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Franke & Bornberg Research GmbH

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Nachhaltigkeits-Score: Diese Versicherer punkten, diese nicht

Franke und Bornberg hat den Nachhaltigkeits-Score für 48 Versicherer ermittelt. Während der Stellenwert von Nachhaltigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung zuletzt gesunken sei, sei sie laut den Experten für die Assekuranz von großer Bedeutung. Diese Unternehmen können punkten – und diese nicht.

In letzter Zeit hat Nachhaltigkeit in der öffentlichen Diskussion und Wahrnehmung an Stellenwert verloren. Für die Assekuranz nimmt die Relevanz jedoch in keinster Weise ab, erklärt das Analysehaus Franke und Bornberg. Das sei nicht zuletzt wegen steigender Schäden durch Naturkatastrophen. Allein vor diesem Hintergrund bleibe es zentrale Aufgabe der Assekuranz, Risiken kalkulierbar und Schäden versicherbar zu halten. Zudem sei auch die ökonomische Bedeutung der Branche unverändert hoch, so Franke und Bornberg.

48 Versicherungskonzerne erhalten Nachhaltigkeits-Score

Vor diesem Hintergrund hat das Analysehaus seinen aktuellen Nachhaltigkeits-Score veröffentlicht. Der Score bewertet 48 Versicherungskonzerne – wobei hinter einem Konzern oft mehrere Versicherungsunternehmen stehen – auf Basis von 250 Einzelkriterien in den sechs Fokusthemen Ressourcenmanagement, Arbeitgeberverantwortung, gesellschaftliches Engagement, nachhaltiges Investment, Wandel und Innovation sowie nachhaltige Produkte.

Anhand eines Benchmarkverfahrens wird der Gesamtscore der Versicherer ermittelt und die Performance in den definierten Fokusthemen mit dem Marktdurchschnitt verglichen. Die Methodik wurde für den diesjährigen Jahrgang an die Entwicklungen rund um Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie European Sustainability Reporting Standards (ESRS) angepasst.

Zur Ermittlung des Nachhaltigkeits-Scores nutzt Franke und Bornberg dokumentierte Daten, unter anderem aus der offiziellen Nachhaltigkeitsberichterstattung der Konzerne, sowie zur Nachhaltigkeitsqualität der angebotenen Produkte.

Das ist der durchschnittliche Nachhaltigkeits-Score der Branche

Insgesamt kann die Branche im Marktdurchschnitt einen Gesamtscore von 42% aufweisen. Heruntergebrochen auf die sechs Fokusthemen liegt der Marktdurchschnitt bei 41% im Ressourcenmanagement, bei 58% in der Arbeitgeberverantwortung und bei 36% im gesellschaftlichen Engagement. 38% ist der Marktdurchschnitt im Bereich nachhaltiges Investment, Wandel und Innovation kommt im Schnitt auf einen Score von 37%, im Bereich nachhaltige Produkte liegt der Durchschnittswert bei 53%.

Welche Unternehmen sind am nachhaltigsten?

Welche der analysierten Unternehmen können einen hohen Nachhaltigkeits-Score aufweisen, welche sind am unteren Ende? Den höchsten Nachhaltigkeits-Score erreicht Generali Deutschland. Das Unternehmen erhält im Gesamtergebnis einen Wert von 81%. Drei weitere Konzerne können sich einen Score von 70% und darüber sichern: Es sind die Allianz mit einem Wert von 78%, BarmeniaGothaer mit 76% sowie SIGNAL IDUNA mit 70%. Knapp darunter liegt die AXA Group mit einem Wert von 69%.

Am anderen Ende der Skala erhalten ebenfalls drei Versicherer einen Gesamtscore von unter 20%: Das Schlusslicht bilden die NV Versicherungen mit einem Score von 11%. Auch die IDEAL (17%) und die Mecklenburgische (19%) bleiben unter der Marke. Knapp darüber mit jeweils einem Gesamt-Nachhaltigkeits-Score von 21% finden sich der Münchener Verein und die DEVK.

Neben Orientierung und Transparenz soll das Rating auch die Weiterentwicklung der Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit sichtbar machen. „Nachhaltigkeit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess“, so Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. (js)

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Stabilität der BU-Anbieter wird wichtiger

Das BU-Unternehmensrating der Ratingagentur Franke und Bornberg zeigt: Die Leistungsfähigkeit der teilnehmenden Versicherer liegt weiterhin auf hohem Niveau. Gleichzeitig wirkt sich der Personalmangel in der Leistungsregulierung spürbar aus. Die Stabilität der Anbieter gewinnt im Markt stark an Gewicht.

Der Wettbewerb in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) wird nicht nur über Preis und Leistung ausgetragen, so das Ratinghaus Franke und Bornberg in seiner Mitteilung zum aktuellen BU-Unternehmensrating. Auch mit verkürzten Abfragezeiträumen in der Risikoprüfung werben Versicherer bei Vermittlern um Neugeschäft – mit möglichen Auswirkungen auf die langfristige Stabilität der Bestände.

Daher sei es auch wichtig, dass die Qualität der Anbieter nicht nur beschrieben, sondern geprüft wird, so Franke-und-Bornberg-Geschäftsführer Michael Franke, und zwar anhand von Zahlen, Daten und der Prüfung der Prozesse in der tatsächlichen Umsetzung. Transparenz sei hierbei der Unterschied zwischen einem guten Eindruck und nachweislicher Qualität. Wer seine Prozesse und Kennzahlen offenlegt, der sende ein starkes Signal an Markt und Versicherte, so Franke.

Markttrends: Vereinfachte Risikoprüfung – Chance und Stresstest

Der BU-Markt wird nicht mehr allein über Preis und Bedingungen geführt. Zunehmend rücken vereinfachte Risikoprüfungen in den Blick – etwa durch verkürzte Abfragezeiträume. Das senkt Einstiegshürden und kann den Abschluss für Kunden erleichtern. Gleichzeitig entsteht ein Stresstest für die Stabilität: Wenn Zugangserleichterungen nicht durch konsequente Steuerung, saubere Selektion und belastbares Controlling flankiert werden, kann das die Ergebnisqualität beeinträchtigen, schreibt das Ratinghaus. Besonders kritisch sind demnach Kapazitätsengpässe in der Leistungsregulierung – dort können Rückstände wachsen, Durchlaufzeiten schwanken und somit die Fallbearbeitung an Konsistenz verlieren.

„Als Gegenmaßnahmen sollte auf klar definierte Service-Level, Maßnahmen zur Qualitätssicherung und aktive Nachwuchsgewinnung gesetzt werden. Stabilität zeigt sich in konstanten Durchlaufzeiten, klaren Entscheidungen und sauberen Begründungen, auch bei hoher Last“, erläutert Philipp Wedekind, Leiter Ratings Vorsorge und Nachhaltigkeit.

So läuft das Rating

Die Analyse basiert auf einer umfangreichen Datenerhebung bei den teilnehmenden Gesellschaften, Vor-Ort-Verifizierungen und stichprobenartigen Leistungsfall-Prüfungen. Bewertet werden u. a. Prozessqualität, Steuerungskennzahlen, Konsistenz in der Regulierungspraxis sowie Indikatoren zur Stabilität des BU-Geschäfts.

Die fünf am Rating teilnehmenden Gesellschaften waren die ERGO Vorsorge Lebensversicherung AG, die HDI Lebensversicherung AG, die NÜRNBERGER Lebensversicherung AG, die Generali Deutschland Lebensversicherung AG und die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. Die ERGO, die HDI und die NÜRNBERGER erhielten die Bestnote FFF+, die Generali und die Stuttgarter die zweitbeste Note FFF.

