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Unternehmensmeldungen

Frisches Kapital für Finanzplattform Vinlivt

Das Start-up Vinlivt, eine Finanzplattform inklusive Financial-Home-App, hat im Rahmen einer Finanzierungsrunde knapp 1 Mio. Euro eingesammelt. Mit den Mitteln will das Münchener Unternehmen seinen Wachstumskurs fortsetzen.

Das 2022 von Dariusz Borowski und Uwe Lätsch gegründete Münchener Start-up Vinlivt freut sich über eine Finanzspritze. Die Finanz- und Versicherungsplattform hat bei einer Finanzierungsrunde (Pre-Seed Extension) zusätzliche Mittel in Höhe von knapp 1 Mio. Euro erhalten. Personen wie Tim Bütecke (Exporo, winvesta, HFH), Torsten Oletzky (Professor an der TH Köln, Mitgründer des InsurLab Germany und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der ERGO Versicherungsgruppe), Oliver Herrmann (redos & Redevco Capital Partners) und Daniel Feyler (eprimus & Insurtech Voice), sowie weitere Angels aus der Finanz- und Versicherungsbranche haben sich dem Investorenkreis angeschlossen. Laut Vinlivt zeige auch die Erneuerung der Unterstützung durch den Branchenexperten Herbert Nißel von der COVAGO Group das Vertrauen der Investoren in die Ziele des Start-ups.

Wachstum der Finanzberatungsplattform vorantreiben

Mit dem frischen Kapital an Bord soll die Finanzberatungsplattform weiter wachsen. Die Mittel sollen gezielt für den Ausbau des Vertriebs- und Entwicklerteams eingesetzt werden, um die Plattform für Finanzberater weiter zu skalieren und die steigende Nachfrage nach der Softwarelösung zu bedienen.

Vinlivt bietet eine Finanz-App für die digitale Kundenverwaltung. Mit dem Tool können Versicherungsvermittler und Finanzberater ihre Kunden- und Vertragsbestände effizient und volldigital verwalten und automatisiert Neukunden gewinnen. Die Software ermöglicht Beratern und ihren Kunden eine nahtlose Kommunikation per native App. Unternehmensangaben zufolge hat die App über 45.000 Nutzer. (tik)

Bild: © asad – stock.adobe.com

 

HDI aktualisiert Berufshaftpflicht für Architekten und Ingenieure

HDI hat ihren Berufshaftpflichttarif für Architekten und beratende Ingenieure überarbeitet. Neben aktuellen Entwicklungen, denen mit Anpassungen im Tarifwerk Rechnung getragen werden, wurden Sublimits angepasst und der Selbstbehalt für Existenzgründer reduziert.

HDI hat Anpassungen bei ihrer Berufshaftpflichtversicherung für Architekten und beratenden Ingenieuren bekannt gegeben. Für diese Berufsgruppen ist ein aktueller Versicherungsschutz aufgrund oft komplexer Haftungssituationen und steigender Fokussierung der Gerichte auf den Verbraucherschutz von besonderer Bedeutung, so der Versicherer.

Nur wenn der Versicherungsschutz immer wieder angepasst wird, lässt sich beispielsweise verhindern, dass sich durch aktuelle Rechtsauslegungen oder technische Entwicklungen Deckungslücken auftun, wird Christian Kussmann, Vorstand Firmen/Freie Berufe der HDI Versicherung. „Im Schadenfall kann das erhebliche Auswirkungen haben.“

Selbstbehalt für Existenzgründer gesenkt

Der Tarif wurde angesichts aktueller Entwicklungen, beispielsweise im Hinblick auf die Schadensituation, angepasst. In der Konsequenz gelten für viele Sachverständige und Gutachter günstigere Konditionen. Zudem wurde die Versicherungssumme für die Büro/Betriebs- und Umwelthaftpflichtversicherungen angehoben und Sublimits erhöht.

