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Metaverse: AXA IM legt Themenfonds auf

Der Asset-Manager AXA IM hat einen Fonds zum Metaverse aufgelegt. Der Themenfonds investiert aktiv in eine Auswahl von Unternehmen, die an der Verschmelzung von virtuellen und physischen Welten beteiligt sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Teilbereichen Gaming, Social, Working und Enabling.

Der Hype geht weiter. Anleger können mittlerweile über Fonds in Unternehmen investieren, deren Geschäftsmodell mit dem sogenannten Metaverse zusammenhängt. Der neueste Fonds mit diesem Themenschwerpunkt kommt aus dem Hause AXA Investment Managers (AXA IM). Der AXA WF Metaverse-Fonds investiert in Unternehmen, die an der Verschmelzung der virtuellen und der physischen Welt beteiligt sind.

Palette an Themenfonds ergänzt

Verwaltet wird der Fonds von Pauline Llandric. Er ergänzt die themenbasierte Fondspalette von AXA IM – hierbei insbesondere die bestehenden Strategien Robotech und Digital Economy. Des Weiteren stuft ihn AXA IM als Artikel-8-Produkt gemäß der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) ein.

Globaler Multi-Cap-Ansatz

Die Fondsstrategie ist global ausgerichtet, der Aktienfonds wird aktiv verwaltet und verfolgt einen Multi-Cap-Ansatz. Investiert wird in die Teilbereiche Gaming, Social, Working und Enabling.

  • Gaming – Weitgehend als erster Baustein des Metaverse anerkannt, bietet es eine Möglichkeit, endlose Welten zu erkunden, personalisierte Erfahrungen zu schaffen und gleichzeitig mit einer großen Anzahl von Spielern zu interagieren.
  • Social – Grundlage des Metaverse sind Plattformen, die die Erstellung von Inhalten, die laufende Pflege von Live-Erlebnissen, Benutzeroberflächen und soziale Interaktionen ermöglichen.
  • Working – Es wird erwartet, dass das produzierende Gewerbe einen großen Teil des Metaverse-Marktes ausmachen wird. Immer anspruchsvollere Funktionen ermöglichen es Spezialisten, leistungsstarke 3D-Echtzeitsimulationen oder „digitale Zwillinge“ zu entwerfen und zu simulieren. Auch für Büroangestellte bietet das Metaverse Möglichkeiten für eine gemeinschaftlichere und immersivere Arbeitsumgebung.
  • Enabling – Bestimmte Wegbereiter werden der Schlüssel sein, um das Entwicklungstempo für das Metaverse zu bestimmen. Dazu zählen Sektoren wie Halbleiter, technologische Infrastruktur, Cybersicherheit und Payment.
Aktive Auswahl von 40 bis 60 Titeln

Derzeit besteht die Grundgesamtheit an Metaverse-Titeln laut AXA IM aus rund 250 Aktien. Aus ihnen wird der Asset-Manager 40 bis 60 Titel auswählen, die das Unternehmen als am relevantesten erachtet. Der Fonds steht Anlegern in Deutschland und Österreich sowie im Vereinigten Königreich, Frankreich, Belgien, Dänemark, Spanien, Finnland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Portugal und Singapur zur Verfügung. (tku)

Bild: © DIgilife – stock.adobe.com

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar: Game of GAFA(M)

 

Kommentar: Game of GAFA(M)

Auch wenn Firmen wie PayPal, Mastercard oder Visa bald anderen Sektoren zugerechnet werden, bleibt der Tech-Sektor bestimmend für Aktienmärkte und -indizes. Und da endet der Hype nicht. Fondsgesellschaften legen sogar Metaverse-ETFs auf. Wer wird von diesem Trend profitieren? Ein Kommentar.

Ein Kommentar von Tom Kufner, AssCompact

Sagt Ihnen das Akronym GAFA etwas? Es steht für die großen US-Plattform-Unternehmen – die Giganten unserer Zeit: Google (mittlerweile Alphabet), Amazon, Facebook (mittlerweile Meta Platforms) und Apple. Manchmal wird das Software-Urgestein Microsoft noch dazugezählt und dementsprechend ein M ergänzt.

