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ETFs spielen immer größere Rolle bei Altersvorsorge

Die börsengehandelten Indexfonds breiten sich in der Bevölkerung weiter aus, wie eine aktuelle Umfrage von Franklin Templeton zeigt. Sie werden immer mehr zu einem wichtigen Bestandteil der langfristigen Altersvorsorge. Allerdings bewerten viele ihr Wissen über ETFs auch als unzureichend.

Exchange Traded Funds (ETFs) gehören mittlerweile zu den bekanntesten Anlageprodukten in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage, die von Franklin Templeton in Zusammenarbeit mit forsa erstellt wurde. Die Umfrage wurde im Februar 2026 unter 1.000 Erwachsenen in Deutschland durchgeführt.

Drei Viertel der Bevölkerung geben an, von ETFs gehört zu haben – jedoch gehe dieser hohe Bekanntheitsgrad nicht mit einem fundierten Verständnis einher. Denn trotz ihrer großen Beliebtheit beurteilen die Befragten ihr eigenes Wissen über ETFs kritisch. Im Durchschnitt bewerten sie es auf der deutschen Notenskala mit 4,5 (wobei 6 die schlechteste Note ist). Mehr als die Hälfte, nämlich 56%, bezeichnet ihr Wissen als unzureichend, während nur 12% es als gut oder sehr gut einschätzen. Gleichzeitig sind 61% der Meinung, dass die Deutschen insgesamt ihr Geld zu konservativ anlegen.

Die Unterschiede sind besonders ausgeprägt zwischen den Geschlechtern, Altersgruppe und Einkommensklassen. Männer geben deutlich häufiger als Frauen an, dass sie ETFs erklären können. Auch jüngere Befragte im Alter von 18 bis 34 Jahren sowie Haushalte mit höherem Einkommen bewerten ihr Wissen positiver.

Das Interesse ist da

Die Umfrage ergab Franklin Templeton zufolge außerdem, dass ETFs für viele Deutsche grundsätzlich attraktiv sind. Hätten sie heute 10.000 Euro frei verfügbar, würde mehr als ein Drittel davon in ETFs investieren, mehr als in jede andere Anlageform. Bei erfahrenen Anlegern steigt dieser Anteil auf fast 60%.

In der Realität dominieren jedoch nach wie vor konservative Produkte. Rund zwei Drittel der Deutschen nutzen Tagesgeldkonten, und mehr als die Hälfte setzt auf Sparkonten oder -bücher. Nur etwa drei von zehn Befragten halten derzeit indexierte ETFs, also ETFs, die einen Index regelbasiert nachbilden. Vielen ist bewusst, dass Untätigkeit an sich schon ein Risiko sein kann: Ein Drittel gibt an, mehr Angst davor zu haben, ihr Geld nicht anzulegen, als vor einem Marktcrash. Gleichzeitig fühlen sich 42% von der schieren Vielfalt der verfügbaren ETFs überfordert, was laut Franklin Templeton darauf hindeute, dass eher Orientierungslosigkeit als mangelndes Interesse ein wesentliches Hindernis für Investitionen darstellt.

Jüngere Anleger treiben Wandel hin zu ETF-Altersvorsorge an

ETFs werden zunehmend als zentrales Instrument für die langfristige Altersvorsorge angesehen. 43% der Befragten betrachten sie als wichtigen Baustein für die Altersvorsorge, und 44% glauben, dass ohne wertpapierbasierte Sparpläne finanzielle Engpässe im Alter wahrscheinlich sind. Dennoch bleibt die tatsächliche Umsetzung zurückhaltend.

Wo Anleger jedoch bereits aktiv sind, zeichnet sich ein klares Muster ab: Drei Viertel der ETF-Anleger nutzen Sparpläne. Vor allem jüngere Anleger bevorzugen automatisiertes Investieren – mehr als 80% der 18- bis 34-Jährigen investieren über ETF-Sparpläne.

Wenig Aufmerksamkeit für Schwellenmärkte

Während sich die meisten ETF-Anleger auf breit diversifizierte globale Indizes konzentrieren, spielen Schwellenmärkte derzeit nur eine untergeordnete Rolle, so Franklin Templeton. Und das, obwohl fast die Hälfte der Befragten in einigen der großen Schwellenmärkte ein überdurchschnittliches Wachstum erwartet. Als Haupthindernisse werden mangelndes Wissen und geopolitische Bedenken genannt.

Auch aktiv verwaltete ETFs stoßen auf wachsendes Interesse, doch der Bekanntheitsgrad ist nach wie vor gering. Nur ein Drittel der Befragten, die ETFs kennen, weiß, dass es solche Produkte gibt, während jeder Zehnte angibt, möglicherweise in Zukunft in sie zu investieren.

Insgesamt zeigt die Umfrage, dass ETFs in Deutschland mittlerweile zum Mainstream geworden sind, dass der Bedarf an Beratung, Informationen und Kontext jedoch nach wie vor hoch ist. Denn es besteht weiterhin eine erhebliche Lücke zwischen Bekanntheit, Interesse und tatsächlicher Nutzung. (mki)

Über die Umfrage

Die repräsentative Bevölkerungsumfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag von Franklin Templeton zwischen dem 3. und 6. Februar 2026 durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 1.009 deutschsprachige Erwachsene ab 18 Jahren, die in Privathaushalten leben. Die Studie wurde online (forsa.omninet) mit einer Fehlermarge von ±3 Prozentpunkten durchgeführt.

Lesetipp der Redaktion: ETF-Fondspolice: Das Beste aus beiden Welten?
 

Der Wert emotionaler Intelligenz in der Beratung

Kunden von Finanzberatern sind entspannter als Selbstentscheider und machen sich weniger Sorgen um ihre Kapitalanlagen. Ein Mehrwert und bessere langfristige Performance. Cora Kaczmarek zeigt auf, wo sich Rendite entwickeln kann.

Ein Artikel von Cora Kaczmarek, Vertriebsexpertin bei Vanguard Deutschland

Der wahre Wert professioneller Finanzberatung lässt sich nur schwierig ermitteln. Einen ersten Anhaltspunkt liefern meist die Anlageergebnisse. Studien belegen, dass sich eine professionelle Anlageberatung in aller Regel rechnet. Langjährige Untersuchungen zeigen einen Renditevorteil gegenüber Selbstentscheidern von jährlich rund 3% nach Abzug der Kosten. Aus subjektiver Kundensicht ist der Vorteil sogar noch größer: Laut einer aktuellen Umfrage von Vanguard unter Finanzberatern und ihren Kundinnen und Kunden in Deutschland schätzen Letztere den Mehrertrag durch Beratung auf 6,4% nach Gebühren. Dieser finanzielle Faktor ist jedoch nur einer von mehreren Aspekten, die Anleger an ihren Finanzberatern schätzen – und nicht einmal der wichtigste.