Fazit

Das diesjährige BU-Unternehmensrating sendet laut Franke und Bornberg ein doppeltes Signal: hohe Qualität bei den Teilnehmern – aber ein anhaltend herausforderndes Umfeld in der Leistungsregulierung. Mit Blick auf vereinfachte Risikoprüfungen wird Stabilität noch mehr zum Kernthema. Versicherer, die Transparenz zeigen und tiefgreifende Controlling-Einblicke ermöglichen, setzen des Maßstab für belastbare verlässlich hohe Qualität im BU-Geschäft. (mki)

 

Franke und Bornberg: Rund jeder vierte Kfz-Tarif ist top

Franke und Bornberg hat sein aktuelles Rating zur Kfz-Versicherung vorgelegt. Für die Kfz-Versicherer sind die vergangenen Jahre herausfordernd gewesen. Dennoch ist das Leistungsniveau laut den Analysten im letzten Jahrzehnt spürbar gestiegen. Rund ein Viertel der Tarife kann die Bestnote erreichen.

Pünktlich zur diesjährigen Kfz-Wechselsaison hat das Analysehaus Franke und Bornberg das diesjährige Rating zur Kfz-Versicherung veröffentlicht. Die Versicherer blicken mehrheitlich zuversichtlich auf die kommenden Monate, das haben mehrere Anbieter kürzlich auf AssCompact Nachfrage bestätigt. Trotzdem: Es wird wohl auch dieses Jahr wieder Prämienanpassungen geben (müssen). Das liegt neben der überdurchschnittlich hohen Schadeninflation auch an den steigenden Kfz-Ersatzteil- sowie Werkstattkosten. Besonders betroffen sind die Vollkasko-Tarife.

Steigende Beiträge fördern die Bereitschaft zum Wechsel, erklärt Franke und Bornberg. 2,9 Millionen Autofahrer haben zum Jahresanfang den Anbieter gewechselt. „Auch wenn der Preisanstieg beim nächsten Jahreswechsel moderater ausfällt, rechnen wir erneut mit einer lebhaften Wechselsaison“, erklärt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg. Auch beim Vergleichsportal Verivox rechnet man mit einer der „spannendsten“ Wechselsaisons der letzten Jahre, wie Aljoscha Ziller, Geschäftsführer bei Verivox Versicherungsvergleich GmbH, in einem kürzlich veröffentlichtem AssCompact Gastbeitrag beschrieben hat.

Teuer ist nicht immer besser

Die Preisspanne der Tarife ist relativ breit, doch nicht immer ist der teuerste Tarif auch der beste, erklärt Franke und Bornberg. Anhand eines Musterbeispiels haben die Analysten die Preise für einen privat genutzten VW Golf VIII Variant mit einer jährlichen Fahrleistung von etwa 15.000 km untersucht. Für einen Tarif mit der Bestbewertung FFF+ müssen Versicherte zwischen 400 und 1.136 Euro jährlich zahlen. In der am schlechtesten bewerteten Kategorie liegen die Beiträge zwischen 367 und 950 Euro.

Bei einem Wechsel seien nicht nur Faktoren wie Fahrzeugtyp, Region, Schadenfreiheitsrabatt und Selbstbehalt maßgeblich für die Prämie, sondern auch sogenannte „weiche“ Faktoren wie Fahrleistung, Stellplatz, Fahrerkreis, Wohneigentum oder Beruf.

Qualität ist seit Erstrating angestiegen

Das Erstrating in der Kfz-Versicherung haben die Experten im Jahr 2016 vorgelegt. Seitdem hat sich das Qualitätsniveau laut dem Analysehaus spürbar gebessert. Dennoch haben Tariflinien mit unterschiedlichen Qualitätslevels weiterhin ihre Berechtigung, so die Analysten.

Neben dem Preis verändern sich auch die Produkte selbst, inklusive der Tarifwerke. „Aktuell blieben die Neuerungen allerdings überschaubar. Viele Versicherer konzentrieren sich dabei auf die Elektrofahrzeuge. In Top-Tarifen wird der Abzug ‚neu für alt‘ bei Akkus oft zeitlich nach hinten verlagert oder sogar ganz gestrichen“, so Franke. Auch die Zustandsdiagnostik von Akkus und das Lagern in Wassercontainern nach einem Unfall zahlen viele starke Tarife mittlerweile.

Es gibt aber laut den Analysten auch negative Veränderungen. Einige Versicherer haben den Abzug bei Verstoß gegen die vertragliche Werkstattbindung von 15% auf 20% erhöht.

Mehr als 300 Tarife bewertet

Das Rating bewertet eine Kombination aus Haftpflicht, Voll- und Teilkaskoversicherung sowie Zusatzbausteinen. Der aktuelle Jahrgang bewertet 324 Tarife von 76 Gesellschaften. Die Zahl der Bewertungskriterien liegt dieses Jahr bei 73.

Um die Bestnote zu erhalten, müssen die Tarife mindestens 85% der maximal erhältlichen Punktzahl erreichen. Zusätzlich müssen sie eine Reihe von Mindeststandards erfüllen. Dazu gehören eine Deckung von mindestens 15 Mio. Euro bei Personenschäden, kein Abzug „neu für alt“ sowie Kauf- und Neupreisentschädigung von mindestens 24 Monaten.

Mehr Tarife als im Vorjahr erhalten Spitzenbewertung

 

Franke und Bornberg: Rund jeder vierte Kfz-Tarif ist top

 

Rund jeder vierte Tarif (27,5%) erreicht in diesem Jahr die Spitzenbewertung, ein Plus von 4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (siehe Grafik). Die Riege der mit „sehr gut“ (FFF) bewerteten Tarife bleibt weitgehend konstant, während die Anzahl der Tarife, die die Wertung „gut“ (FF+) erreichen, gegenüber dem vorhergehenden Jahrgang etwas zurückgingen. Etwa jeder fünfte Tarif erreicht nur die Note F+ („befriedigend“), ein Tarif muss sich sogar mit einer „mangelhaften“ (F) Bewertung zufriedengeben. (js)

Die Ergebnisse des Ratings Kfz-Versicherung 2025 können auf der Website von Franke und Bornberg einsehen werden.

 

„Gute Beratung übersetzt Produktlogik in Lebensrealität“

Seit drei Jahrzehnten begleitet Franke und Bornberg die Entwicklung der BU. Im AssCompact Interview im Rahmen der DKM 2025 erklärt Geschäftsführer Michael Franke warum sachlich fundierte Beratung heute wichtiger ist denn je – und warum die DKM für ihn ein einzigartiger Ort des direkten Austauschs ist.

Interview mit Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg
Herr Franke, Franke und Bornberg begleitet die DKM schon seit Langem. Was macht die Messe so besonders?

Die DKM ist der jährliche „Marktplatz der Praxis“ – dicht, direkt, ungefiltert. Hier treffen Entscheider, Makler und Produktverantwortliche auf engem Raum zusammen. Wir bekommen aus erster Hand Feedback zu unseren Ratings und geben im Gegenzug Transparenz in Methodik und Markttrends. Diese Dialogdichte macht die DKM aus.

Wie profitieren Makler von der Präsenz von Franke und Bornberg auf der DKM?

Unser Schwerpunkt auf der DKM ist Wissenstransfer. Ein Fokus liegt dabei auf dem Beratungsalltag zum Thema Arbeitskraftabsicherung (AKS). Über den AKS-Kongress bringen wir Produktwissen, Leistungs- und Prozesskenntnis sowie rechtliche Updates zusammen – kompakt, anwendungsnah und neutral.

Im Jahr 1995 haben Sie das erste Produktrating für die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) veröffentlicht, Sie begleiten also die Entwicklung der BU bereits seit 30 Jahren. Was sind die größten tariflichen Änderungen, die Sie in den letzten drei Jahrzehnten erlebt haben?