Diese Tech-Riesen ziehen wegen ihrer Marktmacht immer wieder Kritik auf sich, insbesondere wenn sie miteinander kooperieren. Die mutmaßliche Absprache zwischen Meta und Alphabet rund um die Versteigerung von Online-Werbung ist nur das jüngste Beispiel.

Doch die Plattform-Konzerne konkurrieren auch miteinander. Und Meta könnte das erste Opfer in diesem Game of GAFA sein. Seit Anfang des Jahres hat die Meta-Aktie fast 40% an Wert eingebüßt (Stand: 21.02.2022). Die Gründe: Die Konkurrenz-Plattform TikTok ist bei jungen Nutzern beliebter, Facebook schrumpft, WhatsApp lässt sich kaum monetarisieren und es ist kaum vorstellbar, wie aus Instagram noch mehr Werbegeld herausgequetscht werden könnte.

In diese für Meta schwierige Situation hinein zog Apple 2021 die Zügel in puncto Datenschutz an. Dieser Schlag traf das Zuckerberg-Imperium besonders hart. Sein Heil sucht Ex-Facebook nun im Metaverse. Der Traum, mithilfe einer digitalen Zweitwelt wieder zu alter Macht zurückzufinden, klingt wie aus einem Fantasy- oder Science-Fiction-Roman entlehnt – tatsächlich gilt der Roman Snow Crash von Neal Stephenson als konkrete Blaupause für die Vision vom Metaverse. Und diese Vision lässt sich Zuckerberg einiges kosten. 2021 waren es 10 Mrd. US-Dollar, die ins Metaverse flossen.

Vielleicht wäre es das Klügste, GAFA in GAMA umzutaufen. Selbst wenn Meta dann untergehen sollte, könnte Microsoft das Meta-M schlicht ersetzen, ohne dass ein neues Akronym nötig wäre. Der Software-Konzern aus Redmond setzt nämlich auch auf das Metaverse. Im Gegensatz zu Meta hat Microsoft aber einige Pfeile im Köcher. Zuckerberg hingegen muss alles auf eine Karte setzen.

Anderer Meinung? Schreiben Sie an kufner@asscompact.de.

Diesen Kommentar lesen Sie auch in AssCompact 03/2022, S. 58, und in unserem ePaper.

Bild: © zef art – stock.adobe.com

 

Kommentar: Gold ist genauso wertlos wie Bitcoin

Wer darauf gesetzt hatte, dass eine Goldbeimischung im Portfolio vor den Kursverlusten der nächsten Krise schützt, dürfte nach Beginn des Ukraine-Kriegs überrascht gewesen sein. Noch weniger als Gold, konnte das digitale Gold, Bitcoin, überzeugen. Das ist aber auch kein Wunder. Ein Kommentar.

Ein Kommentar von Tom Kufner, AssCompact

Der Goldpreis erreichte im März gegenüber dem Euro ein neues Rekordhoch. Auch in Dollar konnte Gold sich seinem Höchststand nähern und notierte zwischenzeitlich bei 2.070 US-Dollar pro Feinunze.

Wie kam es dazu? Gold gilt als Krisenschutz und Krisen gab es zuletzt reichlich. Noch schlimmer: Die meisten dieser Krisen dauern an. Neben der immer noch allgegenwärtigen Corona-Pandemie steigt auch die Inflation bedenklich. Fed und EZB gehen dieses Problem zwar an, befinden sich aber weit hinter der Zinskurve. Noch drastischere Maßnahmen könnten die Wirtschaft abwürgen.

Und nun auch noch das schwer Vorstellbare: ein Krieg in Europa. Ausgelöst und geführt von einer Atommacht. Sanktionen werden verhängt, Europa rüstet in einem ungeahnten Maße auf und eine Konfrontation zwischen der NATO und Russland steht im Raum. Unter derartigen Umständen müsste sich Gold im Wert doch bereits verdreifacht haben, oder?

Wie gut reist es sich aber mit ein paar Feinunzen Gold, wenn man sein Zuhause hinter sich lassen muss, um vor Krieg zu fliehen? Wie gelangt man nach dem Zusammenbruch des Finanzsystems an sein Bankschließfach? Wie viel Goldstaub ist ein Brötchen nach dem Ende der Welt, wie wir sie kannten, wert?