Für Existenzgründer wurde der Selbstbehalt von 2.500 Euro auf 1.000 Euro gesenkt. Als Existenzgründer gilt dabei, wer sein Unternehmen maximal 12 Monate vor Vertragsbeginn gegründet hat. Für Mitglieder anerkannter Berufsverbände oder -kammern gewährt der Versicherer Mitgliedernachlässe entsprechend aktuell gültiger Vereinbarungen. Das gilt für Neu- als auch für Bestandskunden. (js)

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d.i.i. Deutsche Invest Immobilien: Vorstandschef beurlaubt

Prüfungen im Rahmen des Insolvenzverfahrens der d.i.i. Deutsche Invest Immobilien AG haben Unregelmäßigkeiten zu Tage gefördert. Deshalb haben sich die Insolvenzverwalterin und der Vorstandsvorsitzende Frank Wojtalewicz auf dessen Beurlaubung mit sofortiger Wirkung verständigt.

Der auf Wohnimmobilien spezialisierte Fondsanbieter d.i.i. Deutsche Invest Immobilien AG hat vor wenigen Wochen beim zuständigen Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt (AssCompact berichtete: d.i.i. Deutsche Invest Immobilien meldet Insolvenz an). Bei Prüfungen im Zuge des Insolvenzverfahrens sind Unregelmäßigkeiten aufgefallen, die nun weiter untersucht werden. Vor diesem Hintergrund haben sich die Insolvenzverwalterin Dr. Romy Metzger und Frank Wojtalewicz, Vorstandsvorsitzender der d.i.i. Deutsche Invest Immobilien AG, auf eine Beurlaubung des Managers geeinigt. Sie gilt mit sofortiger Wirkung. Zu weiteren Einzelheiten machte die Insolvenzverwalterin keine Angaben. Metzger unterstrich ab, dass es keinen Zusammenhang mit dem Compliance-Fall aus der Zeit vor dem Insolvenzantrag gebe.

„Es bestehen Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten. Wir prüfen detailliert die entsprechenden Sachverhalte“, erklärte die Insolvenzverwalterin. Etwaige Maßnahmen in diesem Zusammenhang hätten keine Auswirkungen auf das operative Geschäft der d.i.i.-Gruppe und die Handlungsfähigkeit des Unternehmens.

Der laufende Geschäftsbetrieb konnte nach dem Insolvenzantrag stabilisiert werden. „Nach wie vor habe ich das Bild, dass die Entwicklungsperspektiven des Geschäftsmodells der d.i.i. sehr gut sind. Erste Gespräche mit strategischen Investoren zur Fortführung und Sanierung der Gruppe sind positiv angelaufen. Der Prozess wird aktiv durch einen renommierten, großen Finanzgläubiger der d.i.i. Deutsche Invest Immobilien AG unterstützt“; so Metzger weiter. (tik)

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VHV wächst im Kerngeschäft und international

Die VHV ist mit ihren Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2023 zufrieden. Trotz widriger Umstände ist der Konzern durch vorausschauendes Handeln im Kerngeschäftsfeld Kfz mit einem blauen Auge davongekommen. Ordentlich zulegen konnte der Versicherer derweil im internationalen Geschäft.

In ihrem Kerngeschäftsfeld Kfz konnte die VHV dank vorausschauenden Handelns im Jahr 2023 sowohl bei den gebuchten Beiträgen (+3,7% im Vergleich zum Vorjahr) als auch bei der Anzahl der Verträge, die um 0,7% auf knapp über 8 Millionen stiegen, zulegen. Das Ergebnis, mit dem das Unternehmen angesichts der schwierigen Situation der Kfz-Versicherer „sehr zufrieden“ ist, hat die VHV Gruppe neben anderen wichtigen Bilanzkennzahlen während einer hybriden Pressekonferenz am Mittwoch, den 24.04.2024, präsentiert.

Während der gesamte Markt im Jahr 2023 im Kfz-Geschäft eine Combined Ratio von etwa 111% erzielte – das bedeutet, jeder verdiente Euro trifft auf Ausgaben von etwa 1,11 Euro – liegt sie bei der VHV Allgemeine bei 106,2% (Vorjahr: 99,1%). Das marktüberdurchschnittliche Ergebnis sei vor allem darauf zurückzuführen, dass der Versicherer bereits zum Jahreswechsel 2022/2023 die Prämien im Neugeschäft zwischen 10% und 13% angehoben hatte, um sich auf die inflationäre Phase vorzubereiten, so Vorstandssprecher der VHV Allgemeine Versicherung, Dr. Sebastian Reddemann, während der Pressekonferenz.