Zu Beginn ging es beispielsweise um Meldefristen, rückwirkende Leistungen, Prognosezeiträume und vor allem um die Definition des versicherten Berufs und die Umorganisation bei Selbstständigen. Auch der Geltungsbereich war regelmäßig beschränkt und es gab individuelle Preisanpassungs- oder Bedingungsänderungsklauseln.

Der grundsätzliche Verzicht auf abstrakte Verweisung war um die Jahrtausendwende der erste kritische Schritt der Versicherer, bei dem die Balance zwischen berechtigten Kundeninteressen und Stabilität des Kollektivs betroffen ist. Aus demselben Grund sind die generelle Streichung von Meldefristen und unbefristete rückwirkende Leistungen unter dem Blickwinkel Stabilität kritisch zu sehen.

Danach kamen der Ausbau der Nachversicherungsgarantien und spezielle Regelungen für Hausfrauen/Hausmänner, Schüler, Azubis und Studenten, Einmalleistungen und Wiedereingliederungshilfen, Infektionsklauseln, die ABC-Klausel, Startertarife, Berufsgruppen und Scoringmodelle bei der Tarifierung. In den letzten zehn Jahren prägen vor allem die AU-Leistung (Arbeitsunfähigkeit), verbesserte Teilzeit- und Tätigkeitsklauseln, die Zunahme an Dienstunfähigkeitsklauseln sowie mehr Transparenz in Leistungsprozessen das Bild. Diese Aufzählung macht deutlich, dass die BU leistungsfähiger, aber auch deutlich komplexer geworden ist.

Welche Produktinnovationen oder Tarifbausteine sind derzeit besonders gefragt? Und welche halten Sie für eher marketinggetrieben?

Der Leistungswettbewerb ist überwiegend ausgekämpft. Deshalb kommen auch wenig sinnvolle Leistungsmerkmale in die Diskussion, wie der Verzicht auf konkrete Verweisung oder der Verzicht auf die Prüfung der Umorganisation von Betrieben bei Selbstständigen. Versicherte können in diesen Fällen trotz anerkannter Berufsunfähigkeit ein genauso hohes Einkommen wie vor einer Erkrankung erzielen und dennoch die volle Rente erhalten. Das ist kein Versicherungsschutz im eigentlichen Sinne mehr und schafft Begehrlichkeiten, die das Kollektiv belasten können. Wichtig ist daher nicht der Verzicht auf bestimmte Regelungen, sondern dass die Grundlagen für Anerkennung oder Anlehnung klar definiert sind. Der harte Preiswettbewerb bei gleichzeitig vorhandener hoher Produktqualität hat sowohl die Regulierungspraxis als auch die Stabilität von Kalkulation und Anbietern in den Fokus der Versicherer-Auswahl gerückt.

Die Verbreitung der Arbeitskraftabsicherung ist immer noch auf relativ niedrigem Niveau, trotzdem stagniert der Markt stagniert aktuell. Kann die betriebliche Arbeitskraftabsicherung (bAKS) als Türöffner genutzt werden, auch für Vermittler?

Der Markt stagniert in absoluten Zahlen zwar nicht, aber prozentual zu der Entwicklung der Anzahl der Erwerbstätigen fällt er zurück. Auch was das Verhältnis Einkommen zu versicherter Rente angeht. Die bAKS kann einen wichtigen Beitrag leisten, denn sie schafft neben Vertrauen auch niedrigere Einstiegshürden, wie vereinfachte Gesundheitsprüfung, Kollektivkonditionen und idealerweise Zuschüsse des Arbeitgebers. Für Vermittler ist die bAKS ein effizienter Zugang zu Belegschaften mit hohem Multiplikator, inklusive Cross- und Upselling in private Lösungen.

Welche anderen sinnvollen Optionen gibt es für Versicherte? Die Grundfähigkeitsversicherung wird ja öfter mal als Alternative zur BU ausgewiesen, aber Ihr Haus betont immer wieder, dass dies nicht der Fall ist…

Die Grundfähigkeitsversicherung (GF) ist ein sinnvolles Produkt, aber keine direkte BU-Alternative, sondern eine Form der mittelbaren Absicherung der Arbeitskraft mit einer anderen Logik. Die GF versichert den Verlust exakt definierter Fähigkeiten. Wenn diese Fähigkeiten das Berufsbild prägen, dann entsteht durch diese Absicherung ein Zusammenhang mit der Arbeitskraft. Vielfach scheitert es an einer sinnvollen Absicherung durch eine BU, weil der Preis zu hoch liegt oder es bereits Befassungen mit psychischen Belastungen der zu versichernden Personen gab. Bei passendem Berufsbild und versperrtem Zugang zur BU, ist es fast schon eine Pflicht, die GF mit Kunden zu besprechen. Genauso sollte aber auch die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) fester Bestandteil des Lösungsangebots sein. Die EU hat dasselbe Konstrukt, wie die BU. Nur ist nicht die Fähigkeit versichert, den eigenen Beruf, sondern jegliche berufliche Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes für mindestens drei Stunden nicht mehr ausüben zu können. Dass diese Schwelle regelmäßig erreicht wird, zeigt schon die beeindruckende Zahl von 1,75 Millionen laufenden EU/EMI-Renten der gesetzlichen Rentenversicherung, die einen vergleichbaren Leistungsbegriff hat. Die EU erst gar nicht anzubieten ist nach unserer Auffassung der größte Fehler der Branche im Bereich der Arbeitskraftabsicherung. Sachlich ist diese Auslassung nicht zu begründen.

Welche Rolle spielt hier die richtige Beratung?

Eine zentrale. Gute Beratung übersetzt Produktlogik in Lebensrealität: Tätigkeitsanalyse, realistische Leistungsziele, saubere Gesundheitsangaben, das Aufzeigen der möglichen Produktlösungen und klare Priorisierung zwischen Beitrag und Leistung. Wichtig sind Erwartungsmanagement und Dokumentation – beides reduziert spätere Enttäuschungen und Streit. Derzeit ist Beratung oft noch zu emotional und zu wenig wissenschaftlich geprägt. (...) Ganz grundsätzlich muss die Ausbildung für Vermittler zum Experten in der Arbeitskraftabsicherung neu gestaltet werden. Derzeit definieren sich Experten vor allem durch Bedingungsauslegungen. Das ist aber nur ein kleiner Teil der Aufgabe. Es fehlt ein wissenschaftlich basierter Beratungsansatz, der den Produktlösungsbaukasten sachlich einbezieht. Auch Kenntnisse über Sozialsysteme und deren Wirkung im Leistungsfall fehlen durchweg. Im Ergebnis der aktuellen Vermittlungspraxis stehen sich im Jahr 2024 folgende Zahlen gegenüber: 12,5 Millionen Erwerbstätige unter 35 Jahren zu 188.000 zusätzlichen Versicherten mit oft viel zu niedrig abgesicherten Renten. Diese Zahlen machen den Qualifizierungsbedarf deutlich.

 

Rating: Diese PKV-Anbieter haben Toptarife im Angebot

Der aktuelle Ratingjahrgang PKV von Franke und Bornberg zeigt, dass Anbieter wieder stärker auf Leistungsqualität statt auf Preis setzen. Insgesamt bleibt das Niveau stabil. Digitale Angebote nehmen derweil zu. Welche Anbieter haben laut dem Analysehaus die besten Tarife im Angebot?

Die private Krankenversicherung (PKV) hat in den letzten Monaten häufig Aufmerksamkeit erregt. Vor allem die deutlichen Beitragssteigerungen zum Jahreswechsel haben für Diskussionen gesorgt – und sie stehen auch dieses Jahr erneut ins Haus. Laut dem Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV-Verband) müssen etwa zwei Drittel der Privatversicherten mit einem durchschnittlichen Anstieg von 13% ihres Beitrags rechnen. Verantwortlich dafür sind vor allem die höheren Ausgaben der PKV.

