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Fort- & Weiterbildung

Fördermittel als strategisches Instrument für Vermittler

Förderprogramme sind zu einem erheblichen Teil explizit dienstleistungsorientiert ausgestaltet. Das heißt, auch Vermittlerbetriebe können sie als Wachstumshebel nutzen – und damit für betriebliche Entwicklungsschritte. Acht Erfolgsfaktoren für Fördermittel- bzw. Investitionsprojekte.

Ein Artikel von Kai Schimmelfeder, Fördermittelexperte und Geschäftsführer feder consulting GmbH

Versicherungsvermittler – insbesondere Einzelunternehmer, kleine Makler­büros und Mehrfachagenturen – zählen formal zu den kleinen und Kleinstunternehmen . Sie verfügen häufig über stabile, aber margensensible Einnahmestruk­turen, sind stark reguliert und zugleich in einem ausgeprägt digitalen Wettbewerb tätig. Genau diese Kombination führt dazu, dass betriebliche Investitionen regelmäßig aufgeschoben werden, obwohl sie betriebswirtschaftlich nötig sind.

Förderprogramme werden noch immer überwiegend als industriepolitisches Instrument für produzierende Unternehmen wahrgenommen. Tatsächlich ist jedoch ein erheblicher Teil der Programme explizit dienstleistungsorientiert ausgestaltet – auch für Vermittlerbetriebe.

Digitalisierung und Plattformdruck

Kunden erwarten heute Online-Terminbuchung, Vergleichsrechner, digitale Vertragsübersichten und auch schnelle Reaktionszeiten. Gleichzeitig konkurrieren Vermittler mit Direktversicherern, Pools und Vergleichsportalen. Kosten durch Maklerverwaltungsprogramme, CRM-Systeme, automatisierte Dokumen­tation, elektronische Signaturver­fahren oder auch IT-Sicherheitsmaßnahmen sind betriebswirtschaftlich notwendig, werden jedoch häufig unterlassen.

Ertragsdruck und Bestandsabhängigkeit

Viele Vermittler arbeiten stark provisionsbasiert. Gleichzeitig steigen Stornohaftungsrisiken, Bestandsübertragungsaufwände oder auch Kundenservicekosten. Investi­tionen werden daher regelmäßig verschoben, obwohl gerade diese langfristig die Stabilität beim Vermittler erhöhen würden. Nicht fehlende Wirtschaftlichkeit verhindert Investitionen, sondern fehlende Über-Liquidität im Zeitpunkt der Umsetzung.

Förderprogramme als Wachstumshebel für Vermittler

Förderprogramme wirken für Vermittlerbetriebe funktional wie externes Wachstumskapital: Ob Zuschüsse, Eigenkapitalersatz, Förderkredite o. Ä., diese Förder­programme reduzieren Investitionsrisiken, ohne die wirtschaftliche Unabhängigkeit einzu­schränken. Wesentlich ist: Fördermittel finanzieren keine laufenden Betriebskosten, sondern betriebliche Entwicklungsschritte. Genau hier liegt der Ansatzpunkt.

Projekte erfolgreich planen und umsetzen – acht Erfolgsfaktoren
1. Schriftliche Grundkonzep­tion als Fundament

Ein zentraler Erfolgsfaktor liegt in der Verschriftlichung der Projektidee. Vermittler, die bereits zu Beginn eine ein- bis zweiseitige schriftliche Beschreibung ihres Vorhabens vor­legen konnten, erzielten signifikant höhere Erfolgsquoten in der Bewilligungs- und Umsetzungsphase.

Ein informelles Konzept ersetzt keinen Businessplan, bildet jedoch die Basis für Förderstellen, Banken und Beteiligungspartner. Erfahrungsgemäß sind Projekte ohne schriftliche Grundlage in der Antrags- und Genehmigungsphase deutlich verzögert oder scheitern bereits zu Beginn.

2. Realistische Kosten- und Angebotsbasis

Parallel zur Konzeption ist eine Grobkalkulation der Investitionskosten essenziell. Erfolgreiche Projekte zeichnen sich durch verifizierbare Zahlen aus – sei es durch Angebote, Preisindikationen oder Kalkulationsunterlagen. Eine belastbare Kostenstruktur schafft Transparenz und ermöglicht eine frühzeitige Einschätzung von Förderhöhen und Finanzierungsbedarf.

3. Analyse der operativen Auswirkungen

Jede Investition hat Folgewirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb. Vermittler sollten daher bereits in der Planungsphase prüfen, welche Auswirkungen das Vorhaben auf Personal, Tagesgeschäft, Logistik, Verwaltung und Vertrieb hat.

4. Klare Begründung und Zielsetzung („Das Warum“)

Ein wei­terer Erfolgsfaktor ist ein klar definiertes Motiv für die Investition. Vermittler, die ihr „Warum“ formulieren können – also den strategischen oder persönlichen Beweggrund für die Inves­tition –, halten Projekte auch in anspruchsvollen Phasen konse­quenter durch. Diese Zielklarheit hilft, Entscheidungen auch bei Rückschlägen auf einer rationalen Grundlage zu treffen. Sie stärkt die innere Überzeugung und dient als Leitlinie für das gesamte Projektteam.

5. Unternehmerisches Mindset und Haltung

Fördermittelprojekte verlangen Ausdauer, Struktur und eine positive Grundhaltung. Ein lösungs­orientiertes, zukunftsge­richtetes Mindset wirkt sich unmittelbar auf die Qualität der Zusammenarbeit mit Banken, Förderstellen und Beratern aus.

6. Fokussierung auf das Investitionsvorhaben

Der Geschäfts­führer sollte konsequent auf das Ziel ausgerichtet sein. Projekte mit einer klaren Verantwortlichkeit und hoher persönlicher Identifikation des Entscheidungsträgers erreichen eine wesentlich höhere Erfolgsquote.

7. Konzentration und Diszi­plin in der Umsetzung

Ergänzend zur Fokussierung ist Konzentration die operative Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Ablenkungen – sei es durch parallele Projekte, externe Einflüsse oder interne Konflikte – müssen aktiv minimiert werden.

8. Energie und Umsetzungs­dynamik

Die Umsetzungskompetenz steht und fällt mit der Energie des Projektverantwortlichen. Energie bedeutet in diesem Zusammenhang nicht Arbeitszeit, sondern Qualität der Umsetzungskraft. Unternehmer mit hoher Energie sorgen für Fortschritt, schaffen Motivation im Team und halten auch bei Widerständen Kurs.