Zwar werden im laufenden Jahr aufgrund der hohen Schadeninflation und gestiegenen Löhne in den Werkstätten wohl weitere Beitragsanpassungen nötig werden, dies hinge aber stark davon ab, wie sich die Situation weiter entwickle. „[Mit der Combined Ratio von] 106,2% können wir uns zwar durchaus gut aufgestellt fühlen, wir müssen allerdings weiter an der Profitabilität arbeiten“, kommentiert Reddemann.

Bauversicherungsgeschäft Treiber für internationale Expansion

Insgesamt stiegen die gebuchten Beitragseinnahmen der VHV Allgemeine um 7,1% im Vergleich zum Vorjahr auf 2,688 Mrd. Euro an. Treiber für das Wachstum seien dabei vor allem die gewerblichen Sparten gewesen, insbesondere das Bauversicherungsgeschäft.

Das Bauversicherungsgeschäft ist dabei auch die Basis des internationalen Ausbaus des Versicherers. Das Auslandsgeschäft der VHV Gruppe nahm im vergangenen Geschäftsjahr um 35% auf etwa 467 Mio. Euro zu. Inzwischen hat die VHV International SE, der internationale Bereich des Konzerns, einen Anteil von 12% am Gesamtgeschäftsvolumen. Bis zum Jahr 2027 möchte man diesen Geschäftsbereich auf Beitragseinnahmen zwischen 750 Mio. Euro und 800 Mio. Euro ausbauen, so VHV-Vorstandsvorsitzender Thomas Voigt.

Hannoversche Leben verzeichnet deutliches Wachstum bei selbstständiger BU

In der Sparte Leben musste die Hannoversche Lebensversicherung ein Minus von 1% gegenüber dem Vorjahr bei den Beitragseinnahmen hinnehmen. Sie fielen auf 1,042 Mrd. Euro. Im Neugeschäft gingen die Beiträge um 2,6% auf 285,3 Mio. Euro zurück. Das hat vor allem mit dem marktweit stark eingebrochenen Einmalbeitragsgeschäft zu tun, so Vorstandssprecher der Hannoverschen Leben, Frank Hilbert.

Fokussiert ist die Hannoversche derzeit auf die Transition vom Direktversicherer mit Schwerpunkt Risikolebensversicherung hin zu einem Biometrie-Multikanalversicherer – scheinbar mit Erfolg. Die Hannoversche sei nach wie vor Marktführer in der Risikolebensversicherung. Zudem konnte das Unternehmen insbesondere im Neugeschäft mit der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) punkten, wo die Beiträge im Vergleich zum Vorjahr um 80,9% auf 11,9 Mio. Euro kletterten. Das gute Ergebnis sei vor allem dem erfolgreichen Eintritt in den Vermittlermarkt geschuldet, so Hilbert.

Ergebnisse des Gesamtkonzerns

Mit Blick auf die gesamte Gruppe konnte der Konzern im Jahr 2023 die gebuchten Bruttobeiträge um 6,3% auf 3,973 Mrd. Euro steigern, ein Ergebnis von höheren Vertragsstückzahlen (+2%) als auch notwendigen Prämienanpassungen. Das Konzernergebnis kletterte um 17,8% auf 214,5 Mio. Euro. Allerdings stiegen auch die Brutto-Schadenaufwendungen, insbesondere aufgrund hoher Schadenaufwendungen im Kfz-Bereich und Naturkatastrophen, wie dem schlimmen Erdbeben in der Türkei, um 13,3% auf 3,345 Mrd. Euro an. Das Kapitalanlageergebnis sank aufgrund niedriger laufender Erträge um 5,3% auf 530,5 Mio. Euro. Die Solvenzquote lag zum Jahresende bei 293,1%. Damit zähle die VHV zu den „am besten finanzierten Versicherern Deutschlands“, so Voigt.

