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Deutsche Finanzprofis blicken optimistisch auf den Aktienmarkt

Der Profi-Börsentrend DAB BNP Paribas weist für den Monat September eine gute Stimmung unter Deutschlands Finanzprofis aus. Die Zahl der Optimisten unter den unabhängigen Vermögensverwaltern des Landes ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen.

Die unabhängigen Vermögensverwalter trauen in diesem Jahr der Weisheit, dass es sich lohnt, im September wieder zurück an die Börsen zu kommen. Beim Profi-Börsentrend gibt es mehr Optimisten als Pessimisten. 23% der befragten Vermögensverwalter rechnen in die kommenden Wochen mit steigenden Märkten, nur 8% mit fallenden. Im Vormonat lag der Anteil der Optimisten noch bei 15%.

Mehrheitlich nicht überbewertet

Die Mehrheit von 69% rechnet mit einer Seitwärtsbewegung. Zu dem Stimmungsbild passt, dass 62% der Befragten deutsche Aktien derzeit für fair bewertet halten. Nur für 8% sind sie überbewertet. Für immerhin 30% sind sie hingegen unterbewertet.

Gesamtindex zieht an

Da der Anteil der Optimisten gegenüber dem Vormonat gestiegen ist, hat sich auch der Gesamtindex des Profi-Börsentrends von DAB BNP Paribas verbessert. Nachdem der Index im Vormonat vom Minusbereich auf ein leichtes Plus von +3,5 Punkten geklettert war, notiert er im September bei +18,5 Punkten deutlich im Plus. (mh)

 

Bantleon startet Mischfonds für Zukunftstrends

Der demografische und der digitale Wandel sind zwei der wichtigsten Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft. Der neu aufgelegte Mischfonds Bantleon Changing World investiert genau in diese beiden Megatrends. Er soll so eine stabile Wertentwicklung und attraktive Ausschüttungen erzielen.

Der Asset-Manager Bantleon hat den Bantleon Changing World aufgelegt. Der Mischfonds investiert in die Zukunftstrends demografischer und digitaler Wandel. Der Fonds soll vom überdurchschnittlichen Wertsteigerungspotenzial dieser Segmente profitieren und fokussiert sich gleichzeitig auf substanzielle Kapitalanlagen. Dazu gehören die Technologie-Megatrends wie Industrie 4.0, Medizin-Technologie und Autonome Systeme ebenso wie Basis-Infrastruktur aus den Bereichen Energietransport, Kommunikation, Logistik, Mobilität und Wasser.

Substanz statt Social Media

Die Portfolio Manager wählen weltweit Aktien und Anleihen für Bantleon Changing World und berücksichtigen dabei auch das Thema Nachhaltigkeit. Die Auswahl der Einzeltitel basiert auf fundamentalen Kriterien. Im Bereich der industriellen Technologie arbeiten die Portfolio Manager mit führenden Wissenschaftlern verschiedener Forschungsgebiete zusammen, die den Bantleon Technology Council bilden. Gemeinsam wählen sie die Unternehmen aus, die technologische Wegbereiter sind und innovative Lösungen für die großen industriellen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft anbieten. Investitionen in Social-Media- und Lifestyle-Unternehmen werden hingegen weitestgehend vermieden.

Fokus auf Basis-Infrastruktur

Ein Fokus des Fonds liegt auf Basis-Infrastruktur. Investiert wird vor allem in Autobahnbetreiber, Wasserversorger und Netzanbieter mit monopolistischen Geschäftsmodellen und stabilen laufenden Erträgen. In Verbindung mit ihren materiellen, schwer austauschbaren Assets sind diese Unternehmen laut Bantleon ein Substanzinvestment im Zeitalter der Inflation von Vermögenspreisen. Um die Wertschwankungen von Bantleon Changing World möglichst gering zu halten, steuern die Portfolio Manager das Fondsvermögen abhängig vom Konjunkturzyklus flexibel zwischen offensiven Technologieaktien, defensiven Infrastrukturaktien und stabilen Anleihen. Im Anleiheteil liegt der Fokus auf Staatsanleihen aus Kernländern der Eurozone, besicherten Anleihen und soliden Unternehmensanleihen. (mh)

 

Sycomore startet Fonds für Aktien mit positiver Klima- und Umweltbilanz

Sycomore Asset Management erweitert mit dem thematischen Aktienfonds Sycomore Eco Solutions sein Angebot an nachhaltigen Investmentfonds. Der Fonds des französischen Hauses berücksichtigt gezielt Unternehmen, die einen positiven Beitrag zur Energiewende leisten.

