wird sie größer.

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) mit über 18 Millionen Anwartschaften ist ein zentraler Hebel, um Versorgungslücken im Alter zu schließen. In Großunternehmen ist sie weitverbreitet, in kleinen und mittelständischen Betrieben (KMU) dagegen weniger. Gerade KMU können mithilfe der bAV ihre Mitarbeitenden besser absichern, attraktiver als Arbeitgeber werden und so Unternehmenstreue stärken. Kombiniert man die bAV mit Gesundheitsangeboten wie der bKV und Gesundheitsservices, entsteht für KMU ein echter Mehrwert in Form einer umfassenden betrieblichen Vorsorge.

Gesundheit als ökonomischer Faktor

Gesundheit ist heute ein harter Produktivitätsfaktor. Der TK-Gesundheitsreport 2024 weist für 2023 durchschnittlich 20 Krankheitstage pro Erwerbsperson aus – ein Höchstwert der letzten Jahre. Psychische Erkrankungen nehmen dabei besonders stark zu. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten krankheitsbedingter Ausfälle regelmäßig im hohen zweistelligen bis dreistelligen Milliardenbereich pro Jahr.

Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel strukturell. Die Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit dokumentiert für 2023 eine Rekordzahl an Engpassberufen – quer durch Branchen und Qualifikationsniveaus. In diesem Umfeld werden Prävention, schnelle Versorgung und Gesundheitssicherheit zu einem Wettbewerbsfaktor. Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) hat sich daher stark entwickelt: Laut PKV-Verband bieten inzwischen rund 50.000 Unternehmen eine bKV an, aktuell profitieren schon fast drei Millionen Beschäftigte – Tendenz steigend. Ökonomisch wirkt die bKV in drei Richtungen: Sie stabilisiert die Arbeitsfähigkeit, reduziert Kosten für Fluktuation sowie Arbeitsunfähigkeit und stärkt Bindung sowie Arbeitgeberattraktivität.

bAV und bKV zusammendenken

Langlebigkeit heißt länger leben mit der Folge: länger arbeiten, länger gesund bleiben, länger versorgen. Daraus folgt ein integrierter Blick. Die bKV adressiert die gesundheitsbezogenen Risiken längerer Erwerbsphasen, die bAV adressiert die finanzielle Seite eines längeren Lebens. Zusammen ermöglichen sie eine Personalstrategie, die nicht nur rekrutiert, sondern die Leistungsfähigkeit und Motivation der vorhandenen Belegschaft sichert. Für Unternehmen ist das ein Dreiklang aus Absicherung, Prävention und Bindung – und eine Antwort auf die Finanzierungslücke im Alter und den Engpass an Arbeitszeit und Produktivität.

Für Vermittler verschiebt sich die Rolle: weg vom eindimensionalen Produktvertrieb, hin zur strategischen Beratung. Gefragt sind weniger isolierte Produktlösungen, sondern stärker die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erklären und die Bedürfnisse des Kunden zu verstehen: Welche demografischen Risiken treffen das Unternehmen konkret? Wo entstehen Versorgungslücken – finanziell und gesundheitlich? Wie lassen sich Prävention, Bindung und Vorsorge sinnvoll miteinander verknüpfen? Vermittler, die diese Fragen beantworten, werden zu strategischen Gesprächspartnern – und genau darin liegt ihre wachsende Bedeutung.

Die Demografie ist gesetzt: Altenquotient und Rentenbezugsdauer steigen, die Erwerbsbevölkerung schrumpft. Gleichzeitig nehmen chronische und psychische Erkrankungen zu. In diesem Szenario wird betriebliche Vorsorge zum Bestandteil nachhaltiger Unternehmensführung. Vermittler, die Demografie- und Gesundheitsdaten integrieren, Modelle für bAV und bKV aufsetzen und Kommunikation entlang von Lebensphasen etablieren, schaffen messbaren Mehrwert: weniger Fluktuation, stabilere Arbeitsfähigkeit und planbarere – ggf. sinkende – Personalkosten.

Betriebliche Vorsorge wird zum Pflichtprogramm nachhaltiger Unternehmensführung. Sie ist eine Antwort auf eine Realität, der Unternehmen nicht ausweichen können: Menschen leben länger, arbeiten länger und müssen länger leistungsfähig bleiben. Wer daraus keine integrierte Vorsorgestrategie mit bAV und bKV ableitet, reagiert zu spät und wird ggf. im „War for Talents“ auch ein Stück weit abgehängt. Wer beide Komponenten als betriebliche Vorsorge zusammendenkt, handelt rechtzeitig und verbindet ökonomische Vernunft mit Verantwortung für die Menschen im Unternehmen. Entscheidend sind die Bedürfnisse der Kunden: ein langes, selbstbestimmtes, gesundes Leben mit größtmöglicher finanzieller Sicherheit. Als lebenslanger Partner für Gesundheit und finanzielle Sicherheit unterstützen wir sie dabei – mit ganzheitlicher, kompetenzübergreifender Beratung für mehr Orientierung und Verlässlichkeit, auch in diesem schwierigen Umfeld.

Lesen Sie auch: Schadet die Reform der privaten Altersvorsorge der bAV?

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So viele Riester-Sparer werden zum Altersvorsorgedepot wechseln http://www.asscompact.de/node/171578

Sirius Campus und Aeiforia haben eine Marktuntersuchung zum Absatz- und Wechselpotenzial im Rahmen der privaten Altersvorsorgereform durchgeführt. Die Untersuchung soll zeigen, wie viel Kapital aus bestehenden Riester-Verträgen ins neue Altersvorsorgedepot wandern könnte.

171578 25. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Beim neuen Altersvorsorgedepot gibt es für bestehende Riester-Verträge auch die Möglichkeit, das angesparte Kapital in das neue Fördermodell umzusiedeln – bei einer Vertragslaufzeit von mehr als fünf Jahren auch ohne Aufpreis. Die Frage dabei, die vor allem für Versicherer relevant ist: Wie viele Kunden werden das tatsächlich tun? Dieser Frage sind Sirius Campus und Aeiforia in einer aktuellen Marktuntersuchung namens „Altersvorsorge im Aufbruch“ auf den Grund gegangen.

Wechselwilligkeit ins Altersvorsorgedepot

Laut der Untersuchung hätten drei Fünftel der Förderberechtigten bereits vom Altersvorsorgedepot gehört. Dies sei gut für die private Altersvorsorge, könne bestehende Riester-Anbieter allerdings vor große Herausforderungen stellen. Derzeit seien fast die Hälfte der Riester-Kunden (44%) mit ihrem Vertrag unzufrieden, vor allem solche mit einer Riester-Rentenversicherung. Die Mehrheit der Kunden (57%) seien hinsichtlich der Fortführung ihres Riester-Vertrags noch unschlüssig. Die meisten wollen sich zuerst beraten lassen. Jedoch sei sich rund ein Viertel der Riester-Kunden (26%) bereits sicher, in das neue Altersvorsorgedepot wechseln zu wollen.

Betrachtet man nur die bereits Entschiedenen als Prognose für die Marktentwicklung ab 2027, werden 38% ihre Riester-Rentenversicherung kündigen und inklusive des angesparten Kapitalstock in ein Altersvorsorgedepot wechseln, so Sirius Campus und Aeiforia. Bei den anderen gängigen Riester-Varianten würde demnach rund ein Sechstel ihren Vertrag mit angesammeltem Kapital in das neue System wechseln.

Größte Marktverwerfungen bei Riester-Rente

Die 9,7 Millionen Rentenversicherungen von insgesamt 14,7 Millionen Riester-Verträgen haben mit rund 128 Mrd. Euro den größten Kapitalstock aufgebaut. Die 38% Wechsler werden davon ihren Kapitalstock von rund 49 Mrd. Euro in ein neues Altersvorsorgedepot mitnehmen, so Sirius Campus und Aeiforia. Ein weiteres Fünftel (19%) wird die Beitragsbefreiung wählen und die Spar- und Zulagenbeiträge dem neuen Fördersystem zufließen lassen. Gemeinsam mit den Komplettkündigungen reduzieren sich die Beitragseinnahmen für Lebensversicherer für Riester-Rentenversicherungen um jährlich 3,4 Mrd. Euro, etwas mehr als die Hälfte (57%).

„Lebensversicherer müssen aktiv werden, um Abflüsse aus den Riester-Beständen zu minimieren. Zum Beispiel durch eine qualitativ hochwertige Beratung und Kundeninformation, damit Fehlentscheidungen und unter Umständen auch Haftungsansprüche vermieden werden. Der Teufel steckt im Detail: neues Recht gegen altes Recht, Kosten-, Garantie- bzw. Renditevergleich – und das alles ist immer im Hinblick auf die Situation der Kunden zu bewerten und zu dokumentieren“, gibt Martin Gattung, Gründer und Geschäftsführer der Aeiforia GmbH zu bedenken.

Die Wechselambitionen bei den 3 Millionen Riester-Fondssparplänen, 1,4 Millionen Wohn-Riesterverträgen und 500.000 Riester-Banksparplänen fallen mit rund einem Sechstel der jeweiligen Kunden geringer aus. Dennoch müssen auch Fondsgesellschaften mit 5,1 Mrd. Euro, Bausparkassen mit 6,9 Mrd. Euro und Banken mit 2,0 Mrd. Euro Abflüssen aus ihrem Riester-Kapitalstock rechnen. In der Summe werden 64,8 Mrd. Euro angespartes Vermögen in das neue Fördersystem überführt, also deutlich mehr als ein Viertel des rund 225 Mrd. Euro schweren Kapitalstocks in allen Riester-Verträgen. Laufende Beitragseinnahmen in Riester-Verträgen werden um 58% von 10,4 Mrd. Euro jährlich auf nur noch 4,3 Mrd. Euro zusammenschmelzen, errechnen die Experten.

Zusätzlich Potenzial für Altersvorsorgedepots bei Jüngeren

Von allen 44 Millionen Förderberechtigten für das neue Fördersystem sind 29 Millionen ohne bisheriger Riester-Förderung. Aus dieser Zielgruppe sind sich laut der Studie jetzt schon 17% bzw. 5 Millionen relativ sicher, einen neuen Vertrag abzuschließen. (mki)

Über die Studie

Die Marktuntersuchung „Altersvorsorge im Aufbruch“ wurde von Sirius Campus durchgeführt und von dem Vorsorgespezialisten Aeiforia unterstützt. Die Online-Erhebung unter 1.013 repräsentativ befragten Förderberechtigten fand im April 2026 statt.

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Jobcenter muss Wohnkosten auch bei Vermietung an Tochter übernehmen http://www.asscompact.de/node/171555

Auch wenn die Wohnung von Eltern oder anderen Angehörigen vermietet wird, kann das Jobcenter die Kosten für Unterkunft und Heizung übernehmen müssen. Entscheidend ist, dass der Mietvertrag ernsthaft geschlossen wurde und keine bloße Familienabsprache oder Scheingeschäft vorliegt.

171555 25. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Wer Bürgergeld bezieht, hat grundsätzlich Anspruch auf die Übernahme angemessener Kosten für Unterkunft und Heizung. Das gilt auch dann, wenn die Wohnung von nahen Angehörigen vermietet wird. Voraussetzung ist, dass der Mietvertrag ernsthaft geschlossen und kein bloßes Scheingeschäft ist. Darauf macht die Wüstenrot Bausparkasse, ein Unternehmen der W&W-Gruppe, unter Verweis auf ein aktuelles Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg (LSG) aufmerksam.

Im konkreten Fall ging es um eine Mutter von zwei Kindern, die in einer Wohnung im Haus ihrer Eltern lebte. Bereits seit 2006 bestand ein Mietverhältnis: Zunächst bewohnte die Frau die rund 100 qm große Wohnung gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann, der als Hauptverdiener die vereinbarte Miete regelmäßig beglich. Nach der Trennung Ende 2018 zog der Mann aus, worauf sich die finanzielle Situation der Frau deutlich verschlechterte.

Streit mit dem Jobcenter über die Kostenübernahme

Daraufhin wurde zwischen der Tochter und ihrem Vater ein neuer Mietvertrag geschlossen. Die vereinbarte Miete konnte die Frau allerdings aufgrund fehlender Einkünfte zunächst nicht begleichen. Als sie im Frühjahr 2020 erstmals Bürgergeld beantragte, erkannte das Jobcenter zwar ihren Anspruch auf Grundsicherung an, verweigerte jedoch die Übernahme der Miet- und Heizkosten. Die Behörde argumentierte, bei dem Vertrag handele es sich lediglich um eine formale Vereinbarung innerhalb der Familie, die einzig dem Zweck diene, staatliche Leistungen zu erhalten.

Der Vater widersprach dieser Einschätzung deutlich. Er habe die Mietzahlungen lediglich vorübergehend gestundet, um seine Tochter während der schwierigen Trennungsphase finanziell zu entlasten. Auf die Mietforderungen habe er jedoch nie verzichtet. Vielmehr habe er sämtliche offenen Beträge dokumentiert und sogar Mahnbescheide beantragt, um eine Verjährung der Forderungen zu verhindern. Auf eine Kündigung oder Vollstreckung habe er bislang lediglich aus familiären Gründen verzichtet.

Gerichte: Ernsthaftes Mietverhältnis entscheidend

Sowohl das Sozialgericht Konstanz als auch das LSG Baden-Württemberg stellten sich letztlich auf die Seite der Klägerin. Die Richter machten deutlich: Zwar sei bei Mietverhältnissen unter nahen Angehörigen stets genau zu prüfen, ob ein tatsächlich gewolltes Vertragsverhältnis vorliegt oder lediglich ein Scheingeschäft konstruiert wurde. Entscheidend sei jedoch die Gesamtbetrachtung aller Umstände des Einzelfalls.

Im vorliegenden Verfahren sprachen mehrere Aspekte klar für ein ernsthaftes Mietverhältnis – insbesondere die über viele Jahre hinweg gezahlte Miete sowie der erkennbare Wille des Vaters, langfristig nicht auf die Mietzahlungen zu verzichten. Nach Auffassung des Gerichts musste das Jobcenter daher die Kosten für Unterkunft und Heizung übernehmen. (bh)

LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 03.12.2025 – Az: L 2 AS 559/25

 

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bKV in Unternehmen: Gesundheit als wirtschaftlicher Faktor http://www.asscompact.de/node/171564

Für Unternehmen rücken Themen wie Prävention, Gesundheit und Mitarbeiterbindung stärker in den Fokus. Die bKV kann dabei einen entscheidenden Beitrag leisten – insbesondere dann, wenn sie als wirtschaftlicher Nutzen verstanden wird.

171564 24. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Ein Artikel von Stefan Gaedicke, Leiter bKV LKH

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Geschäftsfeld für Vermittler entwickelt. Den Unternehmen wird sie jedoch überwiegend als Mitarbeiter- Benefit präsentiert. Es folgen lange Entscheidungsprozesse, die teils auch mal Jahre dauern können, wobei sich Arbeitgeber am Ende häufig gegen die Einführung einer bKV entscheiden – aus vermeintlich zu hohen Kosten oder bereits ausgeschöpften Sachbezugsgrenzen.

Zwar ist die bKV ein Benefit, aber ihr entscheidender Vorteil liegt darin, hohe Personal- kosten, die durch Fehlzeiten und Fluktuation entstehen, zu senken – und das, obwohl eine bKV mit zusätzlichen Personalkosten verbunden ist.

Fehlzeiten und Fluktuation als Kostenfaktor

Unternehmen in Deutschland verzeichnen im Durchschnitt rund 22 Fehltage pro Mitarbeiter und Jahr. Bei geschätzten Kosten von etwa 450 Euro pro Fehltag summiert sich dies auf rund 10.000 Euro pro Mitarbeiter jährlich. Diese sehr hohen Fehlzeiten bedeuten für Unternehmen eine erhebliche finanzielle Belastung.

Neben den Fehlzeiten spielt die Mitarbeiterbindung eine zentrale Rolle. Gerade im aktuellen Arbeitsmarkt ist es für Unternehmen zunehmend schwierig, qualifiziertes Personal zu gewinnen und langfristig zu halten. Die Kosten für die Neubesetzung sind erheblich: Durch Recruiting, Einarbeitung und Produktivitätsverluste entsteht den Unternehmen bis zur Neubesetzung das ca. 1,2-Fache eines Jahresgehalts.

bKV als Mehrwert

Bei diesen personellen Herausforderungen setzt die bKV an. Durch die positiven Auswirkungen einer bKV können bei Unternehmen sofort Fehltage eingespart und Kosten reduziert werden. Eine bKV signalisiert den Mitarbeitenden Wertschätzung und Fürsorge und entlastet sie konkret bei Gesundheitskosten. Mit einer bKV erhalten Mitarbeitende Leistungen wie Facharztterminservices oder telemedizinische Beratung rund um die Uhr. Termine können so zeitnah wahrgenommen werden, Diagnosen und benötigte Behandlungen früher stattfinden. Das kann dazu beitragen, krankheitsbedingte Ausfallzeiten zu verkürzen oder sogar zu vermeiden.

Ergänzt wird das um Vorsorgeleistungen in der bKV, die aus Zeit- oder Kostengründen häufig aufgeschoben werden. Hier bietet die LKH ein besonderes Extra an: Sie bezuschusst Gesundheitsevents im Unternehmen wie den Vorsorge-Check direkt am Arbeitsplatz. Mittels eines mobilen Labors können Mitarbeitende in rund 20 Minuten etwa 60 zentrale Gesundheitswerte überprüfen lassen. Dabei lassen sich bei rund 60% der Teilnehmenden Auffälligkeiten erkennen, die potenziell zu späteren Ausfallzeiten führen können.

Messbare Effekte auf Fehlzeiten

Die LKH hat im Herbst 2025 in einer eigens beauftragten Studie durch die Sirius Campus GmbH rund 500 Entscheider von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) befragt, was sie von einer bKV erwarten und welche Erfahrungen sie nach der Einführung gesammelt haben. Die Ergebnisse waren eindeutig: 27% der Unternehmen erwarten, dass sich langfristige Fehlzeiten reduzieren, bei jedem zweiten Unternehmen (49%) ist das schon eingetreten.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Mitarbeiterbindung: 41% erwarten, dass sich der oder die Mitarbeitende dadurch wertgeschätzt fühlt – realisiert wird dieser Effekt bei rund 56% der Unternehmen.

Wirtschaftlichkeit im Fokus

In vielen Tarifkonstellationen amortisieren sich die Kosten einer bKV bereits dann, wenn pro Mitarbeiter und Jahr nur ein einziger Fehltag vermieden wird. Die bKV ist demnach kein zusätzlicher Kostenfaktor, sondern eine nachhaltige Investition in Gesundheit und Unternehmenserfolg und wird sich immer stärker als dritte Säule in der Gesundheitsversorgung etablieren.

bKV in Unternehmen: Gesundheit als wirtschaftlicher Faktor
Lesen Sie auch: Betriebliche Versorgung im Mittelstand: bKV wird wichtiger

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Digital Insurance Podcast: Spagat zwischen Tradition und Tech http://www.asscompact.de/node/171570

In der neuesten Ausgabe des „Digital Insurance Podcast“ spricht Moderator Jonas Piela mit Christian Senft, Vorstandsvorsitzender der Gartenbau-Versicherung. Im Gespräch erläutert Christian Senft, warum die Gartenbau-Versicherung auf Drohnen-Scans und künstliche Intelligenz setzt.

171570 23. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

In der aktuellen Episode des „Digital Insurance Podcast“ begrüßt Moderator Jonas Piela einen Gast, der den Spagat zwischen traditionsreichem Vereinswesen und datengetriebener Zukunft meisterhaft beherrscht: Christian Senft, Vorstandsvorsitzender der Gartenbau-Versicherung. Das Gespräch verdeutlicht, dass radikale Mitgliederorientierung und technologische Innovation keineswegs im Widerspruch stehen müssen, sondern die Basis für den Erfolg in einer hochspezialisierten Marktnische bilden.

Eine Nische mit beeindruckenden Kennzahlen

Christian Senft, selbst studierter Gartenbauingenieur, führt eine Versicherung, die mit einer Combined Ratio von 87% eine beeindruckende Effizienz aufweist. Seit fast 180 Jahren agiert die Gartenbau-Versicherung als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit und hat sich dabei eine klare DNA bewahrt. Senft betont im Gespräch, dass die Rechtsform des VVaG enorme strategische Vorteile bietet: Ohne den Druck zur Gewinnmaximierung durch externe Shareholder kann sich das Unternehmen voll und ganz auf die Bedürfnisse seiner rund 13.000 Mitglieder konzentrieren, die alle aus dem hochtechnisierten und spezialisierten Bereich des Gartenbaus stammen.

Die Herausforderung der Skalierung im Spezialsegment

Obwohl der Verein nicht gewinnorientiert arbeitet, muss er laut Senft dieselben wirtschaftlichen Grundsätze wie eine Aktiengesellschaft befolgen, um langfristig rentabel zu bleiben. Besonders die Digitalisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz erfordern erhebliche Investitionen. Da eine Kapitalbeschaffung über den Markt für einen Verein schwieriger ist, setzt die Gartenbau-Versicherung auf organisches Wachstum und eine vorausschauende Finanzplanung. Das Ziel ist es, Wissen und Technologie so zu verzahnen, dass Skaleneffekte genutzt werden können, ohne die Nähe zum Kunden zu verlieren.

Digitalisierung als Unterstützung des menschlichen Faktors

Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Rolle des Menschen in der digitalen Transformation. Senft stellt klar, dass trotz neuer Technologien wie einem eigenen Mitgliederportal oder der Beteiligung an Start-ups der persönliche Kontakt der wichtigste Touchpoint bleibt. Die Versicherung bietet „Tailor-Made“-Lösungen an, bei denen Risiko-Berater vor Ort individuelle Underwriting-Prozesse durchführen. Digitale Workflows sollen diese Experten nicht ersetzen, sondern entlasten und unterstützen. Ein Beispiel hierfür ist die Kooperation mit dem Start-up VFD, das Drohnen und 360-Grad-Scans einsetzt, um Bestandsimmobilien wie riesige Gewächshäuser präzise zu digitalisieren. Dies ermöglicht unter anderem Thermografie-Analysen zur Identifizierung von Wärmeverlusten, was einen direkten Mehrwert für die Prävention darstellt.

Vision: Der beste Dienstleister für Europas Gartenbau

Die Vision von Christian Senft ist ambitioniert: Die Gartenbau-Versicherung soll nicht nur als Versicherer, sondern als der beste Dienstleister für den Gartenbau in Europa wahrgenommen werden. Durch den Einsatz von KI zur automatisierten Auswertung von Maschinentypen oder Installationen soll die Risikoeinschätzung weiter perfektioniert werden. Senft sieht die Digitalisierung als Werkzeug, um die Leistungsfähigkeit des Vereins für die Zukunft zu sichern und die Mitglieder in einer Welt zunehmender Klimarisiken resilienter zu machen.

Hier geht es zur aktuellen Folge:
Über den Podcast

Jonas Piela berät die Versicherungswirtschaft hinsichtlich der digitalen Transformation in seiner Rolle als Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants. Außerdem betreibt er den Digital Insurance Podcast, für den er mit Managern aus der Branche über die Herausforderungen der Digitalisierung spricht. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.

Weitere Podcasts
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Tierversicherungen verkaufen sich nicht nebenbei http://www.asscompact.de/node/171568

Ein Haustier bedeutet Verantwortung – finanziell, organisatorisch und emotional. Martin Markowsky hat sich auf Tierversicherungen spezialisiert und weiß, dass Hund oder Katze für viele Menschen zur Familie zählen.

171568 23. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Interview mit Martin Markowsky, Geschäftsführer der DOGVERS GmbH
Herr Markowsky, welchen Stellenwert haben Haustiere heute in der Gesellschaft?

Haustiere haben in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert. Für viele Menschen sind sie längst ein fester Teil der Familie und nicht mehr nur ein Begleiter im Alltag. Diese Entwicklung war schon vor der Corona-Pandemie sichtbar, hat sich in dieser Zeit aber deutlich beschleunigt.

Während der Pandemie haben sich viele Menschen ein Tier angeschafft. Der Wunsch nach Nähe, Struktur im Alltag und emotionaler Unterstützung hat dazu geführt, dass v. a. Hunde stark nachgefragt waren. Gleichzeitig hat sich die Bindung zwischen Mensch und Tier intensiviert, da viele Besitzer deutlich mehr Zeit mit ihren Tieren verbringen konnten. Diese Entwicklung wirkt bis heute nach. Damit steigt gleichzeitig die Bereitschaft, Geld in Gesundheit, Ernährung und Absicherung der Tiere zu investieren. Doch es gibt auch eine proble­matische Seite: Nach der Pandemie ist eine große Zahl von Hunden wieder abgegeben worden und viele Tierheime standen plötzlich vor massiven Herausforderungen.

Gibt es denn Zahlen dazu, wie viele Menschen für ihre Tiere eine Versicherung abgeschlossen haben?

Die Zahlen schwanken je nach Quelle, aber ein klares Bild zeigt sich trotzdem. In Deutschland sind mehrere Millionen Hunde und Katzen kranken- oder OP-versichert. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 15 bis 20% der Hunde eine OP- oder Krankenversicherung haben. Bei Katzen ist die Quote deutlich niedriger. Es hat eine Zeit gedauert, bis bei Katzenhaltern die deutlich höheren Kosten durch die geänderte Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) angekommen sind. Seit dieser Anpassung sind die tierärztlichen Kosten für Katzen denen für Hunde gleichgestellt. Katzen gelten statistisch aber als weniger krankheitsanfällig, weshalb viele Halter die steigenden Kosten zunächst nicht unmittelbar gespürt haben. In­zwischen erkennen immer mehr Katzenhalter, welche finanziellen Risiken mit tierärztlichen Behandlungen verbunden sind. Entsprechend steigen aktuell auch die Zahlen bei der Absicherung von Katzen. Doch es besteht hier noch erhebliches Wachstumspotenzial.

Sie haben kürzlich einen LinkedIn-Beitrag veröffentlicht, in dem es um eine verpflichtende Hundekrankenversicherung geht – ein kontroverses Thema. Es gibt natürlich diverse Pro- und Kontrapunkte, aber was ist Ihre Meinung dazu?

Die Idee einer verpflichtenden Hundekrankenversicherung klingt auf den ersten Blick für viele Menschen logisch: Wenn jeder Hund versichert wäre, könnten Tierarztkosten immer bezahlt werden. In der Theorie wirkt das wie eine einfache Lösung. In der Praxis ist sie das nicht.

Ich bin klar gegen eine solche Pflichtversicherung. Nicht weil Versicherungen grundsätzlich schlecht wären – im Gegenteil, ich beschäftige mich beruflich täglich damit –, sondern weil eine Pflichtversicherung in diesem Bereich niemals wirklich gerecht umgesetzt werden kann. Versicherungen funktionieren über Risikokalkulation. Alter, Rasse, Gesundheitszustand und Vorerkrankungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Deshalb gibt es Altersgrenzen, Wartezeiten oder Ausschlüsse. Wenn der Staat nun eine Pflichtversicherung einführen würde, müsste jedes Tier versicherbar sein – unabhängig von Risiko, Alter oder Gesundheitszustand.

Spätestens an diesem Punkt beginnt das Problem: Entweder die Beiträge explodieren für alle oder der Staat müsste massiv eingreifen. Beides wäre am Ende weder für Tierhalter noch für Versicherer sinnvoll. Man darf außerdem nicht vergessen: Eine Pflichtversicherung löst nicht das eigentliche Problem. Wer sich heute keinen Tierarzt leisten kann oder möchte, wird durch eine zusätzliche Pflichtabgabe nicht automatisch verantwortungsvoller.

Wie könnte es dann gehen?

Aus meiner Sicht ist Aufklärung der deutlich bessere Weg. Wenn Tierhalter verstehen, welche Kosten im Ernstfall entstehen können, entscheiden sich viele freiwillig für eine Absicherung. Und freiwillige Entscheidungen funktionieren in der Regel deutlich besser als staatlich verordnete Pflichtlösungen. Am Ende des Tages muss ich mir einen Hund leisten können. Wir reden hier über ein Lebewesen, das – wenn alles gut läuft – 12 bis 15 Jahre Verantwortung bedeutet. Ein Hund beeinflusst viele Bereiche des Lebens: Urlaub, Freizeit, spontane Verabredungen oder auch den Alltag im Beruf. Wer sich für einen Hund entscheidet, übernimmt langfristige Verantwortung – finanziell, organisatorisch und emotional. Genau deshalb sollte diese Entscheidung niemals spontan getroffen werden.

Welche Tiere oder Rassen sind denn aus Ihrer Erfahrung besonders krankheitsanfällig? Und wie gehen Sie als Makler damit um?

Die größte Herausforderung in der Beratung entsteht meist bei sogenannten „Plattnasen“. Dazu gehören z. B. Mops, Französische Bulldogge, Boxer oder auch Perserkatzen. Sie haben aufgrund ihrer Zuchtmerkmale öfter gesundheitliche Probleme, v. a. im Bereich der Atemwege. Für Makler bedeutet das, dass die Auswahl der Versicherer deutlich eingeschränkter ist. Viele Anbieter schließen typische Erkrankungen dieser Rassen ganz oder teilweise aus.

Neben den Atemwegsproblemen gibt es auch bei anderen Rassen typische Erkrankungen, die statistisch häufiger auftreten, z. B. Hüftdysplasie und Ellbogendysplasie bei großen Hunderassen, Patellaluxation bei kleineren Hunden und Herzerkrankungen bei bestimmten Katzenrassen. Viele Versicherer reagieren darauf mit rassespezifischen Ausschlüssen, besonderen Bedingungen oder längeren Wartezeiten.

Als Makler ist meine Aufgabe, Kunden genau über solche Punkte aufzuklären. Natürlich erkläre ich meinen Kunden, welche Leistungen ein Tarif beinhaltet und was konkret versichert ist. Im Zweifel kann man diese Info aber auch auf der Website des jeweiligen Versicherers nachlesen. Deutlich schwieriger wird es bei den Punkten, die nicht oder nur eingeschränkt versichert sind. Genau hier entstehen in der Praxis die meisten Missverständnisse: Ausschlüsse, Begrenzungen oder rassespezifische Einschränkungen sind in Versicherungsbedingungen oft komplex formuliert und für viele Tierhalter nicht sofort verständlich. Gerade deshalb halte ich diesen Teil der Beratung für mindestens genauso wichtig wie die Erklärung der Leistungen. Ein Kunde muss nicht nur wissen, was eine Versicherung zahlt, sondern auch sehr genau verstehen, wo ihre Grenzen liegen. Nur wenn alles transparent auf dem Tisch liegt, kann ein Tierhalter eine wirklich fundierte Entscheidung treffen. Eine ehrliche Beratung bedeutet deshalb nicht nur, Vorteile zu erklären, sondern auch klar auf mögliche Einschränkungen hinzuweisen.

Als Verbrauchertipp wird manchmal gesagt, Tierversicherungen lohnen sich meist nicht und man solle lieber jeden Monat etwas zurücklegen für Tierarztbesuche. Wie stehen Sie dazu – v. a. mit Blick auf die aktualisierte GOT?

Das sogenannte „Selbstansparen“ klingt auf den ersten Blick logisch. In der Praxis funktioniert es jedoch nur selten. Eine Operation beim Hund kann schnell 3.000 bis 6.000 Euro kosten. Komplexe Behandlungen können sogar noch deutlich teurer werden. Um solche Beträge kurzfristig aus eigener Rücklage zu finanzieren, müssten viele Tierhalter über Jahre hinweg erhebliche Summen zurücklegen. Eine Versicherung ersetzt deshalb nicht das Sparen, sondern das Risiko. Sie sorgt dafür, dass im Ernstfall eine große finanzielle Belastung abgesichert ist.

Was sagen Sie also Ihren Kunden?

Ich empfehle meinen Kunden oft Tarife mit einem Selbstbehalt, z. B. 250 Euro pro Jahr. Das hat für Tierhalter zwei Vorteile: Erstens sinkt der monatliche Beitrag teilweise deutlich. Zweitens sind Tarife mit Selbstbehalt in der Regel weniger anfällig für außerplanmäßige Beitragsanpassungen. Eine Operation wie ein Kreuzbandriss mit Kosten von etwa 2.500 Euro ist für einen Versicherer ein kalkulierbares Risiko. Das eigentliche Problem sind die sogenannten Frequenzschäden. Damit sind viele kleine Rechnungen gemeint, die regelmäßig entstehen und in Summe sehr hohe Kosten verursachen. Genau diese Schäden treiben Verwaltungsaufwand und Kosten bei Versicherern massiv nach oben. Ein interessanter Blick auf die Praxis: Mehr als 85% aller Tierarztrechnungen liegen unter 500 Euro. Ein moderater Selbstbehalt sorgt deshalb dafür, dass viele kleinere Rechnungen weiterhin vom Tierhalter getragen werden, während die Versicherung v. a. bei wirklich teuren Behandlungen einspringt. Genau dieses Prinzip macht Tarife langfristig stabiler.

