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Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH

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Private Altersvorsorgereform: Produktkosten im Fokus

Die Reform der privaten Altersvorsorge sorgt in der Branche für Diskussionen – vor allem der vorgesehene Kostendeckel von 1,5% für das Standarddepot. Manche finden ihn zu hoch, manche zu niedrig. Das IVFP ordnet die Debatte in seiner Kolumne ein.

Eine Kolumne von Dr. Andreas Kick, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge nimmt langsam Konturen an und setzt dabei auf zwei Produktlinien, die bewusst unterschiedliche Bedürfnisse adressieren sollen. Neben sicherheitsorientierten Garantieprodukten soll künftig auch ein renditeorientiertes Altersvorsorgedepot ohne Garantien möglich sein.

Ergänzend ist ein Standarddepot vorgesehen: Wer keine individuellen Entscheidungen treffen möchte, kann ein vorher durch den Anbieter definiertes Portfolio aus zwei Fonds mit unterschiedlicher Risikoausprägung und vorgegebenem Mischverhältnis wählen. Für dieses Standarddepot ist ein Kostendeckel von 1,5% geplant und genau darüber wird derzeit intensiv gestritten.

Kostendeckel: Worauf beziehen sich die 1,5% überhaupt?

Die Fronten sind schnell beschrieben. Die einen halten 1,5% für viel zu hoch, weil sie befürchten, dass unnötig Kosten im Finanzsektor verbleiben. Die anderen argumentieren, 1,5% sei zu niedrig, wenn man Produktvielfalt erhalten will, etwa auch jenseits reiner ETF-Lösungen. Darüber hinaus reiche der zu erwartende Wettbewerb aus, um zu hohe Kosten zu vermeiden. Doch auf was beziehen sich die 1,5% denn nun?

Einordnung: Es geht nicht darum, einzelne Kostenarten wie Abschluss- und Vertriebskosten auf 1,5% zu begrenzen – auch wenn dies zurzeit häufig zu lesen ist. Der Gesetzentwurf stellt klar, dass es um die Effektivkosten geht, also um die durchschnittliche jährliche Renditeminderung durch Kosten über die Vertragslaufzeit. Damit wird nicht ein einzelner Gebührenblock gedeckelt, sondern die Gesamtkostenwirkung auf die Rendite. Effektivkosten sind eine Kennziffer, die zeigt, um wie viele Prozentpunkte pro Jahr die Gesamtkosten eines Vertrags die Rendite reduzieren. Und Gesamtkosten heißt: In dieser Kennziffer stecken nicht nur laufende Verwaltungskosten, sondern auch Abschluss und Vertrieb sowie – bei kapitalmarktorientierten Produkten besonders relevant – die Kosten der Kapitalanlage wie etwa Fondskosten.

Wie ist der Kostendeckel einzuordnen?

Wie ist der Deckel von 1,5% einzuordnen? Aktuelle Analysen des IVFP zeigen, dass moderne Fondspolicen bei langen Laufzeiten im Mittel rund 1,2% Effektivkosten (es handelt sich hierbei um Normaltarife mit voller Provision und nicht etwa um Honorartarife) erreichen können, wenn bspw. ein ETF mit 0,2% laufenden Kosten zugrunde gelegt wird.

Das bedeutet zweierlei: Erstens gibt es bereits heute Produkte, die einen Kostendeckel in dieser Größenordnung einhalten und dabei zum Teil deutlich flexibler sind als das oben genannte Standardprodukt. Zweitens spricht vieles dafür, dass sich zusätzliche Aufwände, etwa für die Zulagenverwaltung, über ein konsequent standardisiertes Design und geringere Komplexität zumindest teilweise auffangen lassen. Für mittlere bis lange Laufzeiten erscheint ein Deckel von 1,5% (möglicherweise sogar etwas darunter) damit grundsätzlich machbar.

Ohne Beratung kein Erfolg?

In dieser Debatte darf ein Punkt jedoch nicht untergehen: Beratung ist und bleibt ein zentraler Baustein dafür, dass Menschen überhaupt Altersvorsorge betreiben. Das gilt erst recht in einer Reformwelt, die zusätzliche neue Wahlmöglichkeiten eröffnet: Standarddepot oder AV-Depot? Was ist gefördert? Gibt es Alternativen? Welche Kapitalanlage passt? Soll diese aktiv oder passiv gemanagt werden? Mit oder ohne Garantie? Und welche Konsequenzen hat das über die Laufzeit, wenn sich Lebenssituation, Präferenzen und Risikoprofil verändern, etwa beim Übergang in die Entnahmephase?

Hinzu kommt die Riester-Welt: Kann ein Wechsel sinnvoll sein, ist Beitragsfreistellung die bessere Lösung oder sollte man bestehende Verträge weiterführen? Es ist davon auszugehen, dass diese zusätzliche Komplexität den Beratungsbedarf weiter erhöht oder anders formuliert: Ohne Beratung – und sei das Produkt noch so attraktiv – ist nicht von einem flächendeckenden Erfolg des Altersvorsorgedepots auszugehen.

Kostengünstige Lösungen

Gleichzeitig wird es im neuen System auch sehr günstige Wege geben. Wer sich in Finanzfragen selbst gut auskennt, bereit ist, die notwendigen Entscheidungen eigenständig zu treffen, und einen Online-Direktabschluss nutzt, wird attraktive Lösungen finden, teils auch deutlich unter 1% Effektivkostenbelastung.

Direktbanken und Neobroker dürften hier die Kosten-Benchmark setzen und damit den Wettbewerbsdruck auf den Gesamtmarkt erhöhen. Allerdings kommen im Kontext der staatlich geförderten Vorsorge zusätzliche Pflichtbausteine hinzu, etwa Zertifizierung, die Anbindung einer Zulagenverwaltung und gegebenenfalls Mechanismen wie Ablaufmanagement. Diese Komponenten kosten Geld, dürften aber bei konsequent einfacher Produktgestaltung beherrschbar bleiben. Somit werden auch viele „normale“ AV-Depotlösungen vermutlich unter der 1%-Hürde bleiben, vorausgesetzt die Kapitalanlage ist schlank und kosteneffizient aufgesetzt.