Wirtschaftliche Wirkung – beispielhafte Effekte
  • Liquidität bleibt erhalten.
  • Investitionen werden vorge­zogen statt verschoben.
  • Haftungsrisiken sinken durch standardisierte Prozesse.
  • Bestände werden systematischer entwickelt.
  • Mitarbeiter können produktiver eingesetzt werden.

Fördermittel schützen die Zukunft, steigern den Umsatz und beschleunigen betriebliche Entwicklungsschritte.

Lösungszusammenfassung

Versicherungsvermittlerbetriebe stehen weniger vor einem Absatz­problem als vor einem Struktur­problem: steigende regulatorische Anforderungen bei gleichzeitigem Digitalisierungsdruck. Die erforder­lichen Investitionen sind betriebswirtschaftlich sinnvoll, werden jedoch aus Liquiditätsgründen häufig nicht umgesetzt.

Förderprogramme stellen hierfür ein geeignetes Instrument dar. Sie wirken als ergänzender Finanzierungsbaustein und ermöglichen insbesondere kleinen Vermittlerbetrieben Maßnahmen, die sonst erst Jahre später erfolgen würden. Für Vermittler bedeutet das: Förderprogramme sind kein Zusatzthema, sondern Teil moderner Unternehmensführung. Sie ersetzen nicht unternehmerische Entscheidung, erleichtern jedoch deren Um­setzung erheblich.

Lesen Sie auch: Kann man noch mit der Unabhängigkeit werben?

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Ein Artikel von
Kai Schimmelfeder

KPI statt Bauchgefühl: Warum Fachkräftesicherung messbar sein muss

Gut ausgebildetes Personal kommt und bleibt nicht, weil es einen Obstkorb gibt. Den entscheidenden Unterschied machen die Betriebe, die ihre Belegschaft kennen, richtig einsetzen, ihr Struktur und Perspektiven bieten. Welche Kennzahlen bzw. Key Performance Indicators (KPI) machen das sichtbar?

Ein Artikel von Toygar Cinar, Experte im Bereich HR bei RHEINWEST HR Solutions

Der Fachkräftemangel im Maklerbetrieb wird gerne externalisiert. Der Markt sei leer. Die junge Generation anspruchsvoll. Die Regulierung erdrückend. Die Demografie gnaden­los. All das ist nicht falsch.

Aber es sind bequeme Ausreden. Diese Erklärungen entlasten zwar das eigene Unternehmen, lösen aber nie die Ursachen. Sie verschieben Verantwortung nach außen dorthin, wo man nichts verändern kann. Viele Maklerbetriebe verlieren Fachkräfte nicht an den Markt, sondern gegen die eigene Organisation.

Die Illusion vom leeren Markt

Der Markt ist angespannt, ja. Aber er ist nicht leer. Fachkräfte wechseln. Sie entscheiden sich bewusst für oder gegen ein Unternehmen. Sie tun das nicht primär wegen eines Benefits, eines Obstkorbs oder eines weiteren Home-Office-Tages. Sie entscheiden sich, weil sie spüren, ob ein Unternehmen steuerbar, entwicklungsfähig und zukunftsfähig ist. Fachkräftemangel ist deshalb in vielen Fällen kein Marktproblem. Er ist ein Steuerungs­problem.

Warum gute Absichten keine Fachkräfte halten

Viele Maklerbetriebe investieren ehrlich und gut gemeint in Fachkräfte­sicherung. Neue Benefits, flexible Arbeitszeiten, zusätzliche Urlaubstage und Gesundheitsangebote finden sich bei fast allen Marktteilnehmern. Das Problem liegt nicht in den Maßnahmen. Es liegt in der Reihenfolge. Denn Maßnahmen werden häufig eingeführt, bevor klar ist,

  • wo Fachkräfte tatsächlich überlastet sind,
  • welche Rollen kritisch unter­besetzt sind,
  • wo Wissen konzentriert und nicht abgesichert ist,
  • welche Mitarbeitenden bereits innerlich gekündigt haben.

Benefits ohne Diagnose sind kein Zeichen von Wertschätzung. Sie sind ein Zeichen fehlender Führung.

Fachkräftesicherung ist keine Kulturfrage, sie ist eine Managementdisziplin

Fachkräftesicherung wird oft als weiches Thema diskutiert. Als Kulturprojekt. Als HR-Initiative. Als kommunikative Aufgabe. In Wahrheit ist sie eine unternehmerische Kernfrage. Denn Fachkräfte entscheiden über:

  • Ertrag und Wachstum
  • Bestandsqualität und Kundenbindung
  • Nachfolgefähigkeit
  • Unternehmenswert

Wer Fachkräfte nicht steuert, steuert sein Unternehmen nicht.

Status quo statt Wunschbild

Die entscheidende Frage lautet nicht: Was könnten wir unseren Mitarbeitenden noch anbieten? Sie lautet: Was hält unser Unternehmen heute aus?

Ich gebe zu, dass diese Frage sehr unangenehm ist. Deshalb wird sie auch so selten gestellt. Vier Analyse­felder sind dabei entscheidend.

1. Verfügbarkeit: Die stille Abhängigkeit

In vielen Maklerbetrieben sind Schlüsselrollen einfach besetzt. Alle hoffen, dass es so bleibt. Aber Hoffnung ist keine Strategie.

  • Wie viele Kunden hängen an einer einzelnen Person?
  • Wie alt sind die Leistungsträger in kritischen Funktionen?
  • Wie lange dauert es realistisch, Ersatz zu finden und einzu­arbeiten?

Einfach besetzte Schlüsselrollen sind kein Normalzustand. Sie sind ein unternehmerisches Risiko.

2. Bindung: Fluktuation ist nicht gleich Fluktuation

Fluktuation wird häufig pauschal betrachtet. Das ist gefährlich. Denn nicht jede Kündigung ist gleich problematisch. Der Verlust eines Leistungsträgers ist wirtschaftlich und kulturell etwas völlig anderes als der Abgang einer leicht ersetzbaren Rolle. Entscheidend ist:

  • Wer geht?
  • Wann geht die Person?
  • Aus welchen Gründen?

Kündigungen nach zwei bis drei Jahren sind selten Zufall. Sie sind fast immer strukturell bedingt.