Guter Start ins laufende Jahr

Der Start ins laufende Jahr sei geglückt, bestätigt Voigt. Auf Beitragsseite ist das Unternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres um etwa 8% gewachsen. Allerdings sei das neue Jahr auch ohne größere Ereignisse, etwa schwere Naturkatastrophen, gestartet. Daher sei das bisher gute Ergebnis noch nicht überzubewerten, so Voigt. „Allerdings liegen wir für die ersten drei Monate schon deutlich über der Zielsetzung, damit sind wir zufrieden, wohlwissend, dass die längere Wegstrecke noch vor uns liegt.“ (js)

Bild: © VHV

 

Datenbasierte Versicherung: R+V und Siemens kooperieren

Die R+V und Siemens haben eine Zusammenarbeit im Bereich Versicherungen auf Datenbasis für die Industrie gestartet. Die Potenziale von Industriedaten werden zunächst anhand der Maschinenbruchversicherung erprobt. Hierzu gibt es bereits ein erstes Pilotprojekt.

Die R+V und Siemens arbeiten gemeinsam an datenbasierten Versicherungen für die Industrie. „Wir sehen, dass moderne Technologien wie Maschinendaten, IoT, künstliche Intelligenz, ChatGPT und viele mehr die Versicherungswelt rasant verändern“, erklärt Mathias Spitz, Leiter der Kunden- und Filialdirektion Makler Industrie bei der R+V Versicherung. „Wir erproben den Einsatz und Nutzen dieser Technologien an konkreten Produkten und Prozessen. Die Partnerschaft mit Siemens wird uns dabei helfen, so Spitz weiter.“ „Die R+V hat viel Erfahrung im Industrie-Umfeld und ist daher für uns der ideale Partner, um neue Services für unsere Kundinnen und Kunden zu entwickeln, die dazu beitragen, Schäden zu verhindern, bevor sie entstehen“, kommentiert Timo Mühlhausen, Head of Data Driven X a Siemens AG corporate startup, die Zusammenarbeit.

IoT-Maschinenbruchversicherung als erstes Produkt

Wie die Unternehmen weiter mitteilen, werden die Potenziale von Industriedaten zunächst anhand einer IoT-Maschinenbruchversicherung. IoT steht für Internet of Things, also die vernetzte Industrie. Die in der Fertigung entstehenden Daten sollen unter anderem eine positive Auswirkung auf den Versicherungsbeitrag haben: Betreiber zahlen einen variablen Anteil des Beitrags nur für den Zeitraum, in dem die Produktion auch läuft. Ermöglicht wird dies durch die Anbindung an die Siemens Data Driven X (DDX)-Plattform. Hierfür muss die Maschine mit der Siemens Industrial Edge Box ausgerüstet sein, die sich in das Steuerungskonzept von Fertigungsanlagen integrieren lässt. Die auf der Box installierte Edge-App kann Daten wie Betriebsstunden, Unterbrechungen im Produktionszyklus oder Temperaturschwankungen auslesen und dabei unterstützen, frühzeitig Risiken zu erkennen.

Über die Siemens DDX-Plattform ist es bereits möglich, ein Angebot für die IoT-Maschinenbruchversicherung der R+V einzuholen. Die Schadenberichte können digital an die R+V übermittelt werden. Dies soll die Schadenregulierung deutlich schneller erfolgen lassen. Wie die beiden Unternehmen weiter mitteilen, sollen die Funktionalitäten des Pilotprodukts in den kommenden Monaten nach und nach weiter ausgebaut werden. (tik)

Bild: © Sashkin – stock.adobe.com

 

Update zur Fusion: Gothaer gibt wichtigen Meilenstein bekannt

Auf der Bilanzpressekonferenz hat der Gothaer Konzern einen wichtigen Meilenstein bei der Fusion mit der Barmenia bekannt gegeben: das Vorgehen bei der Verschmelzung der Lebensversicherer. Sorge bereiten den Versicherern dagegen die geopolitischen Spannungen.

Am Freitag, 19.04.2024, hat der Gothaer Konzern im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz einen aktuellen Einblick in das Geschehen rund um die Fusion mit der Barmenia sowie seine Zahlen für das Jahr 2023 präsentiert. Darin bestätigte Oliver Schoeller, Vorstandsvorsitzender des Gothaer Konzerns (Gothaer), zunächst, dass man auf dem Weg zum geplanten Zusammenschluss mit Barmenia den nächsten wichtigen Meilenstein erreicht habe. Die Vorstände beider Unternehmen unterzeichneten nämlich ein so genanntes Business Combination Agreement (BCA). Dabei handelt es sich um eine Verpflichtungserklärung der Vorstände beider Versicherer darüber, die rechtliche und wirtschaftliche Umsetzung des Zusammenschlusses bestmöglich voranzutreiben.

