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ERGO Versicherungsgruppe AG

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Höchstrechnungszins: Weitere Versicherer passen Produkte an

Weitere Lebensversicherer haben auf die Erhöhung des Höchstrechnungszinses reagiert und ihre Produkte entsprechend angepasst. Die Alte Leipziger macht Kunden mit Vertragsbeginn ab 01.06.2024 ein Umstellungsangebot, die ERGO führt ab Juni wieder die 100%-ige Bruttobeitragsgarantie ein.

Ende April kam aus Berlin die Entscheidung, auf die die Versicherer bereits händeringend gewartet hatten: Das Bundesministerium der Finanzen bestätigte, dass der Höchstrechnungszins zum Jahreswechsel von den aktuellen 0,25% auf 1% steigen wird – einige Versicherer reagierten prompt mit Produktanpassungen. Nun haben auch die ERGO Vorsorge Lebensversicherung und die Alte Leipziger Lebensversicherung a. G. Änderungen bekannt gegeben.

ERGO bringt 100%-ige Bruttobeitragsgarantie zurück

Die ERGO möchte die Erhöhung schnellstmöglich an ihre Kunden weitergeben und führt daher für alle Indexprodukte mit einer Laufzeit von zwölf Jahren, die ab dem 17.06.2024 abgeschlossen werden, wieder die 100%-ige Bruttobeitragsgarantie ein. Zusätzlich wird der Versicherer die garantierte Mindestrente ab dem 01.01.2025 mit dem höheren Rechnungszins neu berechnen. Kunden werden Anfang 2025 automatisch eine schriftliche Bestätigung mit der dann höheren garantierten Mindestrente erhalten, so die ERGO.

Auch auf Produkte in der Arbeitskraftabsicherung wirkt sich der höhere Höchstrechnungszins aus. Kunden, die ab dem 17.06.2024 eine Police in der ERGO Berufsunfähigkeitsversicherung oder in der Grundfähigkeitsversicherung ERGO Body Protect abschließen, erhalten für ihren Vertrag eine Umtauschoption, mit der sie bereits jetzt Versicherungsschutz erhalten und ab Januar 2025 zusätzlich von den Vorteilen des höheren Rechnungszinses profitieren.

Die deutlich gestiegenen Zinsen auf den Kapitalmärkten können sich dabei für Kunden doppelt positiv auswirken, so Rene Wördermann, Bereichsleiter Produktmanagement bei der ERGO Vorsorge. „Zum ersten durch eine attraktive Überschussbeteiligung und zum zweiten durch eine 100%-ige Beitragsgarantie zum Laufzeitende bei unseren Index-Produkten“, so Wördermann. „Gerade für mittel- bis langfristig orientierte Kunden, die viel Wert auf Sicherheit legen, ist das eine positive Entwicklung.“

Alte Leipziger bietet Kunden Umstellung an

Die Alte Leipziger macht ihren Kunden für Tarife aus allen Schichten der Altersvorsorge sowie für Biometrie-Produkte ein Umstellungsangebot. Für Verträge mit Versicherungsbeginn zwischen dem 01.06.2024 und Ende des Jahres prüft die Alte Leipziger automatisch, ob der Kunde von einer Umstellung des gewählten Tarifs auf die neue Tarifgeneration 2025 profitieren würden. Ergibt die Prüfung Vorteile für den Kunden, erhält er ein entsprechendes Angebot. Bei Zustimmung stellt der Versicherer den Tarif entsprechend um.

„Auch für Bestandskunden in der modernen oder fondsgebundenen Altersrentenversicherung kann sich die Rechnungszinserhöhung lohnen, da die Alte Leipziger für die Kalkulation der Bezüge beim Rentenbeginn den aktuellen Rentenfaktor einbezieht“, ergänzt Dr. Jürgen Bierbaum, Vorstand der Alte Leipziger Lebensversicherung. „Dieser steigt durch den neuen Zins ebenfalls.“ (js)

Bild: © sommart – stock.adobe.com

 

Ausblick 2024: Damit rechnet ERGO dieses Jahr

Welche Themen haben Entscheider der Versicherungsbranche im neuen Jahr im Blick? Wo setzen sie in diesem Jahr den Fokus an und welche Rolle spielt der Einsatz von KI? AssCompact hat nachgefragt – heute bei Michael Fauser, Vorstandsvorsitzender der ERGO Vorsorge Lebensversicherung AG.