3. Produktivität: Wenn Fachkräfte ausgebremst werden

Sinkende Wertschöpfung pro Mitarbeitendem wird oft als Leistungsproblem interpretiert. In Wahrheit ist sie meist ein Strukturproblem. Zu viel Administration, unklare Rollen, schlechte Prozesse, IT, die nicht unterstützt. Fachkräfte verlassen Unternehmen nicht, weil sie zu wenig arbeiten. Sie gehen, weil sie zu viel vom Falschen tun.

4. Entwicklung: Der leiseste Kündigungsgrund

Kaum ein Kündigungsgrund wird so selten offen ausgesprochen wie fehlende Perspektive. Kaum einer wirkt so zuverlässig.

  • Wie lange dauert es bis zur nächsten Entwicklung?
  • Gibt es realistische Rollenpfade oder nur Titel?
  • Werden Nachfolger aufgebaut oder nur gesucht?

Wer keine Perspektiven bietet, muss sich über Kündigungen nicht wundern. Karriere, die nur über Kündigung funktioniert, ist kein Karriereangebot.

Kennzahlen sind kein Kontrollinstrument, sie sind ein Frühwarnsystem

Viele Unternehmen scheuen Kennzahlen in der Fachkräftesicherung, weil sie Kontrolle fürchten. Kennzahlen verhindern späte Überraschungen. Sie zeigen frühzeitig,

  • wann Überlastung zur Norm wird,
  • wann Einarbeitung zu lange dauert,
  • wann Entwicklung stagniert,
  • wann Nachfolge zum Glücksspiel wird.

Eine Nachfolgeabdeckung unter 1,0 ist kein HR-Thema. Sie ist ein strategisches Risiko.

Von der Kennzahl zur Konsequenz

Kennzahlen sind wertlos, wenn sie folgenlos bleiben. Hohe Fluk­tuation nach zwei bis drei Jahren bedeutet: Perspektiven fehlen. Lange Time-to-Productivity bedeutet: Rollen, Prozesse oder Onboarding sind unklar. Sinkende Wertschöpfung bedeutet: Fachkräfte werden falsch eingesetzt. Niedrige interne Besetzungsquote bedeutet: Entwicklung findet woanders statt. Erst wenn diese Zusammenhänge akzeptiert werden, entstehen wirksame Maßnahmen.

Der größte Irrtum: Fachkräfte mit Extras halten zu wollen

Benefits sind kein Ersatz für Struktur und Führung. Sie können unterstützen, aber sie können nicht kompensieren. Wer versucht, strukturelle Probleme mit Zusatzleistungen zu überdecken, kauft sich kurzfristige Ruhe und langfristige Fluktuation. Fachkräfte bleiben nicht wegen einzelner Angebote. Sie bleiben, wenn Organisation, Arbeitslast, Führung und Entwicklung zusammenpassen.

Führung zeigt sich in Steuerung, nicht in Symbolik

Fachkräftesicherung ist kein Wohlfühlthema. Sie ist eine Führungs­aufgabe. Führung zeigt sich nicht darin, wie viele Benefits angeboten werden, sondern darin, ob Entscheidungen auf Klarheit basieren. Kennzahlen sind dabei nie ein Misstrauensvotum. Sie sind ein Ausdruck von Verantwortung.

Fazit: Kein HR-Nebenthema

Fachkräftesicherung im Maklerbetrieb ist kein Imageprojekt und schon gar kein HR-Nebenthema. Sie entscheidet über Ertrag, Bestandsqualität, Nachfolgefähigkeit und Unternehmenswert. Wer Fachkräfte sichern will, muss ein paar Dinge messen. Wer nicht misst, reagiert zu spät. Kennzahlen ersetzen Bauch­gefühl nicht. Sie korrigieren es und geben Richtung.

Lesen Sie auch: Von Prüfungen, unbesetzten Ausbildungsstellen und Demokratie

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Ein Artikel von
Toygar Cinar

Das sind die Themen beim Makler-Summit Süd-West 2026

Am 29.04.2026 lädt der Makler-Summit Süd-West zum fachlichen Austausch und Netzwerken nach Kornwestheim bei Stuttgart. Die Fachbesucher erwartet ein breites Programm mit hochkarätigen Vorträgen, unter anderem zur Altersvorsorgereform, zur Dynamik am Poolmarkt oder auch zur künftigen Rolle der MVPs.

Vor den Toren Stuttgarts auf dem W&W-Campus in Kornwestheim trifft sich die Branche am 29.04.2026, um über die Trends und Entwicklungen im Makler- und Versicherungsmarkt zu sprechen. Beim Makler-Summit Süd-West auf dem W&W-Campus haben die Fachbesucherinnen und Fachbesucher nicht nur Gelegenheit, Fachwissen zu tanken und Weiterbildungszeit zu sammeln, sondern das Event bietet auch einen idealen Rahmen zum Austausch mit Vermittlerkollegen und Experten der anwesenden Aussteller vor Ort.

Vielfältiges Vortragsprogramm

Das breit gefächerte Vortragsprogramm deckt die Themen ab, die Vermittler aktuell bewegen. Umbrüche im Maklermarkt, die fortschreitende Konsolidierung und technologische Abhängigkeiten verändern die Spielregeln. Der Makler-Summit bietet Orientierung für wichtige strategische Entscheidungen der kommenden Jahre.

Keynotes der Top-Speaker

Die Bandbreite an Themen reicht von der privaten Altersvorsorge über Umbrüche im Markt der Maklerpools und Verbünde bis hin zu aktuellen Entwicklungen im Bereich der Maklerverwaltungsprogramme. Das sind die Keynotes der Top-Speaker:

  • Klaus-Jürgen Baum, Inhaber von KJB Consulting: „Pool- und Verbundmarkt: blau direkt und Netfonds treiben die Marktkonzentration auf neues Rekordhoch“
  • Prof. Michael Hauer, Geschäftsführer beim Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP): „Konsequenzen aus dem geplanten Gesetz zur privaten Altersvorsorge“
  • Marc Rindermann, Geschäftsführer der Acturis Deutschland GmbH/ASSFINET GmbH: „KI-Integration im MVP: Was heute geht – was morgen kommt“

Infos zu den weiteren Vorträgen, zum Programmablauf und zur Anmeldung finden Sie auf der Webseite zum Makler-Summit Süd-West 2026.