Bedeutender für ihre Beziehung zu Beratern sind emotionale Faktoren, wie die aktuelle Umfrage ergibt. So schafft persönliche Anlageberatung Vertrauen – für 92% der Anleger in Deutschland ein entscheidender Faktor ihrer Zufriedenheit mit der Beratung; sie sorgt für größere Zuversicht, die gesetzten finanziellen Ziele zu erreichen, wie gut 71% der Befragten äußern. Damit trägt sie bei knapp zwei Dritteln der Anleger entscheidend zu einem Zustand innerer Ruhe und Entspannung bei. Emotionale Werte zu schaffen, ist für eine überzeugende Finanzberatung daher ebenso wichtig wie ein professionelles Portfoliomanagement und bedingen sogar einander. Klar ist dabei: Viele Beratungsleistungen haben sowohl eine finanzielle als auch eine emotionale Wertkomponente. So sorgen gute Anlageergebnisse im Rahmen der gesteckten Ziele für Vertrauen; Verhaltenstraining hilft, Anlagefehler zu vermeiden, und führt zu einem besseren finanziellen Ergebnis.

Finanzielle und emotionale Werte

Aber auch wenn eine trennscharfe Abgrenzung nicht möglich ist, lassen sich doch vier Wertquellen professioneller Anlageberatung identifizieren. Zwei von ihnen sind tendenziell finanzieller Natur, während die anderen beiden emotionalen Mehrwert einbringen. Unterscheiden lassen sich Finanz- und Portfoliowert auf der einen und emotionaler und Zeitwert auf der anderen Seite.

Lange hat sich die Finanzberatung auf die rein finanziellen Aspekte konzentriert. Das sind der Finanzwert und der Portfoliowert. Hier kommen die klassische Finanzplanung und proaktives Portfoliomanagement zum Einsatz: Auf Basis der persönlichen Situation der Kundinnen und Kunden, ihrer Einkommen, Spar- und Ausgabeneigungen lassen sich realistische langfristige Anlageziele formulieren und bei Bedarf an veränderte Lebensumstände anpassen. Darauf folgen die Konstruktion und kontinuierliche Überwachung eines Portfolios. Liefert es den Kunden den erwarteten finanziellen und Portfoliowert, stärkt es auch das Vertrauen in die Kompetenz und schafft damit emotionalen Wert.

Pflege einer persönlichen Beziehung

Diesen emotionalen Wert können Berater noch deutlich steigern, wenn sie ihn bewusst in den Blick nehmen. Besonders wichtig sind der Aufbau und die Pflege einer persönlichen Beziehung. Dazu zählt, sich Zeit zu nehmen, individuelle Lebenswünsche zu verstehen und daraufhin gemeinsam realistische Anlageziele zu formulieren. Dazu zählt auch, im regelmäßigen Austausch zu sein – Lebensumstände können sich ändern, Ziele sich verschieben. Außerdem gilt es, Zwischenergebnisse zu dokumentieren und zu erläutern. Eine derartige Pflege der Beziehung zum Kunden sorgt für die eingangs genannten Effekte: Vertrauen und Sicherheit auf Kundenseite, die gesteckten Anlageziele zu erreichen, sowie die Überzeugung, dass ihr Finanzplan kontinuierlich überwacht und aktualisiert wird.

Daraus entsteht ein Gefühl innerer Ruhe, das vielen Anlegern mehr bedeutet als die nackte Performance. Viele ganzheitlich Beratende berichten, dass Performance für viele Kunden sogar nur ein Randthema im Beratungsprozess darstellt. Neben einer etablierten, vertrauensvollen Berater-Kunden-Beziehung kann insbesondere auch Verhaltenstraining zu einer solchen Gelassenheit beitragen. Wenn die Kurse einbrechen oder neue Trends hohe Erträge versprechen, können Anleger schnell in Versuchung geraten, ihre Positionen zu verkaufen oder vermeintlich aussichtsreiche Wetten einzugehen. Doch Emotionen sind hier ein schlechter Ratgeber. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass die größten Anlagefehler auf Emotionen wie beispielsweise Angst oder Gier zurückzuführen sind. Berater, die ihren Kunden emotionale Distanz, Disziplin und eine langfristige Perspektive vermitteln und selbst danach handeln, steigern nicht nur die Erträge, sondern auch die Zufriedenheit mit der Beratungsleistung. Das bestätigen auch die Kunden: 73% der Anleger schätzen Unterstützung dabei, nicht auf jede Marktbewegung zu reagieren, und 62% empfinden Hilfe beim Verzicht auf Renditejagd als wertvoll.

Beratung spart Lebenszeit

Das hat einen weiteren positiven Effekt: Wer seinem Berater vertraut, ist weniger geneigt, permanent die Entwicklung der Kapitalmärkte und des eigenen Portfolios zu beobachten und jede neue Nachricht auf mögliche Kurseffekte und Marktentwicklungen hin zu bewerten. Auch daraus ergibt sich ein emotionaler Wert auf Kundenseite, der stark an Bedeutung gewonnen hat: eingesparte Lebenszeit. Wer sich bei der Kapitalanlage gut und vertrauensvoll beraten fühlt, hat mehr Zeit für die anderen wichtigen Dinge des Lebens – und kann finanzielle Spielräume nutzen.

Diese immateriellen und schwierig zu quantifizierenden Werte werden in aller Regel menschlicher Beratung zugeschrieben. Doch auch die Kunden digitaler Dienste können emotionale Unterstützung erfahren. Robo-Beratungsdienste punkten vor allem mit einfachen Lösungen für ein organisiertes, kohärentes Porfoliomanagement, eine effiziente Verwaltung von Steuern und Kapitalgewinnen sowie mit Kontrollfunktionen. Damit vermitteln sie gerade Selbstentscheidern ein Gefühl, alles im Griff zu haben – die Lebensplanung ersetzt dies jedoch nicht.

So ist der smarte Einsatz von digitalen Tools wie Robo-Strecken durchaus hilfreich, um „mit der Zeit zu gehen“ und gerade digital-affine Kunden zu betreuen. Jedoch erfordert die komplexe Lebenssituation eines jeden Kunden weiterhin eine fachgerechte Beratung. Hier kann zum Beispiel der Fokus auf eine bestimmte Zielgruppe im Kundenbereich hilfreich sein. Und trotz Digitalisierung einiger Prozesse: Viele Kunden schätzen dennoch die persönliche Ansprache durch ihren Berater.