Da ist Bitcoin als „digitales Gold“ doch viel verlockender. Das Handy befindet sich ohnehin immer in der Tasche. Und solange man noch Strom hat, die Bitcoin-Nodes laufen und man jemanden findet, der seine Vorräte für ein paar Bitcoin-Bruchstücke verkauft, ist doch alles in Butter. Oder etwa nicht?

Gold und Bitcoin haben keinen inneren Wert. Für beide ist maßgeblich, was wir bereit sind, dafür zu bezahlen. Gold wird vielleicht nie auf den Wert null sinken. Aber was würde mit dem Goldpreis geschehen, wenn Staaten zunehmend auf den Gedanken kämen, ihre Goldreserven aufzulösen, wie es einst Großbritannien gemacht hat? Russland beispielsweise saß im Januar auf Goldreserven im Gegenwert von 132 Mrd. US-Dollar.

Anderer Meinung? Schreiben Sie an kufner@asscompact.de.

Diesen Kommentar finden Sie auch in AssCompact 04/2022, S. 52, und in unserem ePaper.

Bild: © Emil – stock.adobe.com

 

Rückvergütung: Deutschland stellt sich gegen EU-Kommission

Das geplante Rückvergütungsverbot der EU-Kommission wackelt. Einem vertraulichen Papier zufolge, stemmt sich Deutschland gegen ein Verbot des umstrittenen „Payment for Order Flow“. Das dürfte im Interesse der Neobroker sein, deren Geschäftsmodelle auf diese Vergütungspraxis angewiesen sind.

Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass die EU ein Verbot des sogenannten „Payment for Order Flow“ plant. Die Umsetzung sollte über die anstehende MiFID-Überarbeitung erfolgen (AssCompact berichtete). Zum Handeln berufen fühlte sich die EU-Kommission deshalb, weil der Verdacht im Raum stand, Broker und insbesondere Neobroker wie Scalable Capital, könnten bei der Auswahl des Handelsplatzes gegen das Kundeninteresse agieren. Der Broker habe bei „Payment for Order Flow“ nämlich ein Interesse daran, nicht den für den Kunden günstigsten Handelsplatz zu wählen, sondern denjenigen, der die höchste Rückvergütung verspricht.

Studie registriert keine Nachteile für Anleger

Diesem Verdacht trat unter anderem der Marktführer auf dem deutschen Neobroker-Markt entgegen. Trade Republic belegte mit der Studie, dass seinen Kunden durch die Rückvergütung keine Kostennachteile bei den Ausführungskursen entstünden.

Deutschland stemmt sich gegen EU-Kommission

Nun hat die Interessenvertretung der deutschen Neobroker wohl einen Durchbruch zu verbuchen. Laut Informationen des Branchendienstes finanz-szene.de stemmt sich Deutschland gegen das von der EU-Kommission geplante Verbot von Rückvergütungsmodellen.

BMF bestätigt Urheberschaft

finanz-szene.de zitiert in diesem Zusammenhang aus einem vertraulichen Positionspapier der Bundesregierung, in dem es deutlich heißt: „Germany strongly opposes the inclusion of the general ban on payment for forwarding client orders for execution.” Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums bestätigte gegenüber dem Branchendienst, dass das Papier aus ihrem Haus stamme, wollte aber nicht weiter Stellung beziehen.

Bestehende Regulierung ausreichend

Die im Positionspapier genannte „deutsche Delegation“ bestreite zwar nicht, dass die Rückvergütung der Market Maker an die Broker einen Interessenkonflikt darstelle. Die bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen seien jedoch ausreichend, um eine Benachteiligung der Kunden zu verhindern.

Rückschlag für aufkeimende Aktienkultur

Außerdem wird in dem Papier die Meinung vertreten, dass ein Verbot der Rückvergütung einen herben Rückschlag für Privatanleger darstellen könnte. Immerhin hätten allein in Deutschland in den vergangenen Jahren zwei Millionen Anleger erstmals in den Aktienmarkt investiert. Das sei zu einem signifikanten Anteil auf den Erfolg der Neobroker zurückzuführen.