Welche Themen und Entwicklungen werden Sie als Versicherer 2024 besonders im Blick haben?

Einen Schwerpunkt legen wir auf das bAV-Geschäft. Die betriebliche Altersversorgung ist für Arbeitgeber in Zeiten eines weit verbreiteten Fachkräftemangels ein entscheidender Faktor, um Mitarbeiter zu halten. Für Beschäftigte ist sie zur Schließung von Versorgungslücken ein unverzichtbarer Baustein. Hier schlummert noch viel Potenzial am Markt. Insgesamt wollen wir unsere Position in diesem Bereich stärken und planen auch Neuerungen in unserem Produktportfolio.

Welche Sparten, Produkte und/oder Zielgruppen stellen Sie in den Fokus?

Das Thema Arbeitskraftabsicherung bleibt für uns sehr wichtig. Erst im September haben wir mit der ERGO Body Protect eine neue Grundfähigkeitsversicherung auf den Markt gebracht, die mit dem Sport Plus-Baustein einzigartig im Wettbewerb ist. Kunden können damit weitere Grundfähigkeiten absichern, die für viele Sportarten und eine Vielzahl von Hobbys wichtig sind. Darüber hinaus lässt sich die ERGO Body Protect auch als bAV anbieten. ERGO besitzt hier mit dem Psyche Plus-Zusatzbaustein ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Des Weiteren planen wir bei unserer Berufsunfähigkeitsversicherung weitere Produktoptimierungen, wie zum Beispiel eine weitere Verringerung der Gesundheitsfragen.

Wie reagieren Sie auf die Veränderungen am Maklermarkt?

Die stete Verbesserung unserer Prozesse in der Zusammenarbeit mit den Maklern ist eine fortlaufende und wichtige Aufgabe, die wir uns auch für 2024 vorgenommen haben. Für das laufende Jahr planen wir unter anderem eine vereinfachte Nutzung unseres Tools zur Rendite-Risiko-Optimierung bei der Erstellung einer individuellen Fondsauswahl mit ESG-Konformität und Beratungsdokumentation. Das über die vergangenen Jahre gewachsene Vertrauen der Vermittler in uns und unsere Produkte zeigt, dass unsere Maßnahmen überzeugen.

Welche Pläne haben Sie zum Einsatz von KI?

Mithilfe künstlicher Intelligenz und dem Einsatz von Robotics zur automatisierten Bearbeitung lassen sich Prozessoptimierungen, beispielsweise bei der Übertragung von Beständen, erreichen, von denen die Kollegen, Makler und Kunden gleichermaßen profitieren. Stichwort Dunkelverarbeitung.

Bild: © ERGO

 

Gewerbetreibende – Winterzeit ist Haftpflichtzeit

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür. Viele Gewerbetreibende bereiten sich jetzt auf gute Geschäfte vor – als Händler auf dem Weihnachtsmarkt, im eigenen Café oder im Handwerk. Aber Vorsicht! Das Risiko für Haftpflichtschäden ist im Winter besonders groß – was auch Makler für ihre Kunden im Blick haben sollten.

Ein Artikel von Christian Hurtmann, Abteilungsleiter Haftpflicht Individualgeschäft bei der ERGO Versicherung AG

In der Vorweihnachtszeit wächst die Vorfreude auf die festlichen Lichter, das Geschenke-Aussuchen, die stimmungsvollen Märkte mit ihren Buden und Köstlichkeiten. Auch die Budenbetreiber freuen sich über viele Besucher und gute Umsätze. Allerdings findet die Romantik ein schnelles Ende, wenn Schadenersatzansprüche im Raum stehen, für die man als Kleinunternehmer haften muss. Die Ursachen klingen erst einmal vernachlässigbar klein. Auf dem Weihnachtsmarkt kann einen nicht nur der Glühwein zum Schwanken bringen. Versorgungsleitungen und Kabel sind Stolperfallen. Ein Sturz zieht unter Umständen einen Krankenhausaufenthalt und Arbeitsunfähigkeit nach sich. Ein lokales Feuer, ausgehend von der Adventskerze, kann auf andere Geschäfte übergreifen.

