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WWK legt KI-Fonds für europäische Aktien auf

Von der WWK kommt ein weiterer Investmentfonds im Rahmen ihres Investmentkonzepts „WWK KI Alpha“ auf den Markt. Der Fonds ist auf europäische Aktien fokussiert und will mithilfe von künstlicher Intelligenz den MSCI Europe schlagen.

Die WWK Investment S.A., die konzerneigene Kapitalverwaltungsgesellschaft der WWK Versicherungsgruppe, hat einen weiteren Fonds ihres Investmentkonzepts „WWK KI Alpha“ aufgelegt, den WWK KI Alpha – Aktien Europa. Der für private Anleger konzipierte Fonds setzt bei der Titelselektion des Portfolios vor allem auf das Potenzial künstlicher Intelligenz, so die WWK.

Dabei arbeiten die Kapitalmarktexperten der WWK mit dem externen Anlageberater und Technologie-Unternehmen Ultramarin Capital GmbH zusammen. Anlageziel des Fonds ist, eine positive aktive Rendite gegenüber dem europäischen Vergleichsindex MSCI Europe zu erwirtschaften. Der Fonds folgt auf den WWK KI Alpha – Aktien Welt, der denselben Investmentansatz verfolgt.

Laut Dr. Daniel Willmann, Co-Founder und CEO von Ultramarin, könne KI vielschichtige Zusammenhänge abbilden, was zu besseren Prognosen führe. Außerdem handle die Maschine frei von Emotionen. Die WWK gibt derweil den Rahmen, in dem die KI handelt, vor und kontrolliert jeden Anlagevorschlag. Langfristig sollen sich so höhere Renditechancen bei gleichzeitig geringeren Risiken und Schwankungen ergeben. (mki)

Lesetipp der Redaktion: Wie Makler mit Technologie und Automatisierung Weichen stellen
 

Nuveen übernimmt Schroders

Das Traditionsunternehmen Schroders wird nach über 200 Jahren der Unabhängigkeit aufgekauft. Der US-Vermögensverwalter Nuveen bietet den Aktionären eine Gesamtsumme von rund 11 Mrd. Euro. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

226 Jahre – so lange ist es her, dass das in London sitzende Investmentunternehmen Schroders gegründet wurde. Und gegen Ende des Jahres soll es mit der Unabhängigkeit vorbei sein, denn: Schroders soll aufgekauft werden, und zwar vom US-Asset-Manager Nuveen. Die Einigung zu einer Barübernahme ist bereits erfolgt, wie es in einer Nuveen-Mitteilung vom 12.02.2026 heißt. Nuveen werde demnach das gesamte ausgegebene und noch auszugebende Aktienkapital von Schroders für rund 9,9 Mrd. britische Pfund (GBP). Umgerechnet sind das knapp 11,4 Mrd. Euro.

Durch die Transaktion entstehe einer der größten aktiven, globalen Asset-Manager mit rund 2,5 Bio. US-Dollar an verwaltetem Vermögen. 1,1 Bio. davon kommen von Schroders, 1,4 Bio. von Nuveen. Es werde jedoch erwartet, dass die Schroders-Gruppe für mindestens zwölf Monate nach Vollzug der Transaktion als eigenständiges Unternehmen innerhalb der erweiterten Nuveen-Gruppe fortgeführt wird.

Schroders werde weiterhin von CEO Richard Oldfield geführt, der an William Huffman, CEO von Nuveen, berichten und Mitglied des Nuveen Executive Management Teams wird.

Details der Transaktion

Gemäß den Bedingungen der Transaktion erhalte jeder Schroders-Aktionär bei Vollzug eine Barzahlung in Höhe von 5,90 GBP je Schroders-Aktie, erläutert Nuveen. Das entspreche einem Gesamtwert von 9,5 Mrd. GBP („Barvergütung“). Die Aktionäre seien darüber hinaus berechtigt, Dividenden von insgesamt bis zu 22 Pence je Schroders-Aktie vor Vollzug zu erhalten und zu behalten („Zulässige Dividenden“). Zusammen mit der Barvergütung ergebe sich hieraus eine Bewertung des gesamten ausgegebenen und noch auszugebenden Aktienkapitals von Schroders in Höhe von 9,9 Mrd. GBP.