Zudem wird es ab 2026 für Arbeitnehmer schwieriger werden, in die PKV zu wechseln. Die gesetzliche Versicherungsgrenze steigt um 11%. Das dürfte den Anbietern nicht besonders schmecken, denn mit weniger Menschen, die die Wahlfreiheit zwischen den beiden System haben, sinkt für die Versicherer gleichzeitig das Potenzial für Neugeschäft.

GOÄ-Reform führt zu Verzögerungen bei Einführung neuer Produkte

Zudem lauert für die Anbieter auch noch die Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Diese wurde vom Bundesärztetag im Mai beschlossen, allerdings handelt die Politik nur schleppend. Das hat auch für Zurückhaltung bei den Versicherern bei der Einführung neuer Tarifgenerationen geführt. Ein paar Anbieter haben in den letzten Monaten doch gehandelt – nach der LKH im Herbst 2024 haben auch AXA und SIGNAL IDUNA 2025 neue Tarife auf den Markt gebracht.

„Neue PKV-Tarife bieten auf der einen Seite die Chance, das Leistungsversprechen transparenter und kundenorientierter zu gestalten, auf der anderen Seite fördern sie nicht immer die Tarifstabilität“, erklärt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.

Digitale Services gewinnen an Bedeutung

Neu im Kriterienkatalog des Ratings sind digitale Gesundheitsanwendungen, so Franke und Bornberg. Diese gewinnen für Versicherer und Versicherte an Bedeutung. Services wie Apps und Online-Coachings ergänzen die medizinische Versorgung und unterstützen Versicherte im Alltag; daher machen sie viel Sinn, so Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg.

„Digitale Services sind niederschwellig, jederzeit verfügbar und vergleichsweise günstig“, so Monke weiter. Einige Krankenversicherer bauen bereits eigene Gesundheitsplattformen mit Telemedizin, elektronischer Patientenakte und individuellen Coaching-Programmen auf.“ Im psychischen Bereich liefern Online-Therapien einen wichtigen Beitrag. „Die Zukunft der medizinischen Versorgung ist hybrid“, sagt Monke. Durch die Kombination aus digitalen und klassischen Angeboten können zudem Ressourcen besser genutzt werden und Kosten im Gesundheitswesen gesenkt werden.

Neuerungen im aktuellen Ratingjahrgang

Für das Rating verknüpft das Analysehaus Produkt- und Unternehmensdaten, um eine möglichst umfangreiche Bewertung zu erhalten. Erstmals bezieht das aktuelle Rating zudem Qualitätsdaten aus den map-reports Krankenversicherung mit ein.

Der aktuelle Jahrgang vergleicht eine Auswahl von 897 Tarifen von insgesamt 31 Anbietern – die große Anzahl ergebt sich aus dem modularen Aufbau der PKV-Tarife. Sie werden in 18 Untersuchungsbereichen auf Basis von 108 Detailkriterien bewertet.

Um die Bestnote FFF+ zu erreichen, müssen die analysierten Tarife mindestens 85% der Punkte erhalten und mehrere Mindeststandards erfüllen, wie etwa freie Arztwahl, Erstattung oberhalb der GOÄ, volle Kostenübernahme für Ein- oder Zweibettzimmer und ein offener Hilfsmittelkatalog.

Diese Versicherer bieten die besten Tarife an

 

Rating: Diese PKV-Anbieter haben Toptarife im Angebot

 

Etwa jeder 13. Tarif – oder 7,8% – erhält die Topbewertung (siehe Grafik). Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als 4,7% der Tarife die Bestnote erreichen konnten. Etwas mehr als jeder fünfte Tarif (21,4%) erreicht die Note FFF („sehr gut“), fast genauso viele (22,4%) schneiden mit „gut“ (FF+) ab. Fast die Hälfte wird mit der Note FF („befriedigend“) bewertet. Schlechter schneidet kein Tarif ab.

Die Anbieter, die mindestens mit einem Tarif in der obersten Kategorie platzieren können, sind die folgenden (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Allianz
  • AXA
  • Barmenia
  • Bayerische Beamtenkrankenkasse
  • DKV
  • Hallesche
  • LKH
  • SDK
  • SIGNAL IDUNA
  • UKV
So viel zahlen Versicherte

Die Ergebnisse zeigen, dass das Angebot der privaten Krankenversicherer sich insgesamt auf einem stabilen Qualitätsniveau bewegt, resümieren die Analysten. Neue Tarife setzen wieder verstärkt auf Qualität statt auf Preis. Nach Berechnungen des Analysehauses zahlen Versicherte im Oktober 2025 zwischen 400 und 700 Euro monatlich für Grundschutz. Toptarife schlagen im Neugeschäft für einen 35-Jährigen inklusive Pflegepflichtversicherung mit rund 700 bis 1.000 Euro monatlich zu Buche. (js)

Die vollständigen Ergebnisse des Franke und Bornberg PKV-Ratings 2025 können auf der Website des Analysehauses eingesehen werden.

 

Das sind die bilanzstärksten Lebensversicherer

Die Lebensversicherer konnten vergangenes Jahr nach drei Jahren wieder ein Wachstum der Beitragseinnahmen verzeichnen, meldet die Rating-Agentur Franke und Bornberg im aktuellen map-report. Doch wer konnte sich an die Spitze setzen? Laut Franke und Bornberg lieferten sich die Versicherer ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die Branche steht unverändert unter Druck, wächst aber nach schwierigen Jahren wieder, schreibt Franke und Bornberg im neuen map-report, dem jährlichen Bilanzrating deutscher Lebensversicherer. Das Rating untersucht die Bilanzen der deutschen Lebensversicherer im Jahr 2024 und bewertet die Unternehmen nach ausgesuchten Kennzahlen und ordnet die Ergebnisse individuell ein. Es macht sichtbar, wer robust wächst, Reserven stärkt und Kundennutzen klar belegen kann, so Franke und Bornberg.

Im Mittelpunkt stehen dabei u. a. folgende Prüfsteine: Wer generiert weiterhin ernsthaft Neugeschäft und kann seinen Bestand ausbauen? Wo geraten Kostenquoten und Effizienz ins Hintertreffen? Welche Unternehmen verfügen über ausreichende Reserven und tragfähiges Eigenkapital? Wie entwickeln sich die Erträge aus der Kapitalanlage? Und welche konkreten Spuren hinterlässt die Zinswende in den Bilanzen der Lebensversicherer?

Wer erhielt die Top-Bewertungen?

Die beste Bewertung im Rating erzielte die LV 1871, die mit 375 Punkten bzw. 93,75% von den maximal erreichbaren 400 Punkten ein „mmm+“ für hervorragende Leistungen erreichte. Für die höchste Bewertungskategorie sind 85,00% erforderlich. Insgesamt sechsmal wurde die höchste Auszeichnung verliehen. Auf der zweiten Position folgt die uniVersa mit 364 Punkten bzw. 91,00%. Die Bronzemedaille geht an die Europa mit 344 Punkten (86,00%), gefolgt von der ERGO Vorsorge und der Hannoversche mit jeweils 343 Punkten (85,75%) auf den Plätzen 4 und 5. Von den zehn größten Anbietern konnte sich außer der Allianz mit 340 Punkten bzw. 85,00% kein weiterer Lebensversicherer in der Spitzengruppe platzieren.

