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Unternehmensmeldungen

„Wir werden im Maklermarkt unter die Top 10 vorstoßen“

Die Versicherer Helvetia und Baloise sind frisch fusioniert und verfolgen in Deutschland ambitionierte Ziele. Das Unternehmen will im Maklermarkt deutlich an Bedeutung gewinnen, Synergien konsequent heben und zugleich nah am Markt bleiben.

Interview mit Dr. Jürg Schiltknecht, CEO Helvetia Deutschland
Herr Dr. Schiltknecht, die Fusion von Helvetia und Baloise in Deutschland ist ein großer Schritt. Welche Synergien versprechen sich beide Unternehmen von dieser Zusammenführung?

Wir werden in der Tat durch den Zusammenschluss einen bedeutenden Schritt nach vorne machen. In Deutschland werden wir rund 2,7 Mrd. Euro Prämienvolumen sehen, unseren Exklusivvertrieb auf über 700 Vermittler ausbauen und im Maklermarkt unter die Top-10-Versicherer vorstoßen. Es ist eine einzigartige Chance für uns. Dazu werden wir auch die sich bietenden Synergien realisieren. Und Anfang Februar hat die Helvetia Baloise Gruppe den neuen Markenauftritt bekannt geben. In Deutschland tritt das Unternehmen nun als Helvetia Deutschland auf.

Wo sehen Sie Synergien und was bedeutet das für die Einsparung von Ressourcen?

Wir sehen Synergien bei den Sach- und den Personalkosten. Bei den Sachkosten sind es vor allem Doppelspurigkeiten und Standortkosten, und bei den Personalkosten sind es insbesondere Stellen in den Querschnittsfunktionen, wo wir Potenzial haben. Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir den Abbau durch ein gesteuertes Freiwilligenprogramm erreichen können und voraussichtlich keine Kündigungen aussprechen müssen.

Wo liegt die jeweilige Stärke von Baloise und Helvetia im Versicherungsvertrieb/Produktportfolio und was lernt der jeweils eine vom anderen?

Wir haben sich sehr gut ergänzende Produktportfolios und sind grundsätzlich in ähnlichen Fokus-Sparten unterwegs. Innerhalb dieser hat jede Gesellschaft ihre Stärken, welche wir gezielt ausspielen werden. Im Leben-Bereich hat Helvetia ein sehr starkes Angebot bei Einmalbeiträgen, gekoppelt mit dem Thema Schenken und Erben, bei Baloise liegen die Stärken vor allem in der Biometrie und bei der fondsgebundenen Lebensversicherung. Im Nichtleben-Bereich überzeugen beide mit attraktiven Produkten. Im Privatkundengeschäft werden vor allem die Baloise Produkte den Vorrang erhalten, weil diese bereits auf unserer neuen IT-Plattform Guidewire implementiert sind. Im Firmenkundengeschäft (FKG) werden wir das Beste aus den zwei Welten kombinieren. Der harmonisierte Verkaufsstart ist für Mai 2026 im Maklermarkt geplant, bei unserem Exklusivvertrieb im Juli 2026.

Auch bei den Vertrieben ergänzen wir uns sehr gut. Im Maklermarkt waren beide schon getrennt stark vertreten, gemeinsam steigen wir zu einem noch relevanteren Maklerversicherer auf. Im Privatkundengeschäft werden wir uns unter den Top-3-Maklerversicherern positionieren, in der Technischen und Transportversicherung als ein Top-10-Maklerversicherer. Auch in Leben werden wir in unseren Fokus-Sparten im Neugeschäft als Top-2-Maklerversicherer in der Biometrie und Top-7-Maklerversicherer in der kapitaleffizienten Altersvorsorge ein wesentlicher Marktteilnehmer sein.

Auch unser Exklusivvertrieb wird sich durch den Zusammenschluss deutlich vergrößern und über 700 Vertriebspartner umfassen.

Mit dieser neu gewonnenen Größe können wir noch viel stärker vor Ort auf den Markt einwirken und unseren Purpose leben: Wir stehen an Ihrer/deiner Seite, wenn es darauf ankommt, heute und morgen. Damit wollen wir ausdrücken, dass wir partnerschaftlich mit unseren Vertriebspartnern stehen, nah am Markt sind, schnell agieren und top Service anbieten. Daran lassen wir uns messen, denn der Zusammenschluss darf uns nicht vom Markt ablenken. Da wollen wir auch weiterhin ganz vorne präsent sein.

Wie sehen die konkreten Ziele des fusionierten Unternehmens für das Jahr 2026 aus? Wann gibt es das erste gemeinsame Produkt?

Wir haben uns fünf Ziele vorgenommen: Wir wollen erstens weiterhin am Markt präsent sein und zufriedene Vertriebspartner haben, zweitens profitables Wachstum in unseren Zielsparten erreichen, drittens als ein Team auf Augenhöhe zusammenwachsen, viertens mit der Zusammenführung von IT-Systemen starten und gleichzeitig stabile und digitale Prozesse beibehalten und fünftens natürlich unsere Synergieziele unter Einhaltung des Integrationskostenbudgets realisieren.

Messgrößen werden wir am Capital Markets Day am 15.04.2026 kommunizieren, und bezüglich Produkte werden wir auf unsere bestehenden Produkte aufsetzen und diese auch schon im Jahr 2026 weiter optimieren.