Gewerbetreibende stehenin der Verantwortung

Standinhaber und Marktveranstalter trifft eine sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Das heißt im Klartext, dass sie Besucher vor Gefahren schützen müssen, die absehbar sind. Der Glühweinverkäufer oder Veranstalter hat seine Standflächen bei Frost zu streuen, um ein Ausrutschen auf spiegelglattem Boden zu verhindern. Verstoßen Gewerbetreibende gegen diese Pflicht, haften sie gegenüber den verletzten Standbesuchern auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Auch ein aufgeklapptes Vordach kann, sofern es nicht ausreichend gesichert ist, wieder zusammenklappen. Unter dem Vordach stehende Personen könnten dadurch verletzt werden. Die Verkehrssicherungspflicht gilt auch für Kabelstränge, die zu Stolperfallen werden, sie sind durch kleine Rampen abzudecken oder entsprechend auffällig zu markieren.

Die Betriebshaftpflicht kostet wenig und sichert viel ab

Weihnachtsmärkte sind ein Beispiel par excellence für eine Gruppierung von vielen Kleinunternehmen, und jedes einzelne davon hat die Verantwortung, Besucher vor möglichen Gefahren abzusichern. Spätestens an dieser Stelle lohnt es sich als kleineres Gewerbe, über eine Betriebshaftpflichtversicherung (BHV) oder eine Veranstalterhaftpflichtversicherung nachzudenken, die in solchen Fällen einspringt. Die Beiträge sind für kleinere Unternehmen überschaubar und decken alle Risiken sehr gut ab. Allerdings sollte man immer auf eine ausreichende Deckungssumme und einen für sich passenden Versicherungsschutz achten.

Auf die Deckungssumme achten

Um ein Beispiel noch einmal aufzugreifen, das die Notwendigkeit einer ausreichenden Deckungssumme gut illustriert: Wer während der Adventszeit in den Geschäftsräumen, sagen wir in einem Café, eine gemütliche Stimmung mit echten Kerzen schaffen möchte und in der geschäftigen Vorweihnachtszeit versäumt, die Kerzen zu beaufsichtigen, riskiert einen Brandschaden. Wenn das Café dann wirklich lichterloh abfackelt und das Feuer sogar auf Nachbargebäude übergreift, dann kann man von einem verheerenden Schaden sprechen. Die Schäden an Nachbargebäuden und den gemieteten Räumlichkeiten des Cafés wären dann von der BHV abgedeckt. Eine Deckungssumme von 3 bis 5 Mio. Euro ist heutzutage Standard, besser sind 10 Mio. Euro, wie der geschilderte Fall zeigt.

Und was ist mit einer Magenverstimmung nach dem Weihnachtsmarktbesuch? Grundsätzlich bedeutet die Verschuldenshaftung des Marktgastronomen nicht, dass dieser für alle irgendwie vorstellbaren Gefahren haftet. Übelkeit der „Geschädigten“ kann auch von zu viel Süßigkeiten vor der Bratwurst kommen. Resultiert eine Lebensmittelvergiftung aber aus einem nicht ausgespülten Glühweintopf mit Putzmittelresten oder aus falsch gelagertem Fleisch, haftet der Betreiber – respektive die Betriebshaftpflichtversicherung. Denn es muss alles getan werden, was in puncto Sicherheit und Schutz geeignet und wirtschaftlich zumutbar ist, um Gefahren abzuwenden.

Verkäufer haften für ihre Produkte

Das gilt selbst für die Produkte, die auf den Weihnachtsmärkten verkauft werden, falls der Gewerbetreibende Spielzeug, Anhänger oder Accessoires aus Nicht-EU-Ländern wie zum Beispiel direkt aus China importiert. Nicht nur der Hersteller, sondern auch der Verkäufer eines Produkts ist unmittelbar haftbar, wenn die Qualität des Gadgets nicht normkonform ist und dies kausal zu Gesundheitsschäden – etwa durch enthaltene Giftstoffe – oder zu Verletzungen führt. Die Haftung ist verschuldensunabhängig und Hersteller und Verkäufer haften gesamtschuldnerisch. Dieses sogenannte Produkthaftungsrisiko lässt sich ebenfalls mit einer Betriebshaftpflichtversicherung für wenig Geld absichern.

Risiken des Winters absichern

Allgemein gibt es im Winter einige Risiken, die von Gewerbetreibenden schnell unterschätzt werden können. Auch im milderen Klima gibt es ihn noch, den plötzlichen Wintereinbruch. Auf einmal herrscht Schneegestöber und die Gehwege sind innerhalb von Minuten spiegelglatt. Vergisst man dann, den Bürgersteig vor seinem Geschäft von Eis und Schnee freizuräumen und zu streuen, kann es natürlich passieren, dass jemand daraufhin unglücklich ausrutscht und sich den Fuß bricht. Was, wenn die oder der Unglückliche aufgrund des komplizierten Bruchs für längere Zeit nicht arbeiten kann? Auch für Verdienstausfälle tritt eine Betriebshaftpflichtversicherung ein.

