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Fonds Finanz startet digitale Fondsvermögensverwaltung

Der Maklerpool Fonds Finanz hat in Kooperation mit dem Technologie- und Regulatorik-Provider investify TECH die digitale Fondsvermögensverwaltung WealthInvest gestartet. Seit Ende September 2025 steht die Plattform für Investmentberater ohne KWG-Lizenz zur Verfügung.

Die Fonds Finanz hat die digitale Vermögensverwaltungsplattform WealthInvest gelauncht. Die Plattform ist eine Zusammenarbeit mit dem Technologie- und Regulatorik-Provider investify TECH und steht seit Ende September 2025 alles Investmentberatern ohne KWG-Lizenz zur Verfügung.

Neue Vermögensverwaltungsplattform für § 34f-ler

Investmentberater mit § 34f-Erlaubnis können mit WealthInvest eigene Modellstrategien erstellen und verwalten oder zentrale Portfolios wählen. Die Plattform hilft, regulatorische Anforderungen zu erfüllen, Kosten zu senken und flexibel auf Marktveränderungen und Anlegerbedürfnisse zu reagieren, so die Mitteilung der Fonds Finanz.

WealthInvest ist eine Kombination aus investify TECHs Vermögensverwaltungsplattform und dem Softwaretool EDISOFT Fondsanalyse. Berater können eigene Fonds- und ETF-basierte Strategieportfolios erstellen und diese an ihre Kunden vermitteln. Das Tool gibt gezieltes Feedback zur Geeignetheit der Strategien sowie detaillierte Einblicke in die Portfoliostruktur und ermöglicht eine direkte Übergabe an den Vermögensverwalter. Die Portfolioergebnisse können visuell aufbereitet und verglichen werden. Daneben können auch Portfolios renommierter Asset-Manager verwendet werden, was den eigenen Managementaufwand minimiert. Die Depotbankabwicklung erfolgt vollständig digital über die FNZ Bank und später auch über die FIL Fondsbank (FFB).

Kundendepots können vollständig online eröffnet werden. Über einen Online-Direktabschluss können Anleger ein Depot künftig auch ohne Berater eröffnen. Ein Vermögenscockpit im Browser oder per App ermöglicht Anlegern außerdem Einsicht in ihr Depot. Depotbestände werden dem Berater in die Fonds-Finanz-MVP/CRM eingespielt. (mki)

 

DOMCURA-KI unterstützt nun auch andere Firmen

Die DOMCURA geht mit KI-Mitarbeiter „Kim“ in Serie: Seit einigen Wochen ist die künstliche Intelligenz auch in anderen Unternehmen im Einsatz und reguliert dort Schäden. „Kim“ kann in Unternehmen jeglicher Größe integriert werden. Wer zu den ersten Mandanten zählt.

Die DOMCURA hat bekannt gegeben, dass die KI-Anwendung „Kim“ seit einigen Wochen auch Schäden für andere Unternehmen reguliert. So etwa bei Incon, das bundesweit das Versicherungs- und Schadenmanagement in verschiedenen Bereichen für Immobilienverwaltungen und Wohnungseigentümergemeinschaften ausführt.

Das Unternehmen bearbeitet pro Jahr über 15.000 Schadenfälle. In den vergangenen Jahren stand Incon vor mehreren Herausforderungen wie Rückständen in der Schadenbearbeitung und Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Mit der Integration von Kim und der damit verbundenen Nutzung des DOMCURA-Schadenservice konnten Engpässe entschärft werden, wie das Unternehmen mitteilt.

Der KI-Mitarbeiter von DOMCURA wurde ursprünglich auf Basis der ChatGPT-Technologie entwickelt und in drei Monaten zur Einsatzreife gebracht. In diesem Jahr wurden die Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz erweitert – sowohl bei der Datenanalyse als auch bei der Geschwindigkeit der Bearbeitung.

„Kim ist so konzipiert, dass er nicht nur bei uns, sondern auch bei großen Versicherungsgesellschaften eingesetzt werden kann – unabhängig von der Anzahl der zu regulierenden Schäden“, erklärt DOMCURA-Vorstandschef Uwe Schumacher.

Unbegründete Skepsis wegen Datenschutz- und KI-Richtlinien

Die Rückmeldungen der Kim-Interessierten sind laut DOMCURA durchweg positiv. Allerdings gebe es teilweise auch gewisse Vorbehalte – weniger finanzieller Natur, sondern aus Sorge, Probleme bei der Integration in bestehende Prozesse zu bekommen oder gegen Datenschutz- und KI-Richtlinien zu verstoßen. „Diese Sorgen sind nachvollziehbar, aber unbegründet“, unterstreicht Schumacher. „Wir binden die IT-Abteilungen unserer Partner eng in dieses Projekt ein, sorgen für eine reibungslose technische Integration und stellen sicher, dass sämtliche Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen eingehalten werden“, so Schumacher weiter. Kim arbeite ausschließlich in einer geschlossenen, zertifizierten IT-Umgebung. (tik)

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Weitere News rund um KI und den Einsatz innovativer Technologien aus der Branche lesen Sie in unserer Rubrik „Management & Vertrieb“.
 