Zeitplan

Die Transaktion wurde von den Verwaltungsräten von Nuveen und Schroders jeweils einstimmig genehmigt. Der Vorstand von Schroders empfiehlt den Aktionären einstimmig, der Transaktion zuzustimmen. Die Schroders-Direktoren, die Aktien halten, haben sich zudem unwiderruflich verpflichtet, für die Transaktion zu stimmen. Der Abschluss wird derzeit für das vierte Quartal 2026 avisiert, vorbehaltlich der Erfüllung oder des Verzichts auf bestimmte Bedingungen, einschließlich der Zustimmung der Schroders-Aktionäre sowie kartell- und aufsichtsrechtlicher Genehmigungen. (mki)

 

Fondsbranche verbucht größtes Neugeschäft seit 2021

Mit hohen Mittelzuflüssen, starkem ETF-Geschäft und einem neuen Rekordvermögen blickt die Fondsbranche laut Fondsverband BVI auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Vor allem passive ETFs konnten sich über starke Zuflüsse freuen.

Die Fondsbranche in Deutschland hat 2025 ein starkes Jahr verzeichnet. „2025 war ein starkes Jahr. Die Fondsbranche verbuchte bei Publikumsfonds das beste Neugeschäft seit 2021 und verwaltet mit über 4.850 Milliarden Euro ein Rekordvermögen“, sagt Matthias Liermann, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI.

Insgesamt flossen Investmentfonds im vergangenen Jahr netto 154 Mrd. Euro zu. Offene Publikumsfonds erzielten dabei ein Neugeschäft von 86 Mrd. Euro.

ETFs dominieren das Neugeschäft

Treiber des Wachstums waren insbesondere börsengehandelte Indexfonds. Aktien- und Renten-ETFs vereinten zusammen 57 Mrd. Euro Neugeschäft auf sich.

Im Detail lagen Aktienfonds mit 52,0 Mrd. Euro Mittelzufluss an der Spitze, davon 45,6 Mrd. Euro in ETFs und 6,4 Mrd. Euro in aktiv gemanagte Fonds. Rentenfonds verbuchten 30,7 Mrd. Euro neue Gelder. Geldmarktfonds erzielten Zuflüsse von 6,6 Mrd. Euro, Mischfonds kamen auf 2,3 Mrd. Euro. Dagegen verzeichneten Immobilienfonds Abflüsse von 7,7 Mrd. Euro.

 

Fondsbranche verbucht größtes Neugeschäft seit 2021

 

Rekordvermögen von 4,85 Bio. Euro

Zum Jahresende 2025 verwalteten Fondsgesellschaften für Anleger in Deutschland insgesamt 4,85 Bio. Euro

Den größten Anteil stellten offene Spezialfonds für institutionelle Investoren mit 2.287 Mrd. Euro. Auf offene Publikumsfonds entfielen rund 1,84 Bio. Euro, Mandate machten 661 Mrd. Euro aus, geschlossene Fonds 64 Mrd. Euro.

Innerhalb der Publikumsfonds lagen Aktienfonds mit einem verwalteten Vermögen von 932 Mrd. Euro vorne, darunter 405 Mrd. Euro in Aktien-ETFs. Mischfonds kamen auf 386 Mrd. Euro, Rentenfonds auf 295 Mrd. Euro, davon 81 Mrd. Euro in ETFs. Immobilienfonds verwalteten 112 Mrd. Euro, Geldmarktfonds 61 Mrd. Euro.

Spezialfonds legen deutlich zu

Auch das Geschäft mit institutionellen Investoren zog spürbar an. Das Neugeschäft offener Spezialfonds stieg von 33,8 Mrd. Euro im Vorjahr auf 64,3 Mrd. Euro. (mki)

 

Trump, Grönland, Zölle – und was ist an der Börse los?

US-Präsident Donald Trumps Aussagen zu Grönland und möglichen Zöllen lassen die Börsen nicht kalt. Was ist der aktuelle Stand und wohin geht es noch? Oder noch wichtiger: Sollte man dem überhaupt große Beachtung schenken?

Donald Trump, seines Zeichens US-Präsident, sorgt an den Märkten für Furore. Man könnte auch sagen: „Und täglich grüßt das Murmeltier“, auch wenn Trump in seinen Reden weniger murmelt als cholerisch schwadroniert.

Und dennoch: Die Auswirkungen von Aussagen des mächtigsten politischen Mannes der Welt lassen sich auch an der Börse nicht verleugnen. Seit einigen Wochen nun äußert Trump sich recht habgierig beim Thema Grönland – wenn er es nicht gerade mit Island verwechselt. Welche Auswirkungen haben diese Bemerkungen auf die Märkte und wie sehr sollte man darauf eigentlich Wert legen?

Märkte reagieren auf Grönland-Konflikt

Im Großen und Ganzen reagierten die Märkte in den letzten Wochen zunächst nicht so empfindlich auf Trumps Anstalten, Grönland aufzukaufen – erinnert etwas an das vergangene Jahr, als durch sämtliche geopolitische Konflikte die Börse gar nicht so stark aufgeschüttelt wurde. Zumindest nicht längerfristig. Doch dann kam das böse Wort mit Z ins Spiel: „Zölle“. Zum 01.02.2026 plante der US-Präsident, Handelszölle für mehrere europäische Staaten, u. a. auch Deutschland, einzuführen. 10% war die Marke, die im Raum stand.

