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Solidvest macht Sonderkonditionen breiter verfügbar

Der zu DJE gehörende Online-Vermögensverwalter Solidvest hat sogenannte Verbundkonditionen eingeführt, bei denen sich Kunden zusammenschließen können, um bestimmte Mindestanlagesummen leichter zu erreichen und so Sonderkonditionen bei den Gebühren zu erhalten.

Der Leiter des Online-Vermögensverwalters Solidvest, Sebastian Hasenack, verkündet in einem Interview auf der Website des zu DJE gehörenden Unternehmens eine neue Gebührenstruktur, sogenannte „Verbundkonditionen“. Besonders vermögende Anleger erhalten bei Solidvest bestimmte Sonderkonditionen ab einer Mindestanlagesumme von 200.000 Euro. Ab dieser Summe verringert sich die Vermögensverwaltungsgebühr auf 0,7% p. a., bei über 500.000 Euro beträgt sie 0,6% p. a. und bei mehr als 1 Mio. Euro liegt sie bei 0,5% p. a.

Über die neuen Verbundkonditionen können sich nun auch weniger vermögende Kunden diese Konditionen zunutze machen. „Innerhalb eines Verbunds werden die Einzahlungssummen aggregiert und so können alle Teilnehmer profitieren, wenn diese Summe die Schwellen von 200.000 Euro, 500.000 Euro oder 1 Mio. Euro überschreitet“, so Hasenack.

Regeln für Verbund

Der Solidvest-Service stellt interessierten Kunden ein Online-Formular zur Verfügung, in das sich alle zukünftigen Verbundteilnehmer eintragen können. Ein Verbund besteht aus maximal fünf Teilnehmern, inklusive höchstens einem Bestandskunden. Für den Verbund spiele es dabei keine Rolle, ob es sich um Familienmitglieder, Kollegen oder Freunde handle. Untereinander erhalten die Teilnehmer außerdem keinen Einblick, sie führen also eigene Depots.

Sofern es sich um einen Neukunden handelt und das Maximum von fünf Teilnehmern noch nicht erreicht ist, kann ein Verbund auch nachträglich Teilnehmer aufnehmen. Grundsätzlich richte sich, so Hasenack, das Angebot an alle Interessenten und Bestandskunden. Allerdings seien die Verbundkonditionen ein bewusster Schritt, um weiter das anspruchsvollere Anlegersegment anzusprechen. (mki)

Bild: © aFotostock – stock.adobe.com

 

Edelmetall-Report: Gold und Silber sind gefragt

Die auf Edelmetallinvestments spezialisierte Boutique Stabilitas hat ihren monatlichen Edelmetall- und Rohstoff-Report veröffentlicht. Fazit: Die Nachfrage nach Gold und Silber wächst, während der Ölpreis trotz angespannter Wirtschaftslage ebenfalls steigt.

So einige Anlageklassen erleben derzeit starken Aufwind. Die Aktienrallye, die seit November 2023 grassiert, erlebte noch keinen richtigen Dämpfer, Bitcoin fährt immer wieder Rekordpreise auf, und auch beim Gold geht es derzeit steil bergauf mit jüngst vier neuen Rekordpreisen in Folge. Am Dienstagvormittag bewegt sich die Feinunze bei etwa 2.176 US-Dollar. Hintergrund dürften u. a. die sich anbahnenden Zinssenkungen sein – nach der letzten Sitzung der Europäischen Zentralbank vergangene Woche deutet manches auf den Juni für den ersten Zinsschritt nach unten hin.

Edelmetallpreise entwickeln sich uneinheitlich

Die steigenden Goldpreise bestätigt auch der Edelmetall- und Rohstoff-Report der Investmentboutique Stabilitas. Demnach notierte der Goldpreis Ende Februar bei 2.044,40 US-Dollar und lag damit um 0,23% höher als im Vormonat. Auch der Silberpreis beendete den Monat mit 22,71 US-Dollar und schloss damit um 1,1% höher als im Vormonat.

Anders entwickelten sich die Preise jedoch bei Platin und Palladium. Diese notierten zum Monatsende wie folgt: Platin lag bei 880 US-Dollar und notierte demnach um 5% niedriger als im Vormonat. Palladium schloss Ende Februar mit 943 US-Dollar, ein Minus von 5,2% gegenüber Januar.

Der Nickelpreis lag zum Monatsende bei 17.432,50 US-Dollar und notierte damit um 8,5% höher als im Vormonat. Blei beendete den Monat mit 2.066,75 US-Dollar und notierte damit um 4,8% niedriger als zuvor. Der Preis für Aluminium lag Ende Februar mit 2.228,20 US-Dollar um 2,2% niedriger als im Vormonat. Zink schloss bei 2.381,50 US-Dollar, also um 5,4% niedriger als Ende Januar. Der Preis für das Industriemetall Kupfer lag bei 8.401,35 US-Dollar und 1,2% niedriger als im Vormonat.

Der Ölpreis erhöhte sich Ende Februar auf 78,26 US-Dollar und notierte damit um 3,2% höher als im Vormonat. (mki)

Bild: © M.Dörr & M.Frommherz – stock.adobe.com

 

Verwahrtes Vermögen deutscher Fonds 2023 gestiegen

Von deutschen Fonds befand sich 2023 2,8 Bio. Euro Vermögen in der Verwahrung von 31 Verwahrstellen. Fast 70% dieser stattlichen Zahl waren in der Obhut der fünf größten Anbieter. Das zeigt die jüngste Verwahrstellenstatistik des Fondsverbands BVI.

Das von Depotbanken verwahrte Vermögen deutscher Fonds ist 2023 um 8% gestiegen, wie der Fondsverband BVI in seiner neuen Verwahrstellenstatistik zeigt – Stichtag: 31.12.2023. Insgesamt betreuten die 31 Verwahrstellen Ende letzten Jahres 2,749 Bio. Euro. Im Jahr zuvor waren es 2,546 Bio. Euro. Die Verwahrstellenstatistik umfasst Angaben zu in Deutschland aufgelegten offenen Wertpapierfonds und Sachwertefonds sowie geschlossenen Investments gemäß Kapitalanlagegesetzbuch, unabhängig von einer Mitgliedschaft im BVI.