Was haben Ihre Vertriebspartner in Bezug auf Produktangebot und Service davon? Und welche strategischen Anpassungen im Vertrieb haben Sie vor?

Im Maklermarkt werden wir als ein Team auftreten und ein harmonisiertes, preis- und leistungsstarkes Produktportfolio anbieten. Strategische Anpassungen sind nicht erforderlich, da wir uns optimal ergänzen. Unsere neu entwickelte Fokusstrategie wird ein strategischer Baustein sein. Wir werden in unseren Fokus-Sparten Biometrie und kapitaleffiziente Altersvorsorge weiterhin ein wichtiger Marktteilnehmer sein. Im Nichtleben-Bereich liegt der Fokus im Privatkundengeschäft auf Sach privat inkl. Haftpflicht, Unfall und Kfz; im FKG auf Sach, Haftpflicht, Technischer Versicherung und Transport.

Wir geben Klarheit zu unserer Zeichnungspolitik. Hierzu gehört selbstverständlich auch ein schneller Service im Kundenmanagement und in der Auszahlungsabwicklung, was von der Anbahnung bis zur Bestandspflege für den Vertriebspartner und sein Unternehmen ein schnelleres und damit kosteneffizienteres Handling bedeutet. Durch den Zusammenschluss können wir zudem Synergien in den Strukturen und in der Fachexpertise heben.

Für die Makler ergeben sich daraus die Chancen, noch mehr potenzielle Lösungen für ihre Kunden im Koffer zu haben, neue Kunden aus neuen Zielgruppen zu gewinnen und im Rahmen einer lebensbegleitenden Beratung Cross-Selling zu betreiben und die Kunden stärker an sich zu binden.

Wird die Fusion Auswirkungen auf die Preisgestaltung oder die Geschäftsbedingungen der angebotenen Produkte haben?

Wir werden die Produkte harmonisieren, um keine doppelten Angebote im Markt zu haben. Ansonsten sehen wir keine Auswirkungen auf die angebotenen Produkte.

Welche langfristigen Effekte erwarten Sie für Ihre Kunden durch die Zusammenführung der beiden Marken?

Wir sind für unsere Kunden über unsere Makler und Vertriebspartner im Markt. Wir wollen, dass unsere Kunden weiterhin diese gute Beziehung zu unseren Vertriebspartnern halten. Durch die Zusammenführung beider Marken wollen wir weiterhin unsere Reputation als finanziell starker Versicherer aufrechterhalten, der bei Kunden durch attraktive Produkte und mit top Service punktet.

Wie wird Helvetia Deutschland sicherstellen, dass die Fusion nicht zu Verunsicherungen bei den Maklern und Kunden führt, sondern Vertrauen schafft?

Wir werden das Vertrauen bei unseren Kunden und Maklern behalten, weil wir weiterhin am Markt präsent sein werden. Es ist unser erklärtes Ziel, dass unsere Kunden und Makler keine Veränderung durch die Zusammenführung spüren werden. Wir wollen uns nicht mit uns selbst, sondern mit dem Markt beschäftigen. Bisher scheint uns das nach Rückmeldungen von Maklern ganz gut gelungen zu sein.

Die Integration von Mitarbeitenden und gebundenem Vertrieb ist der nächste große Schritt. Welche Maßnahmen werden ergriffen, um diese Prozesse reibungslos zu gestalten?

Kultur ist ein zentrales Thema, das uns 2026 und in Zukunft begleitet. Wir wollen unsere Werte Drive, Closeness und Trust gemeinsam leben. Der Start der kulturellen Integration scheint geglückt zu sein. Wir kommen aus zwei ähnlichen Unternehmen, beide mit einer Schweizer Konzernmutter und einem vergleichbaren Werte-Set. Da geht eine solche Integration sicherlich einfacher. Trotzdem braucht es Zeit, bis eine vertrauensvolle Zusammenarbeit vollständig umgesetzt ist. Wir sind aber sehr optimistisch, dass dies schneller geschehen wird, als wir alle denken. Das Mitarbeiterfest im Mai in Frankfurt wird sicher auch einen positiven Anteil dazu beitragen. Außerdem führen wir ein von Mitarbeitenden organisiertes Veränderungsprogramm ein.

Im gebundenen Vertrieb wollen wir auf Kontinuität setzen. Im ersten Jahr werden alle Ansprechpartner für unsere Vertriebspartner gleich bleiben. Wir wollen den Fokus auf die Integration der Produkte und der neuen IT-Systeme legen. Trotzdem werden wir gemeinsame Formate anbieten, um uns gegenseitig kennenzulernen. Einen ersten großen Aufschlag werden wir bei der Jahresauftaktveranstaltung Anfang März haben. Wir freuen uns alle bereits darauf.

Inwieweit unterscheiden sich die Unternehmenskulturen der beiden Unternehmen, und wie werden diese Unterschiede in den Integrationsprozess eingebunden?

Wir sehen in der Tat mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Es gab Untersuchungen, in der beide Unternehmen getrennt nach ihren Werten gefragt wurden. Der uns begleitende Dienstleister hat uns zurückgespiegelt, noch nie in seiner langjährigen Tätigkeit eine solch hohe Überschneidung bei Werten gesehen zu haben. Persönlich überrascht mich dies nicht. Aus meiner nun doch schon mehrere Monate dauernden Erfahrung aus der Integration bin ich selber immer wieder erstaunt, wie ähnlich wir uns sind. Trotzdem werden wir Werte-Workshops und auch Strategie-Workshops anbieten. Es ist uns wichtig, unseren Mitarbeitenden gerade in Zeiten von so starken Veränderungen klare Orientierung zu geben.

