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AVB wichtigstes Kriterium in der BU-Versicherungsvermittlung
04. August 2017

AVB wichtigstes Kriterium in der BU-Versicherungsvermittlung

PremiumCircle hat kürzlich die Ergebnisse einer Maklerumfrage zur BU-Versicherung veröffentlicht. Das Informations- und Beratungsunternehmen sieht darin seine Einschätzung zu Produkten und Ratings bestätigt. Die befragten Makler bemängelten intransparente Versicherungsbedingungen und gaben an, das Leistungsverhalten der Versicherer sei für sie wichtiger als Ratings.


Die Entscheidung eines Versicherungsmaklers für ein Produkt oder für einen Produktgeber arbeitet sich an mehreren Kriterien ab. Eine kürzlich durchgeführte Maklerbefragung hat nach dieser Entscheidungskette gefragt: Demnach empfehlen Makler ihren Kunden passende Produkte zur Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos zu rund 60% aufgrund der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB). Zweitwichtigstes Kriterium mit rund 27% sind die Erfahrungen, wie sich das Versicherungsunternehmen im Leistungsfall verhält. Die Relevanz von Ratings und Siegeln werde von einem Sechstel der Vermittler als hoch oder sehr hoch bewertet, erklärt das für die Umfrage verantwortliche Unternehmen PremiumCircle Deutschland (PCD). Die anonyme Umfrage wurde im Rahmen des PCD VorsorgeFachForums Mitte Mai in Frankfurt am Main sowie auf dem Online-Portal versicherungsbote.de durchgeführt. 188 Berater haben nach Angaben der Herausgeber an der Umfrage teilgenommen.

Zu wenig Transparenz

Nachgefragt hat PCD auch hinsichtlich der Transparenz bei den Bedingungen und beim Verhalten im Leistungsfall. Rund 80% der Befragten schätzten die Transparenz und Verständlichkeit in den AVB als gering oder nur in Teilen gegeben ein. Und rund 75% hielten das Verhalten der Versicherer im Leistungsfall nicht oder nur teilweise plausibel und intransparent.

„Die Vertragsbedingungen der BU-Produkte oder vergleichbarer neuer Produkte müssen bei der Beschreibung des versicherten Risikos und der Leistungsvoraussetzungen neu justiert werden“, kommentierte Claus-Dieter Gorr, Geschäftsführer der PCD, die Ergebnisse in einem Pressestatement. Das Ergebnis sei eindeutig, so Gorr, der abschließt: „Anstatt die unsägliche Siegelitis fortzusetzen, müssen Versicherer endlich transparenter werden.“

Bereits in einer im Frühjahr 2017 veröffentlichten PCD-Erhebung zum tatsächlichen Leistungsverhalten der Berufsunfähigkeitsversicherer wurden erhebliche Unterschiede zwischen den Versicherungsunternehmen festgestellt. Je nach Unternehmen variiert beispielsweise die Ablehnungsquote zwischen 55,8 und 13,9%. Auch bei diversen anderen Durchschnittswerten gibt es extrem große Abweichungen. So dauert es im Mittel 95 Tage, bis ein Leistungsfall abschließend bearbeitet ist. Ein teilnehmender BU-Versicherer nannte dabei 30 Tage, der höchste Wert lag bei 219 Tagen.

„Aus beiden Befragungen kann geschlossen werden, dass Vermittler und Verbraucher faktisch orientierungslos sind im Hinblick auf Leistungsumfang und Regulierungsverhalten der Berufsunfähigkeitsversicherer“, resümierte Gorr. (bh)





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