Viel Geld bei wenig Anbietern

69% des verwahrten Vermögens (1,893 Bio. Euro) entfielen dabei auf die fünf größten Anbieter. Angeführt wird die Liste von BNP Paribas mit einem Vermögen von rund 658 Mrd. Euro. Auf Platz 2 liegt die State Street Bank mit 363 Mrd. Euro, gefolgt von der DZ Bank mit 333 Mrd. Euro. Kurz darauf liegt auf Platz 4 die deutsche Niederlassung von HSBC Continental Europe mit 305,9 Mrd. Euro und den 5. Rang sichert sich die US-Großbank J.P. Morgan mit 234 Mrd. Euro.

Offene und geschlossene Fonds

27 Verwahrstellen sind im Geschäft mit offenen Wertpapierfonds mit einem Vermögen von 2,382 Bio. Euro tätig. Das meiste verwahrte Vermögen aus offenen Wertpapierpublikumsfonds liegt dabei bei der State Street Bank mit knapp 178 Mrd. Euro, gefolgt von der DZ Bank mit rund 130 Mrd. Euro. Platz 3 sicherte sich die DekaBank Deutsche Girozentrale mit 93,8 Mrd. Euro verwahrtem Vermögen.

Zehn Depotbanken verwahrten ein Nettovermögen von 316 Mrd. Euro für offene Sachwertefonds. Im Segment der geschlossenen Investmentfonds, die nach den Vorschriften des Kapitalanlagegesetzbuchs aufgelegt sind, betreuten zwölf Verwahrstellen ein Nettovermögen von 51 Mrd. Euro. Weiterhin anzumerken ist, dass der Großteil des verwahrten Vermögens von BNP Paribas auf offenen Wertpapierspezialfonds kommt, nämlich 610 Mrd. Euro. (mki)

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Netfonds schreibt Rekorderlöse für 2023

Die Netfonds AG hat ihre vorläufigen Geschäftszahlen für 2023 bekannt gegeben. Das Unternehmen scheint gut positioniert zu sein – die Erlöse bewegten sich auf Rekordniveau. Auch für 2024 hat Netfonds hohe Erwartungen.

<p>Deutliches Wachstum bei der Netfonds AG: Der Maklerpool hat das Geschäftsjahr 2023 auf Basis der vorläufigen und ungeprüften Geschäftszahlen mit Rekorderlösen abgeschlossen, wie aus einer Unternehmensmitteilung hervorgeht. Die Kerngeschäftsbereiche Wholesale (Investment und Versicherung) sowie Regulatory & Technology (Haftungsdach und Vermögensverwaltung) haben die Erlöse des Vorjahres um mehr als 10% gesteigert.</p><p>Der Bruttokonzernumsatz der Netfonds Gruppe lag bei 197 Mio. Euro, im Vorjahr waren es 176,4 Mio. Euro. Das entspricht einer deutlichen Steigerung um 11,7%. Der Nettokonzernumsatz erreichte 37 Mio. Euro (Vorjahr: 33,6 Mio. Euro) und das EBITDA lag mit 6,2 Mio. Euro annähernd auf dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 6,5 Mio. Euro). Hier sorgten laut Netfonds Einmalaufwendungen im Bereich der Sachkosten und die erst in der zweiten Jahreshälfte einsetzende dynamische Entwicklung der Assets für einen gewissen Nachlauf der Erlöse. Ebenso leicht bremsend wirkten die Investitionen in die kontinuierliche Weiterentwicklung der finfire- Plattform u. a. für den Versicherungsbereich.</p><h5>Starkes Wachstum im Versicherungsbereich</h5><p>Hauptumsatzträger waren weiterhin die Geschäftsbereiche Wholesale und Regulatory. Die Assets under Administration inklusive Fonds Advisory entwickelten sich insbesondere im zweiten Halbjahr dynamisch und erreichten mit 23,8 Mrd. Euro einen neuen Höchstwert. Ebenso dynamisch entwickelten sich die Assets under Management im Bereich Vermögensverwaltung und Fondsmanagement. Im Jahresverlauf wurden mehr als 0,5 Mrd. Euro hinzugewonnen und die Gesamtsumme belief sich zum Jahreswechsel auf rund 3,2 Mrd. Euro. Neben einer positiven Marktentwicklung resultierten die Steigerungen in beiden Bereichen ebenso aus signifikanten Mittelzuflüssen.</p><p>Die Erlöse im Versicherungsbereich (ex CareFlex-Geschäft) sind Netfonds zufolge im Jahr 2023 um rund 15% gewachsen. Bedingt durch die immer weiter fortschreitende Nutzung der finfire-Plattform ist im laufenden Jahr eine noch stärkere Wachstumsdynamik zu erwarten.</p><h5>Prognose für das Geschäftsjahr 2024</h5><p>Für das neue Geschäftsjahr 2024 geht der Vorstand weiterhin von einer dynamischen Entwicklung des Geschäftsvolumens und einem deutlich profitablen Wachstum aus. Die Netfonds Gruppe erwartet einen organischen Anstieg des Netto-Konzernumsatzes um mehr als 10% auf deutlich über 40 Mio. Euro. Ebenso werde ein starker Anstieg des EBITDA erwartet, da die Skalierbarkeit der finfire-Plattform weiter zunehme und Segmente wie die Vermögensverwaltung deutlich überproportional wachsen würden. (mki)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Sutthiphong – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/DA5860E3-5B1B-4098-9BA1-9B96E09A3D4E"></div>

 

Deutsche Börse startet Krypto-Plattform

Die Deutsche Börse ruft eine offiziell regulierte Plattform für den Handel, die Abwicklung und die Verwahrung von Krypto-Assets ins Leben. Die Plattform richtet sich an institutionelle Kunden und wird in Zusammenarbeit mit Crypto Finance betrieben.