Worauf achten Kunden denn besonders? Und was ist Ihnen als Makler in der Beratung wichtig bzw. was legen Sie Ihren Kunden ans Herz?

Viele Kunden wünschen sich v. a. eins: In Gesprächen höre ich oft den Wunsch, dass „einfach alles versichert sein soll“. Dazu gehören aus O Kundensicht oft auch Vorsorgeleistungen. Das ist verständlich. Tierhalter möchten sich möglichst wenig Gedanken machen müssen und erwarten eine Art Rundum-sorglos-Paket. In meiner Beratung setze ich andere Schwerpunkte: Mir ist wichtig, dass Kunden verstehen, wie der Versicherungsschutz in den wirklich relevanten Punkten funktioniert. Ein weiterer zentraler Punkt ist für mich die Erstattung nach der GOT. Gute Tarife leisten bis zum Höchstsatz der GOT, denn genau dort entstehen in der Praxis häufig die größten Kosten.

Ein Thema, das früher kaum eine Rolle gespielt hat und nun wichtiger geworden ist, sind die Kündigungsregelungen der Versicherer. Ich achte sehr darauf, ob es kundenfreundliche Regelungen gibt, z. B. beim Thema Kündigung nach einem Schadenfall oder bei der ordentlichen Kündigung zum Vertragsablauf.

Das Thema Vorsorgeleistungen in der Tierkrankenversicherung halte ich in vielen Fällen für wirtschaftlich unsinnig. Ein Beispiel: In einem Tarif ist vereinbart, dass der Versicherer 100 Euro pro Jahr für Vorsorgeaufwendungen erstattet. Der Versicherer weiß jedoch genau, dass diese Leistung von den meisten Kunden regelmäßig genutzt wird. Deshalb kalkuliert er die Verwaltungskosten ein und schlägt zusätzlich die Versicherungssteuer auf. Im Ergebnis zahlt der Kunde über seinen Beitrag nicht 100 Euro, sondern ungefähr 130 Euro, um am Ende wieder 100 Euro erstattet zu bekommen. Aus meiner Sicht ergibt das wirtschaftlich keinen Sinn. In meiner Beratung erkläre ich deshalb offen, wo eine Versicherung wirklich sinnvoll ist – und wo nicht.

Haben Sie Empfehlungen für Makler, die sich stärker auf Tierversicherungen konzentrieren wollen?

Der wichtigste Punkt ist für mich Authentizität. Makler, die sich mit Tierversicherungen beschäftigen möchten, sollten in der Lage sein, auf Augenhöhe mit Tierhaltern zu sprechen. Dazu gehört, dass man zumindest die grundlegenden Sorgen, Fragen und Probleme kennt, die Tierhalter im Alltag haben. Nur wer diese Perspektive versteht, kann Kunden wirklich sinnvoll beraten.

Heute ist ein Hund oder eine Katze für viele Menschen ein echtes Familienmitglied. Genau deshalb reagieren Tierhalter sehr sensibel, wenn sie merken, dass jemand ihr Tier nur als Versicherungsobjekt betrachtet. Grobe Fehler in der Beratung werden in diesem Bereich sehr schnell und sehr deutlich übel genommen. Es geht deshalb nicht darum, Tierversicherungen als zusätzliches Produkt im Portfolio zu sehen und nach dem Motto zu arbeiten: „Das machen wir mal eben mit.“

Wie nehmen Sie die finanzielle Stabilität von Assekuradeuren und Risikoträgern im Bereich Tierversicherungen aktuell wahr? Hat sich Ihre Beratung dadurch verändert?

Der Markt für Tierversicherungen ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass das Geschäftsfeld für Versicherer deutlich anspruchsvoller ist, als viele anfangs gedacht haben. In der Praxis war es für viele Anbieter in den vergangenen Jahren nicht einfach, mit Tierversicherungen Geld zu verdienen, insbesondere seit der Anpassung der GOT 2022. Gleichzeitig haben viele Versicherer ihre Tarife in den Jahren davor sehr aggressiv kalkuliert, um schnell Marktanteile zu gewinnen.

Die Folge sieht man heute sehr deutlich: Die Beiträge für viele Tarife haben sich in den letzten Jahren teilweise mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung sorgt natürlich bei vielen Tierhaltern für Unmut, ist aus Sicht der Versicherer aber oft die notwendige Korrektur einer zuvor zu optimistischen Kalkulation.

Außerdem haben sich einige Versicherer wieder aus dem Bereich Tierversicherungen zurückgezogen. Teilweise gab es Probleme zwischen Assekuradeuren und ihren Risiko­trägern. Meines Erachtens steckt der Markt noch in einer Konsolidierungsphase.

Für mich als Makler bedeutet das, dass ich noch stärker darauf achte, mit welchen Gesellschaften und Risikoträgern ich zusammenarbeite. Neben den Leistungen eines Tarifs spielt die finanzielle Stabilität und langfristige Strategie des Versicherers eine Rolle. Viele Kunden schließen eine Tierkrankenversicherung für viele Jahre ab, meist über die gesamte Lebensdauer des Tieres. Deshalb ist wichtig, dass der Anbieter auch langfristig stabil am Markt bleibt und seine Verpflichtungen erfüllen kann. Diese Aspekte sind ein fester Bestandteil meiner Beratung.

Welches Erlebnis mit einem Tierbesitzer ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?

Mich rief ein älterer Herr an, 76 Jahre alt, nennen wir ihn Hans. Hans hatte sich für einen sechsjährigen Dackelmischling aus dem Tierschutz entschieden. Der Hund hieß Bernie und Hans wollte ihn nun absichern. Er erzählte mir, dass seine Frau zwei Jahre zuvor nach 53 Jahren Ehe verstorben war. Nach dieser schweren Zeit begann er langsam, seinen Alltag zu ordnen. Er sagte, dass er sich Gesellschaft im Alltag wünschte. Einen Freund, um den er sich kümmern kann und mit dem er Zeit verbringt. Ganz bewusst hat er sich deshalb für Bernie entschieden, der zuvor kein besonders gutes Leben hatte und auch nicht mehr zu den jungen Hunden zählte. Hans sagte: „Mein größter Wunsch ist, dass Bernie ein gutes Leben hat – und dass er bis zu seinem letzten Tag bei mir bleiben kann.“ Er wollte unter allen Umständen vermeiden, dass der Hund wieder im Tierheim landet. Während er das erzählte, merkte ich sofort, wie ihn diese Entscheidung verändert hatte. Hans wirkte glücklich, motiviert und voller positiver Energie. Solche Gespräche zeigen, welche Rolle Tiere im Leben von Menschen spielen können. Es geht dabei nicht nur um Versicherungsschutz. Es geht um Begleitung, Verantwortung und manchmal auch darum, einem Leben wieder neue Lebensfreude zu geben.

Bild: Tierversicherungsmakler Martin Markowsky mit seinem Hund Paule

Lesen Sie auch: Wie Kundenerwartungen die Tierversicherung verändern

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BarmeniaGothaer nimmt 10-Milliarden-Meilenstein in den Fokus http://www.asscompact.de/node/171580

Die BarmeniaGothaer hat ein „außerordentlich erfolgreiches“ Geschäftsjahr hinter sich, mit einem deutlichen Wachstum in allen drei strategischen Geschäftsfeldern. Aufgrund des Erfolges will der Versicherer die für 2028 in Aussicht gestellte Marke von 10 Mrd. Euro Beitragseinnahmen bereits nächstes Jahr erreichen.

171580 22. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Am Freitag, den 22.05.2026, hat die BarmeniaGothaer die endgültigen Zahlen ihres ersten vollen gemeinsamen Geschäftsjahres vorgestellt. Dass der Versicherer mit den Ergebnissen durchaus zufrieden ist, wird bereits in den ersten Minuten der virtuellen Pressekonferenz klar: „Wir werden bärenstarke Ergebnisse liefern“, freut sich Co-CEO Oliver Schoeller. Und das trotz der brancheninternen sowie gesamtwirtschaftlichen widrigen Rahmenbedingungen, die laut Schoeller einer „prosperierenden Versicherungsindustrie“ nicht gerade zuträglich sind.

Durch den Zusammenschluss sehe man sich jedoch in einer selbstbewussten Position, die Herausforderungen meistern zu können, nicht zuletzt wegen der breiten Aufstellung, die die Fusion dem neuen Unternehmen erlaubt: „In einem Umfeld zunehmender Volatilität zahlt sich die vielseitigere Aufstellung unseres Geschäftsmodells aus: Diversifikation, eine breitere Risikosteuerung und eine daraus resultierende höhere Widerstandsfähigkeit stärken unsere Handlungsfähigkeit nachhaltig“, erklärt Co-CEO Dr. Andreas Eurich.

10 Mrd. Euro Beitragseinnahmen voraussichtlich bereits 2027

So lagen die Beitragseinnahmen für das Geschäftsjahr 2025 bei 9,27 Mrd. Euro – ein Plus von 7,8% gegenüber dem Vorjahr und 1,2% über dem Markt, getragen insbesondere von den Segmenten Komposit und Gesundheit, die mit 7,6% bzw. 7,3% beide über dem Markt wachsen. Das Segment Leben bleibt mit einem Wachstum von 4,6% leicht unter dem Marktdurchschnitt, der bei 5,2% liegt. Trotzdem freue man sich über das Wachstum in allen drei strategischen Geschäftsfeldern.

Der Konzernjahresüberschuss hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht und liegt bei 181 Mio. Euro. Die Konzernsolvabilität steigt um 41 Prozentpunkte auf 226% und hat damit die Zielmarke von 200% bereits überschritten – ein Ergebnis, mit dem das Unternehmen „durchaus komfortabel“ ist, so Eurich.

Eurich stellte zudem in Aussicht, dass die BarmeniaGothaer das für 2028 anvisierte Ziel von 10 Mrd. Euro Beitragseinnahmen bereits ein Jahr im Voraus, also 2027, erreichen wird. „Wir rechnen damit, dass wir bereits 2027 über diese Ziellinie marschieren“, bestätigt Schoeller. Als Treiber sieht man das Wachstum in den beiden Sparten, die auch bisher schon als Geschäftstreiber gelten: Komposit und Gesundheit. Das Wachstum soll auch nicht nur aus höheren Beiträgen stammen, sondern aus „wirklichem Neugeschäftswachstum“.

Reform der privaten Altersvorsorge: Fokus auf Ausweitung des Marktes

Neugeschäft erhofft sich die BarmeniaGothaer in der Lebensversicherung auch von der Reform der privaten Altersvorsorge. Spartenchefin Alina vom Bruck bestätigt, dass die BarmeniaGothaer zum Jahresanfang 2027 mit einem „entsprechenden Angebot“ auf dem Markt sein werde, die Details seien allerdings noch in Planung.

Aus ihrer Sicht wichtig sei, so vom Bruck, dass das Angebot auch Kunden erreichen kann, die bisher nicht viel über ihre private Altersvorsorge nachgedacht haben. „Der Gesetzgeber hat uns aufgetragen, das Segment zu verbreitern. Das ist, was die Politik will, und diese Aufgabe nehmen wir auch an.“

Natürlich werde man sich auch um den Bestand kümmern, so vom Bruck, doch insbesondere müssten die Versicherer sich darauf konzentrieren, den Markt zu vergrößern. Das Fördersystem, das der Staat dafür geschaffen habe, sei durchaus attraktiv. „Wenn wir uns alle um bestehende Segmente streiten, dann wird einfach nur der Wettbewerb größer“, gibt vom Bruck zu bedenken.

Künstliche Intelligenz: Noch kein transformativer Charakter

Auch künstliche Intelligenz war erneut Teil der Diskussion. Das bemerkenswerte an der Technologie sei, dass die Belegschaft sie einfordere, so Eurich. Die Rolle des Unternehmens sei nun, KI-Lösungen zur Verfügung zu stellen und sie zu befähigen, diese effizient zu nutzen.

Obwohl die Anwendungsfähigkeiten der KI Im Konzern groß geworden sind, habe sie noch keinen „transformativen Charakter“ im Unternehmen eingenommen, ergänzt Schoeller. In den nächsten 12 bis 24 Monaten werde die Integration allerdings noch einmal Fahrt aufnehmen. „Die echte Transformation steht dem BarmeniaGothaer Konzern noch bevor.“ (js)

Lesen Sie auch: BarmeniaGothaer stellt Zahlen aus dem ersten Post-Merger-Jahr vor
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HanseMerkur beruft neue Marketingleiterin http://www.asscompact.de/node/171572

Die HanseMerkur hat eine neue Marketingleiterin: Seit 01.05.2026 hat Nicole Keibel diesen Posten inne. Sie folgt auf Wolfgang Schnur, der in den Ruhestand geht.

171572 22. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Seit 01.05.2026 hat Nicole Keibel im Rahmen einer langfristig geplanten Nachfolge die Verantwortung für das Marketing der HanseMerkur übernommen. Die erfahrene Marketing- und Versicherungsexpertin wird Nachfolgerin von Wolfgang Schnur, der nach mehr als vier Jahrzehnten im Unternehmen den Ruhestand antritt.

Keibel ist seit vielen Jahren in verschiedenen Fach- und Führungsfunktionen für die HanseMerkur tätig. Zuletzt hat sie die Gruppe Produktmarketing geleitet. Sie bringt über 30 Jahre Erfahrung in der Versicherungsbranche mit.

Schnur war seit seiner Ausbildung zum Versicherungskaufmann, die er am 01.08.1983 startete, Teil des Unternehmens. (lg)

Bild: © HanseMerkur

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HFK1676 launcht neue Kfz-Versicherung für den Maklermarkt http://www.asscompact.de/node/171514

Die Maklermarke des Provinzial Konzerns, die HFK1676, hat eine neue Kfz-Versicherung auf den Markt gebracht. Die Versicherung wird in verschiedenen Tarifen angeboten und enthält spezielle Leistungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge.

171514 22. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Die HFK1676, die Maklermarke des Provinzial Konzerns, erweitert ihr Portfolio um eine neue Kfz-Versicherung. Das Produkt ist konsequent auf die Anforderungen des Maklermarkts angepasst, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens. Die neue Versicherung wird jeweils als Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko in den Tarifen Komfort und Premium angeboten.

Im Premiumtarif werden laut der HFK1676 Leistungen angeboten, die über den Marktstandard hinausgehen, etwa eine Neupreisentschädigung für Neuwagen sowie eine Kaufpreisentschädigung für Gebrauchtwagen, jeweils 36 Monate nach Kauf. Im Vollkasko-Premium-Tarif bietet wird ein „Smart-Repair-Verfahren“ angeboten: Dabei werden Schäden bis zu 250 Euro pro Jahr übernommen, ohne dass es zu einer Rückstufung in der Vollkaskoversicherung kommt.

Fokus auf E-Mobilität

Ein Fokus liegt auf der Absicherung von Elektro- und Hybridfahrzeugen. „Gerade in diesem Bereich ist der Beratungsbedarf hoch und die Haftungsrisiken für Maklerinnen und Makler sind nicht zu unterschätzen“, so René Werner, Head of Produktmanagement, Aktuariat/Data Analytics und Rückversicherung. Beispielsweise bietet der Premiumtarif eine Neupreisentschädigung für Akkus bis 36 Monate sowie die Übernahme von Kurzschlussschäden und Überspannungsschutz bis jeweils 20.000 Euro. (js)

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Baukredit: Hauskäufer leihen sich mehr Geld von der Bank http://www.asscompact.de/node/171563

Laut Dr. Klein lag die Kreditsumme, die sich Immobilienkäufer für eine Finanzierung von der Bank leihen, in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 bei 285.703 Euro. Das sind knapp 15.000 Euro mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Beleihungsauslauf bei der Baufinanzierung ist merklich gesunken.

171563 21. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Der Kreditvermittler Dr. Klein hat neue Daten des Trendindikator Baufinanzierung (DTB) vorgelegt. Demnach zeigt sich für die ersten vier Monate des Jahres 2026, dass Kreditnehmer für den Immobilienkauf mehr Geld aufnehmen als noch 2025. So hat sich die Darlehenssumme in diesem Zeitraum sprunghaft erhöht. Immobilienkäufer leihen sich durchschnittlich 285.703 Euro bei einem Kreditinstitut. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um knapp 15.000 Euro: Im Jahr 2025 betrug die durchschnittliche Kredithöhe von Januar bis April 270.777 Euro. Der Bedarf an fremdfinanziertem Kapital für den Erwerb einer Immobilie ist seit Beginn des vergangenen Jahres also kontinuierlich gestiegen.

Monatliche Rate konstant

Nur geringe Schwankungen lassen sich dagegen bei der monatlichen Rate beobachten. Sie liegt im Zeitraum Januar bis April 2026 bei 1.027 Euro. Gegenüber dem Wert von 1.013 Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres ist also kaum eine Veränderung zu beobachten.

Zinsbindung rückläufig

Bei der Zinsbindung geht es mit der Abwärtsbewegung aus 2025 zunächst weiter: Im Zeitraum der ersten vier Monate des Jahres lag sie bei zehn Jahren und rund dreieinhalb Monaten. Laut Dr. Klein haben Kaufwillige mit Blick auf Ende des vergangenen Jahres ihre Baufinanzierung noch mit einer längeren Zinsfestschreibung von zehn Jahren und etwa sieben Monaten abgeschlossen. Im Vorjahresvergleich lässt sich eine deutlich größere Spanne feststellen: Die gewählte Zinsbindung betrug von Januar bis April 2025 im Schnitt noch elf Jahre und etwas über einen Monat.

 

Baukredit: Hauskäufer leihen sich mehr Geld von der Bank

 

Tilgungssatz und Beleihungsauslauf sinken

Der Tilgungssatz für den sich Darlehensnehmer in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 entschieden haben, lag bei 1,89%. Anfang 2025 wählten Immobilienkäufer noch eine etwas höhere Tilgung von 2%. Der Beleihungsauslauf verringert sich von Januar bis April 2026 deutlich auf 80,4%. Im Vorjahr betrug der Wert konstant über 83%. Die Entwicklung zeige, heißt es von Dr. Klein, dass Immobilienkäufer seit Anfang dieses Jahres anteilig mehr Eigenkapital in ihre Baufinanzierung mit einbringen als noch im vergangenen Jahr.

Bei den KfW-Darlehen ist ein Anstieg zu verzeichnen: Ihr Anteil am gesamten Baufinanzierungsvolumen legte um 0,65% zu auf 8,84%. Der Zuwachs dieser staatlichen Fördermittel liegt im Vorjahresvergleich sogar bei 1,24%. (tik)

Weitere News rund um Baufinanzierung finden Sie in der Rubrik „Immobilien“.
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Diskussionsrunde zum AV-Depot: Was Makler schon jetzt tun sollten http://www.asscompact.de/node/171559

Das IVFP hat in einer Online-Veranstaltung zum Altersvorsorgedepot informiert. Darin gab es auch ein Diskussionspanel aus mehreren Branchenteilnehmern, was die Reform für Berater bedeutet. Was sollten Makler im Jahr 2026 noch tun, ehe die neue Produktlandschaft in den Vertrieb geht?

171559 21. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Es dauert nicht mehr lange – auf dem Papier sind es noch gut sieben Monate –, bis es Neujahr 2027 schlägt und Produktgeber mit neuen Produkten in der privaten Altersvorsorge an den Start gehen können. Bis dahin gibt es noch einiges zu klären. Welche verschiedenen Formen werden Standardprodukt und Nicht-Standardprodukt beim neuen Altersvorsorgedepot annehmen? Wie wird die genaue Durchführung aussehen? Wird der Staat als eigener Produktgeber am Markt mitmischen? Und wie sieht es mit der Beratungsvergütung aus?

Diese Fragen und mehr hat das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) im „Altersvorsorgeforum“, einer Online-Veranstaltung am Donnerstagvormittag, behandelt. Auf dem Programm stand auch eine Diskussionsrunde zur Frage, was die Konsequenzen der Reform für Beraterinnen und Berater sind. Moderiert wurde die Runde von David Krahnenfeld, Leiter Wholesale und Produktmarketing bei Ampega. Die Diskussion führten Norman Wirth, Vorstand des Vermittlerverbands AfW, Cvetelina Todorova, Leiterin Altersvorsorgepolitik im Fondsverband BVI, Dr. Peter Schwark, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), und Carsten Kock, Leiter Maklervertrieb Leben bei der HDI.

Flexibilität erhöht Beratungsbedarf

Generell gilt Altersvorsorge nicht unbedingt als Thema, welches in der Gesellschaft als sexy betrachtet wird – geformt von gesellschaftlichen Trends wird sie aber wohl dennoch. Denn ebenso wie sich viele Dinge in Richtung Individualismus entwickeln, soll durch die Wahlmöglichkeiten bei den Garantiestufen im Altersvorsorgedepot mehr Flexibilität ermöglicht werden.

Was heißt das für Berater? Der Ansicht der Expertinnen und Experten im Diskussionspanel nach wird der Beratungsbedarf aufgrund der erhöhten Flexibilität steigen. Wenn es mehr Möglichkeiten gibt, die Altersvorsorge zu gestalten, gehe es darum, die Kunden und Kundinnen ganzheitlich zu beraten und alle Möglichkeiten im Auge zu behalten, erklärte etwa Dr. Peter Schwark. Es brauche den Berater, der den Kunden antreibt und ihn dazu anregt, einmal über seine aktuelle finanzielle Situation und seinen Bedarf zu sprechen.

AfW-Vorstand Norman Wirth pflichtete Schwark bei und verwies dabei nochmals auf die Fehlannahme des Gesetzgebers und auch des GDV, dass man keine Beratungspflicht für das geplante Standardprodukt brauche. „Natürlich“ müssen neue Produkte beraten werden, und zwar ganzheitlich, denn es gehe um neue Produktkategorien, um eine neue Förderlogik und im Falle dieser Reform auch um bereits bestehende Riester-Verträge, die in die neue Förderung umgesiedelt werden können. Ob dies immer die beste Option ist, lasse sich aber, so waren sich alle Experten einig, nur bei der individuellen Betrachtung klären, denn eindeutig sei diese Frage nicht zu beantworten.

Was ist mit der Vergütung?

Da gibt es aber auch noch die Kontroverse um den Kostendeckel und die Aufteilung der Vertriebs- und Verwaltungskosten auf die gesamte Vertragslaufzeit, die dafür sorgen könnten, dass Provisionen für Vermittler geringer ausfallen, oder aber sie vom Produktgeber vorfinanziert werden müssen. Die Stuttgarter hat sich bereits klar dazu positioniert, was sie von dem Thema hält.

Eindeutige Antworten, wie es denn nun wird, wenn es mit den Produkten losgeht, konnte das Gremium allerdings auch nicht liefern. Wirth erklärte, dass sich der Markt hier erst sortiere. Honorarvarianten und Servicevereinbarungen seien beim AfW allerdings Themen, über die auch im Rahmen der Reform gesprochen werden.

Cvetelina Todorova erläuterte ihrerseits, dass es beim Kostendeckel von 1% ja um Effektivkosten gehe und mit dem Kostendeckel der grundsätzliche Spielraum für eine Beratungsvergütung nicht ausgeschöpft sei – dennoch werde der Markt vor diesem Gesichtspunkt unter Druck geraten.

Karsten Kock erklärte, dass man sich als Versicherer und somit als Produktgeber bereits in Diskussionen befinde. Man sehe allerdings eine Tendenz dahin, dass sich der Markt stärker auf laufende Vergütung ausrichten werde. Wichtig sei seiner Meinung nach jedoch, dass man nicht zu sehr auf einzelne Produkte schaue, sondern dass Altersvorsorgeberatung zunächst produktunabhängig stattfinden müsse, orientiert am Bedarf des Kunden. Kock glaube jedoch, dass diese Vorsorgeberatung so vergütet werde, dass der Berater die Dienstleistung auch erbringen könne.

Was nun?

Was also sollten Vermittler jetzt im Mai 2025 tun in Vorbereitung auf die Reform? AfW-Vorstand Wirth kam auf die Rechtslage zu sprechen, denn das Altersvorsorgedepot ohne Garantie dürfe nicht mit einer Zulassung gemäß § 34d GewO vermittelt werden – da sei man begrenzt auf Produkte aus der Versicherungswelt. Für das Altersvorsorgedepot ohne Garantien brauche es dementsprechend die Zulassung nach § 34f. Wirth empfahl in der Diskussionsrunde also, den § 34f noch ins Repertoire aufzunehmen, um den Markt ganzheitlich und somit auch alle Bedürfnisse des Kunden abdecken zu können.

Der zweite Punkt, den die Runde festhielt, betrifft alte Riester-Verträge, denn diese können umgesiedelt werden in die neue Förderung. Was Vermittler jetzt tun sollten, sei also, ihre Riester-Kunden entsprechend zu kontaktieren und schon einmal darauf hinzuweisen, dass es aufgrund einer politischen Reform ab Januar 2027 eine neue staatliche Förderung gebe, die sozusagen die Nachfolge der Riester-Rente antritt. Konkrete Informationen müssten dem Kunden noch gar nicht dargelegt werden, da diese auch noch nicht ausreichend vorliegen könnten, jedoch sollte man sich bei jedem Kunden, der einen Riester-Vertrag im Portfolio hat, damit befassen, wie mit diesem weiter verfahren wird, und ob sich ein Wechsel lohnt. (mki)

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Nina Henschel startet ab Juni bei Zurich Deutschland http://www.asscompact.de/node/171558

Bereits seit Januar ist bekannt, dass Nina Henschel zur Zurich Gruppe Deutschland geht. Nun ist auch der zeitliche Fahrplan klar: Ab dem 01.06.2026 startet sie bei Zurich und wird zum 01.07.2026 den Vorstandsbereich „Privat- & Gewerbekunden“ von Ulrich Christmann übernehmen.

171558 21. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Bereits im Januar hatte die Zurich Gruppe Deutschland verkündet, dass Nina Henschel neue Vertriebsvorständin „Privat- & Gewerbekunden“ wird. Nun wurde bekannt, dass sie ab dem 01.06.2026 bei Zurich startet sowie zum 01.07.2026 den Vorstandsbereich „Privat- & Gewerbekunden“ von Ulrich Christmann übernimmt. Christmann geht zum 30.06.2026 planmäßig in den Ruhestand. Henschel gehört damit bald dem deutschen Management Board an.

Die 49-Jährige kommt von der ERGO Group AG. Dort ist sie seit dem Jahr 2023 als Vorständin für das Ressort Partnervertriebe und Kollektivgeschäft Gesundheit bei der Deutsche Krankenversicherung AG und ERGO Krankenversicherung AG verantwortlich. Davor leitete sie als Vorständin bei der R+V Versicherung AG die Bereiche Gesundheit und Operations Personenversicherung. Ihre Karriere startete die Diplom-Kauffrau im Jahr 2002 im AXA Konzern, wo sie seit 2016 als Vorstand für die Deutsche Ärzte Versicherung AG und Deutsche Ärzte Finanz AG tätig war.

Christmann ist seit 2023 Vertriebsvorstand für „Privat- & Gewerbekunden“. In dieser Funktion steuerte er die Neuausrichtung der Vertriebsorganisation einschließlich der Zusammenführung der Vertriebswege Zurich Exklusivpartner, Makler und Deutsche Bank/Postbank, heißt es von der Gruppe. (lg)

News über weitere personelle Veränderungen lesen Sie in der Rubrik „Personen“.

Bild: © Zurich

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Swiss Life steigt mit TELIS-Kauf zur Nummer 2 im Finanzvertrieb auf http://www.asscompact.de/node/171554

Am Donnerstag hat Swiss Life Deutschland den Erwerb der TELIS Unternehmensgruppe bekannt gegeben. Mit dem Kauf steigt das Unternehmen zur Nummer 2 der deutschen Finanzberatungsbranche auf. Am Donnerstag Vormittag äußerte sich CEO Dirk von der Crone zu den Hintergründen der Übernahme.

171554 21. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Swiss Life Deutschland übernimmt die TELIS Unternehmensgruppe und baut damit seine Position in der Finanzberatungsbranche deutlich aus. Das hat der Versicherer mit Sitz in Garching bei München am Donnerstagmorgen, den 12.05.2026, bekannt gegeben. Zu der TELIS Unternehmensgruppe gehören unter anderem TELIS FINANZ, die Deutsche Maklerforum AG (DMF) sowie die DEMA Deutsche Versicherungsmakler AG (DEMA).

Mit der Transaktion – deren Closing nach dem Erhalt der behördlichen Zustimmungen für das dritte Quartal erwartet wird – erweitert die Swiss Life Deutschland ihre Vertriebsbasis von bisher rund 6.200 lizenzierten Beraterinnen und Beratern auf rund 8.000.

Swiss Life klettert auf 2. Rang der Finanzberater

Zudem klettert Swiss Life in der Rangliste der deutschen Finanzberater auf den Silberrang, erklärt der Swiss Life Deutschland CEO, Dirk von der Crone, in einem virtuellen Pressetermin am Donnerstagvormittag: Bisher lag die Swiss Life, der in der bestehenden Finanzberatungsorganisation bereits Swiss Life Select, tecis, Horbach Wirtschaftsberatung und Proventus angehören, hinter der DVAG und MLP auf dem 3. Rang. Den vorläufigen Zahlen aus dem Jahr 2025 nach wird Swiss Life unter Hinzuziehung der TELIS-Zahlen Gesamterlöse von über 1 Mrd. Euro erwirtschaften und damit auf den 2. Rang vorrücken.

Effizienzgewinne, Synergien, neue Marktanteile

Neben den größeren Marktanteilen, die durch die neue, erweiterte Vertriebsbasis entstehen werden, erhofft sich das Unternehmen zusätzliche Marktanteile. Zudem wolle man Effizienzgewinne im „Maschinenraum“ machen: So werde man beispielsweise gemeinsame Tools sowie eine gemeinsame Backoffice-Plattform nutzen. Auch Größenvorteile bei der Bewältigung wachsender regulatorischer und IT-Anforderungen sei ein Vorteil des Zukaufs.

Mit der DMF und DEMA bindet das Unternehmen zusätzlich erstmalig auch maklerbasierte Modelle in die eigene Vertriebsorganisation ein, wovon man sich weitere Opportunitäten erhofft, so von der Crone. Der wichtigste Punkt bleibe auch zukünftig der Kundennutzen. „Dafür bündeln wir unsere Kräfte und das ist und bleibt der Kern unseres Geschäftsmodells“, erklärt der CEO.

Marken bleiben eigenständig

Von der Crone betonte zudem wiederholt, dass die TELIS Unternehmensgruppe auch künftig ihre Marken sowie ihre vertriebliche Eigenständigkeit behalten werden. Der Standort Regensburg mit seinen 350 Mitarbeitern werde bestehen bleiben, man habe mit dem Unternehmenskauf auch bereits den Mietvertrag verlängert. (js)

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Warum junge Makler ihr Unternehmen verkaufen http://www.asscompact.de/node/171538

Immer mehr junge Makler verkaufen ihr Unternehmen – nicht aus Altersgründen, sondern aus Strategie. Administrative Belastung, Wachstumsgrenzen und neue Lebensentwürfe machen den Verkauf zur bewussten Entscheidung.

171538 21. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Ein Artikel von Pascal Wannicke, Geschäftsführer der SECHZEHN54 GmbH

Der Verkauf eines Maklerunternehmens wird seit mehreren Jahren mit der Altersnachfolge verknüpft. Dieses Bild beginnt sich jedoch zu verändern, und immer häufiger entscheiden sich auch junge Makler bis ca. 45 Jahren für den Verkauf ihres Unternehmens. Der Unternehmensverkauf wird von jüngeren Maklern nicht mehr als letzter unternehmerischer Schritt betrachtet, sondern als strategische Option in der eigenen Lebens- und Karriereplanung. Auch in der Beratungspraxis bei den eigenen Mandanten zeigt sich dieser Trend. Die Motive sind vielfältig, jedoch lassen sich wiederkehrende Gründe identifizieren.

Administrative Tätigkeiten neben der Kernkompetenz

Der Versicherungsmaklerberuf hat in den letzten Jahren erheblich an Komplexität gewonnen, und als Folge verschieben sich die Tätigkeiten bei Maklerinhabern deutlich. Während in der Schnittstelle zu den eigenen Kunden immer weniger Zeit investiert wird, nimmt die Tätigkeit als „Alleskönner“ in den beispielhaft folgenden Bereichen überproportional zu.

Das regulatorische Umfeld hat sich in den letzten Jahren in seiner Tiefe klar verschärft und in der Breite deutlich erweitert. Umfangreiche Dokumentationspflichten, hohe Anforderungen an Compliance-Strukturen und Datenschutz sowie steigende Ansprüche an IT- und Informationssicherheit prägen den Arbeitsalltag. Eine ständige Anpassung oder Erweiterung dieser Vorgaben erzeugt permanenten Überprüfungsdruck im Unternehmen.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender „Zeitdieb“ sind Personalthemen. Mit wachsender Unternehmensgröße steigen die Anforderungen an das Recruiting, die Führung und Bindung von Mitarbeitern. Die Erstellung von Mitarbeiterverträgen und -nachträgen, die Klärung von arbeitsrechtlichen Fragestellungen oder auch das Angebot von Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind weiterhin keine Tätigkeiten, die mit der Kerntätigkeit des Maklers zusammenhängen. Junge Makler stehen somit vor der grundsätzlichen Frage, ob sie dauerhaft die Rolle als Personalmanager ausfüllen möchten.