Aussteller

Adam Riese GmbH | ALH Gruppe Alte Leipziger – Hallesche | ARAG SE, ARAG KV, Interlloyd Versicherungs-AG | ASSFINET GmbH | blau direkt GmbH | Canada Life Assurance Europe plc | DELA Lebensversicherungen | DLVAG – Deutsche Lebensversicherungs-AG / Allianz | Die Haftpflichtkasse VVaG | DOMCURA AG | INTER Versicherungsgruppe | NAMMERT® Boot besser versichert. | NÜRNBERGER Versicherung | WIFO GmbH | Württembergische Vertriebspartner GmbH | Wüstenrot Bausparkasse AG (Stand: 12.03.2026)

 

Heute: Digitalkongress „Arbeitskraftabsicherung“

Wer zur Arbeitskraftabsicherung berät, sollte fachlich stets auf dem aktuellen Stand sein. Der Digitalkongress „Arbeitskraftabsicherung“ heute, am 05.03.2026, bietet Orientierung bei Trends, Themen und Produkten – damit Vermittler ihre Kunden noch gezielter ansprechen und erfolgreicher beraten können.

Der Digitalkongress „Arbeitskraftabsicherung“ heute, am 05.03.2026, bündelt Neuigkeiten und Entwicklungen zum Thema und bringt die Teilnehmenden auf den aktuellen Stand. Inhaltlich geht es unter anderem darum, wie die Produktberatung mit zielgruppenorientierter Kundenansprache erfolgreich wird. Die Online-Veranstaltung startet um 09:00 Uhr über „Zoom“.

Das steht beim Digitalkongress „Arbeitskraftabsicherung“ auf dem Programm

Besprochen werden auf dem Digitalkongress heute folgende Themen:

  • 9:00 – 9:30 Uhr: AssCompact AWARD: Aktuelle Entwicklungen in der Arbeitskraftabsicherung; Referent: Dr. Alexander Ströhl, Chefredakteur AssCompact
  • 9:30 – 10:00 Uhr: Gemeinsam stark: Swiss Life Konsortiallösungen zur privaten Arbeitskraftabsicherung; Referent: Frank Stollberger, Key Account Manager bei der Swiss Life AG
  • 10:00 – 10:30 Uhr: Mehr Power für Ihre Beratung – neue Impulse in BU und Grundfähigkeitsschutz; Referent: Andreas Feldhues, Senior Consultant Retirement Benefits & Protection Solutions bei Canada Life Assurance Europe plc Niederlassung für Deutschland
  • 10:30 – 11:00 Uhr: Vom ersten Schritt bis zum Ziel: Sicher mit uns durch alle Etappen; Referentin: Fabienne Dreyer, Referentin für Biometrie-Produkte bei Alte Leipziger Lebensversicherung a. G.
  • Moderator des Online-Events ist Michael Kind aus der AssCompact Redaktion.
Anmeldung über Zoom und Weiterbildungszeit

Der Digitalkongress „Arbeitskraftabsicherung“ findet nun über „Zoom“ statt. Zwischen den 30-minütigen Vorträgen gibt es diesmal keine Pausen. Mit einer Teilnahme an dieser Veranstaltung können Makler bis zu 90 Weiterbildungsminuten nach IDD erlangen.

Interessierte benötigen einen Zugang zur Plattform für den Digitalkongress. Eine vorherige Anmeldung ist jedoch nicht erforderlich. Für den Zugang über Zoom sollten Teilnehmende ihre E-Mail-Adresse sowie ihre Kundennummer (P_ID) für die AssCompact Informationswelt bereithalten. Damit die Weiterbildungszeit korrekt verbucht werden kann, sollten Teilnehmende außerdem ihre gut beraten-ID in ihrem Benutzerkonto auf asscompact.de hinterlegen.

Kurzanleitung für den Start ins Online-Event:

1. Kundennummer griffbereit haben.

2. gutberaten-Nummer im Profil auf asscompact.de oder die-leitmesse.de eintragen/aktualisieren (siehe Bild).

 

Heute: Digitalkongress „Arbeitskraftabsicherung“

 

3. Browser-Zugriff erlauben: Beim Betreten von Zoom ggf. Mikrofon & Kamera freigeben (Browser-Popup bestätigen).

4. Für beste Qualität: Andere Browser/Tabs schließen.

5. Bei Fragen: Zoom-Hilfe nutzen

Direkt zum Digitalkongress über Zoom geht es hier: asscompact.de/digitalkongress
Weitere Informationen zum Digitalkongress „Arbeitskraftabsicherung“ finden sich hier: digitalkongress.asscompact.de/aks-2026
Informationen zu allen Digitalkongressen gibt es unter: asscompact.de/digitalkongresse
 

Kompetenzen im Vertrieb mit KI optimieren

Versicherungsvermittler stehen angesichts disruptiver Transformationen vor Herausforderungen. Zugleich wandeln sich auch die Erwartungen von Verbrauchern. Im Umgang mit Kunden kann der richtige Einsatz von KI helfen, Beratungskompetenzen zu erweitern.

Ein Gastbeitrag von Robert Leubner, Chief Digital Officer und Mitglied der Geschäftsführung beim Deutschen Institut für Vertriebskompetenz GmbH & Co. KG

Wer als Vermittler in der Kundenbetreuung punkten will, braucht unterschiedliche Kompetenzen. Wollen Entscheider das Beratungs-Know-how im Vertrieb erhöhen und so die Kundenbindung langfristig stärken, kann eine KI-Trainingssoftware Unterstützung bieten.

Empfehlung 1: Authentische Gesprächssituationen entwickeln

Der Erfolg der KI-Technologie im Vertriebstraining ist abhängig von dem Können, fiktive Kundenfiguren zu kreieren, die so viel wie möglich mit den realen Kunden der Vermittler zu tun haben. Also werden sogenannte KI-Personas mit den Eigenschaften und Persönlichkeitsprofilen der wahren Kunden ausgestattet. Aber Achtung – jeder Kunde ist anders. Auch im KI-Training gilt: Die Kundschaft ist bunt wie ein Kaleidoskop, kein Kunde gleicht dem anderen aufs Haar. Darum werden die Personas mit unterschiedlichen Wissensständen (Kompetenz in Versicherungsfragen) und emotionalen Zuständen ausgestattet. Und während die eine Persona misstrauisch ist, ist die andere besserwisserisch und die dritte ungeduldig. Die vierte Persona schließlich will stets die Gesprächsführung übernehmen.

Unter diesen schwierigen Bedingungen begeben sich die Vermittler in die Gesprächssimulationen mit dem Ziel, Vertrauen zu den Kundentypen aufzubauen und mithilfe ihrer Fragetechnik zu analysieren, was die Kunden wirklich brauchen.

