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Amundi räumt Fondsangebot auf

Europas größter Asset-Manager schließt die Übernahme von Pioneer Investments mit der Zusammenlegung seiner Luxemburger Fondspaletten ab. In diesem Zuge streicht Amundi zudem sein Fondsangebot zusammen. Insgesamt verschwinden etwa 60 Fonds aus dem Sortiment.

Amundi legt seine Luxemburger Fondspaletten zusammen. Amundi Funds, Amundi Funds II und Amundi Sicav II werden bis Ende Juni in einer neuen Gesellschaft nach luxemburgischem Recht gebündelt: Amundi Funds. Die Zusammenlegung ist laut Europas größtem Asset-Manager der letzte Schritt der Übernahme von Pioneer Investments. Zuvor waren bereits der IT- und der rechtlichen Zusammenschluss abgeschlossen.

60 Fonds verschwinden vom Markt

Insgesamt beläuft sich das verwaltete Vermögen von Amundi derzeit auf rund 90 Mrd. Euro. Im Zuge der Zusammenlegung der Fondspaletten schrumpft die französische Gesellschaft das Fondsangebot zusammen. Besteht es aktuell aus etwa 150 Fonds, werden es in Zukunft nur noch 90 Fonds sein. Amundi hatte einen solchen Schritt bereits angekündigt, um Dopplungen im Angebot zu verhindern, die im Zuge der Pioneer-Übernahme entstanden waren.

Nach diesen Kriterien werden die Fonds gestrichen

Welche Fonds gestrichen werden, entscheidet sich laut Amundi nach Volumen, Performance und Anlagestrategie richten. Daneben spielen aber auch die Kundennachfrage und das Entwicklungspotenzial eine Rolle. Nach den Aufräumarbeiten soll mehr als die Hälfte der Fonds ein Volumen von mindestens 500 Mio. Euro aufweisen, ein Drittel von mehr als 1 Mrd. Euro. (mh)

 

„Professionelle Vermittler sind für unseren Vertrieb unerlässlich“

Geschlossene Fonds haben es bei Anlegern und Vermittlern im Allgemeinen relativ schwer. Die RWB Group hat in diesem schwierigen Umfeld ihren Umsatz 2018 dennoch um fast ein Drittel erhöht. Die Gruppe setzt insbesondere auf Private Equity und auf professionelle Vermittler – erläutert Vorstand Norman Lemke im Gespräch mit AssCompact.
Herr Lemke, die RWB Group hat im vergangenen Jahr über 76 Mio. Euro platziert und damit ein Umsatzplus von 30% erzielt. Wie zufrieden sind Sie mit diesem Ergebnis?

Wir sind sehr zufrieden und bedanken uns für das Vertrauen der Kunden in unsere Anlagelösungen und für den großartigen Einsatz unserer Vertriebspartner. Es ist das fünfte Umsatzplus in Folge und für diesen Anstieg gibt es gute Gründe: Institutionelle Investoren haben schnell auf die Niedrigzinsen reagiert und auf Private Equity als Ertragsalternative gesetzt. Klassische Sparer und Privatanleger ziehen naturgemäß etwas verspätet nach. Immer mehr von ihnen erkennen nun, dass sie sich gegen Niedrigzinsen rüsten müssen. Diesen Trend spüren wir bei unseren Platzierungsergebnissen. Auf der anderen Seite haben wir uns intern bei der Betreuung unserer Vertriebspartner stark weiterentwickelt. Unsere Partner profitieren heute vom sogenannten PartnerServiceCenter als zentraler Anlaufstelle. Hier sitzt ein Team aus Vertriebs­spezialisten, das unsere Partner umfassend unterstützt.

Ist eine solche Steigerung auch 2019 möglich?

Wir rufen kein konkretes Umsatzziel für 2019 aus, erwarten aber ein gutes organisches Wachstum. Die Voraussetzungen sind geschaffen, und zwar nicht nur im Vertrieb, sondern auch auf der Investitionsseite. Wir sind 1999 als deutscher Vorreiter in den Private-Equity-Markt eingestiegen und haben über zwei Jahrzehnte ein umfangreiches Netzwerk mit Beziehungen zu den besten Fondsmanagern aufgebaut. Wir können deshalb in sehr vielversprechende und teils um ein Vielfaches überzeichnete Fonds investieren. Neue Anbieter haben hier kaum Zugangschancen. Die Qualität unserer Portfolios hat übrigens eine internationale Jury in Paris im vergangenen Jahr nach 2016 bereits zum zweiten Mal mit dem Private Equity Exchange Award in Silber ausgezeichnet.

