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Vanguard startet Infozentrum für Anleger und Berater

Der Asset-Manager Vanguard hat den Start eines Expertisezentrums für Anleger und Finanzberater verkündet. Das „Advisory Research Centre soll Anlegern und Finanzberatern wertvolle Informationen zu Geldanlage und Portfoliomanagement sowie zur Kundenbetreuung bieten.

Vanguard, einer der größten Vermögensverwalter der Welt, hat das „Advisory Research Centre“ (ARC) aufgesetzt. Das neue Expertisezentrum mit Sitz in London unterstützt Anleger in Großbritannien und Europa mit Analysen und Expertise zu Geldanlage, Portfoliomanagement und Finanzplanung, so das Unternehmen in einer Mitteilung. Finanzberatern biete das Zentrum zudem Untersuchungen zu Best Practices in der Kundenbetreuung und dem Praxismanagement.

ARC mit mehr Infos zum Markt und zur Beratung

Robyn Laidlaw, Leiterin des europäischen Vertriebs bei Vanguard, erläutert, dass das Team das bestehende Forschungsangebot und die Ressourcen von Vanguard erweitere: „Dazu gehören Beiträge der Investment Strategy Group sowie der Investment- und Produktanalyse-Teams. Auch das Beraterprogramm wie Vanguard 360 in Kontinentaleuropa, das Berater bei der Kundenbetreuung unterstützt, zählt dazu“, so Laidlaw.

Die Leitung des ARC übernimmt Scott Johnston, Chartered Financial Analyst (CFA), unterstützt von Warwick Bloore, Fellow of the Personal Finance Society (FPFS), Sebastian Lewis, CFA und ehemaliger Direktor für European Research bei Sanford Bernstein, und Fabrizio Zumbo, Master of Business Administration und vormals Leiter des European Asset and Wealth Management Research bei Cerulli.

Das Team nutzt Erfahrungen und Daten, die Vanguard als Partner für Investoren und Vermittler in ganz Europa sammelt, so die Vanguard-Mitteilung. Zudem passe das ARC internationale Forschungsergebnisse und Erkenntnisse von Vanguard mithilfe der globalen Reichweite und Ressourcen des Unternehmens für die europäische Zielgruppe an. (mki)

Bild: © Sutthiphong – stock.adobe.com

 

„Spezialisten mit Wissen und Lösungen sind gefragter denn je“

Unter dem Motto „Es wird Zeit“ startet die Deutsche Finance Capital den Aufbau einer Vertriebs- und Kompetenzplattform für Finanzdienstleister in der Anlageberatung und -vermittlung. Was ist die Strategie der Plattform? Und welche Kooperationsmöglichkeiten gibt es?

Interview mit Theodor Randelshofer, Geschäftsführer der Deutsche Finance Capital
Die DEUTSCHE FINANCE GROUP startet den Aufbau einer Vertriebs- und Kompetenzplattform. Können Sie uns die Strategie der Plattform erklären?

Bei Deutsche Finance Capital liegt unser Fokus darauf, unseren Vertriebspartnern im Bank-, Versicherungs- und Finanzdienstleistungssektor eine ganzheitliche Partnerschaft anzubieten. Wir ermöglichen es ihnen, ihr Leistungsportfolio durch innovative Kapitalanlagen zu erweitern, ohne selbst über die erforderlichen Zulassungen im Bereich der Anlageberatung und -vermittlung verfügen zu müssen. Zudem bieten wir unseren Partnern eine breite Palette an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, um sicherzustellen, dass sie stets mit aktuellem Markt-Know-how und einem fundierten Verständnis für innovative Kapitalanlageprodukte ausgestattet sind. Unsere Vertriebspartner stehen für Kompetenz, Aktualität, Engagement und professionelle Standards in der Anlageberatung und -vermittlung.

Wie genau erfolgt die Kompetenzerweiterung?

Bankgeschäfte wie Vermögensverwaltung, Anlageberatung und -vermittlung unterliegen strengen Regulierungen in Deutschland. Grundsätzlich ist eine Genehmigung der BaFin gemäß Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG) erforderlich. Als von der BaFin zugelassenes und beaufsichtigtes Wertpapierinstitut gemäß § 15 WpIG ermöglichen wir unseren vertraglich gebundenen Vermittlern im Rahmen unseres Haftungsdaches die Durchführung von Anlageberatung und -vermittlung im Namen der Deutsche Finance Capital. Dadurch übernehmen wir als Haftungsdach die volle Verantwortung gegenüber den Kunden unserer angebundenen Vermittler. Die Kompetenzerweiterung im Bereich Kapitalanlage ermöglicht es unseren Vertriebspartnern, ihre Bestände zu sichern und gleichzeitig Zugang zu neuen Kundenpotenzialen zu erhalten.

Welche Kapitalanlageprodukte werden über die Plattform angeboten?

Auf unserer Plattform bieten wir ausschließlich unsere eigenen Kapitalanlageprodukte an. Unsere Fondsstrategien gewähren Privatanlegern exklusiven Zugang zu institutionellen Märkten und deren Investitionsmöglichkeiten. Gemeinsam mit finanzstarken institutionellen Investoren investieren unsere Privatanleger international in Private Equity Real Estate, Immobilien und Infrastruktur. Die Kombination von alternativen Investmentfonds mit einer internationalen Portfolio- und Wertsteigerungsstrategie sowie institutionellen Club Deals mit erstklassigen Investitionen ist seit Langem Bestandteil der Investmentstrategie der DEUTSCHE FINANCE GROUP. Bereits über 50.000 Privatanleger sind über unsere Fondsstrategien gemeinsam mit institutionellen Investoren international investiert.

Gibt es in Zukunft auch weitere Produkte auf der Plattform?

Über unsere Plattform erhalten unsere Vertriebspartner grundsätzlich Zugang zu allen Produkten der DEUTSCHE FINANCE GROUP. Mit unserer Fonds­police „Performance Plus“ haben wir in Zusammenarbeit mit der Liechtenstein Life eine innovative und liquide Investitionsstrategie für vermögende Privatkunden entwickelt. Dabei stehen Kunden im Fokus, die ihr Vermögen über das stabile Umfeld Liechtenstein in Kombination mit dem Schweizer Franken profitabel und sicher strukturieren wollen. Unsere Fondspolice ist für unsere Vertriebspartner zudem ein gutes Produkt, um für sich selbst ein zukünftiges „Fixed Income“ aufzubauen: Vertriebspartner erhalten neben der klassischen Provision auch eine laufende Vergütung auf den Nettoinventarwert.

Welche Kooperationsmöglich­keiten bieten sich für Marktteilnehmer mit der Deutsche Finance Capital?

Unsere Vertriebspartner haben nach einer Ausbildung innerhalb unserer Akademie im Bereich alternativer Investmentfonds (AIF) die Möglichkeit, ihre Kunden eigenständig zu beraten. Gleichzeitig können sie auch einen vollständig digitalen Verkaufs- und Betreuungsprozess nutzen. Darüber hinaus besteht die Option, einen Experten der Deutsche Finance Capital in den Verkaufs- und Betreuungsprozess einzubeziehen. Wir bieten auch Marktteilnehmern aus dem Bank-, Versicherungs- und Finanzdienstleistungssektor eine digitalisierte und personalisierte Zusammenarbeit in Form einer „Tippgeberschaft“, bei der die professionelle Empfehlung von Kunden im Vordergrund steht. Die Anlage­beratung und -vermittlung wird dabei vollständig digitalisiert durchgeführt.

