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Unternehmensmeldungen

ERGO Reiseversicherung und ADAC Autovermietung kooperieren

Die ADAC Autovermietung kooperiert nun in Sachen Camping mit der ERGO Reiseversicherung: Der Wohnmobil-Reiseschutz bietet den Kunden der ADAC Autovermietung, die auch direkt auf die Travel- und Care-App der ERV zugreifen können, ein umfangreiches Leistungspaket.

<p>Der Trend zum Campingurlaub wurde in jüngster Zeit nicht nur dadurch befeuert, dass beim Campen auch auf Reisen der „Sicherheitsabstand“ gewährleistet wird. Die ERGO Reiseversicherung (ERV) hat darauf reagiert und im Dezember 2020 ihre bestehende Produktpalette um zahlreiche Neuerungen rund um das Thema Campingprodukt erweitert. Damit konnte sie nun auch einen neuen Partner gewinnen: die ADAC Autovermietung GmbH.</p><p>Ausschlaggebend für die Entscheidung zur Kooperation sei neben der Preisgestaltung insbesondere der Leistungsumfang der neuen Produkte gewesen, mit der gezielt auf die Bedürfnisse von Caravan- und Wohnmobilmietern eingegangen werde: Der Wohnmobil-Reiseschutz bietet den Kunden der ADAC Autovermietung GmbH, die auch direkt auf die Travel- und Care-App der ERV zugreifen können, ein umfangreiches Leistungspaket. (ad)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Ralf Gosch – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/2902F390-4240-4137-BA6D-64260C7C2353"></div>

 

Die ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele der Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland will Klimaneutralität aller betrieblichen Abläufe bis spätestens 2050 erreichen und zu einem der nachhaltigsten Unternehmen weltweit werden. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie wurde auch eine Partnerschaft mit dem Weltumsegler Boris Herrmann vereinbart.

Die Versicherungswirtschaft hat eine Rolle über das eigene Geschäftsmodell hinaus und das soll sich auch in der Nachhaltigkeitsstrategie der Zurich Gruppe Deutschland widerspiegeln. Der Versicherer hat es sich zum Ziel gesetzt, eines der nachhaltigsten und verantwortungsvollsten Unternehmen weltweit zu werden. Im Rahmen dieses Vorhabens hat man nun die Ambitionen konkretisiert und drei zentrale Handlungsfelder vorgestellt. So wird die Zurich sich darin engagieren, das Vertrauen in eine digitale Gesellschaft zu fördern, eine nachhaltige Arbeitswelt zu schaffen und einen überproportionalen Beitrag zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels zu leisten.

„Unser Fokus wird insbesondere auf der Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels liegen. Hier werden wir als Versicherer die größten Hebelwirkungen entfachen können. Deshalb werden wir überproportional wirksam im Rennen gegen den Klimawandel sein. Dieses Rennen müssen wir gewinnen“, so Dr. Carsten Schildknecht, Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe Deutschland bei einer Veranstaltung am Rande der Kieler Woche.

Vorreiter der Branche

Als Motivation nennt Schildknecht die Folgen des mittlerweile überall sichtbaren Klimawandels. Zurich will bis 2050 in allen Aspekten ihres Geschäfts – vom Investment- und Risikomanagement über Versicherungsprodukte und den Betrieb – klimaneutral sein und sieht sich im Engagement als Vorreiter der Branche. Hebelwirkung sieht die Zurich in vier Rollen: Als Unternehmen und Arbeitgeber, als Investor und Berater, Versicherer und Risiko-Manager sowie als Teil der Gesellschaft.

Partnerschaft mit Weltumsegler Boris Herrmann

Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat die Zurich auch eine Partnerschaft mit Weltumsegler und Klima-Botschafter Boris Herrmann vereinbart. Ziel ist es, gemeinsam an Nachhaltigkeitsthemen im Bereich Klima- und Ozeanforschung zu arbeiten und für die Negativfolgen des Klimawandels zu sensibilisieren. So ist Zurich offizieller Partner von Herrmanns Team „Malizia“. Mit der Botschaft „A Race We Must Win“ und dem SDG-Rad (SDG = Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen auf den Segeln als Symbol für den Kampf gegen den Klimawandel, unterstützt Boris Herrmann mit seinem Team Malizia die Meeresforschung und setzt dabei gezielt auf eine weltweite Aufklärung. Boris Herrmann ist auf Einladung der Zurich auch Gast beim DKM Forum hybrid 2021.

Weitere Informationen zu den Nachhaltigkeitsprojekten der Zurich finden sich hier.

Bild: Weltumsegler Boris Herrmann und Dr. Carsten Schildknecht, Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe Deutschland, © Zurich Gruppe Deutschland

 

Lebensversicherung: Nucleus Life kooperiert mit Vanguard

Die Nucleus Life AG und der Vermögensverwalter Vanguard bündeln ihre Kräfte im Bereich fondsgebundene Lebensversicherungen. Somit können Berater nun auch die Liechtensteiner Versicherungslösung „ProtectInvest“ von Nucleus in Deutschland mit Vanguard-Produkten anbieten.

<p>Der Versicherer Nucleus Life und der Vermögensverwalter Vanguard haben eine Zusammenarbeit im Bereich fondsgebundene Lebensversicherungen vereinbart. Im Rahmen der Kooperation haben Berater ab sofort die Möglichkeit, auch die Liechtensteiner Versicherungslösung „ProtectInvest“ der Nucleus Life AG in Deutschland mit Vanguard-Produkten anzubieten. Somit können Berater die Anlageprodukte aus dem Hause Vanguard mit der Liechtensteiner Versicherungslösung mit der Zulassung nach § 34d GewO verbinden. Sie haben für langfristig orientierte Kapitalanleger zusätzlich ein flexibles Bezugsrechtsmanagement und können dadurch die Bausteine Erben & Schenken optimal darstellen. </p><p>Neben der Auswahl an Vanguard-ETFs und Fonds besteht Zugriff auf die von Vanguard gemanagte Multi-Asset ETF-Serie „LifeStrategy®“ 20, 40, 60 und 80. Auch die Vanguard Modellportfolios „Konservativ“, „Moderat“ und „Wachstum“ lassen sich über „ProtectInvest“ abbilden.</p><p>Wie die Unternehmen weiter mitteilen, können Berater die Vorteile der Zusammenarbeit in den nächsten Wochen in verschiedenen Webinaren kostenlos kennenlernen. (tk)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © REDPIXEL – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/28F13E4B-053D-48B1-B0B7-79090664966D"></div>

 

MRH Trowe kauft weiter zu

Der Industriemakler MRH Trowe hat Anfang September ein weiteres Maklerunternehmen erworben: die auf Privat- und Gewerbekunden spezialisierte Kolb & Bär Versicherungs- und Finanzmakler GmbH. Mit der Übernahme des oberfränkischen Unternehmens stärkt MRH Trowe seine Präsenz in Süddeutschland.

