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Wo Kunden bei Versicherungen KI-Hilfe (nicht) wünschen

Um Versicherungsangelegenheiten zu klären, wünschen sich viele Verbraucher Unterstützung durch künstliche Intelligenz. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom würde sich fast jeder Zweite gerne beim Antrag helfen lassen. Doch bei einigen Themen herrscht eher Skepsis.

Den passenden Tarif finden, den Antrag ausfüllen oder Änderungen im Falle eines Umzugs vornehmen (lassen): Versicherungsangelegenheiten werden von Kunden eher als aufwendig und kompliziert beurteilt. Viele Menschen hierzulande würden Hilfe durch künstliche Intelligenz (KI) begrüßen. Dies gilt vor allem bei Anträgen und der Analyse ihres Versicherungsbedarfs, wie eine Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt. Demnach würden sich 47% der Umfrageteilnehmer künftig gerne von einer KI beim Ausfüllen eines Versicherungsantrages unterstützen lassen. Bei den Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren sind es mit 52% sogar knapp mehr als die Hälfte, genau wie bei den 30- bis 49-Jährigen mit 53%. Im Durchschnitt liegen die 50- bis 64-Jährigen mit 46%. In der Altersgruppe ab 65 Jahren beträgt der Anteil noch 38%.

Wofür KI-Unterstützung außerdem befürwortet wird

Insgesamt 39% der Befragten würden gerne eine KI nutzen, die ihre bestehenden Versicherungen untersucht und Alternativen empfiehlt. 45% würden gerne eine KI einbeziehen, die nach einem bedeutenden Lebensereignis wie Hochzeit oder Umzug ihren Versicherungsbedarf unter die Lupe nimmt und bestehende Verträge sogar entsprechend ändert bzw. überflüssige Verträge beendet. Auf eine KI, die Fragen zum bestehenden Versicherungsschutz beantwortet, würden 40% setzen.

„Künstliche Intelligenz bietet großes Potenzial, den Kundenservice in der Versicherungsbranche weiterzuentwickeln. Zum Beispiel als Chatbot im direkten Kundenkontakt kann sie dabei helfen, komplexe Inhalte verständlich zu machen, Tarifoptionen transparent zu vergleichen und jederzeit personalisierte Antworten zu liefern. Für Kundinnen und Kunden senkt das die Hemmschwelle, sich intensiver mit dem eigenen Versicherungsschutz auseinanderzusetzen“, erklärt Lukas Spohr, Bitkom-Experte für Digital Insurance und InsurTech.

Bei welchen Punkten Skepsis besteht

Doch nicht jede Form der KI-Hilfe stößt laut Bitkom auf breite Zustimmung. Zurückhaltender sind die Verbrauchter etwa bei der Verknüpfung von Gesundheitsdaten und Versicherungen durch die neue Technologie. Auch bei einer KI-gestützten Schadeneinschätzung herrscht eher Skepsis: Nur ein Viertel (25%) würde gerne eine KI nutzen, die auf Grundlage der eigenen Fitness- und Gesundheitsdaten passende Versicherungstarife vorschlägt. 24% hätten Interesse, sich im Schadenfall Fotos eines Unfalls von einer KI bewerten und die Schadenhöhe schätzen zu lassen. (tik)

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Effizienz trifft Empathie – im digitalen Vertrieb der Zukunft

Versicherungen gehören aus Verbrauchersicht zu den komplexesten Produkten. Guter Versicherungsschutz schafft Sicherheit, wenn es darauf ankommt. Umso höher sind die Erwartungen an Vertrauen, Transparenz und Zugänglichkeit im Umgang mit Versicherungen.

Ein Artikel von Christer Schulz-Gärtner, CEO CLARK Germany

Versicherungen sollen schützen – nicht überfordern. Doch Formulare und aufwendige Papierprozesse wirken auf viele Kund:innen abschreckend. Gefragt ist ein einfacher Zugang ohne Barrieren, intuitive Nutzererfahrungen, schnelle Rückmeldungen und klar nachvollziehbare Empfehlungen. Die Prozesse müssen nahtlos zur Lebensrealität der Nutzer:innen passen. Dabei sind Kundenerwartungen individuell und insbesondere je nach Produktkategorie unterschiedlich: Bei einfachen Produkten wie der Hausratversicherung reicht oft ein digitaler Abschluss mit wenigen Klicks. Geht es um komplexe Themen wie die Berufsunfähigkeit oder Altersvorsorge, wünschen sich viele Kund:innen eine persönliche, fachkundige Beratung – die hier weiterhin unverzichtbar bleibt.

Doch wie kann die Versicherungswirtschaft diesen komplexen Kundenerwartungen gerecht werden?

Wenn Technologie die Beratung besser macht

Die Erfahrung rund um den Produkterwerb darf keine Bürde sein. Sie muss so gestaltet sein, dass sich Kund:innen nicht durch Prozesse kämpfen müssen, sondern sich geführt fühlen – mit Technologie im Hintergrund und echter Beratung, wenn sie gebraucht wird.

Technologie ist daher nicht Ersatz, sondern Verstärker menschlicher Beratung. KI-gestützte Systeme übernehmen Routinetätigkeiten, analysieren Kundendaten präzise und schnell und helfen Beratern und Beraterinnen, Prioritäten zu setzen. So bleibt ihnen mehr Zeit für das Wesentliche – echte, individuelle Gespräche mit Kund:innen.

Bei CLARK kommt ein modulares, KI-gestütztes System zum Einsatz: „Smart Assessment“ analysiert bestehende Vertragsdaten in Echtzeit. „Smart Demand“ identifiziert darauf basierend und unter Berücksichtigung der individuellen Lebenssituation konkrete Produkt- und Handlungsbedarfe. „Smart Consultation“ schließlich bringt bei komplexeren Fragen die – laut Datenmodell – passende Ansprechperson ins Spiel, für ein persönliches Beratungsgespräch über digitale Kanäle.

Das Ziel: Relevanz schaffen ohne Reibungsverluste. Und das gelingt nur, wenn digitale Intelligenz nicht nur auf Vertragsdaten blickt, sondern auch Verhalten, Lebensereignisse und Kommunikationsmuster berücksichtigt.