Die „Tippgeberschaft“ ist neu bei der DEUTSCHE FINANCE GROUP. Was hat es damit auf sich?

Die Tippgeberschaft bietet unseren Partnern eine gute Möglichkeit, ohne großen zeitlichen Aufwand eine neue Einkommensquelle zu erschließen, und stärkt die eigene Kompetenz und Marktpositionierung. Die Tippgeberschaft beinhaltet grundsätzlich zwei Varianten: Bei der ersten erhält unser Tippgeber eine Vergütung für die Zuführung von neuen Vertriebspartnern und bei der zweiten für die Kontaktherstellung zu einem potenziellen Kunden. Weiterhin bieten wir für sehr aktive Tippgeber ein mehrstufiges Vergütungssystem für das Anwerben und die Betreuung neuer Tippgeber in Form eines „Local Network Partner System“. Unsere Local Partner bekommen darüber hinaus über unser aktives Onlinemarketing neue Tippgeber zur Betreuung unterstrukturiert und erschließen sich somit eine weitere Einkommensquelle in Form einer Betreuungsvergütung.

Ihr Motto für die Plattform lautet „Es wird Zeit“. Was genau möchten Sie damit ausdrücken?

Die Finanzdienstleistungsbranche erlebt derzeit einen beispiellosen Wandel, angetrieben durch regulatorische Neuerungen im Bereich Aus- und Weiterbildung sowie durch die unaufhaltsame Digitalisierung. Mit dem Fortschritt der Digitalisierung stehen Berater nicht nur vor einer Unterstützung durch neue Technologien, sondern zunehmend auch vor einem Wettbewerb. Gleichzeitig verlieren Standardprodukte, beispielsweise im Bereich der Kapitalanlagen, an Attraktivität und Akzeptanz. Berater sind daher gefordert, ihren Kunden neue und ansprechende Anlagestrategien anzubieten, die auf die Nach­frage nach interessanten Kapitalrenditen eingehen.

Die Antwort liegt in der Differenzierung durch Einzigartigkeit. Spezialisten mit fundiertem Wissen und innovativen Lösungen sind gefragter denn je. Kunden bevorzugen die Expertise und individuelle Beratung von Fachleuten. Es ist entscheidend, sich als Experte zu etablieren und Werte zu generieren, die über das hinausgehen, was Kunden jederzeit online finden können. Das Motto „Es wird Zeit“ steht für den Wandel und die Notwendigkeit, sich neuen Herausforderungen und Möglichkeiten zu öffnen.

Mit unserer Plattform möchten wir Finanzdienstleistern die Möglichkeit geben, sich zukunftsorientiert aufzustellen und ihr Angebot durch innovative Kapitalanlagen zu erweitern. Es wird Zeit, neue Wege zu gehen und Chancen zu nutzen – genau das ermöglichen wir unseren Partnern mit unserer Vertriebs- und Kompetenzplattform.

Diesen Beitrag lesen Sie auch in AssCompact 07/2024 und in unserem ePaper.

Bild: © Theodor Randelshofer, Deutsche Finance Capital

 
Ein Interview mit
Theodor Randelshofer

Wie wirkt sich die KI-Revolution auf ESG im Jahr 2024 aus?

KI verändert die Welt – und zwar auf jeglicher Ebene. Im Rahmen neuer Regulierungen seitens der EU verändern sich auch die Bedingungen, unter denen KI verwendet werden kann, darf und soll. Auch für Anleger können sich dadurch Chancen und Risiken ergeben.

Ein Artikel von Stephanie Maier, Global Chief Sustainability Officer bei GAM Investments

Im Jahr 2022 rückte die generative künstliche Intelligenz (KI) in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, und im Laufe des Jahres 2023 wurde sie schrittweise in die Unternehmenslandschaft integriert.

Unseres Erachtens markiert das Jahr 2024 einen kritischen Punkt in der Entwicklung der KI, an dem sowohl Begeisterung als auch Besorgnis aufkommen. Politiker und Wirtschaftsführer arbeiten gemeinsam daran, den Ton vorzugeben, wie KI geregelt werden sollte, aber können diese Regelungen wirklich mit dem Tempo der KI-Entwicklung mithalten? Und was sind die wirklichen Chancen und Gefahren für die Akteure des nachhaltigen Finanzsektors?

KI-Chancen

Effektiv umgesetzt bietet KI ein enormes Potenzial für Anleger. Sie können damit umfangreiche Umwelt-, Sozial- und Governance-Daten (ESG) sammeln, analysieren und interpretieren, um Risiken und Chancen in ihren Portfolios besser zu berücksichtigen. Die KI-Funktionen zur Personalisierung können auch die Kundenbeziehungen verbessern und Investitionsentscheidungen automatisch mit den gewünschten Auswirkungen in Einklang bringen.

Diese Produktivitätssteigerung kann die Rentabilität der Investitionen beschleunigen. Eine Studie von PwC zeigt, dass KI bis 2030 einen Beitrag von 15,7 Bio. US-Dollar zur Weltwirtschaft leisten könnte, davon 6,6 Bio. US-Dollar allein durch Produktivitätssteigerungen. Diese Pro­gnose repräsentiert mehr als die derzeitige Wirtschaftsleistung von China und Indien zusammen.

Im Hinblick auf die Umwelt hat die KI-Technologie das Potenzial, bestehende Klimamodelle zu verbessern und die Infrastruktur für erneuerbare Energien zu optimieren. Dies könnte Bereiche wie die Überwachung der biologischen Vielfalt revolutionieren, beispielsweise durch die Nutzung von Satellitenbildern zur Überwachung der Entwaldung in Echtzeit.

Der Einsatz von KI in der nachhaltigen Unternehmenspraxis ist jedoch potenziell durch unvollkommene Implementierung und Gestaltung von KI-Software gefährdet. Es gibt Hinweise auf inhärente Voreingenommenheit, mangelnde ethische Kontrolle und begrenzte Transparenz bei KI-gestützten Entscheidungen, was zu ungerechten und ungleichen Ergebnissen führt. Während die Einführung von KI rasch voranschreitet, versucht die Governance, positive Ergebnisse zu gewährleisten.

Den Ton für die KI-Governance vorgeben

Im März dieses Jahres hat das Europäische Parlament das Gesetz über künstliche Intelligenz verabschiedet und damit einen wichtigen Schritt in Richtung KI-Governance gemacht. Das Gesetz, das von den Parlamentsmitgliedern mit überwältigender Mehrheit unterstützt wurde, soll die Sicherheit gewährleisten, die Grundrechte wahren und die Innovation fördern. Das Gesetz ist im Mai in Kraft getreten, und die Unternehmen haben bis zu drei Jahre Zeit, es umzusetzen.