<p>MRH Trowe setzt seine Einkaufstour fort und meldet die neunte Akquisition im Jahr 2021. Mit Wirkung zum 01.01.2021 übernimmt das Frankfurter Maklerunternehmen 100% der Gesellschaftsanteile der Kolb & Bär Versicherungs- und Finanzmakler GmbH. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. </p><h5>MRH Trowe stärkt Präsenz in Süddeutschland</h5><p>Mit dem Erwerb Maklerhauses, das auf Privat- und Gewerbekunden spezialisiert ist, baut MRH Trowe seine Präsenz in Süddeutschland mit Fokus auf die Region Franken weiter aus. Künftig wird MRH Trowe mit rund 30 Mitarbeitern an den Standorten Pegnitz und Kulmbach vertreten sein. Bereits zu Jahresbeginn hat der Industriemakler die ebenfalls auf Unternehmenskunden spezialisierte KVM Kulmbacher Versicherungsmakler GmbH gekauft. Beide Unternehmen sollen in Zukunft eng zusammenarbeiten.</p><p>„Mit dem Zukauf von Kolb & Bär bedienen wir zwei strategische Ziele: Zum einen verfügt das Team, ebenso wie die MRH-Trowe-Kollegen aus Kulmbach, über eine ausgeprägte Expertise im Privat- und im Gewerbeversicherungsgeschäft“, erklärt Ralph Rockel, Vorstand bei MRH Trowe. „Zum anderen können wir mit dem Know-how der Kollegen in Pegnitz, das jetzt zu unseren Standorten Kulmbach und Nürnberg hinzukommt, die Region Süddeutschland hervorragend erschließen.“</p><h5>Standort in Pegnitz soll erhalten bleiben</h5><p class="zoombild" > <div class="zoomImage"><a href="https://www.asscompact.de/sites/asscompact.de/files/styles/zoom_large/p…; rel="prettyPhoto" title=""><img alt="MRH Trowe kauft weiter zu" height="115" src="https://www.asscompact.de/sites/asscompact.de/files/styles/zoom/public/…; typeof="Image" width="200" /><img class="zoomIcon" src="/sites/asscompact.de/themes/asscompact/gfx/zoom_icon.png" width="54"></a></div></p><p>Die Kolb & Bär Versicherungs- und Finanzmakler GmbH wurde 1986 gegründet. Mit einem sechsköpfigen Team betreut das Maklerhaus über 4.000 Kunden aus dem Privat- und Gewerbesektor. Bis Ende 2022 werden die beiden Geschäftsführer Georg Kolb und Matthias Bär das Geschäft in Zusammenarbeit mit Robert Klaus, Regional-Manager SÜD bei MRH Trowe, weiterführen. Dann sollen die Gewerbekunden über eine gemeinsame Plattform mit KVM betreut werden. Der Standort in Pegnitz bleibt bestehen, wie es in der Pressemitteilung heißt.</p><p>„MRH Trowe war ganz klar unser Wunschpartner. Nachdem Matthias Bär und ich das Geschäft über 30 Jahre erfolgreich geführt haben, ist es Zeit für einen Generationswechsel. Voraussetzung dafür war, mit einem verlässlichen Partner mit einer klaren Vision für unsere Kunden und Mitarbeiter zusammenzuarbeiten“, kommentiert Georg Kolb. „Die Kollegen von MRH Trowe kennen das Brokergeschäft von der Pike auf. Mit KVM sind wir seit Jahren freundschaftlich verbunden. Zusammen können wir Potenziale heben und Privat- als auch Gewerbekunden in Franken noch umfangreicher und maßgeschneiderter beraten.“ (tk)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild oben: © whyframeshot – stock.adobe.com </i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/8852C537-F8A5-494D-8408-A706F4BC2B88"></div>

 

AXA: Mitarbeiterabsicherung aus einer Hand

Getreu dem Motto „Gemeinsam gesund und sicher alt werden“ bietet die AXA ihre Lösungen zur betrieblichen Mitarbeiterversorgung gesamthaft an. Im AssCompact Interview stellt Dr. Frederick Krummet, Leiter Corporate Employee Benefits (CEB), AXA Konzern AG, das neue AXA-Geschäftsfeld vor.

Herr Dr. Krummet, betriebliche Zusatzleistungen wie bAV und bKV gelten als wichtige Pfeiler der Mitarbeiterfindung und -bindung. Gilt das über die Generationen hinweg?

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) und Altersversorgung (bAV) sind nicht ohne Grund die wichtigsten Zusatzleistungen des Arbeitgebers. Sie treffen auf einen großen Bedarf bei den Mitarbeitenden in ihrer Altersvorsorge und im Krankheitsfall. Die Veränderungen in den gesetzlichen Systemen verstärken den Wert der betrieblichen Leistungen für die Mitarbeitenden zunehmend. Entsprechend notwendig ist es, sich als Arbeitgeber mit diesen Zusatzleistungen zu beschäftigen, um in der Mitarbeiterfindung und -bindung zu punkten. Das Erlebnis für die Mitarbeitenden ist dabei sehr unterschiedlich. Die bKV schützt in Form von Prävention und Leistungen im Krankheitsfall direkt. Invaliden- und Altersrenten in der bAV sichern langfristig. In den Betrieben arbeiten die Mitarbeitenden in der Regel gemeinsam generationenübergreifend. Beide Zusatzleistungen sind motivierend, da sie den Bedarf der Belegschaft treffen. Tendenziell hat eine bAV bei jüngeren Mitarbeitern eine höhere Wertigkeit als eine bKV. Dies ist insoweit nachvollziehbar, da Gesundheitsleistungen eher mit zunehmenden Alter mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Der Optimismus der Versicherer für das Geschäftsfeld der bKV ist ungebremst, aber ist die Bekanntheit bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern tatsächlich schon so groß?