Fazit

Am Ende könnte genau darin die Stärke der Reform liegen: Es wird für nahezu jede Zielgruppe ein ausreichendes Angebot geben. Einerseits für finanzaffine Sparer:innen extrem günstige, digitale Lösungen (mit eigener Verantwortung für regelmäßige Überprüfung, sofern nicht das Standarddepot gewählt wird) und anderseits für alle die Unterstützung wünschen beratungsintensivere Konzepte, die idealerweise passgenau ausgestaltet und über die Laufzeit begleitet werden.

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Reform schädlich für Verbreitung der privaten Altersvorsorge?
Um die Reform der privaten Altersvorsorge geht es auch beim Makler-Summit Süd-West 2026 am 29. April in Kornwestheim. Weitere Informationen zu dem Event finden Sie auf asscompact.de/makler-summit-2026.
 

Risikoleben: Die besten Tarife laut IVFP

Das IVFP hat sein aktuelles Rating in der Risikolebensversicherung veröffentlicht. Für den diesjährigen Jahrgang hat das Analysehaus 83 Tarife von 42 Versicherern untersucht und festgestellt: Einzelne Tarife unterscheiden sich in wichtigen Detailfragen. Welche Tarife beim IVFP-Rating punkten können.

Die Risikolebensversicherung ist ein zentraler Baustein der privaten Vorsorge. Sie dient vor allem der finanziellen Absicherung von Hinterbliebenen im Todesfall, beispielsweise für Ehepartner, Kinder oder auch Geschäftspartner.

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat nun den aktuellen Jahrgang seines Ratings zur Risikolebensversicherung vorgelegt. Für die diesjährige Analyse hat das IVFP 83 Tarife von 42 Anbietern untersucht. In die Gesamtnote fließen Bewertungen der folgenden vier Teilbereiche ein: Unternehmen (20%), Preis-Leistung (50%), Flexibilität (20%) sowie Transparenz und Service (10%).

Viele Tarife mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten

Die untersuchten Tarife wurden für das aktuelle Rating in die Kategorien Basis- und Premiumtarife eingeteilt. Zudem wurde noch zwischen Rauchern und Nichtrauchern unterschieden. Die Kategorie „Basis“ sichert dabei das reine Todesfallrisiko ab. Die Tarifkategorie „Premium“ bietet zusätzliche Optionen wie etwa eine Leistung bei schwerer Krankheit („Dread Disease“) vor dem Versterben oder eine nachträgliche Erhöhung des Versicherungsschutzes ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Wie so oft gelte auch in der Lebensversicherung: Nicht immer ist das erste Angebot auch das Beste, schreibt das IVFP. Erst der Vergleich zeige, welcher Tarif welche Leistungen zu welchem Preis anbietet. So bieten viele Tarife individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und zusätzliche finanzielle Vorteile, wie etwa Bonusregelungen für Akademiker (5 Tarife), Familien oder Kinder (37 Tarife) sowie Immobilienbesitzer oder Bauherren (9 Tarife).

Unterschiede beim Umgang mit Rauchverhalten

Ein wesentlicher, oft unterschätzter Aspekt ist der Umgang des Versicherers mit dem Rauchverhalten. Bei 70% der Tarife besteht eine Meldepflicht, sollte sich das Rauchverhalten während der Vertragslaufzeit ändern. 14 Tarife verzichten auf eine solche Meldepflicht.

27 der untersuchten Tarife verzichten zudem auf eine nachträgliche Überprüfung des Rauchverhaltens bei Nichtrauchern. Acht der Tarife zeigen sich laut dem IVFP besonders verbraucherfreundlich und verzichten sowohl auf die Meldepflicht als auch auf eine Nachprüfung. Ein solcher Verzicht sei allerdings immer auch dezidiert zu betrachten, da das Risiko an sich ja bestehen bleibe, so das IVFP.

Eine obligatorische Kapitalleistung im Falle einer schweren Krankheit oder Pflegebedürftigkeit sehen 15 Tarife vor, bei weiteren 16 ist sie optional.

Die Spitzenreiter in der Kategorie Basis

Die Ergebnisse sind in die Kategorien Basis Nichtraucher, Basis Raucher sowie Premium Raucher und Premium Nichtraucher eingeteilt. Zudem unterscheidet das IVFP bei den Ergebnissen zwischen Service- und Direktversicherern. Die Ergebnisse innerhalb der Kategorien werden jeweils in alphabetischer Reihenfolge dargestellt.

Welche Anbieter können laut dem IVFP also in der Risikolebensversicherung punkten?

In der Kategorie Basis Nichtraucher erhalten vier Serviceversicherer die Bestnote „exzellent“. Es sind:

  • Deutsche Lebensversicherungs-AG
  • Provinzial
  • SIGNAL IDUNA
  • Württembergische

Die Kategorie Basis Raucher können weitere zwei Serviceversicherer die Bestnote erreichen:

  • Deutsche Lebensversicherungs-AG
  • SIGNAL IDUNA

Bei den Basistarifen können keine Direktanbieter eine Spitzenbewertung erreichen.

Diese Anbieter sind „exzellent“ in der Kategorie „Premium“

In der Kategorie Premium Nichtraucher haben ebenfalls vier Serviceversicherer mindestens einen Tarif mit der Bestbewertung „exzellent“ im Angebot:

  • Allianz
  • Dialog (drei Tarife)
  • IDEAL (zwei Tarife)
  • SIGNAL IDUNA

Unter den Direktanbietern werden zwei Tarife des Anbieters EUROPA mit der Bestnote bewertet.

In der Kategorie Premium Raucher sind die folgenden Serviceversicherer „exzellent“:

  • Dialog
  • IDEAL (zwei Tarife)
  • SIGNAL IDUNA

Kein Tarif eines Direktanbieters erreichte in dieser Kategorie die Spitzenbewertung. (js)

Die Ergebnisse des Ratings Risikolebensversicherung 2026 können auf der Website des IVFP eingesehen werden.