 

Das sind die bilanzstärksten Lebensversicherer

 

Die Baloise führt das Feld der mit „mmm“ für sehr gute Leistungen bewerteten Unternehmen an und verfehlte mit 334 Punkten bzw. 83,50% die höchste Bewertung nur knapp. Neben der Baloise gingen noch zehn weitere Versicherer mit einem sehr guten Ergebnis aus dem Rennen. Die NÜRNBERGER, AXA und Stuttgarter verfehlten die sehr gute Bewertung um bis zu einem Prozentpunkt und führen die Liste der mit „mm“ für gute Leistungen bewerteten Unternehmen an. Mit der Benotung „gut“ wurden neben diesen drei Anbietern noch zwölf weitere Versicherer ausgezeichnet.

Trendwende der Beitragseinnahmen

Die verdienten Bruttobeiträge lagen 2024 bei 90,32 Mrd. Euro (Vorjahr 87,67 Mrd. Euro). Nach drei Jahren in Folge mit rückläufigen Beitragseinnahmen schaffte die Branche damit die Trendumkehr. Angesichts weiter steigender Lebenshaltungskosten, verhaltenen Konjunkturprognosen und politischer Verunsicherung, die sowohl den finanziellen Spielraum als auch die Abschlussbereitschaft für Altersvorsorgeverträge dämpfen, ist diese Entwicklung umso bemerkenswerter. „Die Entwicklung lässt sich primär mit dem Comeback der Einmalbeiträge erklären, begünstigt durch das entspanntere Zinsumfeld sowie höhere Einkommen“, fasst Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des map-report, die Situation zusammen.

33 Gesellschaften (Vorjahr 64) steigerten ihre Beitragseinnahmen nicht, darunter 13 Anbieter im Run-off oder ohne Neugeschäft. 19 Unternehmen lagen mit bis zu 3% nur knapp über dem Vorjahresniveau, weitere 23 Versicherer bauten die Beiträge zwischen und 5 und knapp 50% aus. Eine Sonderrolle nimmt hier die BY die Bayerische ein, denn nach Jahren ohne Neugeschäft ist sie seit Juli 2024 wieder aktiv im Markt.

Relativ betrachtet legte die neu gegründete und erst seit Kurzem am Markt agierende SIGNAL IDUNA AG am deutlichsten zu und erzielte ein Plus von 46,60% auf 182,1 Mio. Euro. Dahinter folgen die myLife mit einem Plus von 30,2% auf 391,0 Mio. Euro, die VPV mit 24,5% auf 402,2 Mio. Euro sowie die HanseMerkur mit einem Zugang von 20,3% auf 355,2 Mio. Euro.

In absoluten Zahlen verzeichnete die Allianz den größten Zuwachs und erhöhte die Beitragseinnahmen um 2,53 Mrd. Euro. Mit deutlichem Abstand folgen Generali mit einem Zuwachs von 184,9 Mio. Euro, SV mit 109,1 Mio. Euro, R+V mit 107,4 Mio. Euro und ERGO Vorsorge mit 102,5 Mio. Euro.

Fondspolicen bleiben Zugmaschine

Das Neugeschäft nach eingelösten Versicherungsscheinen war bei allen in den Geschäftsberichten aufgeführten Produktgruppen geringer als im Vorjahr. Sonstige Lebensversicherungen, zu denen vor allem auch fondsgebundene Verträge zählen, waren erneut das Zugpferd im Verkauf und wurden am häufigsten unters Volk gebracht. Mit 1.519.342 eingelösten Versicherungsscheinen wurden zwar rund 8.000 Policen weniger als im Vorjahr verkauft, dennoch war diese Produktlinie erneut die mit Abstand absatzstärkste.

Der Neugeschäftsanteil betrug 35,6% (2023: 34,6%). Die fünf erfolgreichsten Anbieter in dieser Sparte waren wie im Vorjahr die Generali, Allianz, Bayern-Versicherung, Debeka sowie R+V. Bei insgesamt 684.798 verkauften Verträgen zeichneten die großen Fünf mit 45,1% beinahe die Hälfte des gesamten Neugeschäfts.

Ausblick

Die Perspektive für Deutschlands Lebensversicherer ist nicht frei von Stolpersteinen, so Franke und Bornberg. Nach Jahren der Niedrigzinsen sorgt das gestiegene Zinsniveau bei Policen als langfristige Spar- und Absicherungsform wieder für mehr Attraktivität. Der zum 01.01.2025 angehobene Höchstrechnungszins bietet den Versicherern mehr Spielraum bei der Kalkulation garantierter Leistungen und könnte die Produktattraktivität in den kommenden Jahren positiv beeinflussen.

Gleichzeitig stehen als Folge des schnellen Zinsanstiegs noch milliardenschwere stille Lasen in den Büchern. Parallel dazu zieht die Aufsicht die Zügel an, prüft Kundennutzen und Kosten strenger und moniert auffällige Frühstornos. Im Extremfall drohen Eingriffe in den Vertrieb. Auf der Nachfrageseite steht eine alternde Bevölkerung, die nach verlässlichen Lösungen für eine lebenslange Absicherung sucht. Im aktuellen Umfeld sind vor allem Produkte mit Ertragspotenzial gefragt, so Franke und Bornberg. So ist davon auszugehen, dass fondsgebundene Policen ihre ohnehin schon starke Position im Neugeschäft später ausbauen werden. Sie bieten darüber hinaus eine große Auswahl an nachhaltigen Kapitalanlagen, wodurch auch bei jüngeren Verbrauchern gepunktet wird.

Eine zentrale Frage in Zeiten konjunktureller Schwäche, hoher Preise und Rezession lautet: Wie bleibt private Vorsorge für Interessenten attraktiv? Reinhard Klages, Analyst des map-reports, sagt: „Eine Antwort liegt in schlanken, verständlichen und fair kalkulierten Produkten mit hoher Tarifqualität, die Vertrauen verdienen, statt es nur zu versprechen.“

 

Das sind die bilanzstärksten Lebensversicherer

 

Berücksichtigte Kennzahlen im Bilanzrating

Insgesamt 13 Kennzahlen bilden das Gerüst für die Bewertung im Bilanzrating (siehe Tabelle). Der prozentuale Index zeigt für die Gesamtwertung das Verhältnis von maximal erzielbarer Punktzahl zur insgesamt erreichbaren Gesamtpunktzahl. Die Ergebnisse der Bilanzkennzahlen werden gewichtet und zu einem Ergebnis verdichtet. (mki)

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Franke und Bornberg beleuchtet PKV-Tarife für Beamte

Franke und Bornberg hat erneut private Krankenversicherungen für Beamte unter die Lupe genommen. Für das Rating wurden 861 Tarifangebote von 28 Krankenversicherern untersucht. Leistungen und Qualität sehen die Analysten auf einem soliden Niveau, die Bestnote gibt es nur für 22 Tarifkombinationen.

Beamte sind eine wichtige Zielgruppe für die private Krankenversicherung. Sie stellen mittlerweile über die Hälfte der rund 8,7 Millionen Vollversicherten. Aktuell sind 28 Krankenversicherer im Hinblick auf diese Zielgruppe aktiv und bieten aufgrund unterschiedlicher Leistungsversprechen und Beihilfeansprüche der Versicherten über 8.000 Tarifkombinationen an. Doch wie steht es um Leistungen und Qualität? Im vergangenen Jahr hat Franke und Bornberg ein neues Rating von privaten Krankenversicherungen mit Fokus auf Beamte vorgelegt. Nun hat das Analysehaus abermals die Tariflandschaft beleuchtet. Das Angebot an Tarifkombinationen hat Franke und Bornberg um Doubletten bereinigt und eine repräsentative Auswahl vorgenommen. Im Rating-Notenspiegel finden sich schließlich 861 Tarife.