Und dann folgte eben die Unsicherheit am Kapitalmarkt – wie auch schon im April letzten Jahres. Der S&P 500 musste zurückstecken, weil man einen richtigen Handelskonflikt fürchtete. Und auch der Dax wackelte etwas, war er vor etwa 1,5 Wochen noch auf einem neuen Allzeithoch von über 25.500 Punkten unterwegs. Nach der Ankündigung der Zölle fiel er um rund 1.000 Punkte nach unten.

Aber nicht alle Dinge, die Trump von sich gibt, werden so heiß gegessen, wie sie gekocht werden (zum Glück). Denn auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos leitete der US-Präsident die Wende ein. Nach einem sehr produktiven Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte soll es nun nämlich einen Grönland-Deal geben, mit dem sich Trump sehr zufrieden zeigt, so jedenfalls ein Post auf seiner Social-Media-Plattform „Truth Social“. Dementsprechend zog Trump auch bei den Handelszöllen für die EU-Staaten den Stecker. Und siehe da: Die Märkte erholten sich im Laufe des Donnerstags gehörig. Der Dax rückte zum Donnerstagnachmittag wieder nach oben auf 24.800 und auch der EuroStoxx50 gewann nach jüngsten Verlusten wieder rund 1,6%.

Was bedeutet das für Anleger?

Zusammengefasst: Die Welt befindet sich geopolitisch in einer sehr spitzen Lage, bei der auch der Anleger nicht viel Macht hat, sondern eigentlich nur warten muss, was denn passieren wird. Bei all der Hysterie, die sich zwangsläufig in den Newsfeed schleicht, sollte man allerdings zum Thema Aktienindizes auch Folgendes beachten: Wenn es heißt, dass der Dax aufgrund von politisch hervorgerufener Marktunsicherheit gesunken ist, dann klingt das im ersten Moment sehr negativ. Schaut man sich jedoch den Kursverlauf an, so lag der Dax unmittelbar vor der Ankündigung, dass die Zölle zum 01.02.2026 nicht kommen werden, immer noch etwas höher als der Wert, den er vor Weihnachten hatte (24.340 am 23.12.2025).

Als Anleger sollte man also vor allem eines: Ruhe bewahren und die „Großen“ machen lassen.

 

Commerz Real startet Infrastrukturfonds für Privatanleger

Mit dem „Infravest ELTIF“ hat Commerz Real einen neuen Infrastrukturfonds für Privatanleger im Portfolio mit Fokus auf Investitionen in Deutschland. Über den ELTIF will der Asset-Manager ein diversifiziertes Portfolio in den Sektoren Versorgung, Kommunikation, Transport, Energie und Soziales aufbauen.

Die Commerz Real hat einen neuen Infrastrukturfonds für Privatanleger aufgelegt: Mit dem „Infravest ELTIF“ ergänzt der Asset-Manager sein Sachwertangebot. Der ELTIF (European Long-Term Investment Fund) soll Investoren einen direkten und diversifizierten Zugang zu den Wachstumschancen des Infrastrukturmarktes bieten, wie die Commerz Real mitteilt.

Die Investmentstrategie des Fonds zielt auf den langfristigen Aufbau eines diversifizierten Portfolios in den Sektoren Versorgung, Kommunikation, Transport, Energie und Soziales.

Schwerpunkt auf Infrastrukturprojekte in Deutschland

Künftig soll der Fonds eine große Bandbreite an Infrastruktursegmenten und zentralen Versorgungsbereichen abdecken, wie es von der Commerz Real weiter heißt: vom Mobilfunkausbau über soziale Infrastruktur wie Gesundheitseinrichtungen oder Behörden bis hin zu Wasser- oder Heizkraftwerken. Im Fokus stehen Investitionen in Deutschland.

„Die Schnittmenge aus politischem Willen, gesellschaftlichem Bedarf und wirtschaftlichem Potenzial schafft ein einzigartiges Momentum, das wir mit dem Infravest für Anleger nutzen wollen“, erklärt Henning Koch, Vorstandsvorsitzender der Commerz Real. 