Betrachtet man die Verbreitung der bKV nach der Anzahl der Betriebe, so sehen wir im Markt im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 28,5% auf 13.500 Betriebe. Bei der Zahl der versicherten Mitarbeitenden haben wir im Jahr 2020 ein Plus von 17,7% auf 1,04 Mio. Versicherte. Diese Steigerungen setzen eine gewisse Bekanntheit bei Arbeitgebern und auch Arbeitnehmern voraus. Immer mehr Betriebe nutzen die bKV als weiteres Differenzierungsmerkmal in der Positionierung auf dem Personalmarkt. Mit Blick auf eine alternde Belegschaft und nachlassenden Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung ist diese Entwicklung nicht überraschend. Gesundheit spielt eine immer wichtigere Rolle und Arbeitgeber bieten entsprechende Lösungen. Arbeitgeber freuen sich über gesunde, produktive Mitarbeitende und geringe Ausfallzeiten. Arbeitnehmer freuen sich über attraktive Lösungen zur Förderung der Gesundheit und Hilfe im Krankheitsfall. Die Pandemie wirkt dabei nochmals wie ein Brennglas und schärft das Bewusstsein für den Wert der Gesundheit.

Bei der bAV ist die Entwicklung anders, aufgrund der Diskussion um die Garantien hängt einiges in der Schwebe. Wie beurteilen Sie die Entwicklung?

Die Reduzierung des gesetzlichen Höchstrechnungszinses von 0,90 auf 0,25% zum 01.01.2022 und die daraus resultierenden Produktanpassungen sind ja kein spezifisches bAV-Thema, sondern treffen den Markt als Ganzes. Offensichtlich ist aber, dass durch die Anpassung des Rechnungszinses die in der bAV bekannten Garantieleistungen nicht mehr zu erreichen sind. Wir werden sehen, dass Beitragszusagen mit Mindestleistung nicht mehr angeboten werden und sich die Bruttobeitragsgarantien in der beitragsorientierten Leistungszusage auf einem Niveau unterhalb der 100%-Marke einpendeln werden. Durch die Reduktion der Garantieleistungen ergeben sich aber auch mehr Freiheiten in der Kapitalanlage und dadurch mehr Renditechancen für Versicherungsnehmer bzw. Arbeitnehmer. Die bAV wird weiterhin attraktiv bleiben, um eine zusätzliche Absicherung im Alter oder im Falle einer Invalidität sicherzustellen.

Welche Erfahrung haben Sie gemacht: Entscheiden sich Unternehmen mittlerweile für beide Formen der betrieblichen Vorsorge oder gilt eher ein „entweder oder“?

Unsere Kunden reagieren sehr positiv auf unseren integrativen Ansatz in der Mitarbeiterabsicherung. Dieser Ansatz erlaubt einen anderen Blick auf betriebliche Zusatzleistungen und wie diese auf die Bedürfnisse des Betriebes und der Mitarbeitenden angepasst werden können. Die Einrichtung von betrieblichen Zusatzleistungen entwickelt sich von einem „entweder oder“ immer mehr zu einem „sowohl als auch“. Dies ist insbesondere bei Betrieben sichtbar, die bisher eine bAV im Angebot haben und nun ihre betrieblichen Zusatzleistungen um bKV-Tarife erweitern.

Die AXA sieht die Themen eng beieinander liegen. Sie haben die Bereiche bAV und bKV zusammen mit der internationalen Krankenversicherung im neuen Geschäftsfeld Corporate Employee Benefits gebündelt. Was verändert das an Organisation und Vertrieb?

Die Bündelung der Aktivitäten in einem Geschäftsfeld seit dem Jahr 2019 ermöglicht es uns, unseren Kunden ein gesamthaftes Angebot in der Absicherung von Mitarbeitenden machen zu können. Organisatorisch werden betriebliche Altersversorgung, betriebliche und internationale Krankenversicherung einheitlich gesteuert. So erkennen wir neue Entwicklungen schneller und können mit entsprechenden Produktentwicklungen reagieren. Unsere Spezialisten vertreten und beraten beide Themengebiete gemeinsam. Wir verringern Schnittstellen und verschlanken Prozesse. Die internationale Krankenversicherung ist ebenfalls Teil des Geschäftsfeldes Corporate Employee Benefits, wird aber aufgrund der internationalen Anforderungen separiert von der bAV und bKV betrachtet.

Stellen Sie uns das neue AXA-Konzept der „Mitarbeiterversorgung aus einer Hand“ doch bitte kurz vor.

Getreu dem Motto „Gemeinsam gesund und sicher alt werden“ bieten wir unseren Kunden unsere Lösungen zur betrieblichen Mitarbeiterversorgung gesamthaft an. Unser Spektrum reicht von der Prävention bis zur Altersabsicherung. Dabei arbeiten wir auch mit Partnern wie zum Beispiel wellabe zusammen, der betriebliche Vorsorgeuntersuchungen anbietet. Unsere Leistungen in der bKV reichen von Budgettarifen, wie unserem neuen FlexMed easy, über Bausteintarife inklusive Vorsorge bis hin zu Premiumtarifen, die das Niveau einer privaten Vollversicherung widerspiegeln. Sollte es zu einer dauerhaften Krankheit bzw. einer Invalidität oder sogar einem Todesfall kommen, so können diese Risiken durch betriebliche Zusatzleistungen, wie Krankentagegeld, Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeits- oder Todesfallschutz abgesichert werden. Unsere Rententarife in der bAV stellen sicher, dass Mitarbeitende nach einer langen betrieblichen Zugehörigkeit auch eine angemessene Altersversorgung erhalten können.

Wie individuell sind die Vorsorgebausteine auswähl- und kombinierbar?

Unsere Lösungen haben eine sehr hohe Flexibilität. Beispielsweise kann ein Gesundheitsbudget solo genutzt oder mit unseren Bausteintarifen kombiniert werden. Innerhalb der Bausteintarife sind die unterschiedlichsten Leistungen miteinander kombinierbar. Wünschen Kunden Präventionsleistungen, so sind diese ebenfalls einschließbar. Spartenübergreifend bieten wir zum Beispiel auch eine Kombination aus Berufsunfähigkeitsabsicherung und Krankentagegeld an, um einen lückenlosen Schutz zu ermöglichen. Diese Philosophie zieht sich durch unseren gesamten Ansatz „Mitarbeiterabsicherung aus einer Hand“. Prävention, Gesundheitsleistungen, Invaliden-, Todesfallschutz und Absicherung im Alter, jeweils ausgerichtet auf die betrieblichen Bedürfnisse.

Wer kann damit abgesichert werden?

Alle Mitarbeitenden eines Betriebs, sofern mindestens zehn Mitarbeiter versichert werden.

Können Sie bitte ein Kostenbeispiel machen?