Lesen Sie auch: Vermögenstransfer: Die Gefahr, Kunden zu verlieren

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Ein Artikel von
Cora Kaczmarek

Wenn eine KI von A bis Z das Portfolio managt

Künstliche Intelligenz in der Geldanlage ist schon länger ein Thema – sei es beim Kunden zur Recherche oder beim Fondsmanager zur Datenauswertung. Doch bei den Produkten des Tech-Unternehmens 3Pace erfolgt die Vermögensverwaltung vollständig via KI.

Interview mit Johannes Kappler, Gründer und Geschäftsführer von 3 Pace
Herr Kappler, Sie haben 2021 3Pace gegründet. Erläutern Sie bitte kurz, wofür Sie mit Ihrem Unternehmen stehen – und gerne auch, wie bei Ihnen die Kombi KI – Versicherungsmarkt entstanden ist.

Am Anfang stand echtes Kundenfeedback. 2016 war ich Mitgründer eines InsurTechs mit einer digitalen Fondspolice. In Gesprächen hörte ich immer wieder denselben Satz: „Die Ansparphase ist toll, aber die Rente nehme ich nicht.“ Mir wurde klar: Das mühsam aufgebaute Kapital läuft Gefahr, in starre Strukturen zu rutschen, in denen Trägheit und konservative Rentenfaktoren einen Großteil der Rendite auffressen. Dieser Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen.

Also habe ich mich gefragt: Was wäre, wenn eine Maschine Spar- und Rentenphase konsequent, emotionslos und automatisiert steuern könnte? 2021 habe ich 3Pace gegründet, um genau dieses System zu bauen. Unsere Rolle ist die des Systemarchitekten: Wir verbinden quantitative Methoden, KI und Regulatorik zu einer Plattform, die weitgehend autonom arbeitet und Entscheidungsqualität skalierbar macht. Die Verbindung mit einem Versicherungsmantel war dann fast zwangsläufig: planbare Zahlungen, lange Horizonte und steuerneutrale Umschichtungen. Darauf bauen wir ein System, in dem Kundenkapital nicht nur verwaltet, sondern intelligent gesteuert wird.

Sie haben auch Ihre eigene KI mit dem Namen IIINITY (sprich: Trinity) entwickelt. Handelt es sich dabei um eine „klassische“ generative KI mit Large Language Model oder funktioniert diese anders?

IIINITY ist das genaue Gegenteil von ChatGPT. Generative KI erzeugt Texte und Bilder. Für seriöse Anlageentscheidungen braucht man keine Eloquenz, sondern Mathematik, Modellierung und strikte Regeln.

IIINITY setzt auf KI-optimierte quantitative Methoden: Monte-Carlo-Simulationen, Stresstests und hauseigene Optimierungsalgorithmen. Hinzu kommt eine Marktregime-Erkennung: Die KI erkennt, ob sich das jeweilige Asset in einem Bullen-, Bären- oder Seitwärtsmarkt befindet, und justiert die Strategie dynamisch. Jede Entscheidung ist protokolliert, mathematisch abgesichert und nachvollziehbar. Keine Blackbox.

Mit dem Launch von IIINITY starten Sie auch die ersten vollständig KI-gesteuerten Anlageprodukte. Wie funktioniert das genau?

Stellen Sie sich vor: Während ein Fondsmanager morgens seinen Kaffee trinkt, hat IIINITY bereits Millionen Datenpunkte analysiert und bei Bedarf die Allokation angepasst. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Ohne Quartalsendspurt, ohne Urlaub, ohne Emotionen.

Seit Dezember 2025 sind wir mit drei Portfolios live: Shield, Guardian und Eagle Eye. IIINITY trifft die Anlageentscheidung innerhalb eines klar definierten Regelwerks. Regulatorisch wird das Rebalancing final von einem menschlichen Portfoliomanager freigegeben. Die Umsetzung erfolgt über unseren Partner MFC Service GmbH als lizenziertes WpIG-Institut. Erhältlich im Versicherungsmantel und als Depotlösung.

Nach welchen Kriterien geht die KI vor?

Drei Parameter bestimmen alles: das Anlageziel, der Zeithorizont und die Risikotoleranz, ausgedrückt als maximaler Drawdown. Ab da übernimmt IIINITY.

Das System durchspielt Tausende Marktszenarien und ermittelt die robusteste Portfoliostruktur. Makrodaten, Volatilität, Korrelationen, alles fließt ein. Das Portfolio wird fortlaufend überwacht und rebalanciert. Innerhalb einer Fondspolice ist diese Rebalancing-Frequenz steuerlich problemlos. Ein Vorteil, den klassische Depotlösungen nicht bieten.

Wie geht IIINITY mit Risikoprofilen um?

Shield, Guardian, Eagle Eye. Die Namen sind Programm. Shield steht für Schutz: konservativ, kapitalerhaltend. Guardian verfolgt eine ausgewogene, momentumbasierte Strategie. Eagle Eye ist die dynamische Variante für wachstumsorientierte Anleger.

Der Unterschied zur klassischen MiFID-Schublade: Das Risiko wird nicht einmal festgelegt und vergessen. IIINITY überwacht es permanent. Erkennt das System eine Marktregimeänderung, reagiert es möglichst präventiv, bevor der Schaden entsteht. Risiko verwalten versus Risiko kontrollieren. Für Berater heißt das: deutlich weniger panische Kundengespräche in turbulenten Marktphasen.

Wie verhalten sich die Kosten bei einer Anlage in IIINITY-Produkten? Günstiger als klassische aktiv gemanagte Fonds?

IIINITY will kein Billiganbieter sein. Wir bieten Risikomonitoring, Szenarioanalyse und Portfoliosteuerung auf institutionellem Niveau. Die Depotlösung liegt bei 0,75% p. a. zzgl. MwSt., hinzu kommt eine flexibel einstellbare Vermittlervergütung zwischen 0% und 1,25% p. a. Der Berater bleibt frei in seiner Gestaltung und profitiert von Services wie Reporting, Vertriebsunterstützung und Schulungen. So liegen wir klar unter klassischen aktiv gemanagten Fonds, sind aber kein ETF von der Stange.

Trifft die KI weniger „Fehlentscheidungen“ als ein Fondsmanager?

Dass aktiv gemanagte Fonds ihren Vergleichsindex langfristig mehrheitlich nicht schlagen, ist längst bekannt. Eine KI kann das auch nicht garantieren. Das sage ich offen.

