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FiDA im Vertrieb: Zwischen Bedenken und Mehrwert

Eine aktuelle Studie von Accenture und der DHBW Mannheim beleuchtet, wie die neue EU-Verordnung FiDA den Vertrieb für Vermittler, Versicherer und Kunden verändert. Dazu wurden Exklusivvertreter befragt. Welche Chancen und Herausforderungen kristallisieren sich auch für die gesamte Branche heraus?

Interview mit Prof. Dr. Sascha Kwasniok, Leiter Studiengang BWL-Risk and Insurance Management, Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim, und Johannes Neumeyer, Leiter Insurance Strategy DACH bei Accenture Strategy & Consulting
Sie haben eine Studie zur neuen EU-Regulierung „Financial Data Access“ (FiDA) durchgeführt. FiDA könnte demnach den Versicherungsvertrieb – besonders im Exklusivvertrieb – stark verändern. Können Sie kurz erläutern, in welchen Bereichen es eingesetzt werden soll und wer davon „betroffen“ wäre?

Prof. Dr. Sascha Kwasniok (SK) FiDA verpflichtet Finanzinstitute dazu, Kundendaten mit anderen Finanzinstituten oder Finanzinformationsdienstleistern zu teilen, wenn der Kunde eine entsprechende Berechtigung erteilt hat. Dies muss digital und in Echtzeit erfolgen. Betroffen sind also Banken, Versicherer, Wertpapierfirmen, aber auch spezialisierte FinTechs, die im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Finanzdaten ihrer Kunden erheben, bereitstellen oder verwalten. Konkret sieht die Regelung vor, dass Dateninhaber lizenzierten Unternehmen – den Datennutzern – über digitale Schnittstellen Zugriff auf Finanzdaten ermöglichen müssen, wenn der Kunde dies erlaubt.

Wen haben Sie für die Studie befragt und was sind Ihre wichtigsten Erkenntnisse aus der Befragung?

 Johannes Neumeyer (JN) Zwischen November 2024 und Januar 2025 haben wir mehr als 500 Exklusivvertreter in Deutschland befragt. Die drei wichtigsten Erkenntnisse sind:

  • Es gibt ein heterogenes Bild zu Open Finance mit Aufklärungsbedarf. Neben viel Skepsis werden die grundsätzlichen Vorteile eines besseren Datenzugangs verstanden.
  • Persönlicher und vertrauensvoller Kundenkontakt ist ein Erfolgsfaktor, um FiDA-Einwilligungserklärungen zu erhalten.
  • Fast die Hälfte der Vertreter erwartet, dass „ihr Versicherer“ eine aktiv mitgestaltende Rolle im FiDA-Umfeld einnimmt.
Ziele von FiDA sind u. a., die Entwicklung von Open-Finance-Modellen sowie die digitale Transformation im Finanzsektor voranzubringen. Glauben Sie, dass dies im „Bürokratieland“ Deutschland gelingen kann? Wann und mit wie viel Aufwand?

SK Der europäische Gesetzgeber überlässt die Organisation des Finanzdatenaustauschs zunächst dem Markt, also den Finanzinstituten selbst. Diese sollen sich gemeinsam mit weiteren Stakeholdern zusammenschließen, um über die Standards, Formate und Rahmenbedingungen des Finanzdatenaustauschs zu beraten. Hier kann zum Teil auf bestehende Strukturen zurückgegriffen werden, beispielsweise auf die PSD2-SetUps aus dem Banking-Umfeld oder die Daten- und API-Infrastruktur aus dem BiPRO-Kontext.

JN Allerdings müssen die betroffenen Akteure dafür „an einem Strang ziehen“. Hier sehen wir die größte Herausforderung, da die individuellen Ausgangssituationen und die Summe der Partikularinteressen ein gleichgerichtetes Vorgehen erschweren. Auch der Umsetzungsaufwand variiert von Haus zu Haus, je nachdem, auf welchem Stand sich die IT befindet. Insbesondere für kleinere und mittlere Versicherer wird der Umsetzungsaufwand zur großen Herausforderung.

Welche Bedeutung hat die Regulierung Ihren Erkenntnissen nach denn für die Versicherungswirtschaft? Und im Speziellen: Wie sehr können auch kleinere Maklerhäuser dabei sein?

JN FiDA hat das Potenzial, den nationalen und perspektivisch den europäischen Markt stark zu verändern. Ziel ist es, sinnvolle Use Cases wie 360-Grad-Finanz- und Risikoanalysen, erleichterte TAA-Prozesse oder Churn-Management ohne Papier und Aufwand für Vermittler zu realisieren. FiDA erleichtert so die Vertriebsarbeit. Exklusivvertriebe profitieren von der Anbindung „ihrer Versicherer”, während kleinere Maklerhäuser auf Pools oder verbesserte Verwaltungsprogramme angewiesen sein werden. Eine Stand-Alone-Anbindung für durchschnittliche Vermittlerunternehmen erscheint unwahrscheinlich.

SK Hinsichtlich der Anbindung der Vermittler bestehen noch Interpretationsspielräume bezüglich der praktischen Beteiligung durchschnittlich großer Versicherungsvermittlerbetriebe. Wir empfehlen aber schon heute, die Anbindung von Maklern dezidiert zu prüfen. Die Maklerversicherer sollten sich hier Gedanken machen, um ein sinnvolles Angebot bereitzustellen und nicht den Pools oder anderen Akteuren das FiDA-Monopol zu überlassen.

Ihre Fragen gingen an den Exklusivvertrieb. Können die Studienergebnisse denn auch auf unabhängige Makler übertragen werden?

SK Der Exklusivvertrieb kann in besonderem Maße profitieren, da FiDA ihm Zugang zu Daten ermöglicht, auf die Makler aufgrund ihres Mandats bereits heute zugreifen können. FiDA geht aber noch weiter: Es geht ja nicht nur um Versicherungs-, sondern auch um Finanzdaten wie Kredite, Wertpapiere oder Finanzanlagen. Diese Daten erweitern auch für unabhängige Makler die Kundensicht und erleichtern eine gesamthafte Beratung. Die Bereitstellung der Daten in Echtzeit bietet sowohl dem Exklusivvertrieb als auch den Maklern eine höhere Datenqualität und ein besseres Erkennen von Beratungsanlässen.

JN Die Transparenz wird dem Makler-Geschäftsmodell natürlich zusätzlich helfen. Wie beim AO-Vertrieb wird die Frage der Kundenzustimmung sehr relevant sein. Unter Berücksichtigung unserer Studienergebnisse gehen wir davon aus, dass ein persönlicher, vertrauensvoller Vertriebskontakt die Erfolgschancen erhöht, diese Zustimmung zu erhalten. Dies gilt auch für unabhängige Makler. Entscheidend werden dabei das Vertrauensverhältnis, die Überzeugungskraft und die Erklärungen sein – sowohl beim Exklusivvertrieb als auch bei Maklern.

Um mal die Größenordnung einschätzen zu können: Geht es bei FiDA nur um Privatpersonen oder auch um Unternehmen?

SK Der geplante Datenaustausch umfasst sowohl Privat- als auch Geschäftskunden. Entsprechend weitreichend können die Auswirkungen von FiDA sein. Die Details hierzu, ob z. B. KMUs „kundenseitig“ im Scope liegen oder welche KMU-Definition genutzt wird, sind aktuell Teil der Trilog-Verhandlungen.

Und wie schätzen die befragten Vermittler FiDA ein?

SK Wir sehen ein insgesamt heterogenes Meinungsbild. Die ablehnenden Stimmen lassen sich zu zwei wesentlichen Bedenken zusammenfassen: den bürokratischen Aufwand bei der Umsetzung und der erleichterte Zugang für „schwarze Schafe“. Auf der anderen Seite haben wir auch Stimmen gesammelt, die in einem digitalen Zugang zu allen Finanzdaten des Kunden einen Mehrwert für eine allumfassende und bedarfsgerechte Beratung sehen. Insgesamt bewerten jüngere Vertreter die Potenziale offener Finanzdaten tendenziell höher, während sich ältere Generationen zurückhaltender äußern.

JN Die Exklusivvermittler bewerten den Datenschutz als sehr hohes Gut. Die Sorge vor Missbrauch und den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die eigene Arbeit wurde uns in den qualitativen Antworten der Studie sehr häufig zurückgemeldet. Gleichzeitig konnten wir feststellen, dass umso mehr positive Effekte bestätigt wurden, je konkreter wir fragten, wie etwa die Verbesserung der Beratungsqualität mit mehr Abschlüssen und dem daraus folgenden positiven Effekt auf die Provisionserträge.

Was könnte sich denn speziell in der Beratung verändern?

SK Als positiver Aspekt ist ganz klar die Transparenz des Kunden über seine Finanz-, Anlage- und Versicherungsprodukte zu nennen. Diese gesamthafte Sicht auf die Absicherungssituation des Kunden macht es für den Vertrieb leichter, den Kunden ganzheitlich und wirklich bedarfsgerecht zu beraten. Gerade im Bereich der Altersvorsorge ist es wertvoll, wenn Kunde und Vermittler gemeinsam auf Versicherungs-, Bank- und Wertpapierprodukte blicken können. Zudem ermöglicht die Echtzeitkomponente jederzeit eine datenbasierte und digitale Beratung, sodass Kunden schneller und öfter Beratungsimpulse erhalten können. Durch den Einsatz von GenAI sind spannende Ansätze möglich, um auch mit wenig Personal gute Beratung zu bieten.