Was die wenigsten wissen, die als Kleingewerbe einen Hausmeisterdienst betreiben: Durch die vertragliche Zusage von Hausmeistertätigkeiten für ein Objekt wird auch die Verkehrssicherungspflicht des Auftraggebers übernommen. Wenn also der Eigentümer einer Immobilie und des dazugehörigen Grundstückes im Winter einen Hausmeisterdienst engagiert, der Schnee räumt und streut, hat dieser auch dafür zu sorgen, dass den Nutzern des Gebäudes oder der Außenanlagen kein Schaden durch potenzielle Gefahrenquellen in diesen Bereichen entsteht. Der Hausmeister­service sollte somit eine entsprechende Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen haben, die Winterdiensttätigkeiten einschließt.

Fazit: passende Betriebshaftpflichtversicherung, ausführliche Beratung

Damit die Winterstimmung auch für (Klein-)Gewerbetreibende unbeschwert und nicht zuletzt lukrativ bleibt, ist eine passende Betriebshaftpflichtversicherung die beste Voraussetzung. Eine ausführliche Beratung zu speziellen Risiken ist immer ratsam.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 12/2023 und in unserem ePaper.

Bild: © Marc Elias – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Christian Hurtmann

ERGO: Digitalchef wechselt in den Vorstand

Zum Jahresbeginn 2024 wird Mark Klein, bisheriger Vorstandschef der ERGO Digital Ventures AG und Chief Digital Officer, Teil des Vorstands der ERGO Group AG. Der Manager soll in seinem neuen Amt unter anderem für alle strategischen Digitalisierungsinitiativen verantwortlich sein.

Mark Klein, bisher Chief Digital Officer (CDO) von ERGO und Vorstandsvorsitzender der ERGO Digital Ventures AG, wechselt zum 01.01.2024 in den Vorstand der ERGO Group AG. Dort soll er künftig alle strategischen Digitalisierungsinitiativen, das Gruppenmarketing und die globalen Vertriebspartnerschaften verantworten, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt.

Klein ist seit 2016 bei dem Versicherer. Seitdem habe er „einen wesentlichen Beitrag zur heutigen Positionierung der ERGO als einem der bereits digital führenden Versicherer beigetragen“, wird Markus Rieß, CEO der ERGO Group AG, zitiert. Nun solle die nächste Phase der Digitalisierungsstrategie starten, indem die digitalen Aktivitäten direkt in der ERGO Group verankert würden, heißt es weiter.

Im 2016 gegründeten Tochterunternehmen ERGO Digital Ventures AG bündelte ERGO alle Digitalisierungsaktivitäten. Damaliges Ziel war es, technische Neuerungen und Innovationen schnell und effektiv aufzunehmen und umzusetzen. Nach Angaben des Konzerns sei die Nutzung von künstlicher Intelligenz oder Robotics in den Geschäftsabläufen inzwischen fest integriert. (sts)

Bild: © ERGO

 

ERGO startet neue Grundfähigkeitsversicherung

Mit „ERGO Body Protect“ hat die ERGO ihre Produktpalette um eine neue Grundfähigkeitsversicherung erweitert. Laut dem Unternehmen einmalig am Markt: der Zusatzbaustein „Sport Plus“, der sich an Personen richtet, die Sport treiben, entweder in der Freizeit oder im Rahmen ihres Berufs.

Die ERGO hat eine neue Grundfähigkeitsversicherung auf den Markt gebracht. Mit „ERGO Body Protect“ können Versicherte aus drei verschiedenen Tarifvarianten wählen und bis zu 40 verschiedene Grundfähigkeiten absichern. Bereits bei Verlust oder starker Beeinträchtigung einer versicherten Grundfähigkeit erhalten Versicherte die vereinbarte Rente.

Der Tarif lässt sich je nach Lebenssituation individuell und flexibel anpassen, so der Versicherer, beispielsweise mit flexiblen Beitragszahlungen und einer Nachversicherungsgarantie. Zudem ist eine spätere Umwandlung in eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich. Neben den drei Produktvarianten „ERGO Body Protect“, „ERGO Body Protect Komfort“ und „ERGO Body Protect Premium“ können bis zu drei individuelle Zusatzbausteine gewählt werden.