Digital und analog – sowohl als auch

Der Versicherungsvertrieb der Zukunft entscheidet sich nicht entlang der Frage „digital oder analog“, sondern daran, wer in der Lage ist, beides sinnvoll zu kombinieren. Technologie schafft einen leichteren Zugang und Effizienz, Empathie schaffen Vertrauen. Nur wer situativ berät, kontextbezogen kommuniziert und die richtigen Tools intelligent einsetzt, wird dauerhaft relevant bleiben – und nicht nur verkaufen, sondern begleiten. Die Gießkanne hat ausgedient. Gefragt sind intelligente Impulse – zur richtigen Zeit, mit dem richtigen Inhalt für die richtige Zielgruppe.

Lesen Sie auch: Wie viele Vermittler setzen auf Kunden-Apps?

Diesen Beitrag lesen Sie auch in AssCompact 07/2025 und in unserem ePaper.

 
Ein Artikel von
Christer Schulz-Gärtner

Digital Insurance Podcast: Intelligente Pricing-Lösungen

Zu Gast in der neuen Episode des Digital Insurance Podcast von Digitalexperte Jonas Piela ist Marcus Looft, Strategy Director bei Earnix. Im Gespräch geht es um intelligente Pricing-Logik und Daten Governance im deutschen Versicherungsmarkt. Eine Analyse der Herausforderungen und Lösungsansätze.

Der Digital Insurance Podcast mit Jonas Piela widmet sich in seiner neuesten Folge der zunehmenden Komplexität des deutschen Versicherungsmarktes und den damit verbundenen Herausforderungen für Führungskräfte. Im Gespräch mit Marcus Looft, Strategy Director bei Earnix, wird deutlich, wie Künstliche Intelligenz (KI) sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Looft, der das Unternehmen Earnix seit seinen Anfängen vor über 20 Jahren kennt, beleuchtet die Entwicklung und den Einsatz intelligenter Pricing-Logik im Versicherungsbereich.

Earnix: Pionier im Bereich KI-basiertes Pricing

Die Diskussion konzentriert sich auf Earnix, einen Vorreiter im Bereich der KI-gestützten Preisgestaltung. Looft erklärt, wie Earnix als erster Anbieter Pricing-Analytik mit direkter operativer Bereitstellung im Versicherungsmarkt eingeführt hat und dabei sowohl klassische Verfahren wie GLMs als auch moderne Machine-Learning-Methoden einsetzt. Dies ermöglicht Versicherern eine beispiellose Qualität, Kontrolle und Geschwindigkeit bei der Umsetzung ihres Pricings – ein entscheidender Faktor im zunehmend wettbewerbsintensiven Markt.

Zunehmende Komplexität im Versicherungsmarkt

Die zunehmende Komplexität des Versicherungsmarktes wird als zentrale Herausforderung identifiziert. Die Liberalisierung des Marktes, die steigende Anzahl an Versicherungsdeckungen (wie Cyberversicherungen) und die gestiegenen Erwartungen der Kunden durch verbesserte digitale Vergleichsmöglichkeiten führen zu einem erhöhten Bedarf an effizienten und präzisen Lösungen. Die zunehmende Datenmenge und die Notwendigkeit einer robusten Datenkontrolle und Governance werden ebenfalls als wesentliche Aspekte der Komplexität thematisiert.

KI zur Bewältigung der Komplexität – aber mit Augenmaß

Im Kern der Diskussion steht die Frage, wie KI dazu beitragen kann, die Komplexität zu bewältigen und gleichzeitig die Kontrolle über Daten, Systeme und Prozesse zu gewährleisten. Looft betont die Bedeutung einer verantwortungsvollen KI-Implementierung und die Notwendigkeit, die Ergebnisse von KI-Systemen nachvollziehbar und überprüfbar zu gestalten. Der Podcast beleuchtet die Mythen rund um KI-Implementierungen und diskutiert die Herausforderungen bei der Einführung von KI-Systemen, z.B. die Gefahr von „Halluzinationen“ und die Notwendigkeit, KI als unterstützendes Werkzeug und nicht als eigenständigen Entscheidungsträger zu betrachten.

Earnix Co-Pilot: KI-basierte Unterstützung für Mitarbeiter

Als konkretes Beispiel für eine verantwortungsvolle KI-Integration präsentiert Looft den Earnix Co-Pilot, eine KI-gestützte Assistenzlösung, die Versicherungsmitarbeitern bei der täglichen Arbeit unterstützt. Der Co-Pilot ermöglicht die Automatisierung wiederkehrender Prozesse und bietet Hilfestellung bei komplexen Aufgaben, ohne dabei die menschliche Kontrolle zu ersetzen.

Fazit: Verantwortungsvolle KI-Integration als Schlüssel zum Erfolg

Der Podcast unterstreicht die Bedeutung einer verantwortungsvollen KI-Integration im Versicherungswesen. KI bietet ungeahnte Möglichkeiten zur Bewältigung der wachsenden Komplexität, erfordert aber gleichzeitig eine sorgfältige Planung, Implementierung und Überwachung. Die Notwendigkeit von transparenten und nachvollziehbaren Prozessen sowie einer robusten Governance wird als entscheidend für den Erfolg von KI-Initiativen im Versicherungssektor hervorgehoben.

Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter pielaco.com/podcast.

Weitere Podcasts
 

„Geobezogene Daten eröffnen neue Horizonte“

THE GREEN BRIDGE setzt auf die Nutzung von Informationen mit zeitlichem und räumlichem Bezug für datengetriebene Geschäftsprozesse. AssCompact hat im Interview mit Prof. Dr. Brylka über den Ansatz und die Bedeutung von Geointelligenz in der Assekuranz gesprochen.

Herr Prof. Dr. Brylka, wie darf man sich den Ansatz von THE GREEEN BRIDGE im Detail vorstellen?

Daten entfalten ihren wahren Wert im Kontext von Zeit und Raum. Deshalb befreien wir geobezogene Informationen aus statischen Karten, fragmentierten Systemen und komplizierten Datenstrukturen. Unser universelles Koordinatensystem basiert auf Open Area Seals: Das sind global eindeutige, virtuelle Rasterzellen, die jeden Ort der Erde in flexiblen Größenordnungen abbilden. Diese codierten Raumzellen machen Daten eindeutig verortbar, vergleichbar, zusammenführbar und maschinenlesbar.