Welche Rolle spielt die IT bei diesem Zusammenschluss?

IT kommt eine zentrale Rolle zu. Wir werden so schnell als möglich versuchen, die Systemlandschaft zu harmonisieren. Wir haben bereits unsere IT-Ziellandschaft definiert. Die Definition ist leider das Einfachere, der Weg dahin wird uns noch etwas an Kraft kosten. Guidewire im Nichtleben-Bereich ist gesetzt, und im Leben-Umfeld werden wir gemeinsam ein neues Kernsystem auswählen und einführen. Das sind beides keine kleinen Projekte, sie werden uns noch Jahre beschäftigen. Gleichzeitig beobachten und experimentieren wir weiterhin mit KI und sind zuversichtlich, hier sinnvolle Lösungen zu finden, mit welchen wir den IT-Zusammenschluss beschleunigen oder vereinfachen können.

Wie wird sich die technologische Infrastruktur nach der Fusion verändern? Werden neue Systeme eingeführt oder bestehende zusammengelegt?

Wir haben für jeden Bereich (Domäne) immer ein Zielsystem definiert, in welches wir hineinmigrieren. Bei NL ist dies Guidewire und alle Umsysteme von Guidewire werden automatisch auch unsere Ziel-Umsysteme bleiben, weil wir diese nicht nochmals neu anbinden wollen.

Die Infrastruktur ist bereits zu großen Teilen zentralisiert, allerdings haben wir noch ein Datacenter vor Ort. Dieses werden wir aber so rasch als möglich auch in die vom Konzern zentral zur Verfügung gestellte Infrastruktur einbringen können.

Lesen Sie auch: Helvetia und Baloise treten in Deutschland künftig gemeinsam auf

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Zurich: Schaden-Bereich unter neuer Verantwortung

Anfang Mai übernimmt Sandra Ersfeld die Gesamtverantwortung für den Schaden-Bereich der Zurich Gruppe Deutschland. Sie folgt auf Markus Troche, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt. Ersfeld ist seit 2014 für das Unternehmen tätig.

Personelle Veränderungen im Schaden-Bereich der Zurich Gruppe Deutschland. Ab dem 01.05.2026 liegt die Gesamtverantwortung bei Sandra Ersfeld. In ihrer neuen Funktion soll sie die Schadenorganisation des Versicherers strategisch weiterentwickeln und die Weichen für die kommenden Jahre stellen. Ersfeld tritt die Nachfolge von Markus Troche, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt.

Ersfeld gehört seit 2014 zum Team der Zurich Gruppe Deutschland. Nach der Leitung der Abteilung Motor Personenschaden ist sie seit 2020 Bereichsleiterin Motor & Unfallschaden mit Fokus auf Kundenzentrierung, Qualität und eine moderne Schadensteuerung.

Ihre berufliche Karriere startete Ersfeld nach einem juristischen Studium und einem Referendariat als Anwältin mit Schwerpunkt Sachversicherung. Bei der SIGNAL IDUNA war sie im Bereich Personenschaden zunächst als Sachbearbeiterin tätig, später als Teamleiterin. Parallel dazu absolvierte sie berufsbegleitend einen Master of Laws (LL.M.) im Versicherungsrecht. (tik)

News über weitere personelle Veränderungen lesen Sie in der Rubrik „Personen“.

Bild: © Zurich

 

Gallagher erwirbt Bremer Spezialmakler KROSE

Der US-Versicherungsmakler Gallagher stärkt seine Präsenz in Deutschland durch die Übernahme der KROSE GmbH & Co KG mit Sitz in Bremen. Der 1920 gegründete Spezialmakler KROSE bietet gewerbliche Versicherungslösungen und Rückversicherung für Großkunden in ganz Deutschland.

Der US-Makler Gallagher hat das in Bremen ansässige Vermittlerunternehmen KROSE GmbH & Co KG gekauft. Die Bedingungen der Transaktion wurden nicht offengelegt. Der 1920 gegründete Spezialmakler KROSE betreut internationale Großkunden in ganz Deutschland. Das Maklerhaus bietet gewerbliche Lösungen und Rückversicherung und ist auf die Gestaltung und Platzierung komplexer Industrieversicherungsprogramme spezialisiert. Hierbei erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit internen Risikomanagern und Versicherungsabteilungen der Unternehmen. Das Team von KROSE umfasst 70 Mitarbeiter in den Bereichen Sach-, Haftpflicht-, Cyber-, Marine-, D&O-Versicherungen sowie in Spezialsparten, Captive-Beratung und alternative Risikolösungen.

KROSE-Geschäftsführung bleibt an Bord und wird erweitert

Dr. Oliver Cullmann, Leopold Muhle und Urs Gottwald bilden weiterhin die Geschäftsführung. Dr. Andreas Keller wird das Führungsteam künftig ebenfalls als Geschäftsführer verstärken.