Empfehlung 2: Auf die Verbesserungspotenziale konzentrieren

Der (fiktive) Vermittler Martin Meier kommt an seine Grenzen. Er stellt zu oft geschlossene Fragen, die der Kunde nur mit Ja oder Nein beantworten kann, statt offene Fragen zu nutzen, um zu erfahren, was sich dieser genau wünscht. Auf Kundenfragen reagiert er zuweilen mit Gegenfragen, die das Gegenüber unter Druck setzen. All dies analysiert und kommuniziert die KI rasch, punktgenau und mit Belegen unterfüttert: So erfährt der Vermittler, dass er zweimal eine Suggestivfrage gestellt hat, die der Kunde als manipulativ einstuft.

Dazu passt Meiers zu hoher Gesprächsanteil, der bei 63 Prozent liegt: Die KI empfiehlt ihm, seinen Redefluss zu stoppen, damit der Gesprächspartner nicht zu der Überzeugung gelangt, Meier wolle das Gespräch dominieren und lenken – und damit den Kunden.

Neben der faktengesättigten Analyse und den Anmerkungen zu Kompetenzdefiziten erhält der Vermittler Hinweise auf Verbesserungspotenziale. Die Trainingssoftware erläutert die verschiedenen Fragetypen und beschreibt, dass und warum es in einer bestimmten Gesprächssituation konstruktiver gewesen wäre, eine offene Frage zu stellen. An anderer Stelle verweist sie darauf, dass Meier zwar offene Fragen gestellt hat, diese jedoch nicht präzise genug gewesen seien. Die KI empfiehlt: „Versuche, zielgerichtetere Fragen zu stellen, um die Bedürfnisse des Kunden besser zu verstehen.“ Und sie schlägt starke Formulierungen vor, etwa: „Welche Versicherungsleistungen sind Ihnen besonders wichtig? Welche Erwartungen stellen Sie an den Versicherungsschutz, die wir auf jeden Fall berücksichtigen sollten?“

Empfehlung 3: Für Lerntransfer sorgen

Das Hauptziel des KI-Trainings besteht darin, das erworbene Know-how zu festigen, in die Vertriebspraxis zu übertragen und in realen Kundenkontakten einzusetzen. Die Software sorgt darum für Erfolgserlebnisse, um das Selbstbewusstsein des Vermittlers zu stärken. Unter dem Stichwort „Gut gemacht“ erfährt Meier, was gut gelaufen ist. So ist es ihm gelungen, bereits bei der Begrüßung Vertrauen aufzubauen, bei der Produktpräsentation den jeweiligen kundentypbezogenen Nutzen anschaulich darzustellen und aktiv zuzuhören: „Sie haben dem Kunden Zeit und Raum gelassen, Fragen zu stellen und Bedenken zu äußern. Das zeigt Empathie und Interesse an dessen Bedürfnissen und trägt zum vertrauensvollen Beziehungsaufbau und zur Kundenbindung bei“, so die Rückmeldung der KI.

Dieses konstruktive KI-Feedback erhöht die Wahrscheinlichkeit des Praxistransfers. Der Vermittler wird sich auch in seinen echten Kundengesprächen mithilfe einer ausgefeilten Fragetechnik und eines dezidierten Beziehungsmanagements behaupten können.

Empfehlung 4: Spezifische Herausforderungen meistern

Mit der KI-Trainingssoftware lassen sich individuelle Kompetenzlücken schließen und Strategien des Beziehungsaufbaus anwenden. Dies gilt auch für Beschwerdeanrufe von unzufriedenen Kunden. Je nach Kundentyp ist es richtig, den Anrufer mit Small Talk aufzufangen, ihn zu beruhigen und das Gespräch ins sachliche Fahrwasser zu steuern. Der Vermittler trainiert mithilfe der KI, kundentypbezogen zu agieren und bei Bedarf mit Small Talk und Storytelling nach und nach die Verbindung zum Kunden und das gestörte Vertrauensverhältnis wiederherzustellen.

Empfehlung 5: Das große Ganze nicht aus den Augen verlieren

Letztendlich geht es im Vertrieb um die Gesamtperformance. Darum erhalten Nutzer in den Übungseinheiten immer wieder Feedback zu den Lernfortschritten. Sie können ihren Score verbessern und sich überdies auf einer Bewertungsskala in den Exzellenz-Bereich von 100 Prozent vorarbeiten.

Der fiktive Vermittler Meier weiß nun, wie er sich besser dem Sprachstil der Kunden anpassen kann. Zudem beherrscht er die Fähigkeit, die Gesprächspartner durch offene Fragen und präzise Fragetechnik zu motivieren, ihre Anforderungen detailliert zu beschreiben.

Zudem kann die KI-Trainingssoftware weiteres Verbesserungspotenzial aufzeigen, etwa beim übermäßigen Gebrauch von Füllwörtern wie „Äh“ und „Sozusagen“, die Aussagen verwässern. Das gilt auch für sogenannte Weichmacher wie „Ich denke“ und „Vielleicht“, mit denen der Beispielvermittler Meier seine Argumente abschwächt. Zudem spricht er mit 165 Wörtern pro Minute (das hat die KI exakt berechnet) viel zu schnell – die Kunden können ihm dann nicht folgen.

Mitunter ist es sinnvoll, den Einsatz KI-gestützter Trainingssoftware mit einem Präsenztraining zu verbinden, um die Vorteile beider Methoden zu nutzen.

Über den Autor

Robert Leubner ist Chief Digital Officier und Mitglied der Geschäftsführung mit dem Schwerpunkt „Marketing und Digitalisierung“ beim Deutschen Institut für Vertriebskompetenz GmbH & Co. KG in Allensbach. Das DIV bietet KI-gestützte Trainingssoftware und Vertriebstrainings an.

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05.03.2026: Digitalkongress „Arbeitskraftabsicherung“

Bei der wichtigen Sparte der Arbeitskraftabsicherung sollten Vermittler immer auf dem neuesten Stand sein. Der Digitalkongress „AKS“ am 05.03.2026 informiert daher zu Trends, Themen und Produkten, damit Kundenansprache und Beratung noch erfolgreicher werden.

Die Absicherung der Arbeitskraft ist eine besonders wichtige Aufgabe und Sparte für Vermittler. Die Berufsunfähigkeitsversicherung etwa liegt laut der aktuellen TRENDS-Studie im Bereich „Risikovorsorge“ sogar ganz vorn bei den vermittelten Produkten. Viele der Produkte gelten als Dauerbrenner oder Aufsteiger.