Die französische Fondsboutique Sycomore Asset Management erweitert ihr Angebot an nachhaltigen Investmentfonds. Ab sofort ist der Sycomore Eco Solutions auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassen. Der Aktienfonds berücksichtigt gezielt Unternehmen, die einen positiven Beitrag zur Energiewende leisten. Er wurde am 31.08.2015 in Frankreich aufgelegt. Bis Ende Juli 2018 legte der Fonds um insgesamt rund 30% zu. Das entspricht einer deutlichen Outperformance im Vergleich zum MSCI Europe NR, der im gleichen Zeitraum um 17% stieg.

Fünf Kernthemen

Der Sycomore Eco Solutions konzentriert sich sektorübergreifend auf Unternehmen, die insbesondere in den fünf Kernthemen Mobilität und Transport, Recycling, Bauwirtschaft, Energie- und Kreislaufwirtschaft sowie Produkte und Services mit Umweltbezug tätig sind. Dabei setzt der Fonds auf Geschäftsmodelle, deren Produkte und Services Lösungen für wichtige Umweltfragen anbieten, darunter Wasser- und Luftverschmutzung, der Schutz von natürlichen Ressourcen und die Abfallwirtschaft, Energie- und Klimafragen sowie Biodiversität.

Eigene Nachhaltigkeits-Kennziffer

Um Auswirkungen von Geschäftsmodellen auf Klima- und Umwelt zu ermitteln, hat Sycomore AM eine eigene Nachhaltigkeits-Kennziffer entwickelt, die Net Environmental Contribution (NEC). Für diese Kennziffer werden alle Geschäftsfelder eines Unternehmens mit Hinblick auf ihre Klima- und Umweltauswirkungen gemessen und bewertet. Am Ende steht so ein NEC Indicator von -100% bis +100%.

40 bis 50 Einzeltitel

Für den Fonds kommen nur Unternehmen in Frage, die einen NEC von mindestens +10% erreichen. Zudem müssen sie einen Mindestscore in Sycomores Nachhaltigkeits- und Qualitätsrating, dem SPICE-Modell, erzielen. Als Stockpicking-Spezialist setzt Sycomore AM auch beim neuen Fonds zudem vor allem auf europäische Small, Mid sowie Large Caps mit starkem Wachstumspotenzial. Am Ende des Auswahlprozesses entsteht ein Portfolio aus den 40 bis 50 aussichtsreichsten Unternehmen. (mh)

 

Neuberger-Berman-Fonds setzt auf die Revolution der Mobilität

Neuberger Berman hat einen neuen Aktienfonds im Portfolio. Der Neuberger Berman Next Generation Mobility investiert breit gestreut in Unternehmen, die Lösungen für die Weiterentwicklung autonomer, elektrischer und vernetzter Fahrzeuge anbieten.

Neuberger Berman legt einen neuen Fonds auf, der sich auf Schlüsselakteure und Nutznießer der langfristigen Entwicklungen im Bereich der Mobilität fokussiert. Der thematische Aktienfonds Neuberger Berman Next Generation Mobility zielt dabei insbesondere auf die Investitionspotenziale ab, die die fortlaufenden Veränderungen im globalen Verkehrssektor mit einem Volumen von 4,2 Bio. Dollar schaffen.

Portfolio aus 40 bis 60 Aktien

Die drei Fondsmanager Saurin Shah, Yan Taw Boon und Michael Barr verwalten für den Neuberger Berman Next Generation Mobility ein konzentriertes Portfolio von 40 bis 60 Aktien. Sie streben vor allem Investitionen in Unternehmen an, die Lösungen für die Weiterentwicklung autonomer, elektrischer und vernetzter Fahrzeuge anbieten. Daneben beteiligt sich das Fondsmanagement an Firmen, die in einer guten Ausgangslage sind, um von diesen neuen Technologien zu profitieren.