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BU und Fondspolicen Spitzenreiter im Beratungsalltag

Die BU und fondsgebundene Altersvorsorgeprodukte stehen im Beratungsalltag von Maklern weiter ganz oben auf der Liste. Während der Beratung kommt häufig das Thema fondsgebundene Rentenphase zur Sprache und auch Value for Money gewinnt deutlich an Bedeutung.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bleibt das Produkt, zu dem unabhängige Vermittler am häufigsten beraten. Laut einer jährlichen Umfrage des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) unter unabhängigen Vermittlern beraten acht von zehn befragten Maklern mindestens einmal im Monat zu dem Produkt, 44% sogar öfter als drei Mal im Monat.

Im Biometriebereich folgt auf die BU – allerdings mit deutlichem Abstand – die Grundfähigkeitsversicherung. Knapp ein Drittel der Makler (31%) berät mindestens einmal monatlich zu dem Produkt, die Mehrheit aber seltener oder gar nicht. Bei der Dread-Disease -Versicherung sind es sogar noch weniger.

Klassische Produkte und Indexpolicen verlieren an Bedeutung

Im Bereich Altersvorsorge dominieren ganz klar fondsgebundene Tarife ohne Garantien. Knapp über drei Viertel der befragten Makler (76%) beraten einmal im Monat oder häufiger dazu, 45% häufiger als drei Mal monatlich. Fondspolicen mit Garantien sind bei 44% der Makler mindestens einmal im Monat Thema im Beratungsgespräch. Klassische Produkte verlieren weiterhin an Bedeutung. Indexpolicen sind für die große Mehrheit kaum relevant: 34% der Teilnehmer beraten selten dazu, 51% sogar niemals.

Das ist Maklern bei der Auswahl von Fondspolicen wichtig

Das IVFP hat die teilnehmenden Makler auch dazu befragt, welche Kriterien ihnen bei der Auswahl einer Fondspolice am wichtigsten sind. Einen hohen Stellenwert misst die Vermittlerschaft demnach der Flexibilität in der Auszahlungsphase bei. 73% der Befragten empfinden dies als wichtigstes Kriterium, gefolgt von der Auswahl an ETFs/Indexfonds (71%). Immer noch deutlich über die Hälfte der Makler finden die Flexibilität während der Aufschubzeit (68%), Kosten (65%) sowie die Finanzstärke des Unternehmens (55%) wichtig; alle drei dieser Kriterien haben allerdings im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung verloren.

Value for Money gewinnt an Relevanz

Den höchsten Stellenwert in der Beratung hat laut der Umfrage die fondsgebundene Rentenphase. Für fast 60% der befragten Vermittler hat sie einen hohen bzw. sehr hohen Stellenwert. Gleichzeitig gewinnt das Thema „Value for Money“ an Relevanz. IVFP-Geschäftsführer Dr. Andreas Kick vermutet, dass hier die Themen Kosten und die Eignung des Produkts für den Kunden im Vordergrund stehen dürften.

Alternative Investments im Versicherungsmantel sind ebenfalls auf dem Vormarsch: Knapp 40% der Befragten geben an, bereits zu entsprechenden Policen zu beraten. Besonders präsent seien dabei Lösungen der Allianz sowie „Blue Invest“ der Bayerischen. Insgesamt können sich fast zwei Drittel vorstellen, solche Produkte künftig im Portfolio zu führen. (js)

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Wie das IVFP die Reform der privaten Altersvorsorge bewertet
 

IVFP: Vermittler ziehen sich aus Indexpolicen-Geschäft zurück

Indexpolicen versprechen eine Kombination aus Sicherheit und Renditechancen, doch die Niedrigzinsphase und geringe Überschussbeteiligungen haben ihnen zu schaffen gemacht. Nicht nur beraten weniger Vermittler zu Indexpolicen, auch Versicherer ziehen sich aus dem Geschäft zurück, wie eine Umfrage des IVFP zeigt.

Indexpolicen sind in der Produktlandschaft der deutschen Lebensversicherer fest integriert. Auf den ersten Blick ist das Konzept vielversprechend: Sie verbinden das Sicherheitsversprechen einer klassischen Rentenversicherung mit den Renditechancen, die über eine Indexbeteiligung entstehen können.

Doch in den letzten Jahren hat sich das Umfeld als herausfordernd bewiesen. Das lange Niedrigzinsumfeld hat bei vielen Versicherern zu geringeren Überschussbeteiligungen geführt. Doch genau diese spielen bei Indexpolicen eine entscheidende Rolle für die Renditechancen, denn sie bestimmen, wie viel Budget für die Indexpartizipation zur Verfügung steht. Unter dem Strich bedeutet das häufig: geringere Beteiligungsmöglichkeiten führen zu niedrigen Renditen.

Versicherer und Vermittler lassen Indexpolicen links liegen

Das hat Einfluss auf die Vermittlung dieser Produkte: Laut dem Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) ziehen sich Vermittler vermehrt aus der Beratung von Indexpolicen zurück. Die Ergebnisse der IVFP Produkttrends Umfrage 2026 zeigt, dass rund 50% aller Vermittler derzeit nicht (mehr) zu Indexpolicen beraten. Das ist der schlechteste Wert seit Beginn der Erhebung, so das IVFP. „Damit wird sichtbar, dass die Zurückhaltung nicht nur ein kurzfristiger Trend ist, sondern sich zunehmend verfestigt“, erklärt IVFP-Geschäftsführer, Dr. Andreas Kick.

Nicht nur die Anzahl der Makler, die Indexpolicen vermitteln, nimmt ab, sondern auch die Anzahl der Anbieter. So haben sich kürzlich drei Anbieter aus dem Markt zurückgezogen: Die Barmenia, bedingt durch ihre Fusion mit der Gothaer, die HDI Vorsorge (ehemals TARGO) sowie die LV 1871 zeichnen aktuell kein Neugeschäft im Bereich Indexpolicen mehr. Damit hat sich der Kreis der Anbieter von 16 auf aktuell 13 verkleinert.

Leichter Aufschwung seit 2024

Der Hauptgrund für die Zurückhaltung vieler Vermittler und Anbieter dürfte die oben bereits angesprochene Niedrigzinsphase und die daraus resultierenden niedrigen Überschussbeteiligungen sein, so das IVFP.