Das Gesetz legt klare Verpflichtungen für die Entwicklung von KI-Systemen fest, die auf potenziellen Risiken und Auswirkungen beruhen und Bedenken in Bereichen wie Voreingenommenheit und Datenschutz Rechnung tragen. Die Vorschriften sind risikobasiert, d. h., je riskanter die Auswirkungen eines KI-Systems sind, desto intensiver wird es geprüft. KI, die als zu riskant eingestuft wird, wird verboten, z. B. KI-Tools, die Emotionserkennung einsetzen, und Anwendungen, die eine vorausschauende Polizeiarbeit allein auf der Grundlage von Profilerstellung durchführen. Rechenschaftspflicht und Transparenz – Grundsätze, die für eine ethische KI-Entwicklung von entscheidender Bedeutung sind – spiegeln sich in den strengen Sicherheitsvorschriften und der richterlichen Aufsicht wider, die in das Gesetz aufgenommen wurden.

Während diese Gesetzgebung den Rahmen für die EU vorgibt, haben wir immer noch keinen globalen KI-Governance-Rahmen, da viele weitere anspruchsvolle Rechtsordnungen ihren Ansatz noch nicht festgelegt haben. Ob der EU-Ansatz ausreichen wird, um mit dem anhaltenden Tempo und der Komplexität der KI-Entwicklung Schritt zu halten und den Ton für einen globalen Ansatz vorzugeben, ist jedoch noch ungewiss.

Die Umweltkosten

Die Verbreitung von KI führt zu einem exponentiellen Anstieg des Energieverbrauchs. Sie verbraucht enorme Mengen an Energie, viel mehr als herkömmliche interne Anwendungen. So erfordert eine Suche mit ChatGPT von OpenAI etwa zehnmal so viel Strom wie eine Suche mit Google. Es wird vorausgesagt, dass der Energieverbrauch des KI-Sektors im Jahr 2027 ähnlich hoch sein wird wie der Jahresverbrauch von Argentinien, Schweden und den Niederlanden.

Die Energie ist nicht das einzige Risiko. Wissenschaftler weisen auch darauf hin, dass die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz die Entnahme von Wasser aus Oberflächen- oder Grundwasserquellen in die Höhe treibt, und sagen voraus, dass sie bis 2027 zwischen 4,2 und 6,6 Milliarden Kubikmeter erreichen könnte.

Im Januar wurde der Artificial Intelligence Environmental Impact Act of 2024 in den US-Senat eingebracht. Der Vorschlag sieht unter anderem vor, dass die Umweltschutzbehörde eine Studie über die Umweltauswirkungen der künstlichen Intelligenz durchführt und ein freiwilliges Berichtssystem einrichtet.

Dies ist zwar ein Beispiel für eine sich abzeichnende Regulierung, die sich mit Umweltrisiken im Zusammenhang mit der Entwicklung von KI befasst, aber in vielen anderen Ländern gibt es derzeit keine gleichwertigen Maßnahmen, die eine Verbindung zu Umweltschäden herstellen, einschließlich des EU-KI-Gesetzes, das Umweltbelange offenbar nicht berücksichtigt.

Schlüsselmoment

Wir stehen an einem Scheideweg. KI hat zwar ein enormes Potenzial, verantwortungsbewussten Anlegern revolutionäre neue Automatisierungsprozesse und Geschäftsmöglichkeiten zu bieten, doch können wir diese Vorteile nur dann voll ausschöpfen, wenn wir die Risiken besser verstehen und regulieren.

Die Anleger müssen neue Vorschriften fördern und annehmen, die genau das tun – die ethischen und ökologischen Risiken angehen, die nicht nur die Gewinne der Anleger, sondern auch die der Gesellschaft insgesamt gefährden.

Diesen Beitrag lesen Sie auch in AssCompact 07/2024 und in unserem ePaper.

Bild: © Starmarpro – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Stephanie Maier

Was das Anlagejahr noch bringen wird

Das erste Halbjahr ist vorbei – Zeit, den bisherigen Verlauf des Kapitalmarkts 2024 einmal hinter sich zu lassen und den Blick nach vorne zu richten. Helen Windischbauer, Multi-Asset-Expertin beim Vermögensverwalter Amundi, gibt einen Ausblick, wie sich die Märkte im weiteren Jahresverlauf entwickeln könnten.

Ein Beitrag von Helen Windischbauer, Head of Multi-Asset Solutions bei der Amundi Deutschland GmbH

Wie werden sich die Weltwirtschaft und damit die Aussichten für Anlegerinnen und Anleger an den verschiedenen Kapitalmärkten entwickeln? Welche Asset-Klassen sind dabei besonders attraktiv, bei welchen sollten Investoren sehr selektiv vorgehen? Die Wirtschaftsaussichten in den verschiedenen Ländern und Regionen sind natürlich unterschiedlich. Die restriktivere Geldpolitik der Zentralbanken dämpft allerdings sowohl die Inflation als auch das Wachstum insgesamt – aber ohne in den wichtigsten Regionen eine Rezession auszulösen.

Amundi geht von einer Verlangsamung des globalen BIP-Wachstums auf 3,1% im Jahr 2024 und 3% im Jahr 2025 aus. Die US-Wirtschaft wird zu dem etwas verhalteneren Wachstumskurs beitragen. Dieses Jahr sind 2,3% und nächstes Jahr 1,7% realistisch. Immerhin wird sich die Eurozone erholen – auf niedrigem Niveau mit 0,8% bzw. dann 1,2%.

Insgesamt werden die Industrieländer mit durchschnittlich 1,5% Wachstum 2024 und auch 2025 weitgehend stabil bleiben. Die Schwellenländer streben nach oben mit 4,2% und 4,0%. Indien ist dabei der starke Treiber des weltweiten Wirtschaftswachstums mit mehr als 6%. Und China dürfte seine Probleme und die zuletzt schwächere Phase in den Griff bekommen.

Das alles umspannende Thema, die Inflation, prägt weiterhin das Weltgeschehen. Die Inflation ist hartnäckiger als erwartet, dürfte sich aber bis 2025 weiter in Richtung der Ziele der Zentralbanken abschwächen. Dies wird die Möglichkeit eröffnen, Zinsen zu senken und damit die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Das Tempo der Zinssenkungen wird sich dabei aber von Land zu Land unterscheiden. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten sprechen in den meisten Schwellenländern für eine geldpolitische Lockerung. Die US-amerikanische Fed könnte bis September 2024 mit Zinssenkungen beginnen. Ein weniger wahrscheinliches Abwärtsszenario wäre ein erneuter Anstieg der Inflation als Auswirkung der Wahlen in den USA.

Geopolitische Risiken steigen weiter

Die geopolitischen Risiken werden in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter zunehmen und geprägt sein von Protektionismus, Sanktionen, Zöllen, Exportkontrollen und Handelskriegen. Der Ausgang der US-Wahlen ist dabei maßgeblich, da sich die Außenpolitik der USA unter einer Präsidentschaft von Biden und Trump deutlich unterscheiden dürfte. In jedem Fall wird wohl die Konfrontation zwischen USA und China zunehmen. Europa wird seinen Umgang gegenüber China aufgrund seiner eigenen Prioritäten in den Bereichen Verteidigung, Widerstandsfähigkeit der Lieferketten und Energiewende anpassen müssen.