In welche Art von Geschäftsprozessen werden die Geodaten dabei eingebunden?

Geodaten sind integraler Bestandteil datengetriebener Geschäftsprozesse nahezu aller Branchen, denn alles, was geschieht, geschieht irgendwo und zu einer bestimmten Zeit.

Wo liegen denn die Mehrwerte?

Die Mehrwerte liegen in Standardisierung, Clustering, Effizienz und Skalierbarkeit. Der universelle Referenzrahmen sprengt Systemgrenzen, Formatvorgaben oder Branchenlogiken. Die Kombination aus Datenmodell und KI-Mechanismen zeigt Muster, die Interpretation erlauben und Trends verdeutlichen. Durch die Quadratmillimeter genaue Struktur der Open Area Seals erreichen Analysen hohe Präzision. Die cloudbasierten Lösungen skalieren bei hundertprozentiger Rückverfolgbarkeit vom ersten Use Case auf unternehmensweite bis hin zu globalen Anwendungen.

Welche Branchen profitieren besonders stark von Geodaten in der täglichen Unternehmenspraxis?

Besonders stark profitieren Branchen, in denen physische Objekte, Bewegungen oder Zustände eine Rolle spielen. Als klassisches Beispiel dient die Logistik. Hier bewerten Anwender beispielsweise digital abgebildete Lieferketten in Bezug auf CO₂-Emissionen, Störungen oder alternative Szenarien.

Zu weiteren Anwendungsfeldern zählen das Versicherungswesen, Bau- und Infrastrukturwirtschaft, Umwelt- und Ressourcenmanagement, Smart Cities, Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Katastrophenschutz, Ver- und und Entsorgung sowie öffentliche Sicherheit.

Können Sie uns konkrete Anwendungsfälle oder Einsatzfelder im Assekuranz-Bereich nennen?

Im Versicherungswesen eröffnen geobezogene Daten neue Horizonte in puncto Risiko und Schaden, Marketing, Vertrieb und strategische Steuerung. Interne Bestandsdaten, externe Marktdaten und geobezogene Informationen verschmelzen zu einer automatisch auswertbaren Struktur. Das führt zu verbessertem Risikomanagement, gezielter Entwicklung von Kundenbeziehungen und intelligenter Ausrichtung des Vertriebs.

Vertriebsteams erhalten eine datenbasierte Sicht auf ihre Gebiete: Wo häufen sich Haushalte mit hoher Affinität für bestimmte Produkte? Wo ist das Risiko-Exposure hoch, aber die Durchdringung niedrig? Wo ergibt ein hybrider Vertriebsansatz Sinn? Mit Daten Dritter etwa zu Soziodemografie, Infrastruktur, Mobilitätsverhalten oder Wetterereignissen schneiden sie Kampagnen in Echtzeit auf bestimmte Wohnlagen, Altersgruppen oder Lebensstile zu. Sie erkennen Mikro-Märkte und nutzen sie. Punktgenau auf lokale Besonderheiten abgestimmte Angebote erhöhen den Erfolg.

Der stationäre Vertrieb ordnet aufgrund der eindeutig definierbaren Regionen Kunden automatisch zu, priorisiert Betreuungsbedarfe, spürt White Spots auf und adressiert sie.

Welche Herausforderungen treten bei der Standardisierung und Anbindung von Geoinformationen auf – und wie lassen sie sich lösen?

Die größte Herausforderung im Umgang mit Geoinformationen ist die Datenfragmentierung: Für räumliche Informationen herrschen unterschiedliche Formate und inkompatible Systeme. Standards und eine gemeinsame Sprache fehlen. Viele Unternehmen scheitern an der Integration von Geodaten in Bestands- oder CRM-Systeme, weil Prozesse manuell, fehleranfällig und komplex sind. Sind unterschiedliche Ebenen, etwa Adressdaten, GPS-Koordinaten oder Kartenausschnitte, nicht eindeutig und systematisch aufeinander abbildbar, artet jeder Versuch der Integration zum Kraftakt aus. Und je größer die Organisation, desto schwieriger das einheitliche Management von Datenstandards und Zugriffsrechten.

Wir lösen diese Herausforderung mit der sogenannten Across-Layer-Inkonsistenz. Governance begegnen wir mit einem modularen, rollenbasierten Systemansatz. Dazu zählen wir historisierbare Daten, dokumentierte Änderungen und dynamische Objektstrukturen.

Wie unterstützt die Technologie denn ESG-Ziele, zum Beispiel in Bezug auf Nachhaltigkeit oder soziale Verantwortung?

Wer den Energieverbrauch, Flächenversiegelung, Wasserbedarf oder CO₂-Ausstoß in puncto Zeit und Raum präzise erfasst, bewertet und optimiert, erzeugt Transparenz statt grober Schätzungen. In der Landwirtschaft lassen sich beispielsweise durch den Einsatz von Area Seals nachhaltige Bewirtschaftungsstrategien mit weniger Düngemittel, geringerer Erosion und höherer Effizienz entwickeln. In der Stadtentwicklung helfen unsere Tools, versiegelte Flächen zu analysieren, urbane Hitzeinseln zu erkennen und grüne Infrastruktur zu fördern. Unsere Plattform erlaubt eine objektive Bewertung von Risiken, Infrastrukturqualität und Zugangsmöglichkeiten. Beim Thema Governance bereiten wir durch standardisierte, dokumentierbare und rückverfolgbare Datenstruktur den Boden für transparente Berichterstattung, regelkonforme Nachweise und verlässliche ESG-Kennzahlen.

Zur Person

Prof. Dr. Roman Brylka ist Gründer und Geschäftsführer der THE GREEN BRIDGE GmbH. Der erfahrene Ingenieur und Professor für Management und Business überführt komplexe globale Herausforderungen in standardisierte, skalierbare Lösungen. Seine Arbeit verbindet fortschrittliche Geotechnologien mit Nachhaltigkeit und Business Intelligence. Sie fördert die Effizienz und Compliance von Organisationen weltweit.

Bild: © THE GREEN BRIDGE

 

Regulierung Kfz-Schäden: VHV setzt auf KI-Hagelscanner

Zur Beurteilung von Schäden an Fahrzeugen nach einem Hagelschauer greift die VHV Allgemeine Versicherung AG neben der Expertise von Sachverständigen auch auf die Unterstützung durch künstliche Intelligenz zurück. So kommen KI-gestützte Hagelscanner zum Einsatz.