Der US-Makler Gallagher ist in über 20 Ländern und auch bereits in Deutschland aktiv mit einem Teil seines paneuropäischen Führungsteams, einem Team von über 50 Mitarbeitern ebenso wie dem Kölner Unternehmen Köberich. Das Maklerhaus Köberich gehört seit Anfang 2024 zu Gallagher.

Der Fokus des Teams von Gallagher in Deutschland, das hauptsächlich von München aus operiert, liegt auf Rückversicherung. Das Köberich-Team wiederum ist auf D&O-Versicherungen sowie andere Produkte im Bereich Financial Lines spezialisiert. Wie Gallagher mitteilt, werden die Teams mit der jüngsten Übernahme eng zusammenarbeiten, um das Dienstleistungsangebot von Gallagher in Deutschland und darüber hinaus in Kontinentaleuropa zu erweitern.

Gallagher stärkt Präsenz in Deutschland

Mit der Übernahme will Gallagher seine Position in Deutschland weiter festigen. „Unsere strategische Investition in KROSE stärkt die Präsenz von Gallagher in Deutschland und erweitert unsere Versicherungs- und Rückversicherungsfähigkeiten in Europa. Wir werden uns darauf konzentrieren, die Expertise, die wir nun in den verschiedenen in Deutschland ansässigen Teams haben, zusammenzuführen, um weitere Lösungen für Unternehmen im Land zu entwickeln“, erklärt Simon Matson, Executive Vice President von Gallagher Global Brokerage. „KROSE passt perfekt zu uns [...]. Viele KROSE-Kunden sind große multinationale Unternehmen mit komplexen Risiken, die sie managen müssen, und der Zugang zu Gallaghers globaler Expertise wird das Dienstleistungsangebot weiter bereichern“, ergänzt Alex Nagler, CEO von Gallagher in Europa.

Dr. Oliver Cullmann, geschäftsführender Gesellschafter bei KROSE, sagt zur Übernahme: „Dies ist ein spannender Meilenstein für unser Team, und Teil eines globalen Maklers wie Gallagher zu werden, wird es uns ermöglichen, das Unternehmen auf die nächste Entwicklungsstufe zu heben, indem wir breitere Fähigkeiten, tiefere Branchenexpertise und einen besseren Zugang zu internationalen Märkten hinzufügen.“ (tik)

Weitere Meldungen über Kooperationen, Zusammenschlüsse und Neuerung bei Maklerhäusern gibt es in der Rubrik „Management & Vertrieb“.
 

aB-Agenta integriert neue KI-Bürokraft von InsurMagic

Das Start-up InsurMagic hat sein Produktangebot um eine KI-gestützte Bürokraft für Makler erweitert. Das Tool „HalloFelix“ übernimmt die vollständige telefonische Erstbearbeitung eingehender Anrufe. Zum Start ist die Lösung in das MVP aB-Agenta der artBase! Software GmbH eingebunden.

Die InsurMagic GmbH, die bereits WhatsApp-Lösungen für Versicherungsmakler im Portfolio hat, hat ihr Produktportfolio um „HalloFelix“ ausgebaut. Es handelt sich dabei um eine KI-basierte Bürokraft für Versicherungsmakler, die die vollständige telefonische Erstbearbeitung eingehender Anrufe erledigt. Die artBase! Software GmbH hat das Tool bereits in ihr Maklerverwaltungsprogramm aB-Agenta integriert. Die Lösung baut auf der bestehenden Zusammenarbeit zwischen InsurMagic und artBase! Software auf und soll das digitale Ökosystem erweitern, wie die Unternehmen mitteilen.

KI-Tool für strukturierte Prozessunterstützung

„HalloFelix“ übernimmt als digitale Bürokraft eingehende Anrufe rund um die Uhr, also auch außerhalb regulärer Bürozeiten. Anliegen werden nicht nur entgegengenommen, sondern systematisch erfasst, kategorisiert und direkt an aB-Agenta übergeben. Zum Funktionsumfang gehören außerdem eine strukturierte Lead-Qualifizierung mit vollständiger Datenerfassung, Schadenaufnahme mit standardisierter Abfrage relevanter Informationen sowie eine Terminkoordination inklusive Kalenderabgleich und Bestätigung. Je nach Anliegen und Verfügbarkeit erfolgt eine intelligente Weiterleitung. Es gibt eine automatische Dokumentation im MVP aB-Agenta. Die KI-Lösung erkennt Bestands- und Neukunden und kann unerwünschte Vertriebsanrufe systematisch abwehren.

DSGVO-konforme Verarbeitung

Die Verarbeitung erfolgt DSGVO-konform auf europäischen Servern. Die erzeugten Gesprächsprotokolle werden strukturiert in das MVP überführt und stehen dort unmittelbar zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung.

„Mit HalloFelix verstehen wir KI nicht als reines Assistenztool, sondern als operative Bürokraft, die aktiv Prozesse vorbereitet und strukturiert. Die enge Integration in aB-Agenta ist dabei entscheidend, um Medienbrüche zu vermeiden“, betont Janik Sauerbier, Geschäftsführer der InsurMagic GmbH.