Was bedeutet die aktuelle Lage für die Vermögensallokation? Investments sollten generell verschiedenen Szenarien standhalten und die Chancen positiver Ertragsdynamik und attraktiver Anleiherenditen mitnehmen. Anlegerinnen und Anleger sollten die hohen Unsicherheiten in Bezug auf Wachstum, Inflation und geopolitische Risiken im Blick behalten und jedes Investment abwägen.

Anlegerinnen und Anleger sollten also tendenziell vorsichtig positiv gestimmt sein und Aktien mit einer Ausrichtung auf lange Laufzeiten kombinieren und nach zusätzlichen Diversifizierungsquellen suchen. Zudem sollten sie auch geopolitische und individuelle Risiken bewerten und nach Unternehmen Ausschau halten, die die Energiewende sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern vorantreiben.

Rohstoffe gelten dabei als Absicherung gegen Inflation. Chancen könnten sich in strukturellen Schwellenländern wie Indien, Indonesien und Südkorea ergeben.

Bei Aktien sollten Anleger Konzentrationsrisiken vermeiden und sich auf Qualitätstitel sowie Value-Aktien fokussieren. In den USA bieten sich zahlreiche Chancen bei diesen Titeln als auch globalen Aktien. Anleger sollten europäische Small Caps in Betracht ziehen, um von der Erholung des Wirtschaftszyklus und den attraktiven Bewertungen zu profitieren. Was die einzelnen Branchen betrifft, sollten Finanzwerte, Kommunikationsdienstleistungen, Industriewerte und das Gesundheitswesen im Fokus stehen.

Bei Anleihen gilt es, die derzeit historischen Chancen auf den Bondmärkten zu nutzen und sich auf einen strukturellen Anstieg vorzubereiten. Angesichts der immer noch hohen Volatilität in der aktuellen Disinflationsphase sind Staatsanleihen und Investment-Grade-Unternehmensanleihen interessant. Schwellenländeranleihen werden von der Lockerung der US-Notenbank profitieren, und Anleihen in Landeswährung gewinnen mit der Abschwächung des US-Dollars an Attraktivität.

Diversifikation ist Queen

Das Wichtigste ist gerade in diesen turbulenten Zeiten die Diversifikation. Real Assets und alternative Investments, einschließlich Hedgefonds, können das Risiko-Rendite-Profil der Anlageportfolios verbessern. Rohstoffe, insbesondere Metalle, werden zunehmend von geopolitischen und strukturellen Themen wie der Energiewende beeinflusst. Die Angebots-/Nachfragedynamik wird den Ölpreis belasten; die Diversifizierung weg vom Dollar dürfte Gold dagegen weiter stützen.

Bei Währungen wird sich – obwohl es kurzfristig kaum Alternativen gibt – der US-Dollar im Zuge des langsameren US-Wachstums und der Lockerung der Fed abschwächen, während der Euro und das britische Pfund wieder stärker werden dürften. In den Schwellenländern sind Währungen mit extrem hohen Renditen wie die von Brasilien, Mexiko, Peru, Indonesien und Indien, attraktiv.

Das Anlageuniversum ist gigantisch. Die Weltenlage und die Entwicklung der Wirtschaft sind von vielen Komponenten abhängig, die schwer abschätzbar sind. Nichtsdestostrotz gibt es für Investoren weiterhin sichere Häfen und spannende neue Asset-Klassen, die ein Portfolio weiter diversifizieren und wachsen lassen können.

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Ein Artikel von

BlackRock erreicht Rekordhoch bei verwaltetem Vermögen

Der weltgrößte Asset-Manager BlackRock ist bei seinem Vermögen nun im zweistelligen Billionen-Bereich. Das Unternehmen hat in seinen Quartalszahlen bekannt gegeben, dass sich nun über 10 Bio. US-Dollar in seiner Obhut befinden.

Die erste Hälfte des Jahres 2024 ist bereits wieder vorbei – in der Wirtschaft Zeit, Bilanz zu ziehen. Und die fällt beim Vermögensverwalter BlackRock stattlich aus. Denn das Unternehmen hat im zweiten Quartal des Jahres bei seinen Assets under Management (AuM) die 10-Billionen-Marke geknackt.

BlackRock verwaltet über 10 Bio. US-Dollar

Noch vor einem Jahr lag das verwaltete Vermögen bei BlackRock bei 9,4 Bio. US-Dollar. Jetzt sind es 10,6 Bio. US-Dollar. Das Wachstum wurde in erster Linie angetrieben durch Kursgewinne im ersten Halbjahr – seit Oktober letzten Jahres befinden sich die Märkte in einer starken Aufschwungphase. Doch auch „neues“ Geld wurde BlackRock anvertraut, im ersten Halbjahr konnte man Nettomittelzuflüsse von 139 Mrd. US-Dollar verbuchen, inklusive eines Rekordes bei den Zuflüssen in iShares-ETFs. Dort flossen 150 Mrd. US-Dollar zu.

Die Gewinne von BlackRock beliefen sich im zweiten Quartal auf rund 4,8 Mrd. US-Dollar, im zweiten Quartal 2023 waren es etwa 4,46 Mrd. US-Dollar – ein Anstieg von 8%. Dieser sei laut der Unternehmensmitteilung auch in den positiven Auswirkungen der Marktbewegungen aufs verwaltete Vermögen sowie natürlich steigenden Gebühren und Serviceumsätzen begründet.

Leichte Abflüsse musste man dagegen bei institutionellen Investoren hinnehmen. So betrugen die Nettomittelabflüsse bei Anlagen von Institutionellen rund 37 Mrd. US-Dollar. Ebenso leichte Abflüsse gab es bei Anlagen in aktive Anlageklassen, nämlich 3 Mrd. US-Dollar. (mki)

Bild: © DZMITRY – stock.adobe.com

 

Nach Trump-Attentat: So reagieren die Märkte

Am 13.07.2024 wurde im US-Bundesstaat Pennsylvania ein Attentat auf Donald Trump, ehemaliger Präsident der USA und erneuter Kandidat bei der US-Präsidentschaftswahl 2024, verübt. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Wahlen, sondern auch auf die Märkte.

Die Wahl des „mächtigsten Mannes der Welt“, des Präsidenten der Vereinigten Staaten, ist in vielerlei Hinsicht eine wegweisende Entscheidung. Und wohl kaum eine war bisher so kontrovers wie die kommende im Jahr 2024 (abgesehen höchstens von der letzten… und der davor). Erneuter Kandidat der Republikaner bei dieser Wahl: Ex-Präsident Donald J. Trump. Auf ihn wurde am Wochenende ein Attentat verübt: Ein 20-jähriger Mann schoss mit einem Gewehr auf Trump, als er im US-Bundesstaat Pennsylvania eine Wahlrede hielt, und verletzte ihn dabei am Ohr.