Bei der Begutachtung von Fahrzeugschäden nach Hagelereignissen setzt die VHV Allgemeine Versicherung AG auf KI-gestützte Hagelscanner. Die Anwendung moderner Technologie erfolgt im Zusammenspiel mit der Expertise des Sachverständigenteams sowie den Kundenbetreuern vor Ort. Wie die VHV unterstreicht, sei der Einsatz nicht nur ein Digitalisierungsprojekt, sondern ein integraler Bestandteil ihres Kumulschadenkonzepts. Die VHV will mit ihrem Kumulschadenkonzept die Schadenabwicklung bei Großschadenereignissen im Sinne der Kunden verbessern. Die VHV-Experten begleiten den gesamten Prozess – von der ersten Begutachtung bis zum Fallabschluss.

„Mit dem Einsatz von KI-Hagelscannern unterstreicht die VHV ihren Anspruch, Innovation und Servicequalität im Sinne der Kundinnen und Kunden kontinuierlich weiterzuentwickeln. In den meisten Fällen können wir den Kunden fallabschließend an Ort und Stelle helfen, indem wir die Schäden direkt vor Ort ausbezahlen oder einen Reparaturtermin vereinbaren“, erklärt Stefanie Aigner, Leiterin Schaden bei der VHV solutions GmbH in München und der Sachverständigenorganisation.

Die Kfz-Sachverständigen analysieren das Dellenprotokoll des Scanners, werten die Ergebnisse aus und ermitteln die genaue Schadenhöhe. Dank der automatisierten Erfassung aller Dellen, die durch ein Hagelereignis entstanden sind, haben die Sachverständigen mehr Zeit für die Gutachtenerstellung und Betreuung der Kunden.

So funktioniert der Hagelscanner

Beim Einfahren des Fahrzeugs in den Hagelscanner wird durch den Einsatz von Kameras ein Raster auf das Fahrzeug projiziert und die Dellen werden erfasst. Der Scanner vermisst die Oberfläche eines Autos und erfasst in wenigen Sekunden Anzahl, Lage und Größe der Hageldellen. Diese Daten werden an eine Software übertragen, die daraus einen Bericht erstellt. Der Scanner klassifiziert automatisch die Anzahl und Größe der Dellen je Bauteil. Der Zeitaufwand für das manuelle Zählen der Dellen entfällt. Mithilfe der KI lassen sich Schäden präzise feststellen und im gesamten Prozess transparent nachvollziehen. (tik)

Weitere News rund um KI und den Einsatz innovativer Technologien aus der Branche lesen Sie in unserer Rubrik „Management & Vertrieb“.
 

Digital Insurance Podcast: Transformation der Haftpflichtkasse

Zu Gast in der neuen Episode des Digital Insurance Podcast von Digitalexperte Jonas Piela ist Dr. Frank Welfens, Vorstandsvorsitzender der Haftpflichtkasse. Das Gespräch dreht sich um die Modernisierung der Haftpflichtkasse und die Bedeutung offener Kommunikation.

In der neuesten Folge des Digital Insurance Podcasts spricht Moderator Jonas Piela mit Dr. Frank Welfens, Vorstandsvorsitzender der Haftpflichtkasse, über die Zukunft des Unternehmens und die Herausforderungen der digitalen Transformation in der Versicherungsbranche. Welfens teilt seine Vision für die Haftpflichtkasse und erläutert die Schritte, die er gemeinsam mit seinem Team unternimmt, um das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Wandel

Die Haftpflichtkasse, ein 127 Jahre alter Versicherungsverein, genießt einen hervorragenden Ruf im Maklermarkt und wurde zehn Jahre in Folge mit der Auszeichnung „Marklers Liebling“ prämiert. Welfens betont die Besonderheit dieses genossenschaftlichen Modells, das die Mitglieder gleichzeitig als Kunden im Fokus hat. Im Gegensatz zu Aktiengesellschaften steht nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund, sondern die Zufriedenheit der Mitglieder und die Bereitstellung eines exzellenten Service. Der Podcast beleuchtet die Unterschiede zwischen der Arbeit in einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit und in Aktiengesellschaften, basierend auf Welfens’ vorherigen Erfahrungen bei der Württembergischen, Allianz und WGV.

Strategieentwicklung und transparente Kommunikation

Ein zentrales Thema der Podcast-Folge ist die Strategieentwicklung der Haftpflichtkasse. Welfens beschreibt den Prozess als kollaborativen Ansatz, der die Einbindung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Vordergrund stellt. Obwohl der Vorstand eine erste Vision entwickelt hat, steht der Austausch mit den Führungskräften und schließlich mit der gesamten Belegschaft im Mittelpunkt. Welfens betont dabei die Bedeutung von Transparenz und offener Kommunikation. Der Podcast zeigt auf, wie die Haftpflichtkasse aktiv Feedback der Mitarbeiter einholt, um eine authentische und wirkungsvolle Strategie zu entwickeln, bei der die bewährte Serviceorientierung als Kernkompetenz erhalten bleibt.

Digitale Herausforderungen und zukünftige Pläne

Ein weiterer Schwerpunkt des Gespräches liegt auf den technischen Herausforderungen. Die Modernisierung des Bestandsführungssystems, die Umsetzung von Vorhaben im Bereich der Digitalisierung und die Automatisierung von Prozessen, insbesondere in der Schadenbearbeitung, stehen dabei im Fokus. Welfens erläutert, wie diese Projekte die Organisationsstruktur und die internen Prozesse der Haftpflichtkasse beeinflussen werden. Die Folge beleuchtet auch den Kulturwandel innerhalb des Unternehmens, einschließlich der Einführung des „Du“, um die Zusammenarbeit zu fördern und die Kommunikation zu vereinfachen. Abschließend gibt Welfens einen Ausblick auf die zukünftigen Pläne der Haftpflichtkasse und beschreibt seine Vision für die nächsten fünf Jahre.

Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter pielaco.com/podcast.