Tiefgreifende Veränderungen

Zu den interessanten Teilbereichen zählen unter anderem Sensoren, Rechenleistung und Software, da Autos immer smarter werden. Auch Dienstleister, die es schaffen, diverse Produkte für die Autoindustrie zu kombinieren, werden den Fondsmanagern zufolge von den Umwälzungen profitieren. Insgesamt sei im neuen Zeitalter der Mobilität eine Annäherung von Automobil- und Technologieunternehmen zu erwarten. (mh)

 

BaFin stoppt erneut ausländische Anlageverwalter

Die Finanzaufsicht BaFin hat erneut Anbietern die Tätigkeit in Deutschland untersagt. Betroffen sind zwei Gesellschaften, die über ihre Internetseiten sowie über ein Netz von Vermittlern, unter anderem aus Deutschland, „Koffer“ beziehungsweise fertige „Portfolien“ anbieten.

Die Finanzaufsicht BaFin hat gegenüber Atlantic Global Asset Management (AGAM) und Five Winds Asset Management von den Kapverdischen Inseln die sofortige Einstellung der unerlaubt betriebenen Anlageverwaltung angeordnet. Die Firmen bieten über die Internetseiten www.atlanticgam.es und www.fivewindsam.com sowie über ein Netz von Vermittlern, unter anderem aus Deutschland, „Koffer“ beziehungsweise fertige „Portfolien“ an.

Zulassungspflichtige Anlageverwaltung

Bei ihrem Auftritt geben sie der BaFin zufolge vor, ihre Anleger an der Wertentwicklung dieser Produkte zu beteiligen. Es sei aber keine konkrete Anlagestrategie erkennbar. Die Anleger treffen zudem selbst keine Entscheidung, in welche konkreten Finanzinstrumente ihr Geld investiert werden soll. Damit erbringen Atlantic Global Asset Management und Five Winds Asset Management nach Ansicht der BaFin gewerbsmäßig die Anlageverwaltung nach § 1 Absatz 1 Satz 1 Nr. 11 Kreditwesengesetz (KWG).

Erlaubnis nicht vorhanden

Die für solche Geschäfte benötigte Lizenz der Finanzaufsicht nach § 32 Absatz 1 KWG erforderliche Erlaubnis der deutschen Finanzaufsicht haben beide Unternehmen nicht. Sie handeln daher laut der BaFin unerlaubt mit den Anlageprodukten. Die Bescheide der Finanzaufsicht sind sofort vollziehbar, allerdings noch nicht bestandskräftig. (mh)

 

DISQ testet Wertpapier-Sparpläne deutscher Banken

Wertpapier-Sparpläne gewinnen beim langfristigen Vermögensaufbau zunehmend an Beliebtheit. Anleger schätzen vor allem die hohe Flexibilität. Doch wie gut sind solche Sparpläne. Dieser Frage ist nun das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) nachgegangen.

Das DISQ hat Sparplan-Produkte von 15 überregionalen Finanzinstituten getestet. Unterschiede zwischen den angebotenen Sparplänen gibt es demnach schon in puncto Flexibilität: Während sich bei einigen Banken schon mit Beträgen von 25 Euro nach und nach finanzielle Reserven bilden lassen, verlangen andere einen Mindestsparbetrag von 100 Euro. Eine monatliche Anlage bieten alle untersuchten Institute, teilweise hat der Sparer aber auch die Wahl zwischen vier oder gar fünf verschiedenen Sparintervallen.

Kosten vergleichen

Viele Sparer schätzen neben der Flexibilität die geringen Kosten vieler Sparpläne. Auch hier gibt es aber deutlich Unterschiede. Bei einem ETF-Sparplan mit 50 Euro Sparbetrag kassiert laut der DISQ-Auswertung fast die Hälfte der getesteten Banken pro Ausführung unter einem Euro. In der Spitze werden hingegen 3,50 Euro plus 0,5% vom Kurswert fälig, wodurch die Rendite auf lange Sicht deutlich geschmälert wird. „Für Sparer, die regelmäßig etwas Geld übrig haben, können Wertpapier-Sparpläne eine gute Anlage sein. Langfristig betrachtet sind die Renditechancen gut. Nicht jeder Sparplan ist aber eine Empfehlung wert – ein Vergleich ist schon wegen der Kostenunterschiede sinnvoll“, meint daher DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer.