Ein derartiges Ereignis trägt potenziell nicht nur weiter zur Spaltung der Gesellschaft bei und nimmt auch Einfluss auf den weiteren Verlauf der Wahl, sondern schlägt auch an anderer Stelle Wellen. Nicht nur der Kurs von Trumps eigenem Medienunternehmen „Trump Media & Technology Group“ (kurz: DJT), sondern generell der Kapitalmarkt mit seinen verschiedenen Anlageklassen reagierte am Montag auf den Trump-Anschlag – tendenziell mit der Kurve nach oben.

DJT-Aktie im Aufwind

Das Handelsblatt hat die Marktbewegungen nach dem Trump-Attentat aufgearbeitet. Blickt man zunächst auf Trumps eigenes Unternehmen, DJT, so konnte man am Montag eine starke Entwicklung nach oben beobachten. Am Montag verbuchte sie zum Handelsende ein Plus von 31% auf 40,58 US-Dollar – wenngleich sie am Dienstagnachmittag europäischer Zeit bei rund 36 US-Dollar rangiert und somit wieder ein paar Prozent einbüßen musste.

Wie das Handelsblatt berichtet, konnten auch einige Unternehmen, die Verbindungen zu Donald Trump haben, am Montag starke Kurszuwächse verbuchen, wie bspw. der Softwareentwickler Phunware. Er war 2020 bei Trumps Wahlkampagne beauftragt, eine Handy-App zu entwickeln. Auch die Video-Sharing-Plattform Rumble ging 20% nach oben.

Reaktion der Märkte

Die Veränderungen am Marktgeschehen liegen zu einem großen Teil darin begründet, dass ein Attentat auf einen Präsidentschaftskandidaten potenziell Einfluss auf den weiteren Verlauf der Wahl ausübt. Das Analysehaus Real Clear Politics, auf das sich das Handelsblatt bezieht, hat seine prognostizierten Siegchancen für Trump auf 64,8% erhöht, im Vergleich zu 56,3% vor dem Attentat.

Die größte Reaktion nach dem Anschlag gab es bei Anleihen, wo die Renditen von US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit um in der Spitze 0,07 Prozentpunkte auf 4,26% gestiegen sind. US-Staatspapiere mit 30-jähriger Laufzeit stiegen laut Handelsblatt ähnlich stark. Hintergrund des Ganzen: Unter Trump könnten die USA nochmal deutlich mehr Schulden aufnehmen. Das Congressional Budget Office schätzt, dass die Staatsschuld bis 2034 von dieses Jahr 99% auf 122% steigen könnte. Und die Renditen von Schuldtiteln müssten somit steigen, um die Investoren zum Kauf anzuregen.

Auch bei den Aktien ging es bergauf. Am Montag ist der Dow Industrial Index auf ein Rekordhoch gestiegen, mit +0,7% zum Handelsstart. Der S&P 500 und der Nasdaq 100 gewannen ebenfalls an Wert. Der S&P 500 rangierte am Montagvormittag US-amerikanischer Zeit bei stolzen 5.656 Punkten, schloss abends jedoch „nur“ bei 5.631 Punkten. Gut für die Aktienmärkte sei, dass der Wahlausgang im November besser vorherzusagen sei und weniger Unsicherheit grundsätzlich gut für Risikoanlagen sei, zitiert das Handelsblatt den Investmentchef der Schweizer Banque SYZ.

Plus oder Minus beim Gold?

Adrian Ash, der Director of Research beim Edelmetallhändler BullionVault, hat außerdem seine Beobachtungen zu den Bewegungen am Goldmarkt nach dem Trump-Attentat geäußert. Laut der Mitteilung von BullionVault würden Privatanleger dem Wahlausgang wenig Einfluss auf die Entwicklung des Goldpreises zuschreiben: 40,7% sagen, dass das Ergebnis keinen Einfluss auf die langfristige Entwicklung des Edelmetalls haben werde. 29,1% glauben, dass der Goldpreis im Falle eines Wahlsiegs von Donald Trump kurzzeitig ansteigen würde, um dann wieder zu fallen, bevor er während seiner zweiten Präsidentschaft wieder steigt.

Nach dem Attentat auf Trump sei der Preis nicht in die Höhe geschnellt, sondern stetig weiter auf neue Allzeithochs gestiegen. Die Konsensprognose der Privatanleger besage, dass der Goldpreis bis Ende des Jahres um 6,1% gegenüber dem aktuellen Preis steigen wird und im Dezember bei 2.583 US-Dollar pro Feinunze liegen wird. Die Preistreiber in der zweiten Hälfte des Jahres seien in den Augen der Privatanleger in erster Linie in geopolitischen Konflikten wie dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, den Auseinandersetzungen im Nahen Osten und den Spannungen zwischen China und den USA (29,6%). Dagegen glaube jeder fünfte Anleger (20,0%), dass die hohe Nachfrage nach Gold – etwa durch Zentralbanken, die Schmuckindustrie oder chinesische Investoren – den Preis in die Höhe treiben würde.

Weiterhin Unsicherheit

Das Handelsblatt verweist abschließend auf Experten, die nach wie vor vor überstürzten Aktionen warnen. So weist bspw. Mark Haefele, Chefanlagestratege im Global-Wealth-Management der Schweizer Großbank UBS, darauf hin, dass Anleger keine größeren Portfolioumschichtungen als Reaktion auf Wahlkampfentwicklungen oder in Erwartung eines bestimmten Wahlergebnisses vornehmen sollten.

Und eine Anmerkung, die auch in der Schnelllebigkeit von Nachrichten in der heutigen Zeit begründet ist, gibt Frank Kelly, Geschäftsführer von Fulcrum Macro Advisors, zum Besten. Seine Firma spezialisiert sich auf politische Risiken. Laut seiner Aussage gebe es viele Unklarheiten, auf die sich Anleger in den kommenden Wochen einstellen müssten, denn: „Wir befinden uns in einer Phase, in der es quasi stündlich neue Informationen gibt“.

Vor diesem Hintergrund also sollte man also wahrscheinlich als Anleger, wie eigentlich immer angepriesen wird: beobachten und die Füße stillhalten. (mki)

Bild: © REDPIXEL – stock.adobe.com

 

Ausblick auf Zinsmärkte: Höheres Renditeniveau hilft Anleihen

Die EZB hat im Juni den ersten Zinsschritt nach unten gewagt. Tilmann Galler von J.P. Morgan AM erläutert, wie er die aktuelle Zinslage einschätzt. Im Mittelpunkt steht dabei, wie festverzinsliche Wertpapiere nun endlich wieder ihrer Bestimmung nachkommen können: Zins und Portfoliostabilität liefern.

Ein Beitrag von Tilmann Galler, globaler Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management

Für die Rentenmärkte war 2024 bisher ein eher durchwachsenes Jahr. Der Optimismus des Jahresbeginns mit der Erwartung zügiger Zinssenkungen ist der Erkenntnis gewichen, dass das Zinsniveau über einen längeren Zeitraum erhöht bleiben dürfte. Daran ändert auch die erste Zinssenkung der EZB im Juni nichts. Denn hartnäckige Inflation und eine robuste Konjunktur schränken zurzeit die Möglichkeiten der Zentralbanken ein, ihre Geldpolitik zu lockern. Die Anpassung der Zinserwartungen hat zu einem Renditeanstieg an den Anleihemärkten geführt und damit zu eher enttäuschenden Ergebnissen festverzinslicher Wertpapiere. Doch wie steht es um das zukünftige Potenzial von Anleihen und was bedeutet ein Umfeld strukturell höherer Zinsen für die Attraktivität der Anlageklasse?