Neben Direktinvestments kann der Infravest auch in andere Fonds investieren. Angestrebt ist eine langfristige Netto-Zielrendite von 5 bis 6% auf Fondsebene. Die Wertschöpfung erfolgt laut Commerz Real durch Erträge aus langlaufenden Nutzungsverträgen und aktives Portfoliomanagement. Die Steuerung des Fonds übernimmt Fondsmanager Sandro Berweiler, der seit Oktober 2025 bei der Commerz Real ist. Zuvor war Berweiler, der als ausgewiesener Infrastrukturspezialist gilt, beim schwedischen Investment Manager EQT und beim deutschen Vermögensverwalter Feri. (tik)

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Dividendenauszahlungen dürften 2026 und 2027 weiter steigen

Allianz Global Investors veröffentlicht jährlich die Dividendenstudie, die die Auszahlungen von Dividenden in Europa untersucht. Und für 2026 prognostiziert die Studie einen weiteren Anstieg auf über 450 Mrd. Euro – und damit auch als immer relevanter für die Rendite.

Für das Jahr 2026 dürften sich Investoren über weiterhin steigende Dividendenauszahlungen in Europa freuen. So urteilt Allianz Global Investors (AllianzGI) in seiner aktuellen Dividendenstudie, die jährlich veröffentlicht wird. Und die Zahlen scheinen Positives für Dividenden im kommenden Jahr vermuten.

Lagen die ausgeschütteten Dividenden der Unternehmen im STOXX Europe 600 im Kalenderjahr 2025 noch bei rund 437 Mrd. Euro, könnten sie Berechnungen von AllianzGI zufolge für 2026 bei rund 454 Mrd. Euro liegen. Dies entspreche einer Steigerung von 4% gegenüber dem Vorjahr. Die im STOXX Europe 600 enthaltenen deutschen Unternehmen könnten 2026 rund 58 Mrd. Euro an Dividenden zahlen, eine leichte Steigerung von 3% gegenüber dem Vorjahr (56 Mrd. Euro).

2027 noch stärkerer Anstieg?

Grant Cheng, Senior Portfolio Manager Dividends bei AllianzGI, erläutert, dass für 2027 mit einem deutlicheren Auszahlungssprung gerechnet werde – zurückzuführen auf höhere Gewinne europäischer Unternehmen aus dem Geschäftsjahr 2026. „Eine rückläufige Entwicklung der Dividendenauszahlungen für 2026 ist im Segment der zyklisch geprägten Konsumgüter zu beobachten, zu dem unter anderem die Bereiche Automotive und auch Luxusgüter zählen. Gründe hierfür liegen in den gesunkenen Unternehmensgewinnen 2025. Weiterhin stark steigende Dividendenauszahlungen erwarten wir im Finanzsektor, der auch über 2026 hinaus wohl der größte Dividendenzahler bleibt.“

Dividendenauszahlungen dürften 2026 und 2027 weiter steigen

Die erwartete Dividendenrendite, also die prozentuale Ausschüttung bezogen auf den aktuellen Kurs einer Aktie, folgt dem Trend der steigenden Dividendenzahlungen, so AllianzGI. Für die im STOXX Europe 600 enthaltenen Unternehmen könnte sie in diesem Jahr auf 3,2% ansteigen, etwa auf das Niveau 15-jähriger deutscher Staatsanleihen. Für die im STOXX Europe 600 enthaltenen deutschen Unternehmen ist für 2026 mit einer Dividendenrendite von 2,8% zu rechnen. Im europäischen Ranking könnte Norwegen hier mit 5,8% erwartete Dividendenrendite den Spitzenplatz für 2026 einnehmen.

Dividenden als wichtiger Renditebestandteil

Die Dividendenstudie von AllianzGI zeige einen „unterschätzten“ Anteil an der Gesamtrendite einer Aktienanlage und sei ideal für ein „zweites Einkommen“, heißt es in der Mitteilung zur Studie. Über den gesamten Zeitraum der letzten 40 Jahre wurde die annualisierte Gesamtrendite der Aktienanlage für den MSCI Europe zu knapp 39% durch den Performance-Beitrag der Dividenden getragen. In Nordamerika (MSCI Nordamerika) bzw. Asien-Pazifik (MSCI Pazifik) wurde die Gesamtperformance zu knapp 21% bzw. etwas mehr als 49% durch die Dividende bestimmt.

Anhand der Berechnungen zeige sich mit Blick auf die Sektoren, dass Portfolios mit den 25% der höchsten Dividendenzahler sowohl beim STOXX Europe 600 als auch beim S&P 500 einen deutlich höheren Anteil an Versorgern, Telekommunikation und nicht-zyklischen Konsumgütern haben. Portfolios mit den 25% der niedrigsten Dividendenzahler hingegen seien stärker in Technologie, Finanzen, zyklischen Konsumgütern und Energie investiert.