<p>Kryptowährungen scheinen zunehmend mehr Legitimation zu erfahren. Erst im Februar wurden in den USA Bitcoin-ETFs zugelassen, nachdem derartige Produkte mehrmals blockiert worden waren. Jetzt hat auch die Deutsche Börse, Herausgeber des Deutschen Aktienindex (Dax), eine Plattform für Krypto-Investments gestartet.</p><h5>Krypto-Plattform DBDX der Deutschen Börse</h5><p>Die Krypto-Plattform nennt sich Deutsche Börse Digital Exchange (DBDX) und ist an institutionelle Kunden gerichtet. Damit bietet die Deutsche Börse eine vollständig regulierte Plattform und ein „sicheres Ökosystem“ für Handel, Abwicklung und Verwahrung von Krypto-Assets, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Dabei werde die bestehende Anbindung der Marktteilnehmer genutzt. Institutionelle Kunden wie Versicherer, Vermögensverwalter oder Banken können über die Plattform somit auch die beliebtesten Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum erwerben.</p><p>Die Deutsche Börse schließe nach eigener Aussage mit dem neuen Angebot eine Marktlücke und rücke gleichzeitig ins Zentrum des wachsenden institutionellen Marktes für digitale Vermögenswerte. Carlo Kölzer, Head of FX & Digital Assets bei der Deutschen Börse, betont, dass das Unternehmen institutionellen Kunden in Europa vertrauenswürdige Märkte für Krypto-Assets bieten, die sich durch Transparenz und Sicherheit auszeichnen und in denen die Abläufe den regulatorischen Erfordernissen entsprechen. Dadurch werde die Integrität und Sicherheit des gesamten Marktes gestärkt.</p><h5>Crypto Finance im Boot.</h5><p>Der Handel an der DBDX läuft im ersten Schritt über eine Preisanfragefunktionalität, später werde auch multilateraler Handel möglich sein. Den Handelsplatz betreibt die Deutsche Börse, die Abwicklung und die Verwahrung der Geschäfte übernimmt der Deutschland-Zweig der Crypto Finance GmbH, die seit 2021 zur Gruppe Deutsche Börse gehört. Laut Kölzer nehme Crypto Finance hier eine Schlüsselrolle in der Wertschöpfungskette ein.</p><p>Der Launch von DBDX ist ein erster Schritt hin zu dem in der Strategie Horizon 2026 formulierten Ziel der Deutschen Börse, „eine führende Rolle bei der Digitalisierung von Asset-Klassen einzunehmen“, so Kölzer. Die Deutsche Börse hatte Ende 2023 als Teil ihrer Strategie Horizon 2026 das Ziel bekräftigt, eine regulierte Plattform für digitale Vermögenswerte aufzubauen. Im Februar hatte die BaFin der Crypto Finance (Deutschland) GmbH vier Lizenzen gewährt, die u. a. den regulierten Handel mit digitalen Vermögenswerten sowie Abwicklungs- und Verwahrleistungen umfassen. Diese Lizenzen zählten zu der Voraussetzung für den Start der Plattform, die bereits eine Lizenz als Multilateral Trading Facility erhalten hatte. (mki)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © GreenOptix – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/96A47C54-9EF3-46ED-B2FE-5DE0C986A721"></div>

 

Risiko höher, dass „EZB die Zinsen zu spät als zu früh senkt“

Der nächste Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank steht bevor. Eine überraschende erste Zinssenkung wird es wohl nicht geben, dennoch bleiben das aktuelle Zinsumfeld und die Lage am Kapitalmarkt spannend. Shaan Raithatha von Vanguard gibt für AssCompact eine Einschätzung ab.

Interview mit Shaan Raithatha, Senior Economist bei Vanguard Europe
Herr Raithatha, die nächste Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank steht an. Auch wenn wir nicht mit einer überraschenden Zinssenkung rechnen: Welche Botschaft sollte die EZB am 7. März aussenden?

Die Europäische Zentralbank wird eine Botschaft senden, die im Einklang mit dem steht, was die wichtigsten EZB-Ratsmitglieder in den letzten Wochen signalisiert haben. Das heißt, sie sind mit dem bisherigen Inflationsrückgang zufrieden, sie sind zunehmend davon überzeugt, dass der Inflationsschock größtenteils angebotsgetrieben war, und sehen wenig Anzeichen für Zweitrundeneffekte. Allerdings wollen sie sich ausreichend Zeit nehmen, um die anstehenden Inflations- und Lohndaten zu bewerten, bevor sie sich zu Zinssenkungen verpflichten. Wir erwarten, dass die Inflationsprognosen der EZB nach unten korrigiert und die Wachstumsaussichten kaum verändert werden. Hinweise auf Zinssenkungen im Sommer sind möglich, sollten die Daten des ersten Quartals den Erwartungen entsprechen.

Die Frage nach dem „Wann“ bleibt natürlich trotzdem. In welchem Zeitrahmen sehen Sie den ersten Zinsschritt nach unten?

Wir denken, dass die EZB im Juni mit Zinssenkungen beginnen wird. Der EZB-Rat wird dann genügend Zeit gehabt haben, um die Inflations- und Lohndaten für das erste Quartal zu bewerten und den Märkten eine entsprechende Orientierung zu geben. Anschließend erwarten wir für die verbleibenden Sitzungen im Jahr 2024 eine Zinssenkung um jeweils 25 Basispunkte, sodass der Zinssatz für die Einlagefazilität der EZB Ende des Jahres bei 2,75% liegen würde.

Direkt gefragt: Würde die EZB das Richtige tun? Zinsänderungen bergen immer das Risiko einer Rezession oder – bei einer zu frühen Senkung – eines möglichen Wiederauflebens der Inflation.