Absicherung für viele Zielgruppen

Das Thema ist zudem für unzählige Zielgruppen relevant, trotzdem brauchen unterschiedliche Kunden auch unterschiedliche Ansprache. Klar ist: Arbeitskraftabsicherung birgt riesige Vertriebschancen für Vermittler.

Digitalkongress „AKS“: Kunden ansprechen und Produkte kennen

Beim Digitalkongress „Arbeitskraftabsicherung“ („AKS“) am 05.03.2026 können sich die Teilnehmenden daher mit Neuigkeiten rund um das Thema auf dem Laufenden halten. Inhaltlich geht es unter anderem darum, wie die Produktberatung vom ersten Schritt an und mit zielgruppenorientierter Kundenansprache erfolgreich wird. Das Online-Event startet um 09:00 Uhr über „Zoom“.

Am 05.03.2026 vormittags zum Thema AKS informieren

Das ist das Programm auf dem Digitalkongress am 05.03.2026:

  • 9:00 – 9:30 Uhr: AssCompact AWARD: Aktuelle Entwicklungen in der Arbeitskraftabsicherung; Referent: Dr. Alexander Ströhl, Chefredakteur AssCompact
  • 9:30 – 10:00 Uhr: Gemeinsam stark: Swiss Life Konsortiallösungen zur privaten Arbeitskraftabsicherung; Referent: Frank Stollberger, Key Account Manager bei der Swiss Life AG
  • 10:00 – 10:30 Uhr: Mehr Power für Ihre Beratung – neue Impulse in BU und Grundfähigkeitsschutz; Referent: Andreas Feldhues, Senior Consultant Retirement Benefits & Protection Solutions bei Canada Life Assurance Europe plc Niederlassung für Deutschland
  • 10:30 – 11:00 Uhr: Vom ersten Schritt bis zum Ziel: Sicher mit uns durch alle Etappen; Referentin: Fabienne Dreyer, Referentin für Biometrie-Produkte bei Alte Leipziger Lebensversicherung a. G.

Die Moderation des Digitalkongresses übernimmt Michael Kind aus der AssCompact Redaktion.

Anmeldung über Zoom und Weiterbildungszeit

Der Digitalkongress „Arbeitskraftabsicherung“ findet nun über „Zoom“ statt. Zwischen den halbstündigen Vorträgen finden diesmal keine Pausen statt. Mit einer Teilnahme an dieser Veranstaltung können Makler bis zu 90 Weiterbildungsminuten nach IDD erlangen.

Interessierte benötigen einen Zugang zur Plattform, für den Digitalkongress voranmelden müssen sie sich aber nicht. Parat haben für die Anmeldung über Zoom sollten die Teilnehmenden ihre E-Mail-Adresse und möglichst auch ihre Kundennummer für die AssCompact Informationswelt sowie die gutberaten-ID, wenn sie Weiterbildungspunkte sammeln möchten.

Direkt zum Digitalkongress über Zoom geht es hier: asscompact.de/digitalkongress
Weitere Informationen zum Digitalkongress „Arbeitskraftabsicherung“ finden sich hier: digitalkongress.asscompact.de/aks-2026
Informationen zu allen Digitalkongressen gibt es unter asscompact.de/digitalkongresse.
 

Was verdienen Auszubildende in der Versicherungs- und Finanzbranche?

Die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen dauert drei Jahre. Wie viel verdienen Azubis in dieser Zeit? Und wo liegt die Versicherungs- und Finanzbranche im Vergleich zu anderen Branchen?

Bei den tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland gab es im Jahr 2025 im bundesweiten Durchschnitt einen noch höheren Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, und zwar um 6,7% (2024: 6,3%). Das zeigen die jährlichen Berechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Durchschnittsgehalt: 1.209 Euro brutto im Monat

Über alle Ausbildungsjahre hinweg bekamen die Auszubildenden in tarifgebundenen Betrieben 1.209 Euro brutto im Monat. Das sind 76 Euro mehr als 2024. Laut BIBB konnten durch die hohen Zunahmen 2024 und 2025 die Verluste bei den realen Vergütungen, die es vor allem zwischen 2021 und 2023 gab, weitgehend ausgeglichen werden.

Doch es herrschen teils große Unterschiede zwischen den Ausbildungsbereichen. Über dem gesamtdeutschen Durchschnitt lagen sie im öffentlichen Dienst (1.329 Euro), in der Hauswirtschaft (1.295 Euro) sowie in Industrie und Handel (1.266 Euro). In der Landwirtschaft (1.188 Euro), in den freien Berufen (1.098 Euro) und im Handwerk (1.093 Euro) waren die tariflichen Vergütungen dagegen unterdurchschnittlich.

Wie viel Gehalt bekommt Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen?

Das BIBB gibt in der BIBB-Datenbank „Tarifliche Ausbildungsvergütungen“ Werte für alle Ausbildungsberufe an, für die Daten vorliegen. Im gesamtdeutschen Durchschnitt wurden die höchsten tariflichen Ausbildungsvergütungen im Jahr an Auszubildende im Beruf Milchtechnologe/-technologin gezahlt. Sie erhalten im Schnitt 1.463 Euro. Aber auch die Versicherungs- und Finanzbranche ist gut mit dabei und landet auf Platz 2. Der/die Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen kann durchschnittlich 1.404 Euro monatliches Ausbildungsgehalt für sich verbuchen.

So verdienen die Branchen-Azubis in den drei Ausbildungsjahren

Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre. Im ersten Ausbildungsjahr gibt es der BIBB-Auswertung zufolge im Durchschnitt 1.336 Euro brutto pro Monat. Das zweite Ausbildungsjahr bringt schon 1.407 Euro, während sich die die angehenden Kaufmänner und -frauen für Versicherungen und Finanzanlagen im dritten Jahr über 1.497 Euro Ausbildungsgehalt freuen können. Das ist die höchste tarifliche Ausbildungsvergütung im Ausbildungsbereich Industrie und Handel.

15% der Auszubildenden haben 1.000 Euro oder weniger

In 47 Berufen betrugen die tariflichen Vergütungen im Schnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg 1.300 Euro oder mehr. Insgesamt erhielten 2025 laut BIBB rund 56% der Auszubildenden, die in einem tarifgebundenen Betrieb lernten, eine Ausbildungsvergütung von mehr als 1.200 Euro. Bei ca. 15% der Auszubildenden lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2025 bei 1.000 Euro oder weniger. (lg)

Lesen Sie auch: Stepstone Gehaltsreport: Wie viel verdient die Versicherungsbranche?
 