Dividendenzahlende Unternehmen würden zudem zu einer stabilen, eher sogar auf Anhebung orientierten Dividendenpolitik neigen. Mit Blick auf die letzten 20 Jahre im STOXX Europe 600 werde deutlich, dass die überwiegende Zahl der Unternehmen zu Dividendenanhebungen gegenüber dem Vorjahr tendierte, während der deutlich kleinere Teil der Unternehmen Senkungen vornahm. Dr. Hans-Jörg Naumer, Autor der Studie und Director Capital Markets & Thematic Research, erläutert weiterhin: „Dividenden bringen durch ihren Beitrag zur Gesamtrendite und die Ausschüttungspolitik der ruhigen Hand auch Stabilität in das Portfolio. Gleichzeitig weisen Portfolien aus Unternehmen mit höheren Ausschüttungsquoten eine geringere Volatilität auf als Portfolien aus Aktien mit niedrigen Ausschüttungsquoten.“ (mki)

 

BVI: Fonds sind „Motor der Altersvorsorge“

Die Fondswirtschaft ist der größte Verwalter von Altersvorsorgekapital in Deutschland. Das ergibt eine aktuelle Umfrage des Fondsverbands BVI. Bei über 40% des von der Branche insgesamt verwalteten Vermögens handelt es sich um Kapital für Altersvorsorgezwecke.

Zur Jahresmitte verwalteten die Mitglieder des deutschen Fondsverbands BVI 2,02 Bio. Euro für Altersvorsorgezwecke, wie eine Umfrage des Verbands zeigt. Das sind 44% des von der Branche insgesamt verwalteten Vermögens von fast 4,7 Bio. Euro. Somit ist die Fondswirtschaft der größte Verwalter von Altersvorsorgekapital in Deutschland.

Innerhalb der letzten drei Jahre ist das Vermögen für Altersvorsorgezwecke laut den BVI-Daten um knapp 300 Mrd. Euro gewachsen.

Vermögen aus Versicherungen etc. liegt zu großem Teil in Fonds

„Die Menschen sorgen für ihr Alter zwar oft über Versicherungen, Versorgungswerke oder eine Betriebsrente vor, aber verwaltet wird ein großer Teil dieses Kapitals in Fonds“, erläutert Hauptgeschäftsführer Thomas Richter die Ergebnisse.

BVI: Fonds sind „Motor der Altersvorsorge“

Aus der BVI-Umfrage geht hervor, dass hinter dem für die Altersvorsorge verwalteten Vermögen der Fondsgesellschaften insbesondere die betriebliche Altersvorsorge mit 590 Mrd. Euro, kapitalbildende Lebensversicherungen mit 530 Mrd. Euro sowie berufsständische Versorgungswerke von zum Beispiel Apothekern und Rechtsanwälten mit 520 Mrd. Euro stehen. Zur betrieblichen Altersvorsorge gehören vor allem Direktzusagen (280 Mrd. Euro) und Pensionskassen (180 Mrd. Euro). Auf die Zusatzversorgung der Beschäftigten bei Bund, Ländern und Gemeinden sowie den Kirchen entfallen 180 Mrd. Euro. Im Rahmen von konventionellen und staatlich geförderten Fondssparplänen (Riester- und VL-Fondssparpläne) verwalten die Fondsgesellschaften 190 Mrd. Euro. (mki)

 

Aktiv trifft passiv: Smarte Strategien für neue Investmentwelt

Vom Nischenprodukt zum Marktführer: ETFs haben die Investmentwelt grundlegend verändert. Während in den USA bereits aktive ETFs boomen, steht Europa am Beginn derselben Entwicklung. Thorsten Schrieber von DJE zeigt, wie sich der Fondsmarkt wandelt – und wo Chancen für Berater liegen.

Ein Artikel von Thorsten Schrieber, Mitglied des Vorstands bei der DJE Kapital AG

In der Regel entstehen viele Neuerungen in den USA etwa ein Jahrzehnt vor ihrer Verbreitung in Europa bzw. Deutschland. Das gilt auch für zahlreiche kapitalmarktrelevante Themen. So haben sich ETFs in den USA seit den 1990er-Jahren besonders dynamisch entwickelt. Das liegt nicht nur an der Erkenntnis, dass die meisten aktiven Manager ihre zugrunde liegenden Indizes nicht schlagen. Es liegt auch an der in den USA bestehenden Steuereffizienz, die für Anleger ein wesentlicher Faktor ist.

Die Glorreichen Sieben

Die jüngste Dynamik am ETF-Markt wurde vor allem durch die Dominanz der sogenannten „Magnificent Seven“ geprägt. Diese Unternehmen beeinflussen die Entwicklung der US-Aktienindizes maßgeblich, während US-Aktien insgesamt einen großen Einfluss auf den MSCI World ausüben. In den vergangenen zehn Jahren erzielten die „Magnificent Seven“ eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 25%. In den zugrunde liegenden Indizes erreichten sie teilweise Gewichtungen, die aktive Fondsmanager aus Gründen der Risikostreuung nicht in dieser Form nachvollziehen konnten. Dies führte zu einer anhaltenden, relativen Schwäche vieler aktiver Manager. In den USA gelang es in den vergangenen 15 Jahren laut einer SPIVA-Studie nur rund 12% der Large-Cap-Manager, den S&P 500 zu übertreffen.

