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15. Januar 2026
Dividendenauszahlungen dürften 2026 und 2027 weiter steigen
Dividendenauszahlungen dürften 2026 und 2027 weiter steigen

Dividendenauszahlungen dürften 2026 und 2027 weiter steigen

Allianz Global Investors veröffentlicht jährlich die Dividendenstudie, die die Auszahlungen von Dividenden in Europa untersucht. Und für 2026 prognostiziert die Studie einen weiteren Anstieg auf über 450 Mrd. Euro – und damit auch als immer relevanter für die Rendite.

Für das Jahr 2026 dürften sich Investoren über weiterhin steigende Dividendenauszahlungen in Europa freuen. So urteilt Allianz Global Investors (AllianzGI) in seiner aktuellen Dividendenstudie, die jährlich veröffentlicht wird. Und die Zahlen scheinen Positives für Dividenden im kommenden Jahr vermuten.

Lagen die ausgeschütteten Dividenden der Unternehmen im STOXX Europe 600 im Kalenderjahr 2025 noch bei rund 437 Mrd. Euro, könnten sie Berechnungen von AllianzGI zufolge für 2026 bei rund 454 Mrd. Euro liegen. Dies entspreche einer Steigerung von 4% gegenüber dem Vorjahr. Die im STOXX Europe 600 enthaltenen deutschen Unternehmen könnten 2026 rund 58 Mrd. Euro an Dividenden zahlen, eine leichte Steigerung von 3% gegenüber dem Vorjahr (56 Mrd. Euro).

2027 noch stärkerer Anstieg?

Grant Cheng, Senior Portfolio Manager Dividends bei AllianzGI, erläutert, dass für 2027 mit einem deutlicheren Auszahlungssprung gerechnet werde – zurückzuführen auf höhere Gewinne europäischer Unternehmen aus dem Geschäftsjahr 2026. „Eine rückläufige Entwicklung der Dividendenauszahlungen für 2026 ist im Segment der zyklisch geprägten Konsumgüter zu beobachten, zu dem unter anderem die Bereiche Automotive und auch Luxusgüter zählen. Gründe hierfür liegen in den gesunkenen Unternehmensgewinnen 2025. Weiterhin stark steigende Dividendenauszahlungen erwarten wir im Finanzsektor, der auch über 2026 hinaus wohl der größte Dividendenzahler bleibt.“

Dividendenauszahlungen dürften 2026 und 2027 weiter steigen

Die erwartete Dividendenrendite, also die prozentuale Ausschüttung bezogen auf den aktuellen Kurs einer Aktie, folgt dem Trend der steigenden Dividendenzahlungen, so AllianzGI. Für die im STOXX Europe 600 enthaltenen Unternehmen könnte sie in diesem Jahr auf 3,2% ansteigen, etwa auf das Niveau 15-jähriger deutscher Staatsanleihen. Für die im STOXX Europe 600 enthaltenen deutschen Unternehmen ist für 2026 mit einer Dividendenrendite von 2,8% zu rechnen. Im europäischen Ranking könnte Norwegen hier mit 5,8% erwartete Dividendenrendite den Spitzenplatz für 2026 einnehmen.

Dividenden als wichtiger Renditebestandteil

Die Dividendenstudie von AllianzGI zeige einen „unterschätzten“ Anteil an der Gesamtrendite einer Aktienanlage und sei ideal für ein „zweites Einkommen“, heißt es in der Mitteilung zur Studie. Über den gesamten Zeitraum der letzten 40 Jahre wurde die annualisierte Gesamtrendite der Aktienanlage für den MSCI Europe zu knapp 39% durch den Performance-Beitrag der Dividenden getragen. In Nordamerika (MSCI Nordamerika) bzw. Asien-Pazifik (MSCI Pazifik) wurde die Gesamtperformance zu knapp 21% bzw. etwas mehr als 49% durch die Dividende bestimmt.

Anhand der Berechnungen zeige sich mit Blick auf die Sektoren, dass Portfolios mit den 25% der höchsten Dividendenzahler sowohl beim STOXX Europe 600 als auch beim S&P 500 einen deutlich höheren Anteil an Versorgern, Telekommunikation und nicht-zyklischen Konsumgütern haben. Portfolios mit den 25% der niedrigsten Dividendenzahler hingegen seien stärker in Technologie, Finanzen, zyklischen Konsumgütern und Energie investiert.

Dividendenzahlende Unternehmen würden zudem zu einer stabilen, eher sogar auf Anhebung orientierten Dividendenpolitik neigen. Mit Blick auf die letzten 20 Jahre im STOXX Europe 600 werde deutlich, dass die überwiegende Zahl der Unternehmen zu Dividendenanhebungen gegenüber dem Vorjahr tendierte, während der deutlich kleinere Teil der Unternehmen Senkungen vornahm. Dr. Hans-Jörg Naumer, Autor der Studie und Director Capital Markets & Thematic Research, erläutert weiterhin: „Dividenden bringen durch ihren Beitrag zur Gesamtrendite und die Ausschüttungspolitik der ruhigen Hand auch Stabilität in das Portfolio. Gleichzeitig weisen Portfolien aus Unternehmen mit höheren Ausschüttungsquoten eine geringere Volatilität auf als Portfolien aus Aktien mit niedrigen Ausschüttungsquoten.“ (mki)