Aber stellen Sie sich einen Fondsmanager vor, der im März 2020 um 6 Uhr morgens aufwacht und die roten Kurse sieht. Was tut er? Oder einen, der kurz vor Jahresende sein Portfolio „aufhübscht“, damit der Bericht gut aussieht. Der lieber nah an der Benchmark bleibt, weil echter Mut den Job kosten kann. Das sind keine Ausnahmen, das sind systematische Muster, wissenschaftlich dokumentiert.

IIINITY kennt keines davon. Kein Panik-Trading, keine Selbstüberschätzung, kein Benchmark-Kleben. Das macht KI nicht unfehlbar, aber es eliminiert eine ganze Klasse strukturell eingebauter Fehler.

Viele Menschen vertrauen KI noch nicht so ganz. Wird es noch dauern, bis derartige KI-gesteuerte Anlageprodukte wirklich Anklang finden?

Das Vertrauen kommt schneller, als die meisten denken. Laut einer DekaBank-Umfrage würden 36% einer KI eigenständige Anlageentscheidungen anvertrauen. Das nehme ich ernst.

Als Online-Banking kam, wollten Menschen ihr Geld lieber am Schalter überweisen. Was Vertrauen wachsen lässt, ist nicht das Wort „KI“, sondern Transparenz. Berater, die sagen können: „Das System entscheidet nach definierten Regeln, und ich kann Ihnen das anhand von Wahrscheinlichkeiten erklären“, die haben ein Narrativ, das weit über „Ich glaube, der Fonds ist gut“ hinausgeht.

Bieten Sie die Fonds auch für Makler oder Berater zur Vermittlung an, sei es als Direktanlage oder für Fondspolicen?

Absolut, Makler und Berater sind unser Herzstück. Die Lösung ist B2B-konzipiert: Der Berater bleibt Vertrauensanker, wir liefern Portfoliomethodik und Reporting.

Die Portfolios sind z. B. über die Deutsche Gesellschaft für Ruhestandsplanung zugänglich. Positive Rückmeldungen kommen besonders aus zwei Lagern: Jüngere Makler sagen, sie hätten endlich etwas, was sie den FinTechs auch innerhalb einer Versicherungslösung entgegenstellen können. Und die erfahrenen Berater stellen sich eine andere Frage: Muss ich meinen mühsam aufgebauten Bestand, mein Lebenswerk, überhaupt verkaufen, wenn eine KI es weiter verwalten kann?

Haben Sie schon Anfragen von Versicherern dazu bekommen? Wie wird IIINITY angenommen?

Die Resonanz ist bemerkenswert. Seit Jahresanfang sind unsere Portfolios über die Fondspolice der Liechtenstein Life erhältlich. Die Anfragen kommen nicht aus einem „KI ist der nächste Hype“-Reflex, sondern aus echtem operativen Interesse. Auch mit Pools, Finanzvertrieben und Family Offices laufen vielversprechende Gespräche.

Was mich persönlich am meisten reizt: vollständig individuelle Kundenportfolios, exakt zugeschnitten auf einen einzelnen Menschen. Da die KI automatisiert optimiert, entsteht kein proportionaler Mehraufwand, ob zehn oder tausend Mandate. Wir stehen bei vielleicht 5% dessen, was möglich ist. Ich bin überzeugt, dass wir in zehn Jahren auf heute zurückblicken und sagen: Das war der Moment, in dem regelbasierte, KI-optimierte Anlage zur Normalität wurde.

Lesen Sie auch: KI mischt bei Finanzentscheidungen längst mit

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Aktuelle Investmenttrends: Was die Märkte bewegt

Die Welt ist im Wandel – derzeit gefühlt stärker als zuvor, vor allem aus geopolitischer und technologischer Sicht. Wie sieht die Investmentbranche die aktuellen Herausforderungen für die Märkte? AssCompact hat nachgefragt und die Ergebnisse in einer Bildergalerie zusammengefasst.

 
von
 

Carmignac Patrimoine: Der Schlüssel zu einer effektiven Diversifikation

Was geschieht, wenn die traditionelle Diversifikation versagt? Erfahren Sie, wie unsere flexible Strategie mit aktiver Allokation und differenzierten Maßnahmen darauf abzielt, widerstandsfähigere Portfolios aufzubauen.

In den letzten Jahren wurde eine weit verbreitete Annahme in Frage gestellt: die Theorie einer „natürlichen“ Diversifikation über verschiedene Anlageklassen hinweg. Im Jahr 2022 und angesichts der Spannungen im Nahen Osten ganz besonders in jüngster Zeit erlitten Aktien und Anleihen gleichzeitig Kursverluste, was zeigt, dass ein Portfolio zwar diversifiziert erscheinen mag, sich die enthaltenen Assetklassen aber dennoch im Gleichschritt bewegen können.

Daher setzt der Carmignac Patrimoine auf ein solideres Diversifikationskonzept. Denn es geht nicht mehr nur um die Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen, da viele Vermögenswerte ähnlich auf gemeinsame Einflussfaktoren wie Inflation, Geldpolitik und Wachstumserwartungen reagieren. Eine wirksame Diversifikation erfordert die Kombination wirklich unterschiedlicher Renditequellen.

1. Auch sichere Anlagen sind nicht unfehlbar

Kein Anlageinstrument bietet dauerhaften Schutz. Gold, das traditionell als sicherer Hafen gilt, hat sich zeitweise eher wie ein Wachstumswert verhalten. Nach starken Kursgewinnen in den Jahren 2024/25 trat es Anfang 2026 in eine parabolische Phase ein, bevor der Goldkurs während des Iran-Konflikts nachgab.

Ebenso sind die Diversifikationsvorteile mittels Anleihen, die lange Zeit als Stabilisatoren für Portfolios galten, in Frage gestellt worden. Beim Carmignac Patrimoine verfolgen wir einen aktiven Ansatz und passen die Positionen dynamisch an. So haben wir im ersten Quartal unsere Engagements in Goldminenaktien reduziert und eine negative Duration gewählt, um das Portfolio abzusichern.

2. Unabhängigkeit vom Konsens wahren

Carmignac Patrimoine ist bestrebt, konsensgetriebene Risiken zu vermeiden, indem es das Engagement in Markttrends („Momentum“) mit differenzierten Überzeugungen kombiniert. Wir behalten unser Engagement im Technologiesektor bei, nehmen jedoch Umschichtungen innerhalb des Sektors vor und bevorzugen nach den Kurskorrekturen Software gegenüber Hyperscalern. Unsere frühzeitige Positionierung in inflationsgebundenen Wertpapieren spiegelt zudem unsere Überzeugung wider, dass die Inflation länger anhalten wird.