Welche Produkte haben Sie aktuell in der Platzierung?

Aktuell können Anleger zwei Private-Equity-Dachfonds aus unserem Haus zeichnen – beide übrigens ab 2.500 Euro Einmalanlage, 50 Euro monatlich oder in Kombination. Bis Jahresende ist der RWB Direct Return II in der Platzierung. Hier verzichten wir auf die üblichen Emissionskosten. 100% des Kapitals werden unmittelbar eingesetzt. Ein Großteil der Gebühr ist erfolgsabhängig und wird erst dann erhoben, wenn die Anleger bereits mehr als ihr gezeichnetes Kapital ausgezahlt bekommen haben. Das ist sehr fair, wie ich finde, und sorgt für Interessengleichheit. Das gesammelte Kapital streuen wir über eine Vielzahl von Private-Equity-Fonds in deutlich mehr als einhundert etablierte Unternehmen verschiedener Branchen in Nordamerika und Westeuropa. Noch bis Ende 2020 können sich Anleger zudem an der siebten Generation unserer RWB-International-Serie beteiligen. Beim RWB International VII erreichen wir eine Streuung über mehrere Hundert Unternehmen. Neben Nordamerika und Westeuropa befinden sich auch Investitionen aus den etablierten asiatischen Anlageregionen wie Indien und China im Portfolio. Das Besondere an dieser Anlagelösung ist, dass wir die Rückflüsse aus Unternehmensverkäufen zunächst nochmals investieren. Das Geld arbeitet zwei Mal und wir erreichen im Sinne der Anleger eine Investitionsquote weit über 100%.

Bieten Sie Vermittlern und Ihren Kunden neben Dachfonds auch andere Anlagelösungen an?

Die Private-Equity-Dachfonds sind unser Kernprodukt. Wir haben aber den Bedarf nach einem zusätzlichen liquiden Anlageprodukt erkannt und gemeinsam mit der NFS Hamburger Vermögen eine ETF-Vermögensverwaltung aufgesetzt. Wir bieten dabei drei unterschiedliche Strategien an, die sich in der Höhe der Aktien-Allokation unterscheiden. Hinzu kommt eine echte Finanzinnovation: Gemeinsam mit dem Liechtensteiner Versicherer Quantum Leben haben wir 2016 die erste private Rentenversicherung auf den Markt gebracht, die in Private Equity und ebenfalls in ETFs investiert.

Sind 2019 neue Produkte geplant?

Wir sind mit unserem aktuellen Produktangebot gut aufgestellt. Allerdings möchten wir die nahtlose Verknüpfung zwischen Private Equity und der ETF-Vermögensverwaltung forcieren. Das heißt, Ausschüttungen aus unseren Private-Equity-Produkten sollen nicht auf dem Girokonto landen, sondern direkt in die ETF-Strategien fließen. Für viele Anleger bietet sich diese Kombination an und auch für unsere Partner lohnt sich das Konzept.

Die RWB Group ist seit Ihrer Gründung im Jahr 1999 auf Private Equity fokussiert. Die Anlageklasse hat nach wie vor auch große Kritiker. Was halten Sie diesen entgegen?

Es ist lange her, dass einzelne Marktteilnehmer nicht die Firmen verbessert, sondern lediglich die Kosten gedrückt haben. Die Branche hat sich hier stark gewandelt, auch der Anteil von Fremdkapital ist deutlich zurückgegangen. Heute geht es darum, die Portfoliounternehmen voranzubringen, wachsen zu lassen und damit sogar neue Stellen zu schaffen. Der Begriff der „Heuschrecke“ ist also längst überholt. Diese Meinung habe ich nicht exklusiv. PwC hat 2017 in einer Umfrage Familienunternehmer befragt, ob sie sich den Einstieg eines Private-Equity-Investors vorstellen können. Über 80% haben zugestimmt. Sechs Jahre zuvor waren es nur 18%. Viele Firmen wissen heute, dass ihr Know-how und ihre finanziellen Mittel nicht ausreichen, um Herausforderungen wie etwa die Digitalisierung zu meistern. Private-Equity-Manager sind daher zu gefragten Partnern geworden.