Diese Entwicklung führte dazu, dass passive Publikumsfonds – also Indexfonds und ETFs – in den USA seit Ende 2023 beim verwalteten Vermögen die aktiven Fonds überholt haben. Seit 2015 verzeichnen aktive Fonds dort nahezu kontinuierlich Abflüsse.

In Europa setzte dieser Trend etwas später ein, doch inzwischen prägen auch hier passive Produkte zunehmend das Anlageverhalten. Laut SPIVA-Daten konnten über einen Fünfjahreszeitraum rund 90% der aktiven Fondsmanager den S&P Europe 350 nicht übertreffen.

Passiv schleicht sich an

 

Aktiv trifft passiv: Smarte Strategien für eine neue Investmentwelt

 

Das längere Festhalten an aktiven Fonds in Deutschland und anderen europäischen Ländern – besonders in Italien, Spanien und Frankreich – hängt vor allem mit den etablierten Vertriebsstrukturen zusammen. Zudem spielen im Vertrieb weiterhin entsprechende Anreizsysteme eine wichtige Rolle.

In den vergangenen Jahren haben sowohl die Kostendiskussion als auch der zunehmende Performancedruck die hiesigen Märkte spürbar beeinflusst. Laut aktuellen Zahlen des Branchenverbands BVI wurden seit dem zweiten Quartal 2023 rund 90% des Nettoabsatzes in Fonds über ETFs erzielt. Bereits etwa ein Viertel des Fondsvermögens von Privatkunden entfällt heute auf ETFs.

Auf diese Entwicklung reagieren größere Vertriebsorganisationen und Beraternetzwerke wie Netfonds, Fonds Finanz und andere mit vermögensverwaltenden Konzepten, die den Zugang zur ETF-Welt mit einem aktiven Overlay verbinden. Die zugrunde liegenden Zielfonds werden dabei kostengünstig ausgewählt, während auf Ebene der Vermögensverwaltung ein Dienstleistungsentgelt anfällt.

Viele dieser Angebote sind heute vollständig digitalisiert – sowohl im Onboarding-Prozess als auch im weiteren Kunden- und Vermittlungsprozess. Damit greifen die Anbieter einen zentralen Kritikpunkt gegenüber ETFs auf: Privatanleger sollten nicht allein aus Kostengründen und ohne ausreichendes Hintergrundwissen investieren.

Warum aktive ETFs?

Ein weiterer häufig genannter Kritikpunkt ist der sogenannte „Self-fulfilling prophecy“-Effekt: Durch die automatische Nachbildung von Indizes fließt immer mehr Kapital in die größten Indexwerte, was die Marktkonzentration weiter verstärken kann. An diesem Punkt setzen die in den vergangenen Jahren neu entstandenen aktiven ETFs an. Sie basieren in der Regel ebenfalls auf einem Index, wenn auch oft nur als Referenzgröße. Bei diesen aktiven ETFs fließen auf Grundlage des jeweiligen Investmentansatzes der Anbieter Elemente eines researchbasierten Allokationsprozesses in die Einzeltitelauswahl ein.

Der Nachteil liegt in den höheren Kosten. In der Regel bewegen sich die Gesamtkostenquoten zwischen 0,3 und 0,8%, während die Kosten bei rein passiven ETFs meist zwischen 0,1 und 0,4% liegen. Dieser moderate Kostennachteil reduziert allerdings das Risiko, überproportional stark in Index-Schwergewichte zu investieren.

Zugleich vereinen aktive ETFs die wesentlichen Vorteile passiver Produkte. Sie sind kosteneffizient, transparent und jederzeit handelbar. In den USA erfreuen sich aktive ETFs bereits großer Beliebtheit: Rund 30 bis 40% der ETF-Zuflüsse entfallen dort auf diese Kategorie, während der Anteil in Europa aktuell bei etwa 5 bis 10% liegt.

Und nun?

Was bedeutet das nun für die rund 1,3 Bio. Euro, die in Deutschland in aktiven Publikumsfonds verwaltet werden?