Digital Insurance Podcast: Agilität durch Low-Code

Im neuen Digital Insurance Podcast spricht Jonas Piela mit Robert Müthing, Sales Lead bei Liferay, einem Anbieter einer Digital Experience Software. Dabei geht es darum, wie eine Digital Experience Platform nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Innovationskraft der Versicherungsangebote steigert.

In dieser neuen Episode des Digital Insurance Podcast erörtert Moderator Jonas Piela mit Robert Müthing, Sales Lead bei Liferay, das Potenzial von Low-Code- und No-Code-Ansätzen (LCNC) für die Versicherungsbranche. Im Fokus steht, wie eine Digital Experience Platform (DXP) Versicherern helfen kann, schneller und flexibler auf Marktveränderungen zu reagieren und die Produkteinführungszeit, die sogenannte Time-to-Market, entscheidend zu verkürzen.

Die Herausforderung der IT-Agilität

Ein zentrales Problem der Branche ist die hohe Abhängigkeit von der IT-Abteilung. Laut Müthing führen traditionelle Entwicklungsprozesse für neue Produkte oder digitale Services zu langen Zyklen, da wiederkehrende Elemente wie Logins oder Datenformulare oft neu entwickelt werden müssen. Diese Reibungsverluste zwischen den Fachabteilungen und der IT behindern die schnelle Umsetzung von Geschäftsideen und binden wertvolle Ressourcen.

Liferays DXP als Lösungsansatz

Liferay bietet mit seiner DXP eine Plattform, die durch umfangreiche LCNC-Funktionalitäten genau diese Hürden überwinden soll. Sie ermöglicht es den Fachabteilungen, digitale Produkte und Services eigenständig zu entwickeln, ohne auf komplexe Programmierkenntnisse angewiesen zu sein. Die IT installiert die Open-Source-Plattform einmalig, woraufhin die Fachbereiche modular und wiederverwendbar auf Komponenten zugreifen können.

Konkrete Anwendungsfälle für Versicherer

Müthing skizziert mehrere Einsatzszenarien, die den Mehrwert von LCNC verdeutlichen:

  • Kundenakquise: Antragsstrecken und Landing Pages können modular gestaltet werden. Einmal erstellte Komponenten, wie die Erfassung von Gesundheitsdaten, lassen sich für verschiedene Produkte wiederverwenden. Dies beschleunigt die Markteinführung und sichert die Markenkonsistenz.
  • Partner- und Maklervertrieb: Schnell konfigurierbare Portale ermöglichen es Vertriebspartnern, auf maßgeschneiderte Inhalte zuzugreifen, Marketingmaterialien zu verwalten oder Provisionen einzusehen, was die Effizienz und Zufriedenheit der Partner steigert.
  • Kunden-Self-Service: Angesichts des Fachkräftemangels in Callcentern und der steigenden Kundenerwartungen sind personalisierte Portale entscheidend. Kunden können ihre Anliegen – von Adressänderungen bis zu Vertragsanpassungen – selbst verwalten. Mit LCNC lassen sich individuelle Portal-Erlebnisse für verschiedene Kundensegmente schaffen, während die Kernprozesse standardisiert bleiben.
  • Schadenmanagement: Moderne Kunden erwarten eine schnelle, digitale Abwicklung. LCNC ermöglicht schlanke Prozesse für die Schadensmeldung via App, inklusive Foto-Upload und KI-gestützter Vorabprüfung. Bagatellschäden können so per Sofortangebot reguliert werden, was die Kundenzufriedenheit erheblich verbessert.
  • Datenanalyse: Eine DXP konsolidiert relevante Datenströme und schafft die Grundlage für Business Intelligence. Individuell anpassbare Dashboards ermöglichen datengestützte Entscheidungen in Echtzeit, um Kampagnen zu optimieren und Kundenabwanderung proaktiv zu steuern.
Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter https://pielaco.com/podcast.

Weitere Podcasts
 

R+V setzt bei Wohngebäudeschäden auf Virtual Reality

Die R+V Versicherung will die Regulierung von Wohngebäudeschäden mithilfe von Virtual Reality vereinfachen. Hierzu hat die StartRaiff, eine Tochtergesellschaft der R+V, zusammen mit dem Fraunhofer-Institut eine digitale Lösung entwickelt, um Schäden schneller zu regulieren.

Bei der Bearbeitung von Wohngebäudeschäden wie einem Wasserrohrbruch oder einem Brand will die R+V Versicherung künftig auf Virtual Reality setzen. Eine entsprechende Lösung hat StartRaiff, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der R+V, die sich mit Innovationen in der Versicherungswelt beschäftigt, gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt. Das Projekt namens AssureXR könnte viele manuelle Schritte der Schadenregulierung künftig ersetzen.