Es ist tatsächlich ein schmaler Grat zu einer sanften Landung. Wir glauben, dass die Risiken jetzt eher darin bestehen, dass die EZB die Zinsen zu spät als zu früh senkt, da die Inflationsrate in den letzten Monaten zwar stark gesunken ist – das Wachstum aber immer noch schwach ist. Dieses Risiko könnte sich realisieren, wenn die EZB aufgrund von Bedenken bezüglich der Stärke des Euro im Gleichschritt mit der Fed handeln will. Auf die Fed zu warten, wäre unserer Ansicht nach ein Fehler.

Die EZB meldete kürzlich ihren ersten Verlust seit 20 Jahren – teilweise aufgrund der Zinserhöhungen. Was bedeutet das konkret für die EZB selbst?

Das wird keine Rolle spielen. Die EZB kann unabhängig von Verlusten effizient arbeiten und ihren Auftrag zur Wahrung der Preisstabilität erfüllen – zumal sie mit den jährlichen Gewinnen zwischen 2005 und 2021 erhebliche Kapitalpuffer aufgebaut hat. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine nennenswerten politischen Auswirkungen.

Der Aktienmarkt befindet sich derzeit im Höhenflug – wahrscheinlich auch wegen der erwarteten Zinssenkung. Ist dies gerechtfertigt?

Obwohl die Erwartung sinkender Zinsen den Aktienmarkt stützt, ist zu erwarten, dass sich die Zinsen auf einem höheren Niveau stabilisieren werden, als wir es vor der Covid-19-Pandemie gewohnt waren. Nullzinsen gibt es nicht mehr. Ein höheres Zinsumfeld ist vorprogrammiert. Vor diesem Hintergrund halten wir die globalen Aktienmärkte nach wie vor für relativ überbewertet und die Risikoprämie für Aktien gegenüber Anleihen für gering. Dies gilt insbesondere für die Vereinigten Staaten, wo die Aktienkurse das Gewinnwachstum in den letzten Jahren deutlich übertroffen haben. Wir sehen einen besseren relativen Wert außerhalb der Vereinigten Staaten.

Worauf sollten Berater und Anleger im Hinblick auf die Zinsentwicklung und die aktuelle Marktsituation achten?

Vanguard sagt seit über einem Jahr, dass eine Rückkehr zu „solider Geldpolitik“ im Gange ist. Damit meinen wir, dass die Realzinsen weiterhin positiv sind. Dies bietet eine solide Grundlage für langfristige risikobereinigte Renditen. Im Gegensatz zum letzten Jahrzehnt erwarten wir, dass die Renditeergebnisse für diversifizierte Anleger ausgewogener sein werden. Für diejenigen mit einer angemessenen Risikotoleranz kann eine defensivere Risikoposition angesichts höherer erwarteter Renditen bei festverzinslichen Wertpapieren und einem Aktienmarkt, der die Auswirkungen der strukturell höheren Realzinsen noch nicht vollständig widerspiegelt, sinnvoll sein.

 
Ein Interview mit
Shaan Raithatha

Höhenflug am Dax: Wie lange noch?

An der Börse geht es derzeit nahezu pausenlos steil bergauf – auch am Dax jagt ein Rekord den nächsten. Doch wie lange geht das so weiter? Eine Handelsblatt-Umfrage hat die Prognosen einiger der namhaftesten deutschen Banken abgefragt und zusammengefasst.

Die Aktienrally kennt derzeit auch in der Bundesrepublik Deutschland kaum Grenzen. Schlafen muss man bei den aktuellen Börsenkursen nicht oft, bis ein neuer Rekord aufgestellt wird – am Deutschen Aktienindex teilweise sogar nur einmal. Anfang Februar knackte er erstmals die 17.000er-Marke und stellte dann regelmäßig neue Spitzenwerte auf. Am vergangenen Freitag, den 01.03.2024, erreichte er kurzzeitig seine aktuelle Bestmarke von 17.816 Punkten – mal schauen, wie lange diese noch gilt. Am Montagnachmittag notiert er immerhin bei rund 17.700 Punkten.

Die ständigen Berichte und Prognosen zu einer drohenden Rezession scheinen die Aktienmärkte kaum zu interessieren. Rückenwind gibt es derweil von der Hoffnung auf Zinssenkungen seitens der Europäischen Zentralbank. Doch kann es mit dieser Rallye so weitergehen? Wie lange? Was sagen die Experten dazu? Dieses Themas hat sich das Handelsblatt mit der Überschrift „Die Luft wird dünner“ angenommen und zehn der namhaftesten Banken Deutschlands zu ihrer Einschätzung befragt. Der Tenor variiert zwar in den Details, aber dennoch sind sich die meisten der Befragten einig: Allzu viel geht nicht mehr.

Deutsche Bank und DZ Bank optimistisch

Die optimistischste Erwartung hat laut Handelsblatt wohl Maximilian Uleer von der Deutschen Bank, der schon an Anfang des Jahres 18.500 Punkte für den Dax zum Jahresende vorhersagte – und dabei auch jetzt bleibt. Grund dafür ist die Internationalität der am Dax gelisteten Unternehmen. Rund 80% ihres Umsatzes machen diese außerhalb Deutschlands, weswegen die globale Wirtschaftsleistung für die Dax-Entwicklung sogar wichtiger sei als das deutsche Bruttoinlandsprodukt. Und mit einer Rezession rechnet Uleer derzeit weder in Deutschland noch in den USA.

Nur knapp darunter sieht Sven Streibel, Chef-Aktienstratege bei der DZ Bank, den Dax. Er rechnet mit 18.200 Punkten zum Jahresende (ursprünglich hatte er 17.500 Punkte vermutet, diese Prognose aber bereits im Januar angehoben). Grund dafür ist seiner Ansicht nach u. a. das viele Geld auf Konten und in Geldmarktfonds, was bei sinkenden Zinsen dann wieder in die Märkte fließen dürfte. 2023 seien laut Streibel rund 4 Mrd. Euro in Geldmarktfonds geflossen, die aber weniger Rendite erwirtschaften, wenn die Zinsen sinken.