Dazu zähle etwa das konkrete Vorgehen bei der angekündigten Zusammenführung der Lebensversicherer. So soll in einem ersten Schritt der gesamte operative Geschäftsbetrieb, insbesondere der Bestand der Barmenia Lebensversicherung a. G., auf die Gothaer Lebensversicherung AG übertragen werden. Unmittelbar danach soll die Barmenia Leben auf die Barmenia Versicherungen a.G. verschmolzen werden.

Ebenfalls wurde im BCA festgehalten, dass die Verschmelzung der Gothaer Kranken auf die Barmenia Kranken 2025 angestoßen werden soll. Dieser Prozess wird aber bis zu drei Jahre dauern. Für die Kunden soll der Verschmelzungsprozess keine Auswirkungen auf Versicherungsschutz und Prämien haben, wie es von den Versicherern heißt.

Eintrag ins Handelsregister soll Ende August beantragt werden

Ein weiterer wichtiger Termin ist die für Ende August vorgesehene Anmeldung zur Eintragung des neuen gemeinsamen Unternehmens in das Handelsregister Köln. Erst dann gilt der Zusammenschluss von Barmenia und Gothaer tatsächlich als vollzogen. Beide Versicherer gehen davon aus, dass dies Ende September oder Anfang Oktober 2024 der Fall sein wird. Die zukünftige Holdinggesellschaft soll dann den Namen Barmenia.Gothaer Finanzholding AG tragen.

Ebenfalls schriftlich fixiert wurde im BCA, dass die Standorte in Wuppertal und Köln unverändert erhalten bleiben sollen. Außerdem soll für alle Mitarbeiter mit dem Tag des Zusammenschlusses eine dreijährige Beschäftigungsgarantie gelten.

Geopolitische Spannungen beunruhigen

Daneben gewährte die Gothaer vor den versammelten Journalisten einen Einblick in die Bewertung der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Lage sowie einen Rückblick auf die Zahlen des Vorjahres. Schoeller schilderte, dass die größte Herausforderung die derzeit an Schärfe gewinnenden geopolitischen Spannungen darstellten. Insbesondere mit den jüngsten militärischen Angriffen zwischen Israel und Iran habe sich ein neuer Konfliktherd ergeben, der das Potenzial habe, die Weltwirtschaft zu beeinträchtigen. Konkret zeigten sich erste Reaktionen an den Kapitalmärkten. Außerdem sei angesichts steigender Energiepreise mit einer Abkühlung des Investitions- und Konsumklimas zu rechnen, so Schoeller. Und dies treffe insbesondere den Wirtschaftsstandort Deutschland hart, gerade auch in einer Phase, in der es um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes bereits nicht gut bestellt ist.

Versicherer wie die Gothaer bekämen die Folgen über die anhaltend hohe Inflation sowie über die damit einhergehenden hohen Zinsen auf den Finanzmärkten direkt zu spüren. Volatile Finanzmärkte forderten das Liquiditätsmanagement heraus, die Teuerung wiederum treibe die Schadeninflation, was die Gothaer – wenig überraschend – vor allem in der Kfz-Versicherung zu spüren bekommt – die Combined Ratio kletterte auf 105,5 (Gesamtmarkt: 111,0).

Gothaer wächst stärker als der Markt

Trotz der negativen Vorzeichen aus dem wirtschaftlichen Gesamtumfeld konnte die Gothaer im Jahr 2023 marktüberdurchschnittlich wachsen. Die Beitragseinnahmen kletterten auf rd. 4,9 Mrd. Euro, ein Anstieg von 7,2%. Das Wachstum wurde maßgeblich von den Segmenten Komposit und Kranken getragen. So stiegen die Bruttobeitragseinnahmen in der Komposit-Sparte um 12% (Gesamtmarkt: 6,8%) und im Bereich Kranken um 5,6% (Gesamtmarkt: 2,3%). Im Bereich Leben konnte sich die Gothaer dem Abwärtssog nicht entziehen. Allerdings schrumpften die Bruttobeitragseinnahmen mit –2,6% weniger stark als im Gesamtmarkt (–5,0%). Im Firmenkundengeschäft stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um 11% auf 1,64 Mrd. Euro.