„Payment for Order Flow“ unerlässlich

Das Prinzip „Payment for Order Flow“ ist für das Geschäftsmodell der Neobroker unerlässlich. Zwar erhalten auch andere Anbieter eine derartige Rückvergütung der jeweiligen Market Maker. Die Neobroker sind allerdings auf diese Kickbacks angewiesen, da sie andernfalls nicht derart niedrige oder sogar keine Ordergebühren verlangen könnten. Ein Verbot der Rückvergütung würde dementsprechend das Geschäftsmodell der Neobroker gefährden. (tku)

Bild: © Vlad – stock.adobe.com

 

So viele Deutsche betrachten sich als „Öko-Investoren“

27% der Deutschen, die über ein investierbares Vermögen verfügen, sind „Öko-Investoren“. Sie betrachten sich als Umweltschützer, suchen aber nach gewinnbringenden Investments. Das ergibt eine YouGov-Analyse. „Öko-Investoren“ sind überwiegend männlich und verfügen über ein hohes Einkommen.

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov hat eine Analyse veröffentlicht, die ergibt, dass 43% der deutschen Bevölkerung investierbares Vermögen aufweisen. Das entspricht mehr als 30 Millionen Menschen. Unter ihnen wiederum ist mehr als jeder Vierte (27%) ein sogenannter „Öko-Investor“. So bezeichnet YouGov Personen, die sich selbst als Umweltschützer sehen, aber auch nach gewinnbringenden Investments suchen.

Weniger „Öko-Sparer“

Ihnen gegenüber klassifiziert YouGov Personen, die sich für Umweltschützer halten, aber nicht nach gewinnbringenden Anlagemöglichkeiten suchen als „Öko-Sparer“. Sie machen 22% der Deutschen mit investierbarem Vermögen aus. Die restlichen Deutschen mit investierbarem Vermögen – „Investoren“ und „Sparer“ – betrachten sich nicht als Umweltschützer.

„Öko-Investoren“ weisen hohes Einkommen auf

Die „Öko-Investoren“ sind häufiger männlich (62%) und im mittleren Alter. 31% der Deutschen mit investierbarem Vermögen sind demnach zwischen 30 und 44 Jahre alt. In der Gesamtbevölkerung macht diese Altersgruppe nur einen Anteil von 23% aus. Die „Öko-Investoren“ verfügen über ein höheres persönliches Einkommen und bevorzugen hochwertige Produkte und Dienstleistungen. Außerdem kaufen sie bei Unternehmen, deren Ethik und Werte sie teilen.

Über die Studie

Die Analyse mit dem Titel „Nachhaltiges Investieren in Deutschland“ basiert auf dem Zielgruppensegmentierungstool YouGov Profiles. Auf der Plattform sind über 94.000 volljährige Panelisten aktiv. Die Einteilung nach Investitionsbereitschaft und Einstellung zum Umweltschutz ist auf Eigenaussagen zurückzuführen. (tku)

Bild: © Johannes Essmann – stock.adobe.com

 

ELTIF-Studie: Marktvolumen wurde massiv unterschätzt

Der Markt für ELTIFs ist deutlich größer als bisher angenommen. Scope schätzt, dass mittlerweile bereits bis zu 7,7 Mrd. Euro in diesen Fondsvehikeln stecken. Zuletzt war man nur von 2,4 Mrd. Euro ausgegangen. Besonders relevant sind ELTIFs in Italien und Frankreich. Deutschland hat Nachholbedarf.

Das Analysehaus Scope hat sich in einer aktuellen Studie mit ELTIFs beschäftigt. Diese European Long Term Investment Funds wurden im Jahr 2015 als neues Fondsvehikel eingeführt, um vermögenden Privatanlegern einen europaweit einheitlichen, regulierten Zugang zu illiquiden Anlageklassen zu ermöglichen.

Marktvolumen massiv unterschätzt

Die repräsentative Umfrage unter Asset-Managern ergibt nun, dass der ELTIF-Markt wohl deutlich größer ist als bisher angenommen. Scope schätzt das ELTIF-Volumen basierend auf den erhobenen Daten per Ende 2021 auf 7,2 bis 7,7 Mrd. Euro für 53 registrierte und vermarktete Produkte. Frühere Schätzungen waren nur von einem ELTIF-Marktvolumen von 2,4 Mrd. Euro per April 2021 ausgegangen.