Aber könnten Maklern, z. B. beim Teilen von Kundendaten, nicht auch Nachteile entstehen? Was sagen Sie Skeptikern?

SK Wie bereits angesprochen, wird der einfache Zugang zu Kundendaten durch Dritte skeptisch gesehen. Letztlich könnten auch Online-Vergleicher oder Berater der Hausbank sehen, welche Versicherungsverträge der Kunde hat, wenn er dem Datenabruf zustimmt. Das könnte das Umdecken erleichtern, was nicht immer im Sinne der Kunden sein könnte. Hierbei könnten auch die schlechten Erfahrungen der ersten Digitalmakler Mitte der 2010er-Jahre eine Rolle spielen. Damals haben Kunden durch die Nutzung ihrer Apps häufig unbedacht ihr Maklermandat übertragen.

JN Die Qualität der Beratung und Betreuung bleibt der entscheidende Erfolgsfaktor im Vertrieb. Vermittler müssen sich trotz hoher Datenverfügbarkeit klar gegenüber Kunden differenzieren. Wer Beratungskompetenz mit datenbasierten Erkenntnissen kombiniert ist im Vorteil – insbesondere Maklerpools. Daten- und Analytics-Fähigkeiten werden somit stärker über die Attraktivität eines Maklerpools entscheiden.

Welche (Praxis-)Probleme könnten auftreten, wenn die Regelung in Kraft ist? Wer holt die Zustimmung ein? Und was passiert, wenn Kunden ihre Daten nicht freigeben möchten?

SK Der Erfolg von FiDA steht und fällt mit der Bereitschaft der Kunden, ihre Daten zu teilen. Nur so kommt der Vertrieb erst in den Genuss einer gesamthaften Sicht auf Versicherungs- und Finanzdaten seiner Kunden. Unsere Studienergebnisse zeigen ein gewisses Selbstbewusstsein hinsichtlich der Ausschließlichkeit: 55% der Befragten glauben, dass die Kunden einer Datenöffnung zustimmen, wenn sie persönlich mit ihnen in Kontakt treten. Bei einer Anfrage durch den Versicherer wird dagegen nur mit einer Zustimmungsquote von 30% gerechnet. Der Vertrieb sitzt bei der Consent-Einholung also am Steuer. 77% der befragten Exklusivvertreter sind zwar bereit, die Kundeneinwilligung einzuholen, erwarten dafür aber eine Gegenleistung – sei es in Form finanzieller Vergütungen oder durch eigenen Zugriff auf die Kundendaten.

JN Ob FiDA ein Erfolg wird, hängt maßgeblich von der operativen Umsetzung ab. Nur wenn diese für Kunden einfach und intuitiv ist, wird es funktionieren. Die Liste der Herausforderungen ist lang: von der sicheren und einfachen Identifikation, über die Freigabe des richtigen Datenumfangs bis hin zum Widerruf und dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Schemes, z. B. von Versicherungen und Banken. Nichtstun ist jedoch keine Option, da digitale Anbieter die Lücke ausfüllen und die Kundenschnittstelle besetzen werden.

Was sollten die Player der Versicherungsbranche in Sachen FiDA nun nicht tun, wenn sie sich auf FIDA vorbereiten? Welche Vorgehensweisen empfehlen Sie nicht?

SK Angesichts der Potenziale, die in FiDA stecken, raten wir davon ab, die Umsetzung als reine regulatorische Bürde zu betrachten. Gerade aufgrund der vertrieblichen Möglichkeiten sollte der Vertrieb bei der inhaltlichen Ausgestaltung den Hut aufhaben und die Umsetzung nicht IT- oder Compliance-Einheiten überlassen.

Und was ist nun zu tun? Wie kann ein Maklerhaus bzw. dessen Vertrieb nun von FiDA profitieren?

JN Wir sehen zwei Aspekte. Einerseits müssen Potenziale klar vermittelt werden, um Vorbehalte im Vertrieb abzubauen. Dafür können greifbare Use Cases herausgearbeitet und Makler und Vertreter, die einem offenen Datenaustausch bereits aufgeschlossen gegenüberstehen, als „FiDA-Botschafter“ eingesetzt werden. Andererseits braucht es ein gemeinsames Zielbild aus Governance, Compliance und IT, da viele Anforderungen wie Consent-Management außerhalb der Vertriebsfunktion liegen. Ein gemeinsames Verständnis kann die erfolgreiche Umsetzung unterstützen.

Fassen Sie bitte Ihre wichtigsten Handlungsempfehlungen noch einmal stichpunktartig zusammen.

SK FiDA sollte nicht als regulatorischer Zwang, sondern als Chance verstanden werden. Versicherungsunternehmen sollten sich jetzt klar positionieren, ob sie lediglich die Vorgaben erfüllen oder sich als FiDA-Leader strategisch an die Spitze stellen wollen. Basierend auf dieser Positionierung sollte ein übergreifendes Zielbild zwischen Vertrieb, IT und Compliance entwickelt werden. Wir sehen den Vertrieb im Lead – ohne Blick auf vertrieblichen Mehrwert wird FiDA zu einem reinen Kostentreiber. Anhand von greifbaren, vertriebsnahen Use Cases sollten Mehrwerte schnell transparent gemacht werden und mögliche Vorbehalte bei Fachabteilungen, Vertriebspartnern und Kunden abgebaut werden.

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Wie Trusted AI die Assekuranz erobert

Wie können Versicherer das immense Potenzial von künstlicher Intelligenz (KI) nutzen, ohne das Vertrauen ihrer Kundschaft aufs Spiel zu setzen? Der Schlüssel: „Trusted AI“. Warum sie für die Zukunft der Branche unverzichtbar ist und welche Herausforderungen es auf dem Weg dorthin zu meistern gilt.

Ein Artikel von Fabian Bohnert, Director bei KPMG, Financial Services mit dem Schwerpunkt Insurance

Kaum drei Jahre ist es her, dass der Launch von ChatGPT für großes Aufsehen sorgte. Heute ist KI aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Sie entwickelt sich so rasend schnell, da kann selbst das Internet um die Jahrtausendwende nicht mithalten. Doch bei all der Euphorie rund um die Technologie: Ein Rest Skepsis, ja Sorge, was da in Zukunft noch kommt, bleibt. Und das ist gut so. 2025 steht nun im Zeichen von „Trusted AI“. Der Begriff wird breit und vielfach verwendet und beschreibt die rechtmäßige, ethische und technisch robuste Nutzung von KI. Insbesondere für die auf Sicherheit und Vertrauen ausgerichtete Versicherungsbranche ist das Thema von größter Relevanz. Denn Vertrauen und Innovation gehen hier Hand in Hand.

Warum es ohne Trusted AI nicht geht

Die Versicherungsbranche basiert von Natur aus auf Vertrauen. Kundinnen und Kunden vertrauen Versicherern sensible persönliche Daten an. Sie verlassen sich auf faire wie transparente Prozesse bei finanziellen Entscheidungen. Skepsis hingegen sorgt dafür, dass die Bereitschaft zur Datenfreigabe abnimmt. Das kann zum Problem werden, schließlich sind genauere KI-Modelle, die differenzierte und faire Entscheidungen treffen, nur durch die Bereitstellung von Daten möglich.

Hier offenbart sich die enge Verknüpfung zwischen Vertrauen und Innovationen bei Unternehmen, insbesondere bei Versicherern. Neue Technologien haben das Potenzial, nicht nur die Effizienz, sondern auch die Sicherheit zu steigern. Doch fehlt das Vertrauen der Kundschaft, sinkt das Potenzial. Ein Beispiel: ein KI-System zur schnellen Schätzung von Kfz-Schäden. Bei hohem Vertrauen wird die App genutzt und weiterempfohlen. Ohne Vertrauen befürchten Kundinnen und Kunden Missbrauch oder unfaire Bewertungen, meiden die Funktion und beharren auf manuellen Begutachtungen. Die Konsequenz: Es bleibt alles beim Alten, während Marktkonkurrenten dank vertrauenswürdiger KI-Services davonziehen.

Mit kleinen Schritten Großes bewirken

Daher kann es nur im Interesse der Versicherer liegen, das Thema Trusted AI mit hoher Priorität voranzutreiben. Und so sieht es auch die Branche selbst: 88% der Versicherungsunternehmen haben in einer KPMG-Studie angegeben, sich aktiv mit der Umsetzung von vertrauenswürdiger KI zu beschäftigen. Allerdings: Erst 17% haben das Thema auch in eine unternehmensweite Strategie eingebettet. Die Vorbereitungen laufen. Aber es könnte noch eine Weile dauern, ehe sich Trusted AI branchenweit etablieren wird.