Weiterentwicklung geplant

Für das Jahr 2026 soll die KI-Lösung schrittweise ausgebaut werden. Perspektivisch soll „HalloFelix“ neben Telefonie auch E-Mail- und WhatsApp-Kommunikation integrieren und zudem eigenständig Aktionen in aB-Agenta vorschlagen und auslösen. (tik)

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„KI macht die Vorarbeit, der Makler übernimmt den Abschluss“

 

Zwei weitere Maklerhäuser werden Teil der ATTIKON Gruppe

Die ATTIKON Gruppe bleibt weiter auf Wachstumskurs und begrüßt zwei Neuzugänge in ihrem Netzwerk: Die beiden Vermittlerunternehmen MH Versicherungsmakler mit Sitz in Bad Vilbel sowie Franz Dede mit Standort in Geesthacht haben sich der Gruppe angeschlossen.

Erst vor Kurzem hat ATTIKON mit der GL Götz Lebuhn Versicherungsmakler GmbH ein neues Mitglied begrüßt, wie AssCompact berichtete. Nun hat sich die Gruppe abermals vergrößert: Die Maklerhäuser MH Versicherungsmakler sowie Franz Dede sind nun Teil von ATTIKON. Durch die Zusammenschlüsse stärkt die Gruppe ihre Präsenz im Bereich der Versicherungsbetreuung für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sowie in der gewerblichen Sachversicherung.

MH Versicherungsmakler ist ein regional verankertes Maklerunternehmen mit Sitz im hessischen Bad Vilbel, das gewerbliche Kunden betreut. Der Schwerpunkt liegt auf Versicherungs- und Risikolösungen für Hausverwaltungen. Auch nach dem Zusammenschluss bleibt der bisherige Geschäftsführer Martin Halbgebauer zunächst im Unternehmen, wie ATTIKON mitteilt.

Das in Geesthacht in Schleswig-Holstein ansässige Maklerhaus Franz Dede ist auf gewerbliche Sachversicherungen spezialisiert. Geschäftsführer Holger Prill bleibt ebenfalls weiterhin an Bord.

Wie es in der Unternehmensmitteilung zudem heißt, hätten sich beide Maklerhäuser für den Anschluss an ATTIKON entschieden, um von gruppenweiten Konzepten, digitalen Services sowie einem erweiterten Leistungs- und Produktportfolio zu profitieren und gleichzeitig langfristige Perspektiven zu sichern. (tik)

Weitere Meldungen über Kooperationen, Zusammenschlüsse und Neuerung bei Maklerhäusern gibt es in der Rubrik „Management & Vertrieb“.
 

Uelzener passt Hundeversicherungen an

Die Uelzener hat die Hundekranken- und Hunde-OP-Versicherungen überarbeitet. Anstelle von mehreren Tarifen gibt es künftig nur noch jeweils ein Grundprodukt mit erweitertem Leistungsspektrum. Zudem sind nun neue Tarife speziell für Mehrhundehalter und Züchter im Portfolio.

Die Uelzener Versicherungen haben ihre Versicherungslösungen für Hunde neu aufgestellt und setzen dabei auf mehr Leistung und eine übersichtliche Tarifstruktur. Bei der neuen Hundekranken- und Hunde-OP-Versicherung entfallen die bisherigen Tarife Basis, Premium und Premium Plus. Stattdessen gibt es jeweils ein Grundprodukt mit einem deutlich erweiterten Leistungsumfang.

Erweitertes Leistungsspektrum

Neben den Grundleistungen, die alle Operationen und Erkrankungen einschließen, sind im Versicherungsschutz Behandlungsmethoden wie Physiotherapie, Homöopathie, Akupunktur oder Goldimplantation inbegriffen. Hilfsmittel und Orthesen werden einmalig mit bis zu 1.000 Euro erstattet. Zudem kommt die Uelzener bei Diebstahl oder Abhandenkommen des Hundes für Suchkosten in Höhe von bis zu 1.000 Euro auf. Die Versicherung umfasst außerdem einen Giftköder-Schutz und eine Reiseabsicherung, mit der bei einer unfallbedingten Operation Reiseabbruch- oder Rücktrittskosten bis zu 1.000 Euro abgedeckt sind.

Während die Hundekrankenversicherung ambulante und stationäre Heilbehandlungen ebenso wie Operationen umfasst, ist die Hunde-OP-Versicherung gezielt auf operative Eingriffe ausgerichtet. Sie beinhaltet drei Tage Vor- sowie 42 Tage Nachbehandlung inklusive Arzneimittel, Diagnostik, Verbandsmaterial und Notdienstgebühr. Beide Versicherungslösungen lassen sich mit einem optionalen Sterbegeld- und Vorsorge-Baustein (etwa für Impfungen, prophylaktische Blutchecks sowie Zahnreinigung und Zahnsteinentfernung) ausbauen.

Mehrere Erstattungshöhen und Selbstbeteiligungsoptionen zur Auswahl

Der Versicherungsbeitrag für die Hundekranken- und Hunde-OP-Versicherung wird individuell anhand von Alter und Rasse des Hundes berechnet. Versicherungsnehmer haben die Auswahl zwischen mehreren Erstattungshöhen (3.000 Euro, 6.000 Euro oder unbegrenzt) und Selbstbeteiligungsoptionen (250 Euro, 500 Euro oder ohne Selbstbeteiligung) pro Versicherungsjahr. Versicherbar sind Hunde aller Rassen ab dem ersten Lebenstag.