Relevante Asset-Klassen

Das meiste Kapital vereint demnach die Asset-Klasse Private Debt mit 36% des platzierten Volumens auf sich. Zweitstärkstes Anlagesegment ist mit 31% Infrastruktur, wobei viele Produkte dieser Kategorie nur für professionelle Investoren zugelassen wurden. Rund 26% sind in Private-Equity-ELTIFs angelegt. Die restlichen 7% beschränken sich nicht auf eine Asset-Klasse, sondern stecken in gemischten ELTIFs.

Privatanleger haben weniger Zugang

46% des Marktvolumens sind nach Analystenschätzung in ELTIFs platziert, die professionellen Kunden vorbehalten sind, 54% in Produkten, die sowohl für Privatanleger als auch für professionelle Kunden zugelassen sind. Zu den aktivsten Asset Managern, die ihre Produkte auch Privatanlegern anbieten, gehören Amundi, Azimut, BlackRock, Commerz Real, Muzinich und Partners Group.

Italien und Frankreich im Fokus

Die regional größten ELTIF-Märkte in Europa sind laut Studie Italien und Frankreich. Der italienische ELTIF-Markt wird von Privatanlegern dominiert, die unter bestimmten Bedingungen von steuerlichen Anreizen profitieren können. Der französische ELTIF-Markt hingegen ist vor allem ein Markt für professionelle Investoren.

Situation in Deutschland

Der ELTIF-Markt in Deutschland hinkt im Vergleich zu Italien und Frankreich hinterher. Einer der Gründe ist laut Scope vermutlich, dass es nach den schlechten Erfahrungen mit geschlossenen Beteiligungen in der Finanzkrise gerade in Deutschland lange eine Skepsis gegenüber geschlossenen Produkten gab. Zudem behindere die komplexe Abwicklung mit teilweise hohem manuellen Aufwand den Vertrieb im fragmentierten deutschen Bankenmarkt mit zusätzlich vielen unterschiedlichen Fondsplattformen. ELTIFs seien deshalb in Deutschland bislang vor allem erfolgreich in Private-Wealth-Einheiten von Großbanken, die die Abwicklung im eigenen Haus durchführen, platziert worden. Nach Startschwierigkeiten gebe es in jüngster Vergangenheit allerdings positive Beispiele dafür, dass ELTIFs auch abseits der Großbanken in Deutschland ankommen. Sowohl im Vertrieb der Private-Banking-Einheiten als auch bei den Abwicklungsplattformen würden Lernprozesse einsetzen.

EU-Gesetzgebung als ELTIF-Booster

Als weiterer Wachstumstreiber für den ELTIF-Markt könnte sich die aktuell innerhalb der EU diskutierte Gesetzesnovelle erweisen, die die Rahmenbedingungen für das Angebot und den Vertrieb von ELTIFs durch weniger Restriktionen optimieren soll, glauben die Scope-Analysten.

Sekundärmarkt wünschenswert

Außerdem könne die Etablierung eines Sekundärmarkthandels förderlich sein, da gerade gehobene Privatkunden die Illiquidität der allermeisten ELTIF-Produkte teilweise als Hürde empfänden. Auch das geht aus der Scope-Befragung hervor.

ELTIFs als Nachhaltigkeitstreiber

Darüber hinaus zeige die Erfahrung aus Italien, dass insbesondere nationale steuerliche Anreize ein großer Treiber für das Wachstum des ELTIF-Markts sein könnten. Bedarf an einer stärkeren Verbreitung von ELTIFs hätten nicht nur Anleger und Anbieter. Auch vonseiten der EU bestehe ein berechtigtes Interesse an einem größeren ELTIF-Markt. Diese Fondsvehikel könnten sich nach Ansicht der Scope-Analysten als schlagkräftiges Instrument bei der Umsetzung des europäischen Green Deals erweisen, weil sie Investitionen in Sachwerte und Infrastruktur förderten. (tku)

Bild: © zobaair – stock.adobe.com
 

Sparplan-Boom: Deka verzeichnet eine Million Neuabschlüsse

Wertpapiersparpläne werden immer beliebter. Die 2021er-Zahlen der Deka sind der beste Beweis dafür. Das Sparkassen-Fondshaus verzeichnet 1,06 Millionen neue Wertpapiersparpläne. Auch abseits der Sparpläne war es ein Rekordjahr für die Deka. Die Prognose für 2022 wird vom Krieg in der Ukraine überschattet.