Wenig Luft nach oben

Mit lediglich 18.000 Punkten am Dax rechnen die Baader Bank, die Deka Bank und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Joachim Schallmayer von der Deka Bank betont zwar, dass die Kurse „kurzfristig“ über diese Marke klettern könnten, getrieben durch die guten Quartalsergebnisse vieler Firmen, aber im späteren Verlauf des Jahres werde dann eine „normale“ Korrektur mit Verlusten von bis zu 10%, also auf bis zu 15.900 Punkte, einsetzen, zitiert das Handelsblatt den Deka-Bank-Experten.

Uwe Streich von der LBBW sieht auf die Aktienmärkte eine Konsolidierung zukommen, bevor es wieder aufwärts gehen könne. Denn in dem Aufschwung fehle es an Marktbreite – die gute Stimmung am Aktienmarkt ist, nicht zu vergessen, stark angetrieben durch die Tech-Konzerne, allen voran der bislang hauptsächlich in der Gaming-Branche bekannte und aktive Tech-Gigant Nvidia.

17.400 Punkte sagte zu Beginn des Jahres noch Robert Halver, Kapitalmarkt-Experte bei der Baader Bank voraus. Doch auch er geht laut Handelsblatt mittlerweile von 18.000 Punkten aus, da auch bei einer zwischenzeitlichen Korrektur der Markt optimistisch bleiben dürfte. Vor allem sehe deutliches Nachholpotenzial bei deutschen und europäischen Aktien gegenüber US-Werten, nicht zuletzt aufgrund der „ordentlichen Gewinnentwicklung“ europäischer und deutscher Unternehmen.

Geopolitische Risiken prominent

Doch es gibt bei den Erwartungen auch die Gegenrichtung, so z. B. bei der Société Générale, die ihre ohnehin schon niedrige Prognose von 16.000 Punkten weiterhin nicht anhebt. Ursprünglich basierte diese auf der Vermutung einer Rezession in den USA. Davon gehen die Experten der Société zwar nicht mehr aus, so das Handelsblatt, dafür kalkulieren sie nun eine Eskalation des Nahost-Konflikts und daraus folgende höhere Energiepreise ein. Auch eine hartnäckige Inflation und ein Überschwappen der Gewerbeimmobilienkrise auf die Finanzmärkte sind für die Analysten der Société beachtenswert.

Ohnehin seien für alle Analysten die anhaltenden Kriege in der Ukraine und in Israel das größte Risiko für die Kapitalmärkte, so z. B. Carsten Mumm von Donner & Reuschel, der eine Eskalation der Lage um den Persischen Golf für möglich hält. Abreißende Lieferketten und steigende Ölpreise und Inflation wären die Folge. Nach seiner Einschätzung würde das nicht nur die Weltkonjunktur lähmen, sondern auch den Notenbanken weniger Luft beim Thema Zinssenkung lassen. (mki)

Bild: © runny1975 – stock.adobe.com

 

Asien-Pazifik Marktausblick 2024: Vier regionale Schwerpunkte

Bei der Geldanlage gelten gerne eigene Gesetze. Und in den verschiedenen Weltregionen müssen wiederum unterschiedlichste Dinge beachtet werden – auch im Asien-Pazifik-Raum. Für AssCompact fassen vier Experten von PIMCO vier regionale Schwerpunkte zusammen, die man 2024 auf dem Schirm haben sollte.