Der Arbeitgeber möchte für seine Mitarbeitenden eine betriebliche Mitarbeiterabsicherung aus bKV- und bAV-Bestandteilen umsetzen. In der bKV findet der Arbeitgeber ein jährliches Gesundheitsbudget in Höhe von 600 Euro, zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen bis 1.000 Euro pro Jahr und einen Auslandsreisekrankenschutz motivierend. Darüber hinaus sind folgende Leistungen inkludiert: Facharztterminservice, eine telefonische Gesundheitsberatung, ein Zweitmeinungsservice sowie der Online-Arzt. Das Motivationspaket hat einen monatlichen Preis von 37,35 Euro pro Mitarbeitenden. In der bAV entscheidet sich der Arbeitgeber zum Angebot einer Direktversicherung mit einem Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 20% auf den Entgeltumwandlungsbetrag bis maximal 4% der Beitragsbemessungsgrenze West. Das bAV-Angebot ist für den Arbeitgeber kostenneutral umsetzbar, sofern nur eingesparte Sozialversicherungsbeiträge als Zuschuss weitergegeben werden. Dies ist ein Beispiel aus einer Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten.

Wie erfolgt die Zusammenarbeit mit Versicherungsmaklern?

Unseren Maklern stehen in der Mitarbeiterabsicherung versierte, regionale Ansprechpartner zur Verfügung, die sich freuen, das Konzept zu erläutern.

Wer sind denn Ihre Partner auf der Maklerseite? Nicht jeder bAV-Beratungsexperte hat dieselbe Qualifikation im bKV-Bereich.

Grundsätzlich teilen wir die Auffassung, dass nicht jeder bAV-Beratungsexperte automatisch ad hoc eine bKV beraten kann. Aber die Mitarbeiterabsicherung ist eben mehr als nur eine bAV. Folglich stehen wir mit unserem Wissen zur Verfügung und helfen gerne, das notwendige Know-how zur bKV zu vermitteln.

Gibt es Überlegungen, den Bereich weiter auszubauen? Wir denken da in Richtung betriebliche Pflegeversicherung.

Solche Überlegungen stehen derzeit nicht an.

Bild: © AXA

 

Mr-Money mit 100 angebundenen Gesellschaften

Mr-Money hat seine Zielmarke geknackt: An die BiPRO-BOX des Softwareunternehmens sind mittlerweile 100 unterschiedliche Gesellschaften angeschlossen. Zu den neu angebundenen Partnern zählt unter anderem die MVK Versicherung.

<p>100 angebundene Gesellschaften hatte sich Mr-Money als Ziel für 2021 gesteckt. Wie das Softwareunternehmen meldet, wurde diese Grenze nun erreicht. „Damit konnte ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Komplettdigitalisierung im Maklerbüro erreicht werden – und zwar früher als gedacht“, wie es in der Mitteilung des Unternehmens heißt. Emanuel Römer, der Geschäftsführer von Mr-Money, hat bereits angekündigt, dass schon bald noch weitere Gesellschaften folgen werden und teilweise bereits in der Umsetzung seien. Somit werde sich der Leistungsumfang der BiPRO-BOX auch in Zukunft vergrößern.</p><h5>MVK Versicherung neu an Bord</h5><p>Zu den neu angeschlossenen Partnern gehört unter anderem die MVK Versicherung, die seit mehr als 120 Jahren in der Branche aktiv ist. Durch die Einbeziehung in die BiPRO-BOX von Mr-Money sind Produkte der MVK Versicherung nun auch bereit für die digitale Aufbereitung und Nutzung. (tk)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © vegefox.com – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/824E3D6B-78F1-434B-B01E-85D16ACB620F"></div>

 

„Sehr viele Vermittlerinnen und Vermittler haben zu uns gehalten“

Seit 25 Jahren ist Standard Life in Deutschland aktiv. Seither ist viel passiert. Aktuell will man mit klarem Fokus auf unabhängige Vertriebspartner, neue Produkte und Modernisierungen in der Fondspalette durchstarten, erklärt Christian Nuschele, Head of Sales & Marketing bei Standard Life Deutschland.

Herr Nuschele, Standard Life kam vor 25 Jahren nach Deutschland. Wäre ein Markteintritt heute noch genauso interessant wie damals?

Auf jeden Fall. Auf der einen Seite ist der deutsche Markt wegen des sehr hohen Geldvermögens interessant. Auf der anderen Seite sehen wir aber auch, dass in Deutschland noch verhältnismäßig wenig für die private Altersvorsorge getan wird und das Geld nach wie vor verhältnismäßig oft auf schlecht verzinsten Sparkonten angelegt ist. Es ist also unverändert sehr viel Potenzial für moderne Vorsorgeprodukte vorhanden.

Neben den Marktentwicklungen ist auch bei Standard Life einiges passiert: Demutalisierung, Besitzerwechsel, Brexit-Umzug, Verabschiedung von Garantien. Haben Sie Ihren Vertriebspartnern damit nicht auch ein bisschen was abverlangt?

In den vergangenen Jahren hat sich ohne Zweifel einiges bei Standard Life verändert. Ich gebe Ihnen daher vollkommen recht, dass wir unseren Vertriebspartnern einiges abverlangen mussten. Umso erfreulicher ist es, dass sehr viele Vermittlerinnen und Vermittler zu uns gehalten haben oder aber in den vergangenen Monaten wieder zurückgekehrt sind und wieder deutlich mehr Geschäft mit Standard Life machen. An dieser Stelle möchte ich mich für dieses Vertrauen noch einmal ausdrücklich bedanken. Ohne die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Vertriebspartnern wären 25 Jahre Standard Life nicht möglich gewesen.

Und heute: Wo steht Standard Life Deutschland?

Standard Life Deutschland steht im Jahr 2021 sehr gut da. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unser Neugeschäft von 2020 bis 2023 zu verdoppeln und sind hier auf einem sehr guten Weg. Das Jahr 2020 konnten wir mit einem Plus von ca. 40% abschließen und auch im Jahr 2021 liegen wir deutlich über Vorjahr und Plan. Maßgeblich dazu beigetragen hat auch unsere neue Produktgeneration, die wir im letzten Jahr auf den Markt gebracht haben und die sehr gut angenommen wird. Ich bin mir sicher, dass wir unser ambitioniertes Wachstumsziel erreichen werden und unsere positive Entwicklung auch in den kommenden Jahren weitergehen wird.

Versicherer verabschieden sich von den Garantien,zumindest von den 100%-igen Beitragsgarantien, um mehr Rendite für die Kunden zu erzielen. Wie man hört, nehmen die Kunden das auch an. Findet hier ein Wandel bei den Deutschen statt?