Mit VR in den den digitalen Zwilling der Räume blicken

Nach einem Schaden nehmen Techniker mit dem Smartphone 3D-Scans, 360-Grad-Panoramafotos und Nahaufnahmen von den betroffenen Räumen auf. Das Bildmaterial wird mit Messdaten und Grundrissen angereichert. Aus den Informationen erstellt die R+V einen digitalen Zwilling, also eine originalgetreue Modellansicht der Räume, die mittels Virtual Reality begehbar wird.

In der Testphase

Laut StartRaiff können auch Handwerker, Bauleitung und andere an der Schadenbearbeitung beteiligte Personen den digitalen Zwilling nutzen. „Sie erhalten somit Einblicke, die sie sonst nur bei einem Vor-Ort-Termin bekommen würden“, erklärt Markus Bockholt von StartRaiff. Im Modell lassen sich Wände nachmessen oder Feuchtigkeitswerte abfragen. „Der digitale Zwilling schafft Transparenz, erleichtert die Kommunikation und sorgt dafür, dass weniger Verzögerungen entstehen“, erläutert Eva Meißner. von StartRaiff. Das Projekt befindet sich noch in der Testphase. Weitere Einblicke gibt es auf der Seite des GDV im Rahmen der Kampagne „Insurers for Tomorrow“. Dort wird auch AssureXR vorgestellt. (tik)

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Digital Insurance Podcast: Die digitale Transformation der LKH

Im neuesten Digital Insurance Podcast von Jonas Piela geben Pavel Berkovitch, Vorstand für Digitalisierung und Produktmanagement, und Jan-Peter Diercks, Vorstand für Vertrieb und Marketing, Einblicke in die Fortschritte, Herausforderungen und Erfolge ihrer strategischen Entscheidung für Standardsoftware.

Die Landeskrankenhilfe (LKH), ein traditionsreicher privater Krankenversicherer, feiert im kommenden Jahr sein 100-jähriges Bestehen und durchläuft gleichzeitig eine der ambitioniertesten digitalen Transformationen der Versicherungsbranche. In der aktuellen Folge des Digital Insurance Podcast spricht Jonas Piela mit Pavel Berkovitch, Vorstand für Digitalisierung und Produktmanagement, und Jan-Peter Diercks, Vorstand für Vertrieb und Marketing, Dierks über Lessons Learned, Quick Wins und die zweite Halbzeit ihres Mammutprojekts.

Die Strategie der Standardsoftware: Ein Marathon mit Quick Wins

Bereits vor drei Jahren wurde im Podcast über die Einführung einer neuen Standardsoftware bei der LKH gesprochen. Nun ziehen die Vorstände Bilanz und bestätigen: Die Entscheidung hat sich ausgezahlt, obwohl der Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Berkovitch betont, dass eine digitale Transformation kein Sprint, sondern ein Marathon sei, den die LKH bewusst in kleineren Sprints unterteilt habe, um fortlaufend Erfolgserlebnisse zu schaffen. Die LKH profitiere maßgeblich davon, Teil einer größeren Software-Community zu sein, da regulatorische Anforderungen oder Neuentwicklungen von Standardsoftware-Anbieter übernommen werden und so die Skalierungseffekte optimal genutzt werden können.

Greifbare Erfolge und Vorteile für Vertrieb und Kunden

Die Früchte der Transformation sind bereits sichtbar: Innerhalb von sechs Monaten nach Einführung der Standardsoftware konnte die betriebliche Krankenversicherung (BKV) auf der neuen Plattform abgebildet werden, kurz darauf folgte ein weiteres Produkt für die Altersvorsorge. Jan-Peter Diercks hebt die entscheidenden Vorteile für den Vertrieb hervor: „Mit der alten Software wären viele Dinge gar nicht denkbar gewesen.“ Besonders die modernen Schnittstellen zu Vergleichssoftware und Maklerverwaltungsprogrammen seien essenziell, um im Vermittleralltag präsent zu sein. Zudem ermöglichte das neue System in kürzester Zeit die Dunkelverarbeitung von Zusatzversicherungsanträgen, was manuelle Aufwände drastisch reduziert und die Effizienz steigert.

Leadership und Finanzkraft als Motor der Veränderung

Die Transformation bei der LKH ist ein ressortübergreifendes Mammutprojekt, das alle Fachbereiche miteinbezieht. Der Erfolg beruht auf der engen Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen sowie auf einer starken Führung, die die Notwendigkeit der Veränderung stets vorlebt. Ein entscheidender Faktor ist zudem die finanzielle Stärke der LKH als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, die es ermöglicht, strategisch in die Zukunft zu investieren und einen ehemaligen Investitionsstau aufzuholen. Diese einmalige Ausgangslage erlaubt es der LKH, ein zukunftsfähiges, konsolidiertes Kernsystem aufzubauen, welches viele andere Versicherer mit ihren heterogenen Systemlandschaften beneiden werden.