Die besten Sparplan-Anbieter

Der Testsieg in der Kategorie Fonds-Sparplan ging an die Targobank. Das Finanzinstitut bietet dem DISQ zufolge das größte Angebot an aktiv gemanagten Fonds. Zudem loben die Tester, dass die Zahl an Produkten ohne Ausgabeaufschlag vergleichsweise hoch ist. Beim ETF-Sparplan belegt hingegen die Consorsbank mit einem großen Angebot und zahlreichen Produkten ohne Kauf-/Ordergebühr die Spitzenposition. Auch in der Kategorie Aktien-Sparplan rangiert die Bank auf Platz eins, unter anderem weil Sparpläne auch auf ausländische Aktien angeboten werden und gleich vier Sparintervalle zur Auswahl stehen. Bester Zertifikate-Sparplan-Anbieter ist hingegen die Comdirect Bank. Die Direktbank profiliert sich unter anderem mit niedrigen Einstiegsraten von 25 Euro und vergleichsweise geringen Gebühren. (mh)

Die Sieger des DISQ-Tests im Überblick:

Fonds-Sparplan

  1. Targobank
  2. Consorsbank
  3. DKB Deutsche Kreditbank

ETF-Sparplan

  1. Consorsbank
  2. S Broker
  3. DKB Deutsche Kreditbank

Zertifikate-Sparplan

  1. Comdirect Bank
  2. Consorsbank
  3. S Broker

Aktien-Sparplan

  1. Comdirect Bank
  2. S Broker
  3. Consorsbank
 

Fundinfo launcht neue Suchfunktion für Berater

Fundinfo hat einen neue Funktion gestartet. In der Datenbank des Schweizer Fondsdatenanbieters können Berater nun gezielt nach Fonds-Anteilsklassen suchen, die für Privatanleger zugelassen sind. Zudem können Nutzer schnell einsehen, ob Provisionen gezahlt werden oder nicht.

Um Fonds mit einem guten Chance-Risikoverhältnis zu finden helfen unter anderem Datenbanken wie Morningstar oder Fundinfo. Doch nicht jeder Fonds ist auch für Privatanleger zugelassen und damit für Berater im Endkundengeschäft tauglich. Bisher ließ sich das oft nur über eine händische Recherche der Fondsdokumente herausfinden, ob ein Fonds auch für Endkunden erhältlich ist.

Filter für Privatanlegerfonds

Das Analysehaus Fundinfo will das ändern. Die Schweizer haben einen Funktion freigeschaltet, über die Nutzer bei der Fondssuche eingrenzen können, dass nur die Produkte angezeigt werden, die in ihrem Land zum Vertrieb an sogenannte Retailanleger zugelassen sind. Alles anderen Portfolios werden dann bei der Ergebnisliste ausgeblendet. Die Funktion ist Teil der Anwendung Digital-Advisor.

Suche nach Provisionen

Darüber hinaus hat Fundinfo weitere Kriterien eingefügt. Nutzer der Plattform des Schweizer Hauses können ab sofort die Ergebnisse ihrer Fondssuche auch in Bezug auf Provisionen filtern. So können Berater bei der Suche festlegen, ob die gewünschte Anteilskleine eine Bestandsprovision ausschüttet oder nicht. (mh)

 

Finanzexperten fordern stärkere Regulierung von Kryptofinanzierungen

Statt über Börsengänge oder Investorenrunden finanzieren Unternehmen sich mittlerweile auch über Initial Coin Offerings (ICOs). Die Mehrheit der deutschen Finanzbranche blickt allerdings mit Skepsis auf diese Entwicklung. Angesichts der enormen Risiken sei eine stärkere Regulierung dringend notwendig.

ICOs werden insbesondere von jungen Start-up-Unternehmen zur Unternehmensfinanzierung durch die Ausgabe von Kryptowährungen, den sogenannten „Tokens“, genutzt. Diese können im Austausch gegen staatlich emittierte Währungen oder gegen virtuelle Währungen wie Bitcoin oder Ether erworben werden. Anders als bei IPOs werden Tokens ohne Beachtung strenger kapitalmarktrechtlicher Regeln ausgegeben, obwohl diese der Unternehmensfinanzierung dienen.