Was ist der Grund für diese große Lücke? Auch hierauf bietet die Studie eine Antwort: Zwar wird Trusted AI als Garant für eine gelingende Implementierung von KI wahrgenommen. Doch ihre Umsetzung fordert Versicherer in vielfältiger Weise. Die größte Hürde ist laut Studie für 72% der Befragten die Entwicklung klarer ethischer Richtlinien und Governance-Strukturen. Ethische Bedenken in Bezug auf den Umgang mit sensiblen Daten und die Automatisierung kritischer Entscheidungen (58%) sowie die Herstellung von Transparenz hinsichtlich der Entscheidungsfindung von KI (50%) sind weitere Herausforderungen. All dies trägt dazu bei, dass die Mehrheit der Versicherer noch mit grundlegenden Fragestellungen beschäftigt ist. Das ist grundsätzlich gut so: Ein übereiltes Vorgehen kann Folgen haben, die schwer zu beheben sein können, teilweise sogar gar nicht von der IT registriert werden. Stichwort: KI als Blackbox. Insofern kann hier auch der Grundsatz „Think big, start small“ gelten.

Ein Blick in die Praxis

Was das in der Praxis meinen kann? Ein anschauliches Beispiel bietet hier die Schadenbearbeitung in der Tierkrankenversicherung, für die einige Versicherer bereits voll auf KI setzen. Das Ziel: den gesamten Prozess von der Schadenerfassung bis zur Auszahlung vollständig zu digitalisieren, um so die Bearbeitungszeit zu halbieren. Das ist ein idealer Case, um Vertrauen zur Kundschaft aufzubauen: Seit Corona ist die Zahl der Haustierbesitzerinnen und -besitzer beträchtlich gestiegen. Gleichzeitig ist die Beziehung vieler Deutscher zu ihrem Tier häufig sehr emotional. Registrieren Kundinnen und Kunden hier sichtbare Fortschritte, kann das in naher Zukunft auch dem Kerngeschäft zugutekommen – sowohl in technischer Hinsicht als auch in der Reputation.

Der EU AI Act als Katalysator?

Doch wie gelingt es darüber hinaus, Trusted AI umfassend im Geschäftsmodell eines Versicherers zu implementieren? Und wie gelingt es wiederum, dies auch der Kundschaft erfolgreich zu vermitteln?

Abhilfe kann der EU AI Act schaffen, der seit August 2024 rechtskräftig ist. Ob er zu einer europäischen Erfolgsgeschichte wird, hängt jedoch von den Anwenderinnen und Anwendern ab: Erkennen Versicherer darin nur eine regulatorische Pflichtübung? Oder die Chance, sich strategisch aufzustellen und sich von internationalen Marktteilnehmern abzusetzen? Ist Letzteres der Fall, könnte sich die EU-Verordnung auch im Versicherungssektor als Hebel für die Professionalisierung der KI-Nutzung erweisen.

Der AI Act ist somit notwendig, um KI nachhaltig und ethisch vertretbar im Versicherungssektor einzusetzen. Gleichzeitig ist dessen Anwendung und Umsetzung nur der erste Schritt. Assekuranzen sind gerade dabei, individuelle, ihrem spezifischen Geschäftsmodell entsprechende Lösungen zu finden. Einige Versicherer haben bereits präventive Maßnahmen ergriffen: Ethik-Richtlinien und -Boards sollen den verantwortungsvollen Umgang mit KI sicherstellen. Überwachungs- und Bewertungsprozesse dienen der frühzeitigen Erkennung potenzieller Risiken. Auch in Bezug auf Compliance, Erklärbarkeit und Transparenz wurden von einigen bereits Maßnahmen ergriffen.

Kohärenz für Vertrauen: Von Einzelmaßnahmen zur Strategie

All das sind Einzelmaßnahmen. Diese in eine unternehmensweite Strategie einzubetten und miteinander in ein sinnvolles Verhältnis zu setzen, ist – wie oben angedeutet – eine der größten Herausforderungen für Versicherungsunternehmen in den kommenden Monaten. KPMG hat dafür das KPMG Trusted AI Framework erstellt, das bei der sicheren und nachhaltigen Umsetzung von KI in der Praxis unterstützt. Gleichzeitig sollte ein wichtiger Aspekt nicht vergessen werden: das Enablement der Belegschaft. In diesem Bereich gibt es noch Luft nach oben: Schulungen und Seminare schaffen die Voraussetzungen, um eine umfassende KI-Kompetenz, wie sie der EU AI Act auch verlangt, im Unternehmen zu etablieren. Ebenso zentral ist jedoch eine positive KI-Kultur.

Mitarbeitende sollten ein echtes Interesse aufbringen und sich für die neuen Möglichkeiten begeistern. Denn am Ende sind sie es, die neue KI-Dienstleistungen gegenüber den Kundinnen und Kunden verständlich machen. Trusted AI steht und fällt also mit den Menschen, die sie bedienen, und den Menschen, die ihr vertrauen. Und dieses Vertrauen will verdient sein.

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Ein Artikel von
Fabian Bohnert

Digital Insurance Podcast: Run-off, KI und die Frankfurter Leben-Gruppe

Wie gelingt Run-off ohne Einbußen bei Service und Effizienz? Lars Krug, CTO der Frankfurter Leben-Gruppe, erklärt in der neuen Folge des Digital Insurance Podcast, wie KI, Standardisierung und IT-Strategie erfolgreiche Bestandsmigrationen ermöglichen.

Der Digital Insurance Podcast widmete seine neueste Episode dem Thema Run-off in der Lebensversicherungsbranche. Im Mittelpunkt stand ein Gespräch mit Lars Krug, Chief Technology Officer der Frankfurter Leben-Gruppe. Krug beleuchtete die zentrale Rolle der IT-Infrastruktur bei der erfolgreichen Übernahme und Integration von Versicherungsbeständen durch Run-off-Gesellschaften. Die Frankfurter Leben-Gruppe, mit 650.000 Verträgen aus sechs Akquisitionen und 170 Mitarbeitern an drei Standorten, dient dabei als eindrucksvolles Beispiel für einen erfolgreichen Ansatz.

Herausforderungen und Chancen des Run-offs

Die zunehmende Konsolidierung der Lebensversicherungsbranche durch Run-off-Transaktionen wirft bei Kunden häufig die Frage nach einer möglichen Verschlechterung des Kundenservice auf. Krug betonte jedoch, dass hohe Überschussbeteiligungen und exzellenter Service auch im Run-off-Kontext gewährleistet werden können. Der Schlüssel hierfür liegt seiner Ansicht nach in einer robusten und zukunftsfähigen technologischen Infrastruktur. Die Frankfurter Leben Gruppe hat in den letzten Jahren sechs Übernahmen erfolgreich gemeistert und konnte dabei die BaFin stets von der Qualität der Migrationen überzeugen. Dies unterstreicht die Bedeutung einer professionellen IT-Strategie für den Erfolg im Run-off-Geschäft.

IT als Erfolgsfaktor im Run-off-Prozess

Krug erklärte, dass die IT-Abteilung der Frankfurter Leben Gruppe nicht nur für die reibungslose Migration der Versicherungsbestände verantwortlich ist, sondern auch für die Sicherstellung eines kontinuierlichen und hochwertigen Kundenservice. Die Komplexität der zu migrierenden Daten und Systeme stellt eine enorme Herausforderung dar, die jedoch durch eine systematische und standardisierte Vorgehensweise gemeistert werden kann. Die Frankfurter Leben Gruppe setzt auf die Industrialisierung der Migrationsprozesse, um Effizienz und Qualität zu gewährleisten. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die enge Zusammenarbeit mit externen Partnern wie der adesso Gruppe und deren Tochterunternehmen afida, um die Migrationen effizient und zuverlässig abzuwickeln. Die Zusammenarbeit basiert auf einem Software-as-a-Service Modell, welches der Frankfurter Leben Gruppe Flexibilität und Kosteneffizienz bietet.

Die Rolle von KI im Run-off-Geschäft

Krug sieht großes Potenzial im Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Run-off-Bereich. KI kann sowohl bei der Automatisierung von Prozessen wie dem Datenmapping und der Tarifprüfung als auch im Kundenservice (z.B. Chatbots) eingesetzt werden. Auch die Einhaltung des Digital Operational Resilience Act (DORA) kann durch den Einsatz von KI unterstützt werden.

Schlussfolgerungen und Best Practices

Aus den bisherigen Erfahrungen der Frankfurter Leben Gruppe zieht Krug wichtige Learnings: Migrationen müssen nicht monatelang dauern, sondern können mit einem fokussierten Ansatz deutlich verkürzt werden. Eine klare Fokussierung auf das Wesentliche, die Sicherstellung der Kundenzufriedenheit und die intelligente Nutzung externer Expertise sind entscheidende Erfolgsfaktoren. Die Frankfurter Leben Gruppe setzt auf eine strategische Partnerschaft mit spezialisierten Dienstleistern und nutzt ein Software-as-a-Service Modell, um die Komplexität des Run-offs zu managen und gleichzeitig von Skaleneffekten zu profitieren.

Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter https://pielaco.com/podcast.

Weitere Podcasts
 

Mit Pools und Verbünden die KI-Challenge meistern

Künstliche Intelligenz (KI) gilt als Gamechanger im Versicherungsvertrieb – Stichwort Effizienz. Doch damit Makler die Potenziale von KI voll ausschöpfen können, müssen sie neue Pflichten und Regeln beachten. Unterstützung erhalten Vermittler dabei von Maklerpools und Dienstleistern ebenso wie von Verbänden.