Zunächst die gute Nachricht: Auch im ersten Halbjahr 2025 gab es positive Mittelzuflüsse in Höhe von rund 16 Mrd. Euro in aktive Strategien, vor allem im Rentenbereich. Gleichwohl muss man der statistischen Realität ins Auge sehen: Laut Erhebungen gelingt es nur rund 10% der Fondsmanager in Deutschland, ihre jeweilige Benchmark nachhaltig zu übertreffen. Das entspricht schätzungsweise 10 bis 20 Fondsmanagern. Ein Beispiel für eine Ausnahme von dieser Regel findet sich im eigenen Haus: Dr. Jens Ehrhardt gilt als Grandseigneur des deutschen Asset-Managements. Er managt den FMM-Fonds seit fast vier Jahrzehnten und hat damit den MSCI World (in Euro) über lange Zeiträume hinweg übertroffen.

Auch einige Manager größerer und kleinerer bankenunabhängiger Boutiquen – etwa Flossbach von Storch, ACATIS, Eyb & Wallwitz und andere, die häufig im Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VuV) organisiert sind – konnten in der Vergangenheit vergleichbare Ergebnisse erzielen.

Es geht weiter aufwärts

Dennoch müssen sich aktive Manager – ob groß oder klein – neu positionieren. Nicht nur große Häuser wie DWS mit ihrer Xtrackers-Plattform (seit 2007) oder Amundi durch die Übernahme von Lyxor im Jahr 2021 haben den Trend hin zu aktiven ETFs erkannt und den Schritt in den ETF-Bereich vollzogen. Auch spezialisierte Fondsboutiquen arbeiten daran, ihren aktiven Ansatz in ein ETF-Format zu übertragen. So brachte Shareholder Value Management bereits 2022 ein erstes Produkt dieser Art auf den Markt. Anfang 2025 folgte die DJE Kapital AG mit dem Xtrackers DJE US Equity Research UCITS ETF, der auf einem langjährig erprobten Investmentansatz basiert.

Beide Initiativen greifen die bekannten Vorteile von ETFs – Transparenz, Kostenbewusstsein und Effizienz – auf, ohne die eigenen, über Jahrzehnte entwickelten Investmentansätze aufzugeben. Darin liegt sowohl für Fondsanbieter als auch für den Vertrieb der Mehrwert, sich diesen neueren Produktformen offen zu nähern. Denn auch in Deutschland dürfte das Wachstum aktiver ETFs weiter anhalten.

Lesen Sie auch: DJE: Deutsche wandern „ahnungslos“ in finanzielle Zukunft

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Grafik: © Clearstream (für ETFs), BVI (für sonstige offene Publikumsfonds)

 
Ein Artikel von
Thorsten Schrieber

EZB warnt vor „abrupter“ Korrektur an den Märkten

Die Europäische Zentralbank ist in ihrer aktuellen „Financial Stability Review“ nicht besonders gut auf die aktuellen Bedingungen am Kapitalmarkt zu sprechen. Die Risiken für „scharfe Preiskorrekturen“ seien hoch. Ein Grund dafür ist die potenzielle Überbewertung von KI-Investitionen.

Die Märkte entwickeln sich derzeit nicht schlecht – doch wie lange, ist die Frage. Fragt man die Europäische Zentralbank (EZB), so ist diese vorsichtig gestimmt. Denn sie sieht die finanzielle Stabilität im Euroraum nicht bis ins Letzte gesichert, wie aus dem „Financial Stability Review“ vom November 2025 hervorgeht.

Hochmut kommt vor dem Fall?

Die globalen Aktienmärkte erreichten seit April 2025 neue Allzeithochs und die Kreditspreads sind im historischen Vergleich derzeit gering, so die EZB. Doch der Schein könnte trügen, denn: Angesichts der anhaltend hohen Bewertungen und der zunehmenden Konzentration an den Aktienmärkten seien die Finanzmärkte und insbesondere die Aktienmärkte weiterhin anfällig für scharfe Korrekturen. Die Stimmung an den Märkten könnte „abrupt“ umschlagen, etwa aufgrund sich verschlechternder Wachstumsaussichten oder enttäuschender Meldungen über die Einführung von KI-Lösungen. Verstärkt werden könnte der Marktstress durch Liquiditätskongruenzen bei offenen Investmentfonds, einen hohen Verschuldungsgrad bei Hedgefonds und Intransparenz an den privaten Märkten.

Das Handelsblatt zitiert außerdem EZB-Vizepräsident Luis de Guindos, der in den vergangenen Wochen mehrfach darauf hingewiesen hatte, dass die Stimmung an den Märkten schnell kippen könnte, sollte künstliche Intelligenz nicht so einschlagen wie erwartet. Diverse KI-Unternehmen werden aktuell an der Börse sehr stark bewertet.

Ruhe vor dem Sturm im Euroraum?