Der Blick nach vorn: Die „zweite Halbzeit“ der Transformation

Pavel Berkovitch vergleicht den aktuellen Stand der Transformation mit der „zweiten Halbzeit“ eines Fußballspiels: Während in der ersten Phase der Fokus auf Vertriebsunterstützung, Point-of-Sale- und Service-Schnittstellen lag, geht es nun an das Eingemachte – die Kernversicherungssysteme, Bestandsmigration und Leistungsabrechnung. Die LKH legt die operative Basis dafür, um das schnelllebige Geschäft von außen, sei es durch Regulatorik oder Vertriebsanforderungen, bestmöglich zu erfüllen. Jan-Peter Diercks resümiert die aktuelle Lage als „sehr, sehr glücklich“ und sieht die LKH durch die geschaffene technologische Grundlage für Jahrzehnte optimal aufgestellt.

Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter https://pielaco.com/podcast.

Weitere Podcasts
 

Stoïk bietet KI-Schutzsoftware und höhere Betrugsdeckung

Betrugsschäden dürften laut Stoïk bald Ransomware als teuerster Schadenkategorie überholen – befeuert durch den Einsatz von KI. Stoïk bietet nun einen E-Mail-Schutz gegen Cyberbetrug. Wer sich für den Schutz entscheidet, erweitert die Betrugsdeckung auf bis zu 1 Mio. Euro.

Aufgrund zunehmender Häufigkeit entwickeln sich E-Mail-Betrug und Kompromittierung geschäftlicher Postfächer (BEC) zur teuersten Cyberschadensart. Getrieben wird dies durch die breite Verwendung künstlicher Intelligenz (KI), die Social-Engineering-Angriffe realistischer, schneller und skalierbarer macht. Der Anbieter Stoïk adressiert diese Lücke nun aktiv mit einem selbst konzipierten E-Mail-Schutz. Die in Frankreich entwickelte Lösung ist KI-basiert und wird in der EU betrieben. „Stoïk Email Security“ kann nach der Installation in wenigen Minuten Betrugsfälle verhindern.

Höheres Sublimit für Betrug

Dadurch kann Stoïk die Deckung deutlich verbessern und das Sublimit auf bis zu 40% der gesamten Versicherungssumme und maximal 1 Mio. Euro erhöhen. „Nach erfolgreichen und wirksamen Hebeln gegen Ransomware nehmen wir nun die häufigsten und schmerzhaftesten Schadenanlässe ins Visier: gefälschte Zahlungsanweisungen und Kontoumstellungen per E-Mail“, erklärt Franziska Geier, Deutschland und Österreich-Chefin von Stoïk. Weniger Schäden würden unmittelbar weniger Auszahlungen bedeuten – ein starker Anreiz für wirksame Prävention, so Geier weiter. Das „Email Security-Modul“ senke die Schadenfrequenz drastisch und schaffe so den Spielraum für höhere Betrugsdeckungen. Wer den E-Mail-Schutz hinzubucht, erweitert das Sublimit für Betrug auf bis zu 1 Mio. Euro. (tik)

 

Wo sich Versicherer durch KI mehr Effizienz erhoffen

Die Versicherer möchten künstliche Intelligenz verstärkt einsetzen. In welchen Bereichen die Gesellschaften der KI vor allem eine strategische Bedeutung beimessen, zeigt ein Marktüberblick der PPI AG. Aus der Analyse geht auch hervor, vor welchem Problem viele Versicherer bei der KI-Nutzung noch stehen.

Die Assekuranz verspricht sich durch den Einsatz von KI Effizienzgewinne. Potenzial sehen die Versicherer laut einer Studie der PPI AG insbesondere in der Kundenkommunikation, der Betrugserkennung, der Datenanalyse und der automatisierten Schadenregulierung. Größere Gesellschaften wollen vorrangig große Datenmengen KI-gestützt verarbeiten. Kleinere Institute legen den Fokus auf den Einsatz im Posteingangsrouting und der Betrugserkennung. Dies sind Ergebnisse eines aktuellen Marktüberblicks der PPI AG. Das Software- und Beratungshaus hat 26 Versicherer und 19 Hersteller von Systemen befragt, die den Komposit-Bereich komplett abdecken.

Systemhersteller bauen Angebot aus

Wie die Analyse zeigt, reagieren die Systemhersteller auf die Nachfrage und erweitern ihr Portfolio: 17 von 19 befragten Herstellern haben mindestens ein KI-Modul in ihrer Angebotspalette. Die häufigsten Module sind Datenanalyse und Schadenmanagement. Viele Hersteller bieten auch die Anbindung externer Drittparteien-Module an. Fast die Hälfte der Hersteller hat zusätzliche KI-Funktionalitäten im auf die Umfrage folgenden Release eingeplant.

„Institute, die KI jetzt systematisch einführen, werden in den kommenden Jahren im Vorteil sein“, sagt Tobias Kohl, Partner bei der PPI AG. Die Versicherer haben dies erkannt und gaben an, dass der EU AI Act nach DORA die relevanteste regulatorische Herausforderung für ihre IT-Strategie sei.