Weitere Podcasts
 

Dienstleister und KI: Risiken und Absicherung unterschätzt

Wie eine neue Umfrage von Hiscox zeigt, ist KI im Dienstleistungssektor bereits weit verbreitet. Die KI soll Effizienz und Qualität steigern und Kosten senken. Bei den Firmen mangelt es aber an Risikobewusstsein und entsprechender Absicherung. Für die Versicherungsbranche gelte es, Aufklärung zu leisten.

Im Rahmen der Studie im Auftrag des Spezialversicherers Hiscox wurden Anwender sowie (Mit-)Entscheider in deutschen Unternehmen des Dienstleistungssektors zum Einsatz von KI befragt – vom Freelancer bis zum großen Konzern. 54% aller Umfrageteilnehmer setzen aktuell regelmäßig auf künstliche Intelligenz (KI), sei es in ersten Projekten (39%) oder bereits intensiv (15%). Weitere 21% haben vor, KI bald zu nutzen. Als bemerkenswert ist hervorzuheben, dass kein einziges befragtes Unternehmen KI für irrelevant hält.

Effizienz erhöhen, Qualität verbessern, Kosten senken, Marktposition stärken

Als Hauptgründe für die Nutzung von KI nennen 54% der Befragten die Effizienzsteigerung. 48% wollen die Qualität erhöhen und 36% erhoffen sich eine Kostenreduktion. In der Praxis kommt KI jetzt schon am häufigsten als Hilfstool für alltägliche Arbeiten zum Einsatz, etwa für eine Recherche oder Übersetzung (45%), für die Datenanalyse (38%) sowie für die Automatisierung von Prozessen (36%). Besonders hoch sind die Erwartungen in Sachen Wettbewerbsfähigkeit: 65% der Befragten – bei den Entscheidern sogar 81% – sind der Meinung, dass KI ihre Position am Markt stärkt.

Investitionen in KI nehmen zu

Die vielfältigen Erwartungen haben zur Folge, dass Firmen auch zunehmend Kosten für KI nicht scheuen. Nur 27% nutzen lediglich frei verfügbare und kostenlose KI-Tools, bei 73% dagegen kommen auch lizensierte KI-Lösungen zum Einsatz, die für das Unternehmen gekauft wurden. Bei 23% betrug das Investitionsvolumen in den vergangenen zwölf Monaten über 20.000 Euro, bei 16% sogar über 100.000 Euro.

KI führt zu Wandel der Arbeitswelt

Was die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt angeht, fürchten 37%, dass KI Arbeitsplätze ersetzen könnte. 27% sind da anderer Meinung. Den Studienautoren zufolge sei viel stärker das Bewusstsein für Veränderungen ausgeprägt: 67% der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass sich Tätigkeiten durch KI grundlegend wandeln werden. 25% sehen in der Technologie sogar Potenzial für neue Jobs. Die Ergebnisse würden laut Hiscox somit einen Wandel zeigen von der allgemeinen anfänglichen Angst vor einem Ersatz durch KI hin zu einer intensiven Integration der Technologie in die Arbeitswelt.

Diese Herausforderungen sehen Dienstleister bei der KI-Nutzung

Als größte Hürden bei Einsatz von KI nennen die Unternehmen allen voran regulatorische Unsicherheiten. So sagen 42%, dass gesetzliche Vorschriften ihre Entscheidung zur Nutzung von KI stark oder sehr stark beeinflussen würden. Das trifft insbesondere auf den sukzessive in Kraft tretenden AI Act der Europäischen Union zu. Weiter führen die Firmen als Herausforderungen den Datenschutz an (40%) sowie die Fehleranfälligkeit der Technologie (36%).

Es hakt am Risikobewusstsein und Wissen zum Thema Absicherung

Wie die Hiscox-Umfrage weiter zeigt, ist das Bewusstsein ob der Risiken rund um die Nutzung von KI noch unzureichend ausgeprägt. Nur ein Viertel Entscheider sagt, dass Unternehmen sei gegen Risiken im Zusammenhang mit KI versichert. Weitere 17% wollen sich absichern, 14% wiederum wissen nicht, ob ein entsprechender Schutz besteht. 15% glauben, dass eine Absicherung gar nicht möglich sei.

Auch bei den Mitarbeitern klaffen Wissenslücken: Nach eigenem Dafürhalten haben 64% der Befragten keine oder keine ausreichenden Kenntnisse zur sicheren KI-Nutzung. Besonders stark ausgeprägt ist dies bei den Mitarbeitern, die nicht zum Kreis der Beschäftigten zählen (71%). Selbst unter den Entscheidern ist dieses Problem mit 53% stark ausgeprägt. Nur 23% geben an, dass sich die Mehrheit im Unternehmen gut oder sehr gut auskenne.

Entscheider sollten handeln und brauchen Strategie zur Absicherung

„Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen ein differenziertes Bild der KI-Nutzung. Zwar haben deutsche Unternehmen die wirtschaftliche Bedeutung von Künstlicher Intelligenz erkannt. Gleichzeitig bestehen aber erhebliche Wissenslücken und vor allem mangelt es an Absicherung gegen potenzielle Risiken, die sich aus der Nutzung ergeben“, erklärt Marc Thamm, Product Head Technology, Media, Communications, bei Hiscox. Entscheider sollten jetzt tätig werden, rät Thamm. Um die bestehenden Unsicherheiten abzubauen, müssten die Mitarbeiter im Umgang mit KI geschult werden – laut AI Act sogar Vorschrift. Auch sollten Entscheider eine klare Strategie für den Einsatz von KI und zur Absicherung gegen Risiken entwerfen.

Versicherungsbranche in der Pflicht, für Aufklärung zu sorgen

„Ich sehe aber auch die Versicherungsbranche stark in der Pflicht: Dass so viele der befragten Unternehmen sich mit mit der Absicherung noch gar nicht befasst haben und sogar 15% glauben, dass KI-Risiken überhaupt nicht versicherbar seien, deutet auch auf mangelnde Kommunikation seitens der Versicherer hin“, sagt Thamm weiter. Es brauche dringend Aufklärung, Lösungen und klare Positionierungen der Branche, um Innovationsfreude und Sicherheit miteinander zu verbinden. Bei Hiscox etwa seien das Nutzen oder Ermöglichen von KI-Technologien im Rahmen und Umfang der Hiscox Berufshaftpflicht mitversichert. (tik)

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Wie KI-Suche Online-Sichtbarkeit der Branche verändert

Künstliche Intelligenz verändert das Online-Suchverhalten von Nutzern. Welche Auswirkungen dies auf die digitale Sichtbarkeit der Versicherungswirtschaft hat, zeigt eine Analyse der ERGO. Die klassische Stichwortsuche wird immer mehr von gesprächsbasierten Ansätzen via KI abgelöst.

