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„Eine Dax-Prognose grenzt im aktuellen Umfeld an Kaffeesatzleserei“
15. März 2016

„Eine Dax-Prognose grenzt im aktuellen Umfeld an Kaffeesatzleserei“

Die Finanzmärkte präsentieren sich nach wie vor extrem volatil und sorgen für große Verunsicherung. AssCompact bittet Investmentexperten um Orientierungshilfe in Form von Antworten auf fünf grundlegende Anlagerfragen. Diesmal mit Moritz Rehmann, Fondsmanager des GAMAX Funds Junior.


Herr Rehmann, Aktien gelten vielen Deutschen nach wie als zu riskant. Zu Recht?

Dieses pauschale Vorurteil bezieht sich vorrangig auf die Volatilität. Diese sollte jedoch auch immer relativ zum Chance/Risiko-Verhältnis gesehen werden. Die dann zu errechnende Kennzahl, vergleichbar mit der Sharpe Ratio, offenbart ein ganz anderes Bild. Fonds guter Qualität zeigen insbesondere bei dieser Kennzahl ihre echten Qualitäten, da hier das Risiko des Portfolios auch Berücksichtigung findet. Insbesondere Portfolios mit qualitativ hervorragenden Unternehmen eignen sich hier für einen graduellen Einstieg auch bei risikoaversen Investoren.

Wo stehen Dax & Co in einem Jahr?

Eine derartige Prognose grenzt im aktuellen Umfeld an Kaffeesatzleserei. Letztlich bestimmen im kurzfristigen Anlagehorizont im Moment vorrangig Zentralbanken die Kurse. Umso wichtiger ist es jedoch, abseits hiervon die langfristig aussichtsreichen Unternehmen zu selektieren, die unabhängig von der Politik ihre Qualität beweisen. Beim Portfoliomanagement arbeiten wir nicht auf eine Jahresendprognose hin, sondern streben an, langfristig in erfolgreichen Geschäftsmodellen engagiert zu sein.

Wie gefährlich ist die Lage in China für die Finanzmärkte?

China bewegt kurzfristig massiv die Märkte, schließlich war und ist es einer der großen Antriebsmotoren der Weltwirtschaft. Der Wandel in China, von der Produktion zur Dienstleistung und vom Export hin zum Binnenkonsum, ist von hoher Volatilität gekennzeichnet. Langfristig bleibt China jedoch aussichtsreich, schließlich wächst hier auch der Wohlstand der Mittelschicht mit beeindruckendem Tempo und damit das Potential für zusätzliche Nachfrage.

Was ist derzeit die größte Gefahr für die Finanzmärkte?

Die Anzahl der Störquellen in den Märkten ist derzeit erheblich. Es beginnt mit Nordkorea und reicht über Flüchtlinge und politischen Verschiebungen bis zu ungeahnten Zentralbankexperimenten. Umso wichtiger ist es, frei von diesen kurzfristigen Treibern die Investitionsentscheidungen zu treffen. Die Qualität der ausgewählten Unternehmen wird sich auch nach diesen aktuellen Verwerfungen am Ende auszahlen. Und was noch wichtiger ist: Bei hoher Qualität kann auch einmal in schwachen Märkten aufgestockt werden, ohne die Investition in Frage zu stellen.

Wie sieht für Sie der ideale Anlagemix aus?

Der ideale Anlagemix hängt auch von vielen persönlichen Gegebenheiten ab. Diversifizierung sollte jedoch immer einen hohen Stellenwert haben, schließlich ist Risikomanagement ein integraler Bestandteil von erfolgreichem Vermögensmanagement und entscheidet langfristig über Erfolg oder Misserfolg. Neben liquiden Geldmarktanlagen sollte Eigenkapital, und nichts Anderes sind Aktien oder stellvertretend hierfür Fonds, eine gewichtige Rolle im Portfolio spielen. Gerade in einer Phase niedriger Zinsen können diese Investments ihre Stärken ausspielen, schließlich profitieren viele Unternehmen vom niedrigen Zinsniveau und kompensieren so die geringeren Erträge am Zinsmarkt für den gut diversifizierten Investor. Insbesondere Fonds, die sich auf Ausschüttungen oder die hohe Qualität und Cashflowstärke der Unternehmen fokussieren, sind hier zur Diversifikation geeignet. (mh)





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