Zusatzbaustein „Sport Plus“ für Hobby und Beruf

Laut der ERGO einmalig am Markt: der Zusatzbaustein „Sport Plus“, mit dem Grundfähigkeiten abgesichert werden können, die für viele Sportarten bzw. Hobbys wichtig sind, beispielsweise die Funktion von Knie-, Ellenbogen- oder Hüftgelenk, Herz- oder Lungenfunktion sowie räumliches Sehen und Koordination. Der Baustein richtet sich gleichermaßen an Hobbysportler sowie Menschen, die Sport im Rahmen ihres Berufs ausüben. Auch hier kommt es bei Verlust einer Grundfähigkeit zur Auszahlung der versicherten Rente. Zusätzlich erhalten Versicherte im Leistungsfall Zugang zu einem Vor-Ort-Reha-Check durch einen spezialisierten Reha-Manager.

Weitere Zusatzbausteine „Pflege Plus“ und „Psyche Plus“

Mit dem Zusatzbaustein „Pflege Plus“ bekommen Versicherte, die pflegebedürftig werden, zusätzlich zur vereinbarten Grundfähigkeitsrente eine lebenslange Pflegerente in gleicher Höhe. Der Baustein „Psyche Plus“ zahlt zusätzlich, wenn der Versicherte wegen einer psychischen Erkrankung dauerhaft weniger als drei Stunden am Tag einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann.

Bild: © dikushin – stock.adobe.com

 

An einer privaten BU-Versicherung führt kein Weg vorbei

Eine Berufsunfähigkeit ist ein schwerer Schlag und kann im schlimmsten Fall die Existenz ruinieren. Finanzielle Lücken beim Wegfall eines Einkommens werden durch staatliche Leistungen nicht ausgeglichen. Warum gehört die private BU-Versicherung zu den wichtigsten Absicherungen?

