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85 Wildunfälle ereignen sich pro Tag
23. August 2017

85 Wildunfälle ereignen sich pro Tag

Alle 17 Minuten kollidiert ein bei der Allianz versichertes Fahrzeug mit Wild, in 80% der Fälle mit einem Reh. Wie die Allianz mitteilt, sind pro Jahr insgesamt 31.250 Wildschäden zu verzeichnen. 2016 betrug der Gesamtschaden 71,44 Mio. Euro. Fast jeder dritte Wildunfall passiert in Bayern.


85-mal pro Tag oder alle 17 Minuten ereignet sich ein Zusammenstoß zwischen Wild und einem bei der Allianz versicherten Fahrzeug. Nach Angaben der Allianz Deutschland AG kommt es aufs ganze Jahr gesehen insgesamt zu 31.250 Wildschäden, der Gesamtschaden beläuft sich für das Jahr 2016 auf 71,44 Mio. Euro. Mit 9.100 Kollisionen krachte es besonders häufig in Bayern, hier ereignete sich fast jeder dritte Wildunfall (29%). Mit deutlichem Abstand folgen Niedersachsen mit 2.900 Wildunfällen (9,1%), Baden-Württemberg mit 2600 Zusammenstößen (8,3%) und Sachsen-Anhalt mit knapp 2.500 Kollisionen (7,8%). Autos in Bremen (40 Fälle/0,1%), Hamburg (97 Fälle/0,3%) und Berlin (175 Fälle/0,6%) blieben weitgehend verschont.

Zusammenstöße meist mit Rehen

80% der Schadenfälle gehen auf Rehe zurück, da diese am weitesten verbreitet sind. Mit etwa 10% folgen Wildschweine, die restlichen 10% der Schadenfälle sind auf kleinere Tiere wie Füchse oder Hasen zurückzuführen. Für den teuersten Schaden sorgt im vergangenen Jahr Rotwild in Bayern: Es entstand ein Schaden in Höhe von 52.000 Euro.

Mit Wildwechsel ist ganzjährig zu rechnen

Autofahrer sollten das ganze Jahr über auf der Hut sein, eine Art „Hauptsaison“ gibt es nicht. Allerdings ist das Wild vermehrt etwa im April und Mai mit Beginn der austreibenden Vegetation aktiv sowie in den Paarungszeiten, beim Rotwild zum Beispiel im September und Oktober oder bei den Rehen im Juli und August. Dann überqueren die Tiere häufig auch Straßen. Die meisten Unfälle ereignen sich statistisch gesehen zwischen 5 und 8 Uhr morgens sowie zwischen 17 Uhr und Mitternacht. „Da die Tiere vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung unterwegs sind, liegen hier tendenziell die Gefahrenschwerpunkte“, erläutert David Rosenbach, Diplom-Forstwirt und Allianz Experte für Waldversicherungen.

Was ist bei einem Wildunfall zu tun?

Nach einem Zusammenstoß mit einem Wild gilt es zunächst, die Unfallstelle abzusichern. „Vor dem Hintergrund des Tierschutzes muss der Unfall auf jeden Fall gemeldet werden“, betont David Rosenbach. „Wenn das Tier nach dem Zusammenstoß wegläuft, wird der zuständige Jäger eine sogenannte Nachsuche organisieren. Speziell ausgebildete Jagdhunde nehmen mit ihrem Führer dabei die Fährte auf, um festzustellen ob das Wild schwerer verletzt ist und ihm gegebenenfalls unnötiges Leid zu ersparen.“ Ein verletztes Tier sollte man auf gar keinen Fall anfassen. „Liegt das Tier tot auf der Straße und besteht keine Eigengefährdung, dann kann man den Kadaver (mit Schutzhandschuhen) vorsichtig an den Straßenrand ziehen. Das Mitnehmen der Tiere ist verboten, das wäre Wilderei und somit eine Straftat,“ erläutert Rosenbach. Außerdem muss der Unfall unbedingt dokumentiert werden, von der Polizei oder vom Jagdpächter ist eine Wildschadenbestätigung erhältlich, und es sollte so bald wie möglich die Versicherung informiert werden. (tk)





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