Ein Artikel von Norman Wirth, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Versicherungsrecht und Geschäftsführender Vorstand des Bundes­verband Finanzdienstleistung AfW

Künstliche Intelligenz kann Prozesse automatisieren, Daten auswerten und personalisierte Empfehlungen geben – Aufgaben, für die früher ganze Teams Stunden und Tage brauchten. Innerhalb kürzester Zeit können KI-Systeme Dokumente analysieren, Schäden klassifizieren oder passende Tarife vergleichen. Für Versicherungsmakler birgt dies enormes Potenzial: mehr Effizienz, schnellere Abläufe und neue Vertriebschancen. Kein Wunder, dass über 70% der Makler KI eher als Chance denn als Bedrohung sehen, um ihre Arbeit zu verbessern – so das Ergebnis des 16. AfW-Vermittlerbarometers, der größten jährlichen Maklerumfrage. Gerade jüngere Maklerinnen und Makler zeigen großes Interesse an digitalen und KI-basierten Lösungen für Beratung und Kundenservice. Keine Überraschung.

Macht KI den Menschen überflüssig?

Allerdings werfen diese Entwicklungen Fragen auf. Wenn KI so viele Aufgaben übernimmt – wozu dann noch der Mensch? Die Antwort ist klar: Genau das, was einen guten Makler ausmacht, bleibt unersetzlich. Empathie, Vertrauen und Expertise lassen sich nicht digitalisieren. KI kann Routine- und Recherche­arbeiten abnehmen und so mehr Freiraum für das zwischenmenschliche Beratungsgespräch schaffen. Oder um es mit dem Marken- und Kommunikationsstrategen Frank Dopheide zu sagen: „Die KI macht die Arbeit. Der Mensch macht den Unterschied.“ Die Technik wird zur Assistenz, nicht zum Ersatz. Doch damit KI wirklich und trotzdem zum Gamechanger wird, müssen Makler neue Pflichten und Regeln beachten. Insbesondere die europäischen Vorgaben – von der KI-Verordnung bis zur DSGVO – setzen klare Rahmenbedingungen.

Europäische Vorgaben: 1. AI Act

Die EU schafft derzeit einen regulatorischen Ordnungsrahmen für KI. Mit der KI-Verordnung (EU AI Act) entsteht ab 2025 das weltweit erste umfassende KI-Gesetz. Es soll sicherstellen, dass künstliche Intelligenz im Einklang mit europäischen Werten entwickelt und eingesetzt wird. Hohe Risikoanwendungen (z. B. KI-Systeme zur Kreditwürdigkeitsprüfung oder medizinischen Diagnostik) unterliegen künftig strengen Auflagen – von Transparenz- und Dokumentationspflichten bis hin zu Risikoanalysen. Für Versicherungsvermittler bedeutet das konkret: Wer KI beruflich einsetzt, muss ab sofort genau hinsehen, ob die genutzten Systeme AI-Act-konform sind. Bloßes Vertrauen genügt nicht – gründliche Prüfungen der KI-Tools auf Zulässigkeit und Datensicherheit sind erforderlich.

2. DSGVO

Neben dem AI Act bleibt die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) das Maß aller Dinge für den Umgang mit personenbezogenen Daten. Sie gilt uneingeschränkt auch bei KI-Lösungen: Sobald ein KI-System Personendaten verarbeitet, müssen sämtliche DSGVO-Vorgaben eingehalten werden. Das heißt unter anderem Datenminimierung, Zweckbindung, Einwilligungen oder berechtigte Interessen prüfen. In der Praxis treten die Informationspflichten der DSGVO dabei neben neue Informationspflichten des KI-Acts – Kunden sind etwa zu informieren, wenn KI in Beratung oder Entscheidungsfindung zum Einsatz kommt.

Auch darf keine vollständig automatisierte Entscheidung ohne menschliches Votum erfolgen, sofern nicht eine Ausnahme nach Art. 22 DSGVO greift. Versicherungsmakler stehen somit vor der Aufgabe, KI-Tools datenschutzkonform zu integrieren. Seit dem 02.02.2025 sind sie sogar verpflichtet, über ausreichende KI-Kompetenz zu verfügen, wenn sie KI beruflich nutzen.

3. FiDA

Parallel bereitet die EU mit FiDA (Financial Data Access) eine weitere Regulierung vor, die Datenzugang und -teilung im Finanzsektor erleichtern soll. FiDA zielt darauf ab, dass Verbraucher ihre Finanz- und Versicherungsdaten einfacher kontrollieren und zwischen Dienstleistern teilen lassen können – also wie Open Banking nach PSD2, nur besser. Standardisierte Schnittstellen könnten Datensilos aufbrechen und neue Datenflüsse ermöglichen. Es eröffnen sich dadurch größere Chancen, Daten für Analysen zu nutzen, Risiken genauer zu bewerten und Angebote besser zu erstellen. Allerdings steigen zugleich die Anforderungen an Datensicherheit und Qualität. Große Mengen sensibler Finanzdaten verlangen höchste Schutzmaßnahmen, andernfalls drohen Vertrauensverluste durch Datenlecks. FiDA wird zudem flankiert von strengen Sanktionsandrohungen. Noch werden die Details zu FiDA in Brüssel heiß diskutiert. Im Laufe des Jahres könnte aber schon mehr Klarheit in konkrete Inhalte und den zeitlichen Rahmen der Umsetzung kommen. Makler sollten FiDA im Blick behalten: In Zukunft könnten Kunden ihnen gezielt Zugriff auf Versicherungs- und Finanzdaten gewähren, was Beratung und KI-Auswertungen erleichtert. Umso wichtiger ist, dass Vermittler Transparenz und Datenschutz ernst nehmen. Eines gilt bei allen europäischen Regeln: Compliance ist keine Kür, sondern Pflicht – aber richtig umgesetzt kann sie zum Wettbewerbsvorteil werden.

Zentrale Daten: Vorteil für Banken, AO und InsurTechs?

Innovative KI-Lösungen brauchen vor allem eines: Daten. Je umfangreicher und zentraler die Datenbasis, desto leistungsfähiger die KI. Genau hier liegen andere Vertriebswege im Vorteil: Versicherungsvertreter großer Gesellschaften, Bankvertriebe oder InsurTechs arbeiten meist mit zentralisierten Kundendaten. Alle Kundeninformationen fließen in eine gemeinsame Datenbank, aus der KI-Algorithmen sofort Muster und tiefer gehende Erkenntnisse über einzelne Kunden oder Zielgruppen ziehen können. Entsprechend sofort produktiv lassen sich KI-Anwendungen in solche Umgebungen integrieren – vom Chatbot im Kundenservice bis zum automatisierten Cross-Selling-System.

Und die Makler?

Unabhängige Makler haben demgegenüber eine fragmentierte Datenlage. Viele Einzelmakler nutzen Maklerverwaltungsprogramme – schlimmstenfalls sogar mehr als eines –, Excel-Listen oder haben Daten in verschiedenen Pool- und Versichererportalen verteilt. Makler, die mit zahlreichen Direktanbindungen und Pools zusammenarbeiten, sehen sich komplexen digitalen Herausforderungen gegenüber. Ein einheitlicher Datenpool fehlt oft. KI ist aber datenabhängig und benötigt qualitativ hochwertige Daten, um gute Ergebnisse zu erzielen. Ohne eine gute und große Datenbasis sind KI-Erkenntnisse limitiert. Hinzu kommt: Die Entwicklung eigener KI-Systeme erfordert immenses IT-Know-how und hohe Investitionen. Diese strukturellen Nachteile können dazu führen, dass Einzelkämpfer ins Hintertreffen geraten, während große Markt­akteure mit zentralen Daten und mächtigen Budgets davonziehen.

Mit Pools und Verbünden das Thema KI angehen

Die gute Nachricht: Makler müssen den KI-Pfad nicht allein beschreiten. Maklerpools und Verbünde haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten ihren Partnern vermehrt KI-gestützte Tools an. Dadurch lässt sich die Lücke zu den klassischen, datenzentrierten Vertriebswegen schließen. Beispiele aus der Praxis zeigen, wie Pools ihre Makler bei KI unterstützen:

Zentrale Datenplattformen: Einige Pools konsolidieren Bestands- und Kundendaten ihrer Makler in gemeinsamen Systemen. So betreibt ein Pool eine KI, die täglich die Bestandsdaten der angebundenen Makler (in Kopie) in eine KI-Datenbank importiert und auswertet. Daraus werden automatische Produktangebote generieret und der optimale Zeitpunkt für Kundenansprache erkannt. Wichtig: Die Kundendaten bleiben geschützt – diese KI arbeitet vollständig verschlüsselt und pseudonymisiert und ist nach eigenen Angaben „100% DSGVO-konform“ entwickelt. Dieses Beispiel zeigt, dass ein Makler über den Verbund sofort von KI profitieren kann, ohne selbst IT-Investitionen zu schultern.

Digitale Assistenten und Prozesse: Ein weiterer Marktteilnehmer hat ein KI-Tool, das auf die Wissensdatenbank des Pools zugreift und Vermittlern bei Fachfragen schnelle Antworten liefert.