Zuletzt ging es allerdings leicht aufwärts für Indexpolicen: Bereits das Jahr 2024 war ein gutes Indexjahr und das letzte Jahr konnte die Performance noch weiter verbessern. So betrug die maßgebliche Rendite von Indexpolicen, deren Indexjahr 2025 endete, etwa 3,4%. In der Spitze wurden sogar mehr als 10% erreicht.

Modelle mit einer jährlichen Beteiligungsquote schnitten dabei besser ab als sogenannte Cap-Modelle. Indexmodelle mit einer jährlichen Beteiligungsquote erreichten im Schnitt 3,7%, Cap-Modelle 2,5%. Im vergangenen Jahr wiesen Modelle mit reinen Aktienindizes mit 3,9% eine höhere Performance auf als Multi-Asset-Index (2,6%).

„Nullrunden“ in fast der Hälfte der Fälle

 

IVFP: Vermittler ziehen sich vermehrt aus Indexpolicen-Geschäft zurück

 

Betrachtet man eine Analyse aller bisherigen Indexjahre über alle Anbieter hinweg, zeigt sich jedoch, dass in mehr als 45% aller Fälle eine sogenannte „Nullrunde“ erzielt wurde – das heißt, der Kunde bekam gar keine Gutschrift aus der Indexbeteiligung. In mehr als 40% der Fälle lag die Rendite zwischen 0% und 8%, Indexjahre mit einer Performance oberhalb von 10% gab es laut der Analyse des IVFP nur in ca. 4% der Fälle.

Neue Impulse?

Für das Jahr 2026 sieht das IVFP neue Impulse. „Die gestiegenen Marktzinsen haben dazu geführt, dass viele Versicherungsunternehmen ihre Überschussbeteiligung nach dem Jahr 2025 auch für 2026 erhöhen oder zumindest auf bisherigem Niveau halten“, erklären die Experten. Das verbessere die Renditechancen von Indexpolicen und könne die Produktgattung wieder stärker in den Fokus rücken. (js)

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Wie das IVFP die Reform der privaten Altersvorsorge bewertet

Die Reform der privaten Altersvorsorge hat das Kabinett passiert – und ordnet die bisherigen Strukturen der Produktlandschaft grundlegend neu. Das IVFP detailliert die Reform inklusive der neuen Förderlogik und stellt klar, warum Beratung weiterhin das A und O für die Wahl der passenden Vorsorge bleibt.

Eine Kolumne von Prof. Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
Das Bundeskabinett hat am 17.12.2025 den Entwurf zur Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf diesen Stand. Wobei es unwahrscheinlich ist, dass noch größere Änderungen bis zur endgültigen Verabschiedung im Frühjahr 2026 kommen werden.

Die geplante Reform der privaten Altersvorsorge ordnet die Produktlandschaft grundlegend neu. Kernstück ist das neue Altersvorsorgedepot. Dahinter steckt eine einfache Idee: Wer fürs Alter spart, soll unkompliziert am Kapitalmarkt investieren können – ohne Garantien. Die Anlage soll in Fonds, ETFs, alternative Anlagen usw. erfolgen, was eine breite Streuung ermöglicht. Es soll ein möglichst kostengünstiges, renditestarkes Vehikel für den langfristigen Kapitalaufbau sein. Parallel dazu bleibt eine zweite Produktlinie erhalten: Garantieprodukte, bei denen zu Beginn der Auszahlungsphase entweder 10% oder mindestens 80% der eingezahlten Beiträge inklusive Zulagen garantiert zur Verfügung stehen.

Standardprodukt: Onlineabschluss ohne Beratung

Neu ist ein Standardprodukt als einfacher Sparplan mit wenigen Wahlmöglichkeiten (zwei Fonds) und einem Kostendeckel: Die Effektivkosten dürfen höchstens 1,5% pro Jahr betragen. Dieses sog. Standarddepot soll so aufgebaut sein, dass man es grundsätzlich auch ohne persönliche Beratung und online abschließen kann.

Neu ist auch die stärkere Trennung von Anspar- und Entsparphase. Abschlusskosten werden auf die gesamte Ansparzeit verteilt. Vor Beginn der Auszahlungsphase ist zudem ein Wechsel in ein reines Auszahlungsprodukt möglich. Die Altersgrenze wird einheitlich auf 65 Jahre festgelegt. Ab dann gibt es zwei Wege: eine lebenslange Leibrente oder ein Auszahlungsplan mindestens bis zum 85. Lebensjahr.

So soll die neue Förderlogik funktionieren

 

Wie das IVFP die Reform der privaten Altersvorsorge bewertet

 

Die staatliche Förderlogik wird ebenfalls neu aufgesetzt – einfacher und berechenbarer (siehe Grafik). Für die ersten 1.200 Euro Eigenbeitrag pro Jahr gibt es 30 Cent Zulage pro Euro, für den Anteil von 1.201 bis 1.800 Euro noch 20 Cent pro Euro. Wer 1.800 Euro im Jahr einzahlt, kann so auf 480 Euro Grundzulage kommen. Die Kinderzulage funktioniert künftig ähnlich: 25 Cent pro Euro Eigenbeitrag und Kind, bis maximal 1.200 Euro pro Jahr – also bis zu 300 Euro pro Kind. Die alte Unterscheidung nach Geburtsjahr (185 Euro/300 Euro) fällt weg. Junge Sparer:innen (bis inkl. 25 Jahre) erhalten zusätzlich einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus. Und wichtig: Künftig reicht ein fester Mindesteigenbeitrag von 120 Euro pro Jahr, um überhaupt Zulagen zu bekommen – die komplizierte 4%-Regel auf Basis des Vorjahreseinkommens verschwindet.

Riester bleibt im Vorteil

Im Vergleich zur bisherigen Riester-Förderung ergeben sich damit deutliche Unterschiede. In einigen Konstellationen ist Riester aber weiterhin stark: Wer z. B. nur 120 Euro im Jahr einzahlt und zwei Kinder hat, kann bei Alt-Riester auf rund 775 Euro Zulagen kommen – eine Förderquote von etwa 87%. Beim neuen Depot wären es in diesem Fall nur 96 Euro Zulage und damit einer Förderquote von 44%. Hier bleibt Riester eindeutig im Vorteil. Somit dürfte das Jahr 2026 zum „Riester-Jahr“ werden – alle, die es betrifft, sollten diesen Vorteil noch nutzen.