„Von SEO zu KI-Suchoptimierung: Wie große Sprachmodelle digitale Sichtbarkeit neu definieren“ lautet der Titel eines neuen Whitepapers. Veröffentlicht hat es das ERGO Innovation Lab, ein Inkubator für neue Ideen und Spin-ins der ERGO Group AG, zusammen mit dem auf künstliche Intelligenz spezialisierten Unternehmen ECODYNAMICS. In der Publikation geht es darum, wie grundlegend Large-Language-Modelle (LLMs) das Online-Suchverhalten von Nutzern verändern und welche Folgen dies auch für die Sichtbarkeit im Netz der Assekuranz hat.

Online-Suche im Wandel

„Die Online-Suche befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation: KI-basierte Systeme liefern nicht mehr nur Informationen, sondern begleiten Nutzerinnen und Nutzer zunehmend durch ganze Entscheidungsprozesse. Wer heute und morgen noch digital sichtbar sein will, muss verstehen, wie diese Systeme funktionieren und sie aktiv mitgestalten, um die eigenen relevanten Zielgruppen auch weiterhin zu erreichen“, erklärt Luisa Schmolke, Innovation Manager im ERGO Innovation Lab.

„Unsere Untersuchung mit den ermittelten Kriterien verdeutlicht Führungskräften, Marketingverantwortlichen und Digitalteams, welchen Einfluss generative KI und agentische Systeme auf die Regeln digitaler Sichtbarkeit haben. Wer diese Logik versteht und sie frühzeitig strategisch aufgreift, kann auch im Zeitalter der KI-Suche dauerhaft relevant bleiben und Kunden wirksam erreichen“, erklärt Hamidreza Hosseini, CEO von ECODYNAMICS.

Für das Whitepaper wurden über 33.000 Suchergebnisse aus klassischen Suchmaschinen und KI-basierten Systemen ausgewertet. Daraus wurde eine relevante Auswahl von über 600 Websites aus dem Versicherungsmarkt analysiert – darunter Webauftritte von Erstversicherern, Versicherungsvermittlern und digitalen Vergleichsplattformen sowie Websites mit frei verfügbaren, redaktionellen Inhalten mit Fokus auf Versicherungs- und Finanzthemen. Ziel der Analyse war es, strukturelle und inhaltliche Erfolgsfaktoren für die Sichtbarkeit in LLM-basierten Suchsystemen zu identifizieren.

Stichwortsuche als Auslaufmodell?

Wie es in dem Whitepaper heißt, wird Stichwortsuche zunehmend von fortschrittlicheren, gesprächsbasierten Ansätzen abgelöst. Dafür sorgen große auf KI-basierte Sprachmodelle. Was heißt das konkret? Die Systeme liefern nicht einfach Listen mit Links. Sie erkennen die Absicht hinter einer Frage, geben präzise und verständliche Antworten und verfeinern ihre Ergebnisse mit aktuellen Daten, so die Experten von ERGO und ECODYNAMICS.

Neue Herausforderungen für Versicherer

Mit dem Wandel des Suchverhaltens hin zu KI-generierten Antworten gilt es für Akteure der Versicherungsbranche, Inhalte für klassische Suchmaschinen und zugleich für Anfragen in sprachmodellbasierten Systemen zu optimieren, um sichtbar zu bleiben. Wie ERGO betont, sei das besonders wichtig für Branchen wie der Assekuranz, in denen Kunden schnelle, präzise und personalisierte Informationen erwarten.

Inhalte nach Logik KI-gestützter Systeme ausrichten

Damit Versicherer online sichtbar bleiben, müssen sie ihre digitalen Inhalte kompatibel mit der Logik KI-gestützter Systeme gestalten. Nur dann würden sie zuverlässig erkannt, verarbeitet und in Antworten eingebunden. Interessanterweise heißt es im Whitepaper, dass andernfalls andere Anbieter an Sichtbarkeit gewinnen, deren Inhalte klar strukturiert, maschinell lesbar und gut vernetzt sind. Hier offenbart sich ein Hebel für Makler.

KI-Agenten mischen die Karten neu

Dem Whitepaper zufolge wird diese Entwicklung durch den zunehmenden Einsatz agentischer Systeme vorangetrieben. Nutzer stellen ihre Fragen direkt in einem System, bekommen personalisierte Antworten, vergleichen Angebote und treffen Entscheidungen im Dialog. Ganze Recherchen, Produktvergleiche und Vertragsabschlüsse finden laut ERGO in einer durchgehenden Gesprächssituation statt. Klassische Webseiten würden dabei in den Hintergrund treten. Wer mit seinen Inhalten in diesen neuen Abläufen nicht vorkomme, verliere den Zugang zu Kunden.

Klassische Suchmaschinenoptimierung weiter wichtig

Klassische Suchmaschinenoptimierung bleibt nach wie vor aber unverzichtbar. Denn Systeme, die auf großen Sprachmodellen beruhen, sind auf etablierte Suchsysteme wie Google angewiesen, um Webseiten zu durchsuchen und zu indexieren. Werden technische und strukturelle SEO-Standards nicht eingehalten, können Inhalte möglicherweise überhaupt nicht gefunden werden.

Eines der Ergebnisse des Whitepapers lautet, dass Inhalte nicht nur auf inhaltliche Richtigkeit geprüft werden müssen, sondern auch auf ihre Interpretierbarkeit durch KI-Systeme. Strukturierte Auszeichnungen, institutionelle Vertrauenssignale und faktische Klarheit verringern das Risiko von Fehlinformationen und wirken sich positiv auf das Vertrauen auf – sowohl bei den Nutzern, als auch bei den Systemen, die auf die Inhalte zugreifen.

Sprachmodelle setzen auf Vertrauenssignale und Markenstruktur

Große KI-basierte Sprachmodelle priorisieren zunehmend Inhalte, die transparent, gut belegt und reputationsstark sind. Als Vertrauenssignale gelten eine klare Autorenschaft, redaktionelle Verantwortung und Verweise auf regulatorische Instanzen. Laut Whitepaper gilt es auch die Markenidentität technisch zu verankern, etwa durch konsistente Namensgebung und Messaging, den Einsatz von Metadatenstandards etc.