Investoren erwarten von Anleihen traditionell zwei Dinge: eine verlässliche Ertragsquelle und Stabilisierung des Aktienportfolios im Falle von Wachstumsschocks. Doch in der Niedrigzinsphase ist der Einkommensaspekt fast vollkommen verloren gegangen. Nach dem dramatischen Zinsanstieg der letzten zwei Jahre sind die Couponzahlungen nun wieder eine dominierende Größe für den Gesamtertrag von festverzinslichen Investments.

Am Beispiel historischer Erträge von US-Anleihen wird dieser Zusammenhang deutlich. Auf dem aktuellen Renditeniveau von 5% haben US-Anleihen hoher Bonität in der Vergangenheit annualisierte Renditen zwischen 4,5% und 6,2% in den darauffolgenden fünf Jahren geliefert. Dies liegt daran, dass der höhere Coupon selbst in Zeiten steigender Renditen einen gesunden Puffer gegen etwaige Kursverluste bot. Die strategischen Argumente für festverzinsliche Wertpapiere sind also nach wie vor überzeugend. Wer seine Rendite durch taktische Allokation steigern möchten, sollte für die nächsten zwölf Monate allerdings zwei Dinge berücksichtigen: eine angemessene Laufzeit und eine Allokation in Unternehmensanleihen.

Wir sind davon überzeugt, dass die Phase höherer Kurzfristzinsen im Zuge der schrittweisen Lockerung der Geldpolitik der Zentralbanken langsam zu Ende geht und die Zinsstrukturkurve sich normalisiert. Doch der Weg zur Normalisierung wird nach unserer Ansicht nicht so reibungslos verlaufen wie die derzeit geringe Marktvolatilität vermuten lässt. Es bleibt ein nicht unerhebliches Restrisiko eines deflationären Wachstumsschocks aufgrund finanzieller Verwerfungen, wodurch die Zinsen deutlich schneller fallen könnten als bisher erwartet. Auf der anderen Seite besteht das Risiko, dass eine anhaltend expansive Fiskalpolitik und hohe Lohnsteigerungen zu einem erneuten Anstieg der Inflation führen. In diesem für Anleihen ungünstigen Szenario würde die Normalisierung der Zinsstrukturkurve durch einen starken Anstieg zehnjähriger Renditen hervorgerufen. Angesichts der aktuell symmetrischen Inflationsrisiken bieten mittlere Laufzeiten für die nächsten sechs bis zwölf Monate bessere Risiko-Rendite-Aussichten.

Ausblick auf die Zinsmärkte: Höheres Renditeniveau hilft Anleihen
Einpreisung von Risiken

So stellt sich aufgrund der aktuellen niedrigen Risikoprämien (Spreads) bei Unternehmensanleihen die Frage, ob Ausfallrisiken noch angemessen eingepreist sind. Hier gibt uns die Historie der letzten 25 Jahre ein paar nützliche Hinweise.

In einem Jahr mit steigenden Unternehmensgewinnen lag die durchschnittliche Ausfallrate von US-Hochzinsanleihen bei 1,62%. Das liegt sehr nahe an der aktuellen Ausfallrate von 1,7%. In Jahren fallender Unternehmensgewinne hingegen steigt die durchschnittliche Ausfallrate auf 4,8%. Die Konsensprognosen für das Gewinnwachstum von US-Aktien liegen für 2024 bei 11%, was bei einem erwarteten Wirtschaftswachstum von über 2% nicht unrealistisch erscheint. Die europäische Konjunktur zeigt sogar immer mehr Anzeichen einer Belebung gegenüber dem Vorjahr. Das heißt, solange sich die Ertragslage der Unternehmen nicht verschlechtert und die Ausfallquoten stabil sind, bleiben Unternehmensanleihen trotz niedrigen Risikoprämien attraktiver als Staatsanleihen.

Staatsanleihen aus der europäischen Peripherie sehen nach den Turbulenzen um die Wahlen in Frankreich attraktiv aus, da sinkende Leitzinsen der EZB in der Vergangenheit eine wichtige Voraussetzung dafür waren, dass Peripherie-Anleihen in Europa besser abschneiden. Die stärkeren Wachstumsaussichten, die Einführung des Transmission Protection Instrument (TPI) der EZB und die Finanztransfers aus dem EU-Konjunkturfonds sollten die Stabilität der Staatshaushalte in Italien und Spanien, insbesondere im Verhältnis zu Kerneuropa, unterstützen.

Frankreichs Verschuldung hingegen ist in den letzten fünf Jahren erheblich gestiegen, und die neuen Mehrheitsverhältnisse sind ein Risiko für den Fortbestand der Reformen von Präsident Macron. Auch die Position Deutschlands als Vorbild für haushaltspolitische Sparsamkeit wird durch die Umgehung der Schuldenbremse mit Sonderfinanzierungsmitteln und durch das Ignorieren von EU-Verbindlichkeiten untergraben. Diese Faktoren haben bereits zu einer Niveaukorrektur bei den Spreads beigetragen, und könnten der Peripherie ermöglichen weiterhin eine Outperformance zu erzielen.

Während das absolute Renditeniveau US-Staatsanleihen gegenüber europäischen Staatsanleihen oder britischen Gilts favorisiert, birgt die größere Wahrscheinlichkeit eines fiskalischen Fehltritts in den USA höhere Risiken im Zusammenhang mit unserem Basisszenario. Wir erwarten nicht, dass sich die europäischen oder britischen Anleihemärkte vollständig von den US- Renditebewegungen abkoppeln, aber unsere höhere Überzeugung vom Verhalten der Zentralbanken auf dieser Seite des Atlantiks bedeutet, dass wir die Duration in Europa und Großbritannien auf relativer Basis bevorzugen.

Bild: © Thomas Reimer – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Tilmann Galler

Junge Menschen blicken optimistisch auf finanzielle Zukunft

Laut dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment sind die 20– bis 29-Jährigen wohl eher optimistisch eingestellt, was ihre finanzielle Zukunft betrifft. Sie seien demnach renditeorientiert und hätten vor allem finanzielle Unabhängigkeit als Sparziel im Blick.

Union Investment hat zusammen mit Forsa eine repräsentative Online-Befragung unter 1.004 Menschen in Deutschland, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden, durchgeführt. Dabei kam u. a. heraus, dass die 20– bis 29-Jährigen sich wohl nicht allzu viele Sorgen um ihre Finanzen machen.