Bestehende Riester-Verträge bleiben grundsätzlich bestehen und können mit der bisherigen Förderung ganz normal weitergeführt werden. Wer möchte, kann jedoch in die neue Förderlogik wechseln. Außerdem ist vorgesehen, dass das bisher angesparte Kapital förderunschädlich in ein neues Altersvorsorgeprodukt übertragen werden kann.

Persönliche Beratung ist weiterhin entscheidend

Eines ändert sich jedoch nicht: Die passende Lösung hängt immer von der persönlichen Situation ab – also insbesondere vom Einkommen, Beitragshöhe, Anzahl der Kinder, Risikobereitschaft, Familienkonstellation, geplanter Laufzeit und gewünschter Flexibilität. Die Reform stellt dafür zwar einen deutlich moderneren „Werkzeugkasten“ bereit, doch welche Werkzeuge im Einzelfall wirklich sinnvoll sind, wird auch künftig gute, individuelle Beratung entscheiden müssen.

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Die besten privaten Krankenversicherer laut IVFP

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat die Unternehmensqualität von 34 privaten Krankenversicherern untersucht. Gesamtfazit: Die Themen Gesundheit und Kosten, die schon 2024 Hauptthema bei den Unternehmenskennzahlen waren, bleiben bestehen.

Im vergangenen Jahr hatte das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) seine Pressemitteilung zu seinem PKV-Rating betitelt mit „Gesundheit und Kosten – das ewige Streitthema bei den Unternehmenskennzahlen der privaten Krankenversicherer“. 2025 sieht der Tenor wohl nicht anders aus, schreibt das IVFP. Aktuell ist demnach wieder überall von Beitragserhöhungen in der PKV zu lesen.

In den Unternehmenskennzahlen sind diese großen Veränderungen nicht so ersichtlich, aber natürlich in kleinerer Form vorhanden, so das IVFP. Die durchschnittliche RfB-Quote (Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen) ist demnach über alle Krankenversicherer von 9% auf 6,7% gefallen, während der Kapitalanlagebestand durchschnittlich um 2,5% gestiegen ist. Die Solvenzkennzahlen, also die SCR-Quoten, sind hingegen leicht gesunken, weisen aber mit einem Wert von um die 500% ein immer noch hohes Niveau auf.

Was wird untersucht?

Durch das umfassende Benchmarksystem mit 34 untersuchten Unternehmen stelle das IVFP sicher, dass jedes Unternehmen objektiv, basierend auf quantitativen Messgrößen, qualitativ hochwertig und fair bewertet wird. Die untersuchten Zahlen basieren auf dem Fünfjahreszeitraum 2020 bis 2024.

Insgesamt werden 210 Punkte anhand von 23 Kriterien vergeben, aufgeteilt in die Qualitätsbereiche Stabilität, Sicherheit, Ertragskraft und Markterfolg. Dabei werden nur Werte untersucht, die sich aus den Zahlenwerken der Lebensversicherungsunternehmen, respektive dessen Einbettung in eine Unternehmensgruppe (Konzernbericht) und aus öffentlich zugänglichen Quellen (Geschäftsbericht, BaFin-Berichte) herauslesen lassen.

Diese Versicherer waren „exzellent“

Die Einstufung der untersuchten Unternehmen erfolgt nach einem Bewertungssystem von „Exzellent“ bis „Ungenügend“. Die Bestnote erhielten folgende Versicherer:

  • Allianz Private Krankenversicherungs-AG
  • LVM Krankenversicherungs-AG
  • Provinzial Krankenversicherung Hannover AG
  • R+V Krankenversicherung AG
  • SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a.G.
  • uniVersa Krankenversicherung a.G.

Weiterhin erhielten 19 Versicherer ein „Sehr gut“ und neun Versicherer ein „Gut“. Die Noten „Befriedigend“, „Ausreichend“, „Mangelhaft“ und „Ungenügend“ wurden nicht vergeben.

Alle Ergebnisse aus dem PKV-Rating sind auf der Website des IVFP zu finden. (mki)

 

Das sind die besten Basisrenten-Tarife laut dem IVFP

Das IVFP hat den aktuellen Jahrgang seines Basisrenten-Ratings veröffentlicht – und betont einmal mehr die Vorteile des Vorsorgeprodukts. Für das diesjährige Rating wurde die Kategorie „Rendite“ als kundenrelevanteste Kategorie höher gewichtet. Welche Tarife konnten die Bestnote erhalten?

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) ist seit Jahren ein Verfechter der Basisrente. Als einige Vorteile nennt das IVFP etwa den attraktiven Steuervorteil, die Freiheit bei der Wahl der Anlagestrategie sowie den Insolvenzschutz. Trotzdem scheint der Funke noch nicht ganz übergesprungen zu sein, sagt Georg Goedeckemeyer, Leiter Rating beim IVFP. „Vielleicht haftet der Basisrente durch ihre Komplexität ein gewisser Makel an, der im Grunde keiner ist. Denn die Möglichkeiten bei der Tarifgestaltung sind allesamt sehr gut und mit einer individuellen Beratung ist für jeden etwas dabei“, so Goedeckemeyer.

Diese Möglichkeiten gibt es bei der Basisrente

Trotz der gesetzlichen Reglementierung der Basisrente gibt es relevante Unterschiede zwischen den Produkten, insbesondere im Bereich Flexibilität. Während nahezu alle Tarife fixe und/oder individualisierte Beitragssteigerungen anbieten, bieten derzeit ca. 65% der Tarife unbegrenzten Widerspruch bei der Dynamik an. Etwa 83% der Tarife lassen einen Aufschub des Rentenbeginns bis zum 85. Lebensjahr zu– was das IVFP angesichts der steigenden Lebenserwartung als relevanten Punkt betrachtet.

Als wahrscheinlich größte Hürde für den Abschluss einer Basisrente sieht das IVFP die fehlende Kapitalisierbarkeit an; sie diene jedoch dem Schutz vor vorzeitigem Kapitalzugriff und damit letztendlich einer Grundversorgung im Alter. Zudem kann die Basisrente mit einer Hinterbliebenenabsicherung versehen werden – alle Anbieter bieten diese Option an, wenn auch in verschiedenen Ausgestaltungen, so das IVFP. Bei vielen Anbietern gibt es zudem die Option, die Basisrente um Zusatzversicherungen, etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung, zu erweitern.