Digitale Weiterbildung: Mehr als nur Online-Seminare

Weiterbildung gehört zum Beruf des Vermittlers dazu – zunehmend auch in digitaler Form. Dabei geht es nicht darum, analoge Inhalte einfach einzuscannen und sie digital verfügbar zu machen. Doch wie kann digitale Weiterbildung wirklich beim Lernen unterstützen? Und wie holt sie Vermittler am besten ab?

Ein Artikel von Michael Bickel, Co-Gründer und Geschäftsführer von Sachkundegurus

Digitale Weiterbildung ist längst ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags von Versicherungsmaklern. Doch zwischen einem aufgezeichneten Webinar und einem wirklich wirksamen Lern­prozess liegen Welten. Wer Weiter­bildung heute digital denkt, muss sie neu konzipieren und darf bestehende Präsenzformate nicht einfach ins Netz übertragen. Entscheidend ist die Frage, wie Makler tatsächlich im Berufsalltag lernen und was sie brauchen, damit Wissen nicht nur konsumiert, sondern nachhaltig angewendet wird.

Digitale Weiterbildung gewinnt nicht zuletzt vor dem Hintergrund gesetzlicher Weiterbildungsverpflichtungen und steigender fach­licher Anforderungen an Bedeutung. Für Versicherungsmakler geht es längst nicht mehr nur darum, formale Weiterbildungsstunden zu erfüllen, sondern fachlich souverän, rechtssicher und effizient beraten zu können. Weiterbildung wird damit zunehmend zu einem strategischen Faktor für Qualität, Wettbewerbsfähigkeit und Vertrauen im Kundengespräch.

Was digitale Weiterbildung wirklich bedeutet

Digitalisierung in der Weiterbildung ist kein Selbstzweck. Es geht nicht darum, Inhalte lediglich online verfügbar zu machen, sondern Lernprozesse so zu gestalten, dass sie sich an der Realität der Zielgruppe orientieren. Digitale Weiterbildung bedeutet u. a. zeit- und ortsunabhängiges Lernen, modulare Inhalte statt starrer Seminarblöcke, eine individuelle Lerngeschwindigkeit sowie unmittelbare Rückmeldungen zum Lernfortschritt.

Damit unterscheidet sich digitale Weiterbildung grundlegend von klassischen Präsenzformaten – nicht nur im Medium, sondern vor allem im didaktischen Ansatz. Der Fokus verschiebt sich vom reinen Durcharbeiten von Inhalten hin zur aktiven Auseinandersetzung mit Wissen. Lernen wird messbar, nachvollziehbar und wiederholbar.

Digitale Weiterbildung für Vermittler: Mehr als nur Online-Seminare
Warum Weiterbildung von Anfang an digital gedacht werden muss

Ein häufiger Fehler besteht darin, analoge Formate lediglich zu digitalisieren: Präsentationen werden abgefilmt, Seminare aufgezeichnet, Skripte als PDF bereit­gestellt. Das Ergebnis sind häufig lange Videos mit geringer Aufmerksamkeitsspanne und wenig nachhaltigem Lernerfolg.

Digital gedachte Weiterbildung setzt früher an. Inhalte werden von Beginn an so strukturiert, dass sie digital funktionieren: kurze Lern­einheiten, klare Lernziele, Übungen, Wiederholungen und Kontrollfragen. Statt eines achtstündigen Seminartags entstehen viele Lernmomente, die sich flexibel in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

Die Rolle der User Experience beim Lernen

Ein oft unterschätzter Faktor ist die User Experience. Versicherungsmakler sind aus anderen digitalen Anwendungen eine intuitive Be­dienung gewohnt. Komplizierte Lernplattformen oder unübersichtliche Navigation führen schnell zu Frustration und Abbruch.

Gute digitale Weiterbildung zeichnet sich daher durch einfache Zugänglichkeit aus: klare Struk­turen, verständliche Sprache und transparente Fortschrittsanzeigen. Lernen sollte sich möglichst selbstverständlich in bestehende Arbeits­prozesse einfügen.

Weiterbildung im realen Leben: Wann und wo gelernt wird

Die Lernrealität von Maklern ist geprägt von Kundenterminen und wechselnden Tagesabläufen. Weiterbildung findet daher selten am Stück statt, sondern in kurzen Zeitfenstern, z. B. morgens vor dem ersten Termin, zwischen Gesprächen oder abends.

Entsprechend wichtig sind flexible Formate. Kurze Lerneinheiten von wenigen Minuten gewinnen an Bedeutung. Inhalte müssen so ge­staltet sein, dass sie unterbrochen und später wieder aufgenommen werden können, ohne den roten Faden zu verlieren.

Warum Wiederholung entscheidend ist

Nachhaltiges Lernen entsteht nicht durch einmaliges Durcharbeiten eines Themas. Gerade bei regulatorischen Inhalten oder prüfungsrelevantem Wissen ist Wiederholung essenziell. Digitale Weiterbildung bietet hier klare Vorteile: Inhalte können erneut abgerufen, Übungen mehrfach durchgeführt und Lernstände überprüft werden. Zugleich entsteht Transparenz über Lernerfolge. Lernfortschritte lassen sich systematisch erfassen und dokumentieren. Die Qualität wird damit nachvollziehbar.

Weitere Erfolgsfaktoren digitaler Weiterbildung

Aus der Praxis lassen sich weitere Erfolgsfaktoren ableiten: eine hohe Praxisnähe, Transparenz über absolvierte Lerninhalte, motivierende Etappenziele sowie technische Verlässlichkeit. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus didaktischer Qualität, stabiler Technik und konsequenter Ausrichtung an den Bedürfnissen der Zielgruppe.

Fazit: Individualisierung und datenbasiertes Lernen

Digitale Weiterbildung für Versicherungsmakler ist weit mehr als ein Ersatz für Präsenzseminare. Sie erfordert ein Umdenken in Didaktik, Struktur und Nutzerorientierung. Mit Blick auf die kommenden Jahre wird sie sich weiter in Richtung individualisierter und datenbasierter Lernkonzepte entwickeln. Wer Weiterbildung von Anfang an digital denkt, kann Lernen wirksamer und besser in den Arbeitsalltag integrieren.