Neue Tarife für Züchter und Mehrhundehalter

Außerdem bietet die Uelzener zusätzlich Versicherungslösungen für Halter mehrerer Hunde: Sie haben die Möglichkeit, mehrere Hunde über einen Vertrag abzusichern. Eine gemeinsame Erstattungssumme und Selbstbeteiligung pro Versicherungsjahr ermöglichen günstigere Beiträge. Der Versicherungsschutz deckt Operationen inklusive einen Tag Vor- und 14 Tage Nachbehandlung ab. Nicht im OP-Schutz eingeschlossen sind angeborene oder rassespezifische Erkrankungen.

Der neue Züchtertarif der Uelzener bietet zusätzliche Leistungen rund um Trächtigkeit und Geburt. Das beinhaltet Zuschüsse von bis zu 200 Euro pro Versicherungsjahr für Trächtigkeitsuntersuchungen und konventionelle Geburtshilfe. Bringt die versicherte Zuchthündin Welpen zur Welt, sind diese ab dem 31. Lebenstag bis zur 16. Lebenswoche automatisch mitversichert. (tik)

Weitere Meldungen zu neuen Versicherungslösungen und Anpassungen bei bestehenden Produkten finden Sie in unserem Bereich „Assekuranz“.
 

Münchener Verein: Führungswechsel in Vertriebsdirektion

Änderungen im Honorar-, Banken- und Sondervertrieb beim Münchener Verein: Ab April 2026 übernimmt Andreas Gahn die Leitung der Vertriebsdirektion in Personalunion mit seiner bisherigen Rolle als Abteilungsleiter Produktmanagement und -marketing. Er folgt auf Michael W. Matz.

Der Münchener Verein richtet die Leitung seiner Vertriebsdirektion Honorar-, Banken- und Sondervertrieb neu aus: Zum 01.04.2026 übernimmt Andreas Gahn die Führung der Vertriebsdirektion zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion als Abteilungsleiter Produktmanagement und -marketing. Gahn tritt die Nachfolge von Michael W. Matz an, der die Vertriebsdirektion als ursprünglicher Initiator über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt hat und sich nun auf den Ruhestand vorbereitet. Matz wird die Übergangsphase unterstützend begleiten.

Mit der Personalentscheidung setzt der Münchener Verein auf Know-how aus eigenen Reihen: Gahn verfügt über knapp 20 Jahre Erfahrung in der Versicherungsbranche. Seine berufliche Laufbahn startete der mit einer Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen bei der Victoria Versicherungs AG. Anschließend war er im Ausschließlichkeits- und Maklervertrieb beim VOLKSWOHL BUND. Ergänzend absolvierte Gahn neben Fort- und Weiterbildungen ein Bachelorstudium im Bereich Wirtschaft und Management. Beim Münchener Verein war Gahn zunächst Senior Experte Produktmanagement LV und übernahm dann die Abteilungsleitung Produktmanagement und -marketing. In Personalunion mit dieser bisherigen Rolle verantwortet er auch künftig die Weiterentwicklung des Produktportfolios. Diese künftige Doppelfunktion schaffe die perfekte Grundlage, das Produktmanagement/-marketing und den Vertrieb weiter miteinander zu verzahnen, um Synergieeffekte zu schaffen, wie der Versicherer mitteilt. (tik)

Bild: © Münchener Verein

News über weitere personelle Veränderungen lesen Sie in der Rubrik „Personen“.
 

Unabhängigkeit des Maklers: Was Verbraucher darunter wirklich verstehen

In mehreren Verfahren mussten Gerichte bereits über die „Unabhängigkeit“ des Maklers urteilen – bisher gingen die meisten Prozesse zuungunsten der Vermittler aus. Als Begründung wurde u. a. die Kundensicht auf den Begriff „unabhängig“ angeführt. Ein Makler hat nun von einem Marktforschungsunternehmen untersuchen lassen, wie Verbraucher den Begriff der Unabhängigkeit wirklich verstehen.

Seit geraumer Zeit stehen Maklerunternehmen immer wieder vor Gericht, da sie sich etwa auf ihren Websites als „unabhängig“ bezeichnen bzw. bezeichnet haben. Dagegen sind Verbraucherzentralen nun mehrfach rechtlich vorgegangen, z. B. im Fall der RISK007 GmbH aus Leipzig. Markus Haybach, Gründer und Geschäftsführer des Maklerhauses, bezeichnete den wirtschaftlichen Schaden des Unternehmens Ende 2025 im AssCompact Interview als „immens“.

Was steckt hinter den Abmahnungen für Makler?

Ein weiterer Fall, der aktuell noch gerichtlich verhandelt wird, ist der der UFKB GmbH aus Mechernich. Alexander Koch, Versicherungsmakler und Geschäftsführer der UFKB GmbH, fragte bereits im Jahr 2024 in seinem Kommentar bei AssCompact: „Wer schützt uns Makler vor der Verbraucherzentrale?“ Er sieht demnach in den Abmahnungen der Verbraucherzentralen einen anderen Grund: den „alten Glaubenskrieg“ um Honorar und Provision. Im Blog auf seiner Website hat Koch die Geschehnisse ebenfalls detailliert aufgeführt.