Veraltete IT-Systeme der Versicherer als Knackpunkt

Ein Problem setzt vielen Versicherern aber laut PPI zu: Die bestehende IT-Landschaft schränke die systematische Nutzung von KI häufig ein. „Viele Versicherungsunternehmen nutzen noch veraltete Kernsysteme auf COBOL-Basis“, erklärt Kohl. „Die Anbindung moderner Software erfolgt dabei oft über ein komplexes Netzwerk von Umsystemen. Dieser historisch gewachsene Flickenteppich stößt irgendwann an seine Grenzen; insbesondere, wenn mittelfristig der KI-Fokus von der reinen Effizienzbetrachtung zur Neugestaltung von Geschäfts- und Betriebsmodellen und -produkten wechseln muss.“

Die Ablösung ihrer Kernsysteme sei für Versicherer daher eine zentrale Herausforderung. Wie PPI weiter mitteilt, hätten alle befragten Institute die hohe Komplexität der bestehenden Systeme als herausfordernd bezeichnet. 92% sprachen von einem Mangel an internen IT-Ressourcen. (tik)

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Digital Insurance Podcast: Dokumentenmanagement und KI

In der neuen Episode des Digital Insurance Podcasts spricht Jonas Piela mit Florian Breuer, Senior Solutions Engineer bei d.velop, das Dokumentenmanagement-Systeme entwickelt. Es geht um KI-Unterstützung beim Dokumentenmanagement für effiziente Prozesse.

Der Digital Insurance Podcast, moderiert von Jonas Piela, widmet sich in seiner neuesten Episode der Integration von KI-gestützten Chatbots in die Dokumentenmanagement-Systeme der Versicherungsbranche. Zu Gast ist Florian Breuer, Senior Solutions Engineer bei d.velop, einem Unternehmen mit 30-jähriger Erfahrung in der Entwicklung von Dokumentenmanagement-Systemen.

Plattformlösung für das Dokumentenmanagement

Breuer erläutert die Rolle der d.velop AG als Softwarehersteller und deren Plattformlösung, die weit über ein klassisches Dokumentenmanagement-System hinausgeht. Die Plattform integriert sich in bestehende IT-Landschaften von Versicherungen und Banken und ermöglicht die Verarbeitung unterschiedlichster Datenformate, von strukturierten Daten bis hin zu unstrukturierten Informationen wie PDFs, Bildern, Videos und Audiodateien. Diese Integration in bestehende Systeme wie SAP oder Adesso ist ein wichtiger Aspekt der d.velop-Lösung. Die Plattform dient als zentrale Drehscheibe, um Informationen aus verschiedenen Quellen zu bündeln und für die KI-gestützten Chatbots nutzbar zu machen.

KI-Assistenten im Kundenservice und in der internen Bearbeitung

Die Diskussion konzentriert sich auf den Einsatz von KI-Assistenten, insbesondere den „d.velop pilot“. Dieser Assistent analysiert Dokumente, gruppiert sie nach relevanten Kriterien und ermöglicht eine effiziente Recherche mittels natürlicher Sprache. Die Anwendungsszenarien umfassen den Kundenservice, die interne Schadenbearbeitung und die Unterstützung von Mitarbeitern in verschiedenen Abteilungen. Breuer betonte die Vorteile für den Kundenservice, beispielsweise die schnelle Beantwortung von Kundenanfragen zu Versicherungspolicen, und die Effizienzsteigerung in der internen Bearbeitung von Schadensfällen.

Herausforderungen bei der Datenintegration und -sicherheit

Die Gesprächspartner diskutieren die Herausforderungen bei der Integration der verschiedenen Datenquellen. Hier spielt die Vektor Datenbank eine entscheidende Rolle, um die Relevanz von Dokumenten für eine bestimmte Anfrage schnell zu ermitteln und die benötigten Informationen effizient dem KI-Modell bereitzustellen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien und Compliance-Vorschriften. Breuer erklärte, wie d.velop mit Berechtigungsstrukturen und verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen die Datenintegrität und -sicherheit gewährleistet. Die Frage des „Make or Buy“ bei der Implementierung von KI-Lösungen wurde ebenfalls beleuchtet. Breuer argumentierte, dass die Integration von fertigen Lösungen in bestehende Systeme oft effizienter ist als der Aufbau eigener KI-Infrastrukturen.

Zukunft der KI-gestützten Chatbots in der Versicherungswirtschaft

Zum Abschluss blickt Breuer in die Zukunft und skizziert die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten. Er betont das Potenzial von KI-gestützten Chatbots im Bereich der Betrugserkennung und die Entwicklung hin zu „Agenten“-Systemen, die über die reine Informationsbeschaffung hinausgehen und eigenständig Aufgaben ausführen können. Der Aspekt der verbesserten Quellenverweise und die zunehmende Größe des Kontextfensters von großen Sprachmodellen werden ebenfalls hervorgehoben.

Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter https://pielaco.com/podcast.

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„Wir verhalten uns nicht wie ein typischer Makler“

Die Klöber Versicherungsmakler GmbH hat dieses Jahr den Innovationspreis „Top 100“ gewonnen. Was macht das Unternehmen aus, welche Strategien verfolgt es und wie blickt der Geschäftsführer Kevin Klöber auf Themen wie Digitalisierung und KI, Vertrieb und Konsolidierung?