Der Verkauf an eine größere Maklergruppe kann vor diesem Hintergrund eine Entlastung schaffen, da administrative Aufgaben häufig zentralisiert werden. Im Gegenzug kann der Makler seinen Fokus wieder stärker auf fachliche sowie kundennahe Anliegen lenken und HR-Experten der Maklergruppe bei Bedarf einbinden.

Wachstum und Verantwortung außerhalb von strukturellen Grenzen

Junge Makler haben innerhalb von kurzer Zeit häufig ein beachtliches Wachstum mit ihrem Unternehmen hingelegt oder das Maklerunternehmen von ihren Eltern übernommen. In beiden Fällen besteht häufig die Ambition nach weiterem Wachstum zum Aufbau einer größeren Maklereinheit. Dies erfordert neben den vorgenannten professionellen Strukturen auch erhebliche finanzielle Ressourcen.

Wachstum aus eigener Kraft ist zwar nachhaltig, jedoch in seiner Geschwindigkeit begrenzt. Die Rekrutierung, Einarbeitung und Integration qualifizierter neuer Mitarbeiter ist zeitintensiv und parallel müssen auch die organisatorischen Voraussetzungen in dem Maklerunternehmen kontinuierlich mitwachsen. Beides benötigt eine erhöhte Aufmerksamkeit des Inhabers, was die Entwicklung zunächst einbremst. Auf der anderen Seite ist das Wachstum durch Zukäufe von Beständen oder anderen Maklerhäusern mit einem erheblichen Kapitalaufwand verbunden. Eigenmittel oder Bankfinanzierungen kommen schnell an ihre Grenzen, wenn mehrere oder größere Transaktionen realisiert werden sollen. Für viele junge Unternehmer ist es kaum möglich, dieses Wachstum zu finanzieren.

Größere Maklergruppen ermöglichen signifikantes Wachstum durch ihren Zugang zu frischem Kapital. Ebenfalls können technologische und personelle Investitionen parallel erfolgen. Gleichzeitig eröffnet die Einbringung in Maklergruppen neue Perspektiven, da diese Gruppen häufig durch junge Makler auch ihre eigenen Nachfolgeprobleme lösen können und sich so Möglichkeiten für den jungen Makler zur Führung einer großen bzw. mehrerer regionaler Einheiten ergeben.

Ungewollte Übernahme des familiären Lebenswerks

In einigen Maklerunternehmen erfolgt der Einstieg der nächsten Generation teils aus familiärer Verpflichtung. Junge Makler übernehmen das Unternehmen des Vaters oder der Mutter, um das aufgebaute Lebenswerk zu erhalten und fortzuführen. Nach der Übernahme zeigt sich jedoch, dass die Unternehmensfortführung nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Mit zunehmender Dauer in der Rolle als Maklerinhaber wird vielen Übernehmern bewusst, dass ihre eigenen beruflichen Ziele und Interessen nicht zwingend im langfristigen Betrieb eines Maklerunternehmens liegen. Die dauerhafte Verantwortung für Mitarbeiter und Kunden wird dann nicht als persönliche Erfüllung wahrgenommen, sondern zunehmend als Belastung empfunden.

In diesen Konstellationen kann der Unternehmensverkauf eine sachliche und zugleich befreiende Lösung darstellen. Er ermöglicht es einerseits, dass die Eltern ihr aufgebautes Lebenswerk weiterhin in professionellen Strukturen wissen und von einem Fortbestand ausgehen können. Andererseits eröffnet er dem jungen Inhaber die Möglichkeit, die eigene berufliche Perspektive künftig stärker an den persönlichen Vorstellungen auszurichten. Anstelle einer langfristigen Bindung an ein unternehmerisches Modell entsteht Raum für eine bewusste Neuausrichtung der individuellen Planung.

Der Verkauf stellt damit keine Abkehr vom Lebenswerk der Eltern dar, sondern ist als Fortführung unter neuen Rahmenbedingungen zu verstehen. Dies ist sowohl im Interesse der Mitarbeiter und Kunden als auch im Sinne der Eltern und des jungen Maklers.

Fazit

Der Unternehmensverkauf ist längst nicht mehr ausschließlich mit der Altersnachfolge verbunden, sondern für jüngere Makler oft eine strategische Entscheidung. Dabei steht der Verkauf des eigenen Maklerunternehmens nicht für einen Rückzug oder das Scheitern unternehmerischer Ambitionen, sondern ist eine bewusste Entscheidung. Die Entwicklung zeigt deutlich, dass sich das Selbstverständnis junger Maklergenerationen verändert und unternehmerische Entscheidungen unter strategischen, wirtschaftlichen und persönlichen Gesichtspunkten bewertet werden.

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Versicherte offener für KI, persönlicher Kontakt bleibt gefragt http://www.asscompact.de/node/171537

Laut einer Studie von Guidewire wächst das Vertrauen von Kunden hierzulande gegenüber KI im Versicherungsbereich. Sie sind sogar aufgeschlossener als ihre europäischen Nachbarn. Zugleich wünschen sich immer mehr Verbraucher die Möglichkeit eines direkten Gesprächs mit ihrem Versicherer.

171537 21. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Das Softwareunternehmen Guidewire hat Ergebnisse seiner jährlichen europäischen Verbraucherstudie präsentiert. Hierfür wurden über 4.000 Versicherungsnehmer in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Spanien befragt. Was den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Versicherungsprozessen angeht, zeigen sich die Verbraucher im Vergleich zu Versicherungskunden in anderen Ländern am offensten. So fühlen sich 56% der befragten Versicherungsnehmer wohl dabei, KI als Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen und beim Versicherungsantrag zu nutzen. Das Vertrauen ist bei den europäischen Nachbarn wie Frankreich oder im Vereinigten Königreich deutlich niedriger.

Auch bei autonomen KI-Entscheidungen zur Preisbestimmung ist die Offenheit der Verbraucher hierzulande höher. Laut Guidewire spiegle dieser Trend in der Versicherungsbranche die allgemein rasant wachsende KI-Nutzung wider: Die tägliche Nutzung von KI-Tools ist in Deutschland seit 2024 um das Doppelte gestiegen – von 8% auf 17%.

 

Versicherte offener für KI, persönlicher Kontakt bleibt gefragt

 

Nicht ohne Kontrollmechanismen

Trotz der zunehmenden Aufgeschlossenheit in Sachen KI sprechen sich viele Nutzer weiterhin für Kontrollmechanismen aus: 40% der Deutschen möchten die Möglichkeit haben, KI-Entscheidungen an einen menschlichen Mitarbeiter zu verweisen. Zugleich sagen 24%, dass sie KI grundsätzlich misstrauen. Das sind 7 Prozentpunkte mehr als in der Studie des Vorjahres (17%).

Vertrauen in Versicherer stabil, Vertrauen in Makler legt zu

Das Vertrauen der deutschen Verbraucher in ihre Versicherer weist ein konstantes Niveau auf: 37% der Befragten geben an, dass Versicherer sie verstehen würden und sie wiederum deren Produkte wertschätzen. Im Jahr lag der Anteil bei 38%. Deutschland landet somit deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 27%. Das Vereinigte Königreich weist im Vergleich dazu mit 18% den niedrigsten Wert auf. Auch was die grundsätzlichen Meinung über Versicherer angeht, erweisen sich die Versicherungskunden am stabilsten: 39% halten an ihrer positiven Einschätzung fest, was ebenfalls dem höchsten Wert in Europa entspricht.

Weiter zeigt die Studie ein wachsendes Vertrauen in Versicherungsmakler. So gaben 21% der Befragten an, sich auf ihren Makler zu verlassen. Im Vorjahr war der Anteil mit 18% niedriger.

Kommunikation im Schadenfall: Comeback des persönlichen Gesprächs

Bei der Kommunikation im Schadenfall offenbart die Studie laut Guidewire eine interessante Tendenz: Das Telefon mit 59% und die E-Mail mit 54% bleiben die von Kunden präferierten Kommunikationskanäle. Zugleich erfahren persönliche Gespräche ein Renaissance. Der Anteil derjenigen, die auf persönliche Termine setzen, hat sich von 23% im Jahr 2025 auf 33% erhöht. Persönliche Gespräche verdrängen somit mobile Apps auf Platz 4.

Kunden wollen „das Beste aus zwei Welten“

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen eine interessante Entwicklung. Deutsche Verbraucher führen bei der Akzeptanz von KI-gestützten Versicherungsprozessen, gleichzeitig wünschen sich immer mehr Kunden die Möglichkeit eines direkten Gesprächs mit ihrem Versicherer“, erklärt René Schoenauer, Director, Product Marketing, EMEA bei Guidewire. „Diese scheinbar gegensätzlichen Trends zeigen: Kunden wollen das Beste aus beiden Welten – die Effizienz moderner Technologie für Routineprozesse und den menschlichen Kontakt, wenn es wirklich darauf ankommt.“ Für Versicherer gelte laut Schoenauer, ihre Technologieinvestitionen intelligent zu priorisieren und gleichzeitig in hochwertige Kundenbetreuung zu investieren.

„Die hohe Akzeptanz von KI unterstreicht den Wunsch nach schnelleren, einfacheren Prozessen – gleichzeitig bleibt der Anspruch auf Transparenz und persönlichen Austausch bestehen. Für Versicherer ist das ein klarer Auftrag, diese Balance aus Automatisierung, persönlichem Kontakt, Transparenz und Vertrauen konsequent umzusetzen“, betont Klaus Thummert, Senior Director Insurance bei Capgemini. (tik)

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Werkstätten: Provisionen für Kfz-Gutachter rechtlich umstritten http://www.asscompact.de/node/171494

Das Landgericht Karlsruhe hat in einem Urteil die rechtlichen Risiken provisionsgestützter Gutachtervermittlung erneut ins Blickfeld gerückt. Die Wettbewerbszentrale sieht darin den Beleg: Finanzielle Anreize für Kfz-Werkstätten bei Sachverständigenaufträgen bleiben problematisch.

171494 21. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Provisionen für die Vermittlung von Kfz-Sachverständigengutachten bleiben ein rechtlich heikles Thema und haben Relevanz für Versicherte und Versicherungsmakler, die Kunden im Schadenfall begleiten. Denn die Frage, wer nach einem Unfall einen Gutachter empfiehlt, kann unmittelbaren Einfluss auf Schadenhöhe, Regulierung und Kundenzufriedenheit haben. Die Wettbewerbszentrale geht deshalb seit Jahren gegen Modelle vor, bei denen Werkstätten oder Autohäuser finanzielle Anreize für die Vermittlung von Gutachtenaufträgen erhalten.

Werbung eines Sachverständigen: „200 Euro pro vermitteltem Haftpflichtfall“

Nun weist die Wettbewerbszentrale auf ein aktuelles Anerkenntnisurteil der Kammer für Handelssachen (KfH) des Landgerichts (LG) Karlsruhe hin. Anlass war die Werbung eines Sachverständigenunternehmens, das Werkstätten per E-Mail eine Provision von 200 Euro für jeden vermittelten Haftpflichtfall in Aussicht stellte.

In der Werbeansprache hieß es unter anderem, viele Werkstätten verdienten bislang „nichts“ an weitergegebenen Haftpflichtfällen. Das Unternehmen versprach dagegen: „Wir zahlen Ihnen 200 Euro für jeden Haftpflichtfall, den Sie an uns vermitteln – ohne Mehraufwand.“ Gleichzeitig wurde mit einer schnellen Vor-Ort-Begutachtung innerhalb von 24 Stunden und digitaler Schadenabwicklung geworben.

Wettbewerbszentrale: „Dauerbrenner in der Sachverständigenbranche“

Nach Auffassung der Wettbewerbszentrale ist ein solches Provisionsmodell mit den Grundsätzen des Leistungswettbewerbs nicht vereinbar. Problematisch sei insbesondere, dass finanzielle Anreize die Auswahl des Sachverständigen beeinflussen könnten. Werkstätten könnten dann nicht den fachlich besten oder passendsten Gutachter empfehlen, sondern denjenigen, der die höchste Provision zahlt. Dadurch werde der Wettbewerb zwischen Sachverständigen verfälscht. Die Wettbewerbszentrale stützt ihre Auffassung auf §§ 3 Abs. 1 und 2 sowie 3a des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Darüber hinaus könne das Gewähren oder Versprechen solcher Provisionen unter Umständen sogar den Straftatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr (§ 299 StGB) berühren.

Zunächst hatte die Wettbewerbszentrale nach eigenen Angaben mehrere Wettbewerbsverstöße beanstandet. In Teilen verpflichtete sich das Unternehmen außergerichtlich zur Unterlassung. Hinsichtlich der Provisionswerbung verweigerte es jedoch zunächst eine strafbewehrte Unterlassungserklärung. Daraufhin erhob die Wettbewerbszentrale Klage vor dem LG Karlsruhe.

Im gerichtlichen Verfahren erkannte das beklagte Unternehmen den geltend gemachten Unterlassungsanspruch schließlich an. Das Gericht erließ daraufhin ein Anerkenntnisurteil; zudem verpflichtete sich das Unternehmen, die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.

Die Wettbewerbszentrale spricht in diesem Zusammenhang von einem „Dauerbrenner“ in der Sachverständigenbranche und kündigt an, gegen entsprechende Werbemodelle weiterhin konsequent vorzugehen.

LG Karlsruhe, Urteil vom 22.04.2026 – Az: 13 O 20/26 (KfH)

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Swiss Life Deutschland kauft TELIS Gruppe http://www.asscompact.de/node/171548

Swiss Life Deutschland kauft das Finanzberatungsunternehmen TELIS – darunter auch TELIS FINANZ, Deutsches Maklerforum und DEMA Deutsche Versicherungsmakler AG. Die Marken und vertriebliche Eigenständigkeit der TELIS Gruppe sollen bewahrt werden. Das Closing wird für das dritte Quartal erwartet.  

171548 21. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Swiss Life Deutschland hat den Erwerb der TELIS Unternehmensgruppe bekannt gegeben. In einer Pressemitteilung am Donnerstagmorgen, den 21.05.2026, hat der Versicherer mit Sitz in Garching mitgeteilt, das Finanzberatungsunternehmen und seine Schwesterunternehmen – darunter auch TELIS FINANZ, Deutsches Maklerforum AG (DMF) sowie die DEMA Deutsche Versicherungsmakler AG (DEMA) erwerben zu wollen. Über den Kaufpreis vereinbaren beide Parteien Stillschweigen. Das Closing wird nach dem Erhalt aller behördlichen Zustimmungen für das dritte Quartal erwartet.

Swiss Life will Position als Finanzberatungsunternehmen ausbauen 

Mit dem Erwerb der TELIS Unternehmensgruppe in Regensburg treibe Swiss Life Deutschland ihr Wachstum konsequent voran und erweitere ihre Position als führendes Finanzberatungsunternehmen in Deutschland, heißt es in der Pressemitteilung. Die TELIS Unternehmensgruppe zählt mit rund 1.800 lizenzierten Beraterinnen und Beratern sowie mehr als 350 Mitarbeitern in der Zentrale zu den Top 5 der deutschen Allfinanzvertriebe. Im Jahr 2025 lag der Gesamterlös bei mehr als 200 Mio. Euro. 

Marken und Eigenständigkeit bleiben bestehen

Der Versicherer plant, die Marken und vertriebliche Eigenständigkeit der TELIS Unternehmensgruppe zu bewahren. Gleichzeitig wolle das Unternehmen Größeneffekte nutzen, um Investitionen und Innovationen allen Beratungsorganisationen zur Verfügung zu stellen. Swiss Life Deutschland verfügt bereits über die Finanzberatungsunternehmen Swiss Life Select, tecis, Horbach Wirtschaftsberatung und ProVentus. Auch sollen Effizienzgewinne und die technischen Vorteile einer gemeinsamen Plattform genutzt werden. Durch die Akquisition erweitert Swiss Life Deutschland ihre Vertriebsbasis von 6.200 Beraterinnen und Beratern auf rund 8.000.

Maklerbasiertes Geschäftsmodell in der eigenen Vertriebsorganisation

Das umsatzstärkste Unternehmen der TELIS Unternehmensgruppe ist die TELIS FINANZ, die eine ganzheitliche Finanzberatung mit einem Produktpool aus über 300 Vertragspartner bietet. Damit passt sie „perfekt zum Best-Select-Prinzip der Finanzberatungsunternehmen von Swiss Life Deutschland“, heißt es in der Pressemitteilung. 

Die TELIS-Schwesterunternehmen Deutsches Maklerforum (DMF) und DEMA Deutsche Versicherungsmakler AG (DEMA) werden durch den Kauf ebenfalls gebunden. Dadurch bindet Swiss Life Deutschland erstmals maklerbasierte Geschäftsmodelle in die eigene Vertriebsorganisation ein. DEMA bietet Maklern und Vertriebsunternehmen Deckungskonzepte im privaten und gewerblichen Sachgeschäft, während DMF ein spartenübergreifendes Produktportfolio sowie eine Onlineplattform anbietet. Die weiteren TELIS-Gesellschaften umfassen „im weiteren Sinne die Verwaltung und ähnliche Services“. 

Personelle Veränderungen
Auch personell wird es mit dem Kauf einige Veränderungen geben. Sebastian Weigelt, der bislang den Intermediärvertrieb der Swiss Life Lebensversicherung SE leitete, wird nach Vollzug neuer CEO der TELIS Unternehmensgruppe werden. Die Position des COO übernimmt zum gleichen Zeitpunkt Jens Kassow, der bislang die Position Bereichsleiter Vertriebssteuerung bei Swiss Life Deutschland innehält. Auch unter dem neuen Unternehmensdach führen die TELIS-Vertriebsvorstände Sven Schöntag (TELIS FINANZ), Tino Blumenthal (DMF) und Philipp Gruhn (DEMA) ihre Verantwortlichkeiten fort. Dr. Martin Pöll und die TELIS-Gründerfamilie rund um Klaus Bolz und André Bolz bleiben in dem Unternehmen in beratender Funktion langfristig engagiert, so die Mitteilung. 
Kauf als strategisches Wachstumsziel

Swiss Life konzentriert sich seit Jahren darauf, ihre Beratungsorganisation weiter auszubauen. Durch den Erwerb der TELIS Unternehmensgruppe führt man dieses Ziel nun fort. „Wir sind der festen Überzeugung, dass qualifizierte und digital bestmöglich unterstützte persönliche Finanzberatung für unsere Zielgruppen unerlässlich und damit ein Wachstumsmarkt bleibt“, so Dirk von der Crone, CEO Swiss Life Deutschland. 

Klaus Bolz, Gründer der TELIS-Gruppe, fügt hinzu: „Mein Herzensanliegen war und ist es, dass dieses Vermächtnis auch unter einem neuen Eigentümer bewahrt wird. Swiss Life Deutschland beweist seit vielen Jahren, dass sie die individuelle DNA und Eigenständigkeit ihrer Finanzberatungen nicht nur respektiert, sondern fördert. Angesichts der Entscheidung, in wessen Hände ich mein unternehmerisches Lebenswerk lege, gab es für mich am Markt daher nur eine einzige, ideale Option.“ (js)

 

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Versicherungstipps von KI-Chatbots? VOTUM schaltet Bafin ein http://www.asscompact.de/node/171536

Der VOTUM Verband hat sich an Bafin und DIHK gewandt: Es geht um Fälle, in denen KI-Chatbots individuelle Versicherungsempfehlungen aussprechen – ohne Erlaubnis nach § 34d GewO. Verbraucherschutz sowie Zulassungs- und Haftungsfragen seien ungeklärt. Der Verband warnt vor Risiken.

171536 20. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Der VOTUM Verband hat Anfragen an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sowie die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) gerichtet. Anlass sind Versicherungsempfehlungen von KI-Chatbots wie ChatGPT von OpenAI oder Claude von Anthropic. In konkreten Konversationen sollen von den Chatbots individuelle Versicherungsempfehlungen erfolgt sein – ohne über die dafür erforderliche Erlaubnis nach § 34d GewO zu verfügen. Es geht dem Verband um Verbraucherschutz sowie ungeklärte Zulassungs- und Haftungsfragen bei KI-basierter Versicherungsberatung.

Laut VOTUM haben die KI-Systeme in dokumentierten Dialogen konkrete Versicherungsprodukte existierender Anbieter empfohlen – inklusive Tarifbezeichnung und Begründung auf Grundlage einer vermeintlichen Bedarfsanalyse. „Sobald ein System nicht mehr nur allgemeine Hinweise gibt, sondern eine individuelle Produktempfehlung ausspricht, bewegt es sich im Bereich der erlaubnispflichtigen Versicherungsberatung“, sagt Martin Klein, Geschäftsführender Vorstand des VOTUM Verbands. „Die entscheidende Frage lautet: Wer haftet, wenn der Verbraucher auf Basis einer fehlerhaften KI-Empfehlung eine ungeeignete Versicherung abschließt?", so Klein weiter.

Verband fürchtet Gefahren für Verbraucher

Der VOTUM Verband sieht erhebliche Risiken für Verbraucher. Während zugelassene Versicherungsvermittler einer gesetzlich geregelten Beratungs- und Dokumentationspflicht unterliegen und für Beratungsfehler haften würden, gebe es bei den KI-Anbietern weder eine berufsrechtliche Zulassung noch eine entsprechende Haftungsabsicherung, argumentiert der Verband. Wenn sich Verbraucher auf eine fehlerhafte Empfehlung verlassen würden, drohe im Schadenfall ein Haftungsvakuum. Die Empfehlungen von KI-Systemen würden sich weder auf eine qualifizierte Risikoanalyse stützen noch würden sie eine Angabe enthalten, auf welcher Markterhebung sie erteilt wurden. Fehlerhafte oder veraltete Datengrundlagen würden für den Nutzer unsichtbar bleiben.

VOTUM fordert klare regulatorische Einordnung

„Die Frage ist nicht, ob wir technologischen Fortschritt wollen. Die Frage ist, ob wir zulassen, dass bewährte Verbraucherschutzstandards durch die Hintertür ausgehebelt werden, nur weil der Berater diesmal kein Mensch, sondern ein Algorithmus ist“, unterstreicht Klein. VOTUM appelliert an die zuständigen Aufsichtsbehörden, zeitnah eine klare regulatorische Einordnung vorzunehmen und gegebenenfalls aufsichtsrechtliche Maßnahmen zu prüfen. Entscheidend sei, dass gleiche rechtliche Rahmenbedingungen gelten würden und der gesetzlich verankerte Verbraucherschutz gewahrt bleibe. „Verbindliche Versicherungsempfehlungen dürfen ausschließlich von Personen und Unternehmen ausgesprochen werden, die über die entsprechende Erlaubnis und Haftungsabsicherung verfügen – nur so lassen sich Verbraucher vor ungeprüften Empfehlungen mit potenziell weitreichenden finanziellen Folgen schützen“, heißt es vom VOTUM Verband weiter. (tik)

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Dread Disease/MultiRisk: Die aktuellen Maklerfavoriten http://www.asscompact.de/node/171503

Die aktuelle Studie „AssCompact AWARD – BU / Arbeitskraftabsicherung 2026“ hat abermals die Maklerfavoriten im Bereich Dread Disease/MultiRisk ermittelt. Welche Anbieter können bei Vermittlern punkten? Wohin vermitteln Makler und Mehrfachagenten das meiste Geschäft?

171503 20. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement ]]>
Wer profitiert am meisten vom Altersvorsorgedepot? http://www.asscompact.de/node/171533

Mit dem Altersvorsorgedepot ist die Nachfolge der Riester-Rente beschlossene Sache. Aber was bringt die Förderung beim neuen Modell eigentlich? Die Geldanlage-Plattform growney hat einige Beispielrechnungen vorgenommen.

171533 20. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Am 08.05.2026 hat der Bundesrat das Gesetz zur Reform der privaten Altersvorsorge endgültig verabschiedet – somit ist das Altersvorsorgedepot beschlossene Sache. Ab dem 01.01.2027 soll es entsprechende Geldanlage-Produkte mit staatlicher Förderung geben. Das Altersvorsorgedepot folgt somit auf die weitläufig als gescheitert betrachtete Riester-Rente. Und es gibt sogar für Riester-Sparer eine Wechselmöglichkeit, mit der man einen vorhandenen Riester-Vertrag in die neue Förderung umsiedeln kann.

Aber für wen lohnt sich denn nun das Altersvorsorgedepot eigentlich am meisten? Das gilt es nun herauszufinden. Auch für Vermittler ist die Frage relevant, denn jede Lebenslage ist bekanntlich anders und somit auch individuell im Rahmen der Altersvorsorgeberatung zu betrachten. Versicherer wie die Alte Leipziger und die Allianz, aber auch Neobroker wie Scalable Capital und Forschungseinrichtungen wie das Institut für Vorsorge und Finanzplanung bieten mittlerweile Fördervergleichsrechner an, mit denen sich errechnen lässt, wie sich die verschiedenen Fördermodelle auf die Altersvorsorge auswirken.

Die Geldanlage-Plattform growney, die bereits im April zusammen mit Vanguard ihr erstes einschlägiges Produkt für Makler und Vermittler angekündigt hatte, hat außerdem einige Beispielrechnungen für verschiedene Anlegertypen veröffentlicht, die zeigen sollen, wer am meisten von der neuen Förderung profitiert. Für alle lohne sich das neue Modell demnach nicht, jedoch komme es vor allem jungen Menschen zugute. Berechnet wurde jeweils der Unterschied zu einem weltweiten ETF-Portfolio, das die globalen Aktienmärkte abbildet, ausgehend von einer durchschnittlichen Rendite von 6,5% p. a.

Wer am stärksten profitiert

Von den Beispielrechnungen, die growney getätigt hat, hat den größten Vorteil ein 22-Jähriger mit 100-Euro-Sparplan. Er könne mit dem Altersvorsorgedepot deutlich mehr Vermögen erzielen (381.900 Euro statt 214.770 Euro). Für eine monatliche Auszahlung ab 67 Jahren sind das rund 710 Euro monatlich mehr.

30-Jährige mit einem Kind und Sparplan von 100 Euro im Monat haben im Alter monatlich rund 530 Euro mehr. Ohne Kind und dafür mit 150 Euro monatlichem Sparplan macht der Unterschied rund 475 Euro aus.

Mit zunehmendem Alter sinkt der positive Effekt: 40-Jährige mit zwei Kindern und einem 200-Euro-Sparplan haben im Alter rund 260 Euro im Monat mehr.

 

Wer profitiert am meisten vom Altersvorsorgedepot?

 

Bei 50-Jährigen mit 300-Euro-Sparplan (keine Kinder) ergeben sich gerade einmal 4 Euro Vorteil bei der monatlichen Auszahlung im Alter. Mit dem Altersvorsorgedepot entsteht zwar mehr Vermögen als mit einem ETF-Sparplan (247.000 Euro statt 196.500 Euro). Die Auszahlung wird aber stärker versteuert, sodass sich kaum ein Vorteil ergibt, so growney.

growney-Geschäftsführer Thimm Blickensdorf erklärt, dass man bei jungen Menschen schon einen hohen Effekt sehe, auch wenn sie monatlich nur 100 Euro ins Altersvorsorgedepot einzahlen. Hintergrund ist der Zinseszins in Kombination mit den staatlichen Zulagen. Ab 40 Jahren jedoch lohne sich eine genaue Abwägung, ob das Altersvorsorgedepot wirklich die bessere Wahl ist.

Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot weniger?

Für bestimmte Gruppen könne, so growney, ein normales ETF-Portfolio oder eine ETF-Vorsorge tatsächlich die bessere Wahl sein.

Wenn nur noch 20 oder weniger Jahre bis zur Rente bleiben bspw., dann könnten Zulagen und der Zinseszinseffekt nur wenig wirken – bei voller Versteuerung der Auszahlung im Alter.

Außerdem gebe es einen deutlich geringeren oder sogar gar keinen Vorteil von einem Altersvorsorgedepot, wenn man bislang den Sparerfreibeitrag von 1.000 Euro pro Jahr nicht nutze. Bei einem ETF-Sparplan seien die Auszahlungen flexibler und würden geringer besteuert.

 

Wer profitiert am meisten vom Altersvorsorgedepot?

 

Weiterhin lohne sich das Altersvorsorgedepot nicht für Anleger, die flexibel bleiben wollen. Beim Altersvorsorgedepot seien die Auszahlungen limitiert. Auszahlungen vor dem Alter von 65 seien förderschädlich, das heißt, Zulagen und Steuerersparnis müssen zurückgezahlt werden. Im Rentenalter sei dann nur eine monatliche Auszahlung zulässig.

Auch nicht geeignet sei das Altersvorsorgedepot bei Sparern, die eine risikoaverse Geldanlage bevorzugen. Denn wer sehr zurückhaltend anlegt, etwa mit Geldmarkt-ETFs, der dürfe keine besonders hohe Rendite erwarten. Die Berechnungen von growney würden zeigen, dass der Zinseszinseffekt dann deutlich geringer ausfällt und es kaum noch einen Vorteil gegenüber einem Sparplan gibt.

 

Wer profitiert am meisten vom Altersvorsorgedepot?

 

Zu guter Letzt: Alle, die größere Beiträge oder unregelmäßig einzahlen, könnten vom Altersvorsorgedepot nicht sehr profitieren, da es nicht sehr flexibel sei. Es müssten mindestens 10 Euro im Monat gezahlt werden, sonst gibt es keine Zulagen. Die gesamten Einzahlungen seien auf 6.840 Euro pro Jahr beschränkt – ein Nachteil für Menschen, die Geld aus Erbschaften, Prämien oder Sonderzahlungen einmalig in größerer Summe investieren möchten. (mki)

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Aon ernennt Co-CEOs für EMEA-Region http://www.asscompact.de/node/171532

Bei Aon werden mehrere Verantwortlichkeiten neu verteilt. Unter anderem werden Kai-Frank Büchter und Tracy-Lee Kus ab Juni 2026 als Co-CEOs die EMEA-Region gemeinsam führen. Alfonso Gallego de Chaves wird Deputy CEO EMEA.

171532 20. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Das globale Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Aon gibt bekannt, dass Kai-Frank Büchter und Tracy-Lee Kus ab dem 01.06.2026 gemeinsam als Co-CEOs die EMEA-Region (Europe, Middle East, Africa) führen werden. Während Büchter für Kontinentaleuropa und Nordafrika verantwortlich sein wird, verantwortet Kus das Vereinigte Königreich, Irland, Südafrika und den Nahen Osten. Zudem wird mitgeteilt, dass Pedro Penalva ab dem 01.07.2026 die Rolle des CEO für Lateinamerika übernimmt. Büchter, Kus und Penalva berichten an Greg Case, Präsident und CEO von Aon. Zudem werden sie Mitglieder des Aon Executive Committee.

Des Weiteren wird Alfonso Gallego de Chaves ab dem 01.06.2026 als Deputy CEO EMEA tätig sein und an Büchter berichten. Andrea Parisi wird ab dem 01.01.2027 die Position des Chair für Kontinentaleuropa übernehmen. Die Regionen Nordamerika und APAC werden weiterhin von Anne Corona bzw. Jennifer Richards geleitet.

Büchter ist seit über 26 Jahren bei Aon und war zuletzt CEO der DACH-Region. Davor war er u. a. als CEO von Aon Risk Solutions Deutschland, Vorsitzender der Geschäftsführung der Aon Holdings Deutschland GmbH und Chief Commercial Officer von Aon Risk Solutions Deutschland.

Kus bringt mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in den Bereichen Underwriting und Broking mit. Ihr internationaler Karriereweg führte sie nach Südafrika, Großbritannien und Asien. Zuletzt war sie als CEO des Global Broking Center von Aon tätig. Diese Rolle wird Kus weiter ausüben, bis eine Nachfolge feststeht. Zuvor war Kus u. a. Head of Commercial Risk für die APAC-Region (Asia, Pacific) und in diversen internationalen Führungsfunktionen tätig. Außerdem ist sie Vorsitzende der London and International Insurance Brokers’ Association.

Penalva hat seit seinem Eintritt bei Aon vor über 15 Jahren bereits unterschiedliche Führungsrollen auf Kunden-, Länder- und Regionalebene übernommen. Zuletzt war er Head of Enterprise Clients EMEA. Zuvor war Penalva u. a. CEO für Iberia, Afrika und Israel, Chief Commercial Officer für internationale Großkunden in EMEA und CEO von Aon Portugal. Auch er wird seine Verantwortlichkeiten bis zur Besetzung der Nachfolge weiterführen.