Wie die Deka, das Wertpapierhaus der Sparkassen-Gruppe, mitteilt, hat sich die Nachfrage nach Wertpapiersparplänen noch einmal deutlich erhöht. 2021 wurden mehr als eine Million (1,06 Millionen) neue Deka-Wertpapiersparpläne abgeschlossen. Im Vorjahr waren es noch lediglich rund 776.000 Neuverträge. Mit Stand Ende 2021 verwaltet die Deka demnach knapp sieben Millionen Sparpläne.

Zahlen des Geno-Wettbewerbers

Zum Vergleich: Das Wertpapierhaus der Genossenschaftsbanken, Union Investment, schloss 2021 ebenfalls mit einem Rekordergebnis ab und verzeichnete rund 584.000 Netto-Neueröffnungen von Wertpapiersparplänen. Die weiteren Union-Investment-Zahlen gibt es hier.

Aktienfonds und Zertifikate gefragt

Die gesamte Nettovertriebsleistung der Deka-Gruppe habe sich 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 11% auf 35,7 Mrd. Euro verbessert. Der weitaus größte Teil davon entfiel auf Retailkunden. Mit 25 Mrd. Euro habe sich der Nettoabsatz in diesem Kundensegment im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt. Gefragt waren demnach insbesondere Aktienfonds (7,8 Mrd. Euro) und Rentenfonds (2,8 Mrd. Euro) sowie Zertifikate (7,1 Mrd. Euro). Von den Zuflüssen in eigene Publikumsfonds entfielen rund 28% auf Produkte mit nachhaltigen Merkmalen.

Vertriebsleistung und Übernahmen

Die Total Assets der Deka-Gruppe stiegen im Vergleich zum Vorjahr um rund 56 Mrd. Euro auf 395,1 Mrd. Euro. Als Gründe dafür führt die Deka die höhere Nettovertriebsleistung, eine gute Wertentwicklung sowie den Erwerb des quantitativen Asset-Managers IQAM Invest Anfang des Jahres (Zufluss von rund 7 Mrd. Euro) an.

Wertpapiersparplan als Inflationsschutz

„Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, sagt Dr. Georg Stocker, Vorstandsvorsitzender der DekaBank. „Vor dem Hintergrund des schrecklichen Krieges in der Ukraine wirkt ein Rückblick auf das Jahr 2021 wie ein Blick in eine andere Zeit. Die Auswirkungen auf die Finanzbranche, auf die Konjunktur und auf die Anlagestrategien sind bereits deutlich spürbar und werden es bleiben – auch über 2022 hinaus. Erfreulich ist: Das Wertpapiersparen ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist der beste Inflationsschutz für die Ersparnisse der Menschen.“

Deka sieht sich gut gerüstet

Die eigene Finanz- und Vermögenslage bewertet die Deka-Gruppe als weiterhin sehr solide. Die DekaBank verfüge über eines der besten Kapitalmarktratings unter den deutschen Geschäftsbanken. Die harte Kernkapitalquote liege demnach zum Jahresende 2021 bei 15,2% und übertreffe die aufsichtsrechtliche Anforderung damit deutlich.

Prognose für 2022 ungewiss

Die Jahresprognose der Deka für 2022 wird durch den Krieg in der Ukraine belastet. Dennoch geht das Wertpapierhaus aus heutiger Sicht weiter davon aus, dass sich das wirtschaftliche Ergebnis für das Jahr 2022 in der angestrebten Größenordnung und damit leicht über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre bewegen wird. (tku)

Bild: © cineberg – stock.adobe.com

 

Preiskrieg bei ETFs drückt die weltweiten Fondskosten

Die ETF-Anbieter liefern sich im Hinblick auf Kosten und Gebühren einen Unterbietungswettbewerb. Damit drücken sie auch die Kosten für aktiv gemanagte Fonds. Das ist eine Erkenntnis des Analysehauses Morningstar aus einer aktuellen Studie. Auch die Auswirkungen der Honorarberatung werden darin beleuchtet.