Interview mit Kevin Klöber, Geschäftsführer der Klöber Versicherungsmakler GmbH
Herr Klöber, Ihr Maklerhaus hat vor Kurzem den Innovationspreis „Top 100“ bekommen. Damit zählen Sie zu den 100 innovativsten Unternehmen Deutschlands. Was bedeutet das und wie kamen Sie auf die Idee, sich als Maklerhaus dort zu bewerben?

Diese Auszeichnung ist für uns ein Meilenstein – und eine schöne Bestätigung dafür, dass wir als Versicherungsmakler mutig neue Wege gehen. Wir haben uns beworben, weil wir fest daran glauben, dass unsere Branche frischen Wind braucht – durch echte Kundennähe, digitale Lösungen und den Mut, Dinge anders zu denken. Wir wollten zeigen: Innovation ist kein Widerspruch zum Versicherungshandwerk, sondern dessen Zukunft.

Wofür genau haben Sie den Preis bekommen bzw. in welchen Bereichen ist Ihr Unternehmen denn besonders innovativ?

Wir wurden für unseren konsequenten Innovationsansatz aus­gezeichnet – und das in einer Branche, die auf den ersten Blick oft als konservativ gilt. Besonders innovativ sind wir in drei Bereichen. Erstens: Digitalisierung mit Herz: Wir setzen nicht nur auf Tools, sondern auf echte Prozessintelligenz. Mit Plattformen wie schadenfux24 oder unserem Kundenportal digitalisieren wir nicht nur – wir entlasten. Und das messbar. Zweitens: Kundenprogramme mit Substanz: Mit unserem neuen Klöber Family Programm schaffen wir ein echtes Ökosystem aus Schutz, Support, Wissen, Vorteilen und Erlebnissen – exklusiv für unsere Kunden in der Immobilienwirtschaft. Drittens: Unternehmenskultur und Mut: Wir erlauben Fehler, fördern Eigenverantwortung und leben eine offene Innovationskultur. Das schafft Raum für neue Ideen – und sorgt dafür, dass wir als Team wirklich schnell und flexibel sind. Am Ende ist unsere größte Innovation vielleicht, dass wir uns nicht wie ein typischer Makler verhalten – sondern wie ein Partner auf Augenhöhe.

Wenn sich jemand ein Beispiel an Ihnen als eines der 100 innovativsten Unternehmen Deutschlands nehmen möchte: Welche drei Tipps können Sie da mitgeben?
  • Sei mutig! Warte nicht, bis der Markt sich ändert – verändere ihn aktiv mit.
  • Hör genau hin! Kundennähe ist keine Floskel – sondern tägliche Arbeit. Nur wer den Kunden versteht, wird auch empfohlen.
  • Bleib neugierig! Hinterfrage deine Prozesse, deine Tools, dein Geschäftsmodell. Innovation beginnt im Kopf – und nicht im Budget.
Sie feiern dieses Jahr 25-jähriges Jubiläum. Wie blickt Ihr Unternehmen auf diese Zeit?

25 Jahre – das ist für uns ein besonderer Meilenstein. Gestartet sind wir im Jahr 2000 als klassisches Familienunternehmen mit meinem Vater Horst Klöber, der den Grundstein gelegt hat. 2006 kam ich selbst in die Geschäftsführung dazu, und auch meine Schwester Julia ist seit vielen Jahren Teil des Unternehmens. Gemeinsam mit einem starken Team haben wir aus einem kleinen regionalen Maklerhaus eine Unternehmensgruppe entwickelt, die heute über 60 Mitarbeitende zählt und sich als Partner für die Immobilienwirtschaft und gewerbliche Kunden etabliert hat. Rückblickend sind wir stolz, dass wir uns über all die Jahre treu geblieben sind: nahbar, unabhängig und mit einem klaren Wertefundament – und gleichzeitig mutig genug, Innovationen konsequent voranzutreiben. 

Und wo sehen Sie die größten Veränderungen im Laufe der letzten drei Jahrzehnte, bei Ihnen im Unternehmen und was den Maklerberuf angeht?

Die letzten Jahrzehnte waren von enormen Veränderungen geprägt – sowohl bei uns als Unternehmen als auch in der gesamten Branche. Früher war der Maklerberuf stark analog, geprägt von Papierordnern, klassischen Außenterminen und sehr viel Verwaltungsarbeit. Heute sind wir durchgängig digital aufgestellt: von der Angebotserstellung bis zum Schadenfall. Das bedeutet mehr Transparenz, mehr Geschwindigkeit und gleichzeitig mehr Nähe zum Kunden, weil wir Freiräume für echte Beratung schaffen. Digitalisierung ist für uns aber kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug. Dabei gilt für uns: Digitalisierung darf nie zulasten der Nähe gehen – sie muss sie stärken.