Im Zuge dieses Übergangs sollen laut Aon Julie Page, CEO EMEA, und Alejandro Galizia, CEO Lateinamerika, bis Ende 2026 als Chairs für ihre jeweiligen Regionen tätig bleiben und Aon anschließend bis 2027 als Senior Advisors unterstützen. Jane Kielty begleitet darüber hinaus den Übergang der Führungsverantwortung im Vereinigten Königreich, in Irland und in Südafrika. (lg)

News über weitere personelle Veränderungen lesen Sie in der Rubrik „Personen“.

Bilder: © Aon

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Aventus Versicherungsmakler Augsburg wächst weiter http://www.asscompact.de/node/171518

Die Dirr & Kollegen Versicherungsmakler GmbH schließt sich der Aventus Versicherungsmakler Augsburg AG an. Der Zusammenschluss ist Teil einer langfristigen Nachfolgeregelung. Aventus baut damit seine regionale Präsenz aus.

171518 20. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Die Dirr & Kollegen Versicherungsmakler GmbH wird Teil der Aventus Versicherungsmakler Augsburg AG, wie die Aventus Maklergruppe bekannt gibt. Damit schließe sich ein etablierter und regional geschätzter Versicherungsmakler an. Der Zusammenschluss ist Folge einer langfristig geplanten Nachfolgeregelung.

 

Aventus Versicherungsmakler Augsburg wächst weiter

 

Dirr & Kollegen steht für persönliche Beratung, individuelle Lösungen und vertrauensvolle Kundenbeziehungen, heißt es. Diese Werte sollen auch in Zukunft erhalten bleiben und durch die Integration in die Aventus Versicherungsmakler Augsburg AG noch gezielt gestärkt werden. Kunden werden ein erweitertes Serviceangebot, zusätzliche Spezialisten und effizientere Prozesse vorfinden.

Im Tagesgeschäft soll laut Aventus Kontinuität gewährleistet sein, z. B. was die bisherigen Ansprechpartner der Kunden betrifft. Die bestehenden Versicherungsverträge werden im Zuge der Zusammenarbeit auf die Aventus Versicherungsmakler Augsburg AG übertragen. Vertragsbedingungen und Konditionen bleiben aber unverändert, teilt Aventus mit.

„Der Zusammenschluss mit Dirr & Kollegen ist für uns ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau unserer regionalen Präsenz“, so Markus Eckstein, Vorstand der Aventus. Der Zusammenschluss soll die Position der Aventus Versicherungsmakler Augsburg AG in der Region stärken.

Bild: © Aventus

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Aktivität am Kaufmarkt auf neuem Höchstwert http://www.asscompact.de/node/171512

Zuletzt war am Immobilienkaufmarkt eine zunehmende Dynamik zu beobachten. Dies zeigt der neue Marktaktivitätsindex von Sprengnetter und ImmoScout24. Deutlich mehr Menschen haben einen Baukredit abgeschlossen und die Nachfrage nach Kaufobjekten ist gestiegen.

171512 20. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Im März hat die Dynamik am Kaufmarkt sprunghaft zugelegt. Merklich mehr Menschen haben einen Baukredit abgeschlossen. Im gleichen Zeitraum hat sich auch die Nachfrage nach Immobilien zum Kauf bei ImmoScout24 erhöht. Die steigende Aktivität am Kaufmarkt falle laut Sprengnetter und ImmoScout24 in eine Phase steigender Finanzierungskosten. Im März bewegten sich die Immobilienfinanzierungszinsen mit zehnjähriger Bindung noch bei rund 3,6%. Seit April haben sich die Zinsen bei rund 3,9% eingependelt.

Der von Sprengnetter und ImmoScout24 entwickelte Marktaktivitätsindex kletterte von 150,3 auf 193,8 Punkten und erklimmt damit einen neuen Höchstwert seit 2023. Die reale Marktaktivität liegt 94% über dem Ausgangswert vom Januar 2023. Basis für den Index ist die preisbereinigte Entwicklung der Baufinanzierungsvolumina.

Die nominalen Neugeschäfte mit privaten Wohnungsbaukrediten legten nach Angaben der Deutschen Bundesbank im März deutlich zu und stiegen auf 24,165 Mrd. Euro. Im Februar waren es noch 18,710 Mrd. Euro, was einem Plus von ebenfalls 29% entspricht.

Die Entwicklung passe laut ImmoScout24 zur Nachfragebelebung im März, die sich im ImmoScout24 WohnBarometer für das erste Quartal 2026 ablesen lässt. Nach einem schwächeren Quartalsbeginn haben sich die Anfragen nach Wohneigentum in den fünf größten Städten Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main im März um rund 7% erhöht. Der deutliche Anstieg der Baufinanzierungen bestätige diese Belebung zum Quartalsende, wie es von ImmoScout24 weiter heißt. Viele Kaufinteressierte hätten sich im März noch das Zinsniveau gesichert. Für die kommenden Monate bleibe entscheidend, wie sich die Immobilienfinanzierungszinsen und damit die Leistbarkeit entwickeln.

Zur Methodik

Die Auswertung der Baufinanzierungsvolumina erfolgt auf Grundlage der Daten der Deutschen Bundesbank sowie des Sprengnetter-Immobilienmarktmonitorings (S-IM). Der von Sprengnetter und ImmoScout24 verwendete Marktaktivitätsindex bereinigt die nominalen Finanzierungsvolumina um Preisentwicklungen und ermöglicht so einen Vergleich der realen Marktaktivität. Die Zeitreihe startet im Januar 2023 mit einem Indexwert von 100. Die prozentualen Veränderungen zum Marktaktivitätsindex beziehen sich auf die preisbereinigten Indexwerte. Die Veränderungen zum Baufinanzierungsvolumen beziehen sich auf die nominalen Euro-Werte der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, neu vergebenen Wohnungsbaukredite an private Haushalte. Die Nachfrageentwicklung stützt sich auf Kontaktanfragen für Kaufimmobilien auf ImmoScout24 im ersten Quartal 2026.

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Berufsunfähigkeit: Kern der Tätigkeit zählt, nicht Stundenanteil http://www.asscompact.de/node/171497

Ein Urteil des OLG Celle stärkt den BU-Schutz für selbstständige Handwerker. Im konkreten Fall eines Hufschmieds stellte das Gericht klar: In der Leistungsprüfung gilt keine starre 50%-Grenze, entscheidend ist, ob der wertschöpfende Kern der Tätigkeit noch ausgeübt werden kann.

171497 20. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Das Oberlandesgericht (OLG) Celle hat einem selbstständigen Hufschmied Leistungen aus seiner Berufsunfähigkeitsversicherung zugesprochen, obwohl der eigentliche Hufbeschlag im konkreten Betriebszuschnitt nicht mehr als die Hälfte der Arbeitszeit ausmachte. Wie Fachanwalt Tobias Strübing von der Kanzlei Wirth in einer aktuellen Urteilsbesprechung schreibt, stellt das Urteil aus August 2025 damit erneut klar, dass in der Berufsunfähigkeitsprüfung keine rein schematische Stundenbetrachtung zulässig ist und stattdessen die qualitative Prägung der Tätigkeit im Vordergrund steht.

Der Fall betraf einen selbstständigen Hufschmied mit chronischer Schmerzerkrankung sowie degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule. Zunächst verwarf das OLG das erstinstanzliche Gutachten als insgesamt unbrauchbar, weil es im Kern auf sozialrechtliche Erwerbsminderung statt auf die privatrechtliche Berufsunfähigkeit abgestellt habe. Maßgeblich sei dagegen das konkrete Berufsbild in gesunden Tagen gewesen, ergänzt durch eine Arbeitsplatzbegehung sowie Messdaten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Diese zeigten, dass beim Hufbeschlag erhebliche Arbeitsanteile in extremer Rumpfbeugehaltung stattfinden.

Hufschmied: Ohne handwerkliche Arbeit kein Geschäftsmodell

Nach der Linie des OLG kann folglich, so Strübing, ein selbstständiger Handwerker bereits dann berufsunfähig sein, wenn er den wertschöpfenden Kern seiner Tätigkeit gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben kann. Für den Senat ist dieser Kernbereich bei einem Ein-Mann-Handwerksbetrieb regelmäßig die körperliche Fachleistung. Buchhaltung, Organisation oder Fahrzeiten seien lediglich flankierende Tätigkeiten. Fällt die handwerkliche Hauptleistung weg, entfällt wirtschaftlich die Grundlage des Betriebs. Eine Umorganisation hielt das Gericht im konkreten Fall für betriebswirtschaftlich realitätsfern.

Zugleich betonte das OLG, dass eine spätere sichere Feststellung der Berufsunfähigkeit nicht automatisch einen neuen Versicherungsfall auslöst. Strübing ordnet dies als konsequente Anwendung der BGH-Linie ein, die seit Langem eine qualitative Betrachtung des zuletzt ausgeübten Berufs verlangt und davor warnt, allein auf Zeitanteile einzelner Tätigkeiten abzustellen.

Auswirkungen auf Versicherte, Versicherer und Vermittler

Für die Praxis ist das Urteil nach Darstellung von Strübing bedeutsam: Es bestätigt, dass der Beruf Selbstständiger funktional und qualitativ zu bewerten ist. Entscheidend ist nicht, wie viele Stunden eine Tätigkeit einnimmt, sondern ob der prägende fachliche Kern noch erbracht werden kann.

Für Versicherte verbessere dies die Position in Leistungsfällen, in denen zwar noch Resttätigkeiten möglich sind, der wirtschaftliche Kern aber wegfalle. Für Versicherer steige zugleich der Begründungsaufwand, da reine Prozent- und Stundenmodelle sowie pauschale Hinweise auf Umorganisation zunehmend angreifbar seien. Vermittler wiederum müssen nach Strübings Einordnung Tätigkeitsbild und Betriebsstruktur deutlich sorgfältiger erfassen und dokumentieren, um Haftungsrisiken zu vermeiden. (bh)

OLG Celle, Urteil vom 18.08.2025 – Az: 11 U 97/23

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Nach Z kommt Alpha: Und die wenigsten sind darauf vorbereitet http://www.asscompact.de/node/171508

Die Debatte über die Generation Z greift zu kurz, wenn sie sich nur auf vermeintliche Defizite konzentriert. Unternehmen stehen vor einem tiefergehenden Wandel der Lebens- und Kommunikationsrealitäten – und mit der Gen Alpha reift bereits eine neue Zäsur heran.

171508 20. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Ein Artikel von Andreas Wollermann, Head of Growth & Sales bei der bbg Betriebsberatungs GmbH

Seit Monaten, eigentlich seit über einem Jahr, schreie ich in dieser Kolumne über die Generation Z. Über ihre Erwartungen, ihre Widersprüche, ihre Wirkung auf Führung, Ausbildung, Kommunikation und auf eine Branche, die sich lange daran gewöhnt hat, dass neue Generationen sich schon irgendwie anpassen werden.

Genau das passiert aber nicht mehr, und das ist der Punkt, den viele noch immer nicht verstehen wollen. Die Generation Z ist nicht einfach nur anders, sie ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich Lebensrealitäten, Kommunikation und Sozialisation längst verändert haben. Wer das bis heute nur als Jugendproblem abtut, macht es sich zu leicht, viel zu leicht.

Natürlich ist es bequem, über mangelnde Belastbarkeit, fehlende Loyalität oder hohe Ansprüche zu sprechen. Das hört man in Unternehmen, auf Veranstaltungen und auch in der Versicherungswirtschaft immer wieder, aber diese Debatte greift zu kurz. Nicht weil Kritik grundsätzlich falsch wäre, sondern weil sie oft dort aufhört, wo es eigentlich erst interessant wird: bei der Frage, warum junge Menschen so sind, wie sie sind.

Gen Z ist Ergebnis ihrer Zeit

Die Generation Z ist nicht aus dem Nichts entstanden, sie ist das Ergebnis ihrer Zeit. Eine Generation, die in Unsicherheit aufgewachsen ist, in Dauerkrisen, unter digitalem Dauerfeuer, mit permanenter Vergleichbarkeit, ständigem Bewertungsdruck und einer Kommunikation, die immer schneller, unmittelbarer und oft auch härter geworden ist. Wer in so einer Welt groß wird, entwickelt andere Fragen an Arbeit, an Führung und an Zukunft. Das ist keine Schwäche, das ist Sozialisierung und genau deshalb war die Generation Z für Unternehmen eigentlich eine Chance.

Eine Chance, neu hinzusehen. Eine Chance, Führung neu zu denken. Eine Chance, Kommunikation ehrlicher zu machen. Eine Chance, sich zu fragen, ob man junge Menschen wirklich erreichen will oder ob man nur erwartet, dass sie sich in bestehende Systeme einfügen. Einige haben diese Chance erkannt, viele andere leider nicht.

Statt echter Auseinandersetzung gab es an vielen Stellen vor allem eins: Beschwerden! Über Haltung, über Verhalten, über Ansprüche. Das Problem daran ist nur, dass sich Realität nicht wegkommentieren lässt. Junge Menschen verändern nicht die Spielregeln, weil sie Lust auf Rebellion haben, sie reagieren auf eine Welt, die sich längst verändert hat, und wer das nicht sehen will, wird weder Nachwuchs gewinnen noch Menschen langfristig binden. Gerade in der Versicherungswirtschaft ist das relevant. Vielleicht mehr als in vielen anderen Branchen.

Digitale Reize sind das Grundrauschen des Alltags

Wir reden hier über eine Branche, die von Vertrauen lebt, von langfristiger Beziehung, von Erklärung, von Orientierung und von der Fähigkeit, komplexe Themen so zu vermitteln, dass Menschen sich ernst genommen fühlen. Gleichzeitig erleben wir aber eine Welt, in der Aufmerksamkeit in Sekunden verteilt wird, in der Relevanz nicht mehr automatisch entsteht und in der gerade junge Menschen sehr schnell merken, ob etwas ehrlich gemeint ist oder nur gut formuliert klingt.

Genau das ist die eigentliche Herausforderung! Nicht die Generation Z, sondern unsere Fähigkeit, auf neue Lebensrealitäten angemessen zu reagieren. Während wir noch immer versuchen, die Generation Z irgendwie einzuordnen, wächst längst die nächste Generation heran, die Generation Alpha.

Genau hier beginnt das, was viele noch komplett unterschätzen. Denn wenn die Generation Z für Unternehmen schon wie ein Weckruf wirkte, dann wird die Generation Alpha die eigentliche Richtungsentscheidung. Über die Generation Z wurde viel gesprochen, oft kritisch, oft oberflächlich, manchmal auch ernsthaft, aber was mit der Generation Alpha auf uns zukommt, verstehen bisher die wenigsten.

Dabei wird genau dort sichtbar, wie tief der Wandel der Kommunikation inzwischen geht. Die Generation Alpha wächst nicht einfach nur digital auf, sie wächst in einer Welt auf, in der digitale Reize das Grundrauschen des Alltags sind. In einer Welt, in der Kommunikation visuell, schnell und algorithmisch geprägt ist. In einer Welt, in der Aufmerksamkeit härter umkämpft ist als jemals zuvor. In einer Welt, in der Orientierung nicht mehr selbstverständlich aus Familie, Schule oder Gesellschaft entsteht, sondern immer öfter konkurriert mit Plattformen, Trends, Vorbildern und permanentem Input.

Neue Prioritäten sind nötig

Wer glaubt, diese Entwicklung habe mit der Versicherungswirtschaft nichts zu tun, irrt gewaltig, denn wir reden hier nicht nur über künftige Mitarbeitende. Wir reden auch über künftige Kundinnen und Kunden. Über Erwartungen an Ansprache, an Glaubwürdigkeit, an Tempo, an Einfachheit und an Haltung. Über Menschen, die ganz anders aufgewachsen sind, die anders konsumieren, anders vergleichen, anders vertrauen und auch anders entscheiden werden.

Das bedeutet nicht, dass alles Alte falsch war, aber es bedeutet, dass vieles nicht mehr reicht:

  • Es reicht nicht mehr, Produkte gut zu erklären, wenn man Lebenswelten nicht versteht.
  • Es reicht nicht mehr, auf Benefits zu verweisen, wenn Orientierung fehlt.
  • Es reicht nicht mehr, von Kultur zu sprechen, wenn Menschen im Alltag keine Haltung erleben.
  • Es reicht ganz sicher nicht mehr, jungen Generationen ständig Anpassung zu empfehlen, ohne die eigene Anschlussfähigkeit kritisch zu hinterfragen.

Genau hier liegt die Aufgabe für Unternehmen und Führungskräfte. Nicht darin, jede neue Entwicklung zu feiern, aber darin, sie ernst zu nehmen. Junge Generationen testen nicht unsere Geduld, sie testen unsere Glaubwürdigkeit:

  • Sie wollen nicht nur hören, dass Entwicklung möglich ist, sie wollen erleben, ob das stimmt.
  • Sie wollen nicht nur lesen, dass ein Unternehmen modern ist, sie wollen spüren, wie dort geführt wird.
  • Sie wollen keine Hochglanzsätze, sie wollen Klarheit.
  • Sie wollen in einer immer komplexeren Welt nicht weniger Orientierung, sondern mehr.

Vielleicht ist genau das der größte Denkfehler unserer Zeit. Dass viele glauben, junge Menschen wollten keine Führung mehr. Das Gegenteil ist richtig! Sie wollen nur eine andere Form von Führung. Weniger Fassade, weniger Floskeln, weniger Machtgehabe. Dafür mehr Ehrlichkeit, mehr Einordnung, mehr Verlässlichkeit.

Genau damit sind wir bei einer Frage, die weit über Generationen hinausgeht. Nämlich bei der Frage, wie wir in Zukunft überhaupt noch Menschen erreichen, führen und binden wollen. Ich bin überzeugt: Die größte Gefahr für Unternehmen ist nicht die Generation Z. Die größte Gefahr ist die Illusion, man könne mit Denkmustern von gestern Menschen von morgen erreichen.

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Die besten Privatrenten laut IVFP http://www.asscompact.de/node/171502

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat in einem aktuellen Rating die besten Privatrenten gekürt. Demnach gewinnen fondsgebundene Lösungen deutlich an Bedeutung. Außerdem gibt es im Markt eine klare Verschiebung hin zu Produkten, die Flexibilität mit planbarer Sicherheit verbinden.

171502 19. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Flexibilität – mittlerweile fast schon ein Buzzword beim Thema Altersvorsorge in Deutschland. Doch anscheinend zurecht, wie das aktuelle Privatrenten-Rating des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) zeigt.

Markt wandelt sich

Im Vergleich zum Vorjahr 2025 zeigt sich dabei: Der Privatrentenmarkt bleibt in Bewegung. Während in Zeiten steigender Zinsen klassische Rentenprodukte weiterhin Bestand haben, gewinnen fondsgebundene Lösungen deutlich an Bedeutung, so das IVFP. Diesem Trend Rechnung tragend bieten die Tarife verstärkt Flexibilitäten, um Kunden und Kundinnen Anpassungen während der meist langen Laufzeiten zu ermöglichen.

Ein bedeutender Aspekt sind u. a. Garantieleistungen. Etwa 60% der Produkte lassen Veränderungen der Höhe noch während der Aufschubphase zu. Das Angebot bei der Gestaltung der Leistungsphase werde ebenfalls zunehmend größer, heißt es vom Institut. Neben Verrentung und Kapitalauszahlung seien flexible Entnahmemöglichkeiten (wie z. B. Auszahlpläne) zunehmend Teil des Tarifwerks. Darüber hinaus werde auch das Fondsangebot stetig erweitert. Inzwischen biete jedes Fondsprodukt auch eine Auswahl an ETFs an.

Besonders überzeugen konnten im aktuellen Rating Anbieter, die Transparenz fördern, Kosten optimieren und flexible Auszahlungsmodelle anbieten, so IVFP-Geschäftsführer Dr. Andreas Kick.

Methodik und Ergebnisse

Für das Privatrenten-Rating 2026 wurden 107 Privatrentenprodukte von 41 Anbietern anhand über 100 Einzelkriterien analysiert, aufgeteilt in die vier Teilbereiche Unternehmen, Rendite, Flexibilität sowie Transparenz und Service. Unternehmen und Flexibilität haben dabei eine Gewichtung von 25%, Rendite von 40% und Transparenz und Service von 10%. Die Bewertung erfolgt in den Kategorien „Exzellent“ bis „Mangelhaft“.

Mehrere Anbieter erzielten auch in diesem Jahr sehr gute bis exzellente Bewertungen. Auffällig, so erläutert das IVFP, sei, dass gerade jene Häuser, die konsequent auf transparente Kostenmodelle, Anlagestrategien und digitale Kundenservices setzen, sich verbessern konnten.

Der Vergleich zum Vorjahr bestätige die Marktverschiebung hin zu Produkten, die Flexibilität mit planbarer Sicherheit verbinden. Diese Entwicklung unterstütze die zunehmende Nachfrage nach individuellen, lebensphasenorientierten Vorsorgelösungen.

Die besten klassischen Privatrenten

Bei den klassischen Privatrenten hat kein Tarif die Höchstnote „Exzellent“ erhalten, dafür aber drei die Note „Sehr gut“, nämlich die Bausteinrente der Hannoversche Lebensversicherung AG, der Tarif „UniversalLife“ der IDEAL Lebensversicherung a.G., und die „Klassische Rentenversicherung“ der LV 1871.

Im Bereich „Klassik Plus“ erzielten drei Tarife die Höchstnote „Exzellent“, nämlich die „Privatrente Perspektive“ der Allianz, der „Aktivplan“ der neue leben Lebensversicherung AG und die „Klassikrente“ der Provinzial.

Die besten Fondspolicen mit und ohne Garantien

Bei den Fondspolicen mit Garantien erhielten sieben Tarife die Bestnote, nämlich:

  • PrivatRente InvestFlex mit Garantie von der Allianz
  • Relax PrivatRente Chance von der AXA
  • ERGO Rente Dynamik der ERGO Vorsorge Lebensversicherung
  • MeinPlan von der LV 1871
  • Aktivplan von der neue leben
  • Fondsgebundene Privatrente der NÜRNBERGER
  • GarantRente Vario von der Provinzial

Bei den Fondspolicen ohne Garantien wurden acht Tarife mit einem „Exzellent“ ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um:

  • PrivatRente InvestFlex von der Allianz
  • JustInvest von der AXA
  • Fondsrente „Hallo Zukunft“ von der Bayerischen
  • Generation private plus von der Canada Life
  • CleverInvest von der HDI
  • MeinPlan von der LV 1871
  • Aktivplan von der neue leben
  • Fondsgebundene Privatrente von der NÜRNBERGER
Die besten Indexpolicen und „Comfort“-Tarife

Bei den Indexpolicen reichte es für vier Tarife zur Bestnote. Die Allianz ist gleich zweimal vertreten, und zwar mit der PrivatRente IndexSelect und der PrivatRente IndexSelect Plus. Ebenso mit „Exzellent“ ausgezeichnet wurden die ERGO Rente Index der ERGO Vorsorge Lebensversicherung sowie der Tarif „PlanX“ der neue leben.

Im Rating der „Comfort“-Tarife konnten sich zwei Tarife die Bestnote sichern, nämlich die PrivatRente KomfortDynamik der Allianz und die Relax PrivatRente ComfortPlus der AXA.

Das ausführliche Rating findet sich auf der Website des IVFP. (mki)

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EH55-Plus-Förderung: Verlängerung angekündigt http://www.asscompact.de/node/171499

Im Dezember 2025 war die Förderung für Effizienzhaus-55-Neubauten vorübergehend wieder aufgenommen worden. Das Programm ist eigentlich befristet bis Ende Juni. Nun hat Bundesbauministerin Verena Hubertz eine geplante Verlängerung der EH55-Plus-Förderung angekündigt.

171499 19. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und die Förderbank KfW hatten im Dezember die Förderung des „Effizienzhaus 55“-Standards für Neubauten befristet wieder aufgelegt. Um das Programm noch attraktiver zu gestalten, wurden im März 2026 die Zinssätze für die EH55-Plus-Förderung verringert, wie AssCompact berichtete. Ursprünglich ist die Neubauförderung befristet bis zum 30.06.2026.

Auf dem diesjährigen Tag der Immobilienwirtschaft des Zentralen Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) gab es nun eine Ankündigung von Bundesbauministerin Verena Hubertz. Laut der Bundesministerin sei eine Verlängerung der EH55-Plus-Förderung geplant. Diese solle so lange gelten, bis die Fördermittel ausgeschöpft seien, heißt es in einer Presseinformation des ZIA.

Im Rahmen des Förderprogramms stehen insgesamt 800 Mio. Euro zur Verfügung. Pro Wohneinheit gibt es zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro. Der Verband ZIA begrüßt diesen Schritt. „Wir freuen uns sehr über diese Verlängerung – das ist ein starkes Signal für die Bau- und Immobilienbranche”, betont Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des ZIA.

Details zum Programm gibt es unter Die detaillierten Produktbedingungen und tagesaktuellen Zinskonditionen sind abrufbar unter kfw.de. (tik)

Weitere News rund um den Immobilienmarkt und den Bereich Baufinanzierung finden Sie in der Rubrik „Immobilien“.
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Kfz-Versicherung: Welche Wechselquote verzeichnen Makler? http://www.asscompact.de/node/171498

Kfz-Versicherte gelten als preissensibel und wechseln ihre Versicherung häufiger als in anderen Sparten. Eine AssCompact Studie zeigt, wie hoch die Wechselquoten ausfallen und liefert zugleich ein Stimmungsbild der Versicherungsmakler zu den Folgen der vergangenen Prämienerhöhungen.

171498 19. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Bis zur nächsten Wechselzeit in der Kfz-Versicherung ist noch etwas hin. In der Zwischenzeit lohnt sich aber ein Blick auf einige Kennzahlen aus dem Maklermarkt, die die AssCompact AWARD-Studie „Private Kfz- & Flottenversicherung“ liefert, insbesondere mit Blick auf die Wechselquoten im Bestand.

Höhere Wechselquoten im Privatkundensegment

Demnach liegt die durchschnittliche Wechselquote im Privatkundensegment bei 21,5%, der Median bei 15%. Das bedeutet: Bei der Hälfte der befragten Makler liegt die Quote über diesem Wert, bei der anderen darunter. Im Flottengeschäft zeigt sich hingegen ein deutlich ruhigeres Bild mit spürbar geringeren Wechselraten.

Preisanstieg beeinflusst Verhalten nur teilweise

Vor dem Hintergrund der Beitragsentwicklung der vergangenen Jahre stellt sich die Frage, ob steigende Prämien die Wechselbereitschaft zusätzlich anheizen. Das Bild ist differenziert: 18% der Makler beobachten eine erhöhte Wechselneigung ihrer Kunden hin zu einem anderen Wechsel infolge gestiegener Preise. 30% sagen, dies sei teils/teils der Fall. Deutlich stärker wirken sich die Prämienanpassungen jedoch an anderer Stelle aus. So berichten rund 53% der Befragten, dass Kunden ihren Versicherungsumfang reduziert haben, um Beiträge zu sparen.

Restriktiveres Verhalten der Versicherer

Parallel dazu verschärfen viele Versicherer ihr Zeichnungs- und Rabattverhalten. Knapp ein Drittel der Makler bestätigt, dass die Entwicklungen der vergangenen Jahre mit restriktiveren Annahmerichtlinien und zurückhaltenderen Nachlässen einhergehen. Für die Beratung bedeutet das eine zusätzliche Herausforderung: Einerseits steigt der Kostendruck auf Kundenseite, andererseits werden Spielräume auf Versichererseite enger. Von den gestiegenen Prämien profitieren Makler hingegen nur begrenzt. Lediglich 16% geben an, dass sich die Entwicklung positiv auf ihre Courtagezahlungen ausgewirkt hat.

Gedämpfte Erwartungen bei Courtagen und Preisen

Mit Blick auf die weitere Preisentwicklung zeigen sich die Versicherungsmakler insgesamt zuversichtlich. Der überwiegende Teil geht davon aus, dass größere Beitragssprünge für nächstes Jahr ausbleiben. Allgemein geht man von einer Stabilisierung der Preise aus. Auch auf Versichererseite mehren sich entsprechende Signale: Einige Marktteilnehmer rechnen damit, bereits 2027 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Diese könnte dann den Druck auf weitere Prämienerhöhungen mindern. (bh)

Informationen zur Studie

Die Online-Befragung zur Studie „AssCompact AWARD – Private Kfz- & Flottenversicherung 2026“ wurde vom 03.02.2026 bis 15.02.2026 durchgeführt. Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Stimmen von 275 Vermittlerinnen und Vermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche in die Stichprobe ein, die ein sehr gutes Abbild der Assekuranz- und Finanzvermittlerinnen und -vermittler hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsstruktur darstellt. Die Studie kann zum Einzelpreis von 2.500 Euro zzgl. MwSt. erworben werden. Weitere Informationen entnehmen Sie dem Studienflyer.

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Neue Verantwortlichkeiten im Vorstand von HDI Global http://www.asscompact.de/node/171496

Bei HDI Global folgt Thomas Kropp ab Juli auf Dr. Thomas Kuhnt. Das bisherige Ressort von Kuhnt wird unter Kropp zu einem fokussierten COO/CIO-Ressort zugeschnitten. Zudem werden weitere Verantwortlichkeiten im Vorstand zum 01.07.2026 neu definiert.

171496 19. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Zum 01.07.2026 wird Thomas Kropp COO/CIO bei HDI Global. Er wird Nachfolger von Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kuhnt. Kuhnt scheidet zum 30.06.2026 auf eigenen Wunsch und in bestem gegenseitigem Einvernehmen aus dem Vorstand aus, um sich neuen beruflichen Aufgaben außerhalb der Talanx Gruppe zu widmen, wie HDI Global mitteilt. HDI Global passt in diesem Zusammenhang die Zuständigkeiten im Vorstand im Einklang mit der Unternehmensstrategie Xcelerate29 an. Das Unternehmen will damit u. a. die Grundlage für weiteres Wachstum und langfristige Stabilität stärken.

Kropp hat über zwei Jahrzehnte internationale Führungserfahrung in der Versicherungs, Industrie und Technologiebranche. In leitenden Funktionen verantwortete er globale IT-, Infrastruktur- und Operations-Einheiten bei führenden internationalen Unternehmen, mit Stationen in den USA, Asien und Europa. Einen Fokus legt er auf die Weiterentwicklung internationaler Betriebsmodelle sowie die nachhaltige Skalierung von Prozessen und Technologien in komplexen Organisationen.

Kuhnt habe die Entwicklung von HDI Global in den vergangenen acht Jahren maßgeblich geprägt, heißt es von HDI Global. Unter seiner Verantwortung fand eine Weiterentwicklung der digitalen Transformation sowie zentraler Bereiche, z. B. Pricing und Internationale Programme, statt.

Das bisherige Ressort von Kuhnt wird als Teil der Neuausrichtung unter Kropp zu einem fokussierten COO/CIO-Ressort zugeschnitten. Damit trage HDI Global der zentralen Bedeutung leistungsfähiger IT und effizienter Prozesse Rechnung – als Voraussetzung, um Kunden und Broker auch künftig verlässlich als Partner in ihrer Transformation zu begleiten, wie es heißt.

Weitere Verantwortlichkeiten im Vorstand neu vergeben

HDI Global gibt außerdem bekannt, dass im Zuge dieser personellen Änderung auch weitere Verantwortlichkeiten im Vorstand zum 01.07.2026 neu definiert werden. Ab diesem Zeitpunkt setzt sich der HDI Global SE Vorstand laut dem Unternehmen demnach wie folgt zusammen:

  • Dr. Edgar Puls: CEO/Chairman, Corporate Development, Communications, AI
  • Dr. Mukadder Erdönmez: Liability, Motor, Cyber, US Market
  • Dr. Dirk Höring: Engineering, Marine, Property, HDI Risk Consulting, Captive Services
  • David Hullin: Region Europe (exklusive DACH), North and South America (exklusive US Market), Middle East, Africa and APAC, International Programmes, Global Distribution & Marketing
  • Dr. Barbara Klimaszewski-Blettner: Global Claims, Region DACH, People & Culture
  • Thomas Kropp: Operations & IT
  • Dr. Stefan Pasternak: Risk Management, Investment Management, Controlling & Finance
  • Dr. Renate Strasser: Specialty, Pricing & Analytics, Guidance

Die Änderungen gelten vorbehaltlich der Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. (lg)

News über weitere personelle Veränderungen lesen Sie in der Rubrik „Personen“.

Bild: © HDI Global

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Wie entwickeln sich die Immobilienpreise an der Ostsee? http://www.asscompact.de/node/171519

Laut VON POLL IMMOBILIEN entwickeln sich die Immobilienpreise an der Ostseeküste je nach Region unterschiedlich. So weisen etliche Festlandregionen und größeren Städte steigende Preise auf, wohingegen hochpreisige Küsten- und Insellagen zunehmend unter Druck geraten.