Rendite mit höherer Gewichtung im aktuellen Rating

 

Das sind die besten Basisrenten-Tarife laut dem IVFP

 

Im aktuellen Jahrgang des Basisrenten-Ratings erhalten die untersuchten Tarife eine Gesamtnote, die sich aus den Teilbereichen Unternehmensqualität, Rendite, Flexibilität und Transparenz/Service zusammensetzt. Für die diesjährige Auflage wurde der Teilbereich „Rendite“ als kundenrelevanteste Kategorie in der Basisrente höher bewertet, die Gewichtung liegt nun bei 40%. Dieses Jahr hat das IVFP 96 Tarife von 43 Anbietern auf bis zu 80 Kriterien hin untersucht. Die Einteilung der Tarife erfolgt in die Kategorien Klassik, Klassik Plus, fondsgebunden mit und ohne Garantien, Comfort sowie Index. Innerhalb der Bewertungen in den einzelnen Kategorien werden die Anbieter in alphabetischer Reihenfolge gelistet.

Die Gewinner in den Kategorien Klassik und Klassik Plus

In der Kategorie Klassik wird nur ein einzelner Versicherer genannt. Im Bereich Direktanbieter erhält die Hannoversche Lebensversicherung die Gesamtnote „sehr gut“.

Im Bereich Klassik Plus kann nur der Direktanbieter EUROPA mit dem Tarif EUROPA BasisRentenversicherung (E-BRCP) die Gesamtnote „exzellent“ erreichen. Unter den Serviceversicherern ist kein Anbieter mit der Bestnote zu finden, allerdings erhalten die folgenden Anbieter ein „sehr gut“ in der Gesamtbewertung:

  • Allianz: BasisRente Perspektive
  • Continentale: BasisRente Classic Pro
  • HanseMerkur: Basis Care
  • INTER: MeinLeben® BasisRente
  • neue leben: Aktivplan Basis
  • Württembergische: BasisRente Genius Vorsorge (Klassik)
„Exzellente“ Tarife in den Kategorien Index und Comfort

Auch im Bereich Indexpolice ist nur ein einziger Tarif mit der Gesamtnote „exzellent“ bewertet worden: die Basis-Rente Index von ERGO Vorsorge.

In der Kategorie Comfort erhält die BasisRente KomfortDynamik von der Allianz die Note „exzellent“.

Die besten fondsgebundenen Tarife

Bei den fondsgebundenen Tarifen, sowohl mit als auch ohne Garantie, sind deutlich mehr Tarife zu finden. Bei den Tarifen mit Garantien vergibt das IVFP viermal die Bestnote im Bereich Serviceversicherer:

  • Allianz: BasisRente InvestFlex mit Garantie
  • ERGO Vorsorge: Basis-Rente Balance
  • LV 1871: MeinPlan Basisrente
  • neue leben: Aktivplan Basis

Im Bereich Direktanbieter ist nur ein einzelner Tarif aufgeführt: Die EUROPA Fondsgebundene BasisRentenversicherung mit Garantie (E-BRIG) von EUROPA erhält ebenfalls die Topbewertung.

Zudem können zehn fondsgebundene Tarife ohne Garantie die Experten überzeugen:

  • Allianz: BasisRente InvestFlex
  • AXA: JustInvest
  • Canada Life: GENERATION basic plus
  • ERGO Vorsorge: Basis-Rente Balance
  • HDI: CleverInvest Basisrente
  • HDI: CleverInvest Green Basisrente
  • LV 1871: MeinPlan Basisrente
  • neue Leben: Aktivplan Basis
  • VOLKSWOHL BUND: Fondsgebundene Basis-Rente FONDS PUR
  • Württembergische: Basis Rente Genius Vorsorge

Auch in dieser Kategorie kann im Bereich Direktanbieter die EUROPA mit dem Tarif EUROPA Fondsgebundene BasisRentenversicherung (E-BRI) ein „exzellentes“ Ergebnis einfahren. (js)

Alle Ergebnisse des Basisrenten-Rating 2025 können auf der Website des IVFP eingesehen werden.
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BU-Kompetenz: Diese Versicherer sind laut IVFP „exzellent“

Beim BU-Kompetenzrating blickt das IVFP den Versicherern „hinter die Kulissen“. Zehn Versicherer haben sich dem Rating gestellt. Insgesamt hat sich die Qualität in den letzten Jahren deutlich verbessert. Welche Versicherer konnten die Experten im aktuellen Jahrgang überzeugen?

Schließen Kunden eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ab, binden sie sich in den meisten Fällen langfristig an einen Versicherer. Transparenz ist daher von großer Bedeutung für Verbraucher. Denn beim Abschluss einer BU ist nicht nur das Produkt selbst, sondern auch das dahinterstehende Unternehmen wichtig.

In seinem BU-Kompetenzrating prüft das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) Anbieter auf „Herz und Nieren“. Für das Rating durchleuchtet das IVFP nicht-öffentliche, sensible Daten und bewertet die Teilnehmer in einer interaktiven Analyse.

Erneut zehn Teilnehmer

Das Erstrating hat das IVFP im Jahr 2018 durchgeführt, mit insgesamt zehn teilnehmenden Unternehmen. Auch im aktuellen Rating untersucht das Analysehaus wieder zehn Versicherer, allerdings mit veränderter Zusammensetzung. Einige Versicherer aus den Anfangsjahren konnten die Anforderungen des Ratings zeitlich nicht stemmen, erklärt das IVFP, während neue Anbieter hinzugekommen sind.

Die Versicherer werden anhand von 84 Kriterien in den Teilbereichen Geschäft und Leistungsprüfung (Gewichtung jeweils 30%) sowie Antragsprüfung und Service (Gewichtung jeweils 20%) bewertet – jene Punkte, die für Kunden im Ernstfall entscheidend sind, so das IVFP.