Auch gesellschaftlich hat sich viel verändert: Themen wie Nachhaltigkeit, New Work oder der Einsatz von KI spielen heute eine zentrale Rolle. Für uns war und ist entscheidend, diese Entwicklungen nicht nur mitzugehen, sondern aktiv zu gestalten – immer mit dem Ziel, unseren Kunden bestmögliche Lösungen zu bieten und als Unternehmen langfristig unabhängig und innovativ zu bleiben.

Setzen Sie auch auf KI?

Ja, ganz bewusst – vor allem dort, wo sie echten Mehrwert schafft. Ein zentrales Einsatzfeld ist bei uns die Schadenbearbeitung. Durch den Einsatz von KI-gestützter Analyse und automatisierten Prozessen können wir Schäden schneller, transparenter und kundenfreundlicher abwickeln. Das entlastet nicht nur unsere Teams, sondern schenkt unseren Kunden in einer ohnehin belastenden Situation etwas ganz Wertvolles: Zeit, Klarheit und Vertrauen. Darüber hinaus nutzen wir KI auch in der Vertragsanalyse und bei wiederkehrenden Serviceprozessen. Unser Prinzip bleibt dabei immer gleich: KI ersetzt nie die menschliche Nähe – sie verstärkt sie. Denn auch in der digitalen Welt ist und bleibt Kundennähe unser größter Innovationsfaktor.

Und was bieten Sie Ihren Mitar­beitern an Innovativem? Sind Sie ein „Fan“ von New Work?

Absolut. Ich bin überzeugt: Wahre Innovation beginnt intern – mit Vertrauen, Verantwortung und der Freiheit, neue Wege zu gehen. Deshalb setzen wir konsequent auf flexible Strukturen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eigenverantwortliches Arbeiten. Ein ganz zentraler Punkt für uns: Fehler sind bei uns erlaubt. Nur wer Dinge ausprobiert und auch mal scheitert, kann Prozesse wirklich verbessern. Diese Kultur des offenen Lernens ist fest in unserem Team verankert – und wird durch Mut, Neugierde und Kundennähe getragen. Für uns ist New Work kein Trend, sondern ein zukunftsfähiges Arbeitsmodell, das den Menschen ins Zentrum stellt und gleichzeitig unter­nehmerisches Denken fördert.

Auf welchen der Bereiche, für die Sie den Preis erhalten haben, legen Sie besonderen Wert? Oder noch ein ganz anderer, der nicht eingeflossen ist?

Der wichtigste Bereich für mich persönlich ist unsere Unternehmenskultur. Mut, Neugierde und Kundennähe sind nicht nur unsere Erfolgsfaktoren – sie sind unser täglicher Kompass. Diese Haltung spüren unsere Kunden, und sie macht uns als Team stark. Das wurde in der Bewertung vielleicht nicht direkt gemessen – ist aber aus meiner Sicht unser größter Hebel für nachhaltige Innovation.

Ihr Portfolio ist breit aufgestellt. Besonders jüngere Makler gehen derzeit eher in die Richtung einer Spezialisierung. Wie sehen Sie das?

Unsere Ausrichtung ist zwar breit, aber keineswegs beliebig. Im Gegenteil: Wir haben eine klare Spezialisierung – nämlich auf die Bedürfnisse der Immobilienwirtschaft und gewerblicher Kunden. Unsere Expertise liegt darin, komplexe Anforderungen von Hausverwaltungen, Wohnungsunternehmen und Immobilieneigentümern zu verstehen und ganzheitlich zu lösen.

Gerade weil wir so nah an unseren Kunden arbeiten, wissen wir, dass sie keine isolierten Versicherungsprodukte wollen – sondern verlässliche Lösungen, die ineinandergreifen. Kundennähe heißt für uns, nicht in Produktsparten zu denken, sondern in Lebenswirklich­keiten. Deshalb haben wir über die Jahre ein Portfolio aufgebaut, das fachlich tief und gleichzeitig serviceorientiert breit ist – mit spezialisierten Teams, die ihre Zielgruppe wirklich verstehen. Für Einzelmakler kann eine spitze Positionierung absolut sinnvoll sein. Für uns als gewachsenes Unternehmen mit über 60 Mitarbeitenden sind Expertise in der Tiefe und Lösungsorientierung in der Breite der Schlüssel.

Mit den Innovationen im Unter­nehmen geben Sie nach außen ein gutes Bild ab. Sie übernehmen aber z. B. auch ein Sport-­Sponsoring. Was bringt Ihnen das für die Firma? Und wie wichtig ist es Ihnen, sich regional zu engagieren?

Als Familienunternehmen mit Wurzeln in Darmstadt ist es für uns selbstverständlich, etwas zurück­zugeben. Unser Engagement bei SV Darmstadt 98, sozialen Projekten wie den Herzenslilien und in der Region ist kein Imageprojekt – sondern ein echtes Herzensanliegen. Dazu passt auch unsere neue Lilien-Police, die wir gemeinsam mit der Haftpflichtkasse entwickelt haben: eine exklusive Versicherungslösung speziell für Mitglieder, die besonderen Schutz bietet und unsere enge Verbundenheit mit dem Verein unterstreicht. So verbinden wir unsere Kernkompetenz mit regionaler Identifikation.