171519 19. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Im Rahmen des aktuellen Küstenreports hat das Immobilienmaklerunternehmen VON POLL IMMOBILIEN die Preisentwicklung an der Ostsee unter die Lupe genommen. Konkret haben die Experten die Preise für Einfamilienhäuser in den Landkreisen, kreisfreien Städten sowie auf den Halbinseln und Inseln an der Ostseeküste analysiert und die Entwicklung der Kaufpreise des ersten Quartals 2026 mit dem ersten Quartal 2025 verglichen. Wie die Auswertung zeigt, driften regionale Entwicklungen zunehmend auseinander. So ist in einigen Kreisstädten und Festlandregionen ein Anstieg der Immobilienpreise zu beobachten. Die Inseln weisen hingegen eine andere gegenteilige Entwicklung auf.

Differenziertes Bild an der Ostseeküste

„Der Immobilienmarkt an der Ostseeküste zeigt aktuell ein differenzierteres Bild als noch in den vergangenen Jahren: Während sich viele Festlandregionen und größere Städte wie Rostock wieder nach oben entwickeln, geraten insbesondere einzelne hochpreisige Küsten- und Insellagen zunehmend unter Druck“, erklärt Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter bei VON POLL IMMOBILIEN.

Käufer gehen selektiver vor

Die gegenläufige Entwicklung etwa bei Fischland-Darß-Zingst und Rostock verdeutliche, dass sich die Nachfrage stärker nach Qualität der Lage und der möglichen Ferienvermietung ausrichte, so Ritter weiter. Gleichzeitig bleibe die Ostsee ein gefragter Sehnsuchtsort – allerdings unter veränderten Vorzeichen. „Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen agieren Käufer deutlich selektiver und sicherheitsorientierter“, sagt Ritter. Besonders Lagen mit Perspektive zur dauerhaften Nutzung stehen hoch im Kurs.

Fischland Darß-Zingst als teuerstes Pflaster

Die mit deutlichem Abstand teuersten Häuser an der Ostseeküste finden sich im ersten Quartal 2026 auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Kaufinteressenten müssen hier aktuell 5.138 Euro pro Quadratmeter einkalkulieren. Auf Rang 2 folgt die Kreis- und Hansestadt Rostock mit 4.011 Euro pro Quadratmeter – und damit mehr als 1.100 Euro pro Quadratmeter unter dem Preisniveau der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Halbinsel weist auch den deutlichsten Preisrückgang auf

Als auffällig bezeichnen die Experten die gegenläufige Entwicklung: Während die Preise für Häuser auf Fischland-Darß-Zingst im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um 5,7% nachgegeben haben, was den stärksten Rückgang an der Ostseeküste bedeutet, weist Rostock im selben Zeitraum ein Plus von 7,5% auf und somit den deutlichsten Preisanstieg in der Auswertung.

 

Wie entwickeln sich die Immobilienpreise an der Ostsee?

 

„Wir verzeichnen aktuell ein Überangebot bzw. eine untypisch hohe Anzahl an Immobilien auf dem Markt – selbst in sehr gefragten und sonst eher angebotsarmen Lagen rund um Rostock und Warnemünde. Das führt dazu, dass Kaufinteressenten deutlich abwartender und prüfender agieren, wodurch sich die Vermarktungsprozesse im Vergleich zum Vorjahr spürbar verlängern“, erläutert Corinne Briesemeister, Geschäftsstellenleiterin bei VON POLL IMMOBILIEN Rostock und Warnemünde. Die Nachfrage sei dennoch vorhanden und setze sich aus einem breiten Spektrum zusammen von regionalen Käufern und Interessenten aus Berlin sowie aus Sachsen und Thüringen. Insgesamt sei mit einer Weiterentwicklung auf einem stabilen, gleichbleibenden Preisniveau zu rechnen, so Briesemeister.

Sinkende Preise auf Fehmarn und Usedom

In der Spanne zwischen 3.400 Euro pro Quadratmeter und 3.000 Euro pro Quadratmeter liegen die Häuserpreise im Landkreis Ostholstein, auf den Inseln Fehmarn und Usedom sowie in den Kreisstädten Kiel, Lübeck, Flensburg im Landkreis Plön. Laut VON POLL IMMOBILIEN weisen die Festlandregionen in diesem Segment steigende Quadratmeterpreise auf zwischen 2,8% und 6,5%. Dagegen sind die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser im ersten Quartal auf den Inseln Fehmarn und Usedom um 5,5% bzw. um 4,8% gesunken.

Nutzbarkeit macht den Unterschied

„Wir beobachten in unserer Region entlang der schleswig-holsteinischen Ostseeküste aktuell eine insgesamt stabile Nachfrage, die sich sowohl aus lokalen als auch überregionalen Käufern speist. Dabei stehen sowohl die Nutzung als Erstwohnsitz als auch als Ferienimmobilie im Fokus, was die Attraktivität der Ostseeküste weiter unterstreicht“, erklärt Robert Rothböck, Geschäftsstellenleiter bei VON POLL IMMOBILIEN Kiel, Plön, Eckernförde, Neumünster, Rendsburg und Eutin. Die unterschiedliche Preisentwicklung zwischen Inseln und dem Festland sei vor allem auf die Nutzbarkeit zurückzuführen: Während Festlandlagen zunehmend auch für den dauerhaften Wohnsitz gefragt seien, handele es sich bei Inselimmobilien häufiger um hochpreisige Zweitwohnsitze, die sensibler auf Marktveränderungen regieren würden. Für die kommenden Jahre geht Rothböck von einer stabilen Preisentwicklung aus bei modernen, gut ausgestatteten Immobilien, während die Preise für sanierungsbedürftige Objekte weiter rückläufig sein dürften.

Preisrückgänge auch auf Rügen

Immobilienpreise für Häuser zwischen 2.900 Euro pro Quadratmeter und rund 2.200 Euro pro Quadratmeter weisen mehrere Regionen an der Ostsee auf. Dazu gehören die Insel Rügen, die Landkreise Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg, Nordwestmecklenburg oder auch der Kreis Rostock. Auch hier lassen sich Anstiege am Festland feststellen, in den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Rendsburg-Eckernförde 7,1% bzw. 4,7%, während die Insel Rügen ein Rückgang der Immobilienpreise um 1,8% verzeichnet. Aber auch in den Landkreisen Rostock (–1,6%) und Schleswig-Flensburg (–0,6%) geht es mit den Preisen im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal leicht nach unten.

Verschiebung der Nachfrage

„Wir beobachten aktuell eine klare Verschiebung in der Nachfrage in unserer Region rund um Neustadt in Holstein: Während das Interesse an klassischen Eigenheimen spürbar zugenommen hat, ist die Nachfrage nach Ferienimmobilien rückläufig. Viele Käufer entscheiden sich bewusst dafür, ihren Lebensmittelpunkt an die Ostsee zu verlegen – vor allem aufgrund der hohen Lebensqualität“, berichtet Jessica Koppitz, Geschäftsstellenleiterin bei VON POLL IMMOBILIEN Neustadt in Holstein. Entsprechend würden Immobilien überwiegend als Hauptwohnsitz genutzt. Zugleich hätten sich die regulatorischen Rahmenbedingungen für Ferienimmobilien zuletzt deutlich verschärft. In vielen Bereichen sei die Nutzung genehmigungspflichtig oder sogar ausgeschlossen, was sich ebenfalls auf die Nachfrage auswirke, so Koppitz weiter. Für die kommenden Jahre rechnet die Expertin mit insgesamt stabilen Preisen, vor allem für hochpreisigen Objekte.

Am günstigsten sind Einfamilienhäuser übrigens im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit durchschnittlich 1.497 Euro pro Quadratmeter, gefolgt vom Landkreis Vorpommern-Rügen mit 1.957 Euro pro Quadratmeter. In beiden Regionen haben die Preise im ersten Quartal 2026 nachgegeben, und zwar um 4,1% bzw. 1,7%.

Weitere Informationen gibt es auf von-poll.com. (tik)

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Versicherer-Konsolidierung: Vertrieb als zentraler Werttreiber http://www.asscompact.de/node/171492

Fusionen entstehen nicht mehr nur aus Stärke, sondern auch als Antwort auf veränderte Marktbedingungen. Warum ist der Vertrieb zentraler Hebel für Wertschöpfung nach einer Fusion? Und welche Chancen ergeben sich daraus für Ausschließlichkeitsorganisationen und Makler?

171492 19. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Ein Artikel von Gregor Morin, Senior Manager, Fabienne Pittner, Managerin, Laura Brobeil, Senior Consultant, und Konstantin Revermann, Senior Consultant bei zeb consulting

Ob Barmenia und Gothaer, Helvetia und Baloise oder Stuttgarter und SDK – die Welle an Zusammenschlüssen ist mehr als eine Reihe prominenter Einzelfälle. Sie ist ein struktureller Wandel: Die Zahl europäischer Versicherer ist in den letzten fünf Jahren um rund 7% gesunken, im Lebensversicherungsmarkt noch stärker. In Deutschland ist der Rückgang mit rund 2% moderater. Der strukturelle Druck ist jedoch der gleiche und dürfte den Trend auch hierzulande beschleunigen.

Allein Fusionen aus strategischen Motiven oder aus einer Position der Stärke erklären die Entwicklung nicht. Treiber sind vielmehr stagnierende Märkte, der demografisch bedingte Fachkräftemangel, steigende IT-Kosten sowie regulatorische Anforderungen. Die Frage ist vielerorts nicht mehr, ob fusioniert wird, sondern wie danach Wert entsteht. Die Antwort liegt im Markt – und damit vor allem im Vertrieb.

Warum sich der Erfolg von Fusionen im Vertrieb entscheidet

Der Vertrieb ist der direkte Hebel zwischen Strategie und Ergebnis. Während operative Synergien erst später wirken, reagiert der Markt sofort – häufig mit Reibungsverlusten in den ersten 12 bis 18 Monaten. Entscheidend ist, wie stark sie ausfallen. Unsere Erfahrung zeigt: Wer Unsicherheit aktiv managt, behält Fokus und Schlagkraft. Ohne klare Steuerung schwächen unklare Zuständigkeiten und Doppelansprachen das Kundenvertrauen.

Gleichzeitig entstehen erhebliche Wachstumschancen. Abgestimmte Marktbearbeitung und ein konsistentes Leistungsversprechen entscheiden darüber, ob Kundenbeziehungen ausgebaut, Cross-Selling-Potenziale genutzt und Kampagnen wirksam umgesetzt werden. Erst dann wird der Zusammenschluss am Markt als Stärkung wahrgenommen.

Daher gilt: Eine Fusion ist aus Vertriebssicht kein Strukturakt, sondern ein tiefgreifender Transformationsprozess. Wer frühzeitig, transparent und verlässlich agiert, schafft die Grundlage für nachhaltigen Markterfolg.

Chancen für Ausschließlichkeitsorganisation und Makler

Fusionen verändern den Vertrieb – von der Markenwahrnehmung über Prozesse bis zur täglichen Interaktion mit Kunden und Partnern. Viele Effekte wirken vertriebswegübergreifend, jedoch unterschiedlich stark je Kanal. Für Ausschließlichkeitsorganisationen (AO) und Makler ergeben sich Chancen, die zwischen Substanzerhalt und echtem Wachstum entscheiden.

Ausschließlichkeitsorganisation – Marktbearbeitung neu ausrichten

Marke als Stabilitäts- und Wachstumsfaktor

Fusionen verändern die Wahrnehmung am Markt. In der AO wirkt eine fusionierte Marke besonders stark: als Orientierung, Verkaufsargument und Vertrauensanker. Eine konsistente Markenführung gibt Agenturen Sicherheit, auch wenn Prozesse und Organisationen noch zusammenwachsen.

Breiteres Angebot als Hebel für Bestandsausschöpfung

Die Bündelung komplementärer Produktschwerpunkte erweitert das Portfolio. Für Vermittler entsteht die Möglichkeit, Kunden systematisch weiterzuentwickeln und Beratung ganzheitlicher auszurichten. Bestehende Bedarfe lassen sich präziser abdecken – das stärkt Gesprächsqualität und Abschlusskraft.

Spezialisierte Betreuung statt Gießkanne

Fusionierte Organisationen können ihre Agenturbetreuung gezielter ausrichten. Statt Betreuung mit der „Gießkanne“ kommen spezialisierte Experten zum Einsatz; eine fachliche Tiefe, die kleinere und mittelgroße Versicherer allein häufig nicht abbilden können. Betreuung wird so vom administrativen Faktor zum Produktivitätstreiber.

Makler – Partnerschaften strategisch stärken

Differenzierte Rollenmodelle in der Partnerschaftssteuerung

Fusionen ermöglichen eine klar segmentierte Maklerbetreuung. Das Hunter-Farmer-Modell wird wirtschaftlich tragfähig: Hunter erschließen neue Potenziale, Farmer vertiefen bestehende Partnerschaften. Klare Rollen erhöhen Verlässlichkeit und Schlagkraft, und Standardisierung und Spezialisierung können gezielt kombiniert werden.

Prozess- und Plattformfähigkeit als zentraler Vorteil

Makler bewerten Versicherer zunehmend nach Einfachheit und operativer Anschlussfähigkeit. Fusionen eröffnen Skaleneffekte: Systeme lassen sich vereinheitlichen, Medienbrüche reduzieren und Abläufe beschleunigen. Einheitliche Tarifierungs, Angebots-, Antrags- (TAA), Courtage- und Schadenprozesse senken den Koordinationsaufwand deutlich.

Produktbreite als Grundlage integrierter Angebote

Ein erweitertes Portfolio ermöglicht integrierte Lösungen aus einer Hand. Für Makler bedeutet das weniger Koordinationsaufwand und mehr Flexibilität im Kundengeschäft. Der fusionierte Versicherer entwickelt sich so vom reinen Produktlieferanten zum strategischen Partner. Er unterstützt Makler gezielt bei Wachstum, Effizienz und der Weiterentwicklung ihres Geschäfts.

Wer den Vertrieb gewinnt, gewinnt die Fusion

Fusionen prägen den Versicherungsmarkt zunehmend. Ob sie jedoch echten Mehrwert schaffen, entscheidet sich nicht in Organigrammen oder Zielbildern, sondern in der Umsetzung am Markt. Vertriebsorganisationen sind dabei zentrale Werttreiber.

Zugleich sind Fusionen mit erheblichen Herausforderungen verbunden: von komplexer IT-Integration über parallele Governance-Strukturen bis zur kulturellen Integration. Erfolgreiche Häuser zeigen, dass sie nach Fusionen den Markt vertrieblich outperformen können, wenn sie die Integration aktiv steuern – mit klarer Markenführung, abgestimmter Marktbearbeitung, effizienten Prozessen und Betreuungsmodellen, die Spezialisierung und Effizienz verbinden. Wer den Vertrieb stärkt, stärkt die gesamte Organisation – und schafft Wachstum, das weit über klassische Synergieeffekte hinausgeht.

Dass eine Fusion auf vertrieblicher Ebene gut funktionieren kann, zeigt das Beispiel Barmenia und Gothaer als größte Fusion der jüngsten Vergangenheit. Hier hat es das Management geschafft, zwei im Kern unterschiedliche Organisationen zu einer leistungsfähigen und für den Kunden mehrwertstiftenden Organisation zusammenzuführen. Sowohl kulturelle als auch prozessuale Unterschiede konnten weitestgehend überwunden und zu einem Vertrieb verschmolzen werden.

Lesen Sie auch: Versicherungsvertrieb: Welche Player können sich behaupten?

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DKM 2026: Kompakte Messetage bieten Orientierung im Markt http://www.asscompact.de/node/171488

Mit ihrem kompakten Format bleibt die DKM 2026 effizient planbar. Wer Ende Oktober nach Dortmund kommt, trifft dort in kurzer Zeit auf die prägenden Marktteilnehmer und die entscheidenden Einschätzungen zur Entwicklung des Vermittlermarkts.

171488 19. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Die DKM – die Leitmesse der Versicherungs- und Finanzbranche – bleibt ihrem erfolgreichen Öffnungskonzept treu. Damit sind Dienstag, 27.10.2026, und Mittwoch, 28.10.2026, als Messetage mit vollem Programm gesetzt. Die Messe öffnet für Fachbesucherinnen und Fachbesucher am Dienstag um 11 Uhr und endet am Mittwoch um 16 Uhr. Veranstaltungsort ist die Messe Dortmund.

Unverändert findet am Abend des ersten Messetages auch wieder das „Meet-up“ statt. Wie schon im Vorjahr kommt das kompakte Format Ausstellern und Besuchern bei Anreise, Aufenthalt und Zeitbudget entgegen.

Ein Messebesuch, viele Impulse

Gerade in einem Markt, der von Konsolidierung, Regulierung und wachsender Komplexität geprägt ist, will die DKM vor allem eines bieten: Orientierung. Fachbesucher sollen Entwicklungen besser einordnen, relevante Marktteilnehmer an einem Ort erleben und daraus fundiertere Entscheidungen für das eigene Geschäft ableiten können. Hinzu kommt der Vorteil der Verdichtung: In kurzer Zeit treffen Besucher auf Versicherer, Dienstleister, Verbände und Vermittler mit unterschiedlichen Perspektiven. Diese gebündelten Gespräche, Einschätzungen und Marktsignale machen den Messebesuch besonders effizient.

Auf der Messe präsentieren daher Global Player und Traditionsunternehmen, Nischenanbieter und Start-ups ihre Finanz- und Versicherungslösungen, Impulse für eine zeitgemäße Beratung sowie aktuelle Daten und Fakten zum Wandel des Vermittlermarktes. Zu den Fachbesuchern zählen Versicherungsmakler, Finanzanlagenvermittler und Darlehensvermittler genauso wie Honorarvermittler, Honorarberater und Immobilienmakler.

Gleichzeitig ist die DKM das Netzwerk- und Weiterbildungsevent der Branche. Zahlreiche Vorträge, Diskussionen und weitere spannende Eventformate machen die DKM zum unverzichtbaren Branchentreff des Jahres.

Jungmakler-Award-Verleihung am ersten Messetag

Ein besonderes Highlight gibt es für den Branchennachwuchs: Bereits am ersten Messetag wird der Jungmakler Award feierlich verliehen – direkt im Anschluss startet die After-Party im Rahmen des „Jungmakler-Campus“, der sich im vergangenen Jahr erstmals formiert hatte. Der zweite Messetag steht dann im Zeichen von Karrierechancen, Networking und praxisnahen Fachvorträgen rund um die YoungDKM. Auch die erfolgreiche Community „FemSurance“ geht auf der DKM 2026 in die nächste Runde.

Aktuelle Informationen rund um die DKM 2026 gibt es ab jetzt wieder regelmäßig auf asscompact.de und auf die-leitmesse.de/willkommen.

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LV 1871 bringt BU für Kammerberufe auf den Markt http://www.asscompact.de/node/171481

Im BU-Angebot der LV 1871 gibt es einen neuen Tarif. Er ist explizit für die Beratung und Absicherung von Kammerberufen konzipiert.

171481 19. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Mitglieder von Versorgungswerken können ihre BU-Rente künftig flexibler anpassen, schreibt die LV 1871 in einer Pressemitteilung zu ihrer neuen Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie richtet sich an Kammerberufe – Rechtsanwälte, Architekten, Steuerberater. Deren Versorgungswerke leisten oft erst bei voller Berufsunfähigkeit.

Bei der BU für Kammerberufe werden Leistungen aus berufsständischen Versorgungswerken im Rahmen der Nachversicherungs- und Karrieregarantie nicht mehr bei der finanziellen Angemessenheit angerechnet.

Nachversicherungsgarantie erweitert

Mit der ereignisabhängigen Nachversicherungsgarantie können Kammerberufe ihre BU-Rente nun bei erstmaligem Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze in einem berufsständischen Versorgungswerk erhöhen. Dies gilt auch bei Wegfall oder Reduzierung von Ansprüchen bei Berufsunfähigkeit aus einem berufsständischen Versorgungswerk.

Mit der Karrieregarantie kann die BU-Rente einfacher an die tatsächliche Einkommensentwicklung angepasst werden. BU-Renten können vor Erreichen der Nachversicherungsobergrenze erhöht werden. Für Selbstständige besteht drei Jahre nach Beginn ihrer Tätigkeit die Möglichkeit, die BU-Rente im Rahmen der Karrieregarantie um bis zu 50% zu erhöhen. Davon profitieren auch Kammerberufe.

Leistungsfall einfach anerkennen

Die Anerkennung des Leistungsfalls wurde für Kammerberufe vereinfacht. Kann die versicherte Person ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben, verzichtet der Versicherer auf eine Umorganisation. Weiterhin: Erkennt das Versorgungswerk allein aus medizinischen Gründen bei über 50-jährigen Kammermitgliedern die Berufsunfähigkeit an, folgt die LV 1871 diesem Votum. (mki)

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Kampf gegen Versicherungsbetrug: Neue KI-gestützte Ansätze http://www.asscompact.de/node/171479

Durch KI-Einsatz wird Versicherungsbetrug professioneller. Zugleich hat KI enormes Potenzial in der Betrugsbekämpfung. Mit KI-gestützten Ansätzen lassen sich Schadenfälle automatisiert prüfen und Betrug effizienter erkennen, wie die neue Lösung des InsurTechs a68 zeigt.

171479 19. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Interview mit Julian Becker, CEO des Darmstädter Start-ups a68
Herr Becker, wie hat sich Versicherungsbetrug in den vergangenen Jahren verändert und welche neuen Betrugsmuster entstehen aktuell durch den Einsatz generativer KI?

Versicherungsbetrug ist professioneller, einfacher zugänglich und skalierbarer geworden. Die Einstiegshürde sinkt, weil auch Personen ohne technische Spezialkenntnisse massenweise realistische Bilder, Belege, Rechnungen oder Schadenbeschreibungen erstellen oder manipulieren können. Dadurch steigen Qualität und Menge der Betrugsversuche. Gerade bei kleineren Schäden entsteht dadurch ein Risiko, weil sie aus wirtschaftlichen Gründen oft nur eingeschränkt manuell geprüft werden können. Betrüger wissen diese Bagatellgrenzen auszunutzen.

Wie stark verändern sich dadurch die Herausforderungen für Versicherer?

Der KI-Einsatz verändert die Herausforderungen erheblich. Erstens sinkt die Einstiegshürde für Betrug. Zweitens steigt die Zahl potenzieller Fälle, weil Unterlagen automatisiert und in großer Menge erzeugt werden können. Drittens steigt die Qualität der Betrugsversuche, weil KI-generierte oder manipulierte Nachweise professionell und konsistent wirken. Für manuelle Prüfprozesse wird es dadurch schwieriger, echte von manipulierten Fällen zu unterscheiden. Deshalb braucht es auch auf Versichererseite KI-gestützte und forensische Prüfverfahren.

Welche organisatorischen Weichen müssen Versicherer heute stellen, um mit der zunehmenden Professionalisierung von KI-basiertem Betrug Schritt halten zu können?

Versicherer müssen Betrugserkennung stärker als strategische Aufgabe verstehen. Organisatorisch wird es wichtig, manuelle Prüfkapazitäten gezielter einzusetzen. Nicht jeder Schadenfall kann detailliert geprüft werden. Gleichzeitig wird es riskanter, kleinere Schäden ungeprüft durchlaufen zu lassen, weil Bagatellgrenzen ausgenutzt werden.

Versicherer sollten sich technisch so aufstellen, dass jeder Schadenfall automatisiert auf Betrugsindikatoren geprüft werden kann. Das bedeutet keine automatische Ablehnung, sondern eine vorgelagerte Risikoprüfung: unauffällige Fälle werden effizient bearbeitet, auffällige Fälle früh erkannt und weitergeleitet.

Mit Ihrem Start-up a68 wollen Sie die Betrugserkennung in der Versicherungsbranche optimieren. Welchen Ansatz verfolgen Sie dabei?

a68 automatisiert Betrugserkennung und macht sie nachvollziehbarer. Versicherer müssen immer mehr Unterlagen prüfen, können aber nicht jeden Schadenfall manuell tief analysieren. Genau hier setzen wir an. Wir betrachten jeden Schadenfall aus der Perspektive eines Betrugsabwehr-Spezialisten, nur vollautomatisiert.

Wie darf man sich das Konzept konkret vorstellen?

a68 ist ein vollautomatisierter digitaler Betrugserkennungsassistent. Sobald ein Schadenfall eingeht, analysiert das agentische System automatisch Bilder, PDFs, Rechnungen, Belege und die Schadenbeschreibung. Technisch basiert a68 auf einem agentischen KI-System mit mehr als 160 spezialisierten Agenten. Diese kombinieren KI-Modelle, klassische Machine-Learning-Modelle, forensische Verfahren und Plausibilitätsanalysen. Der Fall wird ähnlich geprüft wie durch einen erfahrenen Betrugsabwehr-Spezialisten, nur automatisiert und skalierbar.

Die forensischen Modelle wurden in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München entwickelt und werden kontinuierlich an aktuelle Betrugsmuster sowie neue Technologien angepasst, die von Betrügern genutzt werden. Der Use Case mit unserem Versicherungspartner INZMO wurde im aktuellen Bitkom-Whitepaper veröffentlicht. Darin zeigt sich, dass durch den Einsatz von a68 über 130 Prozent mehr Betrugsfälle erkannt und die Bearbeitungszeit pro Schadenfall um mehr als die Hälfte reduziert werden konnte.

Inwiefern unterscheiden Sie sich mit Ihrem Ansatz im Wettbewerb?

Viele Anbieter lösen einzelne Teilprobleme der Betrugserkennung, etwa gefälschte Dokumente, KI-generierte Bilder oder Netzwerkanalysen. Diese Ansätze sind wichtig, betrachten aber häufig nur einen Ausschnitt des Schadenfalls.

a68 verfolgt dagegen einen holistischen Ansatz. Wir analysieren den gesamten Schadenfall mithilfe eines agentischen Systems aus Sicht eines Betrugsabwehr-Spezialisten. Der Unterschied liegt weniger in einem einzelnen Modell, sondern in der Kombination und Orchestrierung von mehr als 160 Agenten, Modellen und Prüfverfahren.

Hinzu kommt der Fokus auf Automatisierung und Triage: Jeder Schaden wird automatisiert im Hintergrund überprüft, während Sachbearbeiter auf Fälle gelenkt werden, bei denen menschliche Expertise gefragt ist.

Worin liegen die größten Vorteile für die Versicherungsbranche? Inwiefern profitieren Makler bzw. Pools und letztlich die Kunden?

Der größte Vorteil liegt darin, Betrugserkennung bei jedem Schaden zu betreiben. Durch Automatisierung wird es möglich, jeden Schadenfall in Echtzeit auf Betrugsindikatoren zu analysieren, auch kleinere Fälle, bei denen manuelle Prüfung oft nicht wirtschaftlich wäre.

Für Versicherer entsteht eine bessere Triage: Auffällige Fälle werden früh erkannt und weitergeleitet, unauffällige Fälle können dunkelverarbeitet werden. Das erhöht die Dunkelverarbeitungsquote, entlastet Schadenabteilungen und verkürzt Bearbeitungszeiten. Wirtschaftlich können ungerechtfertigte Auszahlungen reduziert sowie die Schadenquote und Combined Ratio verbessert werden.

Makler und Maklerpools profitieren durch schnellere, klarere Prozesse. Für ehrliche Kunden heißt das: Berechtigte Schäden werden schneller reguliert, ohne dass jeder Kunde unter Generalverdacht steht.

Wie steht es um das wichtige Thema Datenschutz?

Datenschutz ist zentral, weil in Schadenfällen personenbezogene und teilweise sensible Daten verarbeitet werden. Deshalb ist a68 so aufgebaut, dass sich die Lösung in Datenschutz-, IT- und Compliance-Strukturen von Versicherern integrieren lässt. Die Verarbeitung erfolgt DSGVO-konform, zweckgebunden und auf das notwendige Maß begrenzt. Schadenunterlagen werden nur im Kontext der Betrugsprüfung analysiert. Die Systeme werden in Europa gehostet. Außerdem ist die Lösung auf DORA, IT-Sicherheit, und EU AI Act ausgelegt.

In welcher Phase der Entwicklung befindet sich Ihre Lösung aktuell?

Unsere Lösung ist bereits bei ersten Versicherungen live in deren Kernsysteme integriert. Wir haben gemeinsam mit der Technischen Universität München lange an den forensischen Modellen geforscht und die Lösung mit ausgewählten Entwicklungspartnern im realen Schadenalltag getestet und weiterentwickelt. Neben einigen Piloten gibt es inzwischen wie gesagt erste Integrationen in Kernsysteme.

Sehen Sie in der KI-gestützten Betrugserkennung künftig eher einen Differenzierungsfaktor im Wettbewerb zwischen Versicherern oder vielmehr grundlegendes Rüstzeug für alle Marktteilnehmer?

Kurzfristig ist KI-gestützte Betrugserkennung ein Differenzierungsfaktor. Versicherer, die früh in automatisierte Prüfprozesse investieren, können Schäden schneller bearbeiten, Betrug besser erkennen und ihre Sachbearbeitung entlasten. Das wirkt sich auf Effizienz, Schadenkosten, Bearbeitungszeit, Kundenzufriedenheit und Kennzahlen wie Schadenquote oder Combined Ratio aus.

Langfristig wird es grundlegendes Rüstzeug für alle Marktteilnehmer. Wenn Betrugsversuche durch KI einfacher, professioneller und skalierbarer werden, können Versicherer nicht dauerhaft mit manuellen oder klassischen regelbasierten Prüfprozessen reagieren.

Über a68

Das Darmstädter Start-up a68 entwickelt zusammen mit der Technischen Universität München ein agentisches, KI-basiertes System zur automatisierten Erkennung von Versicherungsbetrug. Die Lösung orchestriert hunderte spezialisierte Agents zur Prüfung von Schadenmeldungen. Dadurch wird eine skalierbare Dunkelverarbeitung auch bei kleinen Schäden ermöglicht, die manuelle Sichtprüfung reduziert und die Bearbeitungszeit deutlich verkürzt. Schadenabteilungen werden spürbar entlastet, Routinechecks entfallen und Mitarbeiter können sich auf komplexe Fälle konzentrieren.

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„Aventus erreicht mit Top-10-Vorsorgespezialist CPP neuen Meilenstein“ http://www.asscompact.de/node/171477

Mit der Beteiligung der Aventus Maklergruppe an Corporate Pension Partner CPP („CPP“) hat sich einer der letzten großen unabhängigen Vorsorgespezialisten einer familiengeführten Maklergruppe angeschlossen. Was diese Verbindung für eigenständige Makler und für die Zukunft der Mittelstandsberatung bedeutet, erläutern Aventus und CPP im AssCompact Interview.

171477 18. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Interview mit Simon Nörtersheuser, Geschäftsführer und Gründer der Aventus Maklergruppe, Oliver Schön, Gründer der Corporate Pension Partner CPP GmbH, und Björn-Hendrik Robens, Beiratsvorsitzender und Gesellschafter der Aventus Maklergruppe.
Herr Nörtersheuser, welche strategische Rolle spielt die Beteiligung an CPP für die weitere Entwicklung der Aventus Maklergruppe – insbesondere im Mittelstandsmarkt?

Simon Nörtersheuser Die Beteiligung an CPP ist für uns ein konsequenter strategischer Schritt. Unser Anspruch ist es, ein führender Versicherungsmakler für den deutschen Mittelstand zu sein und zwar ganzheitlich. Mittelständische Unternehmen erwarten heute nicht mehr nur Absicherung einzelner Risiken, sondern eine strategische Begleitung über alle relevanten Versicherungs- und Vorsorgethemen hinweg.

Die betriebliche Vorsorge ist dabei eines der anspruchsvollsten Felder. Mit CPP integrieren wir eines der leistungsfähigsten Vorsorgehäuser Deutschlands in unsere Gruppe. Damit schaffen wir innerhalb von Aventus ein eigenständiges, bedeutendes Kompetenzzentrum, das unseren Partnermaklern Zugang zu exzellenter Vorsorgeberatung ermöglicht – ohne eigene Spezialabteilungen aufbauen zu müssen.

Herr Schön, warum kristallisiert sich die betriebliche Vorsorge aus Ihrer Sicht zunehmend als strategische Säule für Versicherungsmakler heraus?

Oliver Schön Betriebliche Vorsorge ist längst kein Zusatzprodukt mehr. Sie ist ein zentrales Instrument für Arbeitgeber, um Mitarbeitende zu gewinnen, zu binden und wirtschaftlich sinnvoll zu vergüten. Gleichzeitig nehmen regulatorische Anforderungen, Haftungsthemen und Verwaltungsaufwand kontinuierlich zu.

Für Versicherungsmakler bedeutet das: Wer den Mittelstand ernsthaft begleiten will, muss Vorsorge professionell beherrschen. Das lässt sich heute nicht mehr „nebenbei“ erledigen.

Und welche Wachstums- und Ertragspotenziale ergeben sich daraus konkret?

OS Betriebliche Vorsorge schafft langfristige Beziehungen. Anders als Einzelverträge ist sie wesentlich komplexer, dauerhaft im Unternehmen verankert und erfordert laufende Begleitung. Das bewirkt außergewöhnlich hohe Kundenbindung – oft auf Geschäftsführungs- oder Inhaberebene.