Andere Pools setzen auf Automatisierung: So wird von einem großen Player eine KI-Anwendung angekündigt, die E-Mails automatisch klassifiziert, Dokumente analysiert und Kundenkommunikation erleichtert.

Solche Lösungen nehmen Maklern Routinearbeiten ab – Policenpflege, Terminvereinbarung, Schaden-Erstmeldung – und sparen immens Zeit. Automatisierte Bestands­analysen identifizieren Cross-Selling-Potenziale, ohne dass der Makler jeden Vertrag manuell prüfen muss.

Orientierungshilfe zur KI-Verordnung

Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung hat im März 2025 eine „Orientierungshilfe zur KI-Verordnung“ veröffentlicht, um Datenschutz und KI-Regeln greifbar zu machen. Er hat zudem in Ergänzung dazu im Sommer einen Praxisleitfaden „KI-Governance für unabhängige Vermittlerunternehmen“ für seine Mitglieder veröffentlicht, um eine erste Orientierung beim Einsatz von KI-Systemen zu geben.

In Sachen KI auf der sicheren Seite

In Zusammenarbeit mit Pools, Verbünden und mit einem engagierten Verband wie dem AfW können Makler sicherstellen, dass ihre KI-Tools geprüft, DSGVO- und AI-Act-konform sind – und dass sie selbst über das nötige Know-how verfügen, um KI verantwortungsvoll einzusetzen.

Die Synergie mit Pools und Verbünden wird es also auch kleineren Maklerunternehmen ermöglichen, KI sofort und compliant einzusetzen. Gemeinsam verfügen sie über eine breitere Datenbasis und geteilte Ressourcen, wodurch innovative Lösungen wirtschaftlich tragfähig werden. Die Pools und Verbünde stellen die technische Infrastruktur, kümmern sich um Datenschutzkonzepte und holen gegebenenfalls externe Expertise hinzu – der einzelne Makler kann sich darauf konzentrieren, den Output der KI im Sinne seiner Kunden zu nutzen. Wichtig bleibt, dass der Makler die Kontrolle behält: Er entscheidet letztlich, welche Empfehlungen der KI umgesetzt werden. Moderne KI-Systeme für Makler setzen deshalb auf Explainable AI, die ihre Vorschläge begründet, sodass der Vermittler sie nachvollziehen und dem Kunden transparent erläutern kann. So bleibt die Entscheidungshoheit beim Menschen – genau dort, wo sie hingehört.

Fazit: Regulierung als Chance für zukunftsfähige Makler

KI im Maklermarkt ist gekommen, um zu bleiben – doch sie entfaltet ihre positive Wirkung nur bei bewusstem Einsatz im zulässigen Rahmen. Einzelkämpfer im Maklergeschäft werden es kaum schaffen, alle technologischen und regulatorischen Anforderungen allein zu stemmen. Jedenfalls werden sie schwerlich die Möglichkeiten nutzen können, die sie benötigen würden, um im Wettbewerb zu bestehen. Die europäischen Regeln (KI-Verordnung, DSGVO, FiDA etc.) mögen auf den ersten Blick wie Bürden wirken, sind aber wichtige Leitplanken, um Vertrauen in KI-Lösungen zu sichern. Wer diese Vorgaben einhält, vermeidet rechtliche Stolperfallen und stärkt zugleich das Vertrauen der Kunden.

Von der Symbiose mit KI profitieren

In Pools und Verbünden finden Makler die nötige Unterstützung, um aus der Pflicht und Notwendigkeit eine Kür zu machen: Gemeinsam lassen sich KI-Innovationen schneller und sicherer integrieren, zum Nutzen der Kunden. Denn am Ende gewinnen alle, wenn mensch­liche Beratungskompetenz und künstliche Intelligenz eine Symbiose eingehen. Makler, die die Chancen der KI nutzen und sich dabei mit guten Partnern vernetzen, die ihnen das notwendige Werkzeug an die Hand geben, werden auch in einer datengetriebenen Zukunft erfolgreich bleiben.

Lesen Sie auch: „Pools müssen Unabhängigkeit der Makler garantieren“

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Ein Artikel von
Norman Wirth

Digital Insurance Podcast: Martin Gräfer zu mentaler Gesundheit

Was denkt Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen, über Burnout-Prävention, Führung und die Bedeutung von Wohlbefinden in der Versicherungsbranche? In der neuen Folge des Digital Insurance Podcast spricht Jonas Piela mit ihm darüber.

Die mentale Gesundheit von Mitarbeitern und Führungskräften in der Versicherungsbranche steht unter zunehmendem Druck, z. B. aufgrund der komplexen digitalen Transformation. viele bringen aber auch private Herausforderungen mit. Das ist das zentrale Thema der neuesten Folge des „Digital Insurance Podcast“, in der Moderator Jonas Piela mit Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen, spricht. Gräfer betont die Notwendigkeit, den Druck auf die Mitarbeiter von allen Seiten zu betrachten – vom Arbeitsalltag bis zum Privatleben.

Persönliche Erfahrungen und berufliche Einblicke von Martin Gräfer

Das Gespräch beleuchtet die Herausforderungen der Selbsterkennung in Bezug auf die eigene mentale Gesundheit. Gräfer, der seit 15 Jahren im Vorstand der Bayerischen tätig ist, teilt seine persönlichen Erfahrungen und gibt Einblicke in seine langjährige Führungsrolle. Er beschreibt, wie schleichend es zum Verlust der mentalen Balance kommen kann. Dabei spielt sowohl die Arbeitsbelastung als auch die Vielzahl an privaten Herausforderungen eine Rolle. Gräfer vergleicht dies mit einem „Happiness-Account“, in den positive und negative Energien eingezahlt werden – ein Gleichgewicht ist hier entscheidend.

Empathie und Wohlwollen als Führungsprinzipien

Gräfer betont zudem die Bedeutung von Empathie und Wohlwollen im Umgang mit Beschäftigten. Es gehe nicht darum, die Probleme der Mitarbeiter zu übernehmen, sondern ein wertschätzendes Umfeld zu schaffen, in dem sie sich öffnen und Unterstützung finden können. Das beinhaltet auch, Freiräume zu geben, Prioritäten zu setzen – wie z. B. Familie über Arbeitsmeetings zu stellen – und sich selbst etwas zu gönnen, um Stress abzubauen.

Wie hängen digitale Transformation und mentale Gesundheit zusammen?

Des Weiteren geht es um den Zusammenhang zwischen der digitalen Transformation und der mentalen Gesundheit. Die zunehmende Komplexität der Technologie und die ständige Verfügbarkeit erhöhen den Druck auf die Mitarbeiter. Gräfer beschreibt, wie wichtig es sei, die User Experience und die Effizienz von IT-Systemen zu verbessern, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren und die mentale Gesundheit zu fördern. Die Bayerische setzt beispielsweise ein Tool ein, um die Stimmung und Zufriedenheit der Mitarbeiter regelmäßig zu messen.

Die Relevanz von Mentoring und Coaching

Auch angesprochen werden die Bedeutung von Mentoring und Coaching. Gräfer betont, dass der Weg zu einem ausgeglichenen Arbeitsleben und einer positiven mentalen Verfassung durch Selbstreflexion, authentische Führung und ein unterstützendes Umfeld geebnet werden kann. Mentoring und Coaching können dabei eine wichtige Rolle spielen, aber letztlich liegt die Verantwortung für die eigene mentale Gesundheit bei jedem Einzelnen. Ein wichtiger Aspekt ist auch, die eigenen Ansprüche und Erwartungen an sich selbst zu überdenken und zu reduzieren.

Hier geht es zur aktuellen Podcast-Episode.
Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter pielaco.com/podcast.

Weitere Podcasts: Volle Deckung – Der Podcast für die Finanz- und Versicherungsbranche
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Zukunft sichern im Wandel: Was KMU-Makler jetzt tun können

Die Branche verändert sich grundlegend. Digitale Prozesse, neue Kundenanforderungen oder wachsende Regulierung stellen auch kleinere Maklerbetriebe vor große Aufgaben. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen: Wer flexibel reagiert und Prozesse überdenkt, kann vom Wandel profitieren. Worauf es jetzt ankommt.

Ein Artikel von Ralf Wargener, Managing Director bei WARGENER LIVE

Die Versicherungsbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Technologischer Fortschritt, neue Kundenbedürfnisse, Fachkräftemangel, steigende Regulatorik und der Ruf nach agiler Führung verändern das Geschäft grundlegend. Für große Versicherer mag das nach Konzernstrategie klingen. Doch was bedeutet das für kleine und mittelständische Maklerbüros?

Die Antwort ist einfach – und herausfordernd zugleich: Auch Sie sind mittendrin. Und: Gerade kleinere Vertriebseinheiten haben jetzt die Chance, schneller und flexibler auf die Veränderungen zu reagieren.

1. Digitale Transformation

Versicherer arbeiten mit Hochdruck an der Digitalisierung – durchaus auch mit dem Ziel, Vertriebspartner auf die eigenen Abläufe und Workflows einzuschwören. Als Makler müssen Sie nicht gleich KI-Lösungen einführen oder ein eigenes Vergleichsportal bauen. Aber: Digitale Prozesse entlasten Ihr Team und steigern die Kundenzufriedenheit. Beginnen Sie dort, wo der Schuh drückt.