<h5>Ein Artikel von Oliver Horn, Mitglied des Vorstands der ERGO Vorsorge Lebensversicherung AG, verantwortlich für Produkte, Prozessmanagement & Mathematik</h5><p>Ein Blick auf die Statistik verrät: Nur jeder vierte Deutsche besitzt aktuell eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. Dies ist umso erstaunlicher, als eine Berufsunfähigkeit wirklich jeden treffen kann, ganz gleich ob er oder sie im Büro oder auf der Baustelle arbeitet, studiert oder eine Ausbildung absolviert, Berufsanfänger ist oder kurz vor der Rente steht. Statistisch gesehen wird jeder vierte Deutsche im Laufe des Arbeitslebens berufsunfähig. Die Folgen sind dabei immer gravierend: Neben der physischen und psychischen Belastung, die eine Berufsunfähigkeit mit sich bringt, sind es finanzielle Risiken, die Betroffene und Angehörige durch den Wegfall eines Einkommens stemmen müssen. </p><p>Auf staatliche Leistungen, wie zum Beispiel die Erwerbsminderungsrente, sollte sich in so einer Situation niemand verlassen. Denn die Hürden für die Inanspruchnahme liegen sehr hoch und auch die Höhe der Zahlungen reicht bei Weitem nicht aus, um entstehende finanzielle Lücken zu schließen. Es ist also wenig verwunderlich, dass auch Verbraucherschützer immer wieder dazu raten, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, um im Ernstfall finanziell abgesichert zu sein. </p><h5>Erwerbsminderung bedroht die eigene Existenz </h5><p>Denn im Gegensatz zur staat­lichen Erwerbsminderungsrente, die bei voller Erwerbsminderung erst greift, wenn der oder die Betroffene, egal in welchem Beruf, weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann, zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung bereits, wenn der aktuelle Beruf zu mindestens 50% nicht mehr ausgeübt werden kann. </p><p>Darüber hinaus beinhaltet die Erwerbsminderungsrente nur eine notdürftige Grundabsicherung für Härtefälle und bietet Schülern und Studenten in der Regel wenig oder überhaupt keinen Schutz. Welch enorme finanzielle Folgen es haben kann, wenn Betroffene nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können, verdeutlicht folgendes Beispiel: Wird eine 30-jährige Person mit einem Nettoverdienst von 2.000 Euro berufsunfähig, beträgt die dadurch entstehende Versorgungs­lücke hochgerechnet bis zum Rentenbeginn etwa 888.000 Euro. </p><h5>Nicht auf Vater Staat verlassen</h5><p>Umso wichtiger ist es daher, privat für eine etwaige Berufsunfähigkeit vorzusorgen und sich nicht auf Vater Staat zu verlassen. Dennoch herrscht hierzulande seit Jahren eine Unterversorgung in diesem Bereich. Ein möglicher Grund: Das Vorurteil, eine Berufsunfähigkeitsversicherung lohne sich nur für körperlich hart arbeitende Menschen, ist immer noch weit verbreitet. </p><p>Dabei machten Erkrankungen des Bewegungsapparates 2022 nur etwa ein Fünftel der Berufsunfähigkeitsfälle aus. Psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen oder Burn-out sind dagegen die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit – und dies kann wirklich jede und jeden treffen.</p><h5>Flexible Ausgestaltung der Absicherung</h5><p>Wer also für den Ernstfall vorsorgen will, stellt fest: An einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung führt kein Weg vorbei. Die Vertragslaufzeit kann dabei, je nach Zeitpunkt des Abschlusses, über 50 Jahre betragen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung begleitet die Versicherten damit ein gesamtes Berufsleben. </p><p>Für einen so langen Zeitraum lassen sich persönliche Lebensumstände seriös nicht vorhersagen. Daher ist es wichtig, die Absicherung so flexibel wie möglich zu gestalten. Dazu zählt eine Nachversicherungsgarantie, durch die der Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung in bestimmten Fällen auch angehoben werden kann. Als Inflationsschutz sollte auch eine Beitragsdynamik und im Leistungsfall eine Rentendynamik mitversicherbar sein.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Schüler, Azubis und Studierende nicht vergessen--><h5>Schüler, Azubis und Studierende nicht vergessen</h5><p>Von einer Berufsunfähigkeit können bereits Schüler oder Studierende bzw. Auszubildende betroffen sein – bewusst ist es den meisten aber nicht. Wer jung und gesund ist, sorgt sich nicht um die Zukunft. Dabei sind junge Menschen noch weniger durch staatliche Leistungen abgesichert, denn ein Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung entsteht in der Regel erst nach fünf Versichertenjahren. Oftmals tragen dann, ohne zusätzliche Absicherung, Angehörige die finanzielle und emotionale Last. In der Regel wird der Vertrag bis zum 60. bzw. maximal bis zum 67. Lebensjahr vereinbart. Da Berufseinsteiger aber oft noch nicht fürs Alter vorgesorgt haben, besteht für die Zeit danach dann eine Lücke. ERGO Vorsorge bietet deshalb die Möglichkeit für den Fall des BU-Eintritts vor dem 25. Lebensjahr eine lebenslange Rentenzahlung zu vereinbaren. </p><h5>Je früher, desto günstiger</h5><p>Damit sich auch junge Leute eine Berufsunfähigkeitsversicherung leisten können, gibt es bereits ab dem zehnten Lebensjahr verschiedene Einsteigertarife am Markt. Des Weiteren profitieren sie von langfristig günstigen Beiträgen, da sie in der Regel keine Vorerkrankungen haben und somit keine Ausschlüsse vom Versicherungsschutz befürchten müssen. </p><p>Für die Dauer der Ausbildung bzw. des Studiums sollten junge Kunden auch darauf achten, dass im Rahmen einer möglichen Berufsunfähigkeit eine sogenannte Günstigerprüfung für Auszubildende und Studenten vorhanden ist. Demnach liegt eine Berufsunfähigkeit sowohl vor, wenn der oder die Auszubildende oder Student außerstande ist, die Ausbildung oder das Studium fortzusetzen, als auch, wenn der angestrebte Ausbildungsberuf bzw. das mit dem Studiengang verbundene Berufsbild nicht mehr ausgeübt werden kann. </p><p>In diesem Zusammenhang spielen auch Zusatzleistungen wie die Möglichkeit zur Einholung einer medizinischen Zweitmeinung von einem Experten weltweit eine Rolle. ERGO Vorsorge arbeitet hier eng mit Best Doctors zusammen, die bei der Beschaffung aller relevanten medizinischen Unterlagen unterstützen und sie an die jeweiligen Experten weiterleiten. Dieser Service kann auch unabhängig vom Vorliegen einer Berufsunfähigkeit genutzt werden. </p><h5>Vorteile klar benennen</h5><p>Eine Berufsunfähigkeitsver­sicherung schafft Planbarkeit und Sicherheit für Jung und Alt. Sie ist im Ernstfall Garant für finanzielle Unabhängigkeit und schließt die Lücke, die die staatliche Absicherung für Betroffene hinterlässt. Für uns als Branche gilt es, mit überholten Vorurteilen aufzuräumen und den Nutzen dieser Absicherung für die Versicherten klar herauszustellen. Die ist wichtig, damit von Berufsunfähigkeit Betroffene auch nach einem Schicksalsschlag weiterhin eine finanzielle Perspektive haben.</p><p>Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 09/2023 und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/de/profiles/53e4066999da-asscompact/editio…; target="_blank" >ePaper</a>.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: </i><i class="font-twelve-italic" >© Orlando Florin Rosu – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/C2B52D6B-DDC9-4359-AEC7-E1882F92CCFD"></div>