<h5>Von Adam Bowe, Subhash Ganga, Tadashi Kakuchi, Stephen Chang, Portfoliomanager bei PIMCO</h5><p>Die geplanten Zinssenkungen der US-Notenbank werden sich voraussichtlich stabilisierend auf den asiatischen Kreditmarkt auswirken, jedoch mit unterschiedlichen Effekten auf die einzelnen Volkswirtschaften in Abhängigkeit ihrer jeweiligen Zinssensitivität. </p><p>Folgende vier Themen erachten wir für Asien in diesem Jahr als besonders beobachtenswert: </p><h5>1. Die Laufzeitprämien könnten steigen, wenn Japan nach über 20 Jahren die ultralockere Geldpolitik beendet</h5><p>Während die Zentralbanken in anderen Industriestaaten in diesem Jahr mit Zinserhöhungen pausiert haben oder Zinssenkungen planen, erwarten wir, dass die Bank of Japan (BOJ) ihre Negativzinspolitik bis zur geldpolitischen Sitzung im März oder jener im April abschafft. Folgen könnte eine leichte Leitzinsanhebung von -0,1 auf 0,25%. </p><p>Da die Inflation aufgrund des starken Lohnwachstums wahrscheinlich erhöht bleiben wird, dürfte der Zeitpunkt für einen Ausstieg aus der Negativzinspolitik günstig sein. Wir erwarten für 2024 eine Gesamtinflation von etwa 2,8% im Jahresvergleich und ein Lohnwachstum von 2,5 bis 3,5% im Jahresvergleich. Die Inflation wird in erster Linie vom Dienstleistungssektor getragen, während das Lohnwachstum vor allem auf den anhaltenden Arbeitskräftemangel zurückzuführen ist.</p><p>Wir gehen davon aus, dass die BOJ die Ausweitung ihrer Bilanz mit dem Ende der Negativzinspolitik einstellen wird. Danach erwarten wir eine schrittweise und flexible Bilanzreduzierung, die zu potenziell höheren Renditen für langlaufende japanische Staatsanleihen führen wird – zumal private Anleger einspringen müssen, um die Käufe der BOJ zu ersetzen.</p><h5>2. Die Haltung des Marktes gegenüber China könnte sich ändern, wenn wichtige Sektoren langfristige Stärke an den Tag legen</h5><p>Der Blick auf die chinesische Wirtschaft ist bis hierhin überwiegend negativ, nicht zuletzt aufgrund des wankenden Immobiliensektors, der Geopolitik, der alternden Bevölkerung sowie der Verschuldung. Die Fokussierung der chinesischen Regierung auf mehrere strategisch wichtige Sektoren könnte jedoch dazu beitragen, einen Teil der Belastung auszugleichen. Unsere Basisprognose geht davon aus, dass sich das jährliche BIP-Wachstum von 5,2% im Jahr 2023 auf 4,5% bis 5% im Jahr 2024 abschwächen wird. </p><p>Wir erwarten, dass die unterstützenden politischen Stimuli überwiegend über die Fiskalpolitik freigesetzt werden und ein höheres Haushaltsdefizit nach sich ziehen. Die Geldpolitik wird wahrscheinlich akkommodierend bleiben, mit einem Kreditwachstum von etwa 9,5% im Vergleich zum Vorjahr. Die Zinssätze werden im ersten Halbjahr 2024 voraussichtlich in moderaten Schritten gesenkt, während die strukturellen geldpolitischen Instrumente mit Initiativen gezielt Sektoren in den Bereichen Umwelt, Hightech und öffentlicher Wohnungsbau unterstützen werden.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||3. Schwächelnde australische Haushalte leiden unter hohen Schulden und hohen Zinssätzen --><h5>3. Schwächelnde australische Haushalte leiden unter hohen Schulden und hohen Zinssätzen </h5><p>Die Reserve Bank of Australia (RBA) begann erst später mit Zinserhöhungen und agierte langsamer als andere Zentralbanken. Ihre letzte Anhebung erfolgte erst im November 2023, wodurch der Leitzins auf ein Zwölfjahreshoch von 4,35% stieg. </p><p>Unserer Ansicht nach befinden sich australische Haushalte aktuell in einer schwierigen finanziellen Lage, weil die Hypothekenverschuldung weiter zunimmt und die Hypothekenzinsen im Verhältnis zum Leitzins gestiegen sind. Hinzu kommt, dass die meisten Hypotheken in Australien variabel verzinst werden, was dazu beiträgt, dass die Auswirkungen der Geldpolitik schnell spürbar werden. </p><p>Wir gehen davon aus, dass sich die Ausgaben der privaten Haushalte in den kommenden Quartalen weiter verschlechtern werden, was zu einem schwächeren Geschäftsvertrauen und einem schwächeren Arbeitsmarkt führen wird. Diese Dynamik dürfte es der RBA ermöglichen, in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 einen Lockerungszyklus einzuleiten.</p><h5>4. Indien und Indonesien sind die Wachstumsmotoren der asiatischen Schwellenländer</h5><p>Wir sind optimistisch für die indische Wirtschaft und prognostizieren für das Gesamtjahr 2024 ein anhaltend starkes BIP-Wachstum von rund 7% im Jahresvergleich. Haupttreiber sind eine robuste Inlandsnachfrage und ein starkes Wachstum der Investitionsausgaben.</p><p>Die Gesamtinflation bewegt sich langsam auf 4% zu und liegt damit innerhalb des von der indischen Zentralbank gesetzten Ziels von 2 bis 6%, wobei die Kerninflation im Dezember bereits unter 4% sank. Aufgrund der Lebensmittelinflation und der El-Nino-Risiken sowie unter Berücksichtigung der finanziellen Bedingungen könnte die Zentralbank jedoch sehr bedacht darauf sein, die Zinsen nicht zu früh zu senken. Wir gehen von Senkungen von 25 bis 50 Basispunkten im Jahr 2024 aus.</p><p>Ebenfalls positiv gestimmt sind wir für Indonesiens Wachstumsaussichten. Wir erwarten für 2024 ein stabiles BIP-Wachstum von rund 5% gegenüber dem Vorjahr. Obwohl wir aufgrund der niedrigeren Rohstoffpreise in diesem Jahr ein kleines Leistungsbilanzdefizit von -1% erwarten, bleiben die wirtschaftlichen Aussichten Indonesiens vielversprechend. Die Inflation ist im Griff und dürfte innerhalb des Zielbereichs von 1,5% bis 3,5% bleiben. Da die Währungsstabilität oberste Priorität hat, besteht das Risiko, dass die Bank Indonesia unser Basisszenario für Zinssenkungen von 75 bis 100 Basispunkten im Jahr 2024 nicht erreicht.</p><h5>Investmentimplikationen</h5><p>Auf mittlere Sicht bevorzugen wir angesichts des zinssensiblen australischen Marktes eine Übergewichtung langlaufender australischer Commonwealth-Staatsanleihen, wobei sich zehnjährige Anleihen besser entwickeln dürften als Treasuries.</p><p>Wir gehen davon aus, dass sich die japanischen Zinssätze angesichts der schrittweisen Normalisierung der Geldpolitik der BOJ im Jahr 2024 und des Anstiegs der Laufzeitprämie schlechter als die globalen Zinssätze entwickeln werden. Wir bevorzugen eine Untergewichtung der japanischen Duration.</p><p>Indische Staatsanleihen sind unserer Ansicht nach mit realen Renditen von über 3% bei einer geschätzten Zwölfmonatsinflationsphase attraktiv. Das Gleiche gilt für indonesische Staatsanleihen, die selbst auf Basis der aktuellen Inflation eine reale Rendite von fast 4% bieten und eine günstige Angebots-Nachfrage-Dynamik aufweisen. Auf Währungsseite sind wir positiv gegenüber der indonesischen Rupiah und der indischen Rupie eingestellt, da wir davon ausgehen, dass die reformorientierte Regierungsführung nach den Wahlen fortgesetzt wird und die beiden Volkswirtschaften die Wachstumsmotoren der Schwellenländer bleiben werden.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © EA09 Studio – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/86F73DEA-AC28-4525-9FEA-40C71062A407"></div>

 
Ein Artikel von
Adam Bowe
Stephen Chang
Subhash Ganga
Tadashi Kakuchi

BCA Investment Radar meldet bislang „erfreuliches Börsenjahr“

Der Maklerpool BCA und die dazugehörige BfV Bank für Vermögen haben die Februar-Ausgabe ihres Investment Radars veröffentlicht. Neben einer Einschätzung zum Jahresauftakt an den Börsen und Marktprognosen enthält der Radar auch einige Fondsempfehlungen.