Effiziente Prozesse sind ein Schlüssel für zukunftsfähige Maklerbüros. Digitale Lösungen bieten zahlreiche Ansatzpunkte: Viele Verwaltungsaufgaben wie Schadenmeldungen, Vertragsänderungen oder Wiedervorlagen lassen sich heute problemlos automatisieren. Auch in der Kommunikation lohnt sich ein Umdenken. Kunden erwarten schnelle und unkomplizierte Antworten – per E-Mail, WhatsApp oder über digitale Serviceportale. Wer klare Reaktionszeiten definiert und einhält, stärkt die Kundenbindung. Ergänzend dazu schaffen einfache interne Tools wie ein zentraler Kalender, digitale Kundenakten oder eine strukturierte Datenpflege spürbare Entlastung im Arbeitsalltag.

Praxis-Tipp: Führen Sie einen „Digital-Tag“ pro Monat ein, an dem alle im Team ein neues Tool testen oder ein digitales Hindernis auflösen.

2. Regulatorik und Compliance

Auch Makler sind von DSGVO, IDD, Nachhaltigkeitspflichten und Beratungsdokumentationen betroffen. Das kostet Zeit und Nerven – bietet aber auch Chancen.

Regulatorische Anforderungen gehören zum Alltag im Versicherungsvertrieb – auch für Maklerbüros. Wer sich als Qualitätspartner positioniert, zeigt Kunden, dass Compliance nicht als Pflichtübung verstanden wird, sondern integraler Bestandteil einer verantwortungsvollen Beratung ist. Gleichzeitig sollten regulatorische Themen im Team breit verankert sein. Kurze Schulungen und klar geregelte Abläufe helfen, Wissen zu teilen und Zuständigkeiten transparent zu gestalten.

Praxis-Tipp: Simulieren Sie mit dem Team einen Datenschutzverstoß – und leiten Sie daraus konkrete Verbesserungen ab.

 

Zukunft sichern im Wandel: Was KMU-Makler jetzt tun können

 

3. Kundenerwartungen

Kunden wollen keine Tarife, sondern Lösungen für ihr Leben – verständlich, schnell und persönlich. Als Makler sind Sie nah dran. Nutzen Sie diesen Vorteil.

Kundenerwartungen wandeln sich – gefragt sind Lösungen, nicht Produkte. Was bewegt Ihre Kunden? Wer genau hinhört, erkennt schnell, welche digitalen Kanäle bevorzugt werden und wo Prozesse als zu kompliziert empfunden werden. Entscheidend ist zudem, Versicherungen entlang konkreter Lebenssituationen zu denken – vom Berufseinstieg über die Familiengründung bis zum Ruhestand. Eine starke Online-Präsenz unterstreicht den Anspruch, individuell und nah am Bedarf zu beraten – sichtbar etwa durch gute Google-Bewertungen, eine gepflegte Website und einfache Kontaktmöglichkeiten.

Praxis-Tipp: Entwickeln Sie mit Ihrem Team drei typische Kunden-Personas – und definieren Sie, was diese wirklich brauchen.

4. Fachkräftemangel

Versicherer kämpfen mit leeren Konferenzräumen. Homeoffice hat das virtuelle Zusammenarbeiten zur gelebten Praxis gemacht. Sie kämpfen aber eher mit Alltagsbelastung und steigendem Workflow? Umso wichtiger: Machen Sie Ihr Büro zu einem attraktiven Arbeitsplatz.

Ein attraktiver Arbeitsplatz entsteht durch gelebte Flexibilität – auch in kleinen Teams. Home-Office-Optionen, gezielte Förderung interner Talente und klare Verantwortungsbereiche stärken die Motivation und Eigenverantwortung. Quereinsteiger bringen neue Perspektiven mit – wer kundenorientiert denkt und lernbereit ist, kann mit der richtigen Begleitung schnell fachlich aufschließen. Wenn Sie Menschen gefunden haben, die zu Ihrem Unternehmen passen, ist die Vermittlung von fachlichen Fähigkeiten die einfachere Übung.

Praxis-Tipp: Erstellen Sie ein Profil für Ihr Team: Wer hat welche Stärken? Wie können sie diese für das Maklerbüro optimal einsetzen?

5. Veränderung gestalten

In kleinen Teams wird Führung persönlich gelebt – das ist Ihre Stärke. Doch auch hier gilt: Der Wandel gelingt nur, wenn er von allen mitgetragen wird.

Veränderungen gelingen nur, wenn sie klar kommuniziert und von Vertrauen getragen werden. Mitarbeitende müssen verstehen, warum sich etwas verändert – und welche Rolle sie dabei spielen.

Fehler sollten als Lernchance verstanden werden. Es geht nicht um Schuld, sondern darum, was sich daraus für das Unternehmen ableiten lässt. Daher: Reden Sie offen über Fehler.

Und Entscheidungen sollten sich stets an der Kundenperspektive orientieren. Wer sich gedanklich in die Lage der Kunden versetzt, trifft fundierte und praxisnahe Entscheidungen. Ziehen Sie sich die Schuhe des Kunden an!

Praxis-Tipp: Machen Sie mit dem Team eine „SWOT-Analyse“:

  • Was sind vorhandene Stärken? Was kann das Team besonders gut? Wo haben Sie bereits positives Feedback von Kunden erhalten?
  • Wo liegen Schwächen und Angriffspunkte? Womit sind Kunden unzufrieden? Wo fehlen noch Wissen oder Fähigkeiten?
  • Welche geschäftlichen Chancen zeigen sich auf Ihrem Markt?
  • Welche Risiken schlummern? Wie können Sie vorhandene Schwächen minimieren, damit sie weniger relevant werden?
Kleine Büros – große Chancen

Der Wandel der Branche ist Realität. Und jeder Player in der Branche muss sich darauf einstellen. Maklerbüros haben entscheidende Vorteile: kurze Wege, echte Nähe zu Kunden, hohe und schnelle Anpassungsfähigkeit. Statt sich von den Herausforderungen überrollen zu lassen, können Sie gezielt und pragmatisch handeln.

Beginnen Sie mit einem ehrlichen Check: Was behindert uns aktuell? Was können wir sofort ändern – mit Bordmitteln? Machen Sie Ihre Mitarbeitenden zu Mitgestaltern.

Die besten Ideen entstehen im Dialog, nicht im Alleingang. Und bleiben Sie – oder werden Sie – sichtbar: In einer Welt voller Versicherungsplattformen und Möglichkeiten gewinnt, wer persönliche Ansprechpartner und Vertrauen bietet. Die Zukunft der Branche ist nicht nur digital, komplex und reguliert – sie ist auch menschlich, nahbar und wandelbar. Und genau darin liegt Ihre Chance als Maklerbetrieb.

Lesen Sie auch: Branche im Umbruch: Talente gewinnt, wer umdenkt

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Ein Artikel von
Ralf Wargener

Das erwarten Makler bei der digitalen Vertriebsunterstützung

Wo wünschen sich Makler von Versicherern am meisten Unterstützung im digitalen Vertrieb? Welche Aspekte sind ihnen bei Tarifierung, Angebot und Antrag sowie im Bereich der digitalen Infrastruktur besonders wichtig? Die Top-Antworten hat die aktuelle Studie „AssCompact TRENDS III/2025“.

In ihren Arbeitsprozessen haben Makler tagtäglich zahlreiche Schnittstellen mit Versicherern. Erwartbar sollte daher für sie sein, dass diese Prozesse im Vertrieb einwandfrei laufen und dass es Unterstützung gibt, um stets die bestmögliche Lösung zu finden. Das gilt besonders auch für den digitalen Bereich.

Welche Unterstützung ist Maklern in der Zusammenarbeit mit Versicherern besonders wichtig?

Die Studie „AssCompact TRENDS III/2025“ hat ganz aktuell in einem Sonderthema die „digitale Vertriebsunterstützung“ in den Mittelpunkt gestellt und Makler und Mehrfachagenten gefragt, welche Vertriebsunterstützung sie sich gerade von Versicherungsunternehmen denn wünschen.

Untersucht wurden verschiedene Bereiche, z. B. „Tarifierung, Angebot und Antrag“ und „Vertriebsunterstützung: digitale Infrastruktur“. Welche Aspekte sind den Befragten in diesen Bereichen in der Zusammenarbeit mit Versicherungsunternehmen also besonders wichtig?

Das Wichtigste im Bereich „Tarifierung, Angebot und Antrag“

Eine Mehrheit von 76,2% – also mehr als drei Viertel der Befragten – legt bei „Tarifierung, Angebot und Antrag“ großen Wert auf eine automatisierte Angebots- und Vergleichserstellung. 67,2% der Befragten nennen hier zudem responsive Tarifrechner. Gemeint ist damit, dass sich die Darstellung bzw. Oberfläche optimal an das Endgerät anpasst.

Weitere 63,1% finden die Risikoprüfung am Point of Sale besonders wichtig, gefolgt von intelligenten Produktempfehlungssystemen (52%). Da Tarifierung, Angebot und Antrag zum Kerngeschäft des Maklers gehören, findet sich bei den vorangegangenen Antworten durchgehend eine Mehrheit, die alle vier genannten Elemente als sehr wichtig einstufen.