Hinzu kommt, dass Vorsorgethemen regelmäßig weiteres Geschäft generieren: Geschäftsführerabsicherung, Nachfolge oder Vermögensstrukturierung. Für Makler ist Vorsorge daher ein Türöffner für eine umfassendere Rolle beim Kunden.

Herr Nörtersheuser, welche Lücke im bisherigen Leistungsportfolio der Aventus Gruppe wird durch CPP konkret geschlossen?

SN Viele Makler können einfache Vorsorge anbieten, nur wenige können diese auch in höherer Komplexität dauerhaft qualitativ hochwertig administrieren. CPP schließt genau diese Lücke. CPP verbindet strategische Beratung mit digitaler Verwaltung sowie der laufenden Betreuung von Arbeitgebern und Mitarbeitenden.

Für unsere Partnermakler bedeutet das: Sie bleiben zentraler Ansprechpartner ihrer Kunden und können gleichzeitig Vorsorgelösungen auf einem Niveau anbieten, das eigenständig kaum darstellbar wäre. Dadurch wird echte 360-Grad-Beratung möglich.

Herr Robens, ist der Einstieg bei CPP eher als Kompetenzaufbau zu sehen oder als Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Konsolidierungsumfeld?

Björn-Hendrik Robens Wir wollen führend bei der Beratung des deutschen Mittelstands sein und die fachlich führenden Köpfe der Branche unter unserem Dach vereinen.

Wir glauben, dass unser Familienkapital das stabile Fundament für die strategische Beratung von mittelständischen Unternehmen und für die langfristige Partnerschaft mit unseren Produktpartnern ist.

Mit Oliver Schön haben wir eine der führenden Persönlichkeiten und Taktgeber der Branche für uns gewinnen können. Mit seiner CPP stärken wir sowohl unsere fachliche Tiefe als auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Aventus Maklergruppe insgesamt.

Herr Schön, CPP gilt als einer der letzten großen unabhängigen Vorsorgespezialisten. Was war ausschlaggebend für den Anschluss an die Aventus Maklergruppe?

OS Die entscheidende Frage für mich war: Wer ist der richtige Partner für unsere Kunden und meine Mitarbeiter? Es ging mir also um nichts weniger als den langfristigen Heimathafen und Wachstumspartner für unser Haus.

Von der ersten Stunde unserer Gespräche mit Björn-Hendrik Robens und Simon Nörtersheuser hatte ich das Gefühl, mit langfristigen, echten Partnern zu sprechen. Da ich weiterhin wesentlich beteiligt bin, war es für mich entscheidend, über gemeinsame Qualitätsvorstellungen, die Bedürfnisse unserer Kunden zu sprechen und gemeinsame Pläne für die Zukunft zu entwickeln.

Mit Aventus haben wir einen Partner gefunden, der sowohl Vorsorge als strategisches Feld sieht als auch über ein großes Netz von starken regionalen und unternehmerisch denkenden Maklerhäusern verfügt, mit denen wir gemeinsam viel erreichen können.

Herr Schön, wo sehen Sie die aktuellen Herausforderungen für Unternehmen im Hinblick auf die betriebliche Vorsorge? Was kann CPP in diesem Zusammenhang bieten?

OS Die aktuelle gesellschaftliche und politische Diskussion über Demografie, Gesundheit und Rente zeigt uns deutlich, dass es hier viel Verunsicherung und daraus resultierenden Handlungsbedarf gibt. Arbeitgeber und deren Mitarbeitende brauchen Partner an ihrer Seite, die professionelle Konzepte erstellen und so die Komplexität dieser Themen auflösen.

Die verschiedensten Beratungsleistungen, die wir bei CPP anbieten können, bieten für jeden einen Mehrwert. Wir konzeptionieren mit dem Management unserer Kunden branchenangepasste und bedarfsgerechte Lösungen, unterstützen den Bereich HR /Payroll, um hier eine bAV-freie Zone zu schaffen und sorgen mit unserem Consultant-Team für passgenaue digitale Beratungen der Mitarbeitenden unserer Kunden, die keine Fragen offenlassen.

Welche Rolle wird die betriebliche Vorsorge künftig innerhalb der Aventus Gruppe spielen?

SN Betriebliche Vorsorge wird ein tief verankertes Kompetenzfeld innerhalb der Gruppe. Unser Ziel ist klar: Jeder Aventus-Makler soll seinen Mittelstandskunden Zugang zu exzellenter Vorsorgeberatung bieten können.

Damit schaffen wir ein Leistungsniveau, das am Markt deutlich differenziert und für Wettbewerber zunehmend schwer erreichbar wird.

Wie war die Reaktion in Ihrem Haus auf die Partnerschaft mit Aventus?

OS Meine Mitarbeiter sind der erweiterte Teil meiner Familie. Ich bin sehr stolz auf das, was wir in den letzten Jahren gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern erreicht haben. Deshalb war es entscheidend für mich, wer zu uns und unserer Kultur passt.

Die Eigentümer von Aventus sind ebenfalls Unternehmer wie ich und keine Konsolidierer. Bei Aventus stehen ebenfalls die Mitarbeiter und Kunden im Mittelpunkt. Hier entsteht ein besonderes Unternehmen. Das haben auch meine Mitarbeiter gespürt und freuen sich daher sehr auf die Partnerschaft.

Herr Robens, CPP bleibt unternehmerisch eigenständig und Herr Schön bleibt an Bord. Welche Vorteile bietet dieses Modell?

BHR Zunächst zeigt die Partnerschaft mit Oliver Schön und seinem Team, dass unser Konzept, mit Familienkapital einen deutschlandweit führenden Makler für den deutschen Mittelstand aufzubauen, funktioniert und Top-Unternehmer anspricht. Oliver Schön bleibt zudem nicht nur an Bord, sondern ist auch weiterhin wesentlicher Gesellschafter.

Unternehmerische Partnerschaft und Eigenständigkeit sichern Verantwortung und Qualität. Die Entscheidungen werden weiterhin von den Menschen getroffen, die den Vorsorgemarkt seit Jahren prägen. Die Entscheidung von Oliver Schön zeigt Vertrauen in uns, unsere Philosophie und unsere gemeinsame Stärke.

Zum Abschluss: Welche Anforderungen stellen sich künftig an Makler, die den Mittelstand ganzheitlich begleiten wollen?

BHR Das Umfeld für unternehmerische Kunden der Makler ist viel herausfordernder geworden. Meine Partner, die Familie Goldbeck, und ich sind selbst Unternehmer und wir kennen die Perspektive unserer Kunden gut. Unsere Kunden müssen heute schneller auf Veränderungen und Risiken reagieren und benötigen für diese komplexen Fragestellungen einen Partner, der mit Kompetenz und Langfristigkeit berät.

Wir bieten mit der Aventus Gruppe beides: tiefgreifende Lösungskompetenz und Langfristigkeit mit unserem zu 100% in Familienhand befindlichen Unternehmen. Damit haben wir die ideale Basis, um gemeinsam mit anspruchsvollen Maklerunternehmen und unternehmerischen Maklern ein besonderes Unternehmen aufzubauen, bei dem der Kunde und das Team großgeschrieben werden.

Lesen Sie auch: „Man darf die Nachfolge nicht unterschätzen“
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NÜRNBERGER Versicherung: Übernahme ist abgeschlossen http://www.asscompact.de/node/171484

Die Übernahme ist abgeschlossen: Die NÜRNBERGER Versicherung gehört nun endgültig zur Vienna Insurance Group, die nun 99,2% der Aktien hält. Das Unternehmen bleibt eigenständig am deutschen Markt und setzt seine Transformation zum Präventionsversicherer fort.

171484 18. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Jetzt ist es also soweit: Die NÜRNBERGER Versicherung ist nun endgültig ein Teil der Vienna Insurance Group (VIG), der Übernahmeprozess ist damit abgeschlossen. Das teilten beide Unternehmen am Montag, 18.05.2026, in einer Pressemitteilung mit.

„Zusammen mit der Vienna Insurance Group wird für die NÜRNBERGER noch mehr möglich. Als Teil der VIG werden wir unsere Transformation zum Präventionsversicherer spürbar beschleunigen – eine starke Positionierung, von der unsere Kundinnen und Kunden, unsere Vertriebspartner und auch unsere Mitarbeitenden profitieren werden. Wir freuen uns sehr darauf, unsere Zusammenarbeit zu starten und die ersten gemeinsamen Schritte zu setzen“, kommentiert der CEO der NÜRNBERGER Versicherung, Harald Rosenberger, den erfolgreichen Abschluss der Transaktion. Hartwig Löger, CEO und Vorstandsvorsitzender der VIG, ergänzt: „Es freut uns sehr, dass es gelungen ist, die Genehmigungen schneller als erwartet zu erhalten. Wir werden die Expertise der VIG in die strategische Ausrichtung der NÜRNBERGER einbringen und sie auch innerhalb unserer Gruppe als richtungsgebenden Anbieter von Biometrie-Produkten positionieren. Mit ihrer starken Marke bereichert die NÜRNBERGER unser breites Portfolio an Gesellschaften und unterstützt durch die verstärkte Diversifikation über den deutschen Markt unsere nachhaltige Wachstumsstrategie im Kernmarkt CEE.“

VIG hält nun 99,2 % der Aktien an der NÜRNBERGER

Im Mai des letzten Jahres hatte der Vorstand der NÜRNBERGER bekanntgegeben, ergebnisoffen zu prüfen, ob die Unabhängigkeit des Unternehmens weiterhin im Unternehmensinteresse liegt. Nach Gesprächen mit verschiedenen Interessenten trat das Unternehmen mit der VIG in Gespräche über eine strategische Zusammenarbeit ein. Auf eine Due Diligence folgte im Oktober 2025 ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot der VIG an die Aktionäre der NÜRNBERGER für bis zu 100% des Grundkapitals. Mit dem Vollzug des Erwerbsangebots hält die VIG nun zusammengerechnet 99,2 % des Grundkapitals und der Stimmrechte an der NÜRNBERGER Beteiligungs-AG.

NÜRNBERGER bleibt weiter eigenständig auf dem deutschen Markt

Entsprechend der Mehrmarkenstrategie und unter dem Prinzip des lokalen Unternehmertums der Gruppe wird die NÜRNBERGER auch weiterhin als eigenständiges Unternehmen mit ihrer traditionsreichen Marke und Identität als Präventionsversicherer vom Standort Nürnberg aus auf dem deutschen Markt operieren, heißt es in der Pressemitteilung. Dazu wird sie ihr im Jahr 2024 eingeleitetes Transformationsprogramm fortführen. Zur Beschleunigung der Transformation hatte die VIG im Rahmen der Zusammenschlussvereinbarung mit der NÜRNBERGER unter anderem ihre Unterstützung bei der Modernisierung der Fach- und IT-Systeme der NÜRNBERGER zugesagt.

Die VIG wiederum ist selbst mit mehr als 50 Gesellschaften in 30 Ländern und rund 33 Millionen Kunden vor allem in Zentral- und Osteuropa aktiv. (as)

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Immobilienverträge sollen digitaler werden http://www.asscompact.de/node/171483

Die Kommunikation rund um die Beurkundung von Immobilienverträgen soll künftig schneller, einfach und digitaler ablaufen. Hierzu hat der Bundestag vor Kurzem einen entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung beschlossen.

171483 18. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Die Bundesregierung will die Digitalisierung bei Verträgen im Immobilienbereich weiter vorantreiben. Hierfür wurde im November 2025 ein Gesetz zur Digitalisierung des Vollzugs von Immobilienverträgen auf den Weg gebracht. Es umfasst auch gerichtliche Genehmigungen von notariellen Rechtsgeschäften und steuerliche Anzeigen der Notare. Laut Angabe der Regierung werden hierzulande jährlich über eine Millionen Kaufverträge über Grundstücke sowie andere Arten von Grundstücksübertragungen beurkundet. Für den Vollzug eines solch notariell beurkundeten Immobilienvertrags braucht es einen Austausch von Informationen zwischen Notaren, Gerichten und verschiedenen Verwaltungsstellen. Dies soll in Zukunft digitaler und effizienter erfolgen.

Im Bundestag wurde vor Kurzem der Gesetzentwurf der Regierung beschlossen. Er sieht eine umfassende digitale Kommunikation von Notariaten, Behörden und Gerichten in diesen Bereichen auf Grundlage eines gemeinsamen Dateistandards vor. Damit sollen Medienbrüche verhindert und der Vollzug von Immobilientransaktionen beschleunigt und vereinfacht werden. Darüber hinaus soll der Gesetzentwurf auch den Zeit- und Sachaufwand sowie die Bürokratiekosten verringern. Bürger, Wirtschaft und Verwaltung sollen unmittelbar von einem beschleunigten Vollzug von Immobilienverträgen und der zügigeren Eigentumsumschreibungen im Grundbuch profitieren, wie es in einem Schreiben der Bundesregierung dazu heißt.

Der ursprüngliche Gesetzentwurf der Regierung wurde im parlamentarischen Verfahren mit Änderungen insbesondere mit Blick auf den elektronischen Austausch zwischen Notaren und der Verwaltung vorgenommen. (tik)

Weitere News rund um Baufinanzierung finden Sie in der Rubrik „Immobilien“.
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Libby Benet leitet neue Geschäftseinheit bei AXA XL http://www.asscompact.de/node/171482

AXA XL schafft eine neue Geschäftseinheit zur Skalierung von Präventionsservices. Leiten wird diese Libby Benet, derzeit Global Chief Underwriting Officer des Unternehmens. Die Unit ist die fünfte Business Unit von AXA XL.

171482 18. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

AXA XL hat eine neue, speziell auf Prävention ausgerichtete Business Unit gegründet. Die neue Einheit steht unter der Leitung von Libby Benet, derzeit Global Chief Underwriting Officer des Unternehmens. Ziel ist, die Entwicklung und Reichweite der Risk-Consulting-Kompetenzen und Präventionsservices von AXA XL zu beschleunigen, wie das Unternehmen mitteilt.

Die neue Geschäftseinheit soll fortschrittliche Daten, Analysen und Technologien mit dem Risikoengineering und der Beratungskompetenz von AXA XL verbinden, um innovative Lösungen bereitzustellen, die Unternehmen dabei unterstützen, die aktuell drängendsten Risiken zu adressieren – darunter Klimarisiken, Lieferkettenstörungen, Cyberbedrohungen und operative Resilienz, wie es heißt. Die neue Einheit wird zur fünften Business Unit von AXA XL – neben Americas, APAC & Europe, UK & Lloyd’s und Reinsurance.

„Prävention muss ein zentraler Bestandteil unserer Kundenbetreuung sein. Deshalb machen wir entsprechende Services zu einem Kernbestandteil unseres Angebots. Die Einführung dieser Business Unit ist ein wichtiger Schritt. Durch den Ausbau unserer Servicekompetenzen stärken wir den Support für unsere Kunden und richten AXA XL zukunftsorientiert aus“, so Scott Gunter, CEO von AXA XL.

Benet startete im Jahr 2020 als Chief Underwriting Officer für Cyber bei AXA XL. 2022 wurde sie dann Global Chief Underwriting Officer. Vor ihrer Zeit bei AXA XL führte sie ihre eigene Beratungsgesellschaft und hatte Führungspositionen bei Beazley, General Insurance und Zurich inne. (lg)

News über weitere personelle Veränderungen lesen Sie in der Rubrik „Personen“.

Bild: © AXA XL

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Allianz startet so stark ins Jahr wie noch nie http://www.asscompact.de/node/171476

Die Allianz ist so gut ins neue Jahr gestartet wie noch nie zuvor: Für das erste Quartal 2026 haben die Münchener ein operatives Rekordergebnis vorgelegt. Grund dafür ist insbesondere die starke Entwicklung im Schaden- und Unfallgeschäft sowie im Asset Management.

171476 18. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Traumstart für den Branchenprimus: Die Allianz kann an die guten Ergebnisse aus 2025 anknüpfen und mit einem operativen Rekordergebnis ins neue Jahr starten. Vergangene Woche hat der Münchener Versicherer seine Zahlen aus dem ersten Quartal 2026 vorgelegt und kann erneut mit starken Zahlen aufwarten: Das operative Ergebnis steigt um 6,6% und erreicht mit 4,5 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert. Das gesamte Geschäftsvolumen beläuft sich auf 53,0 Mrd. Euro, was einem internen Wachstum von 3,5% entspricht. Dies sei insbesondere auf eine starke Entwicklung in der Schaden- und Unfallversicherung sowie im Asset Management zurückzuführen.

Operativer Rekord auch im Schaden- und Unfallgeschäft

In der Schaden- und Unfallversicherung konnte der Versicherer ein Geschäftsvolumen von 28,3 Mrd. Euro erreichen. Vor allem im Privatkundengeschäft konnte ein anhaltend starkes internes Wachstum erreicht werden. Auch in diesem Bereich konnte die Allianz noch nie einen so erfolgreichen Jahresauftakt hinlegen: Das operative Ergebnis von 2,4 Mrd. Euro liegt ebenfalls auf Rekordniveau.

In der Lebens- und Krankenversicherung verharrte das Neugeschäft auf einem konstant guten Niveau von 1,3 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis blieb in einem volatilen Geschäftsfeld mit 1,4 Mrd. Euro resilient, so der Versicherer.

Im Asset Management stiegen die operativen Erträge auf 2,2 Mrd. Euro, ein internes Wachstum von 12,7%. Dies war auf die höheren Erträge aus dem verwalteten Vermögen zurückzuführen, die währungsbereinigt um 11,1% zunahmen. Das operative Ergebnis stieg um 5,8% auf 857 Mio. Euro.

Allianz sieht sich auf Kurs für Gesamtjahresziel

Der Vorstandsvorsitzende der Allianz SE, Oliver Bäte, sieht das positive Ergebnis als Beweis für das „starke Fundament und die Wirksamkeit (der) kundenzentrierten Strategie“ des Versicherers. Mit dem starken Ergebnis ist die Allianz auf Kurs, das Gesamtjahresziel eines operativen Ergebnisses von 17,4 Mrd. Euro, plus oder minus 1 Mrd. Euro, zu erreichen. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Allianz ebenfalls ein operatives Rekordergebnis von 17,4 Mrd. Euro, ein Anstieg von 8,4% gegenüber dem Vorjahr. (js)

Lesen Sie auch: Allianz, R+V & Co.: Die wichtigsten Bilanzkennzahlen 2025
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Vorsorge Forum 2026: Orientierung im Vorsorge-Dschungel http://www.asscompact.de/node/171473

Die Anforderungen an die Vorsorgeberatung steigen – nicht zuletzt durch Reformen, Regulierung und demografische Veränderungen. Das Vorsorge Forum 2026 in Köln zeigt, welche Entwicklungen Maklerinnen und Makler jetzt kennen müssen und wie sie diese in der Praxis für sich nutzen können.

171473 18. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Das Thema Vorsorge bleibt nach wie vor von zentraler Bedeutung in der Beratung – nicht zuletzt angesichts der kürzlich verabschiedeten Reform der privaten geförderten Altersvorsorge. Doch auch der fortschreitende demografische Wandel, neue Anforderungen in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) und steigende Transparenzpflichten verändern die Beratungspraxis im Maklerhaus.

Das AssCompact Wissen Event „Vorsorge Forum 2026“ bietet die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und konkrete Impulse für den Beratungsalltag mitzunehmen.

Bereits in wenigen Wochen ist es soweit: Das diesjährige Vorsorge Forum findet am 11.06.2026 im smartvillage in Köln statt. Seit vergangenem Jahr stellt das Event nicht mehr nur die betriebliche, sondern auch die private Vorsorge in den Fokus und bringt Produktentwicklungen mit aktuellen Themen zusammen, um Maklerinnen und Maklern einen echten Mehrwert zu bieten.

Ihr Tag auf dem Vorsorge Forum 2026

Der Tag beginnt ab 08:30 Uhr mit einem Check-in und Frühstück, gefolgt von einer kurzen Begrüßung und Eröffnungsansprache. Dieses Jahr können Makler noch tiefer in die Themen einsteigen – mit insgesamt gleich vier Keynote-Vorträgen zu aktuellen Fragestellungen in der Vorsorgeberatung. Zuerst spricht die bAV-Expertin Dr. Henriette Meissner. Sie wird den neuen Beratungsbedarf in der bAV thematisieren und aufzeigen, wie Haftungsfallen für Arbeitgeber vermieden werden können. Als zweiter Keynote Speaker wird Georg Pamboukis, geschäftsführender Gesellschafter des GPI-Service-Center, auf der Bühne stehen und erklären, wie ein modernes betriebliches Vorsorgekonzept im Jahr 2026 aussehen kann.

Einblicke in die aktuellen politischen und rechtlichen Entwicklungen der Altersversorgung gibt Keynote Speakerin Dr. Claudia Veh, Partnerin Actuarial and Insurance Services bei Deloitte Deutschland. Last but not least wird am Nachmittag Rechtsanwalt Christian Guse in einem praxisnahen Vortrag erklären, wo rechtliche Rahmenbedingungen zu echten Wettbewerbsvorteilen bei der Gewinnung von Fachkräften führen können.

Austausch, netzwerken, mit Produktgebern sprechen

Zusätzlich können sich teilnehmende Makler und Maklerinnen in speziell zugeschnittenen Fachvorträgen über die Themen informieren, die sie persönlich interessieren. An den Ständen der Produktgeber können Teilnehmerinnen und Teilnehmer Informationen über Produktneuheiten sammeln, um ihren Kundinnen und Kunden passende Lösungen für ihre Herausforderungen beim Thema Vorsorge zu bieten.

Ein großer Vorteil von Veranstaltungen vor Ort: Sie bieten die ideale Gelegenheit, sich mit Branchenkolleginnen und -kollegen auszutauschen, neue Geschäftskontakte zu knüpfen und bestehende Verbindungen zu vertiefen. Für das leibliche Wohl aller Teilnehmenden ist selbstverständlich reichlich gesorgt.

In diesem Jahr findet das Vorsorge Forum im smartvillage in Köln-Mülheim statt. Als moderner Tagungsort im mittel- und südamerikanischen Flair bietet die Location den perfekten Hintergrund, um erfolgreich durch den Vorsorge-Dschungel zu navigieren.

Teilnahme lohnt sich

Das Vorsorge Forum 2026 richtet sich an alle Maklerinnen und Makler, unabhängig davon, ob sie neu im Geschäft sind oder bereits über langjährige Erfahrung verfügen, die ihr Portfolio im Bereich der privaten und betrieblichen Vorsorge erweitern und ihr Wissen über die neuesten Trends und Entwicklungen auf den neuesten Stand bringen möchten.

Weitere Informationen zum Programmablauf und zur Anmeldung gibt es auf der Website des Vorsorge Forum 2026.

Weiterbildungszeit sammeln

Durch den Besuch der Veranstaltung können Vermittlerinnen und Vermittler bis zu 4,5 Stunden Weiterbildungszeit sammeln. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die Weiterbildungszeit an die Initiative „gut beraten“ zu übermitteln.

Aussteller

Allianz Global Investors | Allianz Lebensversicherungs-AG | ALH Gruppe Alte Leipziger – Hallesche | Canada Life Assurance Europe plc | Fondsnet GmbH | INTER Versicherungsgruppe | NÜRNBERGER Versicherung | Stuttgarter Lebensversicherung a.G. | Württembergische Versicherung | WWK Versicherungen (Stand: 18.05.2026)

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Makler:innen werden zur Brückentechnologie http://www.asscompact.de/node/171472

Der aktuelle Kurs der Digitalisierung im Makler:innenmarkt lagert immer mehr Daten und Prozesse in Plattformen aus. Damit einher geht auch ein Verlust der unternehmerischen Freiheit, und eine Frage stellt sich: Wer hat eigentlich das Ruder in der Hand? Ein Kommentar.

171472 18. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Ein Artikel von Christopher Kluwe, Geschäftsführer der aruna GmbH

Am Anfang war die Papierakte. Sie war unhandlich, teilweise unleserlich und ohne (Daten-)Sicherung. Es folgten erste Verwaltungsprogramme, die die Prozesse im eigenen Bestand beschleunigten, aber auch von dem/der Unternehmer:in mehr verlangten. Aktualisierungen der Software, Datensicherungen und den Betrieb von Hardware galt es nun sicherzustellen.

Daten

Die zunehmende Verbreitung des Internets erlaubte dann den nächsten technischen Sprung: webbasierte Verwaltungsprogramme. Diese reduzieren alle IT-Aufwendungen auf das Bereitstellen eines Browsers. In einem ersten Schritt wurden so die Themen Datenhaltung und -sicherung als Dienstleistung mit ausgelagert – eine enorme Erleichterung, wenn auch mit dem Wermutstropfen, den eigenen Datenbestand nicht mehr „unter dem Schreibtisch“ zu haben.

Prozesse

In der nächsten Stufe wird das Verwaltungsprogramm zur Plattform weiterentwickelt – Pools, Verbünde und große Systemhäuser verzahnen externe Programme in die eigene Systemwelt. Alle integrierten Systeme sind einfach nutzbar – nicht angebundene Tools hingegen lassen sich nur umständlich mit den eigenen Daten befüllen. Im Zweifel wird so einer Software der Vorzug gegeben, die nicht gut, sondern nur gut genug ist. Verlässt sich Makler:in auf eine Plattform, geschieht dies zum Preis, nicht mehr alle Prozesse selbst ausgestalten und nicht mehr jede Software frei wählen zu können.

Zeitgleich erhöhen sich die Wechselkosten: Neben der Übertragung des Datenbestandes (der seit jeher aufgrund unterschiedlicher Datenfelder und -formate mit einem Verlust an Datentiefe einhergeht) müssen jetzt auch zahlreiche Prozesse umgestellt werden, denn ein Wechsel der Plattform entspricht einem gleichzeitigen Wechsel vieler eingesetzter Softwaresysteme.

Wissen

Die aktuelle Plattformlandschaft wird aktuell mit künstlicher Intelligenz (KI) angereichert. Technisch ein naheliegender Gedanke, liegen doch Daten und das Wissen um deren Nutzung sowieso seitens der Plattformen vor. Wer dabei allerdings KI nur als neues technisches Werkzeug sieht, verfehlt zwei elementare Unterschiede zu bisherigen Systemen:

1. KI ist kein Werkzeug

Ein Werkzeug (oder auch eine Software) hat einen klar abgegrenzten Handlungsrahmen. Einen Hammer schert es wenig, ob ich mit ihm einen Nagel oder eine Schraube in die Wand schlage oder ein Sparschwein zerstöre. Eine Software kann nur Daten auf eine programmierte Art und Weise verarbeiten. KI hingegen führt nicht nur meine Anweisungen aus. Eine formulierte Aufgabe wird entlang der Dienstleistungskette eingebettet in mehrere Regelkorsette – jedes davon kann die ursprüngliche Aufgabe erweitern, ändern oder auch ganz umkehren.

2. KI lernt mit – immer

Werkzeuge (und Software) können einfach nur benutzt werden – an ihrer Funktion ändert sich nichts. KI-Systeme hingegen lernen immer mit. Aus jeder Interaktion lernt ein KI-System, wie Aufgaben angegangen werden. Über die Zeit muss es so immer weniger begleitet werden und kann immer mehr selbstständig agieren.

Beide Punkte stellen grundlegende Fragen an die Unabhängigkeit von KI-nutzenden Unternehmen. Ausgehend von der Beobachtung, dass die wenigen großen Betreiber:innen von KI-Systemen noch kein wirtschaftliches Geschäftsmodell für die Technologie gefunden haben, stellt sich die Frage, wie viel die Nutzung von KI letzten Endes kosten wird. Zwei Lösungen sind naheliegend: eine (höhere) Beteiligung der Makler:innen an den Nutzungsgebühren oder eine Änderung des Regelkorsetts auf die Bevorzugung ertragreicherer Produktgeber und Partner:innen.

Die Lernfähigkeit von KI-Systemen scheint zunächst Segen und effektives Mittel gegen Fachkräftemangel zu sein. Doch auch in diesem Punkt stellen sich bei genauerer Betrachtung einige Fragen: Ist es nicht auch Teil des Unternehmertums, Verantwortung für seine Angestellten zu übernehmen? Ebenso wird mit eigenen Angestellten Wissen im Unternehmen aufgebaut – Wissen über Kund:innen, Produkte und Prozesse. Werden diese nun durch KI-Systeme ersetzt, wird auch unternehmenskritisches Wissen in Fremdsystemen gespeichert und trainiert diese. Was bedeutet dies für die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Betriebs? Nach der Auslagerung von Daten, Prozessen und nun Wissen stellt sich die Frage, wie „unabhängig“ und wie sehr ein:e Makler:in überhaupt noch Unternehmer:in ist. Und wie sehr unterscheidet sie sich von anderen Nutzer:innen der gleichen Plattform.

Dystopie

Weitere „Vorteile“ von KI-unterstützten Systemen sind schon absehbar. Immer mehr organisatorische Aufgaben werden übernommen. Die KI ermittelt im Bestand, welche:r Kund:in wann auf welches Thema angesprochen werden sollte, um am ehesten einen erfolgreichen Abschluss zu generieren.

Aber wer sitzt eigentlich gestalterisch am Steuer, wenn Mensch täglich nur noch eine To-do-Liste aus einem solchen System abarbeitet? Mit jeder abgearbeiteten Aufgabe wird die KI weiter trainiert – bis zu dem Punkt, an dem es keinen Menschen mehr braucht, um Kund:innen zu betreuen und zu beraten. Schon mit den heutigen Plattformen werden diese daran gewöhnt, einzelne Prozesse selbst anzustoßen oder zu bearbeiten. Die Großeltern der heutigen KI-Systeme bringen in den sozialen Medien tagtäglich Menschen dazu, gegen ihre Interessen Dinge zu glauben, zu sagen und zu tun. Wer meint, es brauche in der Beratung immer noch den Menschen, verkennt meiner Meinung nach, um wie viel mächtiger KI-Systeme sind, die auf die Beeinflussung von Menschen trainiert wurden.

Denkt man die Auslagerung von immer mehr Unternehmensbereichen und -funktionen an große KI-Systeme zu Ende, werden die Makler:innen zur Brückentechnologie. Dem entgegenwirken kann, wer nach mehr als nur Effizienz und Einfachheit strebt und unternehmerisch langfristig denkt.

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Digitale Sichtbarkeit: Relevanz von Zielgruppenverständnis http://www.asscompact.de/node/171470

Die meisten Makler haben eine ansprechende Website und haben auch schon über Suchmaschinenoptimierung nachgedacht. Trotzdem bleibt der gewünschte Effekt oft aus: Die Website wird kaum gefunden, qualifizierte Anfragen über Google bleiben selten. Woran es haken könnte, erklärt Katharina Vogt.

171470 18. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Das Problem mangelnder Sichtbarkeit einer Website liegt selten im Design oder in fehlenden technischen Maßnahmen. Viel häufiger fehlt die strategische Grundlage: ein klares Verständnis der eigenen Zielgruppe und ihrer konkreten Suchbedürfnisse. Und genau hier entsteht in der Praxis eine der größten Fehleinschätzungen im digitalen Marketing von Versicherungsmaklern: die Annahme, dass Sichtbarkeit automatisch entsteht, sobald eine Website „gut gemacht“ ist.

Ohne Zielgruppenverständnis bleibt eine Website wirkungslos

Viele Websites von Maklern sind aus Unternehmenssicht aufgebaut. Sie beschreiben Leistungen, zeigen Zertifikate und stellen das Team vor. Für bestehende Kunden kann das sinnvoll sein. Für potenzielle Neukunden reicht das jedoch nicht. Denn die suchen nicht nach einem Versicherungsmakler – sie suchen nach einer Lösung für ein konkretes Problem.

Typische Suchanfragen sind zum Beispiel:

  • „Betriebshaftpflicht für GmbHs im Vergleich“
  • „Rechtsschutzversicherung für kleine Unternehmen sinnvoll?“
  • „Betriebliche Altersvorsorge für Mitarbeiter“
  • „Welche Versicherungen benötige ich als Arbeitgeber?“

Wer mit seiner Website genau auf diese Fragen antwortet, wird sichtbar. Wer stattdessen allgemeine Leistungsversprechen kommuniziert, bleibt austauschbar und damit unsichtbar. Eine Website ohne Zielgruppenverständnis ist deshalb kein Vertriebsinstrument, sondern lediglich eine digitale Visitenkarte.

Zielgruppenverständnis als Wettbewerbsvorteil

Um relevante Inhalte zu identifizieren, denken viele Unternehmer und Makler, sie bräuchten aufwendige Tools oder immer externe Beratung. In der Realität liegt das Wissen oft bereits im eigenen Büro und in der Kundendatei. Die wertvollsten Inhalte entstehen aus echten Kundengesprächen:

  • Welche Fragen werden im Erstgespräch immer gestellt?
  • Welche Einwände tauchen regelmäßig auf?
  • Welche Schadenfälle bleiben besonders im Gedächtnis?