Das Analysehaus Morningstar hat eine Auswertung zu Gebühren und Kosten innerhalb der Fondsbranche veröffentlicht. Dabei haben die Analysten die Kosten für Fondsanleger in 26 Märkten mit dem weltweiten Durchschnitt verglichen. Morningstar vergab in diesem Zusammenhang die Bewertungen „Gut“, „Überdurchschnittlich“, „Durchschnittlich“, „Unterdurchschnittlich“ oder „Schlecht“.

Top und Flop

Mit „Gut“ bewertete Morningstar Australien, die Niederlande und die USA als die nach Gebühren und Kosten anlegerfreundlichsten Märkte. Italien und Taiwan hingegen wurden erneut als „Schlecht“ eingestuft, weil diese Fondsmärkte die höchsten Gebühren und Kosten aufweisen.

„Die gute Nachricht für globale Fondsanleger ist, dass die Gebühren in vielen Märkten sinken“, erklärt Grant Kennaway, Head of Manager Selection bei Morningstar und Mitautor der Studie. „Das ist darauf zurückzuführen, dass Gelder in günstigere Fonds fließen und die Preise vorhandener Anlagelösungen überarbeitet werden.“

Gefahr von Fehlanreizen besteht weiter

„Dass immer mehr Fonds statt Pauschalgebühren Einzelgebühren in Rechnung stellen, erhöht die Transparenz und fördert den Erfolg von Anlegern“, so Kennaway weiter. „Weil jedoch die globale Fondsbranche nach wie vor Ausgabeaufschläge verwendet und es in 18 europäischen und asiatischen Märkten üblich ist, laufende Provisionen einzukalkulieren, kann das zu Unklarheiten bei Anlegern führen. Unseres Erachtens kann das zu Fehlanreizen führen, von denen der Vertrieb, vor allem in Banken, mehr profitiert als die Anleger.“

Durchschnittliche Kostenquote sinkt

Seit der Studie 2019 sanken den Studienergebnissen zufolge in den meisten Märkten die nach Vermögenswerten gewichteten durchschnittlichen Kostenquoten für inländische und zum Vertrieb zugelassene Fonds.

Gelder fließen in günstigere Anlagemöglichkeiten

Der Rückgang der nach Vermögenswerten gewichteten durchschnittlichen Gebühren werde laut Morningstar davon getrieben, dass einerseits Gelder in günstigere Fonds fließen und andererseits die Preise vorhandener Anlagelösungen neu gestaltet würden.

Honorarberatung bleibt regional begrenzt

Außerhalb des Vereinigten Königreichs, der USA, Australiens und der Niederlande zahlten Anleger nur selten direkt für Finanzberatung.

Honorarberatung stärkt kostengünstigere Lösungen

In den USA und Australien habe der Wechsel zur Honorarberatung die Nachfrage nach kostengünstigeren Anlagelösungen, wie etwa passiven Fonds, angekurbelt. Hier entschieden sich Institutionen und Berater zunehmend gegen teurere Anteilsklassen, für die Beratungs- und Vertriebsgebühren anfallen. Der Trend dehne sich auch zunehmend auf Märkte wie Indien und Kanada aus.

ETFs drücken die Fondsgebühren

Preiskriege im ETF-Universum drückten außerdem die Fondsgebühren rund um den Globus. In den USA seien die Gebühren bei einigen Indexfonds und ETFs aufgrund des starken Wettbewerbs bereits auf null gesunken.

Wettbewerb allein senkt Kosten in der Regel nicht

In Märkten, in denen Banken den Fondsvertrieb dominierten, gebe es hingegen keine Anzeichen dafür, dass der Markt allein dafür sorge, die nach Vermögenswerten gewichteten durchschnittlichen Kostenquoten für Endanleger zu senken. Besonders offensichtlich sei das in Märkten wie Italien, Taiwan, Hongkong und Singapur, in denen teure Offshore-Fonds eine größere Bedeutung im Vertrieb hätten als günstigere lokale Fonds.