Gerichte begründen mit Verbraucher- und Kundensicht

Das OLG Dresden, wo der Fall der RISK007 GmbH verhandelt wurde, begründete das Urteil u. a. so, dass viele Verbraucher die Bezeichnung „unabhängiger Versicherungsmakler“ so verstehen würden, dass die Beratung völlig frei von finanziellen Interessen gegenüber Versicherern erfolge. Das Wort „unabhängig“ vermittle den Eindruck, dass der Makler keine Vorteile von Versicherern erhalte und somit ausschließlich im Interesse seiner Kunden handele.

Das LG Köln, wo Kochs Fall verhandelt wurde, argumentierte ähnlich: Der angesprochene Personenkreis, also potenzielle Kunden, würden davon ausgehen, dass der Makler keine Leistungen vom Versicherer erhalte und somit auch finanziell von Versicherern unabhängig sei. Koch kündigte damals (Anfang März 2025) Berufung an.

Maklerhaus beauftragt Untersuchung zu Verbrauchersicht

Und dafür wollte der Makler der seiner Meinung nach nicht geklärten Frage auf den Grund gehen, wie Kunden eigentlich wirklich über den Begriff „Unabhängigkeit“ denken. So hat die UFKB GmbH vor Kurzem eine Untersuchung bei dem Marktforschungs- und Sozialforschungsunternehmen Ipsos in Auftrag gegeben, um herauszufinden, welche Vorstellungen und Erwartungen Verbraucher bei der Bezeichnung „unabhängig“ im Zusammenhang mit Versicherungsvermittlern entwickeln. Befragt wurde ein repräsentativer Querschnitt von Privatpersonen in Deutschland. Die Ergebnisse liegen AssCompact exklusiv vor.

Das meinen Verbraucher zu „Unabhängigkeit“

In den Ergebnissen zeigt sich, dass die Befragten den Begriff „Unabhängigkeit“ allgemein, bevor überhaupt die Verbindung zur Versicherungsbranche hergestellt wurde, u. a. zunächst mit „Freiheit von Abhängigkeiten und Verpflichtungen“ (46,1%) verbinden. Auch genannt wurden zu der völlig offen gestellten Frage z. B. „autonome Entscheidungsfindung“ (35%), „finanzielle Unabhängigkeit“ (13,3%) und „Selbstausdruck und Meinungsfreiheit“ (5,3%).

Woran erkennen Befragte, ob eine Person, die Versicherungen vermittelt, unabhängig ist?

Im nächsten Schritt wurde in einer ebenfalls offen gestellten Frage ermittelt, welche spontanen Reaktionen die Befragten zum Begriff „unabhängig“ haben bei Personen, die Versicherungen vermitteln. Die konkrete Frage lautete: „Woran erkennen Sie, ob eine Person, die Ihnen Versicherungen anbietet oder vermittelt, aus Ihrer Sicht unabhängig ist?“ (siehe Grafik).

Unabhängigkeit des Maklers: Was Verbraucher darunter wirklich verstehen

Es ist zunächst festzuhalten, dass knapp die Hälfte (48,9%) der Befragten auf diese Frage keine konkrete Antwort hat. Die Befragten aber, die bei der Frage bestimmte Vorstellungen und Erwartungen entwickeln, antworten zu 15,6% mit „Produktvielfalt“, darunter nennen übrigens 14,8% „Angebote von mehreren verschiedenen Versicherungsunternehmen“.

9% der Befragten haben laut dem Untersuchungsergebnis die Erwartung, dass „unabhängig“ strukturell „keine Zugehörigkeit zu einem bestimmten Versicherungsunternehmen“ bedeutet, während 8,1% die Kriterien „Persönlichkeit/Ehrlichkeit/Vertrauen/Offenheit“ ansprechen und 7,2% auch „Beratung/Kundenbedarf“. Mit 4,3% wurden „Provision/Prämie/Vergütung“ genannt.

Einschätzung zur konkreten Tätigkeit

Ein Vermittler, der zu keinem bestimmten Unternehmen gehört, weisungsfrei agiert und Angebote verschiedener Unternehmen unterbreitet, wird von einer deutlichen Mehrheit (71,3%) als „(eher) unabhängig“ eingestuft, heißt es in der Analyse. 19% sehen ihn als „(eher) abhängig“ an. Dies wurde in einer weiteren Frage ermittelt, bei der die Antworten vorgegebenen waren.

Welche Rolle spielt die Vergütung?

Welchen Einfluss hat aber nun die Art der Vergütung auf die Wahrnehmung von Unabhängigkeit? 42,8% der Befragten meinen, ein Vermittler sei unabhängig, wenn er über die Versicherungsprämie bezahlt wird, aber frei aus vielen Unternehmen wählen kann. 31,3% sagen, Unabhängigkeit kann bei einer ausschließlichen Honorarzahlung durch den Kunden gegeben sein. Insgesamt akzeptieren der Ipsos-Analyse zufolge 65,2% eine der beiden Vergütungsformen (oder beide) als Basis für Unabhängigkeit. 19,7% möchten keine der beiden Varianten „unabhängig“ nennen. 15,1% hatten zu dieser Frage keine Meinung.

Fazit: Auch über Provision bezahlte Vermittler werden als unabhängig wahrgenommen

Im Fazit stellt die Analyse fest, dass die Bevölkerung „klare Vorstellungen von Unabhängigkeit, die sich auf Freiheit, autonome Entscheidungen und im Versicherungsbereich auf Produktvielfalt und fehlende Unternehmensbindung konzentrieren“ hat.