3. Nutzung der geografischen Diversifikation

Zur Umsetzung von Diversifikations-Ansätzen gehört auch eine aktive geografische Streuung. Anstatt uns auf statische regionale Aufteilungen zu stützen, verfolgen wir einen detaillierten Ansatz und wählen die relevantesten Anlageklassen innerhalb jeder Region aus. So bringen wir beispielsweise unsere positive Einschätzung von Rohstoffen durch Währungen wie den brasilianischen Real und den australischen Dollar zum Ausdruck.

4. Sicherheiten kaufen, solange sie günstig sind

Carmignac Patrimoine integriert Absicherungsstrategien. Anstatt in Stressphasen zu reagieren, setzen wir derivative Finanzinstrumente – insbesondere Optionen – ein, wenn die Volatilität gering ist und Risiken unterbewertet werden, um die Auswirkungen negativer Marktbewegungen abzumildern.

Quelle: Carmignac Stand 31.03.2026. Marketing-Anzeige. Bitte lesen Sie den KID /Prospekt bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Hauptrisiken des Carmignac Patrimoine: Aktienrisiko, Zinsrisiko, Kreditrisiko, Währungsrisiko. Der Fonds ist mit einem Kapitalverlustrisiko verbunden. Bei den Fonds handelt es sich um Investmentfonds in der Form von vertraglich geregeltem Gesamthandseigentum (FCP), die der OGAW-Richtlinie nach französischem Recht entsprechen. Empfohlene Mindestanlagedauer: 3 jahre. Risikoskala: 3/7 (Die Definition der Risikoskala finden Sie im KID/BIB (Basisinformationsblatt). Das Risiko 1 ist nicht eine risikolose Investition. Dieser Indikator kann sich im Laufe der Zeit verändern).

Diese Unterlagen dürfen ohne die vorherige Genehmigung der Verwaltungsgesellschaft weder ganz noch in Auszügen reproduziert werden. Diese Unterlagen stellen weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageberatung dar. Diese Unterlagen stellen keine buchhalterische, rechtliche oder steuerliche Beratung dar und sollten nicht als solche herangezogen werden. Diese Unterlagen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und dürfen nicht zur Beurteilung der Vorzüge einer Anlage in Wertpapieren oder Anteilen, die in diesen Unterlagen genannt werden, oder zu anderen Zwecken herangezogen werden. Die in diesen Unterlagen enthaltenen Informationen können unvollständig sein und ohne vorherige Mitteilung geändert werden. Sie entsprechen dem Stand der Informationen zum Erstellungsdatum der Unterlagen, stammen aus internen sowie externen, von Carmignac als zuverlässig erachteten Quellen und sind unter Umständen unvollständig. Darüber hinaus besteht keine Garantie für die Richtigkeit dieser Informationen. Dementsprechend wird die Richtigkeit und Zuverlässigkeit dieser Informationen nicht gewährleistet und jegliche Haftung im Zusammenhang mit Fehlern und Auslassungen (einschließlich der Haftung gegenüber Personen aufgrund von Nachlässigkeit) wird von Carmignac, dessen Niederlassungen, Mitarbeitern und Vertretern abgelehnt.​ Die Bezugnahme auf bestimmte Werte oder Finanzinstrumente dient als Beispiel, um bestimmte Werte, die in den Portfolios der Carmignac-Fondspalette enthalten sind bzw. waren, vorzustellen. Hierdurch soll keine Werbung für eine Direktanlage in diesen Instrumenten gemacht werden, und es handelt sich nicht um eine Anlageberatung. Die Verwaltungsgesellschaft unterliegt nicht dem Verbot einer Durchführung von Transaktionen in diesen Instrumenten vor Veröffentlichung der Mitteilung. Die Portfolios der Carmignac-Fondspalette können ohne Vorankündigung geändert werden.​ Bei der Entscheidung, in den beworbenen Fonds zu investieren, alle Eigenschaften oder Ziele des beworbenen Fonds berücksichtigt werden sollten, wie sie in seinem Prospekt oder in den Informationen beschrieben sind. Der Zugang zu den Fonds kann für bestimmte Personen oder Länder Einschränkungen unterliegen. Diese Unterlagen sind nicht für Personen in Ländern bestimmt, in denen die Unterlagen oder die Bereitstellung dieser Unterlagen (aufgrund der Nationalität oder des Wohnsitzes dieser Person oder aus anderen Gründen) verboten sind. Personen, für die solche Verbote gelten, dürfen nicht auf diese Unterlagen zugreifen. Die Besteuerung ist von den jeweiligen Umständen der betreffenden Person abhängig. Die Fonds sind in Asien, Japan und Nordamerika nicht zum Vertrieb an Privatanleger registriert und sind nicht in Südamerika registriert. Carmignac-Fonds sind in Singapur als eingeschränkte ausländische Fonds registriert (nur für professionelle Anleger). Die Fonds wurden nicht gemäß dem „US Securities Act“ von 1933 registriert. Gemäß der Definition der US-amerikanischen Verordnung „US Regulation S“ und FATCA dürfen die Fonds weder direkt noch indirekt zugunsten oder im Namen einer „US-Person“ angeboten oder verkauft werden. Die Risiken, Gebühren und laufenden Kosten sind in den wesentlichen Anlegerinformationen (Basisinformationsblatt, KID) beschrieben. Die wesentlichen Anlegerinformationen müssen dem Zeichner vor der Zeichnung ausgehändigt werden. Der Zeichner muss die wesentlichen Anlegerinformationen lesen. Anleger können einen teilweisen oder vollständigen Verlust ihres Kapitals erleiden, da das Kapital der Fonds nicht garantiert ist. Die Fonds sind mit dem Risiko eines Kapitalverlusts verbunden. Die Verwaltungsgesellschaft kann den Vertrieb in Ihrem Land jederzeit einstellen. Die Prospekte, KID und Jahresberichte des Fonds stehen auf der Website www.carmignac.com/de-de zur Verfügung und sind auf Anforderung bei der Verwaltungsgesellschaft erhältlich. Die Anleger können eine Zusammenfassung ihrer Rechte auf Deutsch unter dem folgenden Link abrufen Absatz 5.