Keine Pauschalgebühren = Bestwertung

Australien, die Niederlande und die USA erhielten laut Morningstar deshalb die besten Bewertungen, weil dort üblicherweise keine Pauschalgebühren für Fonds erhoben werden.

In Großbritannien muss Mehrwert belegt werden

Das Vereinigte Königreich wird von den Morningstar-Analysten lobend erwähnt, weil es mittlerweile jährliche Assessments of Value, also Wertprüfungen, vorschreibt. Fondsgesellschaften müssten darin belegen, welchen Mehrwert jeder Fonds im Vergleich zu den berechneten Gebühren für die Anleger erbracht hat. (tku)

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flatexDEGIRO mit Whitebox-Robo

Der Online-Broker flatexDEGIRO geht eine vertiefte Partnerschaft mit dem Robo-Anbieter Whitebox ein. Noch im Sommer dieses Jahres soll den Kunden von flatex Deutschland eine vollständige digitale Anlagelösung zur Verfügung gestellt werden. Eine europaweite Expansion ist geplant.

flatexDEGIRO erweitert seine Kooperation mit Whitebox. Der nach Kundenzahl größte Online-Broker Europas hat angekündigt, seinen Kunden künftig eine vollständige digitale Anlagelösung (Robo-Advisor) anzubieten. Die Umsetzung bei flatex Deutschland soll noch im Sommer 2022 erfolgen. Nach der erfolgreichen Einführung in Deutschland werde flatexDEGIRO die Ausweitung des Angebots auch auf alle DEGIRO-Kunden angehen, teilten die beiden Unternehmen mit.

Angebot an wenig handelnde Kunden

„Die erweiterte Partnerschaft steht im Einklang mit der strategischen Priorität von flatexDEGIRO, Millionen von Privatanlegern in Europa die beste Online-Brokerage-Plattform in Bezug auf Produkt, Plattform und Preis zu bieten“, so Frank Niehage, CEO von flatexDEGIRO. „Sie ermöglicht es uns, unseren Kunden den Zugang zu einer zusätzlichen, sehr attraktiven und komfortablen Form der Geldanlage zu bieten. Davon profitieren vor allem Kunden, die bisher weniger handelsaktiv waren. Zudem können wir so neue Kundengruppen ansprechen, die generell Unterstützung bei nachhaltigen und langfristigen Investitionen am Kapitalmarkt suchen. Das Angebot digitaler Vermögensverwaltung in Form von Robo-Advisory ist der nächste, logische Schritt in der Vertikalisierung unserer einzigartigen europäischen Brokerage-Plattform.“

Europäische Expansion für Whitebox

„Wir freuen uns sehr über die Möglichkeiten, die sich aus der strategischen Partnerschaft ergeben“, sagt Salome Preiswerk, Gründerin und Geschäftsführerin von Whitebox. „Unser Ziel ist es, Investments anzubieten, die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten, einfach, transparent, kostengünstig – und von hoher Qualität sind. Die Ausdehnung unserer Reichweite mit einem vertrauenswürdigen Partner wie flatexDEGIRO auf potenziell mehrere Millionen Privatanleger in ganz Europa bedeutet für uns einen großen Schritt nach vorne.“

Ein AssCompact-Interview mit Salome Preiswerk über die Zukunft der Geldanlage ist hier zu finden.

Kooperation wie zwischen ING und Scalable Capital

Die Kooperation ist demnach vergleichbar mit der seit 2017 bestehenden Kooperation zwischen der größten Direktbank Deutschlands, der ING, und dem Neobroker und Robo-Anbieter Scalable Capital. Diese Kooperation hatte auch einen großen Anteil daran, dass Scalable mittlerweile Europas größter digitaler Vermögensverwalter ist. Der weltweit größte Robo-Anbieter ist Vanguard mit über 200 Mrd. US-Dollar Assets under Management. Seit Kurzem ist Vanguard mit seinem digitalen Anlageservice auch in Deutschland am Start, wie AssCompact bereits berichtete. Mehr dazu auch im Interview in AssCompact 04/2022, Seite 56 f., und im ePaper. (tku)

Bild: © flatexDEGIRO