Wie sehen Sie den deutschen Markt für Sachwertbeteiligungen allgemein?

Der Markt für Sachwertbeteiligungen ist insgesamt sehr heterogen. Die tatsächlichen Sachwerte unterscheiden sich hinsichtlich Performance, Platzierungshöhe und Image stark – sicher mit Vorteilen für breit gestreute Unternehmensbeteiligungen und Immobilien. Gleichzeitig teilt sich die Branche in voll regulierte und teil- bzw. unre­gulierte Angebote auf. Hier bin ich ganz klar der Meinung, dass Zweiteres heute nicht mehr zeitgemäß ist. Daher erhalten Anleger und Vertriebspartner bei unseren Private-Equity-Dachfonds nur Produkte gemäß der AIFM-Richtlinie.

Nicht nur bei den Endkunden, sondern auch bei vielen Vermittlern haben es geschlossene Fonds anhaltend schwer. Bei den AssCompact TRENDS 2018 hat die RWB Group im Bereich der geschlossenen Beteiligungen den 2. Platz im Beliebtheitsranking der Vermittler belegt. Wie wichtig sind die professionellen Vermittler für Ihren Vertrieb?

Ein geschlossener Fonds ist ja in erster Linie der konzeptionelle Rahmen eines Anlageprodukts. Was da am Ende drin steckt, wie hoch der Regulierungsgrad ist und wie viel Erfahrung der Anbieter hat, ist entscheidend – nicht das Konstrukt an sich. Professionelle Vermittler sind unerlässlich, um diese Unterschiede zu erläutern und gemeinsam mit dem Anleger die passende Lösung auszuwählen – ob nun offen oder geschlossen. Ich sehe aktuell keine echte Alternative zu diesem persönlichen Vertriebsweg. Wir setzen langfristig auf unsere Partner und versuchen daher deren Arbeit so einfach wie möglich zu machen.

Ließen sich durch digitale Wege die Vertriebskosten als Anbieter nicht deutlich reduzieren?

Die Zielgruppe der digital- und finanzaffinen Anleger, die sich eigenständig um die Geldanlage kümmern, ist doch sehr klein. Schauen Sie sich die Robo-Advisor an. Trotz starker medialer Begleitung treten sie heute auf der Stelle und geben bis auf Ausnahmen auch keine aktuellen Zahlen mehr zu den verwalteten Vermögen heraus. Ich denke, ein wichtiger Grund ist, dass sich die meisten Anleger mit einem persönlichen Berater deutlich sicherer fühlen. Die digitalen Wege sind dennoch wichtig, allerdings nicht als Stand-alone-Lösung. Als sinnvoll erachte ich unterstützende Beratungstools und die begleitete Möglichkeit der Online-Zeichnung. Viel wichtiger sind allerdings die Möglichkeiten im Hintergrund: Hier arbeiten wir mit unserem hauseigenen FinTech konsequent daran, den Verwaltungsaufwand für unsere Vertriebspartner mit digitalen Lösungen zu vereinfachen und zu automatisieren, damit sie den Großteil ihrer Zeit ihrer Kernaufgabe – der Beratung – widmen können.

Das Interview lesen Sie auch in AssCompact 03/2019, Seite 60 f. oder in unserem ePaper.

 

Deutsches Fondsvermögen wächst nur leicht

Das in Deutschland verwaltete Fondsvermögen hat 2018 um 1% zugelegt. Das geht aus aktuellen Zahlen des Fondsverbands BVI hervor. Die Statistik zeigt neben dem Gesamtmarkt auch auf, wer die größten Depotbanken in Deutschland sind und wie sich das Vermögen auf die verschiedenen Fondsgruppen verteilt.

Das von Depotbanken verwahrte Vermögen deutscher Fonds ist 2018 um 1% gestiegen. Insgesamt betreuten die 40 Verwahrstellen in Deutschland zum Jahresende 2018 ein Vermögen von 2,08 Bio. Euro. Die Liste der größten Depotbanken des Landes führt BNP Paribas Securities Services Frankfurt an. Die Gesellschaft verwahrt hierzulande ein Vermögen von 538 Mrd. Euro.