Diese Themen sind kein Zufall, sondern sie spiegeln exakt das wider, wonach Menschen auch bei Google suchen.

Ein Geschäftsführer, der nach „D&O Versicherung Kosten“ sucht, hat eine völlig andere Erwartung als eine Familie bei „Hausratsversicherung Vergleich“. Wer diese Unterschiede nicht berücksichtigt, verliert Sichtbarkeit – unabhängig von Budget oder Websitequalität.

Die richtigen Themen entstehen nicht im Marketing, sondern im Alltag

Natürlich gibt es zahlreiche SEO-Tools wie die Google Search Console, Keyword Planner oder Sistrix. Sie zeigen, wonach gesucht wird und wo Potenziale liegen. Doch ein häufiger Fehler ist die falsche Erwartung: Tools ersetzen keine strategische Entscheidung. Sie beantworten nicht die zentrale Frage: Für welche Zielgruppe möchte ich überhaupt sichtbar sein? Ohne diese Entscheidung führen selbst die besten Daten lediglich zu mehr Content, aber nicht zu mehr Relevanz.

Um herauszufinden, wonach potenzielle Kunden tatsächlich suchen, stehen heute zahlreiche SEO-Tools zur Verfügung. Diese Daten liefern wertvolle Hinweise darauf, welche Themen für eine Website wirklich relevant sind. Häufig zeigt sich dabei, dass die wichtigsten Suchanfragen der Zielgruppe auf der eigenen Website bisher gar nicht vorkommen.

Social Media ist Unterstützung, aber kein Fundament

Viele Makler setzen heute stark auf Social Media. Plattformen wie LinkedIn, „X“ oder Instagram können sinnvoll sein, um Reichweite aufzubauen und Vertrauen zu stärken. Für die gezielte Neukundengewinnung ersetzen sie jedoch keine suchoptimierte Website. Der Unterschied liegt im Nutzerverhalten:

  • Social Media: Inhalte werden „gesehen“
  • Suchmaschinen: Lösungen werden aktiv „gesucht“

Wer nur auf Social Media setzt, verzichtet auf genau die Sichtbarkeit, die im entscheidenden Moment entsteht: wenn ein konkreter Bedarf vorhanden ist.

Fazit: Sichtbarkeit entsteht durch Klarheit

Für Versicherungsmakler bedeutet das: Erfolgreiches Online-Marketing beginnt nicht mit SEO-Maßnahmen oder Content-Produktion, sondern mit einer strategischen Entscheidung.

Dazu gehört vor allem:

  • eine klar definierte Zielgruppe
  • ein Verständnis der Suchintention dieser Zielgruppe
  • Inhalte, die konkrete Fragen beantworten
  • eine Website-Struktur, die diese Themen sichtbar macht

Wer seine Zielgruppe klar definiert und deren Fragen beantwortet, wird sichtbar. Wer dagegen versucht, „für alle“ relevant zu sein, bleibt für die meisten unsichtbar. Digitale Sichtbarkeit ist damit keine Frage des Budgets, sondern der Klarheit. Und genau diese Klarheit entscheidet darüber, ob eine Website Anfragen generiert – oder nur existiert.

Über die Autorin

Katharina Vogt ist Geschäftsführerin der Vogt digital GmbH und Expertin für suchmaschinenbasiertes Marketing. Gemeinsam mit ihrem Team unterstützt sie Unternehmen dabei, ihre digitale Sichtbarkeit strategisch aufzubauen und messbar zu steigern.

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Wochenend- statt Einfamilienhaus: Arglist des Verkäufers? http://www.asscompact.de/node/171341

Ein als Einfamilienhaus verkauftes Objekt entpuppt sich als Wochenendhaus in einem Gebiet ohne zulässige dauerhafte Wohnnutzung. Der BGH hatte sich damit zu beschäftigen, wann falsche Angaben als arglistig gelten und welcher wirtschaftliche Schaden der Käuferin dadurch entstanden ist.

171341 18. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Können falsche Angaben beim Verkauf eines Hauses zu Schadenersatz verpflichten und wann sind sie als arglistig einzustufen? Genau darum ging es in einem aktuellen Fall vor dem Bundesgerichtshof (BGH), der sich mit den Folgen eines – überteuerten – Immobilienkaufs befasste.

Streit um Hausbeschreibung und Nutzungsmöglichkeiten

Dem Verfahren lag der Verkauf eines Häuschens von knapp 50 Quadratmeter nebst Anbau und Grundstück zugrunde. Die Verkäufer hatten das Objekt 2019 für 150.000 Euro erworben. Beim Verkauf wurde es im Maklerexposé als freistehendes Einfamilienhaus beworben. Die Käuferin erwarb das Grundstück für 325.000 Euro unter Ausschluss der Haftung für Sachmängel. Die Verkäufer hatten dort unbeanstandet gewohnt, tatsächlich war eine dauerhafte Wohnnutzung baurechtlich nicht zulässig, da das Grundstück in einem Gebiet lag, das ausschließlich der Erholung dient. Nach dem Erwerb machte die Käuferin Schadenersatz von über 160.000 Euro geltend und warf den Verkäufern vor, diesen Umstand arglistig verschwiegen zu haben.

Das zunächst mit dem Fall beschäftigte Landgericht hat die Verkäufer zur Teilzahlung von 72.000 Euro nebst Zinsen und anteiliger vorgerichtlicher Rechtsanwaltskosten verurteilt und die Klage im Übrigen abgewiesen. Das Kammergericht hat dann die beiderseitigen Berufungen durch Beschluss zurückgewiesen. Dagegen wendeten sich beide Parteien an den BGH. Dieser hob die Entscheidung teilweise auf und verwies die Sache zurück. Während das Gericht die Annahme eines Sachmangels bestätigte, sah er erhebliche Rechtsfehler bei der Beurteilung der Arglist sowie bei der Behandlung der deliktischen Ansprüche.

Zunächst stellte der BGH klar, dass ein Sachmangel vorliegt, wenn ein Objekt entgegen der öffentlichen Beschreibung nicht wie ein gewöhnliches Wohnhaus dauerhaft genutzt werden darf. Angaben in einem Exposé seien Bestandteil der geschuldeten Beschaffenheit und für die Kaufentscheidung maßgeblich. Ebenso bestätigte der BGH, dass sich Verkäufer bei einem umfassenden Haftungsausschluss nur dann nicht entlasten können, wenn ihnen Arglist nachgewiesen wird.

Anforderungen an Arglist bei verschwiegenen Mängeln

Entscheidend beanstandete der BGH jedoch die Annahme des Kammergerichts zur subjektiven Seite der Arglist. Allein der Umstand, dass bestimmte Bauunterlagen Hinweise auf eine Wochenendnutzung enthielten, reiche nicht aus, um zu unterstellen, dass die Verkäufer die Unzulässigkeit der dauerhaften Wohnnutzung kannten oder zumindest billigend in Kauf nahmen. Das Kammergericht habe sich nicht ausreichend mit dem Vortrag der Beklagten befasst, wonach diese das Objekt selbst über Jahre hinweg als Wohnsitz genutzt hätten. Damit fehle es an tragfähigen Feststellungen zur inneren Tatseite.

Maßgeblicher Schaden bei überhöhtem Kaufpreis im Deliktsrecht

Besondere Bedeutung hat die Entscheidung für die Berechnung des Schadenersatzes im Deliktsrecht. Der BGH stellt klar, dass sich der sogenannte Differenzschaden nicht danach richtet, ob der Verkäufer zu einem niedrigeren Preis verkauft hätte. Maßgeblich ist vielmehr, welchen wirtschaftlichen Nachteil die Käuferin dadurch erleidet, dass sie im Vertrauen auf falsche Angaben einen überhöhten Kaufpreis gezahlt hat. Entscheidend ist der Vergleich zwischen der tatsächlichen Vermögenslage und der hypothetischen Situation bei wahrheitsgemäßer Aufklärung. Der Schaden besteht damit in dem Betrag, um den das Grundstück objektiv zu teuer erworben wurde.

Im konkreten Fall bedeutet dies, dass es nicht darauf ankommt, ob andere Interessenten bereit gewesen wären, den Kaufpreis ebenfalls zu zahlen. Diese Überlegung ist für die deliktische Schadenberechnung ohne Bedeutung. Das Gericht betont vielmehr, dass allein die wirtschaftliche Überteuerung im Zeitpunkt des Vertragsschlusses maßgeblich ist. Damit widersprach der BGH der Argumentation des Kammergerichts, das auf angeblich zahlreiche Kaufinteressenten verwiesen hatte.

Die Sache wurde zur erneuten Verhandlung an das Kammergericht zurückverwiesen. Dieses muss nun insbesondere die Frage der subjektiven Arglist erneut aufklären und auf dieser Grundlage auch über die deliktischen Ansprüche entscheiden. (bh)

 

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Wohneigentum als Sparmotiv behauptet sich http://www.asscompact.de/node/171469

Der Verband der Privaten Bausparkassen hat die Menschen hierzulande erneut zu ihren Sparmotiven befragt. Laut Frühjahrsumfrage liegt die Altersvorsorge weiterhin mit klarem Abstand vorne vor dem Sparen für Konsumzwecke. Das Sparziel Wohneigentum folgt auf Rang 3.

171469 18. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Im Rahmen der Frühjahrsumfrage 2026 zu den Sparmotiven der Bundesbürger hat das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen über 2.000 Personen ab 14 Jahren befragt. Wie die Ergebnisse zeigen, bleibt die Altersvorsorge in der Liste der Sparmotive nach wie vor auf dem 1 Platz mit 59% der Nennungen. Es folgt das Sparen für Konsumzwecke mit 43%. Auf Platz 3 rangiert das Sparziel Wohneigentum mit 43% Nennungen. Die Kapitalanlage wird von 35% als Sparmotiv angegeben. Deutlich seltener werden der Notgroschen mit 3% und die Ausbildung der Kinder mit 2% als Gründe fürs Sparen genannt. Mehrfachnennungen waren möglich.

„Die Menschen in Deutschland haben ein sehr klares Gespür dafür, dass sie zusätzlich vorsorgen müssen. Die Altersvorsorge bleibt deshalb das mit Abstand wichtigste Sparmotiv. Zugleich zeigt die Umfrage: Wohneigentum bleibt für viele ein relevantes Ziel, auch wenn die Hürden beim Erwerb weiter hoch sind“, erklärt Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen.

„Wohneigentum ist für viele Menschen nicht nur ein Wohnwunsch, sondern ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge“, so König weiter. Wenn Eigenkapitalhürden, Erwerbsnebenkosten sowie hohe Bau- und Finanzierungskosten den Zugang erschweren, werde aus einem breiten gesellschaftlichen Wunsch für viele ein kaum erreichbares Ziel. Deshalb müsse die Reform der privaten Altersvorsorge die Wohneigentumsbildung konsequent mitdenken.“ (tik)

Weitere Meldungen rund um den Immobilienmarkt und neue Services finden Sie in der Rubrik „Immobilien“.
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immowelt und onOffice starten strategische Partnerschaft http://www.asscompact.de/node/171468

Im Rahmen einer strategischen Kooperation verzahnt immowelt seine Services mit der Softwarewelt von onOffice. Ziel der Zusammenarbeit ist, Immobilienmaklern die Dienste von immowelt direkt in der onOffice- Arbeitsumgebung bereit zu stellen und den Vermarktungserfolg zu steigern.

171468 18. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Das Immobilienportal immowelt und der Softwareanbieter für die Immobilienvermarktung onOffice haben eine strategische Kooperation vereinbart. Die Partnerschaft soll es Immobilienprofis ermöglichen, künftig von einer optimalen Verzahnun zu profitieren und die Services von immowelt direkt in ihrer gewohnten onOffice-Arbeitsumgebung nutzen zu können. Kunden von onOffice können in Zukunft verkaufswillige Immobilieneigentümer (Verkäufer-Leads) von immowelt als Marketplace Dienst direkt über onOffice beziehen. Die vermittelten Kontakte lassen sich unkompliziert in die Adressverwaltung von onOffice enterprise importieren. Zudem werden immowelt Dienste wie die Erstellung von Gutachten zur Restnutzungsdauer von Nutzungsdauer.com oder Finanzierungslösungen von Baudarlehen24 direkt über den onOffice Marketplace verfügbar sein. DArüber hinaus erhalten onOffice-Kunden die Möglichkeit, ihre Objekte für einen gewählten Zeitraum exklusiv bei immowelt zu veröffentlichen.

„Mit immowelt haben wir einen Partner an der Seite, der die Bedürfnisse der Makler aus mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung kennt. Durch die Verzahnung der Softwarewelt von onOffice mit den Services von immowelt entsteht für unsere Kunden eine Produktkombination, die perfekt ineinandergreift. Für Immobilienprofis bedeutet das kürzere Wege, effizientere Prozesse und mehr Reichweite“, erklärt Stefan Mantl, CEO von onOffice.

„Mit immowelt haben wir einen Partner an der Seite, der die Bedürfnisse der Makler aus mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung kennt. Durch die Verzahnung der Softwarewelt von onOffice mit den Services von immowelt entsteht für unsere Kunden eine Produktkombination, die perfekt ineinandergreift. Für Immobilienprofis bedeutet das kürzere Wege, effizientere Prozesse und mehr Reichweite“, sagt Theo Mseka, CEO von immowelt. (tik)

Weitere Meldungen rund um den Immobilienmarkt und neue Services finden Sie in der Rubrik „Immobilien“.
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Kfz-Versicherung: Makler kritisieren Preisnachlässe für Neukunden http://www.asscompact.de/node/171460

In der Kfz-Versicherung profitieren Neukunden häufig von Rabatten, während Bestandskunden vielerorts tiefer in die Tasche greifen müssen. Verbraucherschützer und auch die Bafin stehen dieser Praxis kritisch gegenüber. Doch was halten Versicherungsmakler davon?

171460 17. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Kfz-Versicherer locken Neukunden häufig mit deutlich günstigeren Einstiegstarifen. Bestandskunden hingegen zahlen im Vergleich dazu oft spürbar mehr. Wer seinem Versicherer also über Jahre hinweg treu bleibt, wird preislich nicht selten schlechter gestellt. Die Differenz kann nach Marktbeobachtungen bei 5 bis 20% liegen, vereinzelt werden sogar bis zu 30% genannt. Und dass ihre Kfz-Versicherungsverträge teurer werden, haben Bestandskunden in den vergangenen Jahren deutlich zu spüren bekommen.

Vor dem Hintergrund einer ohnehin hohen Wechselbereitschaft in der Kfz-Versicherung hat diese Praxis spürbare Folgen. Bestandskunden werden schnell zu Neukunden bei einem anderen Anbieter. Aus Sicht der Versicherungsmakler handelt es sich dabei häufig um reine Umdeckungen, die jährlich wiederkehren und den Markt zusätzlich in Bewegung halten.

Makler-Kritik: Marktverzerrung und Mehrbelastung im Vertrieb

Wie Makler diese Entwicklung bewerten, zeigt die AssCompact AWARD-Studie „Kfz- & Flottenversicherung 2026“ deutlich: Die überwiegende Mehrheit steht den Neukundenrabatten kritisch bis ablehnend gegenüber. Immer wieder fällt in den Aussagen der Befragten auf, dass die Preisgestaltung als unfair und kaum nachvollziehbar empfunden wird.

Viele Makler kritisieren grundsätzlich, dass treue und oft schadenfreie Bestandskunden schlechter gestellt werden als Neukunden. Diese Praxis sei „nicht richtig“. Einige Befragte sprechen von einer „Unart des Marktes“, die dazu führe, dass besonders preisaffine Versicherungsnehmer nahezu jährlich den Anbieter wechseln. Das sei weder für Versicherer noch für Vermittler wirtschaftlich sinnvoll. Kurios wird es aus Maklersicht insbesondere dann, wenn ein Fahrzeugwechsel innerhalb eines bestehenden Vertrags teurer ist als die Vermittlung eines identischen Fahrzeugs als Neukunde beim selben Versicherer.

Mehrere Makler beschreiben die Situation als „Hamsterrad“ und sprechen von „unnötiger Mehrarbeit“, die durch diese Tarifpolitik zusätzlich entstehe. Die Vielzahl an Umdeckungen binde Zeit und Ressourcen. Kurz gesagt: Würden Bestandskunden stärker von günstigeren Konditionen profitieren als Neukunden, würde dies aus Sicht der Makler zu mehr Kundenzufriedenheit und einer höheren Bindung führen und damit auch den administrativen Aufwand reduzieren.

Gleichzeitig geht es aber eben auch um das Tagesgeschäft. Wenn Kunden aktiv nach günstigeren Alternativen fragen, oder ein Wechsel aus Maklersicht sinnvoll erscheint, wird dieser begleitet und umgesetzt. In diesem Zusammenhang berichten einige Makler, dass die Tarifunterschiede sogar ein willkommener Anlass sein können, häufiger in den Kontakt mit den Kunden zu treten.

Verbraucherschützer und Bafin alarmiert

Verbraucherschützer sehen in der Ungleichbehandlung von Neu- und Bestandskunden ein flächendeckendes Problem im Kfz-Versicherungsmarkt. Immer wieder weisen sie darauf hin, dass langjährige Versicherte im Vergleich zu Neukunden häufig schlechtere Konditionen erhalten, und raten daher regelmäßig zu Tarifvergleichen. Aus Sicht der Versicherungswirtschaft lässt sich diese Entwicklung vor allem durch den intensiven Preiswettbewerb in der Kfz-Versicherung erklären. Neukundentarife liegen dabei nicht selten bewusst unter den Prämien bestehender Verträge, um Marktanteile zu gewinnen und wechselbereite Kunden anzusprechen.

Mittlerweile haben die ausgeprägten Preisnachlässe jedoch auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) auf den Plan gerufen, die die Entwicklungen im Markt und mögliche Auswirkungen auf die Tarif- und Wettbewerbsgerechtigkeit verstärkt im Blick hat. Im Rahmen der Wohlverhaltensaufsicht soll sichergestellt werden, dass Versicherer ein faires und nachvollziehbares Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Einerseits will sie sich wiederholte Prämienerhöhungen ansehen, die ihre Ursache weder in Änderungen des versicherten Risikos noch bei den Kosten des Versicherers haben, andererseits Preisnachlässe für Neukunden, die aus ihrer Sicht oftmals wenig transparent sind.

Was bringt die Wechselsaison 2026?

Für die Wechselsaison 2026 in der Kfz-Versicherung gehen Branchenprognosen weiterhin von steigenden, allerdings etwas moderateren Prämien aus als in den Vorjahren. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb im Markt wohl intensiv, sodass verschiedene Anbieter wieder gezielt mit Neukundentarifen werben, um Marktanteile zu sichern. Dadurch bleibt die Spreizung zwischen Neu- und Bestandskundenpreisen wohl bestehen. (bh)

Informationen zur Studie

Die Online-Befragung zur Studie „AssCompact AWARD – Private Kfz- & Flottenversicherung 2026“ wurde vom 03.02.2026 bis 15.02.2026 durchgeführt. Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Stimmen von 275 Vermittlerinnen und Vermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche in die Stichprobe ein, die ein sehr gutes Abbild der Assekuranz- und Finanzvermittlerinnen und -vermittler hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsstruktur darstellt. Die Studie kann zum Einzelpreis von 2.500 Euro zzgl. MwSt. erworben werden. Weitere Informationen, u. a. zum Ansprechpartner, entnehmen Sie dem Studienflyer.

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Wie Kundenerwartungen die Tierversicherung verändern http://www.asscompact.de/node/171466

Welche Trends und Kundenerwartungen macht die HanseMerkur aktuell im Haustiermarkt aus? Welche Ziele verfolgt das Unternehmen im Segment der Tierversicherung? Und wie geht der Versicherer mit Kritik an den Produkten sowie mit steigenden Kosten aufgrund der Aktualisierung der Gebührenordnung um?

171466 17. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Interview mit Holger Ehses, der als Vorstand u. a. die Produktentwicklung der Tierversicherungen bei der HanseMerkur verantwortet
Herr Ehses, welche Trends sehen Sie generell im Markt und wie entwickelt sich die Sparte bei der HanseMerkur?

Eines sehen wir deutlich: Die emotionale Bindung zu Haustieren ist unverändert hoch. Für viele Menschen sind Hund oder Katze ein festes Familienmitglied. Gleichzeitig steigen die finanziellen Belastungen, insbesondere bei Tierarztkosten. Der Markt ist wettbewerbsintensiv, mit Angeboten von Basis­tarifen bis hin zu Premiumlösungen. Für die HanseMerkur bleiben Tierversicherungen ein klares Wachstumsfeld. Das starke Neugeschäft bestätigt uns, dass unsere Produkte und Services gut ankommen. Die HanseMerkur zählt inzwischen zu den Top-Tierversicherern in Deutschland und wir wollen diese Position weiter ausbauen.

Sie haben kürzlich Ihre Tier-OP- und Tierkrankenversicherungen überarbeitet. Was muss eine Tierversicherung im Schadenfall heutzutage denn leisten? Und was wird von Kunden besonders gewünscht?

Aus meiner Sicht prägen heute drei Entwicklungen den Markt: steigende Tierarztkosten, medizinischer Fortschritt und höhere Erwartungen an Transparenz und Service. Im Schadenfall erwarten Kunden vor allem finanzielle Entlastung ohne Überraschungen – also hohe Erstattungssätze und eine klare Leistungsstruktur. Die Leistungen müssen zur Gebührenordnung für Tierärzte und zur modernen Diagnostik passen. Ebenso wichtig sind Verlässlichkeit und Fairness, etwa durch einen Kündigungsverzicht im Schadenfall und lebenslangen Versicherungsschutz. All dem tragen wir mit unseren neuen Produkten Rechnung. Darüber hinaus stehen digitale Prozesse wie einfache Schadenmeldung per App und eine schnelle Erstattung im Fokus.

Was hat sich also bei dem Update verändert und vor allem: Warum? Und haben Sie bei der Versicherung eine besondere Zielgruppe im Blick?

Unsere neuen Tarife sind flexi­bler und leistungsstärker. Dazu gehören erweiterte Leistungen, mehr Wahlfreiheit durch modulare Bausteine und langfristige Sicherheit. So greift der Kündigungsverzicht im Schadenfall in allen Tariflinien ab Versicherungsbeginn, und ab dem vierten Versicherungsjahr bieten wir Optionen für einen lebenslangen Versicherungsschutz. So können Tierhalter dauerhaft auf eine verlässliche Absicherung vertrauen. Gleichzeitig sind die Produkte intuitiv aufgebaut, damit Kunden unkompliziert genau den Schutz wählen können, der zu ihrer Lebens­situation passt. Unsere Zielgruppe umfasst alle Hunde- und Katzenhalter – vom preisbewussten Einsteiger, für den wir Tarife zu sehr fairen Konditionen anbieten, bis zum anspruchsvollen Kunden, der rundum abgesichert sein will.

Was ist denn aus Ihrer Erfahrung das Wichtigste für die meisten Tierbesitzer in Sachen Risikoschutz? Worauf achten diese besonders?

Die meisten Tierbesitzer wollen sicherstellen, dass ihr Tier im Krankheitsfall optimal abgesichert ist und notwendige Behandlungen nicht an finanziellen Grenzen scheitern. Ebenso wichtig ist eine schnelle und unkomplizierte Kostenübernahme im Leistungsfall. Wir sehen, dass sich ein Großteil unserer Kunden bewusst für einen leistungsstarken Schutz entscheidet. Die optimale Lösung hängt stark von individuellen Bedürfnissen ab.

Und welche Tiere versichern Sie und gibt es hier z. B. Gesundheitsfragen, Wartezeiten und Ausschlüsse?

Wir nehmen Hunde und Katzen in unseren Versicherungsschutz auf, die bei Vertragsbeginn gesund sind und keine Vorerkrankungen haben. Das mögliche Höchstalter für die Aufnahme hängt vom jeweiligen Produkt und dem gewünschten Leistungsumfang ab.

Manche Rassen sind für bestimmte Krankheiten prä­destiniert. Wie gehen Sie als Versicherer damit um?

Die Rasse ist für uns ein wesent­liches Tarifierungsmerkmal. Die Höhe des Beitrags orientiert sich unter anderem am jeweiligen rassespezifischen Risiko. So stellen wir sicher, dass jeder Tierhalter einen fairen Beitrag zahlt. Bei besonderen Erkrankungen, die auch rassespe­zifisch sein können, gilt je nach Produktlinie eine verlängerte Wartezeit.

Welche Zahlen liegen Ihnen denn konkret zu Schadenquoten bei verschiedenen Tierarten vor? Welche Tierart weist die meisten Schadenfälle auf?

Die Häufigkeit von Schaden­fällen spielt eine wichtige Rolle, aber auch die Kosten pro Behandlung können stark variieren. Sie hängen unter anderem von Größe oder Gewicht des Tieres ab – eine Katzenbehandlung ist im Schnitt deutlich günstiger als die eines großen Hundes. In der Hundehalterhaftpflicht wiederum sind andere Fak­toren entscheidend, etwa Temperament oder Verhalten des Hundes.

Verbraucherschützer beanstanden Tierversicherungen oft als unnötig und teuer. Zudem kritisieren sie das außerordentliche Kündigungsrecht, nach dem Gesellschaften die Versicherung nach einem Schadenfall kündigen können. Wie sehen Sie das?

Tierversicherungen schützen vor finanziellen Risiken, die viele allein kaum stemmen könnten – und genau deshalb greift diese Kritik aus meiner Sicht zu kurz. Ernsthafte Erkrankungen oder Unfälle können schnell mehrere Tausend Euro kosten; eine Operation kann je nach Aufwand schnell bei 3.000 bis 5.000 Euro liegen. Solche Summen kann kaum jemand spontan abrufen. Wer monatlich 20 Euro für solche Fälle zurücklegt, braucht für einen Betrag in dieser Größenordnung rund 20 Jahre. Eine Versicherung macht diese Kosten planbar und stellt sicher, dass ein Tier im Ernstfall sofort und ohne finanzielle Sorgen behandelt werden kann. Bei unseren neuen Produkten gilt der Kündigungsverzicht im Schadenfall im Übrigen ab dem ersten Tag, und ab dem vierten Versicherungsjahr bieten wir Optionen für lebenslangen Versicherungsschutz. Das zeigt: Wir wollen langfristige Sicherheit bieten und lassen niemanden nach einem Schadenfall fallen.

Seit der Aktualisierung der Gebührenordnung für Tierärzte 2022 haben sich die Kosten für Behandlungen stark erhöht. Laut einer AssCompact Befragung von 2022 geht fast die Hälfte der Makler davon aus, dass die Relevanz von Tierversicherungen in den kommenden Jahren noch steigt. Sehen Sie das ähnlich und wie stark müssen Sie als Versicherer hier immer wieder Anpassungen vornehmen?

Der Markt bleibt in Bewegung. Wir beobachten die Entwicklungen sehr genau und werden – wenn notwendig – verantwortungsvoll reagieren. Unsere bishe­rigen Erfahrungen helfen uns, die Produkte stabil und zukunftsfähig zu gestalten.

Wie unterstützen Sie Vermittler bei der Beratung zur Tierversicherung?

Vermittler profitieren bei uns von persönlichen Ansprechpartnern in der Region, die speziell für das Thema geschult sind. Darüber hinaus stehen alle wichtigen Informationen in unserem Vertriebs­portal zur Verfügung. Bei indivi­duellen Angebotsfragen unterstützen wir selbstverständlich direkt.

Haben Sie selbst ein Haustier und wie ist es versichert?

Ja, ich habe einen Kater namens Spike. Er ist tatsächlich nicht versichert, weil wir ihn bereits 2020 aufgenommen haben. Die Tierkrankenversicherung der HanseMerkur gibt es erst seit 2022, und zu diesem Zeitpunkt ist Spike leider nicht mehr durch die Gesundheitsprüfung gekommen. Da gibt es auch für Vorstandskatzen keine Extrawurst.

Lesen Sie auch: HanseMerkur stellt überarbeitete Tierversicherungen vor

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Digital Insurance Podcast: Orchester der Algorithmen http://www.asscompact.de/node/171457

In der aktuellen Episode des „Digital Insurance Podcast“ ist Salvatore Scuderi, Head of Insurance Data and AI der kasko2go AG (K2G), zu Gast bei Moderator Jonas Piela. Es geht um das Potenzial der Orchestrierung von KI-Agenten anstelle von punktuellem Einsatz von künstlicher Intelligenz.

171457 16. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

In der neuesten Folge des Digital Insurance Podcast diskutiert Moderator Jonas Piela mit Salvatore Scuderi, Head of Insurance Data and AI der kasko2go AG (K2G), über den notwendigen Wandel in der Versicherungsbranche. Das Gespräch verdeutlicht, dass die Branche vor einer radikalen Transformation steht: weg von der manuellen „Manufaktur“ hin zu einer industrialisierten Fertigungsstraße für Versicherungsprodukte. Scuderi zeigt auf, wie spezialisierte KI-Agenten dabei helfen können, die Trägheit der Branche zu überwinden und Experten von zeitraubenden, administrativen Tätigkeiten zu entlasten.

Das Ende der Daten-Archäologie im Underwriting

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die ineffiziente Arbeitsweise vieler Underwriter und Schadenbearbeiter. Salvatore Scuderi beschreibt den Arbeitsalltag oft als „Daten-Archäologie“. Fachkräfte verbringen bis zu zwei Drittel ihrer Zeit damit, Daten aus verschiedenen Systemen, E-Mails und PDFs zu suchen, zu kopieren und abzugleichen. Nur ein Drittel der Zeit bleibt für die eigentliche Expertise und Risikobewertung. Dieses strukturelle Versagen führt laut Scuderi nicht nur zu Ineffizienz, sondern langfristig auch zu Frustration und Burn-out bei den Mitarbeitern. Die Lösung von K2G setzt hier an, um durch die Orchestrierung von KI-Agenten diese manuellen Prozesse zu automatisieren und den Weg für eine echte industrielle Fertigung freizumachen.

Die Rolle der Verantwortung und das „Human-in-the-loop“-Prinzip

Ein Hindernis für die flächendeckende Einführung von KI ist die ungeklärte Haftungsfrage. Scuderi betont, dass die Branche oft nicht aus Angst vor der Technologie zögert, sondern weil unklar ist, wer die Verantwortung trägt, wenn ein Algorithmus eine Fehlentscheidung trifft. K2G begegnet diesem Problem mit einer „Human-in-the-loop“-Architektur. KI-Agenten geben fundierte Empfehlungen ab, doch die endgültige Entscheidung verbleibt beim Menschen. Dieser modulare Ansatz, bei dem verschiedene Spezialisten-Agenten für Aufgaben wie Datenqualität, Tarifmodelle oder Berichterstattung zuständig sind, macht die Prozesse nachvollziehbar und revisionssicher.

Vom punktuellen KI-Einsatz zur orchestrierten Gesamtlösung

Scuderi kritisiert, dass viele Versicherer bisher nur punktuell KI einsetzen, beispielsweise im Kundensupport oder bei der Bilderkennung von Schäden. Dies gleiche einem Formel-1-Rennwagen im Berufsverkehr: Das Auto ist schnell, wird aber durch das Umfeld ausgebremst. Die wahre Wettbewerbsfähigkeit entstehe erst, wenn das gesamte System orchestriert wird und Agenten die Arbeit nahtlos untereinander weitergeben. Mit Tools wie „Talk to Data“ ermöglicht K2G zudem den Fachabteilungen, komplexe Datenabfragen in natürlicher Sprache zu stellen, was die IT-Abteilungen entlastet und diese zu strategischen Daten-Architekten transformiert.

Hier geht es zur aktuellen Folge:
Über den Podcast

Jonas Piela berät die Versicherungswirtschaft hinsichtlich der digitalen Transformation in seiner Rolle als Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants. Außerdem betreibt er den Digital Insurance Podcast, für den er mit Managern aus der Branche über die Herausforderungen der Digitalisierung spricht. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.

Weitere Podcasts
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„Die aktuelle Rechtslage darf so nicht stehen bleiben“ http://www.asscompact.de/node/171453

Die IGVM zieht ein Ruhenlassen des Themas nach den OLG-Urteilen gegen Makler zum Begriff „unabhängig“ nicht in Betracht. Die Interessengemeinschaft fordert gesetzliche Klarstellungen und erklärt im AssCompact Interview, wie sie nun weiter vorgehen will.

171453 16. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement Interview mit Stefan Rumpp, Vorsitzender des IGVM Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler e. V.
Herr Rumpp, mehrere Gerichte haben entschieden, dass Makler nicht mehr mit dem Begriff „unabhängig“ werben dürfen. Sind Sie als Verband nun resigniert?