Qualität in allen Teilbereichen gestiegen

Verglichen mit den Ergebnissen vom Jahr 2018 ist die Qualität laut den Experten in allen Teilbereichen deutlich gestiegen. Vor allem im Bereich Leistungsprüfung hat es Verbesserungen gegeben. Hier haben die Versicherer ihre Bearbeitungsprozesse beschleunigt, die Transparenz gegenüber Kunden erhöht und der Umgang mit Teilzeitbeschäftigten deutlich verbessert, schreibt das IVFP.

Auch organisatorisch haben viele Unternehmen ihre internen Abläufe optimiert, mit dem Ergebnis, das Entscheidungen schneller getroffen werden können und Prüfverfahren fairer geworden sind.

Positiver Trend bei der Beitragskalkulation

Zudem sieht das IVFP auch bei der Kalkulation der Beiträge einen positiven Trend. Die Tarife bewegen sich heute überwiegend im Marktdurchschnitt. Tendenziell sinken die Preise sogar leicht. Das habe vor allem mit dem höheren Rechnungszins zu tun. Seit Jahresanfang liegt dieser bei 1,0%, die erste Steigerung seit fast drei Jahrzehnten. Zudem sei der sogenannte Brutto-Netto-Spread – also die Differenz zwischen kalkuliertem Brutto- und tatsächlichem Nettobeitrag – rückläufig, was der IVFP als Zeichen für mehr Transparenz und Preistreue gegenüber Kunden sieht.

Was in den Teilbereichen geprüft wird

Im Teilbereich Geschäft bewertet das IVFP, inwieweit die Anbieter genügend Erfahrung und Bestandsgröße besitzt, Stabilität bei den Beiträgen bietet und wie die Annahmepolitik betrieben wird.

In der Praxis sorgt die Leistungsprüfung immer wieder für Zündstoff. Daher ist die Leistungsprüfung ein besonderer Teilbereich, so das IVFP. Hier durchleuchten die Analysten explizit, wie Anbieter im Leistungsfall vorgehen, Kunden informieren und unterstützen und gegebenenfalls zu einem Neustart im Berufsleben verhelfen.

Der Teilbereich Antragsprüfung analysiert, ob Versicherer ihre Kunden über Rechte und Pflichten ausführlich aufklärt, wie sie mit Gesundheitsfragen umgehen und was sie tun, um sich von Mitbewerbern zu unterscheiden. Die Serviceorientierung der Versicherer und wie kundenfreundlich und individuell sie auf Bedürfnisse der einzelnen Versicherten eingehen, wird im Teilbereich Service ausgewertet. Auch die Unterstützung der Versicherer gegenüber Vermittlern überprüft das IVFP hier.

Diese Anbieter können sich durchsetzen

Insgesamt können sieben der zehn getesteten Anbieter die Gesamtnote „exzellent“ vorweisen, zwei weitere erhalten die Bewertung „sehr gut“, einer „gut“.

 

BU-Kompetenz: Diese Versicherer sind laut dem IVFP „exzellent“

 

Die Anbieter, die die Bestnote erhalten haben, sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • AXA
  • Bayern-Versicherung
  • HDI
  • NÜRNBERGER
  • R+V
  • Swiss Life
  • Zurich Deutscher Herold

Zudem haben drei dieser Anbieter auch die Bewertung „exzellent“ in allen vier Teilbereichen erreicht. Das sind HDI, NÜRNBERGER und Swiss Life. (js)

Die Ratingergebnisse können auf der Website des IVFP eingesehen werden.

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Die besten Grundfähigkeits-Tarife laut dem IVFP

Das IVFP hat sein Rating zur Grundfähigkeitsversicherung veröffentlicht. Das Rating bezieht sich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis der Tarife. Insgesamt wurden die Angebote von 28 Versicherern in sechs Mustertypen-Kategorien analysiert. Welche Versicherer können sich durchsetzen?

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat die diesjährige Auflage seines Ratings zur Grundfähigkeitsversicherung (GFV) veröffentlicht. Die GFV sichert verschiedenen körperliche und geistige Fähigkeiten ab.

Die Versicherung konkret zu bemessen, sei allerdings komplex, so das IVFP. Die Leistungsauslöser werden bei Versicherern unterschiedlich bewertet und die Konzepte der Absicherung verfolgen verschiedene Aspekte. Das hatte in der Vergangenheit zur Folge, dass in GFV-Ratings oft nur die Bedingungswerke verglichen wurden anstatt Leistungen.

Rating vergleicht über 300 Tarifkonstellationen

Für sein Rating führt das IVFP einen Preis-Leistungs-Vergleich durch, der die Konzepte der Versicherer detailliert analysiert. Neben den Definitionen von Grundfähigkeiten haben die Analysten sechs verschiedene Mustertypen verglichen und einen Preisvergleich erstellt. Die Kategorien der Mustertypen sind wie folgt: Kaufmännischer, Kreativer, Medizinischer, Handwerklicher, Studentischer und Auszubildender Typ. Insgesamt wurden auf Basis dieser Mustertypen 44 Tarife von 28 Versicherern untersucht. Das ergibt insgesamt über 300 Tarifkonstellationen.

Die geprüften Fähigkeiten werden von Versicherern mit genau definierten Fertigkeiten hinterlegt. Für das Rating hat das Analysehaus diese Fertigkeiten gewichtet und summiert, um so einen Vergleich anstellen zu können. Bei der Fähigkeit „Gehen“ beispielsweise wurden insgesamt acht Fertigkeiten analysiert, darunter unter anderem die Strecke, das Tempo oder auch ob Hilfsmittel verwendet werden.

Diese drei Angebotskonzepte untersucht das Rating

Zudem unterschiedet das Rating zwischen drei Arten von Angebotskonzepten. Beim individuellen Konzept können Kunden einzelne Grundfähigkeiten absichern lassen, die im Hinblick auf den ausgeübten Beruf oder des Lifestyles wichtig sind. Bei einer solchen Tarifgestaltung sei natürlich eine umfassende Beratung nötig, damit Kunden den Versicherungsschutz erhalten, den sie benötigen, so das IVFP.

Beim Baukasten-Konzept gibt der Versicherer eine Grundabsicherung mit einer Gruppe von vordefinierten Fähigkeiten, die im Paket enthalten ist, vor. Bei Bedarf kann der Schutz um weitere Grundfähigkeitsbausteine erweitert werden.