Optimismus macht sich breit

47% gehen nämlich von einer besseren Lage bei den eigenen Finanzen im Zeitraum eines Jahres aus (Durchschnitt aller Befragten: 28%). 42% der jungen Befragten glauben, dass alles beim Alten bleibt (Durchschnitt: 58%), teilt Union Investment mit. Und nur 10% blicken pessimistisch in die Zukunft (Durchschnitt: 14%). Wenn sich die jungen Menschen mit Blick auf die wirtschaftliche Situation in Deutschland Sorgen machen, dann liegt das vor allem an den gestiegenen Energiepreisen und der Inflation (jeweils 66%). Nichtsdestotrotz finden die meisten Befragten zwischen 20 und 29 Jahren, dass Sparen Spaß macht: 89% von ihnen sagen, dass es ein schönes Gefühl ist, wenn man sich durch Sparen etwas leisten kann. Dies ist ein generationenübergreifendes Ergebnis, der Durchschnitt aller Befragten liegt hier nämlich bei 87%.

Ziel: Finanzielle Unabhängigkeit

Unterschiede gibt es allerdings bei den Prioritäten beim Sparen. Bei der Altersgruppe der 20– bis 29-Jährigen steht die finanzielle Unabhängigkeit ganz oben auf der Liste, gefolgt von Altersvorsorge (85%) und Rücklagen für Notfälle (84%). Im Durchschnitt aller Befragten hingegen liegt das Sparziel Altersvorsorge vorn, mit 85%. Auf Platz 2 folgt die Rücklage für Notfälle und das Sparen für finanzielle Unabhängigkeit mit je 78%. Im Vergleich zu anderen Altersgruppen sparen Jüngere deutlich häufiger für die eigene Immobilie. 62% der jüngeren Befragten sagen, dass sie für den Traum von eigenen vier Wänden Geld zurücklegen (Durchschnitt aller Befragten: 38%).

Junge Anleger sind renditeorientiert

Analog zu ihren Sparzielen ist für junge Menschen eine Geldanlage in Immobilien überdurchschnittlich attraktiv, so Union Investment. Fast drei Viertel äußern sich entsprechend (72%). Der Durchschnitt aller Befragten liegt bei 64%. Auf Rang 2 der attraktivsten Geldanlagen landen bei den 20– bis 29-Jährigen Aktien mit 61% (Durchschnitt: 46%), danach folgen Investmentfonds (56%, Durchschnitt: 49%). Unter den jüngeren Befragten sind zudem 66% der Meinung, dass aktienbasierte Anlagen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die höchsten Erträge bieten. Über alle Altersgruppen hinweg sagen dies durchschnittlich 60%.

Wenig überraschend ist es nach der Rückkehr des Zinses, dass Tagesgeld an Attraktivität gewinnt, allerdings spielt es bei jungen Leuten eine vergleichsweise kleine Rolle. In dieser Altersgruppe halten Tagesgeld nur 38% für attraktiv. Der Durchschnitt aller Befragten liegt bei 46%. Kerstin Knoefel, Leiterin des Segments Privatkunden bei Union Investment, gibt an der Stelle zu bedenken, dass diejenigen, die zinsbasiert sparen, aktuell trotz der Rückkehr der Zinsen eine negative Realrendite einfahren würden. 2021 und 2022 seien ihnen dadurch 430 Mrd. Euro an Kaufkraft verloren gegangen, 2023 seien nochmal 192 Mrd. Euro oben drauf gekommen.

Fondssparpläne für langfristigen Vermögensaufbau

Die Attraktivität von Investmentfonds wiederum spiegle sich auch im Besitz von Fondssparplänen wider. Unter den 20– bis 29-Jährigen besitzen mit 56% überdurchschnittlich viele einen (Durchschnitt: 49%). Und dabei haben sie auch den langfristigen Anlagehorizont im Blick, so Union Investment: 29% der jüngeren Befragten zahlen bereits seit zwei bis fünf Jahren in einen Fondssparplan ein. Zwei Drittel von ihnen (66%) wollen dies noch zehn Jahre und länger tun. (mki)

Über die Studie

Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Mai 2024 im Auftrag von Union Investment 1.004 Menschen im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden und mindestens eine Geldanlage besitzen. Die Befragten nahmen an einer Online-Umfrage teil und konnten sich Zeit und Umgebung der Bearbeitung selbst aussuchen. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100% addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.

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Nachfrage nach Gold steigt vor allem in Europa wieder

Der World Gold Council hat seinen Report für Investitionen in Gold im Juni 2024 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass das Interesse im letzten Monat wieder nach oben gegangen ist. Vor allem in Europa wird Gold mehr nachgefragt – die USA dagegen ziehen den Markt nach unten.

Die Anleger fühlen sich wieder stärker zum Gold hingezogen. Das berichtet goldinvest unter Berufung auf den aktuellen Report des World Gold Council (WGC). Nach langer Zeit war demnach im Juni 2024 wieder eine steigende Nachfrage im Goldmarkt zu beobachten. Weltweit börsennotierte, mit physischem Gold hinterlegte Fonds konnten den zweiten Monat in Folge Mittelzuflüsse verbuchen.

Vor allem waren laut WGC in allen Regionen außer Nordamerika Mittelzuflüsse in Gold-ETFs zu verzeichnen. Die Goldbestände der ETFs stiegen um 17,5 Tonnen mit einem Wert von 1,4 Mrd. US-Dollar. In Nordamerika musste man, gegenläufig zum Trend, zum zweiten Mal in Folge „milde“ Mittelabflüsse erkennen. Ansonsten hätten niedrigere Renditen in wichtigen Regionen und die Schwäche vieler lokaler Währungen die Attraktivität des Goldes für heimische Anleger gesteigert. Jedoch befinde sich der Goldmarkt nach wie vor in einem tiefen Loch, aus dem er sich herauskämpfen müsse, so berichtet goldinvest aus dem WGC-Report. Denn in den ersten sechs Monaten hätten die Gold-ETFs Mittelabflüsse von 6,7 Mrd. US-Dollar zu verzeichnen gehabt – das schwächste Halbjahr seit 2013.

Starke Nachfrage in Europa

Laut den WGC-Experten investieren vor allem europäische Anleger wieder stärker in Gold, was wenig überraschend sei, da Banken der Region wie die Schweizer Nationalbank und die Europäische Zentralbank die Leitzinsen gesenkt haben. Abgesehen davon würden Beobachter auch bei der Bank of England mit einer Zinssenkung im August rechnen.

Förderlich für das Anlegerinteresse seien zudem die fallenden Aktienmärkte und politische Unsicherheiten, wenn man auf die Wahlen im Vereinigten Königreich und in Frankreich blickt. Diese hätten messbare Zuflüsse ausgelöst. Mittelzuflüsse bei in Europa börsennotierten Goldfonds: 17,9 Tonnen mit einem Wert von 1,42 Mrd. US-Dollar.

Wie geht’s in Nordamerika weiter?

Minuspunkte beim Goldmarkt verursacht dagegen die schwache Nachfrage aus Nordamerika, deren Gold-ETFs Mittelabflüsse von 8,2 Tonnen im Wert von 573 Mio. US-Dollar verzeichnen mussten. Mögliche Gründe seien dem WGC zufolge die Stärke der US-Währung und die anhaltende Rallye der Märkte in Nordamerika. Sporadische Mittelzuflüsse hätte es durch geopolitische Spannungen gegeben.