Fazit

Die Experten kommen unter anderem zu dem Ergebnis, dass Sichtbarkeit nicht mehr heißt, in einer Trefferliste zu erscheinen. Sichtbarkeit bedeutet, innerhalb der Logik eines Agenten handlungsfähig und interoperabel zu sein. Für Unternehmen gilt, dass Produkte, Services und Inhalte so strukturiert sein müssen, dass sie innerhalb dieser agentischen Prozesse erkannt, verwendet und weiterverarbeitet werden können. (tik)

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Digital Insurance Podcast: Wie Versicherer Start-ups integrieren

Zu Gast in der neuen Episode des Digital Insurance Podcast von Digitalexperte Jonas Piela sind Johannes Rath, Mitglied des Konzernvorstands der SIGNAL IDUNA, und Jens Lapinski, Gründer von Angel Invest. Sie sprechen über ihre erfolgreiche Zusammenarbeit und geben Einblicke in ihre Investmentstrategie.

Der Digital Insurance Podcast von Jonas Piela widmete sich in seiner neuesten Folge dem spannenden Thema der Zusammenarbeit zwischen Versicherern und Start-ups. Zu Gast sind Johannes Rath, Mitglied des Konzernvorstands der SIGNAL IDUNA, und Jens Lapinski, Gründer von Angel Invest, einem der aktivsten Super Angels Europas. Die Gesprächspartner beleuchten die verschiedenen Strategien, mit denen Versicherer die Chancen der Zusammenarbeit mit innovativen Start-ups nutzen können – von direkten Investitionen über Partnerschaften bis hin zur Integration von Start-up-Kultur.

Eine erfolgreiche Partnerschaft seit 2017

Rath und Lapinski schildern die langjährige und vielschichtige Zusammenarbeit zwischen SIGNAL IDUNA und Angel Invest, die bereits 2017 mit der Gründung des SIGNAL IDUNA Innovationshubs „Signals“ begann. Dieser Hub dient nicht nur als Coworking Space, sondern als zentrale Plattform für die Zusammenarbeit mit Start-ups. Die strategische Partnerschaft ermöglichte SIGNAL IDUNA den Zugang zu neuen Technologien und Geschäftsmodellen, während Angel Invest von der Expertise und den Ressourcen des etablierten Versicherers profitierte.

Investmentstrategien und der Fokus auf künstliche Intelligenz

Die Gesprächspartner diskutieren die Entwicklung der Investmentstrategien von SIGNAL IDUNA und Angel Invest. Während die frühen Investments in diverse Bereiche wie Transformation, Fintech und Mobilität zielten, konzentriert sich der aktuelle Angel-Fonds Nr. 3 verstärkt auf künstliche Intelligenz (KI), FinTech und Klimathemen. Die beiden Fondsmanager gaben Einblicke in ihren Prozess, wie sie passende Start-ups identifizieren und bewerten. Es wurde deutlich, dass der Fokus auf der frühen Phase von Startups liegt, um von deren Innovationen zu profitieren und wichtige Trends frühzeitig zu erkennen. Der Zugang zu jungen Unternehmen und deren Gründerpersönlichkeiten, die oft einen anderen Blick auf Probleme haben, wird als besonders wertvoll hervorgehoben. Ein neu geschaffenes Technology Briefing Center bei Angel Invest unterstützt diesen Prozess durch die Erstellung von Marktübersichten zu relevanten Technologiesparten.

Zukunft der Versicherung: KI, Sprachtechnologie und digitale Transformation

Rath verweist auf Projekte der SIGNAL IDUNA im Bereich der Dokumentenverarbeitung (Doc AI) und beschrieb die transformative Wirkung von KI-gestützten Sprachportalen. Er prognostiziert einen enormen Sprung durch die Weiterentwicklung von Sprachtechnologie, die weit über die heutigen Chatbots hinausgeht und in interaktive, transaktionale Anwendungen mündet. Der Podcast beleuchtete, wie wichtig die schnelle Adaption neuer Technologien für Versicherer ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Fazit: Partnerschaft und Offenheit sind der Schlüssel zum Erfolg

Das Gespräch unterstreicht, dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Versicherern und Start-ups auf gegenseitigem Vertrauen, offenem Dialog und dem Willen zur Anpassung an schnell wechselnde Marktbedingungen beruht. Die Bedeutung von frühzeitigem Engagement und dem Aufbau eines Netzwerkes aus innovativen Unternehmen wurde als Schlüssel zum Erfolg der digitalen Transformation in der Versicherungswirtschaft herausgestellt.

Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter pielaco.com/podcast.

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Vertrieb und digitale Prozesse: Wie Spezialmakler effizienter arbeiten

In der Versicherungsbranche unterliegen die Standards für Beratungen seit einigen Jahren einem beständigen Wandel. Die kundenseitigen Ansprüche an Makler steigen, ebenso der Arbeitsaufwand. Doch es gibt Wege, diesen Anforderungen im Sinne einer erfolgreichen Unternehmensführung gerecht zu werden.

Ein Artikel von Armin Christofori, CEO und Gründer der SDV Servicepartner der Versicherungsmakler AG

Versicherungskunden gehen mittlerweile mit einer klaren Anspruchshaltung in die Beratung: Sie wünschen sich bestmögliche Absicherung zum günstigsten Preis. Getrieben wird diese Entwicklung durch die bekannten Vergleichsportale. Oft erfolgte dort vorab bereits eine selbstständige Recherche zum gewünschten Produkt. Makler werden vor dem Gespräch häufig mit diesen Ergebnissen konfrontiert, eine Benchmark seitens des Kunden ist gesetzt. Doch bei komplexen Produkten wie Lebensversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen oder privaten Krankenversicherungen können und wollen Kunden nicht auf fachkundige Beratung verzichten. Sie erkennen bei der Eigenrecherche, dass es einiges zu beachten gilt, um passgenauen und zuverlässigen Versicherungsschutz zu erhalten.