 
Ein Artikel von
Oliver Horn

ERGO startet neue Wohngebäudeversicherung

Die ERGO hat eine neue Wohngebäudeversicherung auf den Markt gebracht. Der neue Tarif richtet das Augenmerk auf die Absicherung von klimaschonenden Energien sowie Naturgefahren – dafür bietet der Versicherer eine sogenannte All-in-one-Lösung für Elementarschäden.

Die ERGO hat eine neue Wohngebäudeversicherung gestartet. Die neue Police kann in den Tarifvarianten „Smart“ und „Best“ abgeschlossen werden und fokussiert sich auf die Absicherung von Naturgefahren und klimaschonenden Energien, wie das Unternehmen bekannt gibt.

Neben der Absicherung von Feuer- und Leitungswasserschäden sowie Glasbruch rundet eine sogenannte All-in-one-Lösung den Schutz gegen Naturgefahren ab: Alle Naturgefahren und Sturm- und Hagelschäden werden gebündelt abgesichert. In den allermeisten Postleitzahlengebieten sei dies ohne Selbstbeteiligung möglich, so der Versicherer.

Nachhaltige Elemente

Der neue Tarif enthält mehrere nachhaltige Elemente. Bereits in der günstigeren Tarifvariante „Smart“ sind Mehrkosten für einen ökologisch nachhaltigen und altersgerechten Wiederaufbau von bis zu 50.000 Euro enthalten. Der Tarif „Best“ sichert zudem den Diebstahl von Grundstücksbestandteilen wie etwa Wärmepumpen ab.

Sollte die regenerative Stromversorgung durch einen Versicherungsfall außer Funktion sein, übernimmt die Wohngebäudeversicherung die Stromkosten, ebenso die fehlende Einspeisevergütung.

Der Baustein „Haus- und Energietechnik“ schützt umwelt- und klimarelevante Gebäudetechnik am Gebäude selbst und auf dem Grundstück. Versichert sind Anlagen zur eigenen Stromerzeugung sowie Heizanlagen zur Nutzung regenerativer Energien – auch gegen unvorhergesehene Schäden. Eingeschlossen sind Photovoltaikanlagen inklusive Stromspeicher, Solarthermieanlagen, Geothermieanlagen, Wärmepumpen und Wallboxen bzw. Ladesäulen.

Vollautomatisierte Prozesse machen Auszahlung oft schneller

Für Modernisierungs- und Präventionsmaßnahmen können Versicherte Beitragsnachlässe erhalten. So gibt es etwa einen 10%igen Modernisierungsnachlass für zeitnah vorgenommene Modernisierung an älteren Gebäuden. Auch für Präventionsmaßnahmen am Gebäude gibt es einen Beitragsrabatt.

Die Schadenbearbeitung erfolgt voll digital – Schadenanlage und Deckungsprüfung sind vollautomatisiert. In vielen Fällen können die Schäden durch die automatisierten Prozesse schon nach kurzer Zeit ausbezahlt werden, versichert das Unternehmen. (js)

Bild: © Andrii Yalanskyi – stock.adobe.com

 

Edward Ler neuer Chief Underwriting Officer bei ERGO

Zum Jahresbeginn 2024 wird Edward Ler neuer Chief Underwriting Officer der ERGO Group AG. Er folgt in der Position auf Clemens Muth, der die Unternehmensgruppe nach 24 Jahren verlässt, um sich künftig neuen Aufgaben zu widmen.