Und auch der Start ins Jahr 2024 verlief positiv. Bereits im ersten Quartal verzeichneten alle Sparten deutliche Zuwächse. Im Vergleich zum Vorjahresquartal kletterte die Vertriebsleistung in der Kompositversicherung um 17%, in der Lebensversicherung um 65% und in der Krankenversicherung um 84%. (as)

Bild: © Gothaer

 

BaFin stellt Insolvenzantrag für d.i.i. Investment GmbH

Anfang April hat die d.i.i. Deutsche Invest Immobilien AG Insolvenz angemeldet. Nun hat die BaFin für deren Kapitalverwaltungsgesellschaft d.i.i. Investment GmbH einen Insolvenzantrag gestellt und ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot erlassen. Die KVG verwaltet 16 AIFs, darunter zwei Publikums-AIFs.

Der auf Wohnimmobilien spezialisierte Fondsanbieter d.i.i. Deutsche Invest Immobilien AG hat vor Kurzem Insolvenz angemeldet (AssCompact berichtete: d.i.i. Deutsche Invest Immobilien meldet Insolvenz an). Nun hat die Finanzaufsicht BaFin für deren Tochtergesellschaft d.i.i. Investment GmbH einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt und ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot erlassen. Anders als die Muttergesellschaft (die d.i.i. Deutsche Invest Immobilien AG) untersteht die d.i.i. Investment, eine Kapitalverwaltungsgesellschaft mit der Erlaubnis zur Verwaltung von Fonds, der Aufsicht der BaFin.

d.i.i. Investment GmbH verwaltet aktuell 16 AIFs

Aktuell verwaltet die d.i.i. Investment GmbH 16 Alternative Investmentfonds (AIFs) mit einem Volumen von insgesamt rund 621 Mio. Euro, die schwerpunktmäßig in (Wohn-)Immobilien investieren. Davon handelt es sich bei zwei Fonds um Publikums-AIF, in die auch Privatanleger investieren können, und 14 Spezial-AIFs, in nur für professionelle und semi-professionelle Anleger geöffnet sind.

Veräußerungs- und Zahlungsverbot

Das Veräußerungs- und Zahlungsverbot sei laut BaFin notwendig, um die Vermögenswerte der d.i.i. Investment GmbH in einem geordneten Verfahren zu sichern, bis das zuständige Amtsgericht über den Insolvenzantrag entschieden hat. Grund für den Insolvenzantrag der BaFin sei die Zahlungsunfähigkeit der d.i.i. Investment GmbH.

Mit der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder der Abweisung des Insolvenzantrages mangels Masse geht das Verwaltungs- und Verfügungsrecht für die Fonds auf die Verwahrstelle über. Geschäfte für Rechnung der Fonds dürfen bis zu diesem Zeitpunkt nur mit Einwilligung der Verwahrstelle erfolgen. Die d.i.i. Investment GmbH muss zudem den Vertrieb ihrer bestehenden Fonds einstellen und darf keine weiteren Fonds auflegen.

Verbrauchertelefon für betroffene Anleger

Wie es in der Mitteilung der Finanzaufsicht weiter heißt, können sich betroffene Anleger bei Fragen an das Verbrauchertelefon der Bafin wenden (mehr dazu unter "d.i.i. Investment GmbH: BaFin erlässt Veräußerungs- und Zahlungsverbot und stellt Insolvenzantrag"). (tik)

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IDEAL und Fonds Finanz starten Kooperation

Die IDEAL Versicherung ist nun in allen Sparten beim Maklerpool Fonds Finanz vertreten. Damit erweitert Fonds Finanz seine Produktpalette in den Bereichen Lebens- und Sachversicherung. Angebundene Vertriebspartner können fast das komplette Portfolio der IDEAL über die Fonds Finanz vermitteln.