Qualität auf solidem Niveau, wenig Bewegung

Produktseitig zeige sich der Markt qualitativ konstant, heißt es von den Analysten. Innovativer Qualitätswettbewerb sei in der Beamten-PKV scheinbar wenig gefragt. „Der Markt ist überwiegend verteilt. Gute Kontakte und gewachsene Verbindungen zählen im Vertrieb oft mehr als objektive Qualität“, erklärt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Einige gut vernetzte Platzhirsche würden Newcomern das Leben schwer machen. Im Zusammenhang mit der Zurückhaltung bei der Tarifentwicklung weisen die Experten von Franke und Bornberg auf die geplante Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) hin. Ein gemeinsamer Vorschlag von Bundesärztekammer und PKV-Verband liegt vor. Nun ist die Politik gefragt.

Angepasster Kriterienkatalog

Der beste PKV-Tarif ist nur so lange stark, wie der Versicherer seine Zusagen einhalten kann. Deshalb kommt es auf die Qualität und Stabilität des Anbieters an, betont Franke und Bornberg. Aus diesem Grund hat das Analysehaus für das Rating Qualitätsdaten aus den map-reports zur Krankenversicherung in den Kriterienkatalog aufgenommen. Neu im Kriterienkatalog sind außerdem Leistungen für digitale Gesundheitsanwendungen, da sie dazu beitragen können, die Kosten im Gesundheitswesen zu verringern.

Insgesamt haben die Analysten die Tarife in 18 Untersuchungsbereichen mit 130 Detailkriterien beleuchtet. Ein Viertel der 22.875 maximal erreichbaren Punkte machen laut Franke und Bornberg erstattungsfähige Leistungen für ambulante Behandlungen aus. Mindeststandards würden gewährleisten, dass Top-Tarife auch höchsten Anforderungen gerecht werden.

Die besten Krankenversicherungen für Beamte

Insgesamt erhalten nur 22 Tarifkombinationen (2,6%) die Bestnote „hervorragend“ (FFF+). Für weitere 58 Tarifofferten (6,7%) gibt es die Bewertung „sehr gut“ (FFF). Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr bei der Premiere des Ratings wurden 912 Tarife untersucht, von denen 18 (2%) die Höchstnote erreichten und 55 (6%) mit „sehr gut“ abgeschnitten haben.

 

Franke und Bornberg beleuchtet PKV-Tarife für Beamte

 

Lediglich vier Gesellschaften können für mindestens eine Tariflinie im Angebot die Bestnote einheimsen – jeweils als Variante mit Wahlleistungen im Krankenhaus (Ein-Bett-Zimmer) und Beihilfeergänzungstarif – in alphabetischer Reihenfolge: Barmenia (Tariflinie „Genau-Für-Sie-Krankenversicherung“), DBV / AXA (Tarifline BS), Hallesche (Tariflinie CAZ) und SIGNAL IDUNA (Marke Deutscher Ring, Tariflinie BK).

Laut Franke und Bornberg ist das Mittelfeld wie schon im Vorjahr, „extrem stark“. Rund 90% der Tarife und Tarifkombinationen erhalten die Note „gut“ (FF+) oder „befriedigend“ (FF). Richtig schlechte Tarife gibt es derzeit nicht.

Vorteile für gesundheitsbewusste Kunden

Weiter stellen die Analysten fest, dass die meisten Krankenversicherer gesundheitsbewusstes Verhalten, das wiederum die Kosten verringert, honorieren: So erhalten Versicherte Beiträge zurück, wenn für ein oder mehrere Jahre keine Rechnungen eingereicht werden. „Von Anreizsystemen für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen des Gesundheitssystemen – seien es Selbstbehalte oder garantierte oder erfolgsabhängige Modelle zur Beitragsrückerstattung – profitieren Versicherte und Versicherer“, erklärt Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg.

Innovation vor allem bei den Services

In ihrem Fazit bescheinigen die Analysten dem PKV-Markt für Beamte ein „großes Beharrungsvermögen“. Die größten Fortschritte sehen sie aktuell nicht im Bedingungswerk, sondern beim Service. Dazu zählen Hilfen bei der Auswahl von Ärzten, Kliniken oder Therapieverfahren. Fast alle Versicherer würden ihr Portfolio dahingehend erweitern. Mit digitalen Abrechnungen, Direktabrechnung mit Ärzten, Apotheken und Kliniken sowie digitalen Informationsangeboten feilen die Anbieter am Serviceerlebnis für Kunden. Für Dynamik im Leistungsangebot könnte zudem die GOÄ-Reform sorgen.

Weitere Ergebnisse sowie Informationen zu den Bewertungsrichtlinien des Ratings PKV für Beamte gibt es hier.(tik)

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Franke und Bornberg: Vier von zehn Grundfähigkeitstarifen sind top

Franke und Bornberg hat die aktuelle Auflage des Ratings zur Grundfähigkeitsversicherung veröffentlicht. Etwa vier von zehn Tarifen können überzeugen. Die Schwelle zum Erhalt einer GF-Leistung ist jedoch hoch, warnt Franke und Bornberg. Vermittler müssen daher in der Beratung die Erwartungen der Kunden relativieren.

Das Ratinghaus Franke und Bornberg hat die Ergebnisse seines aktuellen Ratings zur Grundfähigkeitsversicherung (GF) veröffentlicht. Insgesamt haben die Experten für den aktuellen Jahrgang 165 Tarife von 26 Anbietern untersucht.

Grundfähigkeitsversicherung keine „BU-Light“

In den Erläuterungen zum Rating erklärt Franke und Bornberg, dass es in der GF weiterhin keine einheitlichen Standards gibt. „Jede Gesellschaft entscheidet für sich, welche Fähigkeiten sie versichert, und woran deren Verlust gemessen wird“, so Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. „Bei 40 Grundfähigkeiten und mehr kommt die Übersicht schnell abhanden.“

Zudem seien die Produkte oft stark, die Beratung jedoch nicht immer. Die GF werde häufig zu nah an der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) dargestellt. In Realität sei die Schwelle zum Erhalt einer GF-Leistung jedoch hoch und unterscheidet sich grundlegend zur BU. „Die Grundfähigkeit ist keine BU-Light“, warnt Phillipp Wedekind, Leiter Rating Vorsorge und Nachhaltigkeit bei Franke und Bornberg.

Beratung muss Leistungsvoraussetzungen klar machen

Häufig werden Leistungsanträge zu früh gestellt, wenn Kunden zwar gesundheitlich bereits erheblich beeinträchtigt sind, aber die versicherte Fähigkeit noch nicht ganz verloren ist. Das ist aber für eine Leistung noch nicht genug. „Viele Kunden unterschätzen, wie stark die Einschränkung sein muss, damit eine GF-Leistung greift“, so Wedekind. „Maßgeblich ist ausschließlich, ob die in den Bedingungen definierte Grundfähigkeit als verloren gilt.“ Genau das müsse auch in der Beratung transparent gemacht werden, so Wedekind. Vermittler sollten die Erwartungen ihrer Kunden relativieren, raten die Experten. Entscheidend sei eine „realitätsnahe Beratung mit verständlicher Erläuterung der Leistungsvoraussetzungen“.