Das sind die größten Depotbanken in Deutschland

Zweitgrößte Depotbank in Deutschland ist State Street mit 270 Mrd. Euro. Platz 3 geht an HSBC Trinkaus & Burkhardt mit 221 Mrd. Euro. Insgesamt sind dem BVI zufolge 35 Verwahrstellen im Geschäft mit offenen Wertpapierfonds tätig. Sie stehen für ein Gesamtvermögen von 1,86 Bio. Euro. Daneben zählt der Fondsverband elf Gesellschaften mit offenen Immobilienfonds mit einem Vermögen von 202 Mrd. Euro.

Deutsches Fondsvermögen wächst nur leicht
Randerscheinung geschlossene Fonds

Im Segment der geschlossenen Investmentfonds, die nach den Vorschriften des Kapitalanlagegesetzbuchs aufgelegt sind, betreuen 13 Verwahrstellen ein Nettovermögen von 17 Mrd. Euro. Damit stehen sie für weniger als 1% des Gesamtmarkts. Die Verwahrstellenstatistik umfasst Angaben zu deutschen offenen Wertpapierfonds und Immobilienfonds sowie geschlossenen Investmentfonds gemäß Kapitalanlagegesetzbuch, unabhängig von einer Mitgliedschaft im deutschen Fondsverband BVI. (mh)

 

Weltweit erster Fonds für Farbedelsteine startet in Deutschland

Edelsteine statt Aktien, Anleihen oder Rohstoffen? Ein neuer Fonds macht genau das ab sofort möglich: der „The Natural Gemstone Fund One“ des österreichischen Edelsteinhändlers Natural Gem. Er soll Investoren damit eine attraktive Alternative zu klassischen Investmentfonds bieten.

Von Rubin über Smaragd bis Saphir: Jetzt macht der weltweit erste Fonds für Farbedelsteine diese Anlageklasse für Investoren aus Deutschland zugänglich. Der österreichische Edelstein-Händler The Natural Gem GmbH hat den Fonds „The Natural Gemstone Fund One“ in Zusammenarbeit mit der liechtensteinischen Vermögenverwaltungsgesellschaft Incrementum AG lanciert. Die Mindestanlagesumme beträgt 10.000 US-Dollar (~8.900 Euro). Eine Zeichnung ist voraussichtlich bis Mitte 2019 möglich.

Alternative zu klassischen Investments

Der „The Natural Gemstone Fund One“ dessen Vertrieb jetzt in Deutschland und Österreich gestartet ist, investiert direkt in naturbelassene Farbedelsteine. Professionelle und institutionelle Anleger haben ab sofort die Möglichkeit, Anteile an dem geschlossenen Fonds zu erwerben. In Zeiten von volatilen Aktienmärkten, Vermögenspreisinflation und negativen Realzinsen sind naturbelassene Farbedelsteine wie Rubine, Saphire oder „Fancy Diamonds“ (farbige Diamanten) laut The Natural Gem wegen ihrer werterhaltenden Eigenschaften eine sinnvolle Alternative zu klassischen Investments. So haben Rubine und Saphire seit 1995 einen durchschnittlichen Wertzuwachs in Höhe von 8% jährlich verzeichnet.

Bislang nur über Umwege investierbar

Berater des Fonds ist Edelstein-Experte Dr. Thomas Schröck ist. „Der Fonds bietet professionellen Anlegern einen einfachen Zugang zu dem äußerst lukrativen Markt für naturbelassene Farbedelsteine“, sagt Schröck. Dies sei bislang nur über Umwege möglich gewesen. Ein solcher Fonds sei weltweit einmalig, betont der Experte, der zugleich Geschäftsführer des österreichischen Edelsteinhändlers The Natural Gem ist.