Die IDEAL Versicherung und der Maklerpool Fonds Finanz haben eine Zusammenarbeit vereinbart. Die Produkte des Versicherers sind nun über die Fonds Finanz vermittelbar. Angebundenen Vertriebspartnern steht seit 17.04.2024 fast die komplette Produktpalette der IDEAL zur Verfügung: Im Bereich Leben enthält das Angebot Pflege-, Sterbegeld- und Risikolebensversicherungen und im Sachversicherungsbereich werden die klassischen Produkte wie Unfall-, Hausrat- und Haftpflichtversicherung angeboten.

„Mit der Einbindung bei Fonds Finanz sind wir auf einer der wichtigsten Plattformen am deutschen Versicherungsmarkt präsent. Das ist ein weiterer Meilenstein in Bezug auf unsere Wachstumsambitionen. Wir erhalten Zugang zu neuen Maklern und Vermittlern“, erklärt Christoph Glinka, Bereichsleiter Marketing und Vertrieb bei der IDEAL Versicherungsgruppe.

„Wir freuen uns, dass wir die IDEAL als aktiven Partner an Bord haben und damit die Produktpalette für unsere Makler weiter ausbauen können. Mit neuen Kooperationen zielen wir immer darauf ab, unser Angebot und unseren Service für die Vertriebspartner der Fonds Finanz kontinuierlich zu verbessern. Eine umfassende Auswahl an verschiedenen Tarifen stellt sicher, dass unsere Makler in jeder Beratungssituation die passende Absicherung anbieten können“, unterstreicht Christine Schönteich, Geschäftsführerin der Fonds Finanz. Deshalb sei es schön, dass die Kooperation mit der IDEAL reaktiviert wurde. „Wir sind uns sicher, dass alle Seiten von der erneuten Zusammenarbeit profitieren werden, so Schönteich weiter. (tik)

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Kaufinteresse an Immobilien kehrt zurück

Die Nachfrage nach Bestandswohnungen zum Kauf nimmt stark zu, vor allem in den Metropolen. So meldet das Immobilienportal ImmoScout24, dass Eigentum in den größten deutschen Städten so gefragt ist wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Preise für Bestandswohnungen sind im ersten Quartal leicht gestiegen.

Wie aktuelle Zahlen des Immobilienportals ImmoScout24 zeigen, steigt das Interesse an Immobilien zum Kauf in Deutschland deutlich. Dies gilt insbesondere für die Metropolen. Dort sind Eigentumswohnungen so begehrt wie seit zwei Jahren nicht mehr. Das geht aus dem ImmoScout24 WohnBarometer für das erste Quartal 2024 hervor.

„Angesichts stabiler Zinsen und unzureichender Mietangebote rückt das Thema Immobilienkauf wieder stärker in den Vordergrund. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Interesse am Eigentumserwerb erheblich gestiegen – in den Metropolen sogar um 49%“, erklärt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24. „Der Angebotsüberhang am Kaufmarkt baut sich bereits ab. Daher nehmen wir an, dass die Kaufpreise in Zukunft steigen werden.“

Deutlich wachsende Kaufnachfrage in den Metropolen

Nachdem die Nachfrage im Jahr 2021 ihren Höhepunkt erklommen hatte und dann 2022 eingebrochen war, hat das Interesse an Kaufimmobilien im Jahr 2023 bereits wieder zugelegt und nimmt seitdem deutschlandweit zu. Dies ist vor allem in den Metropolen zu beobachten, wo im Jahresvergleich das Interesse am Kauf – gemessen an den Kontaktanfragen bei ImmoScout24 – um 49% gestiegen ist. Dieser Trend zeigt sich auch im Umland der Metropolen mit einem Plus von 31% sowie in anderen Städten mit einem Anstieg von 39% sowie im ländlichen Raum mit einer Zunahme um 24%. In allen Regionen liegt die Nachfrage damit deutlich über dem Vorjahresniveau.

Preise steigen leicht, bleiben aber noch unter Vorjahresniveau

Laut Auswertung von ImmoScout24 haben im ersten Quartal 2024 im bundesweiten Durchschnitt die Angebotspreise für Bestandswohnungen zum Kauf um 0,6% zugelegt auf 2.490 Euro pro Quadratmeter. Unter den acht Metropolen weisen Köln und München die stärksten Anstiege auf mit 1,5% bzw. 1,3%. Einen leichten Preisrückgang um 0,1% verzeichnet lediglich Düsseldorf. Dennoch bewegen sich die Preise meist noch unter denen des Vorjahres. Deutschlandweit können Kaufinteressenten eine Bestandswohnung 2,5% günstiger erwerben als im vergangenen Jahr.