Ohne Expertise in der jeweiligen Sparte ist dies nicht möglich. Zudem vertrauen Kunden Vergleichsportalen nicht ausreichend, um deren Beratungsangebot in Anspruch zu nehmen. Sie bevorzugen den Kontakt mit dem Spezialmakler. Dieser wiederum ist auf eine kompetente und zuverlässige Vertriebsunterstützung angewiesen. Ebenso benötigt er eine geeignete Tool-Landschaft, um anspruchsvolle Kunden optimal zu beraten und abzusichern. Denn kundenseitig besteht die Erwartung, dass zeitnah eine wunschgemäße Lösung vorliegt. Ein Maklerpool mit entsprechender Infrastruktur und Servicelandschaft kann ein wertvoller Partner sein, um Prozesse zu optimieren und Kunden zufriedenzustellen. So lässt sich das eigene Geschäft effizient und umsatzorientiert führen.

Weshalb auch erfahrene Spezialmakler profitieren

Spezialmakler sind Experten auf ihrem Fachgebiet. Sie kennen alle Fallstricke, die möglicherweise bei der Absicherung komplexer Risiken auftreten. Gerade in den Sparten Leben, Kranken und Berufsunfähigkeit ist viel Recherche und Detailwissen notwendig. Guter Kontakt zu den Gesellschaften und deren Fachbereichen hilft zudem, Anfragen zügig voranzubringen. In der Theorie klingt all das einfach. Doch in der Praxis fehlt oft die Zeit, um jeden Vorgang mit dem gebotenen Aufwand zu bearbeiten. An dieser Stelle kommt die Vertriebsunterstützung ins Spiel. Gute Pools verfügen über erfahrene Fachleute und helfen Vermittlern dabei, Kundenanfragen zeitnah und mit der erforderlichen Sorgfalt zu bearbeiten. Den Umfang dieser Hilfe bestimmt der Makler selbst.

So läuft die Vertriebs­unterstützung ab

Begleitet die Vertriebsunterstützung den Makler durch den gesamten Vorgang, steht sie ihm ab der Kundenanfrage zur Seite. Die Experten im Maklerpool assistieren bei der Recherche passender Tarife. So erhält der Kunde einen ersten Überblick über seine Optionen. Im weiteren Verlauf kümmern sich die Fachleute um die Beschaffung fehlender Unterlagen und eine erste Bewertung der Absicherungsmöglichkeiten. Auch die Risikovoranfrage beim Versicherer kann durch den Dienstleister erfolgen. Gleiches gilt für die komplette Abwicklung des Prozesses bis hin zur Unterschrift.

Die vertrieblichen Vorteile für den Spezialmakler liegen auf der Hand: Er bleibt für seinen Kunden der kompetente Ansprechpartner. Im Hintergrund übernimmt die Vertriebsunterstützung des Pools alle Aufgaben, die den Makler im Tagesgeschäft viel Zeit kosten würden. Das schafft mehr Freiräume für weitere Beratungsgespräche oder die Neukundengewinnung und damit für das Generieren von Umsatz. Zudem besteht eine größere Chance, auch Kunden zu versichern, die komplexe Risiken mitbringen. Denn auf Poolseite existieren in der Regel langjährige persönliche Kontakte zu den Gesellschaften, was in herausfordernden Fällen Sonderlösungen ermöglicht.

Bessere Beratung dank der passenden Tool-Landschaft

Effiziente Vertriebsunterstützung ist ein Faktor für erfolgreiche Beratungsgespräche. Ein weiterer Aspekt sind die Tools und Programme, die zum Einsatz kommen. Denn je besser ein Vermittler seine digitale Vertriebsstruktur aufstellt, desto zielgerichteter und transparenter berät er. Das Herzstück einer funktionierenden Tool-Landschaft ist das Maklerverwaltungsprogramm. Es sollte intuitiv bedienbar sein, Arbeitserleichterungen wie eine intelligente Dokumentenverwaltung mitbringen und Schnellzugriffe auf wichtige Informationen bieten. Wichtig sind zudem Schnittstellen zu den Gesellschaften sowie zu Vergleichsrechnern für verschiedene Bedarfe. Hierzu zählen beispielsweise spartenübergreifende Rechner oder gewerbespezifische Anwendungen.

Je mehr Funktionen ein Vergleichsrechner mitbringt, desto mehr profitiert der Vermittler. Denn ein Programm, das neben transparenten Tarifvergleichen auch Beratungsstrecken erstellt und den gesamten Weg bis zur Unterschrift ermöglicht, vermeidet Medienbruch: Der Makler führt seinen Kunden nachvollziehbar durch die Beratung, der Ablauf wird dokumentiert und im Maklerverwaltungsprogramm hinterlegt.

Doch eine funktionierende digitale Vertriebsstruktur lebt nicht nur von den Programmen, die dem Makler zur Verfügung stehen. Kundenseitig hilft eine App, um den Überblick über laufende Vorgänge und den Status der Absicherung zu behalten. Das erleichtert die Kommunikation. Ein Kunde, der jederzeit unkompliziert auf seine Versicherungsdaten und Vorgänge zugreifen kann, erlebt seinen Vermittler als präsent und engagiert. Handelt es sich zudem um eine personalisierbare Endkunden-App, verstärkt dies das Erlebnis positiv.

Das Zusammenspiel macht den Unterschied

Spezialmakler mit komplexen Fachgebieten profitieren mehrfach von der Kombination einer poolseitigen Vertriebsunterstützung mit einer sauber abgestimmten digitalen Beratungslandschaft. Diese Konstellation erlaubt ihnen, zeitraubende und aufwendige Tätigkeiten auszulagern. Die Vertriebsunterstützung konzentriert sich auf die relevanten To-dos und den Austausch mit den Gesellschaften. Das eliminiert Fehlerquellen im Anfrage- und Antragsprozess, der Makler hat mehr Raum für seine Kundenbetreuung.

Im digitalen Beratungsprozess bleibt jeder Schritt durch die eingesetzten Tools und Programme nachvollziehbar. Zeitgleich erfolgt die Dokumentation des Vorgehens. Das bringt die geforderte Rechtssicherheit, bei der überdies der Datenschutz Berücksichtigung findet. Für das Maklerunternehmen bedeutet das: mehr Effizienz, stabilere Kundenbindung und die Chance, Umsätze zu steigern.

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Ein Artikel von
Armin Christofori