Zollfreie Lagerung in Liechtenstein

Nach dem Erwerb der Steine in den Förderländern erfolgt die Zertifizierung in einem internationalen Labor wie der SSEF (Schweizer Stiftung Edelsteinforschung). Die Einlagerung findet in einem Zollfrei-Lager in Liechtenstein statt. Nach Ende der auf zunächst sieben Jahre angelegten Laufzeit werden die Steine wieder veräußert. Als Performance werden – basierend auf historischen Daten – bis zu 8% pro Jahr angestrebt. (mh)

 

Union Investment legt Multi-Asset-Fonds für konservative Anleger auf

Die anhaltenden Niedrigzinsen zwingen konservative Anleger zu neuen Wegen, wenn sie noch nennenswerte Renditen erzielen wollen. Genau an diese Kundengruppe wendet sich Union Investment mit einem neuen Multi-Asset-Fonds.

Union Investment bietet ab dem 01.04.2019 den global investierenden Multi-Asset-Fonds „UniAnlageMix: Konservativ“ an, der hauptsächlich die Chancen der internationalen Anleihemärkte nutzt. Aktien, Aktienfonds, indirekte Investments in Rohstoffe sowie Absolute-Return-Konzepte können beigemischt werden. Mit seiner konservativen Portfoliozusammensetzung richtet sich der Fonds an risikoscheue Anleger, die von den Ertragschancen der internationalen Renten- und Aktienmärkte profitieren möchten. Ihr Anlagehorizont sollte drei Jahre oder länger betragen.

Schwerpunkt auf Anleihen

Der Anlageschwerpunkt des „UniAnlageMix: Konservativ“ liegt mit etwa 70% auf internationalen Anleihen mit guter Bonität. Die kurze Zinsbindungsdauer des Rentenanteils sorgt dabei für eine vergleichsweise hohe Stabilität im Falle von Zinserhöhungen. Zur Steigerung der Ertragschancen besteht die Möglichkeit, Aktien ins Portfolio aufzunehmen. Bei Auflage des Fonds ist die Aktienquote auf 20% beschränkt und setzt sich anfänglich überwiegend aus dividendenstarken Titeln zusammen, die in der Regel geringere Kursschwankungen aufweisen.

Beimischungen für höhere Renditechancen

„Die Beimischung von hochverzinslichen Unternehmensanleihen, Schwellenländer- sowie Fremdwährungsanlagen und Absolute-Return-Konzepten erhöht die Renditechancen zusätzlich und führt insgesamt zu einem besseren Chance-Risiko-Verhältnis“, ergänzt Portfoliomanager Daniel Konermann. Edelmetalle, wie zum Beispiel Gold, können ebenfalls in kleinem Umfang erworben werden. Sie dienen zur weiteren Diversifizierung und können zur Stabilisierung der Erträge beitragen. (mh)

 

ÖKOWORLD bietet Unterstützung für „Fridays for Future“-Demos an

Die ÖKOWORLD AG befürwortet Schule schwänzen für den Klimaschutz. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende Alfred Platow stellt sogar in Aussicht, Anwaltskosten zu übernehmen, wenn Strafen für das Fernbleiben vom Unterricht drohen.

„Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet.“ Solche Parolen sind zu sehen auf Plakaten, die Schülerinnen und Schüler auf den Freitagsdemos vor sich hertragen, um auf den Klimawandel hinzuweisen und die Politik aufzufordern, endlich konstruktiv aktiv zu werden. Angewandter Politik-Unterricht auf den Straßen während der Schulzeit am Vormittag. Die Demonstrationen sind umstritten, weil Tausende Schüler seit Wochen deshalb die Schulpflicht verletzen und den Unterricht schwänzen.

Kinder und Jugendliche endlich ernst nehmen

Alfred Platow, Vorstandsvorsitzender der ÖKOWORLD AG, hat nun die Kritik, dass die Schulpflicht verletzt wird, kritisiert. „Die Botschaft der Fridays-for-Future-Demos darf nicht in der Debatte um die Schulpflicht untergehen. Politiker müssen die Kinder und Jugendlichen endlich ernst nehmen. Seit mehreren Wochen demonstrieren Schüler, Studierende und andere junge Menschen Freitag für Freitag gegen die drohende Klimakatastrophe“, meint Platow. „In Deutschland und anderen Ländern erinnern sie daran, dass keine der heutigen Generationen stärker von politischer Starre und ewiger Diskutiererei um den heißen Brei betroffen ist als ihre eigene.“