Zur Entwicklung der Angebotspreise von Neubauwohnungen

Was Angebotspreise für neu gebaute Eigentumswohnungen angeht, so zeigt das WohnBarometer für das erste Quartal 2024 einen bundesweiten Rückgang um 0,5% im Quartalsvergleich. Sogar in München sind die Preise gesunken, und zwar um 1,6%. Dennoch bleibt die bayerische Landeshauptstadt das teuerste Pflaster der Republik. 10.481 Euro pro Quadratmeter müssen Käufer für eine Neubauwohnung durchschnittlich aufbringen. Damit liegen die Preise in der Isarmetropole immer noch rund 3.500 Euro über dem Niveau der zweitteuersten Stadt Stuttgart. Dort kommt der Quadratmeter auf 7.014 Euro. Auch in Leipzig bewegen sich die Angebotspreise leicht unter dem Vorquartal (-0,7%). Im Jahresvergleich haben in Leipzig und Köln die Preise für Neubauwohnungen um 5,3% zugelegt. Berlin verzeichnet eine Preissteigerung von 4,8%.

Preissteigerungen für Einfamilienhäuser im Jahresvergleich

Gemessen am Vorquartal weisen die Preise für Einfamilienhäuser in Deutschland sowohl im Bestand (-1%) als auch im Neubau (-0,5%) nur geringe Veränderungen auf. In Düsseldorf ist im Vergleich zum Vorquartal der stärkste Preiszuwachs im Bestand zu beobachten mit einem Plus von 0,9%. In Berlin gab es den stärksten Zuwachs im Neubau, und zwar um 1,2%. Gesunken sind im ersten Quartal 2024 die Angebotspreise für Häuser im Bestand in München (-1,4%) und Stuttgart (-1,3%). In Köln und Leipzig haben sich die Preise für neu gebaute Häuser leicht verringert (-0,7%).

Im Jahresvergleich zeigt sich der stärkste Preisanstieg mit 1,8% für Wohnhäuser in Düsseldorf im Bestand und in Berlin die stärkste Zunahme mit 5,4% beim Neubau.

Weitere Informationen zur Auswertung gibt es auf immoscout.de. (tik)

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Versicherungskammer Bayern gründet Immobilientochter

Der Konzern Versicherungskammer hat das Front Office für Immobilien in eine eigenständige Immobilieneinheit überführt: die Versicherungskammer Real Estate GmbH. Die VK Real Estate ist eine hundertprozentige Tochter der Versicherungskammer Bayern AdöR und betreut das Immobilien-Portfolio des Konzerns.

Mit der Versicherungskammer Real Estate GmbH hat der Konzern Versicherungskammer eine eigenständige Immobilieneinheit gegründet. Die VK Real Estate, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Versicherungskammer Bayern AdöR, betreut das Immobilien-Portfolio des Konzerns. Sie hat Anfang April ihren Betrieb aufgenommen.

Geschäftsführer der neuen Gesellschaft sind Daniel Preuße und Robert Heinlein. Beide waren bereits in leitenden Funktionen im Konzern Versicherungskammer tätig. Zusammen mit den über 100 Mitarbeitern übernehmen sie die Betreuung des gesamten Immobilien-Portfolios der Unternehmen des Konzerns Versicherungskammer. Das Volumen beläuft sich derzeit auf rund 8 Mrd. Euro.

Das Leistungsspektrum, vor allem die Expertise und Inhouse-Kompetenz in den Bereichen Investmentmanagement, die Portfolio- und Projektentwicklung sowie das Asset- und Property Management sollen weiter ausgebaut werden und als Dienstleistung auch Unternehmen außerhalb des Konzerns angeboten werden.

„Mit der VK Real Estate stärken wir unsere Position als kompetenter Vertragspartner. Als eigenständige Immobilieneinheit kann sie individueller auf die Wünsche der Kunden eingehen,“ erklärt Andreas Kolb, CFO der Versicherungskammer. (tik)

Bild: © Versicherungskammer Bayern