 

Wie Vermittler Kunden mit Silber enger an sich binden können

Der Volksmund nennt es: „Gold des kleinen Mannes“. Es ist auch als „Kleiner Bruder des Goldes“ bekannt: Silber! Man sollte es jedoch als eigenständige Anlageklasse mit spezifischen Zyklen verstehen. Als Edelmetall steht Silber oft im Schatten des alles überstrahlenden Goldes.

Ein Artikel von Heiko Trampler, Vertriebsleiter & Maklerbeauftragter von philoro EDELMETALLE

Silber ist eine Jahrtausende alte Währung. Es wird seit ca. 5.000 Jahren als Geld verwendet. Es war oft Basis für Währungssysteme (Silberstandard), da es leichter teilbar und im Alltag praktischer ist als Gold.

Edelmetall-Analysten haben über Jahrzehnte die gleiche Geschichte vom Silberpotenzial erzählt: Im Gegensatz zu Gold, das „nur“ als Wertspeicher dient, verbindet Silber zwei Welten: Es ist Anlagemetall und es ist unverzichtbarer Rohstoff vieler Zukunftstechnologien. Das macht es zu einem wertvollen Teil moderner Portfolios. Ob in der Elektromobilität, Solarenergie/Photovoltaik, Medizin-Technik, künstlicher Intelligenz oder Elektronik – Silber spielt in vielen Industrien eine zentrale Rolle.

Die Industrienachfrage verleiht ihm ein starkes Fundament und hohes Kurspotenzial. Das macht Silber spannend für Vermittler und Anleger. Über seine Rolle als Rohstoff vieler Zukunftstechniken hat es Anlegerfantasien beflügelt. Die Kursentwicklung hat jedoch die Erwartungen lange enttäuscht.

Für wen ist Silber die richtige Wahl?

Silber eignet sich besonders für Vermittler und Anleger, die bereit sind, mehr Dynamik im Depot zuzulassen. Gleichzeitig können sie von langfristigen, strukturellen Trends wie Energiewende, dem Digitalisierungsboom oder Nachfrage aus Schwellenländern profitieren. Wer flexibel investieren, auf Zukunftstechnologien setzen und dabei nicht zu tief in die Tasche greifen möchten, ist bei Silber richtig. Es bringt Bewegung ins Portfolio. Edelmetalle sind grundsätzlich das wertstabilste Gut der Welt. Gerade in unsicheren Wirtschaftszeiten sind Menschen auf der Suche nach sicheren Häfen.

Drei Punkte, die Vermittler über Silber wissen sollten

Folgende drei Punkte über Silber sind für Vermittler bei der Beratung besonders relevant:

  • Verständnis der Volatilität: Der Markt für Silber ist kleiner als für Gold. Historisch gesehen reagiert es deshalb viel heftiger auf wirtschaftliche Veränderungen. Wer die Geschichte kennt, nutzt diese Schwankungen gezielt aus, statt von ihnen überrascht zu werden.
  • Industrielle Nachfrage als Preistreiber: Da Silber die höchste elektrische Leitfähigkeit aller Metalle besitzt, ist es heute essenziell für die Solarindustrie, E-Mobilität und 5G-Technik. Im Gegensatz zu Gold wird Silber in der Industrie oft verbraucht und nicht recycelt, was langfristig das Angebot verknappt.
  • Krisenschutz und Inflation: Wie die Geschichte zeigt, dient Silber in Zeiten von Währungsabwertungen als „Hedge“ (Absicherung).
Edelmetalle und Silber in der Portfolio-Theorie

Grundsätzlich stellen Anleger ihr persönliches Portfolio zusammen nach bestem Wissen, Gewissen und entsprechend ihrem Risikoappetit. Dabei ist es eine persönliche Entscheidung, ob man mehr in Aktien, Anleihen, Fonds, Immobilien, Kryptowährungen, Edelmetalle oder ganz andere Anlageklassen reingeht. Viele Finanzexperten empfehlen: 10 bis 15% der Anlagen in Edelmetalle halten! Vom Edelmetallanteil sollten dann rund 20% in Silber angelegt werden. Das ist in der Form eine Art Versicherung für das Portfolio und der sichere Anlagehafen.

Daher ist die Frage nicht, ob Silber und Gold oder Aktien ins Portfolio gehören. Es geht nicht um ein Entweder-oder. Es sollte immer heißen: Lieblingsanlageklassen UND Edelmetalle!

Kundenbindung durch Silbersparpläne und Einmalanlagen

Heute, wo volatile Märkte und wirtschaftliche Unsicherheit normal geworden sind, suchen Anleger nach stabilen und greifbaren Investitions­chancen. Versicherungsmakler oder Investmentberater haben die Möglichkeit, ihren Kunden genau das zu bieten: physischen Erwerb von Silber durch Sparpläne oder Einmalanlagen. Sparpläne ermöglichen eine regelmäßige, planbare Investition in Silber, die über einen bestimmten Zeitraum angespart wird. Dazu kommen beste Einkaufskonditionen, selbst für kleine Investitionen. Die Strategie stärkt nicht nur das Kundenvertrauen in den Vermittler, es ermöglicht eine tiefere Bindung an den Berater.

Physische Silberanlagen: Vertrauen durch Greifbarkeit

Der Besitz von physischem Silber vermittelt Kunden das Gefühl von Sicherheit und unmittelbarer Wertbeständigkeit. Während viele Anleger in Wertpapiere investieren, stellt der Erwerb von Edelmetallen eine greifbare Alternative dar. Silber gilt als eine der stabilsten Anlagen, die sowohl in Krisenzeiten als auch in wirtschaftlich stabilen Phasen attraktiv bleibt. 2025 hat Silber – je nach Währung – über 100% an Wert gewonnen. Damit liegt es im abgelaufenen Jahr deutlich vor Gold. In Euro hat Silber seit dem Jahr 2000 eine durchschnittliche Performance von 7,1% erreicht. Die höchste Performance hatte Silber im Jahr 2010 mit 96,2% Preisanstieg. Das zeigt, wie groß das Potenzial von Silber ist. Die steigende Industrienachfrage bei sinkendem Angebot deutet auf einen langfristig steigenden Silberpreis hin. Durch die Vermittlung von physischem Silber können Vermittler Kunden helfen, ihr Portfolio zu diversifizieren und langfristig Vermögenswerte zu sichern.