Und ja: Es stärkt auch unsere Marke, weil Menschen heute Unternehmen suchen, die Haltung zeigen. Nähe ist nicht nur ein Wort – sie muss spürbar sein.

Spiegeln Kunden Ihnen wider, dass sie aufgrund Ihres Images auf Sie aufmerksam geworden sind? Für wie wichtig halten Sie die Repu­tation des Einzelnen für die Maklerschaft bzw. Branche insgesamt?

Ja, das hören wir tatsächlich sehr häufig. Viele Kunden sagen uns, dass sie uns über unser regionales Engagement, unsere Online-Präsenz oder durch Empfehlungen aus der Branche entdeckt haben. Unser positives Image entsteht dabei nicht nur durch Marketing, sondern vor allem durch drei Dinge: fachliche Expertise, echte Kundennähe – und glückliche Mit­arbeiter. Denn zufriedene, engagierte Mitar­beitende strahlen das nach außen aus. Sie beraten nicht nur, sie begeistern. Sie lösen nicht nur Probleme, sie bauen Beziehungen auf. Diese Haltung macht den Unterschied – und trägt entscheidend zu unserer Reputation bei.

Gerade in unserer Branche ist Vertrauen die Währung. Deshalb halte ich es für essenziell, dass Makler nicht nur fachlich stark sind, sondern auch persönlich Haltung zeigen. Die Reputation des Einzelnen hat großen Einfluss auf das Ansehen der gesamten Branche. Und wir tragen alle Ver­antwortung dafür, dass dieses Bild positiv bleibt.

Wie stehen Sie als inha­ber­geführtes Unternehmen, das auch seine Nachfolge bereits geregelt hat, zum Konsoli­dierungsgeschehen?

Wir beobachten die zunehmende Konsolidierung sehr aufmerksam – und haben uns bewusst dagegen entschieden, Teil davon zu sein. Als inhabergeführtes Familienunternehmen bleiben wir unabhängig, entscheidungsstark und vor allem: nah an unseren Kunden. Diese Struktur gibt uns einen enormen Vorteil: Wir sind flexibel, schnell in der Umsetzung und können Veränderungen aus dem Markt sofort auf­greifen – ohne lange Abstimmungsprozesse, ohne Investorenagenda. Unsere Nachfolge ist intern geregelt und langfristig abgesichert. Das schafft nicht nur Vertrauen bei unseren Kunden und Mit­arbeitenden, sondern sichert auch unsere Kultur: kundennah, innovativ und werteorientiert. Gerade in einem sich stark wandelnden Markt ist diese Eigenständigkeit ein echter Wett­bewerbsvorteil – und die Basis dafür, dass wir auch morgen noch die Interessen unserer Kunden in den Mittelpunkt stellen können.

Lesen Sie auch: Wie schafft die Assekuranz den Image-Wechsel?

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Interview mit
Kevin Klöber

FinTech Vinlivt sammelt 3,5 Mio. Euro ein

Das Münchner FinTech Vinlivt hat bei einer Finanzierungsrunde 3,5 Mio. Euro erhalten. Neben amerikanischen Investoren beteiligen sich das internationale FinTech-Ökosystem Tenity sowie ein Family Office. Das frische Kapital soll in den Ausbau der Beraterplattform für Finanzvertriebe fließen.

Vinlivt hat seine Seed-Runde erfolgreich abgeschlossen und 3,5 Mio. Euro eingesammelt. Ursprünglich geplant waren 1,75 Mio. Euro. Neben amerikanischen Investoren beteiligen sich das internationale FinTech-Ökosystem Tenity sowie ein Family Office. Der Angel-Kreis wird durch strategische Branchengrößen erweitert. Zum Funding gehören auch 700.000 Euro aus staatlichen Innovationsförderungen.

Mit den neuen Mitteln will das Münchner FinsurTech, das 2022 von Uwe Lätsch und Dariusz Borowski gegründet wurde, seine Beraterplattform für Finanzvertriebe ausbauen. Ziel sei, der steigenden Nachfrage von Großvertrieben und Versicherungen gerecht zu werden und gemeinsam mit den ersten Enterprise-Kunden zu starten, wie das Unternehmen mitteilt. Die sichere und moderne Kommunikation zwischen Beratern und Endkunden über die Vinlivt App stehe dabei im Mittelpunkt. So sollen Beratungsprozesse vollständig digitalisiert und mit künstlicher Intelligenz das Backoffice automatisiert werden. Für Berater bedeute dies laut Vinlivt mehr Effizienz und mehr Zeit für ihre Kunden.

Ein Fokus liegt zudem auf der Entwicklung einer eigenen REST-API, die durch Einsatz von KI getrieben wird und es ermöglicht, Drittsysteme schnell und unkompliziert anzubinden. Parallel wird der Bereich Wealth Management als modulare Erweiterung in die Plattform eingebunden, unter anderem durch die Anbindung von API-basierten Lösungen von Evergreen. (tik)

Bild: © Vinlivt