Das Börsenjahr 2024 hat mit einem soliden Jahresauftakt begonnen, vermeldet die BCA und die BfV Bank für Vermögen AG in ihrem kürzlich erschienenen „Investment Radar“. Die Notenbanksitzungen hätten demnach gezeigt, dass Zinssenkungen kommen werden, aber Geduld sei das Zauberwort der Entscheidungsträger in Washington und Frankfurt. Viele Leitindizes konnten den Januar im Plus beenden. Und auch im Februar ging es mit der Rekordstimmung weiter. Der S&P 500 knackte die 5.000 Punkte und erst am Dienstag kletterte der Deutsche Aktienindex auf über 17.500 Punkte. Laut dem Investment Radar ist jedoch Selektion angesagt und Nebenwerte haben bislang wieder das Nachsehen, so die BfV.

Marktausblick: Darauf gilt es zu achten

Was den Marktausblick angeht, bleiben regional betrachtet die USA anscheinend das Maß der Dinge. So übertraf der US-Technologiesektor viele Erwartungen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob es an „der einen oder anderen Stelle“ zu Kurssprüngen oder Abstrafungen kommen wird. Viel Fantasie rühre laut BfV dabei vom regelrecht „mega-gehypten“ Thema der künstlichen Intelligenz (KI). Es zeige sich aber dennoch mehr denn je, dass KI und weitere überdauernde strukturelle Trends langfristig unsere Welt verändern. Das gelte es mit Blick auf die Allokation und Einzeltitelauswahl zu berücksichtigen.

Was die deutsche Wirtschaft angeht, stehen die Vorzeichen, so die BfV, derzeit eher verhalten bis enttäuschend. Positive Impulse aus China seien weiterhin eher Mangelware. Chinesische Aktien werden verkauft und insbesondere die Krise am Immobilienmarkt ist noch nicht überwunden. Wirtschaftsexperten prognostizieren derweil, dass die Bundesrepublik in diesem Jahr bei der Wirtschaftsleistung zu den schwächsten Ländern der Welt gehören wird. Doch auch die globale Wirtschaft wird sich mit bescheidenen Wachstumszahlen unter dem Durchschnitt der letzten Jahre begnügen müssen.

Für einen volatilen Verlauf an den Kapitalmärkten dürften ebenfalls die diversen geopolitischen Krisen sorgen, weswegen Anleger diese bei ihrer Portfoliodiversifikation im Kopf behalten sollten, findet die BfV. Außerdem spricht der Investment Radar einige Empfehlungen für Fonds aus, in die es sich derzeit lohnt, zu investieren. Mehr Information dazu gibt es hier. (mki)

Bild: © tostphoto – stock.adobe.com

 

Was hat ein Vermittler davon, seinen Kunden Gold anzubieten?

Gold als Geldanlage – vor allem in Krisenzeiten erfolgt unter Anlegern gerne der Rückgriff auf das altehrwürdige Aurum. Doch welche Vorteile bringt Gold im Portfolio eigentlich? Und ist es auch aus Vermittlersicht sinnvoll, Gold im Beratungs­repertoire zu haben? Tobias Kascha von philoro EDELMETALLE klärt auf.

Ein Artikel von Tobias Kascha, Geschäftsführer von philoro EDELMETALLE

Je höher die Staatsschulden, desto niedriger oft das Länderrating. Im Spätsommer 2023 hat Fitch Ratings die Bonitätsnote der USA gesenkt – von AAA auf AA+. Die internationale Ratingagentur zeigte damit, dass es nicht zum Besten steht mit den Finanzen der größten Volkswirtschaft. Damit verbunden ist auch: Vertrauen in den US-Dollar. Aktuell schauen Investoren wieder genauer auf das geopolitische und ökonomische Umfeld. Ukraine- und Israel-Krieg, Taiwan-Konflikt und viele weitere weltweit – geopolitische Krisen gibt es reichlich. Sie werden uns langfristig begleiten. Auch im Herzen Europas ist ein Umbruch zu spüren. Rechtspopulisten sind stark in vielen Ländern – nicht zuletzt in Deutschland. Selbst wenn so das Leben hier im Lande mittelfristig nicht zu stark negativ beeinflusst wird, ein Problem bleibt sicht- und spürbar: Inflation.

Inflation zerstört angesparte Werte

Die Geldentwertung wird erwartungsgemäß deutlich über den Notenbankzielen von 2% bleiben. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat für die Inflationstreiber eine Verlagerung von externen zu inländischen Quellen gesichtet – von hohen Preisen für Energie und Nahrung hin zu steigenden Löhnen und Dienstleistungspreisen. Immer höhere Leitzinsen dagegenzusetzen, ist eine Konjunkturbremse. Politiker halten steuerrechtlich dagegen; Staaten verschulden sich immer höher – dadurch werden oft ihre Ratings schwächer und Kredit- und Finanzierungskosten größer. Das spüren sowohl normale Bürger als auch Zentralbanken. Die Lage und Experten sprechen dafür, bis zu 15% des liquiden Vermögens in Edelmetallen zu halten. Es ist das wertstabilste Gut der Welt. Bei Bedarf kann es kurzfristig in Papiergeld eingetauscht werden.

Ende der Dollar-Ära?

Bürger dürften oft Inflation als Bedrohung für die künftige Kaufkraft ihres Ersparten nennen. Die Währungshüter lässt meist etwas anderes zum Gold greifen: Unsicherheit durch den US-Dollar als Leitwährung. Es ist abzusehen, dass die noch bestehende Weltordnung mit sehr starken USA aufgebrochen wird. Selbst in den USA wird die Bewegung „Sound Money“, gesundes Geld, immer stärker. So haben viele US-Bundesstaaten ihre Gesetze geändert und Gold von Umsatzsteuer befreit. Gold als Wertspeicher für Geld erlebt dort eine Wiedergeburt. Das strahlt auch auf Privatanleger aus. Sie entdecken Gold als Anlage und Absicherung neu.