Drohung an die Schüler

Gerade im Umkreis der ÖKOWORLD-Zentrale in Hilden erfordere es Mut, um zur Demonstration zu gehen. So verfolge etwa der Schulleiter des Comenius-Gymnasiums in Düsseldorf-Oberkassel, Conrad Aust, eine harte Haltung. „Aust soll laut Aussagen von Eltern tatsächlich Schülern, die in der Unterrichtszeit auf die Straße gingen, damit gedroht haben, die schwänzenden Teilnehmer namentlich der Bezirksregierung Düsseldorf zu nennen. Verbunden mit dem Hinweis, das Fernbleiben aus dem Unterricht könne auch eine Geldbuße nach sich ziehen“, so Platow.

Angebot zur Übernahme von Anwaltskosten

Der ÖKOWORLD-Gründer hält die Drohung des Schulleiters für völlig unangemessen. Das Ganze wirke so, als wolle Aust Schülerinnen und Schüler abschrecken, ihr Demonstrationsrecht wahrzunehmen. „Dass er der Bezirksregierung zusätzlich zur Anzahl der Fehlenden auch deren Namen melden will, ist einfach spießig und wird der Sache nicht gerecht“, kritisiert Platow. Aus Solidarität und Betroffenheit bietet ÖKOWORLD an, einen Teil der Anwaltskosten zu übernehmen, wenn Betroffene für ihr Engagement gegen den Klimawandel und das damit verbundene Fernbleiben vom Unterricht Rechtsbeistand in Anspruch nehmen müssen. (mh)

 

Aberdeen und J.P. Morgan starten Gemeinschaftsfonds

Die Investmentgesellschaften Aberdeen Standard Investments und J.P. Morgan Mansart Management Limited haben zusammen den Defensive European Equity Income Fund aufgelegt. Sein Ansatz soll insbesondere für Versicherungsunternehmen im Rahmen der Solvabilität-II-Richtlinie effektiv sein.

Aberdeen Standard Investments und J.P. Morgan Mansart Management Limited legen gemeinsam den Defensive European Equity Income Fund auf. Der Fonds strebt auf lange Sicht Erträge und Kapitalschutz für institutionelle Anleger bei gleichzeitiger Reduzierung der Volatilität, der Verluste und der Kapitalanforderungen gemäß der Solvabilität-II-Richtlinie für europäische Versicherer an. Das Anfangskapital des Fonds beträgt 100 Mio. Euro.

Fundamental trifft Collar-Overlay

Das neue Angebot vereint die fundamentalen Kompetenzen von Aberdeen Standard Investments im Bereich aktiv verwalteter europäischer Aktien mit einem gleitenden „Collar“-Overlay, das von J.P. Morgan Mansart umgesetzt wird und auf eine systematische Risikominderung abzielt. Die Strategie soll transparent und skalierbar sein und ausschließlich auf börsennotierten Optionen basieren. Die Kombination aus dem „Collar“ und der aktiven Aktienauswahl wurde laut Aberdeen von unabhängiger Seite als effektiv für Versicherungsunternehmen im Rahmen der Solvabilität-II-Richtlinie bestätigt.

Hohen, steigende oder falsch bewertete Dividendenrenditen

Aberdeen Standard Investments legte seine European Equity Income-Strategie im April 2009 auf und war seither in der Lage, solide und nachhaltige Zugewinne sowie attraktive risikobereinigte Erträge zu erzielen. Auf der Grundlage dieses Know-hows legt der Defensive European Equity Income Fund vornehmlich in europäische Unternehmen (ohne Großbritannien) mit hohen, steigenden oder fehlbewerteten Dividendenrenditen an. Referenzindex ist der FTSE World Europe ex UK Index. (mh)

 

Berenberg startet nachhaltigen Aktienfonds

Nachhaltige Geldanlage gewinnt in Deutschland immer stärker an Bedeutung. Berenberg hat dieses Anlageuniversum nun um einen neuen Fonds erweitert. Der Berenberg Sustainable World Equities investiert weltweit in Aktien und verknüpft dabei einen nachhaltigen Ansatz mit aktivem Stockpicking.