Die Länder des Euroraums profitieren laut EZB derzeit von geringeren Risiken für das Wirtschaftswachstum und der Flucht in sichere Anlagen nach den zollbedingten Turbulenzen vom April. Auf mittlere Sicht könnten jedoch zwei Faktoren die Staatsbilanzen belasten und aufgrund eines höheren Emissionsbedarfs und höherer Finanzierungskosten Risiken bergen. Hierbei handelt es sich zum einen um die expansive Finanzpolitik, die zum Teil mit den notwendigen Verteidigungsausgaben zusammenhängt, und zum anderen um die anhaltenden strukturellen Herausforderungen, wozu die Digitalisierung, die niedrige Produktivität, die Bevölkerungsalterung und der Klimawandel zählen. Zugleich könnten schwache fiskalische Fundamentaldaten in einigen Ländern des Euroraums und von externen Haushaltsrisiken ausgehende Ansteckungseffekte das Anlegervertrauen auf die Probe stellen. (mki)

Lesetipp der Redaktion: Der „Anti-Trend USA“: Wie ernst zu nehmen ist er?
 

Publikumsfonds verzeichnen höchste Zuflüsse seit 2021

Die deutsche Fondsbranche konnte in den ersten drei Quartalen des Jahres ein Wachstum von 6% einfahren. Doch die eigentlich spannende Nachricht: Die beachtlichsten Zuflüsse verbuchten offene Publikumsfonds. Der Fondsverband BVI meldet hier den höchsten Absatz seit dem Rekordjahr 2021.

Bis Ende September 2025 flossen Fondsgesellschaften netto 91,5 Mrd. Euro neue Gelder zu. 68,5 Mrd. Euro davon entfallen auf offene Publikumsfonds. Das ist ihr höchster Absatz seit dem Rekordjahr 2021, als Publikumsfonds in den ersten neun Monaten 85,8 Mrd. Euro zugeflossen waren, meldet der Fondsverband BVI.

Aktienfonds verzeichneten bis Ende September 2025 netto 37,0 Mrd. Euro Zuflüsse, allein 33,5 Mrd. Euro in Aktien-ETFs. Rentenfonds erhielten seit Jahresbeginn 26,7 Mrd. Euro neue Gelder. Dabei dominieren Fonds, die überwiegend in Anleihen mit bis zu drei Jahren Restlaufzeit investieren (15,8 Mrd. Euro), und Fonds mit Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen (9,8 Mrd. Euro). Geldmarktfonds erhielten 6,5 Mrd. Euro und Mischfonds 2,8 Mrd. Euro neue Gelder. Aus Immobilienfonds flossen netto 5,7 Mrd. Euro ab. Allein im dritten Quartal waren es 2,1 Mrd. Euro, nach 1,6 Mrd. Euro im zweiten Quartal und ebenfalls 2,1 Mrd. Euro im ersten Quartal. Anleger, die ihre Immobilienfonds nach dem 21.07.2013 gekauft haben, mussten vor der Rückgabe eine zwölfmonatige Kündigungsfrist einhalten. Das Neugeschäft offener Spezialfonds hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 13,3 auf 25,7 Mrd. Euro fast verdoppelt.

Höchstwert beim verwalteten Vermögen

Das von den Fondsgesellschaften verwaltete Vermögen für Anleger in Deutschland erreichte mit 4,756 Bio. Euro eine neue Höchstmarke, so der BVI. Im Vergleich zum Jahresbeginn (4,472 Bio. Euro) ist es um mehr als 6% gewachsen. Der größte Teil entfällt mit 2,253 Bio. Euro auf offene Spezialfonds für institutionelle Anleger. Hierzu gehören vor allem Altersvorsorgeeinrichtungen (801 Mrd. Euro) und Versicherer (534 Mrd. Euro). In offenen Publikumsfonds verwalten die Fondsgesellschaften 1,782 Bio. Euro, in Mandaten 657 Mrd. Euro und in geschlossenen Fonds 63 Mrd. Euro.

Beim verwalteten Vermögen der Publikumsfonds liegen Aktienfonds mit 887 Mrd. Euro deutlich vorn. In den letzten zehn Jahren (30.09.2025: 290 Mrd. Euro) ist ihr Volumen im Schnitt um knapp 12% p. a. gestiegen. Auf Aktien-ETFs entfallen inzwischen 378 Mrd. Euro. Das sind 19% mehr als zu Jahresbeginn (319 Mrd. Euro). Es folgen Mischfonds mit ebenfalls 378 Mrd. Euro. Rentenfonds verwalten 292 Mrd. Euro. Hier sind mit 96 Mrd. Euro Fonds, die in Anleihen mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Jahren investieren, die größte Gruppe. Das Nettovermögen der Immobilienfonds beträgt 115 Mrd. Euro. Auf Geldmarktfonds entfallen 61 Mrd. Euro. (mki)