Ja, davon bin ich fest überzeugt. Das Nullzinsumfeld hat dafür gesorgt, dass sich die Berater und Kunden deutlich kritischer mit Garantien auseinandersetzen. Grundsätzlich sollten sich die Kundinnen und Kunden überlegen, ob sie bei der privaten Altersvorsorge überhaupt eine Garantie benötigen. Denn in den meisten Fällen haben Kunden aus der gesetzlichen Rente, der betrieblichen Altersversorgung oder auch der Riester-Rente bereits Produkte mit Garantien und sind ausreichend mit Garantien versorgt. Daher kann man aus meiner Sicht bei der privaten Altersvorsorge durchaus auf eine Garantie verzichten und hier den Fokus noch stärker auf die Rendite legen. Am steigenden Anteil der Fondspolicen erkennt man, dass sich diese Sichtweise auch immer mehr am Markt durchsetzt.

Falls in der bAV die Garantieregeln fallen, wären Sie dann wieder dabei?

Es käme natürlich auf die konkrete Ausgestaltung neuer bAV-Regeln an. Aber wir werden uns die Entwicklung im Bereich der betrieblichen Altersversorgung sehr genau anschauen, gerade weil wir bei den Maklern im bAV-Bereich immer sehr beliebt waren. Nach wie vor sind wir in der bAV sehr erfolgreich, allerdings eben nur noch in den Bereichen, die ohne Garantien sinnvoll abgedeckt werden können. Der Wegfall des Breitengeschäfts war aber sehr schmerzhaft für unsere Partner und für uns.

Die Kapitalmärkte laufen gut. Was heißt das aktuell für Ihre Kunden?

Für unsere Kunden heißt das in erster Linie, dass sie dadurch eine sehr gute Wertentwicklung bei ihren Verträgen verzeichnen können. Übrigens nicht nur in den vergangenen zwei, drei Jahren. Wenn wir uns einen der ersten Verträge in unserem Bestand anschauen, so hat er in den vergangenen 25 Jahren 5,2% Rendite pro Jahr erwirtschaftet. Ich denke, das ist ein eindrucksvoller Beleg, dass langfristig ein Engagement an den Kapitalmärkten absolut sinnvoll ist.

Auf der anderen Seite stehen die Kosten. Sie haben sich im vergangenen Jahr dazu entschieden, die Kosten transparenter darzustellen, vor allem deren Wirkung auf die Ablaufleistung. Wie sieht das aus? Und ist es nicht ein später Schritt?

Wir waren schon immer sehr transparent bei unserer Kostendarstellung. Dies sieht man zum Beispiel daran, dass wir als erster Versicherer in Deutschland die Reduction in Yield ausgewiesen haben. Im vergangenen Jahr haben wir dann im Zuge der Einführung der neuen Produktgeneration beschlossen, von der Netto­illustration auf die Bruttoillustration umzustellen und die Investment- und Versicherungskosten klar voneinander getrennt auszuweisen. Dieses Vorgehen halten wir für transparenter und auch fairer gegenüber den Kunden.

Gleichzeitig hat sich auch die Fondspalette geändert. Was ist neu dabei?

Die größte Neuerung ist die konsequente Umstellung auf provisionsfreie Anteilsklassen, sogenannte Clean Share Classes. Clean Share Classes sind im Vergleich zu den normal erhältlichen Publikumsfonds deutlich günstiger. Nach der Umstellung gibt es bei uns die meisten Fonds unter 1% Fondskosten. Mit unserem strategischen Partner Aberdeen Standard Investments konnten wir noch günstigere Konditionen vereinbaren. Kunden erhalten hier eine strategische Vermögensverwaltung bereits ab 0,14% Fondskosten. Bei einer Laufzeit von 20 oder 30 Jahren wirkt sich dieser Kostenvorteil enorm aus. Darüber hinaus haben wir den Anteil unserer passiven Investments und nachhaltiger Fonds noch einmal deutlich erhöht, um auch hier dem veränderten Kundenbedarf gerecht zu werden.

Sie haben dem deutschen Markt früh die Honorar­beratung erklärt. Mit der IDD ist es etwas ruhiger darum geworden, in der kommenden Legislatur­periode könnte sich der Wind aber drehen. Können Makler nichts anderes tun als abwarten?

Es ist zu erwarten, dass nach der Bundestagswahl wieder stärker über die Vergütung der Vermittler diskutiert wird. Persönlich glaube ich nicht, dass es zu einem Provisionsverbot kommen wird. Eine Einigung auf einen Provisionsdeckel halte ich aber nicht für abwegig. Makler sollten definitiv nicht nur abwarten, sondern nach Lösungen suchen, wie sie ihr Geschäftsmodell von Abschlussprovisionen auf höhere laufende Vergütung umstellen können. Dies macht nicht nur unabhängiger von möglichen regulatorischen Maßnahmen, sondern steigert auch den Unternehmenswert. Mit unserem Tarif V bieten wir ein sehr flexibles Vergütungsmodell, mit dem der Berater mit dem Kunden sehr individuell und dem Beratungsaufwand entsprechend die Höhe der Abschlussprovision und der laufenden Courtage vereinbaren kann.

Was gibt es sonst Neues in der Zusammenarbeit mit Maklern, Pools und Vertrieben?

Da gibt es immer etwas zu tun – nach wie vor optimieren wir zum Beispiel die Integration der elektronischen Unterschrift und verschlanken die Prozesse. Maklerverwaltungsprogramme benötigen unsere Aufmerksamkeit, weil wir unsere Daten besser integrieren wollen. Und mit unseren Weiterbildungsprogrammen setzen wir aktuell auf Nachhaltigkeit im Vermittler­betrieb, auf die erfolgreiche Ruhestandsplanung und auf Erben und Schenken. Es wird unseren Partnern und uns also ganz sicher nicht langweilig.

Das Interview lesen Sie auch in AssCompact 08/2021 und in unserem ePaper.

Bild oben: © stockpics – stock.adobe.com; Porträtfoto: © Standard Life

 
Interview mit
Christian Nuschele

ERGO ist neuer Risikoträger der degenia AG

Die ERGO Versicherung AG ist als Nachfolgerin der Allianz seit Anfang August neuer Rechtsschutz-Versicherer der degenia AG. Die Zusammenarbeit bezieht sich auf das gemeinsame Neugeschäft ab Einführung des neuen ERGO Rechtsschutz-Tarifs zum 01.10.2021.

Seit dem 01.08.2021 ist die ERGO Versicherung AG neuer Rechtsschutz-Versicherer der degenia AG. Sie tritt damit die Nachfolge der Allianz an. Die Zusammenarbeit bezieht sich auf das gemeinsame Neugeschäft ab Einführung des neuen ERGO Rechtsschutz-Tarifs zum 01.10.2021.