Aktueller Jahrgang mit aktualisierten Kriterien

Das Erstrating in der GF veröffentlichte Franke und Bornberg im Jahr 2014. Das Rating konzentriert sich auf die in der Praxis relevantesten Fähigkeiten, um die tatsächliche Leistungsstärke der Tarife zu messen. Neu hinzugekommen ist für den aktuellen Jahrgang die Fähigkeit „Ziehen oder Schieben“. Damit steigt die Zahl der betrachteten Kerngrundfähigkeiten auf insgesamt 16:

  • Hände gebrauchen (Beweglichkeit)
  • Hände gebrauchen (Feinmotorik)
  • Hände gebrauchen (Greifen/Kraft aufwenden)
  • Sprechen
  • Treppensteigen
  • Knien oder Bücken
  • Stehen
  • Arme gebrauchen
  • Heben und Tragen
  • Autofahren
  • Sitzen
  • Sehen
  • Hören
  • Gehen
  • Ziehen oder Schieben
  • geistige Leistungsfähigkeit

Insgesamt werden 70 Kriterien bewertet. Weitere Neuerungen des aktuellen Jahrgangs beinhalten die Möglichkeit, die Vertragslaufzeit an die Regelaltersgrenze anzupassen. Für die Fähigkeiten „Stehen“ und „Sehen“ hat Franke und Bornberg die Bewertung zudem weiterhin präzisiert. Die maximal erreichbare Punktzahl sinkt im Vergleich zum Vorjahr um fast 20%. Das verhindere Punkte-Mitnahmeeffekte für Passagen, die mittlerweile Standard sind. So werden Kriterien aufgewertet, die tatsächlich einen Unterschied machen.

Diese Unternehmen haben mindestens einen Top-Tarif im Angebot

 

Franke und Bornberg: Vier von zehn Grundfähigkeitstarifen sind top

 

Es agieren aktuell 26 Gesellschaften mit 7.600 Tarifkombinationen auf dem Markt. Das Rating trennt die 165 analysierten Tarife nach klassischen Grundfähigkeitstarifen und „Grundfähigkeit-Plus“ – diese Tarife bieten Zusatzleistungen bei schweren Erkrankungen. Insgesamt erreichen knapp 40% der Tarife die Bestnote FFF+ („hervorragend“). Ein weiteres Drittel der Tarife scheitert an einer besseren Note vor allem, weil sie die neue Grundfähigkeit „Ziehen oder Schieben“ oder eine andere der 16 Kerngrundfähigkeiten nicht absichern.

Unternehmen, die mindestens einen Tarif, der mit der Note FFF+ anbieten, sind wie folgt (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • Baloise
  • Bayern-Versicherung
  • die Bayerische
  • Canada Life
  • Dortmunder
  • Hannoversche
  • HDI
  • NÜRNBERGER
  • SIGNAL IDUNA
  • Swiss Life
  • VOLKSWOHL BUND

Die vollständigen Ergebnisse des Ratings zur Grundfähigkeitsversicherung 2025 können auf der Website von Franke und Bornberg eingesehen werden. (js)

 

Diese Versicherer sind top in der Betriebshaftpflicht

Das Ratinghaus Franke und Bornberg hat den aktuellen Jahrgang seines Ratings zur Betriebshaftpflicht veröffentlicht. Insgesamt analysieren die Experten Tarife für zwölf Branchen, neu dieses Jahr kamen IT-Unternehmen und das produzierende Gewerbe dazu. Welche Versicherer punkten können.

Mehr als 3 Millionen kleine und mittlere Betriebe gibt es in Deutschland. Sie erwirtschaften gemeinsam einen Umsatz von mehr als 2,64 Bio. Euro. Auch für die Versicherungsbranche ist das eine gute Nachricht, erklären die Experten des Ratinghauses Franke und Bornberg. Das Gewerbegeschäft werde zunehmen zum tragenden Pfeiler für Versicherer und Vermittler.

Eine unverzichtbare Absicherung für diese Unternehmen ist die Betriebshaftpflichtversicherung (BHV). Nun hat Franke und Bornberg den neuen Jahrgang des Ratings zur BHV veröffentlicht. Dieses Jahr hat das Ratinghaus insgesamt Tarife für zwölf verschiedene Branchen analysiert. Neu hinzugekommen sind IT-Unternehmen sowie Betriebe im produzierenden Gewerbe. Die anderen Branchen sind Bau, Dienstleistung, Freie Berufe, Gastronomie und Beherbergung, Handel, Handwerk, Heil- und Heilnebenberufe, Kfz, Landwirtschaft und Vereine.

Rating mit überarbeiteten Kriterien

Neben einem erweiterten Rating hat Franke und Bornberg auch die Bewertungsgrundlagen verschärft: Um die Bestnote FFF+ („hervorragend“) zu erhalten, muss ein Tarif nun eine Versicherungssumme von mindestens 10 Mio. Euro aufweisen. „Einem Top-Tarif für Unternehmen sollte auch bei hohen Schadensummen nicht die Luft ausgehen. Deshalb haben wir den Mindeststandard für die Bestnote FFF+ in der BHV jetzt auch auf dieses hohe Niveau“ erklärt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH, die Entscheidung.

Zudem haben die Analysten verschiedene Kriterien überarbeitet. Das betrifft unter anderem Auslandsschäden, Architekten- und Ingenieurleistungen, die erweiterte Produkthaftpflicht, Tätigkeitsschäden, Rechtsschutz sowie Risiken aus der Gastronomie und umweltrelevante Anlagen.

Mehr als ein Viertel der Tarife erhalten Höchstnote

Über alle Branchen hinweg kann die Betriebshaftpflicht mit starken Tarifen aufwarten, erklärt Franke und Bornberg. 27% aller untersuchten Tarife erreichen die Topbewertung FFF+. Seit dem Erstrating im Jahr 2019 beobachten die Analysten „spürbare Fortschritte bei der Tarifqualität“, heißt es. Am besten abgeschlossen haben die Tarife für das produzierende Gewerbe.

Diese Versicherer punkten in der Betriebshaftpflicht für das Baugewerbe

Beispielhaft hat das Ratinghaus den Notenspiegel für einige Branchen veröffentlicht, darunter unter anderem das Baugewerbe. In dieser Branche bewertet Franke und Bornberg insgesamt 138 Tarife von 45 Gesellschaften. Aufgrund der Komplexität des Baugewerbes analysieren die Experten 118 Detailkriterien in 30 Untersuchungsbereichen.

 

Diese Versicherer sind top in der Betriebshaftpflicht

 

Die Bestnote erhalten 37 Tarife, oder 26,1%. Die Mehrheit der Tarife ist im oberen Mittelfeld zu finden: 26,8% werden mit FFF („sehr gut“) bewertet, 37%, oder 51 Tarife, erhalten die Note FF+ („gut“). Weitere 8,7% bewerten die Experten mit FF („befriedigend“). Jeweils ein Tarif erhält die Bewertung F+ („ausreichend“) und F- („ungenügend“), mit F („mangelhaft“) wird keiner der Tarife bewertet.

Der Tarif mit der höchsten Punktzahl kommt vom Spezialversicherer Markel, Angebote der Gothaer sowie der HFK 1767 folgen.

Diese Anbieter sind top im Bereich IT

 

Diese Versicherer sind top in der Betriebshaftpflicht

 

Ein weiteres Beispiel veröffentlicht Franke und Bornberg den Notenspiegel für Tarife für IT-Unternehmen. Zu den besonderen Gefahren dieser Branche zählen der elektronische Datenaustausch und Internetnutzung. Auch Schäden durch Viren und bösartige Software sowie die Verletzung von Datenschutzgesetzen und Persönlichkeits- und Namenrechten müssen höher bewertet werden als in anderen Branchen, erklärt Franke und Bornberg.

Insgesamt haben die Analysten 54 Tarife von 38 Anbietern analysiert. Mehr als 70% der Tarife erhalten entweder die Bestnote FFF+ oder die zweitbeste Bewertung FFF. Ein weiteres Viertel wird mit FF+ bewertet (siehe Grafik).

Auch hier erhält Markel die höchste Punktzahl, gefolgt von HFK 1676 und der Baloise. (js)

Die Ergebnisse der Ratings der verschiedenen Branchen in der Betriebshaftpflicht können auf der Website von Franke und Bornberg eingesehen werden.