Das All-in-One-Konzept erlaubt keine individuelle Auswahl der Absicherung. In der Regel bieten diese Tarifvarianten einen sehr umfassenden Schutz, um sicherzustellen, dass das Leistungspaket für einen Großteil der Versicherten geeignet ist.

So schneiden die getesteten Tarife ab

„Das Ergebnis im Bereich Preis/Leistung ist mit dem vergangenen Rating vergleichbar“, so Georg Goedeckemeyer, Leiter Rating beim IVFP, „insbesondere dahingehend, dass ein individuell zusammengestellter Tarif in der Regel nicht viel teurer ist, als der eines All-in-One Anbieters“.

Allerdings betonen die Experten, dass bei der Analyse der Konzepte mehrere Grundfähigkeiten abgesichert werden, um die Kostenstruktur der Konzepte greifbar zu machen. „ In der Praxis hingegen werden oftmals sehr schlanke Tarifkombinationen gewählt, das ist uns bewusst“, so Goedeckemeyer weiter. Einen Preisunterschied festzustellen, der in erster Linie auf der Anzahl der abgesicherten Fähigkeiten beruhe, mache allerdings im Auge des IVFPs wenig Sinn, erklärt der Experte. Daher habe man sich bei den Mustertypen für „etwas mehr“ entschieden.

Diese Versicherer haben „exzellente“ Tarife im Angebot

 

Die besten Grundfähigkeits-Tarife laut dem IVFP

 

Die Einstufung der Tarife erfolgt nach einem Bewertungssystem von „Exzellent“ bis „Ungenügend“. Innerhalb der Bewertungsstufen sind die bewerteten Versicherer alphabetisch sortiert.

Die folgenden Versicherer konnten in den verschiedenen Mustertypen mit mindestens einem Tarif die Gesamtbewertung „Exzellent“ erreichen:

Kaufmännischer Typ:

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • Baloise
  • Bayern-Versicherung
  • HDI
  • Swiss Life, inkl. Konsortialtarife

Kreativer Typ:

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • Baloise
  • HDI
  • Swiss Life, inkl. Konsortialtarife

Medizinischer Typ:

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • Baloise
  • HDI

Handwerklicher Typ:

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • HDI

Studentischer Typ:

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • Baloise
  • Bayern-Versicherung
  • HDI
  • Swiss Life, inkl. Konsortialtarife

Auszubildender Typ:

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • Baloise
  • Bayern-Versicherung
  • HDI
  • Swiss Life, inkl. Konsortialtarife

Die vollständigen Ergebnisse des Rating, inklusive der Teilnoten, können auf der Website des IVFP eingesehen werden. (js)

 

Nachhaltigkeit: So ernst meinen es die Fondsgesellschaften

Das IVFP hat die Nachhaltigkeitskompetenz von vier Investmentgesellschaften untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Nachhaltigkeit ist kein Randthema mehr.

Nachhaltigkeit gerät aufgrund der aktuellen geopolitischen Geschehnisse gesellschaftlich etwas in den Hintergrund. Doch die Versicherungs- und Investmentbranche beschäftigt sich dennoch mit dem Thema. Das zeigt das neue Nachhaltigkeitskompetenzrating des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). Ziel des Ratings ist, herauszufinden, wie ernst es Investmentgesellschaften mit ihren Bestrebungen in puncto Nachhaltigkeit wirklich meinen, jenseits grüner Imagebroschüren.

So wird die Nachhaltigkeitskompetenz bewertet

Insgesamt wurden die Unternehmen in den vier Bereichen Strategie, Prozesse, Produkt & Service sowie Kennzahlen untersucht. Mit einer Gewichtung von 40% liegt dabei ein klarer Fokus auf den strategischen Aspekten. Das Rating besitzt damit einen stark zukunftsgerichteten Charakter, so das IVFP. Denn es würden nicht vergangene Altlasten bewertet, sondern eine glaubhafte und ambitionierte Transformationsstrategie, die sich über einen längeren Zeitraum entfalten könne.

Die Bewertung erfolgte, wie bei allen IVFP-Kompetenzratings üblich, auf Basis einer interaktiven Analyse. Teilnehmer mussten ihre Anstrengungen im Bereich Nachhaltigkeit detailliert dokumentieren, die Ergebnisse wurden anschließend in einem Benchmark-Verfahren ausgewertet. Dieser Prozess garantiert laut dem Institut eine hohe Qualität im Teilnehmerfeld und erlaubt einen Blick hinter die Kulissen.

Das sind die Ergebnisse

Im Ergebnis hat das IVFP im Nachhaltigkeitskompetenzrating 2025 für Investmentgesellschaften vier Investmentgesellschaften untersucht: Ampega Investment, Carmignac, Franklin Templeton, M&G.

Diese Anbieter wurden für ihre ausgeprägte Nachhaltigkeitskompetenz mit der Note „Sehr gut“ ausgezeichnet. Eine „Exzellent“-Bewertung wurde – wie bereits beim Erstrating – auch in diesem Jahr nicht vergeben. Damit bestehe für alle Teilnehmer weiterhin Potenzial, ihre Nachhaltigkeitsstrategie in den kommenden Jahren noch stärker auszubauen.

Fazit

Das Nachhaltigkeitskompetenzrating für Investmentgesellschaften 2025 zeigt, so das IVFP, dass Nachhaltigkeit längst kein Randthema mehr ist, sondern ein zentrales Element der strategischen Ausrichtung führender Anbieter. Die ausgezeichneten Gesellschaften würden damit einen wichtigen Beitrag zur Transformation hin zu einer zukunftsfähigen Finanzwelt leisten. (mki)

Über das Rating

Das IVFP Kompetenzrating wird in enger Zusammenarbeit mit den Versicherern erstellt, die hierzu einen umfangreichen Fragenkatalog ausfüllen. Die Bearbeitung erfordert den Einsatz erheblicher interner Ressourcen, da detaillierte Informationen zu Prozessen, Strukturen und Strategien offengelegt werden müssen. Das Nachhaltigkeitskompetenzrating geht somit weit über eine reine Produktbewertung hinaus und bietet den Unternehmen wertvolle Erkenntnisse zur eigenen Optimierung sowie zur eigenen Positionsbestimmung.

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