Einzelne Befragte machen zudem Angaben wie „Automatisierung und Vorsorgewünsche der Kunden müssen besser angepasst werden“. Ein weiterer betont, dass sie im Rahmen der Nutzung eines externen Beratungs- und Verwaltungstools großen Wert darauf legen würden, dass Versicherungsunternehmen schnell und zuverlässig reagieren. „Darüber hinaus müssen alle relevanten Daten und Dokumente in der erforderlichen digitalen Form bereitgestellt werden“, meint der Befragte. Auch eine Anbindung an die Webservices der BU-Versicherer fand ein Befragter wichtig, damit er dem Interessenten die Prämien für seinen Versicherungswunsch darüber berechnen und in seinen Vergleich einbinden könne. Weitere Wünsche sind laut der Befragung schnelle Angebote, vereinfachtes Handling ohne komplizierte Unterschriftenprogramme sowie eine bessere persönliche telefonische Erreichbarkeit.

Sebastian Sommerer, Research Consultant im Bereich Studien bei der bbg Betriebsberatungs GmbH, schlussfolgert aus den Antworten: „Die Ergebnisse zeigen deutlich: Makler erwarten im Kernprozess von Tarifierung, Angebot und Antrag vor allem Schnelligkeit, Automatisierung und Verlässlichkeit. Je einfacher und nahtloser diese Schritte digital ablaufen, desto mehr Freiraum bleibt ihnen für die eigentliche Beratung.“

Das Wichtigste im Bereich „Vertriebsunterstützung: digitale Infrastruktur“

Was den Bereich „Vertriebsunterstützung: digitale Infrastruktur“ angeht, wünschen sich 85,8% einfach bedienbare Angebotsrechner. 74,2% sehen das Extranet der Versicherer als sehr wichtig an. Für 68,7% sollten auch digitale Tools zur Beratungsdokumentation im Mittelpunkt stehen, dicht gefolgt von der digitalen, rechtssicheren Unterschrift des Kunden für den Abschluss (67,1%). Digitale Tools zur Bedarfsanalyse finden 64,5% der Befragten sehr wichtig.

Auf den Punkt „Bestandsanalyse: Empfehlungen des Versicherers für ein Tarif-Update / Up-Selling beim Kunden“ legen 61,6% besonders großen Wert. Und Kundenportale mit Self-Service-Angebot z. B. Änderungsmitteilungen wünschen sich weitere 56,4%. Der Aspekt der Einbindung von Tarifrechnern auf der Vermittlerwebseite für unkomplizierte und rasche Abschlüsse findet bei 51,3% Anklang. Nur Robo-Advisoring in der Anlageberatung liegt mit großem Abstand weit hinten (25,1%).

Weitere Wünsche aus den Einzelantworten sind in diesem Bereich u. a. eine „KI-gestützte Wissensdatenbank, die 24/7 abrufbereit steht“, sowie persönliche Kontakte – wobei der Befragte hier den Gegensatz zur digitalen Infrastruktur aufmacht.

„Wer hier nicht liefert, riskiert den Zugang zum Maklermarkt“

„Digitale Infrastruktur darf kein Hindernis sein, sondern muss den Vermittleralltag spürbar erleichtern. Intuitive Rechner, verlässliche Extranets und rechtssichere digitale Prozesse sind heute Standarderwartungen. Wer hier nicht liefert, riskiert den Zugang zum Maklermarkt“, so Sommerer.

Über die Studie

Die Online-Befragung zur Studie „AssCompact TRENDS III/2025“ wurde vom 09.07.2025 bis 20.07.2025 durchgeführt. Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Stimmen von 303 Vermittlerinnen und Vermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche in die Stichprobe ein, die ein sehr gutes Abbild der Assekuranz- und Finanzvermittlerinnen und -vermittler hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsstruktur darstellt. Die Studie kann hier kostenpflichtig erworben werden.

Informationen zu allen weiteren AssCompact Studien sind unter asscompact-studien.de zu finden.

Lesen Sie auch: Risikomanagementberatung: Welche Versicherer sind aus Maklersicht am stärksten?
 

Wie KI die Bestandsumdeckung vereinfacht

Mit KI-gestützten Systemen lassen sich Prozesse effizienter gestalten. Davon profitieren Versicherer, aber neue KI-Anwendungen können auch Vermittlerunternehmen bei Prozessen wie dem Maklerüber­nahmegeschäft unterstützen und den Aufwand für die Umdeckung von Versicherungspolicen reduzieren.

Ein Artikel von Michael Süß, Managing Partner der ConVista Consulting AG

Künstliche Intelligenz (KI) bietet für die Versicherungsbranche deutliche Wertschöpfungspotenziale. Insbesondere die KI-Disziplin des Natural Language Processing (NLP) ermöglicht bei der Verarbeitung von Dokumenten und Formularen Effizienzsteigerungen. Da moderne Sprachmodelle wie Large Language Models (LLMs) mittlerweile in der Lage sind, menschliche Sprache in beeindruckender Weise zu verarbeiten, und an die Versicherungsbranche angepasst werden können, sind diese Systeme nun auch für sprachlich komplexe Aufgaben geeignet. So kann KI zum Beispiel Dokumente auf inhaltlicher Ebene vergleichen sowie eigenständig Muster und Inhalte in Daten erkennen, um Fachkräfte bei traditionell manuellen, zeitaufwendigen, repetitiven und fehleranfälligen Aufgaben zu unterstützen.

Bisherige KI-Anwendungsfälle in der Praxis

Zu Anwendungsfällen, die sich bereits heute in der Praxis bewährt haben, gehören unter anderem die semantische Datenanalyse, etwa von Versicherungsbedingungen für Wettbewerbsvergleiche, die Analyse von Dokumenten, beispielsweise für die Vorbereitung von Migrationen, sowie die automatisierte Extraktion von Werten aus Formularen und Dokumenten, was insbesondere bei der Bestandsumdeckung für deutlich mehr Effizienz sorgt. Im Folgenden wird konkreter beleuchtet, wie KI bei der Bestandsumdeckung Prozesse vereinfachen und beschleunigen kann.

Vereinfachung der Prozesse in der Bestandsumdeckung

Bestandsumdeckungen sind traditionell aufwendige, komplexe und zeitintensive Prozesse, da in der Regel eine heterogene Datengrundlage die effiziente Übertragung von Versicherungspolicen verhindert. In weitgehend gesättigten Märkten ist die Umdeckung von Versicherungsbeständen jedoch eine Chance für Versicherer, Makler und Assekuradeure, neues Wachstum zu generieren und Bestandsabrieb entgegenzuwirken.

Darüber hinaus verändert sich der Maklermarkt aktuell stark. Mehr als ein Drittel der Versicherungsvermittler sind über 55 Jahre alt, so eine Strukturanalyse des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute e. V. (BVK). Da viele Versicherungsmakler altersbedingt ihren Ruhestand planen und einen Nachfolger oder Käufer für ihr Unternehmen suchen, befindet sich der Versicherungsvertrieb in einem Generationenwechsel. Schätzungsweise rund 40% der gesamten Versicherungsbestände und Betriebe werden in den kommenden Jahren altersbedingt übergeben.

Hinzu kommt, dass sich aufgrund steigender regulatorischer und organisatorischer Anforderungen immer mehr Makler sich Pools und Verbünden anschließen. Ein weiterer Trend sind große Konsolidierer, die insbesondere mittelständige Gewerbe und Industriemakler aufkaufen und zu neuen Einheiten formen. Ebenso benötigen Versicherer für unternehmensinterne Bestandsübertragungen, beispielsweise im Rahmen von Migrationen, effizientere Lösungen.

Hoher Bedarf an technologischer Unterstützung

Der Bedarf an neuen Technologien, um bisherige Prozesse zu vereinfachen, ist deshalb groß. Denn bei der Bestandsumdeckung besteht in der Regel das Problem, dass die über Jahre aufgebauten Privatkundenbestände häufig in verschiedenen Datenformaten wie zum Beispiel PDF, XLSX, GDV oder BiPRO oder sogar nur in Papierform vorliegen, oft veraltet sowie über viele verschiedene Versicherer und Tarifgenerationen diversifiziert sind. Daher verfügen diese Verträge über kein aktuelles Bedingungswerk sowie zeitgemäße Leistungsmerkmale und entsprechen häufig nicht mehr der Lebens- und Risikosituation des Kunden. Daraus ergeben sich zum einen Haftungsrisiken für Makler, andererseits sind dies auch ungenutzte Umsatzpotenziale für Cross- und Upselling.

KI-gestützte Bestandsübertragung für mehr Effizienz

Da bei der Bestandsübertragung traditionell manuell all diese Datensätze digitalisiert, vereinheitlicht sowie in Bezug auf Semantik und Geschäftslogik in das Zieldatenmodell des Bestandsführungssystems migriert sowie fehlende Daten ergänzt werden müssen, ist dieser Prozess aufgrund der heterogenen Datenlage fehleranfällig und bindet enorm viele Ressourcen. Mittlerweile können neue KI-Lösungen diese zeitaufwendigen Vorgänge jedoch mithilfe von Automatisierung unterstützen.