Über Sachkundegurus

Sachkundegurus, gegründet 2019 in Berlin, ist eine digitale Lernplattform für Versicherungs- und Finanzvermittler. Ihr Co-Gründer Michael Bickel bringt 40 Jahre Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche und 20 Jahre Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung von Finanzdienstleistern mit. Die Plattform bietet u. a. Vorbereitung auf IHK-Sachkundeprüfungen und Weiterbildungsangebote, die konsequent digital konzipiert sind. Ziel ist, Lernen flexibel, praxisnah und nachvollziehbar in den Berufsalltag von Vermittlern zu integrieren.

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Ein Artikel von
Michael Bickel

Heute: Digitalkongress „Private Krankenversicherung“

Steigende Beiträge in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung: Für viele werden Entscheidungen zur Vorsorge immer komplexer und vor allem geht es dabei oft um finanzielle bis hin zu existenziellen Fragen. Somit gewinnt die Verantwortung der Berater, die Orientierung geben können, weiter an Bedeutung.

Wer heute zur privaten Krankenversicherung berät, benötigt neben fundierten Produktkenntnissen auch die Fähigkeit zur Einordnung, ein Verständnis für die Funktionsweise des Marktes sowie die Sensibilität, Menschen in einer zunehmend angespannten Situation echte Orientierung und Sicherheit zu vermitteln. Darum soll es heute, am 05.02.2026, beim Digitalkongress „Private Krankenversicherung“ auf der Plattform DKM365 gehen.

Digitalkongress als Impulsgeber

Der Kongress liefert fundierte Einblicke. Vorgestellt werden u. a. aktuelle Ergebnisse aus der Studie „AssCompact AWARD Kranken- & Pflegeversicherung“. Auch wird es praxisnahe Impulse für die PKV-Beratung geben. Mit dabei sind dazu die Versicherungskammer Maklermanagement Kranken GmbH sowie die BDAE Holding GmbH.

So läuft’s ab
  • 9:00 – 9:30 Uhr: AssCompact AWARD: Aktuelle Entwicklungen in der Privaten Krankenversicherung; Referent: Dr. Alexander Ströhl, Chefredakteur bei AssCompact
  • 9:40 – 10:10 Uhr: Qualität statt Preisfalle: Wie kompetente PKV-Beratung höhere Kosten im Ernstfall vermeidet; Referent: Jürgen Matterne, Account Manager bei Versicherungskammer Maklermanagement Kranken GmbH
  • 10:20 – 10:50 Uhr: Krankenversicherung im Ausland: Wenn GKV und PKV an ihre Grenzen stoßen; Referent: Ingo Trosiner, Vertriebsleiter bei BDAE Holding GmbH

Die Moderation liegt bei Michael Kind aus der AssCompact Redaktion.

So funktioniert die Teilnahme

Der Digitalkongress „Private Krankenversicherung“ ist eine Online-Veranstaltung auf dkm365.de. Jeder Vortrag dauert etwa 30 Minuten, anschließend findet jeweils eine zehnminütige Pause statt, um in den nächsten Slot zu wechseln. Mit einer Teilnahme an dieser Veranstaltung können Makler bis zu 60 Weiterbildungsminuten nach IDD bekommen. Interessierte benötigen einen Zugang zur Plattform, eine Anmeldung im Voraus ist aber nicht nötig. Weitere Informationen zu Digitalkongressen gibt es unter asscompact.de/digitalkongresse.

 

DVA startet Lehrgang „Berater:in für Unternehmensnachfolge“

Die DVA sieht im Bereich der Beratung zur Unternehmensnachfolge einen wachsenden Bedarf und bietet dazu nun einen Zertifikatslehrgang an. Der Lehrgang eignet sich z. B. für selbstständige Makler, die ihre Beratung strategisch erweitern möchten.

Unternehmer, die ihre Nachfolge regeln, müssen sich um weit mehr als Zahlen und Verträge kümmern; es geht auch um Emotionen, familiäre Konstellationen, rechtliche Fragen und wirtschaftliche Risiken. So wird die Begleitung solcher Prozesse für Berater im Firmenkundengeschäft immer mehr zur anspruchsvollen Kernaufgabe. Die Deutsche Versicherungsakademie (DVA) startet vor diesem Hintergrund nun den Zertifikatslehrgang „Berater:in für Unternehmensnachfolge (DVA)“ und will damit auf den wachsenden Bedarf in diesem Bereich reagieren. Der Lehrgang soll laut der DVA ein strukturiertes Weiterbildungsangebot für alle schaffen, die Nachfolgeprozesse fachlich fundiert und souverän begleiten wollen. In dem Lehrgang werden praxisnahe Entscheidungsgrundlagen vermittelt, damit die Teilnehmenden ihrer Kundschaft in kritischen Momenten fachlich und kommunikativ Sicherheit geben können.

Der Lehrgang bietet sich z. B. an für Fachberater aus den Bereichen bAV, Gewerbe- oder Vorsorgeberatung, wo die Unternehmensnachfolge als Schnittstellenthema zunehmend bedeutender wird. Nachfolgefragen sollen dort auch sinnvoll mit bestehenden Beratungsschwerpunkten verknüpft werden. Daraus soll eine integrierte Beratung entstehen, die über das reine „Mitreden“ hinausgeht und tragfähige Lösungen ermöglicht, teilt die DVA mit.

Für Vermittler in der Aufbauphase eignet sich die Weiterbildung auch. Sie vermittelt verständliche Grundlagen, Gesprächsleitfäden und typische Fallkonstellationen und soll auf diese Weise mehr Sicherheit im Kundendialog fördern. Zudem können sich die Teilnehmenden als spezialisierte Ansprechpartner positionieren, z. B., um neue Zielgruppen zu erschließen.

Der Lehrgang eignet sich laut der DVA für selbstständige Makler, die ihre Beratung strategisch erweitern möchten. Er ist ausgerichtet auf Prozessverständnis, rechtliche Rahmenbedingungen und eine klare Beratungslogik als Grundlage für professionelle, langfristige Kundenbeziehungen im Unternehmerumfeld.

Der Zertifikatslehrgang ist berufsbegleitend konzipiert und kombiniert fachliche Grundlagen mit Praxisfällen, Fallarbeit und strukturierten Beratungsmodellen. Vermittelt werden die Inhalte über unterschiedliche Lernformate wie Live-Online-Sessions und transferorientierte Module. Sie können flexibel in den Berufsalltag integriert werden, heißt es von der DVA. Weitere Informationen zum Lehrgang auf der Website der DVA. (lg)

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