Stärkere Regulierung gefordert

Die deutsche Finanzbranche spricht sich angesichts der enormen Risiken eindeutig (70%) für eine stärkere Regulierung von ICOs aus und wünscht sich eine aktivere Rolle der BaFin auf diesem Gebiet (60%). Lediglich 12% der Befragten sehen in diesem bislang weitgehend unregulierten Feld Chancen für den Finanzplatz Deutschland. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies. Bisher hält sich die deutsche Finanzaufsicht auf dem Gebiet der Kryptowährungen und ICOs eher abwartend, dennoch stuft sie ICOs als hochspekulative Finanzanlagen ein.

ICO-Schwemme

„Der Markt wird derzeit von ICOs regelrecht überschwemmt. In Deutschland sehen wir hier zwar erst die Anfänge, aber die Welle neuer Tokens wird bald auch Deutschland erfassen. Die Umfrage verdeutlicht, dass auf dem Gebiet der ICOs dringender Handlungsbedarf besteht. Es bedarf eines klaren regulatorischen Rahmens mit einem entsprechenden Mandat für die Finanzaufsicht“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Alternativen entwickeln

Angesichts des Betrugsrisikos von ICOs auf unregulierten Tauschplattformen sind 50% der Befragten der Meinung, dass etablierte Börsen eigene Handelsplattformen für Kryptowährungen als sicherere Alternative entwickeln sollten. „ICO-Plattformen an etablierten Börsen könnten durch transparente und standardisierte Abläufe zu mehr Vertrauen bei den Anlegern führen, wovon auch ausgebende Unternehmen profitieren könnten“, erläutert Brühl weiter. (mh)

 

App Audit offenbart Ertragslage und Gehälter deutscher Vermögensverwalter

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft App Audit hat die Ertragslage deutscher Vermögensverwalter analysiert. Demnach sind die Provisionsüberschüsse erstmals seit Beginn der Finanzkrise gesunken. Auch die Marge sinkt. Darüber hinaus hat App Audit erstmals auch die Vergütungen analysiert.

Die Überschüsse deutscher Vermögensverwaltet sind 2016 um 5% auf 520 Mio. Euro gesunken. Erstmals seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 lag der Wert damit unter dem Vorjahr. Das zeigt eine aktuelle Analyse von App Audit. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wertete zum vierten Mal die Jahresabschlüsse von rund 180 Unternehmen aus. Das Spektrum reicht dabei vom Ein-Mann-Betrieb bis zu Verwaltern mit eigenem Fondsmanagement. Basis sind die Jahresabschlüsse für 2016 aus, die seit Mitte Juni 2018 vollständig verfügbar sind.

Größenunterschiede

Vor allem die großen Vermögensverwalter mussten Federn lassen. Kleine und mittlere Anbieter mussten dagegen lediglich einen moderaten Rückgang hinnehmen. Während zudem die Erträge pro Mitarbeiter bei den zehn größten Anbietern rückläufig waren, nahmen sie in der Gesamtheit zu. Damit hat sich der Trend 2016 gedreht. In den Jahren zuvor waren die großen Vermögensverwalter noch deutlich stärker als der Durchschnitt gewachsen. Die Gesamtbilanz der Erträge dominieren dennoch weiter wenige große Häuser, insbesondere die Top 3 um Flossbach von Storch, PEH Wertpapier und DJE Kapital.

Steigende Kosten drücken auf die Marge

Die durchschnittliche Marge verschlechterte sich. Von einem Euro blieben den Vermögensverwaltern im Schnitt noch 0,41 Euro übrig. Im Vorjahr waren es noch 0,48 Euro. App Audit macht hierfür neben einer Ertragsschwäche vor allem gestiegene Verwaltungsaufwendungen verantwortlich. Insgesamt schwankt das Cost-Income-Ratio von Verwaltungsaufwendungen und Provisionserträgen zwischen den Anbieten aber stark.