Mit speziell entwickelten KI-gestützten Softwareanwendungen wie dem Portfoliotransfer der ConVista können aufkaufende Versicherer, Assekuradeure oder Makler(pools) die Datenerfassung sowie die Bestandsanalyse automatisieren und Vertragsdaten in wenigen Schritten in die Bestandsführungssoftware übertragen.

Deutlich verkürzte Bearbeitungszeit durch automatisierte Datenextraktion

In der Praxis durchläuft die künstliche Intelligenz alle Dokumente und ist fähig, die notwendigen Daten aus den Policen auszulesen und automatisch in die Zieldatenbank zu importieren. Mussten Informationen wie Versicherer, Tarifvariante, Stand des Bedingungswerks, Versicherungsscheinnummer, Kundenkontaktdaten, Vertragsinhalte, Versicherungssumme und viele weitere Daten zuvor händisch übertragen werden, was auch aufgrund der fehlenden Standardisierung von Policen zeitaufwendig ist, geschieht dies nun automatisiert. Der Mensch hat in diesem Fall nur noch eine Kontrollfunktion, wodurch deutlich Aufwand eingespart und die Umdeckung von Beständen vereinfacht wird.

Nach der automatisieren Datenauslesung und Kontrolle durch die Fachkraft können im nächsten Schritt die Daten im Angebotswesen weiterverarbeitet werden. Da die Investitionssumme für KI-gestützte Software zudem überschaubar ist, eignen sich diese neuen KI-Technologien für Maklerunternehmen, Assekuradeure und Versicherungen jeder Größe. Da beispielsweise eine solche KI-basierte Lösung keine Anbindung an externe KI-Modelle benötigt, werden die (Kunden-)Daten auch nicht weitergereicht und der Datenschutz bleibt gewahrt.

Fazit: Wettbewerbsvorteil durch KI-basierte Automatisierung

Traditionell komplexe und fehleranfällige Prozesse wie die Umdeckung von Versicherungsbeständen, die bisher mit manuellem Aufwand verbunden waren, können durch die Unterstützung von künstlicher Intelligenz unter menschlicher Aufsicht vereinfacht und somit deutlich effizienter gestaltet werden. Hierdurch kann KI sowohl großen Versicherern als auch kleinen und mittleren Maklerunternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, insbesondere vor dem Hintergrund des anstehenden Generationswechsels im deutschen Versicherungsgeschäft. Dabei fungiert KI als Co-Pilot und ist somit auch ein Mittel, um dem Fachkräfte­mangel entgegenzuwirken.

Lesen Sie auch: Schadenmanagement 4.0: KI revolutioniert die Bearbeitung

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Ein Artikel von
Michael Süß

Digital Insurance Podcast: GPT-5, Gemini und KI-Assistenten

In der neuen Folge des Digital Insurance Podcast gibt es wieder ein monatliches KI-Update. Jonas Piela und Thomas Fröhlich diskutieren über die neuesten Entwicklungen in Sachen künstlicher Intelligenz. Es geht um den Launch von GPT-5, den Vergleich mit Google Gemini und die Suche nach dem perfekten KI-Assistenten.

Der Digital Insurance Podcast widmet sich in seiner aktuellen Folge den neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Jonas Piela, Moderator des Podcasts und Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants, spricht mit Thomas Fröhlich, Head of AI in Automation, über die bahnbrechenden Fortschritte und Herausforderungen, die die KI-Welt aktuell prägt. Die Diskussion beleuchtet insbesondere den Launch von GPT-5 und einen detaillierten Vergleich mit Google Gemini.

GPT-5 vs. Google Gemini: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Ein zentrales Thema der Podcastfolge ist der Vergleich der beiden führenden KI-Modelle, GPT-5 von OpenAI und Google Gemini. Fröhlich, der in seiner Beratungstätigkeit mit beiden Systemen arbeitet, teilt seine Erfahrungen und Einblicke. Er berichtet von den unmittelbaren Implementierungen von GPT-5 bei Microsoft, im Gegensatz zu den historisch gewachsenen Strukturen bei dem Tech-Giganten, die eine weniger nahtlose Integration mit sich bringen. Im Gegensatz dazu hebt er die beeindruckende Integration von Gemini in die Google-Produktlandschaft hervor, die eine deutlich verbesserte Benutzererfahrung ermöglicht. Die Diskussion geht über die reine Leistungsfähigkeit hinaus und beleuchtet die unterschiedlichen Preismodelle und Supportleistungen der Anbieter.

Herausforderungen der KI-Integration

Die Folge beleuchtet die Fragmentierung von KI-Lösungen und die damit verbundenen Herausforderungen. Fröhlich beschreibt die Schwierigkeiten, die sich aus dem Wechsel zwischen verschiedenen KI-Systemen ergeben, und die Notwendigkeit, den jeweiligen Prompt an das jeweilige Modell anzupassen. Die Diskussion zeigt auf, wie der Aufwand für die Anpassung von Prompts unterschätzt wird und wie wichtig die kontinuierliche Überwachung und Optimierung der KI-Prozesse sind. Die Folge analysiert den Bedarf an Allrounder-KI-Modellen, die verschiedene Use Cases abdecken und den ständigen Wechsel zwischen unterschiedlichen Systemen überflüssig machen.

Vom Testen des digitalen Mitarbeiters bis zur KI-gestützten Nachrichtenproduktion

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Frage, wie digitale KI-Mitarbeiter getestet und in Kundenprozesse integriert werden können. Die Gesprächspartner diskutieren die Grenzen deterministischer Testmethoden und die Notwendigkeit statistischer Verfahren, um die Zuverlässigkeit von KI-Systemen zu bewerten. Es wird verdeutlicht, dass die Bewertung von KI-Systemen aufgrund ihrer probabilistischen Natur komplex ist und statistische Methoden erfordert. Die Gesprächspartner diskutieren den Einsatz von KI zur Generierung synthetischer Testfälle und zur Bewertung der KI-Leistung selbst. Der Einsatz von mehreren KI-Systemen zur gegenseitigen Überprüfung kritischer Ergebnisse wird als sinnvoller Ansatz vorgeschlagen.

Fazit

Der Digital Insurance Podcast liefert in dieser Folge wertvolle Einblicke in den aktuellen Stand der KI-Entwicklung und die Herausforderungen ihrer Implementierung in der Versicherungsbranche. Die Diskussion zeigt deutlich, dass die technologischen Fortschritte in der KI-Welt Hand in Hand mit einer veränderten Denkweise und Methodik gehen müssen, um den vollen Nutzen dieser Technologien zu realisieren.

Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter pielaco.com/podcast.

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MVP aB-Agenta integriert WhatsApp über InsurMagic

Die artBase! Software GmbH baut ihr Maklerverwaltungsprogramm aB-Agenta um eine WhatsApp-Anbindung aus. Mit der Integration des DSGVO-konformen Tools von InsurMagic können Makler WhatsApp in ihrem MVP zu nutzen und ohne Medienbruch im Arbeitsalltag einsetzen.

Die artBase! Software GmbH hat WhatsApp in ihr Maklerverwaltungsprogramm (MVP) aB-Agenta eingebunden. Mit der Integration des DSGVO-konformen Tools der InsurMagic GmbH haben Makler nun die Möglichkeit, den Kommunikationskanal direkt in ihrem MVP zu verwenden. „Mit der WhatsApp-Integration machen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung praxisnaher Digitalisierung für Makler. Kundendialog, Prozesssteuerung und Dokumentation lassen sich so an einem zentralen Ort bündeln – im System, das unsere Anwender täglich einsetzen“, sagt Fabian Fritz, Geschäftsführer der artBase! Software GmbH.

Chats gemeinsam bearbeiten

Dabei werden Kontakte aus aB-Agenta automatisch synchronisiert. Dokumente lassen sich direkt aus WhatsApp-Chats hochladen und alle relevanten Kundendaten und Verträge sind im Gespräch sofort verfügbar. Chats können DSGVO-konform und mit sicherer Verarbeitung sensibler Daten im Maklerverwaltungsprogramm hinterlegt werden. Mehrere Mitarbeiterzugänge und interne Aufgaben ermöglichen es, Chats gemeinsam zu bearbeiten, zuzuweisen und im Team zu organisieren. Mit automatische Antworten, Wiedervorlagen und Audio-Transkriptionen können Makler zudem Abläufe beschleunigen und mehr Transparenz erhalten.

Künftiger Fokus auf künstlicher Intelligenz

„aB-Agenta wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wir setzen konsequent auf modulare Erweiterungen, die Maklern echte Arbeitserleichterung bieten. Künftig werden wir verstärkt auch KI-gestützte Funktionen einsetzen“, so Fritz. „Unser WhatsApp-Tool wurde in enger Abstimmung mit Maklern entwickelt, die täglich im direkten Kontakt mit Kunden stehen. Gemeinsam mit artBase! als weiteren Partner können wir unsere Lösung noch mehr Maklern zugänglich machen“, unterstreicht Janik Sauerbier, Geschäftsführer der InsurMagic GmbH. „Zukünftig werden wir den Fokus auf künstliche Intelligenz weiter verstärken, um Maklern noch effizientere Arbeitswerkzeuge bereitzustellen“, so Sauerbier weiter. (tik)

Weitere Meldungen zu neuen Softwarelösungen oder auch Kooperationen finden Sie in unserer Rubrik „Management & Vertrieb“.