Teilhabe an Kundeninvestitionen

Der Verkauf echter Edelmetalle bietet nicht nur eine Möglichkeit zur Kundenbindung. Er dient auch als zusätzliche Einkommensquelle für Berater. Es gibt verschiedene Modelle: Einige sehen eine Abschluss- oder Eröffnungsgebühr vor, die eine Kundenhürde darstellen kann. Andere Modelle bieten eine Beteiligung am Aufgeld, solange der Kunde investiert. Die Ansätze werden von verschiedenen Anbietern unterstützt. Sie sind so ausgelegt, dem Kunden fairere Bedingungen zu bieten, ohne Produkte unnötig zu verteuern. Die Modelle schaffen eine Situation, die beiden Seiten zugutekommt.

Stärkung der Kundenbeziehungen

Indem Vermittler ihren Kunden Zugang zu Silberanlagen ermöglichen, zeigen sie, dass sie ihre finanziellen Interessen ernst nehmen und langfristige Vermögenswerte sichern möchten. Das fördert nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Loyalität. Zufriedene Kunden sind eher bereit, Empfehlungen auszusprechen und neue Geschäfte mit demselben Berater abzuschließen. Durch laufende Schulungen und Informationen können Vermittler ihr Fachwissen weiter ausbauen. So bieten sie ihren Kunden gute Einblicke in den gesamten Edelmetallmarkt.

Fazit

Insgesamt eröffnet der physische Erwerb von Silber nicht nur neue Perspektiven für das Beratungsgeschäft. Er stärkt auch die Position des Vermittlers als vertrauenswürdiger Partner in Finanzangelegenheiten der Kunden. Dabei ist das silberfarbene Edelmetall in zwei Welten zu Hause: Es ist ein Anlage- und somit ein Edel- und Industriemetall zugleich. Silber ist Anlageanker und profitiert sowohl von wirtschaftlicher Unsicherheit als auch von technologischem Fortschritt – eine seltene Kombination. Es hat geringe Einstiegshürden, die zum Beispiel viel niedriger sind als bei Gold. Der niedrige Preis macht Silber besonders attraktiv für Einsteiger oder Anleger, die mit kleineren Beträgen ihr Portfolio diversifizieren möchten. Zudem bietet es ein historisches Aufholpotenzial: In Zeiten der Wirtschaftserholung oder bei anziehender Industrieproduktion neigt Silber dazu, Gold zu überflügeln.

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Ein Artikel von
Heiko Trampler

myLife und FFB kooperieren im Investmentgeschäft

Die myLife Lebensversicherung AG und die FIL Fondsbank GmbH (FFB) arbeiten im Bereich des versicherungsbasierten Investmentgeschäfts zusammen. Gestartet wird mit einem Einmalbeitragsprodukt im Rahmen der myLife Invest-Produktfamilie.

Die myLife Lebensversicherung AG und die FIL Fondsbank GmbH (FFB) starten eine Zusammenarbeit für versicherungsbasiertes Investmentgeschäft. Demnach werde die myLife bei der Abwicklung des versicherungsbasierten Investmentgeschäfts neben der Fondsdepot Bank in Zukunft auch mit der FFB, ein Unternehmen von Fidelity International, kooperieren. Der Kooperationsvertrag wurde laut den Unternehmen letztes Jahr unterzeichnet.

Den Start bildet ein Einmalbeitragsprodukt im Rahmen der myLife Invest-Produktfamilie. Für Kunden und Finanzberater wird es eine erweiterte Fondsauswahl und ein verbessertes Kostenmodell für Transaktionen geben. (lg)

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Der Kampf der Börse mit dem Nahostkonflikt

Ende Februar haben die Vereinigten Staaten und Israel den Iran angegriffen. Seitdem ist die Situation am Kapitalmarkt äußerst instabil – ungewöhnlicherweise. Wie ist der aktuelle Stand? Und wie wird die EZB damit umgehen?

Man war in den letzten Jahren an der Börse fast ein wenig verwöhnt. Denn seit 2020 jagt eine geopolitische Krise die nächste. Das Positive dabei: Der Börse war das nach einem vergleichsweise kurzen Schock meist egal – sie ist einfach immer weiter nach oben geklettert. Auch der Dax hat in den letzten Monaten regelmäßig neue Rekorde aufgestellt, Ende Februar residierte er bei klar über 25.000 Punkten.

Doch am 28.02.2026 kam dann der Dämpfer: Die USA und Israel greifen den Iran an und es kommt zu einer erneuten Eskalation des Nahostkonflikts. Erst ging der Dax daraufhin schnell auf unter 24.000 Punkte zurück, Tendenz fallend. Am Freitag, 20.03.2026, um die Mittagszeit steht er zwischen 22.700 und 22.800, nach einem nochmaligen deutlichen Absturz am Donnerstag, 19.03. Auslöser hierfür dürften die Angriffe Israels auf Förderanlagen, die mit dem weltgrößten Gasfeld South Pars verbunden sein sollen, so schreibt es tagesschau.de. Der Iran hat seinerseits gegengesteuert mit Drohungen, Öl- und Gasanlagen in Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu zerstören. Das Ganze sorgt global für ansteigende Öl- und Gaspreise – der Blick auf die Preise an der Tankstelle am Freitagmorgen dürfte bei dem einen oder anderen bereits Schmerzen in der Geldbörse ausgelöst haben, noch bevor man den Zapfhahn in die Hand genommen hat.

Blickt man international, hat auch der S&P 500 seit Ende Februar Federn gelassen in Höhe von etwa 4%. Gut, die USA kämpfen derzeit mit den verschiedensten Problemen. Zum Beispiel einem Weißen Haus, über das man eigentlich ein Zirkuszelt spannen müsste, um das äußere Erscheinungsbild der aktuellen Situation innerhalb der Wände anzupassen.

Wo bleibt die Ruhe?

Wie oben erwähnt: Üblicherweise kehrte an den Märkten nach einem initialen Schock aufgrund solcher Begebenheiten immer wieder recht schnell Ruhe ein. Dieses Mal ist es anders. Gerade am Dax sah man am 02.03., dem Montag nach dem Angriff im Iran, den Sturz nach unten – und dann reduzierte sich der Punktestand langsam, aber stetig weiter.

Woran das liegt? Nun, die Weltwirtschaft ist bekanntermaßen an Komplexität kaum zu überbieten. Tatsache ist jedoch, dass nach dem Angriff am 28.02. die Lage nicht entspannter wurde, sondern immer wieder neue Entwicklungen hinzukamen, die die Weltwirtschaft direkt oder indirekt betreffen und außerdem von öffentlichem Interesse sind. Das erkennt man u. a. daran, dass auch die Tagespresse tagtäglich über den Nahostkonflikt berichtet – weil die Masse es liest.