Edward Ler wird zum 01.01.2024 neuer Chief Underwriting Officer der ERGO Group AG. Er folgt in dieser Rolle auf Clemens Muth, der sich nach 24 Jahren innerhalb der Munich Re Gruppe dazu entschieden hat, ERGO mit Auslaufen seines Vertrages zum Jahresende zu verlassen, um sich anderen persönlichen Interessen zu widmen, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt.

Ler ist derzeit noch als Executive Vice President und Leiter der Region Südostasien bei Chubb Asia Pacific in Singapur tätig. Er kann auf über 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Underwriting und Produktmanagement mit Verantwortung für verschiedene Märkte und Produktlinien bei Allianz, RSA und zuletzt Chubb zurückblicken.

Bereits zum 01.10.2023 wird Ler Mitglied des Vorstands der ERGO Group AG, wo er bis Ende des Jahres gemeinsam mit Clemens Muth als Co-Chief Underwriting Officer fungieren wird. So soll ein reibungsloser Übergang sichergestellt werden.

Muth trat 1999 bei Munich Re ein. Nach unterschiedlichen Positionen innerhalb der Gruppe wechselte er als Leiter Strategie 2007 zu ERGO und wurde im Anschluss Vertriebsvorstand von ERGO Direkt. Im Jahr 2010 wurde Clemens Muth in den Vorstand der ERGO Group AG und zum Vorsitzenden des Vorstandes der DKV Deutsche Krankenversicherung AG berufen. Seit 2018 trägt er als Chief Underwriting Officer die Gesamtverantwortung für das versicherungstechnische Geschäft von ERGO.

Des Weiteren ist vorgesehen, dass Frauke Fiegl, die im Vorstand der ERGO Deutschland AG bereits für das Segment Gesundheit verantwortlich ist, zum 01.01.2024 als Vorstandsvorsitzende der DKV Deutsche Krankenversicherung AG auf Muth folgen soll. (sts)

Bild: © ERGO

 

Wie und wo Versicherer künstliche Intelligenz einsetzen

Künstliche Intelligenz wie ChatGPT ist derzeit in aller Munde. Wie genau sie sich in Zukunft entwickeln wird, ist noch unklar. Was bereits sicher ist: Kein Bereich des Lebens wird davon unberührt bleiben. Das gilt auch für die Versicherungs- und Finanzbranche. AssCompact hat bei mehreren Versicherern nachgefragt, ob und wie sie künstliche Intelligenz einsetzen und was sie im Unternehmen bewirkt. Die Antworten gibt es in der Bildergalerie.

 
von
 

Nina Henschel wechselt zu ERGO

Nina Henschel wechselt von der R+V Krankenversicherung zur ERGO Gruppe. Sie soll dort Vorständin der Deutsche Krankenversicherung und der ERGO Krankenversicherung werden. Dies bestätigte das Unternehmen auf Anfrage.

<p>Zum 01.09.2023 wird Nina Henschel neue Vorständin der ERGO Group. Die 47-Jährige wird sowohl Mitglied im Vorstand der ERGO Krankenversicherung AG als auch der DKV Deutsche Krankenversicherung AG. Darüber berichtete zunächst das Branchenmedium Versicherungsmonitor. ERGO hat den Wechsel auf Nachfrage bestätigt.</p><p>Henschel soll in ihrer neuen Position vorrangig für das Geschäftsfeld Gesundheit zuständig sein und dort den Ausbau des Makler- und Kooperationsgeschäfts sowie das Wachstum im Bereich betrieblicher Krankenversicherungen forcieren.</p><p>Es handelt sich um die Nachbesetzung von Frauke Fiegl, die nach dem Wechsel von Ursula Deschka ins Baltikum den Vorstandsvorsitz der ERGO Krankenversicherung AG übernommen hat und für das Ressort Gesundheit Inland als Mitglied des Vorstandes der ERGO Deutschland AG bestellt wurde <a href="https://www.asscompact.de/nachrichten/frauke-fiegl-wird-vorstandschefin…; target="_blank" >(AssCompact berichtete)</a>.</p><p>Henschel kommt von der R+V Krankenversicherung, wo sie seit 2018 im Vorstand aktiv ist und das gesamte Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft der R+V Gruppe verantwortete. Vor ihrer Zeit bei der R+V war die Diplom-Kauffrau unter anderem im Vorstand der Deutsche Ärzte Versicherung AG, einer Tochter der AXA, tätig. (sts)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © R+V</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/AEFA4CE9-1C5D-4BC0-BBA1-4AA0652FAA9D"></div>