Die aktuellen Versicherungsnehmer der degenia erhalten ein individuelles Angebot zur Fortsetzung ihrer Rechtsschutzdeckung bei der degenia mit dem Risikoträger ERGO. Die Umstellung der bestehenden Verträge wird schrittweise erfolgen und soll voraussichtlich bis Ende Juli 2022 abgeschlossen sein. Die Schadenabwicklung übernimmt die ERGO Rechtsschutz Leistungs-GmbH in München. (ad)

Bild: © rangizzz – stock.adobe.com

 

„Maklerpools sind die Profiteure der aktuellen Marktveränderung“

Fonds Finanz wächst weiter dank der Marktentwicklungen, seines Allfinanz-­Ansatzes und einer Neustrukturierung im Inneren. Am Markt prüft der Maklerpool diverse Zukäufe und verweist auf die Gründung neuer Geschäftsmodelle. Einen Verkauf oder eine Fusion mit größeren Wettbewerbern schließt Fonds Finanz aus, so Norbert Porazik gegenüber AssCompact.

Interview mit Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter der Fonds Finanz Maklerservice GmbH
Herr Porazik, Maklerpools sind die Gewinner der aktuellen Marktveränderungen. Würden Sie dem so zustimmen? Was sind dabei die größten Treiber?

Ja. Maklerpools sind definitiv die Profiteure der aktuellen Marktveränderung. Die für uns größten Treiber liegen vor allem in unserem Geschäftsansatz als Allfinanz-Maklerpool. Dies gibt uns die Möglichkeit, Vertriebspartnern neben unseren mehrfach ausgezeichneten Services eine große Vielzahl an Produktgebern und Tarifoptionen in allen Segmenten und Sparten bereitzustellen. In der letzten Zeit konnten wir einen großen Zulauf an Neuvermittlern beobachten, aber auch viele neue Versicherer, die sich direkt an uns gewandt haben, um ins Produktport­folio aufgenommen zu werden. Von dieser Entwicklung profitieren wir.

Momentan scheint alles auf Einkaufstour zu sein. Makler kaufen Makler, Pools Softwarehäuser. Geht das noch eine Zeit lang so weiter?

Nichts ist beständiger als der Wandel und davon ist die Finanz- und Versicherungsbranche nicht ausgenommen. Ich bin der festen Überzeugung, dass dies zukünftig weiter der Fall sein wird – und das finde ich gut, denn in der Regel ergeben sich durch Übernahmen enorme Synergien. Wir haben es selbst erlebt und profitieren enorm davon.

Wie verändert das den Markt?

Jede Branche unterliegt einer stetigen Marktveränderung, das betrifft Makler und uns Maklerpools gleichermaßen. Derzeit beobachten wir, dass Pools eine immer wichtigere Rolle zukommt, insbesondere wenn es um die Interessenvertretung der Makler geht. Wir unterstützen sie bei der Digitalisierung, der Automatisierung und der Professionalisierung von Prozessen, was deren Arbeitsalltag enorm erleichtert. Unsere Vertriebspartner unterstützen wir in allen Bereichen und stehen ihnen als zuverlässiger Partner zur Seite. Daher bin ich überzeugt, dass die Bedeutung von Maklerpools zukünftig zunehmen wird.

Wird es dann tatsächlich irgendwann nur noch wenige Großpools geben?

In den vergangenen Jahren wurde dies zwar immer wieder prognostiziert, das Gegenteil ist jedoch der Fall. Es entwickeln sich immer wieder neue interessante Poolmodelle mit guten Ansätzen, zum Teil mit einer starken Konzentration auf ein bestimmtes Produktsegment. Ich sehe keine Konsolidierung zu einigen wenigen Großpools. Für alle Marktteilnehmer ist es ratsam, sich auf die eigene Geschäftsidee und das organische Wachstum zu konzentrieren – einen Ansatz, den wir selbst seit 25 Jahren sehr erfolgreich verfolgen.

Der ganz große Deal unter den Pools ist bisher ja auch ausgeblieben.
Ist es trotzdem ein reelles Szenario, dass sich große Pools zusammentun?

Für mich persönlich und die Fonds Finanz ist ein solches Szenario undenkbar. Als größter Maklerpool Deutschlands stehen wir nicht zum Verkauf und sind auch nicht für eine Fusion offen. Zusätzlich sind die beiden weiteren größten Pools, JDC und Netfonds, an der Börse notiert. Ein großer Deal ist damit ausgeschlossen.

Versicherer sehen sich immer mehr großen Einkaufsstrukturen mit ziemlich viel Einfluss gegenüber. Wie groß sind die Widerstände bei den Versicherern?

In meinen Gesprächen mit Versicherungsvorständen erlebe ich keinen derartigen Widerstand. Versicherungsvorstände sehen hier keinen Widerspruch und haben mit dem Geschäftsansatz kein Problem. Auch ist uns kein Vorstand einer Investment-Gesellschaft bekannt, der hier einen Konflikt sieht, obwohl nahezu 100% des Investment-Geschäfts über Pools abgewickelt werden. Denn trotz Geschäftsabwicklung über uns bleibt der Vermittler bei der Produktauswahl unabhängig. Versicherer finden es daher sogar eher positiv, wenn ein Makler an einen Pool angebunden ist, da sie von vielen Vorteilen profitieren, etwa einem digitalen Abwicklungsprozess, der gleichzeitig sehr kosteneffizient und automatisiert ist. So werden viele Ressourcen gespart.

Sie haben Ihr Unternehmen neu strukturiert und in verschiedene Bereiche unterteilt. Eine Folge des weiteren Wachstums und der Versuch, dieses auch weiterhin in vernünftigen Bahnen abwickeln zu können?

Aufgrund des starken Zuwachses aller Bereiche war es uns wichtig, die Arbeitsbelastung und die Verantwortung auf mehrere Führungskräfte zu verteilen. Mit der Besetzung durch Christine Schönteich, Verantwortliche für den Insurance-­Bereich, Tim Bröning, Leiter des Non-Insurance-Bereichs, Klaus Brodbeck, Productmanagement-Verantwortlicher, Jörg Neugebauer, Leiter des Bereichs Innovation & Technology, und Florian Schwenninger, verantwortlich für die Abteilung People & Organisation, stärken wir unsere Geschäftssegmente. Nur so können wir auch zukünftig weiteres Wachstum gewährleisten. Aufgrund dieser strategischen Entscheidung konnten wir im vergangenen Jahr einen Ausbau von 9% verzeichnen. Für dieses Jahr streben wir ein Wachstum von nahezu 20% an.