Berenberg hat zusammen mit Universal-Investment einen neuen Fonds aufgelegt. Der von Bernd Deeken gemanagte Berenberg Sustainable World Equities investiert mit einem Nachhaltigkeitsfokus in globale Aktien. Er ist damit nach dem im vergangenen Jahr aufgelegten Berenberg Sustainable EM Bonds und dem Berenberg 1590 Stiftung der dritte Fonds von Deutschlands ältester Privatbank, der auf ESG-Faktoren (Environmental, Social, Governance) setzt.

Strukturelle Wachstumsfelder

Nachhaltigkeitsaspekte sind bei Aktienfonds von Berenberg seit Längerem ein elementarer Bestandteil der Investitionsentscheidungen, gerade in Bezug auf ein effizientes Risikomanagement. Der Berenberg Sustainable World Equities ergänzt diese Aspekte um den positiven Effekt, den Unternehmen zur Lösung globaler Herausforderungen leisten können. So stellen Themen wie Bekämpfung von Wasserknappheit oder auch der Umgang mit dem demografischen Wandel ein strukturelles Wachstumsfeld für die ausgewählten Unternehmen dar. Das Fondsmanagement will zudem durch sein Investment und seine Einflussnahme Unternehmen in ihrer Verantwortung für ihr Wirtschaften stärken.

MSCI World als Benchmark

Benchmark für das 50 bis 80 Werte umfassende Portfolio des Fonds ist der MSCI World. Nebenwerte mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial werden beigemischt. Angestrebt ist ein Active Share von mehr als 80% und ein hoher Tracking Error. Fondsmanager Bernd Deeken ist davon überzeugt, dass sich ein Mehrwert für Umwelt beziehungsweise Gesellschaft und eine attraktive Aktienperformance nicht ausschließen. „Grundsätzlich sollten diese Nachhaltigkeitsaspekte sogar die Renditen verbessern“, mein Deeken. So hätten empirische Studien einen positiven Zusammenhang zwischen ESG-Faktoren und langfristiger Finanzperformance belegt.

Aktives Stockpicking

Das Fondsmanagement verfolgt einen aktiven Stockpicking-Ansatz, der mit eigenem ESG-Research verknüpft wird. Eine reine Fokussierung auf ESG-Ratings könne schließlich zu einer „nachteiligen“ Aktienselektion führen. Gerade viele kleine und mittlere Unternehmen würden in Screenings von Ratingagenturen oft nicht berücksichtigt. Gerade solche Unternehmen bieten laut Berenberg aber oft innovative Lösungen für globale Herausforderungen an. (mh)

 

Wie gefährlich ist MiFID II für die Beratung?

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hat in einer Studie die Auswirkungen der europäischen Wertpapierrichtlinie MiFID II beleuchtet. Demnach erweist sie dem Anlegerschutz und der Wertpapierkultur in Deutschland einen Bärendienst. Die DK fordert daher eine dringende Überarbeitung.

Professor Stephan Paul von der Ruhr-Universität Bochum hat im Auftrag der DK rund 3.000 Kunden und über 150 Banken und Sparkassen zu den Folgen der MiFID II für die Wertpapieranlage in Deutschland befragt. Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, der als diesjähriger Federführer für die DK spricht, zieht ein vernichtendes Fazit zu dieser Studie. „Aus der Vermutung ist Gewissheit geworden: Mit der Wertpapierrichtlinie MiFID II ist der europäische Gesetzgeber deutlich über das Ziel hinausgeschossen“, so Krautscheid. „Sie ist ein Ärgernis für die Kunden, ein Alptraum für Kreditinstitute und Berater und erweist dem Anlegerschutz und der Wertpapierkultur in Deutschland einen Bärendienst.“

Gesamtkosten von bis zu 6 Mrd. Euro

Die Studie hat ergeben, dass im Schnitt pro Institut rund 3,7 Mio. Euro angefallen sind, um die europäischen Regulierungsvorgaben von MiFID II/MiFIR sowie der Verordnung zur Einführung von Basisinformationsblättern (PRIIP-VO) zu erfüllen. Die künftigen Kosten sind darin noch nicht eingerechnet. Hochgerechnet insgesamt rund 1.600 deutschen Institute, lägen die Gesamtkosten bei bis zu 6 Mrd. Euro. „Geld, das die Banken und Sparkassen für Zukunftsinvestitionen viel nutzbringender hätten verwenden können“, meint Krautscheid.