Nein, wir sind keineswegs resi­gniert. Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass die Gerichte anders entscheiden. Dennoch sehen wir im jüngsten Urteil auch eine Bestätigung unseres bisherigen Kurses. Bereits nach dem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden 2025 haben wir uns – angesichts klarer Begründungen und geringer Erfolgsaussichten – bewusst gegen weitere Rechtsmittel entschieden. Dass nun auch das OLG Köln diese Linie bestätigt, zeigt, dass wir die Situation realistisch eingeschätzt haben. In solchen Momenten zeigt sich der Wert eines Berufsverbands: Wir lassen unsere Maklerinnen und Makler nicht allein, sondern treten für ihre Interessen und Rechte ein.

Provokant gefragt: Geht es in den Urteilen letztlich nur um eine „Kleinig­keit“ bzw. eine Formalität?

Es geht um weit mehr als eine bloße Formalität. Zwar dreht sich die Auseinandersetzung auf den ersten Blick „nur“ um ein Wort doch an diesem Wort hängen grundsätzliche Fragen für unser Berufsbild. Unabhängigkeit ist kein Detail, sondern ein Kernversprechen des Maklers an seine Kundschaft. Wenn Gerichte diesen Begriff untersagen, berührt das das Vertrauen der Kunden in den Makler und die Weise, wie wir unsere Rolle kommunizieren. Es steht also nichts weniger als die Glaubwürdigkeit und das Selbstverständnis unseres Berufsstands auf dem Spiel. Insofern können wir hier nicht von einer Kleinigkeit sprechen.

Es geht also um das Berufsbild als Ganzes. Inwiefern steckt hinter der Debatte dann noch etwas Größeres?

Es geht um die Frage, wie das Berufsbild des Maklers zukünftig definiert und wahrgenommen wird. Die Debatte um das Wort „unabhängig“ ist letztlich ein Stellvertreter für die Frage, welche Rolle der Makler im Interesse des Kunden spielt. Makler sind per Gesetz dem Kunden verpflichtet und keine Vertreter der Versicherer – sie sind treuhänderähnliche Sachwalter der Kundeninteressen. Wenn die Verwendung des Wortes „unabhängig“ untersagt wird, stellt sich die Frage, ob diese besondere Stellung des Maklers ausreichend gesehen wird. Wir sprechen hier also über das Selbstverständnis eines ganzen Berufsstands und darüber, wie viel Wert unsere Gesellschaft auf wirklich unabhängige Beratung legt. Die aktuellen Verfahren haben Signalwirkung für die gesamte Branche.

Dürfen Makler den Begriff „unabhängig“ noch benutzen? Was raten Sie? Reicht z. B. ein „Sternchen“ am Wort „unabhängig“?

Aus den Urteilen folgt ganz klar: Makler sollten in ihrer Werbung vorerst auf den Begriff „unabhängig“ verzichten, solange sie für ihre Tätigkeit Courtagen oder Provisionen von Versicherern erhalten. Nach Auffassung der Gerichte ist die Werbung mit „unabhängiger Versicherungsmakler“ in diesem Fall wettbewerbsrechtlich irreführend. Das OLG Köln hat die Revision zum BGH nicht zugelassen, wodurch diese Rechtsprechung für die Praxis nun Rechtskraft erlangt hat. Wir raten unseren Mitgliedern deshalb, ihre Außendarstellung an die geltende Rechtslage anzupassen. Das bedeutet konkret: Entfernen Sie das Wort „unabhängig“ von Webseiten, aus Broschüren, Werbematerialien etc., wenn Sie typischerweise von Versicherern vergütet werden. Ein Sternchen o. Ä. ändert nichts am Gesamteindruck der Werbung und würde die rechtlichen Risiken nicht sicher ausschließen. Stattdessen sollten Makler ihre besonderen Stärken deutlicher hervorheben: etwa dass sie als ungebundene Vermittler im Auftrag der Kunden handeln, einen breiten Marktüberblick bieten und ihre Vergütung transparent machen. Auf diese Weise bleibt die Botschaft erhalten, dass wir ausschließlich im Interesse der Verbraucher tätig sind – ohne unnötig ein Wort zu verwenden, das derzeit juristisch problematisch ist.

Wo bzw. warum missverstehen Politik und auch Gerichte denn die Rolle der Makler aus Ihrer Sicht?

Aus unserer Sicht liegt das größte Missverständnis darin, dass Politik und Gerichte die besondere Stellung des Maklers unzureichend berücksichtigen. Das treuhänderische Mandat des Maklers ist juristisch klar verankert. Dennoch scheint es in der wettbewerbsrechtlichen Betrachtung keine ausreichende Rolle zu spielen. Es wird verkürzt argumentiert: Weil Makler von Versicherern bezahlt werden, könnten sie nicht „unabhängig“ sein. Dieses Verständnis greift zu kurz. Unabhängigkeit definiert sich nicht allein über die Art der Vergütung, sondern über die freie Produktauswahl und die Verpflichtung gegenüber dem Kunden. Ein Makler, der aus Hunderten Anbietern am Markt diejenigen auswählt, die am besten zum Bedarf des Kunden passen, handelt unabhängig – selbst wenn seine Vergütung als Courtage über den Vertrag erfolgt. Wir finden es fachlich und rechtspolitisch äußerst problematisch, dass diese Kundenorientierung in der aktuellen Debatte in den Hintergrund tritt. Hier wird die Rolle des Maklers missverstanden, nämlich als jemand, der angeblich im Lager der Versicherer steht – was schlicht falsch ist.

Sehen Sie eine Strategie bei den Verbraucherschützern, etwa dass sie sich z. B. absichtlich erst mal nur die „Kleinen“ vornehmen?

Es drängt sich zumindest der Eindruck auf, dass hier strategisch vorgegangen wird. Tatsächlich sind bislang v. a. kleinere, lokal tätige Makler abgemahnt und verklagt worden. Über Verfahren gegen große Makler ist uns hingegen nichts bekannt. Möglicherweise wählen die Verbrau­cherschützer gezielt einfachere Ziele, um erst einmal grundsätzliche Urteile zu erstreiten – Urteile, die dann für alle Makler gelten, ob klein oder groß. Ob das eine bewusste Taktik ist, müssen die Verbraucherschützer selbst beantworten. Es wirkt jedoch so, als wolle man ein Exempel statuieren, bevor man sich an größere Marktteilnehmer heranwagt. Unabhängig von der Größe des Maklers sehen wir aber v. a. ein strukturelles Problem: Eine Verbraucherzentrale tritt hier wie ein Wettbewerber auf, indem sie einen ganzen Berufsstand wegen seiner Wortwahl juristisch unter Druck setzt. Dabei finanzieren wir Makler – überspitzt gesagt – über unsere Steuern und Umlagen diese Organisation mit, die uns dann gerichtlich bekämpft. Diese Doppelrolle einer öffentlich geförderten Verbraucherschutzorganisation halten wir für höchst kritisch. Hier geht es also um grundsätzliche Fairness in der Auseinandersetzung. Wir fordern deshalb den Gesetzgeber auf, zu regeln, dass öffentlich finanzierte Stellen nicht wie private Wettbewerber gegenüber Maklern agieren dürfen. Solche Klagen sollten besser von tatsächlichen Mitbewerbern aus der Wirtschaft geführt werden, nicht von einer staatlich unterstützten Institution.

Und wo stehen Sie als Verband in der Debatte nun? Sie kritisieren ja die derzeitige Rechtslage. Fordern Sie eine Gesetzesänderung? Oder wollen Sie es jetzt ruhen lassen?

Wir werden die Debatte aktiv weiter­führen. Ein Ruhenlassen kommt für uns nicht infrage. Im Gegenteil: Wir fordern ganz klar gesetzliche Klarstellungen. Wir brauchen eine saubere Abgrenzung, welche Rollen Verbraucherorgani­sationen in solchen wettbewerbsrechtlichen Fragen spielen dürfen. Zum anderen regen wir auch an, den Maklerstatus im Gesetz deutlicher zu profilieren. Wenn Makler per Gesetz Sachwalter der Kunden sind, sollte das bei Themen wie erlaubten Werbebegriffen berücksichtigt werden. Unser Ziel ist, Rechtssicherheit für Makler zu schaffen und das hohe Maß an Kundenorientierung unseres Berufsstands im Gesetz und in der Öffentlichkeit klarzustellen. Die aktuelle Rechtslage darf so nicht stehen bleiben, und wir werden nicht nachlassen, darauf hinzuweisen und Lösungen einzufordern.

Um den Blick der Gesellschaft auf Makler zu verändern, muss das Thema nun an größere Medien gehen?

Es ist wichtig, die Zusammenhänge einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Die Thematik gehört tatsächlich in überregionale Medien, damit nicht ein einseitiges Bild hängen bleibt. Wenn wir die gesellschaftliche Wahrnehmung des Berufsbilds positiv schärfen, schaffen wir vielleicht langfristig auch ein Umfeld, in dem solche Streitfragen weniger emotional und ideologisch geführt werden.

Wie blicken Sie auf die gesamte Entwicklung um das Berufsbild und wo sollte es hingehen?

In den letzten Jahren erleben wir ein ambivalentes Bild des Berufsstands Makler. Einerseits wird unsere Expertise und unsere Rolle als kundenorientierte Berater mehr denn je benötigt. Andererseits stehen wir auch unter wachsendem Druck, z. B. durch regulatorische Anforderungen.

Aus unserer Sicht sollte es dahin gehen, dass der Mehrwert des unabhängigen Maklers stärker wertge­schätzt und herausgestellt wird. Makler sollten weiterhin die Möglichkeit haben, effektiv eine Vielzahl von Produkten zu vermitteln. Kunden sollten erkennen, welchen Vorteil diese breite Marktkenntnis für sie hat. Den Makler in eine Ecke mit abhängigen Vertretern zu stellen oder seine Vergütungsmodelle einseitig zu diskreditieren, ohne gleichwertige Alternativen zu schaffen, ist das Gegenteil von Verbraucherschutz. Es bringt Verunsicherung und führt im schlimmsten Fall dazu, dass gar keine Entscheidung über wichtige Absicherungen getroffen wird. Wir glauben, dass Transparenz und Aufklärung hier der Schlüssel sind: Wenn Kunden klar verstehen, wie Makler arbeiten und vergütet werden, dann lässt sich Vertrauen stärken, unabhängig vom Begriff.

Was wird Ihre Rolle als Interessenvertretung dabei sein?

Die IGVM wird in dieser Entwicklung eine aktive Rolle spielen. Wir möchten, dass der Makler ein attraktiver, angesehener Beruf bleibt, der für echten Mehrwert steht. Dazu gehört, dass wir die Unabhängigkeit unseres Berufsstandes tagtäglich leben und sichtbar machen. Ein wichtiger Meilenstein ist auch der neue Ausbildungs­gang zum Versicherungsmakler (IHK), ähnlich einer Facharzt- oder Fachanwaltsfortbildung, die wir als Verband IGVM e. V. zusammen mit der VEMA e.G. ins Leben ge­rufen haben. Unser Ziel bleiben bessere Rahmenbedingungen, hohe Professionalitätsstandards und Vertrauen auf Kundenseite. Als IGVM werden wir alles daransetzen, dieses Ziel gemeinsam mit unseren Mitgliedern zu erreichen.

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Ecclesia Gruppe: Aus Assekuradeur EGAS wird exxis http://www.asscompact.de/node/171465

Die Ecclesia Gruppe hat den neuen Markenauftritt und Namen des Assekuradeurs EGAS präsentiert. „exxis“ stehe für den Anspruch, komplexe Risiken zu erfassen, einzuordnen und in tragfähige Lösungen zu überführen, heißt es. Das Geschäftsmodell des Assekuradeurs wurde dazu gezielt weiterentwickelt.

171465 15. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Die Ecclesia Gruppe entwickelt ihren bisherigen Assekuradeur EGAS unter dem neuen Namen exxis strategisch weiter. Damit will das Unternehmen seine Fähigkeit stärken, komplexe Risiken strukturiert zu bewerten, in nachhaltige Versicherungslösungen zu überführen und diese bis zur Schadenregulierung verlässlich umzusetzen, heißt es. Als Ziel wird ein leistungsfähiges Zusammenspiel von Risikoträgern, Maklern und Unternehmen genannt. Der neue Name sei Ausdruck dieser inhaltlichen Neuausrichtung.

Denn der Name exxis nehme bewusst Bezug auf die sprachlichen Wurzeln der Ecclesia Gruppe und unterstreiche die Zugehörigkeit innerhalb des Verbunds, teilt Ecclesia mit. Laut dem Unternehmen fließen Erfahrung, Netzwerk sowie Markt- und Kundenverständnis eines großen Unternehmensverbunds direkt in die tägliche Arbeit des Assekuradeurs ein. Zugleich ist exxis eigenständig in der Risikoprüfung und Zeichnungsentscheidung.

Fachliche Bewertungen erfolgen unabhängig und auf Basis klar definierter Underwriting-Prinzipien. Für Versicherer entstehe eine strukturierte und qualitativ gesicherte Grundlage für Risikoübernahme und Schadenabwicklung. Die Lösungen sind in der Maklerberatung anschlussfähig und bilden den konkreten Bedarf von Unternehmen ab.

Ecclesia weist zudem darauf hin, dass die strategische Aufstellung der Assekuradeure innerhalb der Gruppe bewusst differenziert bleibe: Spezialisierte Einheiten wie assona im B2C-Geschäft sowie ATRALOsecur mit Fokus auf Transport- und Logistikrisiken bestehen weiterhin eigenständig fort. Mit exxis soll nun die Weiterentwicklung im Assekuradeurssegment sichtbar werden. Das Tätigkeitsfeld umfasst die Sparten Sachversicherung, Financial Lines, Cyber, Haftpflicht/Unfall, technische Versicherungen und Travel Risk. (lg)

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Hans John optimiert Maklerrechtsschutz http://www.asscompact.de/node/171464

Hans John hat seinen Maklerrechtsschutz angepasst. Als Highlight des neuen Rahmenvertrages nennt das Unternehmen eine Teilausschnittsdeckung für Bestandskäufe. Neuerungen gibt es auch bei den Deckungskonzepten zur Vermögensschadenhaftpflicht.

171464 15. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Die Hans John Versicherungsmakler GmbH aus Hamburg bietet Versicherungsmaklern künftig einen verbesserten Rechtsschutzrahmenvertrag mit der Auxilia. Das exklusive Konzept ist modular aufgebaut und ist gezielt auf die typischen Risiken im Maklerbetrieb ausgerichtet. Gleichzeitig ermöglicht das Konzept ein Höchstmaß an Flexibilität, so das Unternehmen.

Ein besonderes Highlight ist laut eigenen Aussagen von Hans John die Teilausschnittsdeckung im Vertrags- und Sachenrecht für Streitigkeiten im Zusammenhang mit Bestandskäufen.

Im Fokus stehen dabei die wirtschaftlich sensiblen Bereiche des Maklerbetriebs wie die Absicherung rund um Courtage-, Provisions- und Honoraransprüchen einschließlich Forderungen aus Servicevereinbarungen. Auch ein Spezial-Strafrechtsschutz und die Absicherung gewerberechtlicher Auseinandersetzungen sind Bestandteil des Konzepts.

Das Konzept selbst ist modular aufgebaut und soll sich individuell auf die jeweilige Unternehmenssituation zuschneiden lassen. Über den eigenen Online-Rechner des Unternehmens können Makler Prämien berechnen und den Abschluss digital vornehmen. Bestehende Rechtsschutzverträge profitieren über eine Differenzdeckung von den erweiterten Leistungen, ohne auf bestehende Vertragsablaufzeiten warten zu müssen.

Erweiterte Deckungskonzepte in der Vermögensschadenhaftpflicht

Darüber hinaus hat Hans John auch erweiterte Deckungskonzepte in der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung bekannt gegeben. Die Erweiterungen erfolgen in Zusammenarbeit mit der ERGO und der Allianz.

Mit der Allianz konnte zuletzt ein Kostenbaustein für den Abwehrschutz vereinbart werden, wenn streitig ist, ob die ausgeübte Tätigkeit in einem Schadenfall zum Berufsbild/Tätigkeitsumfang einer erlaubnispflichtigen versicherten Tätigkeit gehört.

Über die ERGO gab es umfangreiche Erweiterungen und Anpassungen, heißt es in der Pressemitteilung. Im Mittelpunkt stehen die psychologische Unterstützung im Schadenfall sowie die optionalen Bausteine „Erweiterter Handelsgeschäftebaustein“ sowie die „Best-Leistungsgarantie“. Die Bausteine können jeweils gegen Zuschlag vereinbart werden. (js)

Weitere Meldungen zu neuen Versicherungslösungen und Anpassungen bei bestehenden Produkten finden Sie in unserem Bereich „Assekuranz“.
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89% der Deutschen haben sich schon online versichert http://www.asscompact.de/node/171463

Eine Versicherung online abzuschließen, ist inzwischen Standard, wie eine aktuelle Auswertung von Bitkom zeigt. Demnach haben rund neun von zehn Deutschen schon einmal eine Versicherungspolice über das Internet abgeschlossen. Die Nutzung unterscheidet sich nach Alter und Versicherungsart.

171463 15. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Einen Versicherungsvertrag online abzuschließen, ist mittlerweile in der breiten Bevölkerung angekommen. Denn einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, Bitkom, zufolge haben dies 89% der Deutschen schon einmal gemacht. Die Umfrage ist repräsentativ und wurde unter 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren durchgeführt.

Unter 65 Jahren haben sogar fast alle schon Erfahrungen mit dem Online-Abschluss einer Versicherung gemacht. Von den 16- bis 29-Jährigen haben bereits 96% eine Police im Internet abgeschlossen, von den 30- bis 49-Jährigen sind es 98%, bei den 50- bis 64-Jährigen sogar 99%. Bei den Seniorinnen und Senioren sind es im Vergleich zwar deutlich weniger, aber noch immer die deutliche Mehrheit: In der Altersklasse ab 65 Jahren haben sich 64% schon einmal online versichert.

Vergleichsportale beliebt

Ganz vorne liegen dabei Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox, die über die Hälfte (57%) derjenigen mit Online-Versicherung für den Abschluss genutzt hat. Es folgen mit 49% die Online-Abschlüsse direkt beim Versicherer. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder erläutert, dass digitale Vergleiche den Markt transparenter und den Wechsel erleichtern würden.

43% haben eine passende Versicherung bei einem Online-Händler abgeschlossen, z. B. beim Kauf einer Reise oder eines Geräts. Rund ein Drittel (35%) war online bei einem Versicherungsvertreter oder Makler und 27% online bei einer Bank.

In diesen Sparten werden online Versicherungen abgeschlossen

Ob zuletzt der Online- oder Offline-Abschluss gewählt wurde, kommt dabei auch auf die Art der Versicherung an, so Bitkom. Ihre Tierversicherung haben 61% zuletzt online abgeschlossen. Bei der Reiserücktrittsversicherung sind es mit 58% ähnlich viele. Es folgt die Kfz-Versicherung, für genau die Hälfte (50%) zuletzt den Online-Abschluss gewählt hat. Bei der Auslandsreisekrankenversicherung sind es 45%, bei Geräteversicherungen 43% Online-Abschlüsse.

38% haben eine Rechtsschutzversicherung im Internet abgeschlossen, 35% eine Berufsunfähigkeitsversicherung und 34% eine private Altersvorsorge. 32% sind es bei Krankenzusatzversicherungen, 30% bei regulären Krankenversicherungen. Es folgen mit ebenfalls eher geringem Online-Anteil Unfallversicherungen (28%) sowie die Privathaftpflichtversicherung und Hausratversicherung mit jeweils 23%. (mki)

Über die Studie

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 11 bis KW 14 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Bitte geben Sie uns zu jeder Versicherung an, ob Sie diese zuletzt online oder offline abgeschlossen haben, oder diese nicht besitzen.“ und „Haben Sie selbst, unabhängig von Ihrem letzten Abschluss bzw. den genannten Produkten, generell schon einmal eine Versicherung online abgeschlossen?“ sowie „Wo haben Sie schon einmal selbst eine Versicherung im Internet abgeschlossen?“.

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Änderungen in der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland http://www.asscompact.de/node/171462

Niels Schnittger rückt in die Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland auf. Als COO Finanzvertriebe koordiniert er Prozesse und Digitalisierungsinitiativen. Er folgt auf Stefan Butzlaff, der sich künftig auf seinen Vorstandsposten bei der Swiss Life-Tochter tecis konzentriert.

171462 15. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Zum 01.07.2026 kommt es zu Veränderungen in der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland: Niels Schnittger rückt in das Führungsgremium auf. Als Chief Operating Officer (COO) Finanzvertriebe löst er Stefan Butzlaff ab. Butzlaff legt sein Geschäftsleitungsamt bei Swiss Life Deutschland zum 01.07.2026 nieder und wird sich fortan ausschließlich auf seine Vorstandstätigkeit bei der Swiss Life-Tochter tecis widmen.

Schnittger koordiniert seit 2023 die Transformationsprojekte und Veränderungsprozesse für Swiss Life Deutschland und war in dieser Position bereits erweitertes Geschäftsleitungsmitglied des Unternehmens. Zudem ist der 48-Jährige seit April 2025 gemeinsam mit Christian Linnewedel Co-Geschäftsführer von Swiss Life Select, neben tecis, Horbach Wirtschaftsberatung und ProVentus einer der vier Finanzvertriebe von Swiss Life Deutschland. Diese Tätigkeit wird Schnittger weiterhin parallel zu seinem Amt als COO Finanzvertriebe ausüben.

Der 48-Jährige war nach seinem Studium zunächst Vorstandsassistent im Unternehmen, bevor er nach verschiedenen Stationen bei der Deutschen Bank 2014 als Direktor der Vertriebssteuerung für Swiss Life Select nach Hannover zurückkehrte. Als COO Finanzvertriebe bündelt Schnittger alle service- und vertriebsunterstützenden Prozesse für die Finanzberatungsgesellschaften von Swiss Life Deutschland sowie die Beratungstools, Digitalisierungsinitiativen und das Tochterunternehmen fb research.

Sönke Mißfeldt zieht sich schrittweise aus tecis-Vorstand zurück

Wie Swiss Life weiter mitteilt, wird sich der langjährige Vertriebsvorstand von tecis, Sönke Mißfeldt, nach fast 40 Jahren im Unternehmen bis April 2027 schrittweise aus dem Vorstand zurückziehen. Im Anschluss bleibe er weiter eng bei tecis eingebunden. Außerdem ist laut Unternehmensangaben angedacht, dass Mißfeldt perspektivisch im Jahr 2028 in den Aufsichtsrat der Swiss Life Deutschland Holding einziehen wird. (tik)

News über weitere personelle Veränderungen lesen Sie in der Rubrik „Personen“.

Bild: © Swiss Life Deutschland

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Wenn der Kunde sagt: „ChatGPT hat mir etwas anderes empfohlen“ http://www.asscompact.de/node/171461

Leona Spauszus ist Trainerin und Speakerin für künstliche Intelligenz im Versicherungsvertrieb. Als KI-Pionierin zeigt sie, wie KI den Arbeitsalltag von Vermittlern und Führungskräften im Vertrieb effizienter macht. Für AssCompact gibt sie in ihrer monatlichen KI-Kolumne praxisnahe KI-Tipps speziell für Makler.

171461 15. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Immer mehr Versicherungsmakler berichten in meinen KI-Trainings, dass ihre Kunden sich vorab von ChatGPT beraten lassen haben. Gleichzeitig herrscht bei Maklern große Unsicherheit darüber, wie man darauf am besten reagiert. Diese Ausgabe der KI-Kolumne soll Makler dabei unterstützen, souverän auf den mit KI informierten Kunden einzugehen und die Aussagen von ChatGPT und Co. richtig einzuordnen.

Vom Vergleichsportal zum KI-Chatbot

Vergleichsportale liefern Listen. Kunden, die dort ihre Versicherung abschließen, sind in der Regel preissensibel und entscheiden sich bewusst gegen eine individuelle und persönliche Beratung. Für die Kunden, die es zu schätzen wissen, einen persönlichen Ansprechpartner zu haben, bleibt der Makler weiterhin in der Rolle als Berater, Begleiter und Empfehlungsgeber.

Anders als Vergleichsportale liefert ChatGPT bereits Empfehlungen basierend auf der Anfrage, also dem Prompt des Kunden. Ein Dialog mit ChatGPT hat für den Kunden ein völlig anderes, fast schon persönliches Erscheinungsbild. Teilweise spricht ChatGPT sogar mit einer freundlichen Stimme, und für viele Kunden fühlt sich das bereits fast wie eine echte individuelle Beratung an.

Das führt dazu, dass der Kunde, der sich früher nur informiert hat, heute der Kunde ist, der sich vorab von ChatGPT beraten lassen hat.

Wenn ChatGPT im Wohnzimmer „mitberät“

Der Kunde nutzt künstliche Intelligenz ganz selbstverständlich im Alltag. Auf dem Sofa, im Zug oder zwischendurch. KI ist kein Spezialwerkzeug mehr für Technikaffine, sondern ein ständiger Begleiter für Fragen, Entscheidungen und Orientierung.

Und Kunden verwenden KI-Tools wie ChatGPT nicht mehr nur, um zu fragen, wie oft eine Zimmerpflanze gegossen werden muss, sondern erkennen zunehmend das gesamte Potenzial des Chatbots. Somit wird KI auch eingesetzt, um Tarife zu vergleichen, Produkte zu verstehen oder sich bereits vorab eine Meinung zu bilden.

Wenn im Maklerbüro der Satz fällt: „ChatGPT hat mir aber etwas anderes empfohlen“, dann ist das ein neuer Gesprächsbeginn, auf den sich mehr und mehr Versicherungsmakler einstellen müssen.

Was hinter der KI-Antwort steckt

Hinter der Empfehlung von ChatGPT und Co. steckt selten eine klare Wahrheit. Vielmehr basiert die Antwort auf Wahrscheinlichkeiten, Trainingsdaten und der konkreten Fragestellung an das KI-Modell (dem Prompt). Das führt zu drei entscheidenden Punkten:

  • Erstens: Die Qualität der Antwort hängt stark davon ab, wie die Frage vom Kunden gestellt wurde.
  • Zweitens: Zwei Kunden können mit ähnlichem Anliegen unterschiedliche Ergebnisse erhalten.
  • Drittens: Die KI kennt meist keine vollständige individuelle Situation und wichtiger Kontext fehlt bei einfachen Eingaben.
Wie Makler souverän auf ChatGPT-Beratung reagieren können

Ein zentraler Ansatz besteht darin, die Vorarbeit des Kunden positiv aufzugreifen. Statt in eine Rechtfertigung zu gehen, kann der Makler die KI-Beratung als Ausgangspunkt nutzen – beispielsweise:

„Gut, dass Sie sich vorbereitet haben. Lassen Sie uns gemeinsam anschauen, was die KI vorgeschlagen hat und wie das zu Ihrer Situation passt.“ Die Antwort des Maklers kann auch fachlicher ausfallen: „Ich finde es toll, dass Sie sich mit ChatGPT vorbereitet haben. Haben Sie gewusst, dass KI-Antworten auf Wahrscheinlichkeiten und nicht auf Fakten beruhen? Aber kein Problem. Wir ordnen das KI-Ergebnis einmal gemeinsam ein.“

Die neue Rolle des Maklers nach dem KI-Beratungsgespräch

Durch künstliche Intelligenz verändert sich nicht nur das Informationsverhalten der Kunden, sondern auch die Rolle des Maklers. Der Makler wird stärker zum Einordner, Übersetzer und Entscheidungsbegleiter. Der Kunde, der sich vorab mit ChatGPT beschäftigt hat und dennoch den Weg zum Makler sucht, trifft damit bereits eine klare Entscheidung.

Er nutzt KI zur Orientierung, setzt aber weiterhin auf den Makler, wenn es um Vertrauen, Verantwortung und die finale Entscheidung geht. Das bedeutet: KI ersetzt den Makler nicht. Sie filtert vielmehr vor.

Der Kunde kommt informierter ins Gespräch und stellt genau deshalb höhere Anforderungen an Einordnung und Sicherheit. Für Makler entsteht daraus eine große Chance. Denn wer in diesem Moment Orientierung gibt, baut nicht nur Vertrauen auf, sondern positioniert sich als unverzichtbarer Ansprechpartner in einer Welt mit künstlicher Intelligenz.

KI übernimmt keine Haftung

Empfehlungen aus ChatGPT sind unverbindlich. Sie ersetzen keine rechtssichere Beratung. Und ChatGPT und Co. übernehmen keine Haftung für Empfehlungen, die nicht zum Kunden passen.

Genau hier liegt ein klarer Vorteil für Makler. Makler übernehmen Verantwortung für die Empfehlung und begleiten den Kunden auch nach der Entscheidung.

Fazit

Der Satz „ChatGPT hat mir etwas anderes empfohlen“ ist kein Problem. Er ist ein Signal: Ein Si­gnal dafür, dass sich das Informationsverhalten verändert hat. Und ein Signal dafür, dass die Rolle des Maklers wichtiger wird, nicht weniger. Makler, die lernen, KI-Aussagen einzuordnen, statt sie abzulehnen, positionieren sich genau dort, wo sie gebraucht werden: zwischen Information und Entscheidung. Denn der Kunde sucht am Ende Sicherheit.

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Versicherungswechsel: Wer muss für Fahrraddiebstahl leisten? http://www.asscompact.de/node/171325

Wenn Fahrraddiebstahl und Versicherungswechsel zeitlich fast zusammenfallen und sich der genaue Zeitpunkt des Schadens nicht mehr feststellen lässt, stellt sich die Frage: Welcher Versicherer muss leisten? Zumal die Beweislast beim Versicherungsnehmer liegt.

171325 15. Mai 2026 AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft - AssCompact - Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement

Ein aktueller Fall aus dem Jahresbericht 2025 der Versicherungsombudsfrau zeigt, wie kompliziert die Regulierung eines Fahrraddiebstahls werden kann, wenn Versicherungswechsel und unklarer Diebstahlzeitpunkt zusammentreffen und am Ende selbst eine durchgehende Absicherung nicht automatisch zu einer klaren Leistung führt.

Unklarer Zeitpunkt des Fahrraddiebstahls

Im Mittelpunkt steht der Diebstahl eines Fahrrads im Wert von rund 4.000 Euro. Der Versicherungsnehmer hatte es am 21.05.2024 am Bahnhof seines Wohnortes abgestellt. Als er am 02.06.2024 zurückkehrte, war das Fahrrad verschwunden. Der Diebstahl stand außer Frage, doch der genaue Zeitpunkt ließ sich trotz polizeilicher Ermittlungen und vorhandener Videoüberwachung nicht klären.

Genau dieser Umstand wurde zum Problem, denn in der Zwischenzeit hatte der Versicherungsnehmer seinen Hausratversicherer gewechselt. Bis zum 01.06.2024 bestand eine Police mit Einschluss von Fahrraddiebstahl, allerdings mit einer Entschädigungsgrenze von 1.000 Euro. Ab dem 01.06.2024 um 12 Uhr war er bei einem neuen Versicherer versichert, der eine deutlich höhere Entschädigungsgrenze von 4.000 Euro vorsah.

Vor- und Nachversicherer lehnen Leistung ab

Der Schaden wurde beiden Versicherern gemeldet. Doch beide lehnten eine Regulierung ab. Der Grund war identisch: Der Versicherungsnehmer konnte nicht nachweisen, ob der Diebstahl innerhalb der jeweiligen Vertragslaufzeit eingetreten war. Damit blieb offen, welcher Versicherer überhaupt leistungspflichtig sein könnte.

Der Fall landete schließlich bei der Versicherungsombudsfrau Dr. Sibylle Kessal-Wulf. Der Versicherungsnehmer hatte entsprechende Beschwerde eingelegt. Diese stellte klar, dass die Ablehnungen rechtlich nicht zu beanstanden seien, da die Beweislast beim Versicherungsnehmer liege. Gleichzeitig machte sie jedoch deutlich, dass das Ergebnis aus Kundensicht schwer vermittelbar sei und dem allgemeinen Gerechtigkeitsempfinden widersprechen könne.

Nach Beschwerde Leistung von 500 Euro

Im weiteren Verlauf kam es zu Gesprächen zwischen Vor- und Nachversicherer. Beide Versicherer zeigten sich grundsätzlich bereit, eine Lösung zu finden, konnten sich jedoch nicht auf eine Aufteilung einigen. Am Ende zahlte der neue Versicherer 250 Euro, da er davon ausging, dass der Diebstahl mit höherer Wahrscheinlichkeit vor Beginn seiner Vertragslaufzeit erfolgt sein könnte. Der Vorversicherer beteiligte sich ebenfalls mit 250 Euro und verwies auf die niedrigere Entschädigungsgrenze im Altvertrag. Weitere Kulanzzahlungen blieben aus, sodass der Versicherungsnehmer insgesamt 500 Euro erhielt.

Die Ombudsfrau betonte abschließend nochmals die Bedeutung der Beweislastregelung im Versicherungsrecht. Selbst wenn eine höhere Regulierung im Sinne des Kunden wünschenswert gewesen wäre, waren die klaren Nachweise nicht erbracht. (bh)

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