Alle Bereiche abzubilden, also ein Allfinanz-Pool zu sein, wie Sie es schon erwähnt haben, bleibt für Sie also der richtige Weg?

Die Ausrichtung auf den Allfinanz-Ansatz ist für uns absolut der richtige Weg. Alle Bereiche wachsen enorm und die Produktvielfalt steigt. So ermöglichen wir unseren Vertriebspartnern, anhand der Kundenwünsche zu entscheiden, welche Produkte am besten passen. Nur so bleibt der Makler unabhängig und kann seinen Kunden die bestmögliche Beratung gewährleisten. Ohne eine Anbindung wäre es dem Makler kaum möglich, alle Sparten und Produktlinien zu bedienen.

Noch einmal zurück zum Kaufen und Verkaufen: Wie sieht da Ihr Interesse aus? Gehören Sie zu den Käufern oder vielleicht auch irgendwann zu den Verkäufern?

Wie bereits gesagt, ist von unserer Seite kein Verkauf geplant. Vielmehr lassen wir derzeit als Käufer bei drei verschiedenen Projekten eine Due Diligence erarbeiten. Darüber hinaus gründen wir viele neue Firmen: Dazu gehören unter anderem unser Reisebüro FF & Meer, um die Reisen für unsere Vertriebspartner sicherer, und die Beteiligung an letsact, um die Welt etwas besser zu machen.

Dass Zukäufe nicht immer unproblematisch sind, hat Ihre Trans­aktion mit softfair gezeigt. Würden Sie dies noch einmal tun und falls ja, warum hat es sich für Sie gelohnt?

Der Zukauf von softfair war kein klassischer Zukauf und er war für uns und softfair vollkommen unproblematisch. Zwar generiert sich unser Wachstum zu großen Teilen aus den Synergien dieser Kooperation, jedoch war das nicht der primäre Fokus beim Kauf. Vielmehr ging es hierbei ums Risikomanagement. Es wäre für uns sehr unvorteilhaft gewesen, hätte softfair einen anderen Käufer gefunden, der uns möglicherweise sogar gekündigt hätte. Dies hätte uns weit nach hinten geworfen. So aber profitieren wir noch immer stark von dieser Kooperation und würden die Entscheidung heute genauso treffen.

Das Interview lesen Sie auch in AssCompact 08/2021 und in unserem ePaper.

Bild oben: © BillionPhotos.com – stock.adobe.com; Porträtfoto: © Fonds Finanz

 
Interview mit
Norbert Porazik

„Für einen mittelständischen Versicherer ist das eine unglaublich tolle Entwicklung“

Die Bayerische hat die Marke von einer Million Kunden geknackt und baut das nachhaltige Angebotsspektrum von pangaea.life aus. Der Versicherer wünscht sich eine Transparenzoffensive der Branche und mehr Liberalismus bei der Frage der Vergütung für Vermittlung und Beratung.