Dennoch zeigen sich die WGC-Experten hoffnungsvoll mit der Bemerkung, dass sich die schwache nordamerikanische Goldnachfrage jederzeit ins Positive wenden könnte, wenn die US-Notenbank Fed beginnen sollte, die Zinsen zu senken. Die Chance auf einen solchen Schritt sehen die Märkte im September aktuell bei 70%. (mki)

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Das wird beim ETF-Hype gerne vergessen

ETFs sind mittlerweile bei vielen Anlegern das präferierte Vehikel für die Geldanlage – vor allem bei der jüngeren Generation. Doch ein Anlagenvermittler aus Frankfurt erläutert in einer aktuellen Untersuchung, dass die Bilanz für ETFs lange nicht so positiv ist, wie man denkt, sondern eher „erschreckend schwach“.

Der börsengehandelte Indexfonds, kurz ETF, erfreut sich vor allem bei den jüngeren Anlegern immer größerer Beliebtheit. Einfach draufgeschaut sind die Vorteile recht klar: Der ETF ist als Möglichkeit der Geldanlage recht einfach nachzuvollziehen, ist breit diversifiziert und hat zudem niedrige Gebühren vorzuweisen. Da wundert es nicht, dass das verwaltete Volumen von ETFs auch in den nächsten Jahren weiter steigen soll, wie auch Oliver Wyman 2023 prognostizierte.

Hinzu kommt, dass der Ruf des klassischen aktiv gemanagten Fonds immer wieder in Mitleidenschaft gezogen wird, da viele ihr Ziel, den Markt zu schlagen, gerne verfehlen – trotz ihrer höheren Gebühren. Das zeigt z. B. die bekannte SPIVA-Statistik des Indexanbieters S&P regelmäßig. Demnach hätten bspw. in den vergangenen zehn Jahren nur 2% der aktiv verwalteten USA-Aktienfonds ihren Vergleichsindex übertroffen. Bei den global investierenden Aktienfonds sind es gerade einmal 4%.

Also alles in ETFs stecken? Nun, ganz so einfach ist es eben nicht. Ali Masarwah, Fondsanalyst und Geschäftsführer des Finanzanlagenvermittlers envestor und früher Analyst beim Research-aus Morningstar, hat aktive Fonds und ETFs einmal mit Blick auf die „Todesquote“ und den „Survivorship Bias“ analysiert und dabei festgestellt: ETFs lassen durch diese Linse betrachtet ganz schön zu wünschen übrig.

Ohne die toten Fonds geht es nicht

Die schwache Bilanz von aktiv verwalteten Fonds geht der envestor-Untersuchung zufolge nicht immer auf eine schlechte Performance zurück. Denn viele Fonds werden außerplanmäßig liquidiert, was Investoren den Weg zum Anlageziel erschwert. Um die Bedeutung von Fondsliquidationen klarer zu machen, ein Beispiel: Wenn alle zehn aktiv verwalteten Fonds einer bestimmten Kategorie nach zehn Jahren ihren Vergleichsindex übertroffen haben, ergibt dies eine beeindruckende Erfolgsquote von 100%. Weniger beeindruckend erscheint die Erfolgsquote dagegen, wenn man weiß, dass die Fondskategorie zehn Jahre zuvor 100 Fonds umfasst hatte. Und weil 90% der startenden Fonds nicht den Weg zum Ziel erreicht haben, ergibt das eine Erfolgsquote von 10% und nicht 100%. Wird die Todesquote von Fonds nicht berücksichtigt, entsteht der sogenannte „Survivorship Bias“.

Der Clou an der Sache jedoch: Der Survivorship Bias finde envestor zufolge immer nur bei aktiv verwalteten Fonds Verwendung – so z. B. auch bei den Statistiken renommierter Vermögensverwalter. ETFs würden stattdessen oft mit Indizes gleichgesetzt, und die sind bekanntlich „unsterblich“.

„Erschreckende ETF-Bilanz“

Vor diesem Hintergrund hat envestor eine Survivorship-Bias-bereinigte ETF-Bilanz der letzten zehn Jahre erstellt, mit den ETFs in 30 Kategorien, die für Anleger in der Eurozone besonders wichtig sind, so envestor. Der Zeitraum ist von April 2014 bis März 2024 angesiedelt. Bei den üblichen Vergleichen fällt die Bilanz der meisten ETFs, eben ohne die liquidierten ETFs zu berücksichtigen, gut aus. Z. B. gelangen ETFs zwischen 2014 und 2024 bei der wichtigen Fondskategorie „Aktien Welt“ im Schnitt eine jährliche Outperformance von knapp drei Prozentpunkten. MSCI-World- oder FTSE-World-ETFs haben die durchschnittlichen Fonds der Kategorie regelrecht deklassiert.

Doch diese Auswertung sei eben laut envestor unvollständig. Denn zwischen 2014 und 2024 könne man in den 30 analysierten Kategorien getrost von einem „Massensterben“ sprechen. In der Kategorie Rentenfonds Euro Staatsanleihen gab es im April 2014 76 ETFs. Deren Zahl schmolz bis April 2024 auf 33 zusammen. Das ergibt eine Überlebensquote von 43%. Die höchste Mortalitätsrate haben ETFs für europäische Nebenwerte verzeichnet: Zwischen 2014 und 2024 wurden sieben der neun seinerzeit vorhandenen Produkte am Markt liquidiert, was zu einer Überlebensquote von 22% führt. Und auch bei Europa- und Euroland-Aktien-ETFs herrscht nur eine Überlebensquote von 55 bzw. 57% vor, bei der Kategorie USA Growth ETFs sind es nur 50%.

Somit liegt bei der Survivorship-Bias-freien ETF-Bilanz die Erfolgsquote insgesamt deutlich niedriger. Dass 98% der aktiv verwalteten USA-Aktienfonds die Benchmark verfehlen, bedeute nicht, dass 98% der Indexfonds ihre aktiven Pendants übertreffen, so envestor. Laut der bereinigten Bilanz seien es vielmehr nur 59%. Das ist der Anteil der USA-ETFs, die einmal die Zehnjahresperiode zwischen 2014 und 2024 überlebt und zum anderen den Durchschnitt der Fonds der Kategorie Aktien USA übertroffen haben. Die beliebten MSCI-World-ETFs hatten, zusammen mit Deutschland-ETFs, mit jeweils 63% die höchsten Erfolgsquoten aller Kategorien. Das sei ordentlich, aber „bei Weitem“ nicht berauschend. In den meisten Sektor-Kategorien liegt die Erfolgsquote bei zwischen 10 und 20%. China-Aktien-ETFs, die 2014 am Markt waren, bilden mit 0% das Schlusslicht.

Liquidationen trüben ETF-Bilanz

Für den Autor Masarwah ist es erstaunlich, dass die Folgen von ETF-Liquidiationen für die ETF-Bilanz bisher so wenig untersucht wurden. Es sei außerdem eine Binsenweisheit, dass Liquidationen ein wichtiger Grund für schwache Bilanz von aktiv verwalteten Fonds sind. Durch die Untersuchung möchte envestor einen Beitrag dazu leisten, die Einschätzung von ETFs „angemessen-realistisch“ zu machen. (mki)

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