In unsicheren Wirtschaftszeiten sind Menschen auf der Suche nach sicheren Häfen. Ohne die Weltuntergangsmelodie zu singen oder Verschwörungserzählungen zu teilen, bleiben Wechselkursschwankungen und die Endlichkeit von Währungen Herausforderungen. Keine andere Papiergeldwährung hat den Ruf des Dollars. Jede Weltwährung der vergangenen Jahrhunderte wurde abgelöst! Wann der Zeitpunkt da ist, kann keiner vorhersagen. Jedoch ist es gut, wenn man – ein Stück weit – vorbereitet ist.

Unordnung im Weltwährungssystem – neue Weltwährungsordnung?

In Zeiten anstehender Währungsunordnung gibt es nur eine Konstante: Gold. Es hat alle Weltleitwährungen überlebt. Dabei konnte Gold seine Kaufkraft erhalten. Ob Ägypter vor 3.000 Jahren, Griechen, Römer, Azteken oder Inkas: Alle wussten, dass Gold etwas ganz Besonderes ist. Sie nutzten es als Wertaufbewahrung und Tauschmittel – wie Geld. Auch Silber erfüllte über Jahrhunderte den gleichen Zweck. Nach einer Zeit, in der Edelmetalle von Anlegern oft unbeachtet blieben, gelang Gold und Silber in den letzten 20 Jahren eine starke Rückkehr. Seit den Ausverkaufskursen 2002 schnellte der Goldpreis um 600% hoch. 2022 kauften Zentralbanken eine Rekordmenge an Gold. In der ersten Hälfte 2023 ging der Aufkauf weiter. Das „wertstabilste Gut der Erde“ ist gefragt wie lange nicht. Der Edelmetallmarkt ist bei Weitem noch nicht ausgereizt. Er soll weltweit bis zum Jahr 2030 auf 403 Mrd. US-Dollar wachsen; also 5,6% Jahreswachstum im Schnitt.

Goldpreis knackt erstmals 2.100 Dollar-Marke

Die tendenziell zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit macht den sicheren Hafen Gold für viele Menschen attraktiv. Anfang Oktober 2023 notierte das Edelmetall knapp über der 1.800-US-Dollar-Marke. Ende 2023 – am 4. Dezember – gab es einen neuen Gold-Meilenstein: Der Preis stieg im laufenden Handel auf 2.146 US-Dollar (Quelle: netdania.com) pro Feinunze: Neuer Rekord! So machen Menschen Buchgewinne, die ihr Gold günstiger als zu dem Kurs gekauft haben. Grundsätzlich ist es nicht sinnvoll, bei Anlagen in physischem Edelmetall in kurzen Zeiträumen zu handeln. Höchststände beim Goldpreis stellen für Menschen, die ihr nicht mehr benötigtes Edelmetall veräußern wollen, eine gute Chance dar. Beim Altgoldverkauf an seriöse Edelmetallhändler können attraktive Preise erzielt werden. Das kann auch auf Direkthinweis eines Maklers an den Kunden passieren. Insgesamt hat der Goldkurs 2023 ein Plus über 10% erwirtschaftet.

Wie setzt ein Makler Edelmetalle und Gold am besten in seiner Kundenberatung ein?

Um mit bestehenden Vorurteilen oder Nachteilen bei einer Gold-Investition aufzuräumen, seien kurz diese Punkte genannt: Gold zahlt keine Zinsen und keine Dividende, und: Es ist nur was für Reiche. Die Nicht-Zahlung von Dividende ist richtig, jedoch eine Tatsache, auf die sich Anleger einstellen können. Es ist nicht die Aufgabe einer Gold-­Investition, Dividende zu erwirtschaften. Gold bietet finanzielle Freiheit und wirtschaftliche Sicherheit! Daher vertrauen viele Freundinnen und Freunde des Goldes auf seine anderen Stärken – wie etwa Inflationsschutz. Zudem kann physisches Gold mehrwertsteuerfrei erworben werden. Erzielte Gewinne sind nach einem Jahr Haltefrist sogar steuerfrei. Bei Steigerungen des Goldkurses gibt es auch immer wieder Anleger, die bei hohen Kursständen Gewinne mitnehmen.

Goldanlage: Auch zu kleinen Preisen

Dass Gold nur etwas für reiche Menschen ist, stimmt so nicht. Man kann schon in sehr kleinen Einheiten anlegen. Zum Beispiel beim Kauf von Kleinbarren in der Größe von einem Gramm. Der Preis dafür liegt um die 70 Euro. Wer gerne mit einem Sparplan in einem Edelmetall wie Gold anlegen möchte, dem steht bspw. der Edelmetallsparplan von philoro zur Verfügung. Mit der neuen niedrigsten monatlichen Sparrate von 25 Euro kann flexibel in physische Edelmetalle angespart werden. Das Produkt ist sehr gut für Finanzvermittler geeignet, um es ihren Kunden anzubieten. Es macht deren Portfolio wertstabil und rundet es ab. Daher darf man andere Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien oder Anleihen auch nicht in Form von Entweder-oder diskutieren, sondern Gold ergänzt diese Anlageformen sehr gut. Gold gehört zu einer ganzheitlichen objektiven Kundenberatung dazu. Es wird oft als stabilisierender Faktor für das Kundenportfolio mit aufgenommen. Ein Makler bietet so seinem Kunden einen echten Mehrwert. Nicht umsonst bürgert sich immer mehr die Wirtschaftsweisheit ein: Viel Gold. Viel Zukunft.

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Bild: © M. Schuppich – stock.adobe.com

 
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Tobias Kascha