Für eine deutliche Mehrheit sei ein Vermittler unabhängig, der zu keinem bestimmten Unternehmen gehört, weisungsfrei agiert und Angebote verschiedener Unternehmen unterbreitet. Ein über die Versicherungsprämie (Provision) bezahlter Vermittler werde von einem deutlich größeren Anteil der Bevölkerung als unabhängig wahrgenommen, wenn er eine breite Auswahl biete, als ein Vermittler mit Vergütung über ein Honorar.

Über die Untersuchung

Für die Untersuchung wurde in der Zeit vom 09. bis 14.01.2026 ein repräsentativer Querschnitt von Privatpersonen in Deutschland im Alter ab 16 Jahren befragt. Die Interviews wurden online durchgeführt. Die Grundgesamtheit der Befragung bilden deutschsprachige, in Privathaushalten lebende Internetnutzer im Alter ab 16 Jahren aus dem Bundesgebiet, die Mitglied im Ipsos Online Panel oder in Partnerpanels sind. Der Link zum Gutachten befindet sich im Blog dieser Website.  (lg)

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Gleiche Arbeit, weniger Geld?

Frauen bekommen laut Destatis pro Stunde durchschnittlich 16% weniger Lohn als Männer, weshalb der Equal Pay Day diesmal auf den 27.02.2026 fällt. Bereinigt liegt der Gender Pay Gap noch bei 6%. Neben diesen Gaps berechnet das Statistische Bundesamt auch die Gender Gap Arbeitsmarkt, die 37% beträgt.

Es ist wieder Equal Pay Day – diesmal am 27.02.2026. Das ist der Tag, bis zu dem Frauen statistisch gesehen und verglichen mit Männern umsonst arbeiten. Es geht dabei u. a. um die Gender Pay Gap – die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, die bis heute weiterhin besteht. Kleiner Lichtblick: In den Vorjahren war der Tag immer im März. Das heißt also, die Gehaltsunterschiede verringern sich.

Gender Pay Gap 2025: 16%

Im Jahr 2025 betrug sie laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) 16%. Das heißt, Frauen haben 2025 pro Stunde durchschnittlich 16% weniger verdient als Männer. Destatis zufolge erhielten Frauen mit 22,81 Euro einen um 4,24 Euro geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdienst als Männer (27,05 Euro). Im Vorjahresvergleich ist der unbereinigte Gender Pay Gap weiterhin auf demselben Niveau.

Gender Pay Gap im öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft klafft auseinander

Der unbereinigte Gender Pay Gap im öffentlichen Dienst (Wirtschaftsabschnitte „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ sowie „Erziehung und Unterricht“) lag übrigens bei 4% und damit weit unter der Privatwirtschaft (17 %).

Der Gender Pay Gap in der Finanz- und Versicherungsbranche

Für den Bereich „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ gibt Destatis einen unbereinigten Gender Pay Gap von 25% im Jahr 2025 an. Das ist ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Der erste erhobene Wert (2006) lag den Destatis-Daten nach bei 29%. Am höchsten war die Lohnlücke in den Jahren 2008 bis 2012 (30%) , am niedrigsten in den Jahren 2020 und 2021 mit 23%.

Was die Lücke beeinflusst
Gleiche Arbeit, weniger Geld?

Ausgehend vom unbereinigten Gender Pay Gap lassen sich rund 60% der Verdienstlücke durch die für die Analyse zur Verfügung stehenden Merkmale erklären, teilt Destatis mit. Ein wesentlicher Faktor ist etwa, dass Frauen öfter in Teilzeit arbeiten, was üblicherweise mit geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten einhergehe. Außerdem findet man Frauen häufiger in Branchen und Berufen, in denen allgemein geringer entlohnt wird. Darüber hinaus spielt noch das Anforderungsniveau des Berufs eine Rolle.

Bereinigter Gender Pay Gap: 6%

Die verbleibenden 40% des Verdienstunterschieds lassen sich allerdings nicht durch die im Schätzmodell verfügbaren Merkmale erklären. Dieser unerklärte Teil entspricht dem bereinigten Gender Pay Gap von 6%. Das wiederum bedeutet, dass Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie im Jahr 2025 pro Stunde 6% weniger Geld erhielten als ihre Kollegen. Destatis weist darauf hin, dass mit weiteren Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren die Unterschiede eventuell noch geringer ausfallen würden. Der bereinigte Gender Pay Gap sei daher als „Obergrenze“ für eine mögliche Verdienstdiskriminierung von Frauen zu verstehen.

Gender Gap Arbeitsmarkt: 37%

Aus drei Gender Gaps, nämlich dem Gender Pay Gap, dem Gender Hours Gap (Unterschied in den bezahlten Arbeitsstunden pro Monat) und dem Gender Employment Gap (Unterschied in den Erwerbstätigenquoten) errechnet Destatis zudem den Gender Gap Arbeitsmarkt, der vielleicht noch nicht ganz so bekannt ist. Je höher dieser ausfällt, desto stärker ist die Verdienstungleichheit auf dem Arbeitsmarkt ausgeprägt. Wie das Destatis zum Equal Pay Day mitteilt, betrug diese „Arbeitsmarktlücke“ zwischen Männern und Frauen im Jahr 2025 37%. Sie hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

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Grafik: © Destatis