Fülle der Informationen überfordert Kunden

Aus der Studie geht zudem hervor, dass sich Kunden durch die Fülle an Informationen überfordert und verunsichert fühlen. Viele Anleger wollen laut der DK selbst entscheiden, ob sie auf bestimmte Informationen – zum Beispiel durch die sich ständig wiederholende Kosteninformationen – verzichten oder eine nachträgliche Information wünschen. „Einem sehr überschaubaren Mehrwert für die Kunden stehen dabei immense Kosten für die deutschen Banken und Sparkassen gegenüber“, sagt daher Krautscheid.

Rückgang des Beratungsangebots

Die deutschen Banken und Sparkassen warnen darüber hinaus vor einem Rückgang des Beratungsangebotes. Die starre Regulierung führe dazu, dass Beratung nur noch in ausgewählten Filialen angeboten wird. Gerade ältere und weniger mobile Kunden drohen so vom Wertpapiergeschäft abgeschnitten zu werden. Dabei brauche Deutschland mit Blick auf die Niedrigzinsphase und die stetig steigenden Erfordernisse der privaten Altersvorsorge eine ausgeprägte Wertpapierkultur. Daher fordert die DK, dass die Überarbeitung der MiFID-Richtlinie ganz oben auf die Agenda der neuen EU-Kommission im Herbst 2019 gesetzt wird. (mh)

 

Investec legt neuartigen Umweltfonds auf

Weil Klimarisiken für Investoren immer wichtiger werden, hat Investec Asset Management den Investec Global Environment Fund aufgelegt. Der Fonds investiert in börsennotierte Unternehmen, die von der nachhaltigen Dekarbonisierung profitieren.

Investex hat mit dem neu aufgelegten Investec Global Environment Fund einen Fonds vorgestellt, der auf Unternehmen setzt, denen die Energiewende zugutekommt. Das Anlageuniversum des Fonds besteht aus 700 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von zusammen über 5 Bio. US-Dollar. Gesteuert wird der Fonds von den Portfoliomanagern Deirdre Cooper und Graeme Baker, unterstützt vom gesamten Investmentteam von Investec Asset Management.

Dekarbonisierung fördern

Ziele des Fonds sind die Verringerung der Klimarisiken und die Förderung der Dekarbonisierung. Dazu nutzt das Fondsmanagement erstens Investmentchancen durch Unternehmen, die auf eine nachhaltige Dekarbonisierung hinwirken. Zweitens sorgt sie dafür, dass die strukturelle Untergewichtung von Ermöglichern und Gewinnern der Dekarbonisierung ausgeglichen wird. Drittens kann man mit dem Fonds CO2-Risiken von Portfolios systematisch absichern.

Kaum Überschneidungen mit traditionellen Aktienmärkten

Das Anlageuniversum der Global Environment Strategy hat so gut wie keine Überschneidungen mit traditionellen Aktienmärkten wie dem FTSE 100 oder dem MSCI All Country World Index. Der Fonds investiert nicht in die 100 Unternehmen mit dem nach Angaben der Climate Action 100 weltweit höchsten CO2-Ausstoß. Das Konzept wurde erstmals als Teil des Emissionshandelssystems (EU-EHS) entwickelt, bei dem Unternehmen mit hohen Treibhausgasemissionen ihren Ausstoß verringern oder CO2-Zertifikate von Unternehmen kaufen, die Treibhausgase vermieden haben.

Analyse der gesamten CO2-Wertschöpfungskette

Im Mittelpunkt des Investmentprozesses steht eine detaillierte Analyse der gesamten CO2-Wertschöpfungskette. Es sollen Unternehmen identifiziert werden, deren Produkte aktiv zur Verringerung von Treibhausgasen beitragen. Ausgewählt wird mit einem zweistufigen Filter. Dabei betrachtet Investec die von den Unternehmen berichteten Emissionen gemäß dem Carbon Disclosure Project sowie ihre indirekten Emissionen, also den CO2-Fußabdruck ihrer Zulieferer sowie ihrer Produkte und Dienstleistungen nach deren Verkauf. Hinzu kommt eine Messung der vermiedenen Treibhausgase. (mh)