236.000 Euro Durchschnittsgehalt der Geschäftsleiter

App Audit hat darüber hinaus erstmals auch die Vergütungsstrukturen analysiert. Das Gehalt der Geschäftsleitung machte demnach im Schnitt 12% der gesamten Personalkosten aus. Das durchschnittliche Gehalt eines Geschäftsleiters beziffert App Audit auf 236.000 Euro. Bei den zehn größten Anbietern lag das Durchschnittsgehalt mit 482.000 Euro mehr als doppelt so hoch. In der Spitze lag das durchschnittliche Gehalt der Geschäftsleitung sogar bei 849.000 Euro. (mh)

 

Ombudsstelle für Investmentfonds zieht erneut zufriedenes Fazit

Die Ombudsstelle für Investmentfonds hat ihren Jahresbericht 2017 veröffentlicht. Die Zahl der Verbraucherbeschwerden ist demnach im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Insgesamt bleibt sie aber auf einem sehr niedrigen Niveau. Kritik gibt es fast ausschließlich an fondsbasierten Altersvorsorgeverträgen.

Bei der Ombudsstelle für Investmentfonds des Fondsverbands BVI sind 91 Beschwerden eingegangen. Das ist zwar ein Plus von elf Eingaben bzw. 14%. Angesichts der Millionen an Fonds in Deutschland zieht die Ombudsstelle dennoch ein positives Fazit, zumal die vom Bundesamt für Justiz anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle des BVI in 50% der Fälle erfolgreich Verbrauchern und Fondsgesellschaften sowie -dienstleistern vermitteln konnte. Verbraucher hatten hierbei in 45 % der Fälle Erfolg. „Das Berichtsjahr ist, wie auch 2016, sehr erfreulich verlaufen“, sagt daher Ombudsmann Dr. h. c. Gerd Nobbe.

Meist gar nicht zuständig

26 Eingaben konnte die Ombudsstelle mangels Zuständigkeit nicht bearbeiten. Bei 14 Eingaben handelte es sich um Finanzstreitigkeiten im Sinne des § 14 Abs. 1 UKlaG, die die Ombudsstelle gemäß § 24 FinSV an jeweils zuständige Verbraucherschlichtungsstelle im Finanzbereich abgegeben hat. In 25 Fällen stellten Verbraucher keinen Schlichtungsantrag, sondern lediglich allgemeine Anfragen. Insgesamt war die Ombudsstelle nur für 40 der 91 Eingaben tatsächlich zuständig.

Klassisches Fondsgeschäft kaum betroffen

Das klassische Fondsgeschäft war wie in den Vorjahren nur in geringem Maß von Verbraucherbeschwerden betroffen. Die meisten Eingaben entfielen auf fondsbasierte Altersvorsorgeverträge wie zum Beispiel Riester, gefolgt von Eingaben zur Depotführung im Zusammenhang mit Fondsinvestments. Verbraucher beklagten insbesondere dem Ombudsmann zufolge in der Tat schlechte Performance der Verträge. Trotz erheblicher staatlicher Zulagen und boomender Aktienmärkte lag die jährliche Rendite in einigen Fällen noch unter der langjährigen Inflationsrate.

Niedrigzins als Performancebremse

Ursächlich für die schlechte Performance waren dem Ombudsmann zufolge insbesondere die andauernde verfehlte Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank und die deshalb erforderliche Absenkung des Garantiezinses für Kapitalrentenversicherungen von 3,25% im Jahr 2003 auf nur noch 0,9% im Jahr 2017. Diese habe zum Beispiel auch zu einer deutlich höheren Einmalprämie für die abzuschließende Rentenversicherung nach Vollendung des 85. Lebensjahres geführt.

Kritik an Algorithmen

Neben diesen, von den Anbietern nicht zu beeinflussenden Faktoren, spielten aber auch ihre finanzmathematischen Algorithmen für die Anlage des Altersvorsorgekapitals eine wesentliche Rolle. „Deren Ergebnisse erschienen in mehreren Beschwerdefällen suboptimal, weil zum Beispiel die Chancen steigender Aktienmärkte über viele Jahre nicht genutzt wurden“, sagt Nobbe. Ganz nimmt er die Anbieter somit nicht aus der Verantwortung. (mh)