Es bietet sich ja auch an: Zunächst der initiale Angriff, dann ist die Straße von Hormus blockiert, dann kommt der „Öl- und Gaspreisschock“, die wiederum ziehen Inflations- und Stagflationsrisiken nach sich und und und … Man könnte sagen: Es hat einen Grund, warum sich auch der Markt nicht entspannt – denn die Menschen sind es auch nicht.

Und die Zinsen?

Apropos Inflation: Die hat sich in den letzten Monaten auch im Euroraum ziemlich entspannt und hat sich brav um die 2% bewegt, dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) bewegt. Die Notenbanker um Präsidentin Christine Lagarde konnten daher auch den Leitzins beruhigt bei 2% belassen. Jetzt stellt sich allerdings doch wieder die Frage, ob die EZB dieses Jahr nicht doch nochmal daran schraubt – aufgrund der Energiepreise vielleicht nach oben?

Am Donnerstag tagte die EZB wieder zum Leitzins und änderte für den Moment noch nichts, so wie die anderen westlichen Notenbanken. Sie ist sich aber der Veränderung des Marktes durchaus bewusst. In der zugehörigen Mitteilung schreibt sie: „Der Krieg im Nahen Osten hat zu deutlich unsichereren Aussichten geführt. Er hat Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum zur Folge.“ Man sei allerdings gut gerüstet, um diese Unsicherheit zu bewältigen.

Die Frage ist, inwiefern die durch die steigenden Energiepreise voraussichtlich auch steigende Inflation die EZB zu einer Entscheidung treibt. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 reagierte die Frankfurter Institution recht spät, nämlich im Juni 2022, was damals auch für Kritik sorgte.

Und wie dann die Märkte reagieren werden? Tja, das zeigt wie immer nur die Kristallkugel. (mki)

 

WWK legt KI-Fonds für europäische Aktien auf

Von der WWK kommt ein weiterer Investmentfonds im Rahmen ihres Investmentkonzepts „WWK KI Alpha“ auf den Markt. Der Fonds ist auf europäische Aktien fokussiert und will mithilfe von künstlicher Intelligenz den MSCI Europe schlagen.

Die WWK Investment S.A., die konzerneigene Kapitalverwaltungsgesellschaft der WWK Versicherungsgruppe, hat einen weiteren Fonds ihres Investmentkonzepts „WWK KI Alpha“ aufgelegt, den WWK KI Alpha – Aktien Europa. Der für private Anleger konzipierte Fonds setzt bei der Titelselektion des Portfolios vor allem auf das Potenzial künstlicher Intelligenz, so die WWK.

Dabei arbeiten die Kapitalmarktexperten der WWK mit dem externen Anlageberater und Technologie-Unternehmen Ultramarin Capital GmbH zusammen. Anlageziel des Fonds ist, eine positive aktive Rendite gegenüber dem europäischen Vergleichsindex MSCI Europe zu erwirtschaften. Der Fonds folgt auf den WWK KI Alpha – Aktien Welt, der denselben Investmentansatz verfolgt.

Laut Dr. Daniel Willmann, Co-Founder und CEO von Ultramarin, könne KI vielschichtige Zusammenhänge abbilden, was zu besseren Prognosen führe. Außerdem handle die Maschine frei von Emotionen. Die WWK gibt derweil den Rahmen, in dem die KI handelt, vor und kontrolliert jeden Anlagevorschlag. Langfristig sollen sich so höhere Renditechancen bei gleichzeitig geringeren Risiken und Schwankungen ergeben. (mki)

Lesetipp der Redaktion: Wie Makler mit Technologie und Automatisierung Weichen stellen
 

Nuveen übernimmt Schroders

Das Traditionsunternehmen Schroders wird nach über 200 Jahren der Unabhängigkeit aufgekauft. Der US-Vermögensverwalter Nuveen bietet den Aktionären eine Gesamtsumme von rund 11 Mrd. Euro. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

226 Jahre – so lange ist es her, dass das in London sitzende Investmentunternehmen Schroders gegründet wurde. Und gegen Ende des Jahres soll es mit der Unabhängigkeit vorbei sein, denn: Schroders soll aufgekauft werden, und zwar vom US-Asset-Manager Nuveen. Die Einigung zu einer Barübernahme ist bereits erfolgt, wie es in einer Nuveen-Mitteilung vom 12.02.2026 heißt. Nuveen werde demnach das gesamte ausgegebene und noch auszugebende Aktienkapital von Schroders für rund 9,9 Mrd. britische Pfund (GBP). Umgerechnet sind das knapp 11,4 Mrd. Euro.

Durch die Transaktion entstehe einer der größten aktiven, globalen Asset-Manager mit rund 2,5 Bio. US-Dollar an verwaltetem Vermögen. 1,1 Bio. davon kommen von Schroders, 1,4 Bio. von Nuveen. Es werde jedoch erwartet, dass die Schroders-Gruppe für mindestens zwölf Monate nach Vollzug der Transaktion als eigenständiges Unternehmen innerhalb der erweiterten Nuveen-Gruppe fortgeführt wird.

Schroders werde weiterhin von CEO Richard Oldfield geführt, der an William Huffman, CEO von Nuveen, berichten und Mitglied des Nuveen Executive Management Teams wird.

Details der Transaktion

Gemäß den Bedingungen der Transaktion erhalte jeder Schroders-Aktionär bei Vollzug eine Barzahlung in Höhe von 5,90 GBP je Schroders-Aktie, erläutert Nuveen. Das entspreche einem Gesamtwert von 9,5 Mrd. GBP („Barvergütung“). Die Aktionäre seien darüber hinaus berechtigt, Dividenden von insgesamt bis zu 22 Pence je Schroders-Aktie vor Vollzug zu erhalten und zu behalten („Zulässige Dividenden“). Zusammen mit der Barvergütung ergebe sich hieraus eine Bewertung des gesamten ausgegebenen und noch auszugebenden Aktienkapitals von Schroders in Höhe von 9,9 Mrd. GBP.

Zeitplan

Die Transaktion wurde von den Verwaltungsräten von Nuveen und Schroders jeweils einstimmig genehmigt. Der Vorstand von Schroders empfiehlt den Aktionären einstimmig, der Transaktion zuzustimmen. Die Schroders-Direktoren, die Aktien halten, haben sich zudem unwiderruflich verpflichtet, für die Transaktion zu stimmen. Der Abschluss wird derzeit für das vierte Quartal 2026 avisiert, vorbehaltlich der Erfüllung oder des Verzichts auf bestimmte Bedingungen, einschließlich der Zustimmung der Schroders-Aktionäre sowie kartell- und aufsichtsrechtlicher Genehmigungen. (mki)