<h5>Interview mit Martin Gräfer, Vorstand der Versicherungsgruppe die Bayerische</h5><h5>Herr Gräfer, seit über zehn Jahren sind Sie bei der Bayerischen. Es scheint gut zu passen?</h5><p>Über die Entwicklung der Bayerischen seit meinem Start bin ich sehr glücklich. Gemeinsam haben wir es in dieser Zeit geschafft, aus dem ehemaligen Sorgenkind der Branche einen Innovator und Wachstumsmotor zu machen. </p><h5>Als „Markenbildner“ der Bayerischen versuchen Sie das Reinheitsgebot und Innovationen zusammenzufügen. Auch das scheint zu funktionieren. Mit den Geschäftszahlen können Sie zufrieden sein, oder?</h5><p>Die Bayerische verzeichnete nach dem Rekordjahr 2019 trotz der Corona-Krise ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 und konnte unter Beweis stellen, dass sie ein Mittelständler mit hoher Finanzkraft und Stabilität ist. Zudem haben wir die Marke von einer Million Kunden geknackt. Für die Bayerische als mittelständischen Versicherer ist das eine unglaublich tolle Entwicklung. </p><h5>Vor rund zwölf Jahren sah das noch anders aus. Die Finanzkrise hatte der Bayerischen zu schaffen gemacht. Sorglos ist die heutige Situation aber auch nicht. Wie sehr macht Ihnen – auch als Verfechter der Riester- Rente – der Niedrigzins zu schaffen?</h5><p>Die negativen Zinsen sind eine sehr große Herausforderung – und das nicht nur für unsere Branche. Es ist unsere Aufgabe, die Kunden darüber aufzuklären, welche Zusammenhänge zwischen Kapitalmarktzins, Garantiezins und Überschussbeteiligung bestehen und welche Größenordnungen die entgangenen Erträge eines Kunden haben. Zudem ist es sehr bedauerlich, dass die Politik sehenden Auges eine von ihr initiierte und sehr erfolgreiche Form der ergänzenden Altersvorsorge zugrunde gehen lässt. Die Riester-Rente leistet einen wichtigen sozialpolitischen Beitrag.</p><h5>Der neue Höchstrechnungszins ab 2022 erhöht den Druck. Wie sollen Vermittler denn damit in der Beratung umgehen?</h5><p>Die Senkung des Höchstrechnungszinses ist ein Einschnitt für das Geschäftsmodell der deutschen Lebensversicherung. Mit dem neuen Höchstrechnungszins kann die Bruttobeitragsgarantie bei gleichbleibenden Kosten nicht mehr dargestellt werden. Vermittler stellt das vor eine besondere Aufgabe: Sie müssen ihren Kunden Wege aufzeigen, wie sie ohne die gewohnten Garantien dennoch ruhigen Gewissens Vorsorge betreiben können. Gefragt sind innovative Lösungen, die durch kluge Investitionen Sicherheit und Rendite in Einklang bringen. Mit unseren Vorsorgeprodukten der pangaea.life verknüpfen wir beispielsweise genau das zusätzlich noch mit dem Zukunftsaspekt der Nachhaltigkeit.</p><h5>Mit pangaea.life sind Sie auf Erfolgskurs. Nachhaltige Produkte bieten Sie mittlerweile in LV und in Sach an. Wohin, glauben Sie, wird sich das Thema in der Beratung entwickeln?</h5><p>Ich bin der festen Überzeugung: In wenigen Jahren werden Nachhaltigkeitsaspekte einen festen Platz in der Beratung einnehmen. Für Vermittler wird es in Zukunft darauf ankommen, den verbreiteten Greenwashing-Verdacht vieler Kunden mit transparent nachhaltigen Produkten zu entkräften. Hier sehe ich Versicherer in der Pflicht vorzulegen: Mit unserer digitalen Investmentreise geben wir Vermittlern zum Beispiel die Möglichkeit, ihre Kunden hautnah zu den Energie-Investments des Fonds mitzunehmen. Nachhaltigkeit transparent und greifbar zu machen, darum muss es gehen. Dabei ist für uns Blau das neue Grün – blaue Ökologie ist im Unterschied zur grünen keine Verzichts- und Angstökologie, sondern eine neue Idee von Fortschritt, bei der es um mehr Lebensqualität geht.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Sie bauen Ihr Angebot in dem Bereich aus und kooperieren zudem mit der NÜRNBERGER. Wie genau sehen die Pläne aus?--><h5>Sie bauen Ihr Angebot in dem Bereich aus und kooperieren zudem mit der NÜRNBERGER. Wie genau sehen die Pläne aus?</h5><p>Wir möchten die Wachstumsstory der pangaea.life fortschreiben. Neben unserem Erneuerbare-Energien-Fonds (blue energy) wird es daher Ende des Jahres einen zweiten eigenen Sachwerte-Fonds geben, der in der Branche einmalig ist. Dieser wird es Kunden ermöglichen, direkt in nachhaltige Immobilien (blue living) zu investieren und mit ihrer Zukunftsvorsorge einen Beitrag für klimaneutrale Städte zu leisten. Wir freuen uns sehr, mit der NÜRNBERGER einen starken Partner gefunden zu haben, mit dem wir das Wachstum der pangaea.life weiter vorantreiben werden. Die NÜRNBERGER vertreibt die pangaea.life Investment­rente fortan als Konsortialpartner und investiert auch selbst in die Nachhaltigkeitsfonds. Die Bayerische bleibt Risikoträger und wird Konsortialführer.</p><h5>Wird eine eventuelle Regierungsbeteiligung der Grünen weiteren Einfluss auf die nachhaltige Entwicklung in der Assekuranz haben?</h5><p>Das ist gut möglich. Allerdings halte ich noch mehr politische Regulierung für den falschen Weg. Die Branche hat das wachsende Kundeninteresse an nachhaltigen Lösungen längst erkannt und vergrößert ihr Angebot auf breiter Front. Das Umdenken ist hier in vollem Gange. Natürlich fordern Kunden gerade in diesem Bereich zu Recht Transparenz. Für Versicherer muss daher gelten: Kommen wir vor die Welle der Regulierung und lassen wir diese durch eine Transparenzoffensive ins Leere laufen.</p><h5>Wie wird es dann mit Provisionen aussehen?</h5><p>Wir brauchen mehr Liberalismus bei der Frage der Vergütung für Vermittlung und Beratung. Alle Vermittler sollten auf sämtliche Vergütungsformen zurückgreifen können. Natürlich immer transparent und in Abstimmung mit den Kunden. Eine pauschale gesetzliche Begrenzung von Provisionen ist Unfug und wohl auch verfassungsrechtlich kaum haltbar. Leider ist es uns als Branche bisher nicht gelungen, glaubwürdig deutlich zu machen, dass die oft zitierten „Provisionsexzesse“ entweder ein Märchen oder ein Relikt vergangener Zeiten sind. Statt politischer Regulatorik benötigen wir freiwillige Regelungen und Vorschläge unserer Branche.</p><h5>Es gehört auch zu Ihren Aufgaben, die Digitalisierung in Ihrem Haus voranzutreiben. Wie geht es in der digitalen Kommunikation mit Vertriebspartnern voran?</h5><p>Für eine individuelle und umfängliche digitale Beratung bieten wir unserem Vertrieb und unseren Kunden schon heute verschiedene Lösungen. Die von unserer Tochter iS2 entwickelte digitale Unterschrift InSign, unser neuer digitaler Kundenmanager oder die zusammen mit dem Start-up flexperto entwickelten Lösungen zur Online-Beratung sind nur einige Beispiele. Digitale Transformation bedeutet aber auch, alle unsere Mitarbeitenden und Vertriebspartner auf diesem Weg mitzunehmen und sie aktiv einzubinden.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Sie selbst sehen Amazon als Vorbild für die Branche. Mit welchen Services sollte sich die Branche nicht mehr allzu lange Zeit lassen?--><h5>Sie selbst sehen Amazon als Vorbild für die Branche. Mit welchen Services sollte sich die Branche nicht mehr allzu lange Zeit lassen?</h5><p>Den Vorbildcharakter sehen wir in der speziellen Amazon-Philosophie dem Kunden gegenüber: Wie kein zweites Unternehmen denkt Amazon die eigenen Leistungen stets vom Kunden her und rückt ihn in das Zentrum des eigenen Handelns. Für uns als Versicherer bedeutet das: da sein, noch bevor der Kunde überhaupt weiß, dass er uns braucht, und damit das Versichern vielleicht sogar überflüssig machen. Deswegen sehen wir uns für die Zukunft mehr in der Rolle des Risikopartners statt des Schadenregulierers. Konkret denken wir etwa zunehmend in Ökosystemen. Mit unserer Prime-Home-Police bieten wir beispielsweise eine Art ADAC für das Eigenheim – mit allen nur erdenklichen Services, die rund um das eigene Haus anfallen können.</p><h5>Was sind Ihre weiteren Pläne für die nächsten Monate?</h5><p>Der neue pangaea.life blue living Fonds ist eines der absoluten Highlights. Auch darüber hinaus stehen die nächsten Monate klar im Zeichen der Nachhaltigkeit. Zum 01.07.2021 haben wir unsere Gewerbepolice um den pangaea.life Nachhaltigkeitsbaustein kostenfrei erweitert. Dieser sieht nach einem Schaden Mehrleistungen in Höhe von 20% unter anderem für nachhaltig produzierte Ersatzprodukte wie Bodenbeläge, Farben sowie technische oder elektronische Geräte in einer höheren Energieeffizienzklasse vor. Im Falle eines Brandes wird das durch das Feuer freigesetzte CO<sub>2</sub> klimaneutral gestellt. </p><h5>Das Interview lesen Sie auch in AssCompact 08/2021 und in unserem <a target="_blank" href="https://epaper.asscompact.de/asscompact-08–2021/65793634" target="_blank" >ePaper.</a></h5><p><i class="font-twelve-italic" >Bild oben: © emerald_media – stock.adobe.com; Porträtfoto: © die Bayerische</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/DE629274-AF18-4AEE-8C21-B893FC306549"></div>

 
Interview mit
Martin Gräfer