 

map-report: Wechsel an der Spitze im PKV-Bilanzrating

Wie ist es um die Bilanzen der privaten Krankenversicherer bestellt? Das hat Franke und Bornberg in seinem neuen map-report untersucht. Das Ergebnis: Während einige Unternehmen stagnieren, wachsen andere kontinuierlich in einem herausfordernden Umfeld. Vier Versicherer sichern sich die Bestnote, darunter ist auch ein neuer Spitzenreiter.

Der aktuelle map-report 940 des Analysehauses Franke und Bornberg nimmt die Bilanzkennzahlen der privaten Krankenversicherer unter die Lupe. Dabei gibt es, wie bereits im letzten Jahr, einen Wechsel an der Spitze: Erstmals führt die uniVersa mit 276,5 von 300 möglichen Punkten (92,2%) das Feld an. Der letztjährige Spitzenreiter LVM rutscht mit 273,5 Punkten (91,2%) auf den 2. Platz.

 

map-report: Wechsel an der Spitze im PKV-Bilanzrating

 

Neben der uniVersa und der LVM wurden noch zwei weitere Unternehmen mit der Bestnote mmm+ („hervorragend“) ausgezeichnet: die Alte Oldenburger kommt auf 272,5 Punkte (90,8%), die SIGNAL IDUNA zählt mit 264,5 Punkten (88,2%) ebenfalls noch zur Spitzengruppe (siehe Grafik; © Franke und Bornberg). Um die Bestnote zu erreichen, müssen die Unternehmen mindestens 85% der möglichen Punktzahl erreichen.

Sechs Anbieter in Verfolgergruppe

Weitere sechs Unternehmen erhalten die Gesamtnote mmm („sehr gut), die ab 75% vergeben wird. Es sind die VGH Provinzial (81,7%), Inter (79,3%), Hallesche (76,2%), Allianz (75,7%), R+V (75,3%) sowie die Landeskrankenhilfe (75,0%). Die VGH Provinzial war letztes Jahr noch in der Spitzengruppe zu finden. Zudem sind drei weitere Anbieter, die im Vorjahr noch die Gesamtnote mmm erreicht haben, in der aktuellen Auflage abgerutscht, nämlich die Gothaer, der Münchener Verein sowie die Continentale.

Die Grundlage des Ratings bilden insgesamt zwölf Kennzahlen. Sie werden als Fünfjahresdurchschnitt berechnet und bewertet – dieses Jahr sind dies die Zahlen aus den Jahren 2020 bis 2024. So lassen sich kurzfristige Ausschläge glätten, ohne sie völlig außer Acht zu lassen, erklärt das Ratinghaus.

Aufwendungen klettern weiter nach oben

Auch im Jahr 2024 stiegen die Schadenaufwendungen der Branche wieder deutlich an. Sie gingen um 2,95 Mrd. Euro auf 39,74 Mrd. Euro hoch, die durchschnittliche Schadenquote steigt auf 83,2% (Vorjahr: 81,7%).

Auch 2024 kletterten die Beitragseinnahmen weniger stark als der um 8,0% erhöhte Schadenaufwand. So verwundert es nicht, dass das Gros der Branche erneute höhere Schadenquoten als im Vorjahr aufweist, erklären die Analysten.

Kein Anbieter mit rückläufigen Beitragseinnahmen

Bei den Beitragseinnahmen konnten die Anbieter im Jahr 2024 mit einem Plus von 4,3% deutlich stärker zulegen als im Vorjahr (3,1%). Unter anderem haben hier neben Faktoren wie Wechselaktivität, Geburten, Todesfällen und Kündigungen auch die teilweise hohen Prämienanpassungen einen Einfluss auf die Einnahmen gehabt. Welchen Anteil diese Prämienanpassungen an den höheren Beitragseinnahmen haben, lässt sich den Jahresabschlüssen allerdings nicht entnehmen, erklärt das Ratinghaus.

Anders als im Vorjahr verzeichnete 2024 kein Versicherer rückläufige Beitragseinnahmen. Das höchste Wachstum verbuchten die ARAG (17,4%) und die Concordia (13,5%).

Kaum Transparenz um Neugeschäft in der Vollversicherung

Kritisch sieht das Analysehaus die fehlende Transparenz bei der Entwicklung des Neugeschäfts in der Vollversicherung. „In den Geschäftsberichten sind diesbezüglich nach wie vor kaum Angaben zu finden“, schreiben die Analysten. Bei der Mehrheit der Versicherer bleibe hier nur der Umweg über die Bestandsentwicklung. Positive Ausnahmen seien beispielsweise die Allianz, Debeka und Generali.

Bestandsabrieb bleibt Herausforderung für Branche

Insgesamt waren Ende 2024 8.739.206 Personen vollversichert. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Plus 0,34%, beziehungsweise von 29.563 Versicherten. Das sei „nicht besonders spektakulär“, aber immerhin der zweite Zuwachs in Folge und der höchste seit dem Jahr 2011, wird Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg, zitiert. „Da es der Branche weiterhin schwer fällt den natürlichen Bestandsabrieb zu kompensieren und einige Versicherer seit Jahren schrumpfen, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie lange dieser Trend zu verkraften ist“, so Franke weiter.

Seit dem Jahr 2011 hat die Branche 230.000 Vollversicherte verloren. Dieser Umstand und die schwierige Situation der Versicherer sei auch politisch forciert, heißt es in dem Report. Die immer weiter steigende Versicherungspflicht-Grenze mache es den Unternehmen schwerer, Neukunden zu akquirieren. Insgesamt konnten 14 der 30 Anbieter mit Vollversicherten im Jahr 2024 ihre Bestände ausbauen, so Franke und Bornberg, wobei die Analysten anmerken, dass Vigo und Ottonova wegen fehlender Geschäftsberichte nicht berücksichtigt werden konnten.

Wechselaktivität als Wettbewerbsmerkmal

Ein Problem stellen für die Versicherer auch Wechselaktivitäten dar. Haben Versicherte ihren Vertrag am oder nach dem 01.01.2009 abgeschlossen, dürfen sie bei einem Tarif- oder Anbieterwechsel einen Teil ihrer Altersrückstellungen mitnehmen. „Was als Schutzmechanismus für die Versicherten gedacht war, entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Schalthebel für Marktbewegungen in der Vollversicherung“, erklärt Reinhard Klages, Verantwortlicher des map-report. Für Versicherer wird dies vor allem zum Problem, wenn „gute Risiken“ abwandern und weniger attraktive Risiken zurückbleiben.

 

map-report: Wechsel an der Spitze im PKV-Bilanzrating

 

Der Teil, den wechselwillige Versicherte mitnehmen dürfen, die sogenannten „Übertragungswerte“, sind laut den Analysten längst zum harten Wettbewerbsfaktor geworden. Den größten Nettozufluss im Jahr 2024 verzeichnete die HanseMerkur mit 41,1 Mio. Euro, die ARAG ist mit einem Nettozufluss von 24,7 Mio. Euro ebenfalls ein Gewinner bei den Übertragungswerten (siehe Grafik; © Franke und Bornberg).

Branche im Wandel

Neben steigenden Leistungsausgaben sehen sich Versicherer zudem auch mit wandelnden Erwartungen vonseiten der Versicherten konfrontiert. „Wer als Anbieter bestehen will, muss Innovationen nicht nur ankündigen, sondern tatsächlich in marktreife Lösungen umsetzen“, heißt es in dem Report.

Digitale Anwendungen können einerseits Kosten senken, Abläufe beschleunigen und Kundenzufriedenheit erhöhen. Andererseits können neue Technologien und innovative Diagnostik- und Behandlungsmethoden sich durch ihre hohen Kosten auf die Bilanzen der Unternehmen niederschlagen. 

Die Zukunft der PKV hängt entscheidend davon ab, wie konsequent Anbieter auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren, resümieren die Experten. (js)